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Eine werdende Doula für werdende Mamas

Anfang dieses Jahres drehte sich alles in meinem Kopf um ein Thema:
Soll ich oder soll ich nicht?

Seitdem ich die Entscheidung für die Weiterbildung zur Doula bei der GfG Berlin getroffen habe, sind nicht alle Sorgen und Fragen verschwunden, es gibt noch Momente der Unsicherheit und der Überforderung.. aber meine Leidenschaft und Begeisterung sind stärker als vorher.
Nach jedem Weiterbildungs-Wochenende fahre ich mit noch mehr Papier, mit noch mehr Wissen, mit noch mehr Erfahrung nachhause – und bin erstmal platt!

Ich bin es nicht gewohnt, zwei Tage zu sitzen und zu hören.
Ich bin es nicht gewohnt, mich so viel mit dem Thema „Geburt“ zu beschäftigen.
Ich bin es nicht gewohnt, gleichzeitig so viel Verschiedenes zu empfinden.
Faszination.
Sehnsucht.
Erschrockenheit.
Begeisterung.
Staunen.
Sprachlosigkeit.
Dankbarkeit.

Immer, wenn ich den Seminar-Raum nach zwei Tagen verlasse, wenn ich mich in den Bus setze und durch Berlin fahre, wenn ich die 30 Minuten Ruhe genieße, bevor mich meine 4 Männer wieder anspringen, immer wenn ich das Gehörte aus zwei Tagen in mir sacken und wirken lasse, dann weiß ich:

Ich bin richtig!

Ich möchte so gern eine Doula sein, Deine Doula sein.
Ich möchte Dich begleiten, wenn sich das Baby auf den Weg macht.
Ich möchte Deine Entscheidungen respektieren und den Weg mit Dir gehen, den Du wünschst.
Ich möchte Dich ermutigen, bei Dir bleiben, komme was wolle.
Ich möchte Deine Hand halten, Deinen Nacken massieren, Dich an Deine Stärke und Kraft erinnern, wenn Dir das schwer fällt.
Ich möchte Dir beim Atmen helfen.
Ich möchte Dir helfen, jede Wehe auszuhalten und diese Kraft anzunehmen, die Dich näher zu Deinem Baby bringt.

Gesellschaft für Geburtsvorbereitung –
Familienbildung und Frauengesundheit
Bundesverband e.V.

Dreimal haben wir angehenden Doulas uns bereits in Berlin getroffen. So tolle Frauen mit tollen Geschichten habe ich kennengelernt. Allein das hat mein Leben schon bereichert. Wir alle bringen immer ein bißchen von unserem Alltag, von unseren Sorgen und Freuden mit. Wir lachen zusammen, wir staunen zusammen, wir feiern unsere Erfolge und es fließen Tränen. Das hat uns schnell zu einer engen Gemeinschaft werden lassen.

Neben dem Wissen und der unglaublichen Erfahrung, die unsere Leiterin mit uns teilt, hält jede von uns einmal ein Referat zu einem ausgewählten Thema. Und wir teilen ausführlich unsere Geburtsberichte. Ich liebe es! Insgesamt 20 Kinder haben wir geboren und da gibt es viel zu erzählen.

Zu den 8 Wochenenden gehören verschieden Themen, die die Zeit vor, während und nach der Geburt betreffen. Schöne und schwere Themen. Jedes einzelne Thema ist so voll und tief und umfangreich. Jedes Thema beeinhaltet so viel Wunder, so viele Gefahren, so viel Intimität.

Manchmal kann ich nicht glauben, was uns die Leiterin erzählt. Manchmal möchte ich es gar nicht wahrhaben. Manchmal denke ich: In meiner heilen Welt gibt es das nicht.

Aber im Praktikum und später als Doula werde ich sehen und erleben, wie Geburt funktionieren kann. Ich freu mich drauf!

Im Sommer möchte ich viel lesen, ich möchte weiter nach einem Praktikumsplatz suchen, ich möchte in die Bücherei gehen, im Internet nach Michel Odont und Ina May Gaskin suchen und mir Geburtsvideos ansehen. Es ist und bleibt einfach so, dass mein Herz höher schlägt, dass ich dieses Thema liebe und dass ich jeder Frau wünsche, eine selbstbestimmte und wunder-volle Geburt zu erleben.

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In Kürze werde ich an einer Internet- und Facebook-Seite arbeiten, um mehr Infos über mich zu geben und Frauen zu erreichen. Wenn ihr findet, ich wäre eine gute Doula, dürft ihr gern schwangeren Mamis von mir erzählen. Danke!

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12 von 12 im Mai

Heute war ein ganz besonderer Tag!
Ich glaube, das wird der erste „12 von 12“-Beitrag ohne Kinderfotos. Jedenfalls Fotos von mir.

Die großen Jungs sind nämlich bei meinem Bruder und der kleine Jari ist zum ersten Mal alleine bei Oma und Opa. Ich hatte heute einen Weiterbildungs-Tag und mein Mann hatte … gar nichts. Ruhe.
Ich glaube, wir alle waren sehr glücklich.

1. Nach der allerersten durchgeschlafenen Nacht seit vielen Monaten stehe ich frisch und fröhlich und früh auf, esse in aller Ruhe und mache mich auf den Weg zum zweiten Weiterbildungswochenende.

 

2. Im Bus lese ich noch schnell ein Buch zum Thema. Es ist geliehen, aber ich möchte es gern kaufen. So spannend und faszinierend, dieses Kinderkriegen.

 

3. Während des Seminars habe ich kein einziges Foto gemacht. Aber ein anderes möchte ich euch zeigen: Das Gewinnerfoto in der Geburtsfotografie 2018. Marijke Thoen heißt die Künstlerin. In unserer Doula-Gruppe wird diskutiert, ob das Kunst und ein emotionaler, besonderer festgehaltener Moment – oder ein störender Eingriff in das intime Thema Geburt ist.

 

4. Ich werde am Abend von meinem Mann abgeholt und wir lassen uns einfach treiben.
In Berlin. Im Sommer. Ich liebe es.

 

5. An einem Eis-Laden bleiben wir hängen…

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6. … und ich wähle die Sorte „Omas Teigschüssel“. Noch nie habe ich das gesehen. Und es schmeckt so nach Kindheit!

 

7. Zwischendurch bekommen wir Fotos von unseren Kindern und sehen, dass es ihnen auch sehr gut geht.

 

8. Natur pur

 

9. Mein Mann hat den Rasen gemäht und wie versprochen gut auf unsere zarten, gerade gepflanzten Pflänzchen aufgepasst. Große Sonnenblumen sollen das werden!

 

10. Der Abend bei uns ist vor allem ruhig. Wir essen zu zweit im Garten. Auch so ein Sommer-Moment.

 

11. Dann gibt es Muttertags-Geschenke für morgen (psst!) …

 

12. … und einen traumhaften Cheesecake. Wenn meine Familie morgen die Jungs zurück bringt, bin ich zwar leider nicht da. Aber deswegen muss ja niemand verhungern.

 

Der Kuchen ist noch im Ofen und es wird noch eine Weile dauern, bis ich ins Bett komme. Aber ich kann ja wieder durchschlafen. So ein schöner Tag war das!

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Rückblick Osterferien 2018

Mir kommt es so vor, als hätten wir gerade zwei Monate Osterferien gehabt. Aber es waren nur zwei Wochen, glaube ich.

Es ist so viel passiert! Sehr krank und im Schnee sind wir gestartet – jetzt sind wir fit und gesund und der Frühling verzaubert Berlin mit über 20 Grad! Ich muss euch dazu ein bißchen mehr schreiben!

* Am letzten Schultag, das war der 23. März, konnte ich Emilian nicht von der Schule abholen. Ich lag fix und fertig in der Badewanne. Und dann im Bett. Zwei Tage lang. Mit mir lag da mal Emilian, mal Liam und mal Jari. Wir hatten von Grippe, Übelkeit, Erbrechen, Bronchitis, Bindehautentzündung bis hin zu Reizhusten alles dabei. Einzig mein Mann, der Held, ist gesund geblieben und hat uns versorgt. Dafür fangen jetzt die Frühblüher an, ihn in der Nase zu kitzeln.

* Das war eigentlich die erste Ferienwoche. Das Wetter war nicht so besonders, wir haben es uns gemütlich gemacht. Die Kinder hatten viel neues Lego vom Geburtstag zum Bauen, dazu Hörspiele, teilweise haben sie den Schlafanzug gar nicht mehr ausgezogen.

* In Vorbereitung auf Ostern haben wir dann Forsythien aus dem Garten geholt und geschmückt. Wir haben gebacken und die Wohnung aufgeräumt.

Am Karfreitag sind wir mit ein paar Freunden einen „Kreuzweg“ am Teltowkanal gelaufen. Es gab kleine andächtige Stopps mit Texten aus der Bibel. Das Wetter war warm und sonnig, vielleicht hätte das Wetter am Sonntag mit dem Wetter am Freitag tauschen sollen… Zum Ostersonntag, zum Auferstehungsfest wurde es wieder grau und sehr kalt – und es schneite. Verrückt. Weiße Ostern statt weiße Weihnachten?
Den Ostermontag verbrachten wir bei meiner Oma. Wir blieben im Haus, aber die Kinder sind inzwischen einigermaßen groß und vernünftig und wir konnten viel zusammen erzählen und spielen.

* Seit vielen Tagen konnte ich die Wettervorhersage für den Mittwoch nicht aus den Augen lassen. Und es wechselte oft! Wolken, Regen, Gewitter, Sonne. Ich hatte Freunde eingeladen und wollte unbedingt! draussen feiern! Der Tag kam näher. Am Dienstag bereiteten wir den Garten vor, wir hängten Laternen auf, säuberten Wege und Beete, holten die Stühle aus dem Schuppen und fegten die Terrasse. Ich machte zwei Käsekuchen und mein Mann kaufte Grillfleisch.

Und dann kam der 4.4.
Und es war fast der erste schöne warme Tag des Jahres! Es war so ein wunderschöner Geburtstag!

Meine Männer machten uns ein schönes Frühstück. Wir deckten den Tisch auf der Terrasse, stellten Blumen und Kerzen auf und gegen 14:00 Uhr kamen die ersten Gäste. Als die letzten Freunde gegen 22:00 Uhr gingen, zählte ich mal durch und stellte fest, dass wir über 50 Personen gewesen waren!

Haus und Garten wuselte voller Kinder und Erwachsener, es gab Essen und Trinken, Blumen und Geschenke, die Sonne schien und ich habe mich so glücklich und geliebt gefühlt. Das Wetter war so ein großes Geschenk und ich bin Gott sehr dankbar dafür. Er weiß einfach, wie er mich glücklich machen kann!

* Am Donnerstag morgen habe ich die Kinder geweckt, sie ins Auto gesetzt und wir sind zu meinen Großeltern gefahren. Wir bestaunten ihre neue Wohnung und auch da spielten wir zusammen Würfelspiele. Zum Mittag ging es weiter zu meiner Mama und von da wieder weiter in ihre Kirchengemeinde. Es gab dort nämlich ein besonderes Lego-Projekt für die Kinder und meine Jungs durften alle vier Tage dabei sein. In eine große Turnhalle wurden tausende sortierte Legosteine gestellt und die Kinder durften bauen und bauen und bauen. Am späten Nachmittag verabschiedete ich mich von den Jungs und fuhr mit Jari nachhause.

* Den freien Freitag genossen mein Mann und ich dann, mit Jari. Zum Frühstück trafen wir uns mit Freunden, wir spazierten durch die Sonne und probierten ein neues vietnamesisches Restaurant aus. Ich druckte bei dm ein paar Fotos meiner Familie aus, die ich für meine Weiterbildung brauchte.

Zuhause packte ich in Ruhe ein paar Geschenke aus, las schöne Karten und freute mich an dem Blumenmeer.
Am Abend konnten wir endlich mit der 2. Staffel unserer aktuellen Serie „Haus des Geldes“ anfangen, die Netflix frisch hochgeladen hatte. Spannend!!
Und dann packte ich meine Doula-Tasche!

* Gestern morgen gegen 8:30 Uhr verließ ich in aller Ruhe, ohne Kind und Kinderwagen und Wickeltasche, das Haus, um mit dem Bus zur Adresse meiner Weiterbildung zu fahren. Ich genoß die Sonne und Stille und freute mich sehr auf das Wochenende.

Bis 18:00 Uhr saß ich mit meinen zukünftigen Kolleginnen zusammen. Heute wieder von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr. Ein bißchen fehlte mir die Sonne –  aber die ersten Tage der Weiterbildung gaben mir tatsächlich das Gefühl, am richtigen Platz zu sein!

Die Gruppe besteht aus 9 Frauen und jetzt am ersten Wochenende beschäftigten wir uns hauptsächlich mit unserer Familie, unserer Herkunft. Total spannend! Und wenn Frauen erstmal reden.. über Mütter und Frauen und Geburten und Kinder… ihr kennt das 🙂 So unterschiedlich, wie wir auch sind, verstehen wir uns sehr gut. Wir haben ein Herz für Frauen und gute Geburten, wir sind neu auf diesem Gebiet und lernen zusammen. Ich hab das Gefühl, da werden tolle Freundschaften entstehen.

Ich habe eine lange Literaturliste, dazu Hausaufgaben und Dinge, die ich nachschlagen, aufschreiben und verarbeiten möchte. Ich brauche Praktikumsplätze und Einrichtungen, in denen ich hospitieren kann.. das hat mich nach den zwei Tagen doch ein bißchen erschlagen – aber die Freude überwiegt. Ich habe Zeit für das alles. Und ich möchte wirklich eine Doula sein!

* Jari hat die beiden Tage mit Papa richtig gut gemacht. Papa auch. Das ist mir eine große Hilfe. Jari ist mir gestern und heute im Garten entgegen gelaufen, hat mich angestrahlt und sich an mir fest geklammert. Dass die beiden großen Brüder endlich wieder da sind, hat ihn auch sehr gefreut. Er schläft in diesen Tagen nachts viel besser, weil er tagsüber so viel in der frischen Luft herumtappelt.

* Morgen geht die Schule wieder los. Das bedeutet einerseits, dass das Ausschlafen und Rumgammeln vorbei ist.. aber andererseits habe ich auch wieder freie Vormittage und das gute Wetter in diesen Monaten wird ein ganz anderes Lebensgefühl bringen. Das freut mich sehr! Ich glaube, ich habe schon bald Lust, unsere Sommer-to-do-Liste zu schreiben!

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Wenn ich groß bin, werde ich… (Teil II)

Lest hier Teil I 

Es war schon komisch, an einem Samstag Morgen zum Info-Tag meiner Weiterbildung aufzubrechen. Das war für mich zum ersten Mal eine berufliche Um-Entwicklung, zum ersten Mal in Richtung Arbeit nach drei Kindern und überhaupt zum ersten Mal habe ich meine 4 Männer für einen ganzen Tag alleine gelassen.

Es gibt diese Weiterbildung vom Verein GfG e.V. dreimal in Deutschland – und ich musste mich nur für ein paar Minuten in den Bus setzen, um teilzunehmen. Das ist schon echt ein Glück!

Ich war als Erste da und hatte Zeit, um anzukommen und ein paar Worte mit der Leiterin zu wechseln. Der Raum erinnerte mich an den Geburtsvorbereitungskurs: In der Mitte lag ein Tuch, auf dem Karten, Kerzen und Bonbons lagen. Am Rand lagen rote Kissen und Decken, es gab Tee und alles war sehr gemütlich.

Wir waren dann 10 Frauen im Alter von 30 bis Mitte 60, Mütter von einem oder bis zu 8 Kindern. Mit und ohne Partner im Leben. Aus Berlin und ganz Deutschland. Voraussetzung für diese Weiterbildung ist ein Mindestalter von 30 Jahren, eine eigene Geburt miterlebt zu haben, sowie körperliche und seelische Belastbarkeit.

Die Frauen waren so verschieden!
Manche waren schon bei vielen, vielen Geburten dabei gewesen, andere noch gar nicht. (ich) Manche hatten mehrere Tage für die Geburt eines Kindes gebraucht, andere ein paar Minuten. (ich) Eine Frau war eine ausgebildete Doula in Amerika. Eine Frau arbeitet in Berlin als Trageberaterin. Eine Frau besaß eine eigene Firma. Eine Frau hatte ihr 4 Monate altes Baby dabei.
Ganz viele interessante Personen und Geschichten.

Wir lernten den Verein der GfG und die Geschichte der Doulas in Deutschland kennen. Unsere Leiterin hat diese Weiterbildung selbst entwickelt, die es schon seit 14 Jahren! in Berlin gibt.
Wir klärten rechtliche Fragen.
Wir sahen uns die thematischen Inhalte der Weiterbildung an. Spannend!
Wir lernten, dass wir über unsere eigenen Geburten reden werden und Erlebtes aufarbeiten werden.
Wir bekamen eine lange Liste von Büchern, die wir ausleihen oder kaufen und lesen sollten.
Wir lernten, dass Hebammen und Doulas sich wunderbar ergänzen können – und sich nicht den Job wegnehmen müssen, was meine Befürchtung war.
Wir sahen einen Film mit vier verschiedenen Geburten an.
Wir sahen uns genau die Aufgaben einer Doula an – und was nicht zu den Aufgaben gehörte:

Das Wort „Doula“ leitet sich aus dem griechischen „doleia“ ab, und bedeutet „dienen“ oder „betreuen“. Eine Doula ist eine Frau, die eigene Kinder geboren hat, und über fundiertes Wissen rund um die Geburt verfügt.

Sie kennt und versteht die emotionalen Bedürfnisse einer Frau während der Geburt, deshalb ist sie in der Lage, der Gebärenden eine einfühlsame, kontinuierliche und individuelle Unterstützung zu geben.
Das bedeutet, sie atmet mit ihr gemeinsam, hilft ihr durch Massagen sich zu entspannen, tröstet sie, ermutigt sie, umsorgt sie…je nachdem, was die Gebärende gerade braucht. (Quelle: www.gfg-bv.de)

Eine Doula weiß und lernt viel, um wenig zu tun.
Eine Doula ist einfach da. Sie begleitet und unterstützt.
Sie ist ganz für die Bedürfnisse der Frau da.
Sie ersetzt keine Hebamme und keinen Geburtshelfer.
Sie darf keine Alleingeburt begleiten.
Sie übernimmt keine medizinische Funktion.

Der Tag bestand eigentlich aus vielen Fragen, die wir stellten – und aus den Antworten, die uns die Leiterin gab.

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Zu meinen persönlichen Fragen, auf die ich eigentlich an diesem Tag Antworten haben wollte, kamen viele neue Fragen dazu. Am Ende des Tages war mein Kopf voll, mein Herz durcheinander und ich konnte kaum abwarten, alles mit meinem Mann zu besprechen.

Und ich war sehr unsicher. Ich dachte ja anfangs, dass ich mich auch für die Wochenbett-Pflege oder die Geburtsvorbereitung entscheiden könnte, aber eine Doula ist wirklich nur zur Geburt dabei. Andernfalls müsste ich die Weiterbildung zur „Mütterpflegerin“ machen, aber ich wollte ja doch die Geburten.

Ich dachte neu über alles nach und stellte mir vor, wie dieses Doula-Leben zu mir und zu uns passen könnte.
Ich entschied mich hin und her.
Ich ließ die Weiterbildungs-Wochenenden im Kopf schon im Kalender frei, aber ich redete mit niemandem darüber.
Ich fragte mich, wie wir diese Umstellung finanziell bewältigen würden.
Ich fragte mich, ob dieser Beruf zu mir passt – oder ob meine Angst vor Neuem zu groß war.

Ich redete mit Freundinnen, deren Meinung mir wichtig war – und dann unterschrieb ich! Mein Mann holte den Sekt und wenige Tage vor der Deadline schickte ich den Vertrag unterschrieben zurück.

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Diese ganzen „Was ist, wenn…“ Fragen würden sowieso erst beantwortet werden, wenn ich einfach anfing.
Mit Mut. Abenteuerlust. Risikobereitschaft. Vorfreude.

Im Sommer 2019 werde ich also eine Doula sein!
Wenn alles gut geht.

Es ist nämlich so: Jede Frau kann Doula sein.
Jede Freundin, Schwester, Mutter, Nachbarin… kann zur Geburt mitgehen, begleiten und sagen: „Ich bin hier die Doula.“
So war es doch früher! Frauen, die bereits Kinder bekommen hatten, begleiteten die Gebärende, um emotionaler Beistand zu sein. Einige Krankenhäuser werden das hier erlauben, andere vielleicht nicht.

Die Bezeichnung der „GfG Doula“ hat in Berlin schon einen Ruf und Namen, sagte uns die Leiterin. Ich bezahle Geld für die Weiterbildung, um ein Zertifikat zu bekommen, um diesen Namen tragen zu dürfen, ihn zu ehren und zu verbreiten und natürlich auch, um geschützt und abgesichert sein zu können.

Wenn ich also an allen Weiterbildungswochenenden teilgenommen habe, wenn ich in einem Geburtsvorbereitungskurs und einer Still-Gruppe hospitiert habe, wenn ich alle meine Bücher gelesen und ein Referat gehalten habe, wenn ich im Rahmen eines Praktikums ein paar Geburten miterlebt habe und eine Geburt als Doula begleitet habe, dann bin ich eine GfG Doula.

Meine Aufgabe sieht dann so aus:

Eine werdende Mama meldet sich bei mir, um mich als Doula zu buchen. Somit steht ihr ein Vor- und Nachgespräch zu, ausserdem 10 Tage um den Entbindungstermin meine Rufbereitschaft und meine vollständige Anwesenheit während der Geburt. Ob diese nun 30 Minuten oder 30 Stunden dauert. (Diese Tatsache finde ich am herausfordernsten und spannendsten, aber mein Mann ist auf meiner Seite und hält mir den Rücken frei.) Ich kann entscheiden, welche und wie viele Frauen ich annehme.

Die Kosten für die Doula übernimmt keine Krankenkasse, sondern die werdende Mama selbst. Am Info-Tag habe ich gelernt, dass sich Mamas immer öfter zur Babyparty eine Doula schenken lassen, anstelle von Babykleidung und Windeln.

Und das ist es.
Das ist die ganze Aufregung, um die ich in den letzten Monaten so herumgeschlichen bin.

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Es ist nicht ganz einfach.
Viel lesen und viel lernen.
Entscheidungen treffen. Praktikumsplätze finden.

Diese aufregenden Bereitschaftstage ohne Urlaub und Alkohol für mich, in denen jederzeit der Anruf „Das Baby kommt!“ kommen kann. Dann lasse ich alles stehen und liegen und weiß nicht wirklich, wann ich meine Familie wiedersehen kann.

Dann die Geburt.
Ich war noch nie bei einer anderen Geburt dabei. Aber ich habe drei Kinder entbunden und weiß, dass es ein Ausnahmezustand ist, in dem Minuten zu Stunden werden, in dem es Geräusche und Gerüche gibt, die es sonst nirgendwo gibt, ein Zustand voller Intimität, Schmerzen, Loslassen, Ausgeliefert sein und mit großen Emotionen.

Aber ich will das! Unbedingt.
Das ist das Wunder des Lebens.
Der allerschönste Moment. Kostbar. Einzigartig. Paare werden zu Eltern, die Zeit steht still und ein neues Leben ist da.

Quelle: pixabay

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Ihr glaubt nicht, wie viele Fragen es in meinem Kopf gibt!

Kann ich das schaffen?
Wo finde ich Praktikumsplätze?
Wer möchte mich schon mit zur Geburt nehmen?
Was werden die Hebammen sagen?
Werde ich im Weg stehen?
Werde ich helfen können?
Kann ich das schaffen?
Können wir das schaffen?
Kann ich Frauen helfen?
Was ist, wenn was passiert?
Kann ich das schaffen?

Ich gehe jeden Schritt nach dem nächsten.
Ich bin gespannt und aufgeregt.
Eine Doula macht nichts, eine Doula ist.
Ich kann sein.
Ich kann ermutigen.
Ich kann aushalten.
Ich kann zuhören.
Ich kann das schaffen!

Danke für eure große Begeisterung!
Danke für alles Mitfiebern und Mitfreuen!
Danke, dass ihr den Weg mitgeht.
Ich werde berichten und erzählen, was ich kann und darf.
Ihr seid mit dabei!

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Wenn ich groß bin, werde ich… (Teil I)

Ich bin Erzieherin. Und ich habe gern in dem Beruf gearbeitet. Aber mir war klar, dass ich damit aufhöre, wenn ich Kinder habe. Ich wollte und will voll für meine Kinder da sein, bis sie in einem guten Kita-Alter sind, was nach dem 3. Geburtstag beginnt, meiner Meinung nach.

Schon seit ein paar Jahren wurde dann die Lust auf meinen alten Beruf wieder ein bißchen größer, vor allem werden gute Erzieher überall so sehr gesucht. Ich hätte mir Ort und Zeit und Geld wahrscheinlich aussuchen können.. aber es hat nichts so richtig gepasst. Für ein paar Monate versuchte ich, in einem Büro zu arbeiten. Das war gut und abwechslungsreich für mich, aber nicht meine größte Leidenschaft. Und dann kam ja noch das dritte Kind.

Jetzt ist unser Lebensumstand und unser Familien-Alltag trotz aller Ungeplantheit aber sicher und absehbar geworden. Zumindest größtenteils. Und ich habe mich auf die Suche nach einem neuen bezahlten Job für mich gemacht. Möglichst von zuhause aus und ohne feste Arbeitszeiten. Und mit viel Geld. Man wird ja wohl noch träumen dürfen…

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Schon lange, lange hat mich die Hebammen-Situation in Deutschland beschäftigt. Ich habe keine Diskussionen und Entscheidungen verfolgt, war nicht auf Demos und habe selten Petitionen unterschreiben. Ich habe Janas Hebammenblog aus Berlin verfolgt, aber ich muss hier nichts verlinken, um euch zu sagen, wie traurig, ausweglos und sehr wohl auch lebensgefährlich diese Entwicklung inzwischen ist und weiter wird.

Dass Frauen mit positiven Schwangerschaftstest in der Hand zum Telefon greifen, jedoch keine Hebamme mehr im Umkreis finden, ist nicht okay.
Dass Frauen in der Schwangerschaft bei Fragen und Sorgen keine fachliche, ermutigende Unterstützung haben, ist nicht okay.
Dass Gebärende im Kreissaal alleine gelassen werden, wo Unsicherheit und Angst eine Geburt nicht gerade beschleunigen, ist unmöglich.
Dass eine Drittgebärende sich überlegen muss, ob sie sich eine Hebamme sucht, auf die Gefahr hin, dass sie diese einer Erstgebärenden „wegnimmt“, ist unglaublich.
Dass Babys in ländlicheren Gegenden immer öfter in Privat-Fahrzeugen, Taxis und Krankenwagen zur Welt kommen müssen, ist sehr schade.
Dass Hebammen immer weniger Geburten machen können und immer mehr Schreibkram erledigen müssen, ist traurig.
Dass Hebammen fürchten müssen, bei Fehlern ihren Job und ihre Arbeitserlaubnis zu verlieren und gleichzeitig immer mehr müde und überarbeitet sind, ist traurig.
Dass der Beruf der Hebamme immer weiter wegrückt von dem, was er eigentlich mal war, macht mir das Herz schwer.

Für diese Beispiele musste ich nicht wild im Internet suchen und recherchieren… das ist leider Alltag geworden und um mich herum passiert. Diese Geschichten kommen von Freundinnen, von meiner Hebamme oder von Bloggermüttern, die ich lese.
Die Not ist groß.

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Diese beiden Gegebenheiten zusammenzubringen, kam mir lange nicht in den Kopf. Beziehungsweise habe ich kurz mit dem Gedanken gespielt, Hebamme zu werden… ich hab mich auch richtig damit beschäftigt. Aber für eine lange Ausbildung fehlt mir gerade Zeit und Kraft. Für ein Studium fehlt mir das Abitur. So richtig passte das auch nicht zu unserer Familie, unseren Plänen.. Und irgendwie fühlte sich das nicht richtig an, blind eine Lücke zu füllen, nur weil ich Not sehe.

Das Thema ließ mich aber nicht los.
Ich liebe es, Geburtsberichte zu lesen, zu hören, zu erzählen. Auch mit Fotos und allem drum und dran. Und dass mein Herz seit Jahren für Frauen und Mütter schlägt, passt auch in diese Richtung. Also habe ich mich weiter auf die Suche gemacht.

Ich sah mir die verschiedenen Berufsbezeichnungen an, die es für die Bereiche „Baby und Geburt“ gibt: Hebamme, Amme, Beleghebamme, Midwife, Doula, Geburtshelferin, Stillberaterin, Mütterpflegerin, Wochenbettpflegerin, Familienhilfe… Aus Büchern und Berichten kannte ich einige der Berufe aus Amerika und mir fiel ein, dass eine Freundin in Kanada Doula ist. Ich sprach mit anderen Müttern und stellte fest, dass es die Doula auch in Deutschland gibt. Und ich vertiefte meine Suche in diese Richtung.

„Eine Doula (von altgriechisch δούλη (doúlē) „Dienerin“, „Sklavin“, „Magd“) ist eine Frau, die einer werdenden Mutter vor, während und nach der Geburt als emotionale und physische Begleiterin zur Seite steht. Sie versteht sich als Schwangerschafts-, Geburts- und Wochenbettbegleiterin.“ – Wikipedia

Und das war es!
Das wollte ich. Unbedingt.
Ich fand hilfreiche Internetseiten. Ich fand wunderschöne Berichte, Videos, Fotos. Ich fand andere Doulas aus Deutschland bei Instagram und bombardierte sie mit Fragen. Schnell fand ich heraus, dass es dazu Weiterbildungen in überschaubarer Länge in Berlin gibt. Und ich wollte das!

Das alles war Ende letzten Sommers.
Ich redete nicht viel darüber, weil ich mir erst absolut sicher sein wollte und weil das kein Beruf ist, den man mal eben so schnell macht. Aber meine Leidenschaft war geweckt. Und mein Mann unterstützte mich dabei. Ich stellte es mir so schön vor, mit frischen Mamas und neuen Babys zu „arbeiten“, vielleicht eher im Wochenbett als zur Geburt, solange meine eigenen Kinder noch klein waren.

Den Infotag am 24. Februar hatte ich mir fest gespeichert und in den Monaten bis dahin wurde der Gedanke an diese Weiterbildung mal schwächer, dann wieder stärker. Zweifel kamen und gingen. Ich weihte ab und zu eine Freundin in meine Pläne ein und die erste Frage war immer: „Duu– was? Doula? Was ist das??“

Anfang des Jahres dachte ich einen Gedanken, vielleicht als Gebet, dass ich gern ein Zeichen hätte, um mir wirklich sicher zu sein. An diesem Tag war ich mit meinem Mann im Kino. Wir sahen Teil 3, den Abschluss-Film von Pitch Perfect. Es geht um Collage-Mädels, die leidenschaftlich gern a capella singen, ihre Höhen und Tiefen haben und alle nicht so richtig den Abschluss vom Collage in „das richtige Leben“ schaffen. Teil 1 und 2 habe ich schon mehrmals gesehen.
In Teil 3 sitzen sie, wieder mal, zusammen und teilen ihre Pläne. Die Anführerin Aubrey sagt sowas wie: „Ach, ich weiß nicht.. vielleicht werde ich Doula. Das ist ein Baby-Coach. Ich sage dann ‚Hallo Baby! Komm raus, es ist gar nicht schwer!‘ “
Und ich konnte nicht glauben, was ich da gehört hatte.
Ich mache jetzt meine Entscheidung nicht wirklich von einem albernen, aber sehr lustigen Mädchen-Film abhängig. Aber dieses Wort, das kein Mensch kennt und je gehört hat, kommt an dem Tag meiner Frage nach einem Zeichen in diesem Film vor? Also echt. Gott hat Humor!

Wenn ich dann Freundinnen näher erklärte, was es mit der Doula auf sich hat, wurde mir sofort bestätigt, dass das total zu mir passen würde. Und voller Mut und Abenteuerlust fuhr ich Ende Februar zur Info-Veranstaltung.

Und damit geht’s weiter im nächsten Blog-Eintrag.

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