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papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

Auf dem Weg zur Doula

Mein Kreißsaal-Praktikum ist beendet!
Ich habe es geschafft!
Von allen Teilen der Weiterbildung zur GfG-Doula war das mit der größte, neuste, aufregendste Teil für mich… und nun ist dieser Teil abgehakt und auch die Weiterbildung ist schon fast zuende.

Es ist unglaublich, oder?
Was habe ich mir im Vorfeld für Sorgen und Gedanken gemacht und Fragen gestellt!

(Gefunden bei den Langhaarmädchen)

Und jetzt bin ich weiter unterwegs als Doula.
Sicherer und überzeugter und leidenschaftlicher als vorher!

Ich habe euch erzählt, dass mich die ersten Tage im Praktikum verunsichert und überrollt und erschlagen haben – und so ging es auch weiter. Es gab viele Momente, in denen ich lernen konnte, über die ich nachdenken muss und die für immer in meinem Herzen bleiben werden.

Und wenn ich an den ersten Tagen noch ruhig staunend dem Kreißsaal-Wusel zusah und mich gefragt habe: „Wo soll denn hier noch eine Doula Platz finden???“ – so bin ich an den letzten Tagen wild entschlossen und mit dem Herz auf der Zunge zuhause angekommen und habe meinen Mann und Freundinnen und das Internet mit meinen Gedanken überrollt – und es hat Sinn gemacht!
Die Gefühle, die schon lange in meinem Herzen waren, haben plötzlich zu den Gedanken in meinem Kopf gepasst.

Plötzlich hatte ich nicht nur meine drei eigenen easy-peasy Geburten, bei denen ich eben einfach „Glück“ oder was auch immer hatte.
Ich habe lange und schwere Geburten gesehen.
Ich habe gesehen, wie die Gebärende sich bewegt, wie sie guckt und stöhnt.
Ich habe gesehen, wie die Hebammen beobachten und reagieren und begründen.

Und ich konnte mir plötzlich sehr gut vorstellen, wo dort eine Doula hingehört!

Ich bin nämlich mehr denn je überzeugt, dass eine natürliche Geburt möglich ist! Natürlich bedeutet: Ohne ständige vaginale Untersuchungen, ohne Wehentropf!, ohne CTG, ohne Kreißsaal-Bett, ohne Druck auf den Bauch, ohne Zeitdruck, ohne Schmerzmittel.

Das ist fast unvorstellbar – aber ich glaube fest daran, dass das nicht nur möglich, sondern auch gut und gesund für die werdende Mama und das Baby ist!

Ich möchte ganz deutlich sagen, dass ich den Wehentropf und den Kaiserschnitt und die PDA und und und weder verteufele noch ablehne. Oh nein! Sie retten Leben und dafür bin ich sehr dankbar.

Ich bin aber durch meine Beobachtungen und durch viele Gespräche über Geburt zu der Erkenntnis gekommen, dass sehr viele Frauen sehr wohl ohne alles gebären würden und könnten  – und auch sehr gern wöllten! …aber dass sie einfach nicht laut genug sind oder einfach nicht gehört werden.

Es ist nämlich so, dass zu einer Geburt in Deutschland Hebammen gehören müssen. Und auch die Frauen möchte ich auf keinen Fall ablehnen oder verteufeln!
Wenn ich mich zuerst über gewisse Entscheidungen gewundert oder geärgert habe, so sehe ich jetzt mehr einen Hintergrund.

Hinter mancher Entscheidung steht eben große Verantwortung, Zeitdruck, irgendwelche Leitlinien, der Chef, Moral und Ethik und überhaupt das Gesetz! Und dem können/dürfen Hebammen sich nicht ohne weiteres widersetzen, denke ich. Und das ist schwer.

Noch immer verstehe ich nicht alles und ich denke immernoch ehrlicherweise, dass zu manch einer Entscheidung sehr wohl Bequemlichkeit, Langeweile, fehlende Erfahrung oder Lust und Laune und was auch immer gehört hat. Es ist für Hebammen irgendwie eine Routine, Kindern auf die Welt zu helfen.

Und jetzt kommt’s:

Wir Frauen, ihr Frauen, du Gebärende, du darfst nämlich entscheiden, wie deine Geburt verläuft! Du darfst so viel selbstbestimmt entscheiden, ich wette, das wusstest du gar nicht!

Ich wusste das auch nicht.
Ich kam als Erstgebärende überhaupt gar nicht aus dem medizinischen Bereich und habe mich sofort klein gemacht und untergeordnet. Ich habe am Ende, als die Geburt fast im Schlafzimmer passierte, immernoch der Hebamme mehr vertraut, als meinem eigenen Körper!

Du darfst dich wehren.
Du darfst mitreden.
Du darfst entscheiden.
Du darfst Fragen stellen.

Das Kreißsaal-Personal wirkt vielleicht dominant und bestimmt. Und das ist auch verständlich, wenn es so 500-1000 Kindern auf die Welt geholfen hat.. und du kommst da mit deinem ersten Baby und willst mitreden?

Ja, das darfst du.
Und das sollst du!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Hebammen nicht wirklich vor einer Entscheidung direkt nachfragen. Sehr geschickt werfen sie einfach ein „Wenn sich bald nichts verändert, dann stelle ich einfach mal den Wehentropf an, ja?“ in den Raum. „Wir probieren jetzt nochmal diese Position.“ Und welche wehende Mama traut sich dann, nachzufragen oder sogar abzulehnen?

Ich verstehe das!
Ich hätte schwören können, zwei meiner Kinder ohne alles geboren zu haben. Und dann habe ich mir die Geburtberichte der Klinik zuschicken lassen (das dürft ihr übrigens auch!) und dann las ich da sehr interessante Sachen, von denen ich nichts (mehr) wusste. Das passiert einfach so. Schwuppsdiwupps, da kommen plötzlich mehr oder weniger Wehen… einfach so?

Natürlich möchte die Hebamme nur dein und mein Bestes. Davon gehe ich aus. Aber.. sie hat auch einen Zeitplan und einen Ablauf im Kopf. Und vielleicht passt meine oder deine Geburt da eben nicht rein? Und das ist nicht schlimm. Aber vielleicht nicht „normal“ oder „durchschnittlich“ genug.

Ich verstehe sehr gut, dass eine Gebärende unter der Geburt nicht in dem Zustand ist, Entscheidungen zu treffen oder zu diskutieren. Das war ich auch nicht. Und mein Mann auch nicht. Wir hatten vorher nicht drüber geredet und ich wusste nicht, auf was ich hätte achten können oder müssen.

Und da ist mein Platz als Doula.

Als Doula habe ich dich bereits in der Schwangerschaft kennengelernt und mir genau angehört, wie du dir deine Geburt wünschst. Ich habe dich gefragt, was für dich okay wäre – und was überhaupt nicht geht. Ich frage auch, ob du Massagen oder lieber einen kalten Lappen haben möchtest – ob du mich zum Hand halten oder zum Mitatmen brauchst.

Und dann, im Kreißsaal, bin ich nämlich wach und aufmerksam und sehe dich und die Geburt von aussen zu – und bin aber ganz bei dir. Ich erinnere dich an deine Kraft und an deine Wünsche. Ich helfe dir, bei dir zu bleiben, dich nicht ablenken oder verunsichern zu lassen.

Und das ist es, was ich gebraucht hätte, was vielen Frauen gut getan hätte und gut tun würde.

Eine Stimme, die dich an deine eigene Stimme erinnert.
Jemand, der dich bemuttert, wenn alle nur deine Rolle als werdende Mutter sehen.
Eine Hand, die da bleibt und den Raum nicht verlässt.

****

Sehr berührend und interessant fand ich ein Video, das ich vorgestern entdeckt habe.
Ich konnte kaum glauben, wie diese Geburt zu meinen Gedanken passte:

Der tägliche Beweis für Grossartigkeit

(Nicht jede Geburt ohne Hilfsmittel ist lang und schwer.)

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Ich bin selbst etwas überrascht, wie viele Sätze jetzt in so kurzer Zeit aus meinem Kopf in den Blog geschossen sind… aber ich sagte ja: Mein Herz und mein Kopf haben sich gefunden.

Bitte teilt den Bericht oder meine Seite.
Nicht um meinetwillen, sondern für die werdenden Mütter.

Und wenn du gerade schwanger bist oder eine schwangere Freundin kennst:
Ich würde dich sehr gern zu deiner Geburt begleiten, wenn du das möchtest.

Über die Konditionen können wir jetzt noch reden, solange ich in der Weiterbildung bin. Auch über Geburten, die ich als Praktikantin ansehen und miterleben kann, freue ich mich sehr!

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Kreißsaal-Gedanken

Die erste Woche vom Praktikum im Kreißsaal ist fast vorbei.

Mein Leben ist voll geworden.
Jeder Tag ist voll.
Mein Kopf ist voll.
Mein Herz ist voll.

Ich vernachlässige meine Kinder, aber sie haben Ferien und viel Zeit mit Papa.
Ich vernachlässige meinen Haushalt, wie noch nie! Aber am Dienstag habe ich 4 Stunden die Kinderzimmer aufgeräumt!
Ich vernachlässige meinen Garten – da war ich seit Tagen nicht! Möchte jemand Laub harken?
Ich vernachlässige meinen Mann, der mich so lieb unterstützt.
Ich vernachlässige Freundschaften.
Ich vernachlässige mein Internet-Leben. Das merkt ihr ja. Sogar die 1000 Fragen habe ich vergessen…
Ich versuche, meinen Schlaf nicht zu vernachlässigen! Seit Tagen versuche ich, früher ins Bett zu gehen und sei Tagen verlasse ich das Haus vor 6:00 Uhr.

Ich habe großen Respekt vor Müttern im Schichtdienst. Ich könnte das nicht! Und ich möchte das auch nicht. Bald ist es vorbei. Und ich bin noch viel mehr dankbar, dass ich „Hausfrau“ sein darf!

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So… mit dem Inhalt meiner Gedanken könnte ich sofort ein dickes Buch füllen! Aber diese Gedanken sind nicht sortiert. Und nicht verarbeitet. Und nicht zuende gedacht.

Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Praktikum so emotional aufwühlend ist. Und damit meine ich nicht, dass ich jedesmal vor Freude weinen könnte, wenn ein neues Baby geboren wurde… Ich kann gar nicht genau beschreiben, was es genau ist, das mich da so aufwühlt.

Teilweise darf ich nicht schreiben, was ich erlebt habe. Teilweise möchte ich das nicht. Ihr seid teilweise Mütter, teilweise auch nicht. Vielleicht wollt ihr noch Mutter werden. Vielleicht fandet ihr die Geburt eures Kindes wunderschön. Vielleicht auch nicht.

Ich habe viel gesehen und gehört und ich bin so dankbar dafür!
Ich hab schöne Geburten erlebt.
Es gibt wirklich nicht vieles auf der Welt, das schöner und besonderer ist, als die Geburt eines Babys! Nein, …vielleicht ist es sogar das Schönste auf der Welt!

Und:
Ich habe daran gezweifelt, Doula zu werden. Oh ja. Es gibt Erlebnisse der letzten Tage, die ich lange, lange nicht losgeworden bin. Es gab Momente, in denen ich mich hinsetzen oder den Raum verlassen musste, weil mir sonst schlecht geworden wäre. Es gab Momente, in denen ich meine Tränen wegblinzeln musste. Ich habe merkwürdige und verletzende Reaktionen auf den Satz „Ich werde Doula.“ zurück bekommen. Und ich habe mich gefragt, ob meine schöne Baby-Theorie nicht nicht weiter von der Praxis entfernt ist, als ich befürchtet habe.

Es gibt Hebammen und Krankenschwestern, die sich Zeit nehmen, die liebevoll und einfühlsam sind und die eine Geburt als das behandeln, was sie ist: Das Wunder des Lebens!

Aber leider ist der Alltag wenig wunder-voll.

Ja, ich weiß.. ich bin neu in dem Bereich und nicht umsonst gibt es so viele Dokus und Serien über den Krankenhaus-Alltag. Das ist eben speziell und für einen Neuling kann das ein ganz schöner Schock sein.
Ich weiß, dass Hebammen und Ärzte gesucht werden und dass es große Probleme im deutschen Gesundheitswesen gibt. Oh ja. Ich sehe, wie die Schreib-Arbeit immer mehr wird und die Arbeit am Mensch wegfällt. Ich sehe, wie gemein und autoritär Kollegen sein können.. die vielleicht auch einfach nur überfordert und enttäuscht sind.
Ich sehe, wie die katastrophalen Zustände eine Last auf den Schultern des Personals sind. Und wie „oben“ Entscheidungen getroffen werden, mit denen man „unten“ dann einfach leben muss. Und die Fröhlichkeit leidet. Das Gehalt leidet. Und die Gesundheit leidet.

Ich möchte wirklich nicht, dass du dich persönlich angegriffen fühlst, wenn du im Krankenhaus arbeitest! Vielleicht bist du Hebamme oder Geburtshelfer? Ich würde mich über dein Statement freuen!

Ja, es sind bis jetzt nur 4 Tage in einem Krankenhaus, die ich erlebt habe. Aber ich würde leider behaupten, woanders ist es ähnlich…

****

Diese Hebammen, mit denen ich zusammen arbeite, haben so viel Erfahrung! Sie haben über 1000 Entbindungen begleitet und arbeiten länger im Kreißsaal, als ich alt bin.
Sie können Risiken einschätzen.
Sie können die Dauer der Geburt einschätzen.
Sie können anhand von Geräuschen schon Diagnosen stellen.

Sie erleben in dem Kreißsaal ungefähr knapp 500 Geburten im Jahr. Und es gibt Tage, an denen stundenlang nichts (NICHTS!) passiert. Das habe ich auch erlebt.
Eine Hebamme hat allein Dienst und aller Wahrscheinlichkeit nach kann sie die Gebärende allein betreuen. Jeder Handgriff sitzt. Sie kennen blind den Inhalt der 20 Schranktüren.

Als ich neben diesen Frauen stand, die absolut sicher ihren Job machen und sich weder von Geräuschen noch Gerüchen, nicht von nervösen Vätern, nicht von Wind und Wetter ablenken lassen, dachte ich: Hier werden keine Doulas gebraucht.

Aber… fast an jedem Tag kommen Eltern in den Kreißsaal, die zum ersten und vielleicht einzigen Mal ein Baby bekommen! Sie haben Sorge. Und Ängste. Und Fragen. Und Schmerzen.

Warum können wir sie nicht so einzigartig behandeln?

Natürlich ging es schon 1000 Frauen vor ihnen so!
Und natürlich werden auch sie das überleben!
Und natürlich wird das Kind irgendwie da raus kommen.
Aber das ist es nicht, was sie unter der Geburt hören wollen!

Und sie wollen auch nicht hören:
„Das macht man eben so.“
„Dafür hab ich jetzt keine Zeit.“
„Das ist mir zu unbequem.“
„Damit kenne ich mich nicht aus.“
„Daran kann ich jetzt auch nichts ändern.“

In Gesprächen mit Hebammen habe ich habe diese Sätze gehört:

Der Kreißsaal ist mir zu eng. – Auf eine Wannengeburt hab ich keine Lust. – Das machen eben die meisten so. – Das ging jetzt nicht ohne Wehenmittel. – Wenn die Frau Angst hat, braucht sie eben mehr Schmerzmittel. – Beckenendlage kann nicht spontan geboren werden. – Ich kann ihr das Stillen jetzt nicht zeigen, die muss jetzt einfach warten. – Wir müssen die Frauen führen.

Und meine Meinung ist:
Das darf nicht nur ein Job sein!
Das darf keine Fließband-Arbeit werden.
Wir dürfen nicht abstumpfen.

„Jahaha“, lachen die müden, überarbeiteten, finanziell unter Druck gesetzten, in die Enge gedrängten Hebammen. Und ich glaube euch! Und es tut mir so leid!
Für euch. Und für die Schwangeren.

Aber, ich bin mal mutig und sage:
Wir Doulas können helfen!
Je mehr ich von Geburt lerne, desto sicherer bin ich mir.

Wir wollen nicht:

– den Hebammen die Arbeit klauen
– die Hebammen kontrollieren
– uns mit fremden Federn schmücken
– die neuen Heldinnen sein
– die Hebammen als kaltherzig darstellen
– möglichst viele frische Babys sehen

Ich bin überzeugt:

Eine Frau, die unter der Geburt nicht allein gelassen wird,
die ermutigt wird, die gelobt und bestärkt wird,
die angefeuert und bewundert wird,
die in ihren Schmerzen ernst genommen wird,
die diese einzigartigen Momente sicher und frei fühlen und erleben darf,
die sich frei bewegen darf,
die selbst bestimmen darf,
die allein Entscheidungen treffen darf,

… diese Frau wird ein erfolgreiches Geburtserlebnis haben!

****

Ich weiß nicht, ob du verstehst, was ich meine.
Vielleicht geht es dir wie mir und du hattest schöne Geburten mit guter Begleitung. Dann herzlichen Glückwunsch!

Vielleicht bist du enttäuscht von deinem Geburtserlebnis und ich wühle mit dem Finger in deiner Wunde. Das tut mir leid! Vielleicht können wir darüber reden.

Vielleicht spürst du meine Leidenschaft und meine Gedanken hinter der Doula-Geschichte. Wenn du denkst, dass ich eine Hilfe sein kann, empfehl mich gerne weiter.
Ich kann nicht versichern, dass die Geburt mit einer Doula-Begleitung sicher, schmerzfrei und erfolgreich ausgeht. Aber ich bin mir sicher, dass die Frau stolz und voller Kraft diesen Moment erleben kann.

Es ist nicht egal, wie wir geboren werden!

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Kreißsaal-Praktikum: Tag 1

Wahrscheinlich werde ich nicht jeden Tag etwas schreiben können… aber mein Herz ist voll und auch für mich möchte ich ein paar Erinnerungen festhalten.

Zu meiner GfG-Weiterbildung gehört ein Kreißsaal-Praktikum.
Ich habe mich für die Herbstferien entschieden und habe für die 2 Wochen einen Platz gefunden.

Mein Frühdienst begann heute um 6:30 Uhr.

Die beiden großen Jungs wurden gestern spontan von Oma und Opa für ein paar Tage abgeholt. Zu dritt, mit Jari also, gingen wir kurz nach 22:00 Uhr ins Bett. Früh für uns, aber ich wollte am nächsten Morgen wach sein.

Jari hatte leider spät Mittagsschlaf gemacht und er hat sich irgendwie entschieden, genau an dem Abend sein zweites Wort zu lernen: Papa.
Während wir also versuchten, einzuschlafen, lag er im Mondschein hellwach und plapperte „Bop-paah. Bap-paaah.“ Immer wieder… Es war leider zu süß, um zu schimpfen.

Mein Wecker klingelte um 5:10 Uhr – und ich war wach.
Leise stand ich auf, trank einen Kaffee und packte Essen ein. Dann setzte ich mich ins Auto und fuhr los. – Ich fand einen Parkplatz, fand sogar allein den Weg in den Kreißsaal und suchte die Hebammen.

Es stellte sich heraus, dass sie nicht so richtig von mir wussten, aber sie hießen mich willkommen und zeigten mir kurz, wo ich mich umziehen konnte. Die Nachthebamme war kurz vor ihrem Dienst-Ende und ihr erster Satz zu mir war: „Aber jetzt schnell. Da macht sich gerade ein Baby auf den Weg.“

Mein erster Tag begann also mit einer schönen schnellen Geburt.
In den folgenden Stunden konnte ich einer tollen Hebamme hinterherlaufen, viel lernen und viele Fragen stellen. Ich lernte Akupunktur kennen, sah verschiedene Frauen zum CTG oder zur Kontrolle kommen und unterhielt mich mit der Hebamme über ihren Beruf und das Krankenhaus.

Es war ein sehr freundlicher, angenehmer Start und ich freue mich auf die nächsten Tage!

Ungefähr 15:30 Uhr war ich zuhause und bat gleich um einen Herbstspaziergang mit Jari und meinem Mann. Ich konnte reden und genießen – und ich bin sehr dankbar für diesen Tag!

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Doula: Meine erste Rufbereitschaft

Im Sommer mal fragte mich eine Freundin (die meine Entscheidung, Doula zu werden, auf dem Blog verfolgt hatte), ob ich Lust hätte, bei ihrer Geburt dabei zu sein. – Und natürlich wollte ich!!

Die Freundin L. ist selbst daran interessiert, vielleicht Doula zu werden und wollte gern helfen, dass dieser Begriff bekannt gemacht wird. Sie erwartete das 3. Kind und der Termin war Ende September. Mit ihrem Mann hatte sie besprochen, dass es okay für beide wäre, wenn ich dabei bin. Das war mir wichtig. Ich besprach mit ihr, wie und wo sie sich die Geburt vorstellte und was meine Rolle sein könnte.

Sie plante, im Geburtshaus ihr Kind zu bekommen. Wir besprachen, dass ich eher als Praktikantin im Hintergrund zugucken könnte, weil die Hebamme(n) sowieso nur für sie in Rufbereitschaft – und unter der Geburt nur für sie da sein würden. Als Doula werde ich die Frauen wahrscheinlich größtenteils ins Krankenhaus begleiten.

Wir blieben locker in Kontakt und Anfang September besuchte ich sie, ihren Mann und die zwei Töchter am östlichen Rand Berlins. (Ob das dritte Baby ein Mädchen oder ein Junge war, wollten die beiden nicht vor der Geburt wissen.) Ich war eine gute Stunde mit dem Auto unterwegs und ahnte ungefähr, auf was ich mich einstellen konnte. Noch dazu waren die ersten beiden Geburten eher schnell gegangen und L. rechnete damit, dass es, wie bei den anderen Geburten, wieder früher losgehen würde…

Ich nahm sie als eine sehr entspannte und optimistische Schwangere wahr und so dachte sie auch über die bevorstehende Geburt. Natürlich mit Respekt und Unsicherheit, ob alles gut gehen würde.. aber auch mit realistischen Vorstellungen, wenig Scheu und viel Offenheit.

Weil ich ja der Rufbereitschaft ohne zu zögern zugesagt hatte, hatte ich natürlich nicht auf die Termine meiner Familie geachtet. Ich besprach mit L., dass ich im allerallergrößten Notfall absagen würde, sollte ich wirklich verhindert sein oder es nicht rechtzeitig schaffen. Das würde ich als Doula natürlich nicht tun. Ich würde einer Schwangeren erst zusagen, wenn ich die 20 Tage Rufbereitschaft wirklich sicher zusagen kann.

Und so stellte ich mich ungefähr ab dem 10. September auf meine erste Rufbereitschaft ein.

Ich hatte das Handy immer bei mir. Immer!
Wenn ich vorher gedacht hatte, ich war oft am Handy.. nein, war ich nicht!
Nachts ließ ich den Vibrationsalarm an, später auch den Ton. Tagsüber hatte ich unterwegs immer einen extra Charger und mindestens ein Kabel dabei, weil mein Handy gerne so ab 40% Akkustand einfach abschaltet.

Wir hängten eine neue Tafel in die Küche, auf die wir beide alle unsere Termine für eine Woche schrieben, weil mein Mann jederzeit bereit sein wollte, alles zu übernehmen. Überhaupt verabredeten wir wenig Termine, die eine lange Autofahrt oder viel Organisation mit sich bringen würden. Ich ging nicht, wie geplant, mit den Jungs ins Schwimmbad, weil ich dort natürlich nicht erreichbar sein würde.

Ich hoffte, das Auto für die Fahrt nehmen zu können und sah mir nur kurz den Weg mit der Bahn an. Das Auto war vollgetankt und ich bat meinen Mann, schnell zu reagieren, sollte ich ihn von irgendwo nachhause rufen müssen.

Ich hatte immer ein paar dicke Socken dabei, die ich im Geburtshaus tragen wollte.
Trotz allem war ich entspannter, als ich dachte. Die Tage mit wenig Terminen waren natürlich für uns als Familie auch ruhiger und überraschend angenehm.

Ich verzichtete auf Alkohol und sagte bei Verabredungen oder Elternabenden manchmal kurz Bescheid, dass es sein könnte, ich müsste schnell verschwinden. Allerdings wollte ich auch niemanden beunruhigen oder verrückt machen – ich konnte ja selbst nicht genau sagen, was passieren würde. Die Reaktionen auf meine Vorwarnungen waren sehr interessant – es kommt ja nicht oft vor, dass jemand in Rufbereitschaft für eine andere Geburt geht.

Insgesamt empfand ich das Warten oder jederzeit-bereit-sein übrigens ein bißchen so, wie in meinen eigenen drei Schwangerschaften. Es war ein Warten auf einen Tag und eine Tageszeit, die nicht vorhersehbar war und dazu das Wissen, dass es dann jederzeit schnell losgehen könnte. So spannend!

In einigen Situationen hoffte ich wirklich, es möge nicht soweit sein.
Bei Treffen mit Freundinnen, bei denen ich die Verantwortung für das Programm hatte.
Beim Sport zuhause mit DVD, wo ich völlig nassgeschwitzt und fertig am Boden lag.
Am Ende eines sehr langen Tages.
Im Berliner Feierabendverkehr.
Mitten beim Sommerfest.
Oder eines abends, als mir mein Mann sagte, er müsse morgen früh um 6 Uhr mit dem Auto nach Hamburg fahren, etwas abholen und würde dann wieder nachhause kommen. An dem Tag war ich wirklich angespannt und war kurz davor, Nachbarn einzuweihen. Und Freunde von uns gaben mir ihren Ersatz-Autoschlüssel für den Notfall.

Aber alles ging gut und die Schwangerschaft von L. verlief weiter ruhig.
Ich schaffte sogar drei Elternabende, glaube ich. Ein Vorstellungsgespräch und Arzttermine.
Je näher der Termin kam, desto unruhiger wurde ich, nur ein bißchen. Ich verabredete mich noch weniger und sagte meinem Mann mehrmals am Tag: „Sei erreichbar. Komm schnell zurück. Es kann jederzeit losgehen.“ Ich verschob Termine auf später, weil ja dann „das Baby sicher längst da sein würde“…
Freunde und Familie fragten immer wieder: „Ist das Baby schon da?“

Aber der Termin kam.. und ging. Und nichts passierte.
Dass L. selbst ruhig und gelassen blieb, war sehr gut.
Ich hatte inzwischen fast gar keine Termine mehr und war ruhig und vorbereitet.
Eine ganze Woche später schrieb sie mir: „Meine Hebamme war heute morgen da und hat mich akupunktiert. Mal gucken.“

Und in dieser Nacht klingelte mein Telefon.
Ich war überrascht, dass ich das gehört hatte, denn von Benachrichtigungen und anderen Tönen am Handy war ich nie wirklich aufgewacht…
Es war 2:00 Uhr.
L. war dran und sagte mir ganz ruhig, dass sie sich mit den Hebammen um 3:00 Uhr im Geburtshaus verabredet hätten. Ich sagte leise: „Yeah, das kann ich auch schaffen.“ und wir legten auf.

Mein Mann hatte im Halbschlaf das Telefonat mitbekommen und drückte nur kurz meine Hand. Es war Sonntag Nacht und das sollte einer der wenigen Sonntage im Jahr sein, in denen wir beide keine Aufgaben im Gottesdienst hatten. Wie perfekt!

Ich stand auf. Ich war ruhig und sicher, dass ich es gut schaffen würde – aber auch sehr aufgeregt. Nicht richtig aufgeregt, eher so hibbelig und leicht verwirrt. „Ich brauche eine Hose. Welche Hose ziehe ich denn zu einer Geburt an, die nicht meine ist? Welche Hose?? Und wo sind überhaupt meine Hosen?“

Im Bad überlegte ich, wie und ob ich mich kämmen und schminken sollte. Diese Dinge kann man echt nicht um 2:00 nachts entscheiden – wenn ein Baby auf die Welt kommen möchte!
Ich zog mich an, packte meine Tasche mit den Socken ein, suchte mir schnell kleine Snacks und eine Flasche Wasser zusammen, ging nochmal aufs Klo und verließ das Haus. Einen Kaffee trank ich nicht, denn wenn ich einen getrunken hätte, wäre mir sicherlich das Herz durchgedreht.

Durch eine kalte dunkle Nacht lief ich zum Auto. Ich war müde, aber ich hätte vor Freude und Vorfreude auch schreien und hüpfen können! Wie aufregend ist denn das! Ein neues Baby wird geboren und ich darf dabei sein und ich bin nicht die, die das Kind zur Welt bringen muss!! Könnt ihr das verstehen?

Ich stellte das Navi ein mit dem Standpunkt, den ich extra gespeichert hatte, als ich damals mit L. zum Geburtshaus gefahren war. Einmal vorher den Ort und die Parkmöglichkeiten ansehen, war eine sehr gute Idee.

Ich fuhr durch die leeren Straßen, machte das Radio mal an, mal aus und befand mich immernoch irgendwie in einem Ausnahmezustand.
Über die Geburt an sich hatte ich noch gar nicht nachgedacht. Es gab nichts, auf das ich mich hätte vorbereiten können. Es gibt wenig Hilfsmittel für Doulas außer ihres Seins und ich wusste, dass L. im Geburtshaus gut versorgt sein würde. Ich wollte, wie eben eine Doula, einfach da sein.

Einmal verfuhr ich mich auf der Autobahn, aber ich kam an, fand einen guten Parkplatz und war um 3:09 da. Ich rief den Mann von L. auf dem Handy an und er öffnete mir die Tür. Mir fiel sofort die sehr warme und ruhige Stimmung auf. Dieses „Hier wird bald ein neuer Mensch geboren“-Gefühl war immer wieder unglaublich und ordentlich aufputschend für mich.

Im Geburtszimmer saß L. auf dem Boden am CTG. Ich begrüßte sie und stellte mich den beiden Hebammen vor. Zu fünft saßen wir auf dem Boden und unterhielten uns leise. Die Atmosphäre war perfekt. Es leuchteten kleine Lichter und bis auf die CTG-Geräusche war nichts zu hören. Dass CTG war nur für die Aufnahme wichtig und wurde nach wenigen Minuten abgestellt.

Ich werde nicht zu ausführlich über die Geburt schreiben und für das, was ich schreibe, habe ich die Erlaubnis des Paares.

Es war eine perfekte Geburt!
Die Hebammen waren da, wenn sie gebraucht wurden. Sie haben ruhig und leise das erledigt, was erledigt werden musste und waren sonst nahezu unsichtbar. Die leitende Hebamme hatte selbst an dem Tag Geburtstag und war sehr gut drauf. Für mich war sie fast ein bißchen zu aufgedreht und lustig – aber ich war ja auch nicht ihre Gebärende.

Der Mann kümmerte sich um leise Hintergrund-Musik, brachte seiner Frau Getränke, wenn sie wollte und in den Wehenpausen las er uns Witze vor.
Kommt eine Schwangere zum Bäcker.
Sagt sie: „Ich bekomme ein Brot.“
Sagt der Bäcker: „Sachen gibt’s…“

Überhaupt war die Stimmung einfach locker, angenehm und doch auch ehrfürchtig vor der Schwangeren und dem neuen Leben.

L. machte das so gut!
Für mich wirkte sie wie eine Göttin. Sie bewegte sich und atmete wunderbar, wie es ihr half und wie es passte. Wenn eine Wehe kam, kniete sie sich vor das Bett, ihr Mann massierte ihr den Rücken.

Die Geburt ging Stück für Stück voran und die Hebamme konnte an verschiedenen Merkmalen sehr gut erkennen, wie weit es war. Ab und zu fragte ich nach und sie erklärte es mir.

L. war ganz in ihrer Welt und entschied sicher und selbstbestimmt, wann es Zeit für die Toilette, für den Gymnastikball, für einen Schluck Wasser oder andere Kleidung war. Und so sollte es sein: Die Gebärende spricht oder guckt einfach nur – und die anderen Anwesenden kümmern sich. Ich war fasziniert!

Immer wieder wurde ich durch Geräusche oder Bewegungen der Gebärenden an meine Geburten und an Gefühle oder Schmerzen erinnert und war begeistert, wie gut L. das alles geschafft hat und wie sicher und tapfer sie war. Immer mehr verschwand sie „in ihre Welt“, immer kürzer wurden die Pausen und intensiver die Atmung und gleichzeitig wurden die Hebammen etwas geschäftiger und bereiteten sich auf die Geburt vor.

Und dann, um 6:09 Uhr, wurde ein wunderschönes Mädchen geboren.

Dieser Satz ist so schrecklich platt für das, was er bedeutet!
Ein Baby wurde geboren!
Meine Güte!
Es war so lange im Bauch und dann lag es da plötzlich und machte erste Geräusche. Es ist doch ein Wunder! Und ich durfte dabei sein und das mit erleben!!

Die Mama zog nach ein paar Minuten mit Baby ins Bett um, die Hebammen räumten blitzschnell auf, wieder leise und fast unsichtbar. Das indirekte Licht blieb weiter angenehm, die Stimmung war so zauberhaft. Ich konnte nicht aufhören, die beiden anzusehen.

Als das Baby angefangen hatte, zu trinken, der Papa die Kamera und die Autoschale geholt hatte und im Raum Ruhe eingekehrt war, verabschiedete ich mich. Der Tag fing gerade an, die Sonne ging auf und ich wollte eigentlich ein schönes erstes Doula-Selfie-Foto vor dem Geburtshaus machen, aber das hab ich natürlich im Adrenalin-Rausch vergessen…

Mit der aufgehenden Sonne fuhr ich quer durch Berlin nachhause und konnte mein Glück kaum fassen. Diese leeren Straße, ein ruhiger wunderschöner bunter Sonntagmorgen und das Erlebnis einer Geburt in meinem Kopf!

Gegen 7:30 Uhr kam ich zuhause an, meine Männer schliefen alle noch. Ich legte mich aufs Sofa und schlief noch zwei Stunden, bis die Kinder runterkamen. Sie hatten gar nicht gemerkt, dass ich weggewesen war. Und mein Mann sagte: „Na, wenn das so entspannt ist, kannst du das jede Nacht machen!“

Zusammen besuchten wir den Gottesdienst und fuhren am Nachmittag sogar noch zum Potsdamer Platz, um ein Eis zu essen und die schöne Sonne zu genießen. Ich wollte unbedingt draussen sein, denn zuhause wäre ich sicher eingeschlafen und nicht mehr hochgekommen.

Das war meine allererste Doula-Geburt und ich bin überglücklich über dieses Erlebnis. Es ist ein Wunder! Und es ist genau das, was ich machen möchte! Wie wunderschön wäre es, wenn jede Frau so sicher und entspannt ihr Baby auf die Welt bringen könnte?

*****

Und für euch, die ihr bis hier gelesen habt, gibt es eine ganz besondere Überraschung!
Heute, am 18.10.18, sind im Freundeskreis zwei neue Babys geboren – ein Junge und ein Mädchen! Und passend dazu möchte ich etwas verkünden…

Sozusagen die Geburt eines neuen Babys:

Doula Marit

Ihr seid die ersten, die allerersten, die mit mir die Geburt „meines“ Babys feiern können!

Und ich bin so glücklich und stolz und aufgeregt und dankbar!

Mein liebster Mann, der mich sowieso während der ganzen Weiterbildung so gut unterstützt und mich immer wieder ermutig, diesen Weg zu gehen, hat mir diese Website und Visitenkarten gezaubert.

Es kann jetzt wirklich losgehen!

Helft mir gerne beim Verbreiten, ihr findet mich auf Facebook und Instagram.
Erzählt von mir, fragt nach, wenn ihr was nicht versteht –
und seid ein Teil von positiven selbstbestimmten Geburten!

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Eine werdende Doula für werdende Mamas

Anfang dieses Jahres drehte sich alles in meinem Kopf um ein Thema:
Soll ich oder soll ich nicht?

Seitdem ich die Entscheidung für die Weiterbildung zur Doula bei der GfG Berlin getroffen habe, sind nicht alle Sorgen und Fragen verschwunden, es gibt noch Momente der Unsicherheit und der Überforderung.. aber meine Leidenschaft und Begeisterung sind stärker als vorher.
Nach jedem Weiterbildungs-Wochenende fahre ich mit noch mehr Papier, mit noch mehr Wissen, mit noch mehr Erfahrung nachhause – und bin erstmal platt!

Ich bin es nicht gewohnt, zwei Tage zu sitzen und zu hören.
Ich bin es nicht gewohnt, mich so viel mit dem Thema „Geburt“ zu beschäftigen.
Ich bin es nicht gewohnt, gleichzeitig so viel Verschiedenes zu empfinden.
Faszination.
Sehnsucht.
Erschrockenheit.
Begeisterung.
Staunen.
Sprachlosigkeit.
Dankbarkeit.

Immer, wenn ich den Seminar-Raum nach zwei Tagen verlasse, wenn ich mich in den Bus setze und durch Berlin fahre, wenn ich die 30 Minuten Ruhe genieße, bevor mich meine 4 Männer wieder anspringen, immer wenn ich das Gehörte aus zwei Tagen in mir sacken und wirken lasse, dann weiß ich:

Ich bin richtig!

Ich möchte so gern eine Doula sein, Deine Doula sein.
Ich möchte Dich begleiten, wenn sich das Baby auf den Weg macht.
Ich möchte Deine Entscheidungen respektieren und den Weg mit Dir gehen, den Du wünschst.
Ich möchte Dich ermutigen, bei Dir bleiben, komme was wolle.
Ich möchte Deine Hand halten, Deinen Nacken massieren, Dich an Deine Stärke und Kraft erinnern, wenn Dir das schwer fällt.
Ich möchte Dir beim Atmen helfen.
Ich möchte Dir helfen, jede Wehe auszuhalten und diese Kraft anzunehmen, die Dich näher zu Deinem Baby bringt.

Gesellschaft für Geburtsvorbereitung –
Familienbildung und Frauengesundheit
Bundesverband e.V.

Dreimal haben wir angehenden Doulas uns bereits in Berlin getroffen. So tolle Frauen mit tollen Geschichten habe ich kennengelernt. Allein das hat mein Leben schon bereichert. Wir alle bringen immer ein bißchen von unserem Alltag, von unseren Sorgen und Freuden mit. Wir lachen zusammen, wir staunen zusammen, wir feiern unsere Erfolge und es fließen Tränen. Das hat uns schnell zu einer engen Gemeinschaft werden lassen.

Neben dem Wissen und der unglaublichen Erfahrung, die unsere Leiterin mit uns teilt, hält jede von uns einmal ein Referat zu einem ausgewählten Thema. Und wir teilen ausführlich unsere Geburtsberichte. Ich liebe es! Insgesamt 20 Kinder haben wir geboren und da gibt es viel zu erzählen.

Zu den 8 Wochenenden gehören verschieden Themen, die die Zeit vor, während und nach der Geburt betreffen. Schöne und schwere Themen. Jedes einzelne Thema ist so voll und tief und umfangreich. Jedes Thema beeinhaltet so viel Wunder, so viele Gefahren, so viel Intimität.

Manchmal kann ich nicht glauben, was uns die Leiterin erzählt. Manchmal möchte ich es gar nicht wahrhaben. Manchmal denke ich: In meiner heilen Welt gibt es das nicht.

Aber im Praktikum und später als Doula werde ich sehen und erleben, wie Geburt funktionieren kann. Ich freu mich drauf!

Im Sommer möchte ich viel lesen, ich möchte weiter nach einem Praktikumsplatz suchen, ich möchte in die Bücherei gehen, im Internet nach Michel Odont und Ina May Gaskin suchen und mir Geburtsvideos ansehen. Es ist und bleibt einfach so, dass mein Herz höher schlägt, dass ich dieses Thema liebe und dass ich jeder Frau wünsche, eine selbstbestimmte und wunder-volle Geburt zu erleben.

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In Kürze werde ich an einer Internet- und Facebook-Seite arbeiten, um mehr Infos über mich zu geben und Frauen zu erreichen. Wenn ihr findet, ich wäre eine gute Doula, dürft ihr gern schwangeren Mamis von mir erzählen. Danke!

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