WMDEDGT – 2

04. Februar 2020

Ich weiß, heute ist nicht der 5., sondern erst der 4. Aber ich habe heute auch „den ganzen Tag was gemacht“ 🙂 Heute war viel Schönes los. Und morgen wird das nicht so sein. Also habe ich mich entschieden, zu schummeln.

Zweiter Ferientag. Mein Arbeitstag in der Kita.
Ich hatte mir den Wecker um 7:00 Uhr gestellt, denn mein Sohn wollte gerne mit in den Kindergarten kommen und ich wollte für uns beide genug Zeit haben.

Als ich den Wecker am Handy ausschalten wollte, sah ich, dass meine Schwangere aus der Doula-Rufbereitschaft mir auch gerade geschrieben hatte. Wollte das Baby heute kommen?
In den letzten Wochen gab es mehrere Male den Moment, wo wir dachten: Jetzt geht’s los! – die Aufregung hatte sich aber dann jedesmal wieder beruhigt.

Ich stand auf, um ins Bad zu gehen und kurz mit der Schwangeren zu reden. Es schien tatsächlich soweit zu sein! Ich hatte mir immer vorgestellt, es würde am Abend oder in der Nacht losgehen – nun war es Morgen. Im Kopf dachte ich schnell über die nächsten Stunden nach, ich weckte meinen Mann und sagte: „Das Baby kommt.“ Er sagte: „Okay.“
Wir besprachen kurz den Tag, ich ging nach unten, um eine Banane zu essen, auf dem Sofa kurz Ruhe und Kraft zu sammeln und auf weitere Meldungen der Schwangeren zu warten.

Wir entschieden, dass ich mich mit dem Fahrrad auf den Weg zu ihr machen sollte. Ich packte schnell meine Tasche und fuhr los. Es war 7:30 Uhr. Bei ihr angekommen, stiegen wir gleich ins Auto um und fuhren ins Krankenhaus. Es war ein schöner, sogar sonniger Morgen und wir hatten eine gute Zeit. Das gesunde Baby wurde um 9:51 Uhr geboren. Wow!

Immer wieder bin ich berührt und begeistert von einer Geburt, von der Kraft einer Frau und dem Hormon-Gedusel danach, das auch auf mich überschwappt 😉

Kurz nach 13:00 Uhr konnte mich mein Mann abholen und ich stieg zu ihm und drei glücklichen aufgeregten Jungs ins Auto. Wie er mich unterstützt in diesem ganzen Ding!!! Weil ich nicht geschafft hatte, mehr als diese Banane zu essen, stopfte ich ein paar Nüsse und Beeren in mich hinein. Voller Glück und doch erschöpft lehnte ich mich im Auto zurück.

Mein Mann hatte mit den Kindern Milchreis gekocht, der warm und mit Apfelmus auf uns wartete. Aber wir hatten um 14:00 Uhr einen wichtigen Termin bei meinen Schwiegereltern, sodass wir den Mann absetzten, Milchreis einpackten und weiterfuhren. Wir erledigten unseren Termin, ich gab dem Großen den Autoschlüssel und sagte ihm, er solle mit dem Kleinen schon mal im Auto warten. Kurz danach kam er wieder, etwas kleinlaut: „Der Kleine sitzt im Auto. Mit dem Schlüssel. Und er hat alle Knöpfe runtergemacht…“

Scheinbar fand der kleine Sohn das ziemlich lustig, denn er hüpfte und gackerte und kicherte im Auto, erst Recht als er unsere erschrockenen Gesichter an der Scheibe kleben sah. Wir mussten alle sehr lachen.
Ich schrieb meinem Mann, weil ich wusste, dass er zur Not mit dem Autoschlüssel kommen könnte. Aber immer wieder zeigte ich auf den Knopf an der Tür und sagte: „Zieh! Zieh das hoch!“

Der Kleinste kicherte und rief immer wieder: „Kann is nich, Stinkesocke. Kann is nich.“ – Es war einfach sehr lustig, trotz allem Schock.
Irgendwann schickte ich die großen Brüder ein Stück weg, weil sie so lachen mussten und keine Hilfe waren. Ich bat den Sohn, an die vordere Tür zu kommen, wo er mehr Platz hatte und besser an den Knopf kommen würde. Er zog, mit einer Hand, mit beiden kleinen Händchen – und er schaffte es! Erleichtert stiegen wir ins Auto ein und fuhren zurück nachhause. Der große Sohn war etwas zerknirscht und entschuldigte sich, dass er den Schlüssel nicht in der Hand behalten hatte.

Wieder zuhause war der Kleinste im Auto eingeschlafen und ich blieb kurz auch im Auto sitzen und machte die Augen zu, denn ich wollte ihm den kurzen Schlaf gönnen. Wir hatten nur kurz Ruhe und Pause, denn ich musste ja noch mein Fahrrad abholen, was bei der Familie stand. Ich brauchte es morgen für die Arbeit. Der Kleine wachte auf, ich trug ihn rein, aber er schlief auf der Couch einfach weiter. Wir überlegten, wer mit mir zum Fahrrad laufen und zurück fahren sollte. Der Große hatte Langeweile und wusste nicht, ob er Lust hatte. Er wünschte sich, mit Papa das Siedler-Spiel (Werbelink) zu spielen, also nahm ich den Mittleren mit. Der war glücklich und aufgeregt, er liebt Zeit alleine mit Mama oder Papa – und er packte einen Rucksack mit „Proviant“ für uns.

Auf dem Rückweg wollten wir einkaufen gehen, weil Papa morgen Geburtstag hat und ich den ganzen Tag arbeiten würde und keine Zeit dafür hätte. Wir liefen eine ganze Weile, der Sohn fuhr mit seinem Rad, wir holten mein Fahrrad ab und erkundigten uns kurz nach Mama und Baby. Sie waren gerade nachhause gekommen und es ging ihnen wunderbar.
Mit unseren Rädern fuhren wir nun etwas schneller, es war kalt und es wurde dunkel. Der Sohn dachte an seinen Proviant und überlegte, auf welcher Bank wir wohl am besten Pause machen könnten… Ich wollte eigentlich endlich nachhause, aber ich wusste, wie wichtig ihm das war.

Wir setzten uns also tatsächlich in der Dunkelheit mitten in unserem Kiez hier einfach an einen Zaunpfosten und er packte seine Boxen aus. Äpfel und Birnen hatte er klein geschnitten, er hatte Salamibrote für uns gemacht und Wunderkerzen eingepackt. Ist das nicht süß! Was für ein Herz hat dieses Kind!
Wir schafften nicht, die Wunderkerzen anzumachen, weil es zu regnen begann. Das hätte auch echt scharf ausgesehen… Mama und Sohn, zwei Fahrräder, die Brotbox und Wunderkerzen. Was für ein Fest!

Bei Kaufland stellten wir fest, dass wir kein Fahrradschloß dabei hatten… und inzwischen waren wir echt nass. Wir entschieden, nachhause zu fahren und mit dem Auto zu Kaufland zu fahren. Die beiden Räder wollte ich nicht gern an der dunklen Straße stehen lassen.

Die anderen drei wunderten sich, dass wir so nass waren. In ihr Spiel vertieft, hatten sie überhaupt nichts mitbekommen. Ich nahm den Großen und den Mittleren, fotografierte schnell zwei Kuchenrezepte, die sich der Mann wünschte und wir fuhren wieder los.
Ich sehnte mich eigentlich sehr nach einer Dusche und einer Couch…

Wir kauften unser Zeug ein, die Kinder brauchten lange, um gute Geschenke für Papa zu finden. Süß, was sie sich so dabei denken. Es war inzwischen fast 20:00 Uhr und ich war echt müde. Wir sammelten alle Zutaten und Lebensmittel zusammen und fuhren nachhause. Mit den Geschenken verschwanden die Kinder in ihren Zimmern und brauchten dann Geschenkpapier. Und Klebestreifen. Und eine Karte. Und noch eine, ich hab mich verschrieben. Und einen Briefumschlag. Und ich war so müde.

Ich wusste aber, dass ich noch 2 Kuchen backen wollte.. Also räumte ich den Einkauf weg, sortierte mir in der Küche alles zurecht. Die Männer spielten ihr Spiel weiter und waren höchst vergnügt. Wach und fit waren sie alle noch. Zwischendurch schmierte der Mann Brote und aß mit den Jungs. Sie verschwanden oben im Bad und ich räumte Wohnzimmer und Küche etwas auf. 22:00 Uhr. Es wäre so schön gewesen, den vor-Geburtstags-Abend zusammen auf der Couch zu verbringen und das Ende der Rufbereitschaft zu feiern. Aber ich wollte lieber doch noch duschen. Und jetzt ist der Mann im Bett und ich tippe diese Eintrag, so schnell es geht.

Morgen arbeite ich. Am Abend feiern wir!

Ich bin dankbar, dass wieder ein gesundes Baby geboren ist. Dass ich dabei sein durfte. Dass diese Aufgabe so gut in unsere Familie passt. Dass wir uns wunderbar absprechen und ergänzen. Dass wir den chaotischen wuseligen Tag als Familie toll gemeistert haben.

Gute Nacht!

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