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Doula: Meine erste Rufbereitschaft

Im Sommer mal fragte mich eine Freundin (die meine Entscheidung, Doula zu werden, auf dem Blog verfolgt hatte), ob ich Lust hätte, bei ihrer Geburt dabei zu sein. – Und natürlich wollte ich!!

Die Freundin L. ist selbst daran interessiert, vielleicht Doula zu werden und wollte gern helfen, dass dieser Begriff bekannt gemacht wird. Sie erwartete das 3. Kind und der Termin war Ende September. Mit ihrem Mann hatte sie besprochen, dass es okay für beide wäre, wenn ich dabei bin. Das war mir wichtig. Ich besprach mit ihr, wie und wo sie sich die Geburt vorstellte und was meine Rolle sein könnte.

Sie plante, im Geburtshaus ihr Kind zu bekommen. Wir besprachen, dass ich eher als Praktikantin im Hintergrund zugucken könnte, weil die Hebamme(n) sowieso nur für sie in Rufbereitschaft – und unter der Geburt nur für sie da sein würden. Als Doula werde ich die Frauen wahrscheinlich größtenteils ins Krankenhaus begleiten.

Wir blieben locker in Kontakt und Anfang September besuchte ich sie, ihren Mann und die zwei Töchter am östlichen Rand Berlins. (Ob das dritte Baby ein Mädchen oder ein Junge war, wollten die beiden nicht vor der Geburt wissen.) Ich war eine gute Stunde mit dem Auto unterwegs und ahnte ungefähr, auf was ich mich einstellen konnte. Noch dazu waren die ersten beiden Geburten eher schnell gegangen und L. rechnete damit, dass es, wie bei den anderen Geburten, wieder früher losgehen würde…

Ich nahm sie als eine sehr entspannte und optimistische Schwangere wahr und so dachte sie auch über die bevorstehende Geburt. Natürlich mit Respekt und Unsicherheit, ob alles gut gehen würde.. aber auch mit realistischen Vorstellungen, wenig Scheu und viel Offenheit.

Weil ich ja der Rufbereitschaft ohne zu zögern zugesagt hatte, hatte ich natürlich nicht auf die Termine meiner Familie geachtet. Ich besprach mit L., dass ich im allerallergrößten Notfall absagen würde, sollte ich wirklich verhindert sein oder es nicht rechtzeitig schaffen. Das würde ich als Doula natürlich nicht tun. Ich würde einer Schwangeren erst zusagen, wenn ich die 20 Tage Rufbereitschaft wirklich sicher zusagen kann.

Und so stellte ich mich ungefähr ab dem 10. September auf meine erste Rufbereitschaft ein.

Ich hatte das Handy immer bei mir. Immer!
Wenn ich vorher gedacht hatte, ich war oft am Handy.. nein, war ich nicht!
Nachts ließ ich den Vibrationsalarm an, später auch den Ton. Tagsüber hatte ich unterwegs immer einen extra Charger und mindestens ein Kabel dabei, weil mein Handy gerne so ab 40% Akkustand einfach abschaltet.

Wir hängten eine neue Tafel in die Küche, auf die wir beide alle unsere Termine für eine Woche schrieben, weil mein Mann jederzeit bereit sein wollte, alles zu übernehmen. Überhaupt verabredeten wir wenig Termine, die eine lange Autofahrt oder viel Organisation mit sich bringen würden. Ich ging nicht, wie geplant, mit den Jungs ins Schwimmbad, weil ich dort natürlich nicht erreichbar sein würde.

Ich hoffte, das Auto für die Fahrt nehmen zu können und sah mir nur kurz den Weg mit der Bahn an. Das Auto war vollgetankt und ich bat meinen Mann, schnell zu reagieren, sollte ich ihn von irgendwo nachhause rufen müssen.

Ich hatte immer ein paar dicke Socken dabei, die ich im Geburtshaus tragen wollte.
Trotz allem war ich entspannter, als ich dachte. Die Tage mit wenig Terminen waren natürlich für uns als Familie auch ruhiger und überraschend angenehm.

Ich verzichtete auf Alkohol und sagte bei Verabredungen oder Elternabenden manchmal kurz Bescheid, dass es sein könnte, ich müsste schnell verschwinden. Allerdings wollte ich auch niemanden beunruhigen oder verrückt machen – ich konnte ja selbst nicht genau sagen, was passieren würde. Die Reaktionen auf meine Vorwarnungen waren sehr interessant – es kommt ja nicht oft vor, dass jemand in Rufbereitschaft für eine andere Geburt geht.

Insgesamt empfand ich das Warten oder jederzeit-bereit-sein übrigens ein bißchen so, wie in meinen eigenen drei Schwangerschaften. Es war ein Warten auf einen Tag und eine Tageszeit, die nicht vorhersehbar war und dazu das Wissen, dass es dann jederzeit schnell losgehen könnte. So spannend!

In einigen Situationen hoffte ich wirklich, es möge nicht soweit sein.
Bei Treffen mit Freundinnen, bei denen ich die Verantwortung für das Programm hatte.
Beim Sport zuhause mit DVD, wo ich völlig nassgeschwitzt und fertig am Boden lag.
Am Ende eines sehr langen Tages.
Im Berliner Feierabendverkehr.
Mitten beim Sommerfest.
Oder eines abends, als mir mein Mann sagte, er müsse morgen früh um 6 Uhr mit dem Auto nach Hamburg fahren, etwas abholen und würde dann wieder nachhause kommen. An dem Tag war ich wirklich angespannt und war kurz davor, Nachbarn einzuweihen. Und Freunde von uns gaben mir ihren Ersatz-Autoschlüssel für den Notfall.

Aber alles ging gut und die Schwangerschaft von L. verlief weiter ruhig.
Ich schaffte sogar drei Elternabende, glaube ich. Ein Vorstellungsgespräch und Arzttermine.
Je näher der Termin kam, desto unruhiger wurde ich, nur ein bißchen. Ich verabredete mich noch weniger und sagte meinem Mann mehrmals am Tag: „Sei erreichbar. Komm schnell zurück. Es kann jederzeit losgehen.“ Ich verschob Termine auf später, weil ja dann „das Baby sicher längst da sein würde“…
Freunde und Familie fragten immer wieder: „Ist das Baby schon da?“

Aber der Termin kam.. und ging. Und nichts passierte.
Dass L. selbst ruhig und gelassen blieb, war sehr gut.
Ich hatte inzwischen fast gar keine Termine mehr und war ruhig und vorbereitet.
Eine ganze Woche später schrieb sie mir: „Meine Hebamme war heute morgen da und hat mich akupunktiert. Mal gucken.“

Und in dieser Nacht klingelte mein Telefon.
Ich war überrascht, dass ich das gehört hatte, denn von Benachrichtigungen und anderen Tönen am Handy war ich nie wirklich aufgewacht…
Es war 2:00 Uhr.
L. war dran und sagte mir ganz ruhig, dass sie sich mit den Hebammen um 3:00 Uhr im Geburtshaus verabredet hätten. Ich sagte leise: „Yeah, das kann ich auch schaffen.“ und wir legten auf.

Mein Mann hatte im Halbschlaf das Telefonat mitbekommen und drückte nur kurz meine Hand. Es war Sonntag Nacht und das sollte einer der wenigen Sonntage im Jahr sein, in denen wir beide keine Aufgaben im Gottesdienst hatten. Wie perfekt!

Ich stand auf. Ich war ruhig und sicher, dass ich es gut schaffen würde – aber auch sehr aufgeregt. Nicht richtig aufgeregt, eher so hibbelig und leicht verwirrt. „Ich brauche eine Hose. Welche Hose ziehe ich denn zu einer Geburt an, die nicht meine ist? Welche Hose?? Und wo sind überhaupt meine Hosen?“

Im Bad überlegte ich, wie und ob ich mich kämmen und schminken sollte. Diese Dinge kann man echt nicht um 2:00 nachts entscheiden – wenn ein Baby auf die Welt kommen möchte!
Ich zog mich an, packte meine Tasche mit den Socken ein, suchte mir schnell kleine Snacks und eine Flasche Wasser zusammen, ging nochmal aufs Klo und verließ das Haus. Einen Kaffee trank ich nicht, denn wenn ich einen getrunken hätte, wäre mir sicherlich das Herz durchgedreht.

Durch eine kalte dunkle Nacht lief ich zum Auto. Ich war müde, aber ich hätte vor Freude und Vorfreude auch schreien und hüpfen können! Wie aufregend ist denn das! Ein neues Baby wird geboren und ich darf dabei sein und ich bin nicht die, die das Kind zur Welt bringen muss!! Könnt ihr das verstehen?

Ich stellte das Navi ein mit dem Standpunkt, den ich extra gespeichert hatte, als ich damals mit L. zum Geburtshaus gefahren war. Einmal vorher den Ort und die Parkmöglichkeiten ansehen, war eine sehr gute Idee.

Ich fuhr durch die leeren Straßen, machte das Radio mal an, mal aus und befand mich immernoch irgendwie in einem Ausnahmezustand.
Über die Geburt an sich hatte ich noch gar nicht nachgedacht. Es gab nichts, auf das ich mich hätte vorbereiten können. Es gibt wenig Hilfsmittel für Doulas außer ihres Seins und ich wusste, dass L. im Geburtshaus gut versorgt sein würde. Ich wollte, wie eben eine Doula, einfach da sein.

Einmal verfuhr ich mich auf der Autobahn, aber ich kam an, fand einen guten Parkplatz und war um 3:09 da. Ich rief den Mann von L. auf dem Handy an und er öffnete mir die Tür. Mir fiel sofort die sehr warme und ruhige Stimmung auf. Dieses „Hier wird bald ein neuer Mensch geboren“-Gefühl war immer wieder unglaublich und ordentlich aufputschend für mich.

Im Geburtszimmer saß L. auf dem Boden am CTG. Ich begrüßte sie und stellte mich den beiden Hebammen vor. Zu fünft saßen wir auf dem Boden und unterhielten uns leise. Die Atmosphäre war perfekt. Es leuchteten kleine Lichter und bis auf die CTG-Geräusche war nichts zu hören. Dass CTG war nur für die Aufnahme wichtig und wurde nach wenigen Minuten abgestellt.

Ich werde nicht zu ausführlich über die Geburt schreiben und für das, was ich schreibe, habe ich die Erlaubnis des Paares.

Es war eine perfekte Geburt!
Die Hebammen waren da, wenn sie gebraucht wurden. Sie haben ruhig und leise das erledigt, was erledigt werden musste und waren sonst nahezu unsichtbar. Die leitende Hebamme hatte selbst an dem Tag Geburtstag und war sehr gut drauf. Für mich war sie fast ein bißchen zu aufgedreht und lustig – aber ich war ja auch nicht ihre Gebärende.

Der Mann kümmerte sich um leise Hintergrund-Musik, brachte seiner Frau Getränke, wenn sie wollte und in den Wehenpausen las er uns Witze vor.
Kommt eine Schwangere zum Bäcker.
Sagt sie: „Ich bekomme ein Brot.“
Sagt der Bäcker: „Sachen gibt’s…“

Überhaupt war die Stimmung einfach locker, angenehm und doch auch ehrfürchtig vor der Schwangeren und dem neuen Leben.

L. machte das so gut!
Für mich wirkte sie wie eine Göttin. Sie bewegte sich und atmete wunderbar, wie es ihr half und wie es passte. Wenn eine Wehe kam, kniete sie sich vor das Bett, ihr Mann massierte ihr den Rücken.

Die Geburt ging Stück für Stück voran und die Hebamme konnte an verschiedenen Merkmalen sehr gut erkennen, wie weit es war. Ab und zu fragte ich nach und sie erklärte es mir.

L. war ganz in ihrer Welt und entschied sicher und selbstbestimmt, wann es Zeit für die Toilette, für den Gymnastikball, für einen Schluck Wasser oder andere Kleidung war. Und so sollte es sein: Die Gebärende spricht oder guckt einfach nur – und die anderen Anwesenden kümmern sich. Ich war fasziniert!

Immer wieder wurde ich durch Geräusche oder Bewegungen der Gebärenden an meine Geburten und an Gefühle oder Schmerzen erinnert und war begeistert, wie gut L. das alles geschafft hat und wie sicher und tapfer sie war. Immer mehr verschwand sie „in ihre Welt“, immer kürzer wurden die Pausen und intensiver die Atmung und gleichzeitig wurden die Hebammen etwas geschäftiger und bereiteten sich auf die Geburt vor.

Und dann, um 6:09 Uhr, wurde ein wunderschönes Mädchen geboren.

Dieser Satz ist so schrecklich platt für das, was er bedeutet!
Ein Baby wurde geboren!
Meine Güte!
Es war so lange im Bauch und dann lag es da plötzlich und machte erste Geräusche. Es ist doch ein Wunder! Und ich durfte dabei sein und das mit erleben!!

Die Mama zog nach ein paar Minuten mit Baby ins Bett um, die Hebammen räumten blitzschnell auf, wieder leise und fast unsichtbar. Das indirekte Licht blieb weiter angenehm, die Stimmung war so zauberhaft. Ich konnte nicht aufhören, die beiden anzusehen.

Als das Baby angefangen hatte, zu trinken, der Papa die Kamera und die Autoschale geholt hatte und im Raum Ruhe eingekehrt war, verabschiedete ich mich. Der Tag fing gerade an, die Sonne ging auf und ich wollte eigentlich ein schönes erstes Doula-Selfie-Foto vor dem Geburtshaus machen, aber das hab ich natürlich im Adrenalin-Rausch vergessen…

Mit der aufgehenden Sonne fuhr ich quer durch Berlin nachhause und konnte mein Glück kaum fassen. Diese leeren Straße, ein ruhiger wunderschöner bunter Sonntagmorgen und das Erlebnis einer Geburt in meinem Kopf!

Gegen 7:30 Uhr kam ich zuhause an, meine Männer schliefen alle noch. Ich legte mich aufs Sofa und schlief noch zwei Stunden, bis die Kinder runterkamen. Sie hatten gar nicht gemerkt, dass ich weggewesen war. Und mein Mann sagte: „Na, wenn das so entspannt ist, kannst du das jede Nacht machen!“

Zusammen besuchten wir den Gottesdienst und fuhren am Nachmittag sogar noch zum Potsdamer Platz, um ein Eis zu essen und die schöne Sonne zu genießen. Ich wollte unbedingt draussen sein, denn zuhause wäre ich sicher eingeschlafen und nicht mehr hochgekommen.

Das war meine allererste Doula-Geburt und ich bin überglücklich über dieses Erlebnis. Es ist ein Wunder! Und es ist genau das, was ich machen möchte! Wie wunderschön wäre es, wenn jede Frau so sicher und entspannt ihr Baby auf die Welt bringen könnte?

*****

Und für euch, die ihr bis hier gelesen habt, gibt es eine ganz besondere Überraschung!
Heute, am 18.10.18, sind im Freundeskreis zwei neue Babys geboren – ein Junge und ein Mädchen! Und passend dazu möchte ich etwas verkünden…

Sozusagen die Geburt eines neuen Babys:

Doula Marit

Ihr seid die ersten, die allerersten, die mit mir die Geburt „meines“ Babys feiern können!

Und ich bin so glücklich und stolz und aufgeregt und dankbar!

Mein liebster Mann, der mich sowieso während der ganzen Weiterbildung so gut unterstützt und mich immer wieder ermutig, diesen Weg zu gehen, hat mir diese Website und Visitenkarten gezaubert.

Es kann jetzt wirklich losgehen!

Helft mir gerne beim Verbreiten, ihr findet mich auf Facebook und Instagram.
Erzählt von mir, fragt nach, wenn ihr was nicht versteht –
und seid ein Teil von positiven selbstbestimmten Geburten!

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Eine werdende Doula für werdende Mamas

Anfang dieses Jahres drehte sich alles in meinem Kopf um ein Thema:
Soll ich oder soll ich nicht?

Seitdem ich die Entscheidung für die Weiterbildung zur Doula bei der GfG Berlin getroffen habe, sind nicht alle Sorgen und Fragen verschwunden, es gibt noch Momente der Unsicherheit und der Überforderung.. aber meine Leidenschaft und Begeisterung sind stärker als vorher.
Nach jedem Weiterbildungs-Wochenende fahre ich mit noch mehr Papier, mit noch mehr Wissen, mit noch mehr Erfahrung nachhause – und bin erstmal platt!

Ich bin es nicht gewohnt, zwei Tage zu sitzen und zu hören.
Ich bin es nicht gewohnt, mich so viel mit dem Thema „Geburt“ zu beschäftigen.
Ich bin es nicht gewohnt, gleichzeitig so viel Verschiedenes zu empfinden.
Faszination.
Sehnsucht.
Erschrockenheit.
Begeisterung.
Staunen.
Sprachlosigkeit.
Dankbarkeit.

Immer, wenn ich den Seminar-Raum nach zwei Tagen verlasse, wenn ich mich in den Bus setze und durch Berlin fahre, wenn ich die 30 Minuten Ruhe genieße, bevor mich meine 4 Männer wieder anspringen, immer wenn ich das Gehörte aus zwei Tagen in mir sacken und wirken lasse, dann weiß ich:

Ich bin richtig!

Ich möchte so gern eine Doula sein, Deine Doula sein.
Ich möchte Dich begleiten, wenn sich das Baby auf den Weg macht.
Ich möchte Deine Entscheidungen respektieren und den Weg mit Dir gehen, den Du wünschst.
Ich möchte Dich ermutigen, bei Dir bleiben, komme was wolle.
Ich möchte Deine Hand halten, Deinen Nacken massieren, Dich an Deine Stärke und Kraft erinnern, wenn Dir das schwer fällt.
Ich möchte Dir beim Atmen helfen.
Ich möchte Dir helfen, jede Wehe auszuhalten und diese Kraft anzunehmen, die Dich näher zu Deinem Baby bringt.

Gesellschaft für Geburtsvorbereitung –
Familienbildung und Frauengesundheit
Bundesverband e.V.

Dreimal haben wir angehenden Doulas uns bereits in Berlin getroffen. So tolle Frauen mit tollen Geschichten habe ich kennengelernt. Allein das hat mein Leben schon bereichert. Wir alle bringen immer ein bißchen von unserem Alltag, von unseren Sorgen und Freuden mit. Wir lachen zusammen, wir staunen zusammen, wir feiern unsere Erfolge und es fließen Tränen. Das hat uns schnell zu einer engen Gemeinschaft werden lassen.

Neben dem Wissen und der unglaublichen Erfahrung, die unsere Leiterin mit uns teilt, hält jede von uns einmal ein Referat zu einem ausgewählten Thema. Und wir teilen ausführlich unsere Geburtsberichte. Ich liebe es! Insgesamt 20 Kinder haben wir geboren und da gibt es viel zu erzählen.

Zu den 8 Wochenenden gehören verschieden Themen, die die Zeit vor, während und nach der Geburt betreffen. Schöne und schwere Themen. Jedes einzelne Thema ist so voll und tief und umfangreich. Jedes Thema beeinhaltet so viel Wunder, so viele Gefahren, so viel Intimität.

Manchmal kann ich nicht glauben, was uns die Leiterin erzählt. Manchmal möchte ich es gar nicht wahrhaben. Manchmal denke ich: In meiner heilen Welt gibt es das nicht.

Aber im Praktikum und später als Doula werde ich sehen und erleben, wie Geburt funktionieren kann. Ich freu mich drauf!

Im Sommer möchte ich viel lesen, ich möchte weiter nach einem Praktikumsplatz suchen, ich möchte in die Bücherei gehen, im Internet nach Michel Odont und Ina May Gaskin suchen und mir Geburtsvideos ansehen. Es ist und bleibt einfach so, dass mein Herz höher schlägt, dass ich dieses Thema liebe und dass ich jeder Frau wünsche, eine selbstbestimmte und wunder-volle Geburt zu erleben.

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In Kürze werde ich an einer Internet- und Facebook-Seite arbeiten, um mehr Infos über mich zu geben und Frauen zu erreichen. Wenn ihr findet, ich wäre eine gute Doula, dürft ihr gern schwangeren Mamis von mir erzählen. Danke!

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Wenn ich groß bin, werde ich… (Teil II)

Lest hier Teil I 

Es war schon komisch, an einem Samstag Morgen zum Info-Tag meiner Weiterbildung aufzubrechen. Das war für mich zum ersten Mal eine berufliche Um-Entwicklung, zum ersten Mal in Richtung Arbeit nach drei Kindern und überhaupt zum ersten Mal habe ich meine 4 Männer für einen ganzen Tag alleine gelassen.

Es gibt diese Weiterbildung vom Verein GfG e.V. dreimal in Deutschland – und ich musste mich nur für ein paar Minuten in den Bus setzen, um teilzunehmen. Das ist schon echt ein Glück!

Ich war als Erste da und hatte Zeit, um anzukommen und ein paar Worte mit der Leiterin zu wechseln. Der Raum erinnerte mich an den Geburtsvorbereitungskurs: In der Mitte lag ein Tuch, auf dem Karten, Kerzen und Bonbons lagen. Am Rand lagen rote Kissen und Decken, es gab Tee und alles war sehr gemütlich.

Wir waren dann 10 Frauen im Alter von 30 bis Mitte 60, Mütter von einem oder bis zu 8 Kindern. Mit und ohne Partner im Leben. Aus Berlin und ganz Deutschland. Voraussetzung für diese Weiterbildung ist ein Mindestalter von 30 Jahren, eine eigene Geburt miterlebt zu haben, sowie körperliche und seelische Belastbarkeit.

Die Frauen waren so verschieden!
Manche waren schon bei vielen, vielen Geburten dabei gewesen, andere noch gar nicht. (ich) Manche hatten mehrere Tage für die Geburt eines Kindes gebraucht, andere ein paar Minuten. (ich) Eine Frau war eine ausgebildete Doula in Amerika. Eine Frau arbeitet in Berlin als Trageberaterin. Eine Frau besaß eine eigene Firma. Eine Frau hatte ihr 4 Monate altes Baby dabei.
Ganz viele interessante Personen und Geschichten.

Wir lernten den Verein der GfG und die Geschichte der Doulas in Deutschland kennen. Unsere Leiterin hat diese Weiterbildung selbst entwickelt, die es schon seit 14 Jahren! in Berlin gibt.
Wir klärten rechtliche Fragen.
Wir sahen uns die thematischen Inhalte der Weiterbildung an. Spannend!
Wir lernten, dass wir über unsere eigenen Geburten reden werden und Erlebtes aufarbeiten werden.
Wir bekamen eine lange Liste von Büchern, die wir ausleihen oder kaufen und lesen sollten.
Wir lernten, dass Hebammen und Doulas sich wunderbar ergänzen können – und sich nicht den Job wegnehmen müssen, was meine Befürchtung war.
Wir sahen einen Film mit vier verschiedenen Geburten an.
Wir sahen uns genau die Aufgaben einer Doula an – und was nicht zu den Aufgaben gehörte:

Das Wort „Doula“ leitet sich aus dem griechischen „doleia“ ab, und bedeutet „dienen“ oder „betreuen“. Eine Doula ist eine Frau, die eigene Kinder geboren hat, und über fundiertes Wissen rund um die Geburt verfügt.

Sie kennt und versteht die emotionalen Bedürfnisse einer Frau während der Geburt, deshalb ist sie in der Lage, der Gebärenden eine einfühlsame, kontinuierliche und individuelle Unterstützung zu geben.
Das bedeutet, sie atmet mit ihr gemeinsam, hilft ihr durch Massagen sich zu entspannen, tröstet sie, ermutigt sie, umsorgt sie…je nachdem, was die Gebärende gerade braucht. (Quelle: www.gfg-bv.de)

Eine Doula weiß und lernt viel, um wenig zu tun.
Eine Doula ist einfach da. Sie begleitet und unterstützt.
Sie ist ganz für die Bedürfnisse der Frau da.
Sie ersetzt keine Hebamme und keinen Geburtshelfer.
Sie darf keine Alleingeburt begleiten.
Sie übernimmt keine medizinische Funktion.

Der Tag bestand eigentlich aus vielen Fragen, die wir stellten – und aus den Antworten, die uns die Leiterin gab.

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Zu meinen persönlichen Fragen, auf die ich eigentlich an diesem Tag Antworten haben wollte, kamen viele neue Fragen dazu. Am Ende des Tages war mein Kopf voll, mein Herz durcheinander und ich konnte kaum abwarten, alles mit meinem Mann zu besprechen.

Und ich war sehr unsicher. Ich dachte ja anfangs, dass ich mich auch für die Wochenbett-Pflege oder die Geburtsvorbereitung entscheiden könnte, aber eine Doula ist wirklich nur zur Geburt dabei. Andernfalls müsste ich die Weiterbildung zur „Mütterpflegerin“ machen, aber ich wollte ja doch die Geburten.

Ich dachte neu über alles nach und stellte mir vor, wie dieses Doula-Leben zu mir und zu uns passen könnte.
Ich entschied mich hin und her.
Ich ließ die Weiterbildungs-Wochenenden im Kopf schon im Kalender frei, aber ich redete mit niemandem darüber.
Ich fragte mich, wie wir diese Umstellung finanziell bewältigen würden.
Ich fragte mich, ob dieser Beruf zu mir passt – oder ob meine Angst vor Neuem zu groß war.

Ich redete mit Freundinnen, deren Meinung mir wichtig war – und dann unterschrieb ich! Mein Mann holte den Sekt und wenige Tage vor der Deadline schickte ich den Vertrag unterschrieben zurück.

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Diese ganzen „Was ist, wenn…“ Fragen würden sowieso erst beantwortet werden, wenn ich einfach anfing.
Mit Mut. Abenteuerlust. Risikobereitschaft. Vorfreude.

Im Sommer 2019 werde ich also eine Doula sein!
Wenn alles gut geht.

Es ist nämlich so: Jede Frau kann Doula sein.
Jede Freundin, Schwester, Mutter, Nachbarin… kann zur Geburt mitgehen, begleiten und sagen: „Ich bin hier die Doula.“
So war es doch früher! Frauen, die bereits Kinder bekommen hatten, begleiteten die Gebärende, um emotionaler Beistand zu sein. Einige Krankenhäuser werden das hier erlauben, andere vielleicht nicht.

Die Bezeichnung der „GfG Doula“ hat in Berlin schon einen Ruf und Namen, sagte uns die Leiterin. Ich bezahle Geld für die Weiterbildung, um ein Zertifikat zu bekommen, um diesen Namen tragen zu dürfen, ihn zu ehren und zu verbreiten und natürlich auch, um geschützt und abgesichert sein zu können.

Wenn ich also an allen Weiterbildungswochenenden teilgenommen habe, wenn ich in einem Geburtsvorbereitungskurs und einer Still-Gruppe hospitiert habe, wenn ich alle meine Bücher gelesen und ein Referat gehalten habe, wenn ich im Rahmen eines Praktikums ein paar Geburten miterlebt habe und eine Geburt als Doula begleitet habe, dann bin ich eine GfG Doula.

Meine Aufgabe sieht dann so aus:

Eine werdende Mama meldet sich bei mir, um mich als Doula zu buchen. Somit steht ihr ein Vor- und Nachgespräch zu, ausserdem 10 Tage um den Entbindungstermin meine Rufbereitschaft und meine vollständige Anwesenheit während der Geburt. Ob diese nun 30 Minuten oder 30 Stunden dauert. (Diese Tatsache finde ich am herausfordernsten und spannendsten, aber mein Mann ist auf meiner Seite und hält mir den Rücken frei.) Ich kann entscheiden, welche und wie viele Frauen ich annehme.

Die Kosten für die Doula übernimmt keine Krankenkasse, sondern die werdende Mama selbst. Am Info-Tag habe ich gelernt, dass sich Mamas immer öfter zur Babyparty eine Doula schenken lassen, anstelle von Babykleidung und Windeln.

Und das ist es.
Das ist die ganze Aufregung, um die ich in den letzten Monaten so herumgeschlichen bin.

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Es ist nicht ganz einfach.
Viel lesen und viel lernen.
Entscheidungen treffen. Praktikumsplätze finden.

Diese aufregenden Bereitschaftstage ohne Urlaub und Alkohol für mich, in denen jederzeit der Anruf „Das Baby kommt!“ kommen kann. Dann lasse ich alles stehen und liegen und weiß nicht wirklich, wann ich meine Familie wiedersehen kann.

Dann die Geburt.
Ich war noch nie bei einer anderen Geburt dabei. Aber ich habe drei Kinder entbunden und weiß, dass es ein Ausnahmezustand ist, in dem Minuten zu Stunden werden, in dem es Geräusche und Gerüche gibt, die es sonst nirgendwo gibt, ein Zustand voller Intimität, Schmerzen, Loslassen, Ausgeliefert sein und mit großen Emotionen.

Aber ich will das! Unbedingt.
Das ist das Wunder des Lebens.
Der allerschönste Moment. Kostbar. Einzigartig. Paare werden zu Eltern, die Zeit steht still und ein neues Leben ist da.

Quelle: pixabay

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Ihr glaubt nicht, wie viele Fragen es in meinem Kopf gibt!

Kann ich das schaffen?
Wo finde ich Praktikumsplätze?
Wer möchte mich schon mit zur Geburt nehmen?
Was werden die Hebammen sagen?
Werde ich im Weg stehen?
Werde ich helfen können?
Kann ich das schaffen?
Können wir das schaffen?
Kann ich Frauen helfen?
Was ist, wenn was passiert?
Kann ich das schaffen?

Ich gehe jeden Schritt nach dem nächsten.
Ich bin gespannt und aufgeregt.
Eine Doula macht nichts, eine Doula ist.
Ich kann sein.
Ich kann ermutigen.
Ich kann aushalten.
Ich kann zuhören.
Ich kann das schaffen!

Danke für eure große Begeisterung!
Danke für alles Mitfiebern und Mitfreuen!
Danke, dass ihr den Weg mitgeht.
Ich werde berichten und erzählen, was ich kann und darf.
Ihr seid mit dabei!

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Wenn ich groß bin, werde ich… (Teil I)

Ich bin Erzieherin. Und ich habe gern in dem Beruf gearbeitet. Aber mir war klar, dass ich damit aufhöre, wenn ich Kinder habe. Ich wollte und will voll für meine Kinder da sein, bis sie in einem guten Kita-Alter sind, was nach dem 3. Geburtstag beginnt, meiner Meinung nach.

Schon seit ein paar Jahren wurde dann die Lust auf meinen alten Beruf wieder ein bißchen größer, vor allem werden gute Erzieher überall so sehr gesucht. Ich hätte mir Ort und Zeit und Geld wahrscheinlich aussuchen können.. aber es hat nichts so richtig gepasst. Für ein paar Monate versuchte ich, in einem Büro zu arbeiten. Das war gut und abwechslungsreich für mich, aber nicht meine größte Leidenschaft. Und dann kam ja noch das dritte Kind.

Jetzt ist unser Lebensumstand und unser Familien-Alltag trotz aller Ungeplantheit aber sicher und absehbar geworden. Zumindest größtenteils. Und ich habe mich auf die Suche nach einem neuen bezahlten Job für mich gemacht. Möglichst von zuhause aus und ohne feste Arbeitszeiten. Und mit viel Geld. Man wird ja wohl noch träumen dürfen…

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Schon lange, lange hat mich die Hebammen-Situation in Deutschland beschäftigt. Ich habe keine Diskussionen und Entscheidungen verfolgt, war nicht auf Demos und habe selten Petitionen unterschreiben. Ich habe Janas Hebammenblog aus Berlin verfolgt, aber ich muss hier nichts verlinken, um euch zu sagen, wie traurig, ausweglos und sehr wohl auch lebensgefährlich diese Entwicklung inzwischen ist und weiter wird.

Dass Frauen mit positiven Schwangerschaftstest in der Hand zum Telefon greifen, jedoch keine Hebamme mehr im Umkreis finden, ist nicht okay.
Dass Frauen in der Schwangerschaft bei Fragen und Sorgen keine fachliche, ermutigende Unterstützung haben, ist nicht okay.
Dass Gebärende im Kreissaal alleine gelassen werden, wo Unsicherheit und Angst eine Geburt nicht gerade beschleunigen, ist unmöglich.
Dass eine Drittgebärende sich überlegen muss, ob sie sich eine Hebamme sucht, auf die Gefahr hin, dass sie diese einer Erstgebärenden „wegnimmt“, ist unglaublich.
Dass Babys in ländlicheren Gegenden immer öfter in Privat-Fahrzeugen, Taxis und Krankenwagen zur Welt kommen müssen, ist sehr schade.
Dass Hebammen immer weniger Geburten machen können und immer mehr Schreibkram erledigen müssen, ist traurig.
Dass Hebammen fürchten müssen, bei Fehlern ihren Job und ihre Arbeitserlaubnis zu verlieren und gleichzeitig immer mehr müde und überarbeitet sind, ist traurig.
Dass der Beruf der Hebamme immer weiter wegrückt von dem, was er eigentlich mal war, macht mir das Herz schwer.

Für diese Beispiele musste ich nicht wild im Internet suchen und recherchieren… das ist leider Alltag geworden und um mich herum passiert. Diese Geschichten kommen von Freundinnen, von meiner Hebamme oder von Bloggermüttern, die ich lese.
Die Not ist groß.

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Diese beiden Gegebenheiten zusammenzubringen, kam mir lange nicht in den Kopf. Beziehungsweise habe ich kurz mit dem Gedanken gespielt, Hebamme zu werden… ich hab mich auch richtig damit beschäftigt. Aber für eine lange Ausbildung fehlt mir gerade Zeit und Kraft. Für ein Studium fehlt mir das Abitur. So richtig passte das auch nicht zu unserer Familie, unseren Plänen.. Und irgendwie fühlte sich das nicht richtig an, blind eine Lücke zu füllen, nur weil ich Not sehe.

Das Thema ließ mich aber nicht los.
Ich liebe es, Geburtsberichte zu lesen, zu hören, zu erzählen. Auch mit Fotos und allem drum und dran. Und dass mein Herz seit Jahren für Frauen und Mütter schlägt, passt auch in diese Richtung. Also habe ich mich weiter auf die Suche gemacht.

Ich sah mir die verschiedenen Berufsbezeichnungen an, die es für die Bereiche „Baby und Geburt“ gibt: Hebamme, Amme, Beleghebamme, Midwife, Doula, Geburtshelferin, Stillberaterin, Mütterpflegerin, Wochenbettpflegerin, Familienhilfe… Aus Büchern und Berichten kannte ich einige der Berufe aus Amerika und mir fiel ein, dass eine Freundin in Kanada Doula ist. Ich sprach mit anderen Müttern und stellte fest, dass es die Doula auch in Deutschland gibt. Und ich vertiefte meine Suche in diese Richtung.

„Eine Doula (von altgriechisch δούλη (doúlē) „Dienerin“, „Sklavin“, „Magd“) ist eine Frau, die einer werdenden Mutter vor, während und nach der Geburt als emotionale und physische Begleiterin zur Seite steht. Sie versteht sich als Schwangerschafts-, Geburts- und Wochenbettbegleiterin.“ – Wikipedia

Und das war es!
Das wollte ich. Unbedingt.
Ich fand hilfreiche Internetseiten. Ich fand wunderschöne Berichte, Videos, Fotos. Ich fand andere Doulas aus Deutschland bei Instagram und bombardierte sie mit Fragen. Schnell fand ich heraus, dass es dazu Weiterbildungen in überschaubarer Länge in Berlin gibt. Und ich wollte das!

Das alles war Ende letzten Sommers.
Ich redete nicht viel darüber, weil ich mir erst absolut sicher sein wollte und weil das kein Beruf ist, den man mal eben so schnell macht. Aber meine Leidenschaft war geweckt. Und mein Mann unterstützte mich dabei. Ich stellte es mir so schön vor, mit frischen Mamas und neuen Babys zu „arbeiten“, vielleicht eher im Wochenbett als zur Geburt, solange meine eigenen Kinder noch klein waren.

Den Infotag am 24. Februar hatte ich mir fest gespeichert und in den Monaten bis dahin wurde der Gedanke an diese Weiterbildung mal schwächer, dann wieder stärker. Zweifel kamen und gingen. Ich weihte ab und zu eine Freundin in meine Pläne ein und die erste Frage war immer: „Duu– was? Doula? Was ist das??“

Anfang des Jahres dachte ich einen Gedanken, vielleicht als Gebet, dass ich gern ein Zeichen hätte, um mir wirklich sicher zu sein. An diesem Tag war ich mit meinem Mann im Kino. Wir sahen Teil 3, den Abschluss-Film von Pitch Perfect. Es geht um Collage-Mädels, die leidenschaftlich gern a capella singen, ihre Höhen und Tiefen haben und alle nicht so richtig den Abschluss vom Collage in „das richtige Leben“ schaffen. Teil 1 und 2 habe ich schon mehrmals gesehen.
In Teil 3 sitzen sie, wieder mal, zusammen und teilen ihre Pläne. Die Anführerin Aubrey sagt sowas wie: „Ach, ich weiß nicht.. vielleicht werde ich Doula. Das ist ein Baby-Coach. Ich sage dann ‚Hallo Baby! Komm raus, es ist gar nicht schwer!‘ “
Und ich konnte nicht glauben, was ich da gehört hatte.
Ich mache jetzt meine Entscheidung nicht wirklich von einem albernen, aber sehr lustigen Mädchen-Film abhängig. Aber dieses Wort, das kein Mensch kennt und je gehört hat, kommt an dem Tag meiner Frage nach einem Zeichen in diesem Film vor? Also echt. Gott hat Humor!

Wenn ich dann Freundinnen näher erklärte, was es mit der Doula auf sich hat, wurde mir sofort bestätigt, dass das total zu mir passen würde. Und voller Mut und Abenteuerlust fuhr ich Ende Februar zur Info-Veranstaltung.

Und damit geht’s weiter im nächsten Blog-Eintrag.

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* Unser 2017 *

Immer mal wieder Ende Dezember freue ich mich darauf, endlich unseren Jahresrückblick zu schreiben.
Das dauert meistens zwei (diesmal drei) Tage, bis ich damit fertig bin, aber es ist mir so wertvoll.

Diese Texte und Fotos sind ein Schatz.
Für mich. Für uns.

Ein Beweis, dass es gut war. Und wird.
Ein Beweis, dass Gott seine Versprechen hält, alles zu unserem Besten zu machen. Ein Beweis, dass wir Eltern es trotz Herausforderungen schaffen, eine glückliche Kindheit zu bauen, Kindheitserinnerungen entstehen zu lassen. Ein Beweis, dass wir es uns zusammen schön gemacht haben.

Jetzt hier zu sitzen und im Rückblick an die Aufs und Abs dieses Jahres zu denken, an Glück und Enttäuschung, an Trauer und Zufriedenheit, an Gesundheit und Krankheit, an Überraschungen, an Planänderungen… – ist nicht immer leicht, aber so wertvoll und kostbar. Für mich gehört das zum Beenden eines Jahres dazu.

Vorgestern habe ich auf Instagram meine 9 beliebtesten Fotos des Jahres ausgesucht. Emilian hat zugeguckt – und ab und zu sagte er: „Ach jaaaa.. daran kann ich mich fast nicht mehr erinnern!“
Was sind 12 Monate für ein Kind?
Eine Ewigkeit.
Das ist so lange her.

****

Januar

Zusammen mit Freunden haben wir in der Kirche in das neue Jahr gefeiert. Die Kinder sind zum ersten Mal bis nach Mitternacht wach geblieben. Im letzten Monat schwanger war ich nicht mehr dazu in der Lage, wie sonst eine Party zuhause zu schmeißen.

Genau vor einem Jahr hatte ich ein kleines ungeborenes Baby verloren. Dieser dicke Bauch war so ein Geschenk! Jederzeit rechnete ich damit, dass die Geburt losging. Noch nie hatte es ein Kind bis zum errechneten Termin geschafft und gerade bei Nummer 3 war ich auf alles gefasst.

Mein Mann sagte nach langem Hin und Her seine vorletzte Einheit des Coaching-Studiums in Hannover ab und nahm per Skype teil.
Den Entbindungstermin verbrachten wir im Krankenhaus, aber nach Geburt sah das nicht aus. Was haben wir gewartet!!
Drei Tage später, am 21. Januar, kam unser dritter Sohn zur Welt, nachdem wir nicht mal 60 Minuten vorher im Schlafzimmer aus dem Bett gesprungen sind.

Ich war überwältigt von diesem Baby-Glück, wieder nach 5 Jahren. Wir alle staunten über das kleine Wesen. Ich fühlte mich schnell wieder fit und musste doch lernen, mir und uns Zeit zu geben. Alle Omas und Opas haben uns viel geholfen und den Start sehr erleichtert. Die Mädels aus der Kirche überraschten mich mit einer Babyparty, mit vielen Geschenken und Mittags-Gutscheinen für die ersten Baby-Tage.

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Februar

Der Februar begann mit den Winterferien. Wir alle genossen die Pause, mal nicht früh aufstehen zu müssen. Die Hebamme besuchte uns täglich und wie die anderen beiden auch brauchte Jari lange, um sein Geburtsgewicht zu erreichen. Ich konnte die Babyzeiten mit dem dritten Kind jetzt aber mit viel Entspannung und Erfahrung wirklich genießen.

Das Geburtstags-Wochenende meines Mannes verbrachten wir in Dresden, wo wir mit meiner Schwester+Mann und meinem Bruder+Frau an einem Familienseminar teilnahmen. Außerdem überraschten wir meine Schwester mit einer Babyparty. Ihr Sohn, der 5. Enkel meiner Eltern, kam auch sehr schnell und überraschend Mitte Februar statt Anfang März zu Welt.

Mein Mann flog für ein paar Tage in die Schweiz, wir feierten viele Familien-Geburtstage und ich nahm (mit Jari) an einem Selbstbehauptungskurs für Frauen in unserer Kirche teil. Wir besuchten Karls Erdbeerhof zum ersten Mal im Winter und Emilian stand zum ersten Mal in Schlittschuhen auf dem Eis. Auch im Zoo war ich endlich wieder mit den Kindern.
In einem Kita-Elterngespräch sprachen wir über Liams Verhalten und seine Suche nach dem neuen Platz in der Familie.
Ich selbst suchte auch meinen neuen Platz und wurde ein bißchen besser darin, Schmutz und Wäsche und Geschirr stehen zu lassen.. und einfach frische Dreier-Mama zu sein.

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März

Ihr wisst ja, wie ich es liebe, den Frühling zu erwarten und zu spüren. Jede Blüte musste ich bewundern und in den frühmorgendlichen Still-Pausen konnte ich Vögel zwitschern hören.
Wir waren wieder im Zoo. Die neue Freiheit-ohne-Bauch genoß ich und auch die Ruhe-Zeiten zum Stillen musste ich lernen und schätzen lernen.

Mein Mann war beruflich wieder kurz in Hannover unterwegs. Unsere MOPS-Treffen in der Gemeinde wurden größer und machten richtig Spaß! Emilian begann einen Schwimmkurs und das wurde ein schönes Mama-Sohn-Ritual für uns.

Und dann der jährliche Geburtstags-Marathon!
Liam wurde 5 und feierte eine Dschungel-Party.
Emilian wurde 7 und feierte eine Cars-Party.
Ich lieh mir von einer Freundin die heißgeliebte Manduca und trug Jari sehr oft mit mir rum. Das half auch am besten gegen Bauchschmerzen, die ihn immer wieder quälten.

Es wurde deutlicher und deutlicher, dass wir nicht -wie gewünscht und gehofft und geplant- die Sommerferien in Kalifornien verbringen können. Ein paar Termine, auf die wir keinen Einfluss hatten, wurden geändert und ausserhalb unserer Schulferien gelegt. Das war sehr bitter und ich brauchte eine Weile, um das zu akzeptieren. Mein Mann würde also nach 2 1/2 Jahren ohne uns nach Kalifornien fliegen.
Stattdessen planten wir, unsere Herbstferien auf Korsika zu verbringen und der Gedanke an die zwei Wochen am Meer entschädigte mich ein bißchen.

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April

Der 1. April war ein ganz, ganz heißer Tag und ich fuhr mit den Kindern und meiner Schwester in den Britzer Garten. Tolle Kirschblüten-Fotos haben wir gemacht!
Am 4. April wurde ich 32 und es war ein richtig kalter Tag.
Anders als in den letzten Jahren feierte ich gar nicht und das hat mir eigentlich auch gefehlt. Immerhin waren wir nach dem Schwimmunterricht kurz Eis essen und am Abend liefen mein Mann und ich zum Restaurant an der Ecke, um zur Not schnell wieder zuhause sein zu können.
Wir genossen den kommenden Frühling im Garten und auf der Terrasse. Wir färbten Ostereier, besuchten das Legoland und die beiden Jungs verbrachten ein schönes Wochenende bei meinem Bruder und seiner Frau. Mein Mann schloss sein Studium in Hannover erfolgreich ab!
Kurz nach Ostern stellte die Kinderärztin erschrocken fest, dass Jari Gewicht verloren hatte und schickte uns eilig ins Krankenhaus.
Ein paar aufregende Tage begannen, voll von Sorge, neuen Hebammen-Besuchen, Schuldgefühlen und Flaschennahrung. Es stellte sich heraus, dass die Muttermilch nicht ausreichend war und zum ersten Mal im Leben rührte ich Flaschenmilch an. Trotz völliger Ahnungslosigkeit lernten wir das ganze Flaschen-Zeug für Tag und Nacht doch schnell und konnten fast zusehen, wie Jari Gewicht zunahm.

Jari geht es jetzt gut.
Er hat absolut keinen Schaden genommen und ist ein gesunder, glücklicher Schatz.
Aber ich spüre, wie dieses Thema in mir sticht, wenn ich daran denke. Manchmal kann ich mir die Fotos von Jari im April kaum ansehen, weil es wehtut. Wie konnte ich mein Baby halb verhungern lassen? Was bin ich für eine Mutter, die ihr Kind nicht stillen kann? 
Dieses ganze Thema „Stillen“ ging mir plötzlich so auf die Nerven. Auf jeder Milchpulverpackung sahen mich die Buchstaben „Stillen ist aber das Beste für Ihr Kind!“ herausfordernd an. Ich wollte ja so gern! Aber es ging nicht.
Glücklicherweise hatte ich bereits zwei Kinder „großgestillt“ und konnte irgendwann entspannter und gelassener mit der Sache umgehen und die Vorteile der Flaschenmilch schätzen.

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Mai

Zum ersten Mal besuchten wir das Kirschblütenfest in unserer Nähe. So ein Traum! Zartrosa und Sonne und Duft überall.
Zusammen mit meiner Familie machten wir einen Tagesausflug zum Wannsee. Ich musste lernen, Ausflüge trotz Flaschennahrung zu bewältigen.
Das Stillen wurde immer mehr ein Kampf für uns beide. Zum ersten Mal im Leben besorgte ich eine Milchpumpe und begann eine Hass-Liebe mit diesem Ding. Ich war natürlich dankbar für solche Sachen wie Milchpumpen und Flaschennahrung, aber es dauerte trotzdem, bis ich mich angefreundet hatte.
Bei einem kurzem Stromausfall wurde ich wieder erschüttert und mit der Tatsache gequält, dass ich ohne Strom überhaupt nicht in der Lage war, mein Kind zu füttern!
Wir besuchten eine Osteopathin, nur um herauszufinden, dass mit unserem Kind wirklich alles in Ordnung war.

Emilian beendete seinen Schwimmkurs.
Gemeinsam nahmen wir an einem Familien-MutMachTag in Potsdam teil. Dieser Tag und diese Idee haben uns viel Freude gemacht. Uns besuchte ein Familienfotograf, der uns einen Tag lang begleitete und viele, viele Fotos aus dem Alltag schoß. Inzwischen ist daraus ein Fotobuch entstanden und wir denken gern an diesen Tag zurück.
Gemeinsam mit „Berlin Machen“ nahmen wir an einer Sauberkeits-Aktion teil und räumten das Gelände um unsere Kapelle auf.
Emilian begann einen Kletterkurs, der ihm viel Spaß machte. Wir alle verbrachten viel Zeit draussen in Parks und unserem Garten. Diese Jahreszeit macht mich immer glücklich! Wie immer mal wieder kämpfte ich gegen zu volle Kinderzimmer und Unordnung, dazu auch mit Vergesslichkeit und Schlafmangel und Hausaufgabenstress. Wir alle kämpften gegen Ameisen in der Küche und -leider erfolglos- gegen gemeine Raupen in der Buchsbaumhecke.

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Juni

Im Juni feierten wir unseren 10. Hochzeitstag!
Wir spaziertem am Schlachtensee und ließen uns Weißwurst mit Brezeln und Erdbeerbowle schmecken.
Am Nachmittag zwängten wir uns zogen wir uns unsere echte Hochzeitskleidung an und machten Familienfotos bzw. stellten unsere Hochzeitsfotos -nun mit drei Kindern- nach. Das war mein großer Wunsch und es sind wunderbare Fotos entstanden!

Emilian steckte sich mit Streptokokken an und bekam ein Medikament, das er nicht vertrug und einen anstrengenden Hautausschlag mitbrachte.
Wir feierten eine Gartenparty und luden Freunde ein, uns bei größeren Arbeiten im Garten zu helfen. Meine Mama legte einen schönen Steingarten an, wir pflanzten neue Blumen und auch Bohnen und Tomaten.
Ich konnte endlich wieder Holundergelee kochen und habe auch Likör gemacht. Lecker!

Elternabende, Impfungen, Geburtstage standen auf dem Programm – und natürlich ganz viel draussen sein. Wir entdeckten, dass Liam Streichelzoos liebt! Und so machten wir ab jetzt nicht mehr einen großen Bogen darum, sondern verbrachten viel Zeit auf Karls Erdbeerhof, im Zoo oder auf dem Spargelhof Klaistow mit dem Streicheln und Füttern von Tieren.

Ganz spontan entschieden sich die beiden Jungs eines Abends, mit Papa draussen im Zelt zu übernachten. Alle waren so aufgeregt und es klappte wirklich gut.

Jari wurde 5 Monate alt und war unser aller Glück.
Er holte gut Gewicht auf und wir probierten die ersten Breie. Besonders Liam kümmerte sich rührend -wenn auch ab und zu etwas wild- um alles, was Jari brauchte.
Ich hörte auf, Milch abzupumpen. So schwer mir das auch fiel, das innige Stillen des eventuell letzten Babys so zu beenden – ich genoß auch die Freiheit und vor allem, die Milchpumpe loszuwerden.
Jari war einfach gern inmitten seiner Familie. Er weinte kaum, liebte seine Brüder und lag gern im Wipper und schaute uns zu. Bis heute noch ist er ein absolutes Papa-Kind.
Ich litt an Schlafmangel, Haarausfall, schmerzenden Schultern und erinnerte mich daran, dass alles eine Phase sei und ich das irgendwie bereits zweimal geschafft hatte. Trotz allem konnte ich mit diesem dritten Baby wirklich entspannter sein und genoss den Babyduft, den Anblick der kleinen Hände und das erste Plappern.

Liam probierte das Fußball-Training aus. Emilian würde bald die 1. Klasse beenden. Er war ein fröhliches, schlaues Schulkind und probierte die ersten Nachhausewege ohne uns.
Schweren Herzens verkauften wir unser Auto, weil es uns doch mehr Ärger als Nutzen brachte.
Wir bekamen Besuch aus Kalifornien und verbrachten zusammen schöne Sommertage in Berlin.

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Juli

Nachdem wir den Jahrhundertregen in Berlin ohne Auto überstanden hatten, kauften wir das meines Schwiegervaters. Die Überschwemmungen störten uns nicht weiter und wir machten uns Spaß daraus und liefen barfuß von der Kita nachhause oder stürzten uns im Garten in riesige Matsch-Pfützen.

Für ein Blogger-Treffen fuhr ich mit den Jungs nach Berlin Prenzlauer Berg und die Innenstadt und die öffentlichen Verkehrsmittel waren ein aufregendes Erlebnis.

Für die Freunde aus Kalifornien mag der Regen eine Freude gewesen sein – für uns und viele Berliner war er ärgerlich und enttäuschend. Immerhin war es warm und ich ging nie mehr ohne Schirm und Gummistiefel aus dem Haus.

Als inzwischen kleines Sommer-Ritual fuhren wir aufs Feld, zum Erdbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren und Blaubeeren zu ernten und gleich in den Mund zu stecken.
Emilian beendete glücklich das erste Schuljahr und wir starteten in die Sommerferien! Lange schon arbeiteten wir an einer to-do-Liste für den Sommer – und nun ist es endlich soweit.
Mit allen Müttern und Vätern und Kindern von MOPS Berlin feierten wir ein Abschlussfest – überwältigt von allem, was aus diesem Traum geworden ist.

Nebenbei lief der ganz normale Alltag, der keine Ferien macht: Sand in der Wohnung, Babybrei kochen, Fenster putzen, Geschenke für Lehrer und Erzieher besorgen, Bücher für die 2. Klasse bestellen, das Baby nicht vergessen.

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August

Nach dem Regen folgte eine Mückenplage, die den ganzen Sommer nicht mehr aufhören sollte.
Bei schönem Wetter feierten wir den Geburtstag meiner Mama und genoßen es, alle ihre fünf Enkel zusammen zu haben.

Mit meiner Tante trafen wir uns in Familiengarten Eberswalde und staunten über den schönen großen Park. Im Berliner Zoo sahen wir endlich die neuen Pandabären. Emilian verbrachte einen Tag mit Papa im Filmpark Babelsberg.
Mit den Kindern fuhr ich für einen Tag an die Ostsee, um meine Eltern zu besuchen und das Meer zu sehen.
Wir verbrachten schöne, wenn auch verregnete, Urlaubstage in Dresden bei meiner Schwester. Noch immer reden die Jungs vom Ausflug in die Sächsische Schweiz.

Wir feierten 7 Monate mit Jari.
Durch die Flaschenmilch hatten wir einen guten Überblick über seine Nahrung – und so lief alles andere eher nebenher. Er lernte so schnell und so viel. Lachen, Quietschen, Sitzen, sich Hochziehen, Brei essen, Brei verschmieren, besser Schlafen, erste Babyzeichen.

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September

Nach einem vollen Sommer, den wir uns trotz des vielen Regens schön und voll gemacht haben, begann für Liam das Vorschuljahr und für Emilian die 2. Klasse. Der regelmäßige Alltag tat uns allen gut.
Zum zweiten Mal und mit als ein Höhepunkt des Jahres feierten wir mit unserer Kirche das Nachbarschaftsfest.
Wir ernteten Bohnen, Himbeeren und Tomaten im Garten, ich probierte, Pfefferminzgelee herzustellen und wir fotografierten die Herbst-Beete im Britzer Garten. Zum ersten Mal durften die Jungs im Kletterwald den Kinder-Parcour ausprobieren. Bei schönem Wetter spazierten wir auf dem Tempelhofer Feld, um das Drachen-Festival zu bewundern.
Bücherei-Besuche standen auf dem Programm. Und immer mal wieder ein überraschender Regenschauer.

Ende des Monats flog mein Mann dann nach Kalifornien, um Freunde zu treffen und an Konferenzen teilzunehmen. Wir waren gut vorbereitet und hatten Freunde und Familie zur Unterstützung, aber schwer war es doch. Die Fotos und Videos von ihm sahen wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Und natürlich bestellten wir viele Mitbringsel.

Kurz bevor er wieder zu uns kam, fand ein großes, großes Familientreffen statt, dass wir nur alle paar Jahre mal schaffen. So viele (ungefähr 120) sind wir inzwischen. Es war kalt, aber schön sonnig im Thüringer Wald und die vier Tage vergingen schnell. Emilian verlor seinen 3. und 4. Milchzahn.

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Oktober

Mit Hilfe der Abreiß-Liste und des näher kommenden Frankreich-Urlaubs schafften wir irgendwie auch die letzten Tage ohne Papa. Als wir endlich zu fünft vom Flughafen wieder nachhause kamen, zeigte Jari, das Papa-Kind, mit leuchtendsten Augen, was wir alle dachten: Papa ist wieder da!
Wir stürzten uns auf seine Geschichten und Geschenke und in den vertrauten Alltag zu fünft.

Mit Emilian lernten wir, erste Schreibschriftwörter und Lernwörterdiktate zu schreiben. Ich brachte ihn ab und zu wieder zur Schule und genoß die Zweisamkeit und das Fahrrad fahren nach langer Pause.
Die Kinder halfen gern beim Laub harken, wir laminierten Herbstblätter für schöne Fenster-Deko.

Es gab viele goldene und warme! Oktober-Tage. Mit Bücherei-Büchern für die Fahrt, unzähligen Babybrei-Gläschen, Passfotos und Strand-Zeugs bereiteten wir uns aufgeregt auf unseren Familienurlaub vor.
Wir packten und packten und planten und planten und erlebten zwei wun-der-schö-ne Wochen auf Korsika, am Mittelmeer. Das Wetter war traumhaft, das Meer nebenan, die Croissants so lecker – und ausser einer Bronchitis, die unser Baby erwischte und vielleicht etwas Langeweile auf den langen Autofahrten gab es nichts zu meckern.

Was wir noch nicht wussten: Während unserer Abwesenheit wurde in unserem Haus und Garten viel gewurschtelt und ein selbstgebautes Baumhaus wurde an unseren Baum gehängt!

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November

Die Sonnenuntergänge unter Palmen, das Baden im Meer und das Urlaubsgefühl taten uns so gut – und etwas verstört und verkühlt kamen wir Anfang November in das dunkle Berlin zurück.
Einen besonderen Wunsch erfüllten wir uns auf der Rückfahrt und machten kurz Pause in Nizza und Cannes. Vor 10 Jahren begann unsere Geschichte dort mit unserer Hochzeitsreise – nun mit drei Kindern zurück zu kommen, war ein besonderer Moment für uns.

Die Kälte und Dunkelheit in Berlin rückte schnell in den Hintergrund, weil wir nicht nur in ein sauberes Haus mit gefülltem Kühlschrank kamen – sondern weil ein Baumhaus im Garten uns vor Überraschung die Sprache verschlug.

In einer letzten Etappe vor den Weihnachtsferien begann der Kita- und Schulalltag wieder. Wir brachten die Sommerkisten auf den Dachboden und holten gleich die Weihnachtsdeko runter. Im Zuge des Räumens und auf der Suche nach neuen Geschenkideen sortiere ich mal wieder die Kinderzimmer und bringe volle Tüten zum Rumpelbasar. Ausserdem räumte ich endlich alle Kinderkleidung in beschriftete Kisten und es entstand viel Platz im Kleiderschrank.

In einem Segnungsgottesdienst für Babys wurde für Jari und uns als Familie gebetet. Diesen besonderen Sonntag feierten wir mit der Familie und mit der traditionellen Sauer-Scharf-Suppe.
Ich ging mit Liam zur Schuluntersuchung, die er ohne Probleme bestand. Wir beschäftigten uns mit Laternen und ersten Weihnachtsplätzchen, ich befüllte die Adventskalender.
Mit Emilian ging ich zur Filmpremiere von „Bo und der Weihnachtsstern“. Ein ganz toller Film!

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Dezember

Den Dezember verbrachten wir ruhig und mit vielen kleinen Weihnachts-Traditionen. Eigentlich dauerhaft quälten uns Kinderkrankheiten, die wir wohl auch mit ins neue Jahr nehmen werden. Es gab Plätzchen, den Weihnachtsmarkt-Besuch, das Lebkuchen-Haus, viel Weihnachtsmusik und Kerzenschein.

Kurz freuten wir uns über echten Schnee!
Wir feierten den 1. Geburtstag meines Neffen, befüllten Nikolaus-Schuhe und bereiteten das Weihnachtsfest vor.

Nach den Feiertagen mit den Familien verbrachten wir die freien Tage einfach zuhause. Emilian hatte ein neues Tanz-Spiel für die PlayStation bekommen und wir alle tanzen sehr gerne damit! Die Kinder werden langsam gesund und bis zum Schulanfang am 3. Januar werden wir einfach ausruhen, mit den neuen Sachen spielen, Rezepte ausprobieren, ausschlafen, Hörspiele hören und ab und zu eine Runde um den Block gehen.

Heute feiern wir bei Freunden in das neue Jahr und die Jungs sind schon ganz aufgeregt, weil sie wach bleiben dürfen und ihre Knaller knallern können.

Danke!
Danke für euer Mit-Lesen und Mit-Freuen

 und Mit-Leiden und Mit-Leben.
Wir haben Pläne und Wünsche und Ideen für das neue Jahr 2018 und sind gespannt, was uns erwartet!

Ich wünsche allen meinen Lesern einen schönen letzten Dezembertag und dann einen bewahrten Silvester-Abend!
Kommt mit guten Gedanken ins neue Jahr!
Schön, dass es euch gibt!

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