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papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

Wenn ich groß bin, werde ich… (Teil II)

Lest hier Teil I 

Es war schon komisch, an einem Samstag Morgen zum Info-Tag meiner Weiterbildung aufzubrechen. Das war für mich zum ersten Mal eine berufliche Um-Entwicklung, zum ersten Mal in Richtung Arbeit nach drei Kindern und überhaupt zum ersten Mal habe ich meine 4 Männer für einen ganzen Tag alleine gelassen.

Es gibt diese Weiterbildung vom Verein GfG e.V. dreimal in Deutschland – und ich musste mich nur für ein paar Minuten in den Bus setzen, um teilzunehmen. Das ist schon echt ein Glück!

Ich war als Erste da und hatte Zeit, um anzukommen und ein paar Worte mit der Leiterin zu wechseln. Der Raum erinnerte mich an den Geburtsvorbereitungskurs: In der Mitte lag ein Tuch, auf dem Karten, Kerzen und Bonbons lagen. Am Rand lagen rote Kissen und Decken, es gab Tee und alles war sehr gemütlich.

Wir waren dann 10 Frauen im Alter von 30 bis Mitte 60, Mütter von einem oder bis zu 8 Kindern. Mit und ohne Partner im Leben. Aus Berlin und ganz Deutschland. Voraussetzung für diese Weiterbildung ist ein Mindestalter von 30 Jahren, eine eigene Geburt miterlebt zu haben, sowie körperliche und seelische Belastbarkeit.

Die Frauen waren so verschieden!
Manche waren schon bei vielen, vielen Geburten dabei gewesen, andere noch gar nicht. (ich) Manche hatten mehrere Tage für die Geburt eines Kindes gebraucht, andere ein paar Minuten. (ich) Eine Frau war eine ausgebildete Doula in Amerika. Eine Frau arbeitet in Berlin als Trageberaterin. Eine Frau besaß eine eigene Firma. Eine Frau hatte ihr 4 Monate altes Baby dabei.
Ganz viele interessante Personen und Geschichten.

Wir lernten den Verein der GfG und die Geschichte der Doulas in Deutschland kennen. Unsere Leiterin hat diese Weiterbildung selbst entwickelt, die es schon seit 14 Jahren! in Berlin gibt.
Wir klärten rechtliche Fragen.
Wir sahen uns die thematischen Inhalte der Weiterbildung an. Spannend!
Wir lernten, dass wir über unsere eigenen Geburten reden werden und Erlebtes aufarbeiten werden.
Wir bekamen eine lange Liste von Büchern, die wir ausleihen oder kaufen und lesen sollten.
Wir lernten, dass Hebammen und Doulas sich wunderbar ergänzen können – und sich nicht den Job wegnehmen müssen, was meine Befürchtung war.
Wir sahen einen Film mit vier verschiedenen Geburten an.
Wir sahen uns genau die Aufgaben einer Doula an – und was nicht zu den Aufgaben gehörte:

Das Wort „Doula“ leitet sich aus dem griechischen „doleia“ ab, und bedeutet „dienen“ oder „betreuen“. Eine Doula ist eine Frau, die eigene Kinder geboren hat, und über fundiertes Wissen rund um die Geburt verfügt.

Sie kennt und versteht die emotionalen Bedürfnisse einer Frau während der Geburt, deshalb ist sie in der Lage, der Gebärenden eine einfühlsame, kontinuierliche und individuelle Unterstützung zu geben.
Das bedeutet, sie atmet mit ihr gemeinsam, hilft ihr durch Massagen sich zu entspannen, tröstet sie, ermutigt sie, umsorgt sie…je nachdem, was die Gebärende gerade braucht. (Quelle: www.gfg-bv.de)

Eine Doula weiß und lernt viel, um wenig zu tun.
Eine Doula ist einfach da. Sie begleitet und unterstützt.
Sie ist ganz für die Bedürfnisse der Frau da.
Sie ersetzt keine Hebamme und keinen Geburtshelfer.
Sie darf keine Alleingeburt begleiten.
Sie übernimmt keine medizinische Funktion.

Der Tag bestand eigentlich aus vielen Fragen, die wir stellten – und aus den Antworten, die uns die Leiterin gab.

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Zu meinen persönlichen Fragen, auf die ich eigentlich an diesem Tag Antworten haben wollte, kamen viele neue Fragen dazu. Am Ende des Tages war mein Kopf voll, mein Herz durcheinander und ich konnte kaum abwarten, alles mit meinem Mann zu besprechen.

Und ich war sehr unsicher. Ich dachte ja anfangs, dass ich mich auch für die Wochenbett-Pflege oder die Geburtsvorbereitung entscheiden könnte, aber eine Doula ist wirklich nur zur Geburt dabei. Andernfalls müsste ich die Weiterbildung zur „Mütterpflegerin“ machen, aber ich wollte ja doch die Geburten.

Ich dachte neu über alles nach und stellte mir vor, wie dieses Doula-Leben zu mir und zu uns passen könnte.
Ich entschied mich hin und her.
Ich ließ die Weiterbildungs-Wochenenden im Kopf schon im Kalender frei, aber ich redete mit niemandem darüber.
Ich fragte mich, wie wir diese Umstellung finanziell bewältigen würden.
Ich fragte mich, ob dieser Beruf zu mir passt – oder ob meine Angst vor Neuem zu groß war.

Ich redete mit Freundinnen, deren Meinung mir wichtig war – und dann unterschrieb ich! Mein Mann holte den Sekt und wenige Tage vor der Deadline schickte ich den Vertrag unterschrieben zurück.

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Diese ganzen „Was ist, wenn…“ Fragen würden sowieso erst beantwortet werden, wenn ich einfach anfing.
Mit Mut. Abenteuerlust. Risikobereitschaft. Vorfreude.

Im Sommer 2019 werde ich also eine Doula sein!
Wenn alles gut geht.

Es ist nämlich so: Jede Frau kann Doula sein.
Jede Freundin, Schwester, Mutter, Nachbarin… kann zur Geburt mitgehen, begleiten und sagen: „Ich bin hier die Doula.“
So war es doch früher! Frauen, die bereits Kinder bekommen hatten, begleiteten die Gebärende, um emotionaler Beistand zu sein. Einige Krankenhäuser werden das hier erlauben, andere vielleicht nicht.

Die Bezeichnung der „GfG Doula“ hat in Berlin schon einen Ruf und Namen, sagte uns die Leiterin. Ich bezahle Geld für die Weiterbildung, um ein Zertifikat zu bekommen, um diesen Namen tragen zu dürfen, ihn zu ehren und zu verbreiten und natürlich auch, um geschützt und abgesichert sein zu können.

Wenn ich also an allen Weiterbildungswochenenden teilgenommen habe, wenn ich in einem Geburtsvorbereitungskurs und einer Still-Gruppe hospitiert habe, wenn ich alle meine Bücher gelesen und ein Referat gehalten habe, wenn ich im Rahmen eines Praktikums ein paar Geburten miterlebt habe und eine Geburt als Doula begleitet habe, dann bin ich eine GfG Doula.

Meine Aufgabe sieht dann so aus:

Eine werdende Mama meldet sich bei mir, um mich als Doula zu buchen. Somit steht ihr ein Vor- und Nachgespräch zu, ausserdem 10 Tage um den Entbindungstermin meine Rufbereitschaft und meine vollständige Anwesenheit während der Geburt. Ob diese nun 30 Minuten oder 30 Stunden dauert. (Diese Tatsache finde ich am herausfordernsten und spannendsten, aber mein Mann ist auf meiner Seite und hält mir den Rücken frei.) Ich kann entscheiden, welche und wie viele Frauen ich annehme.

Die Kosten für die Doula übernimmt keine Krankenkasse, sondern die werdende Mama selbst. Am Info-Tag habe ich gelernt, dass sich Mamas immer öfter zur Babyparty eine Doula schenken lassen, anstelle von Babykleidung und Windeln.

Und das ist es.
Das ist die ganze Aufregung, um die ich in den letzten Monaten so herumgeschlichen bin.

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Es ist nicht ganz einfach.
Viel lesen und viel lernen.
Entscheidungen treffen. Praktikumsplätze finden.

Diese aufregenden Bereitschaftstage ohne Urlaub und Alkohol für mich, in denen jederzeit der Anruf „Das Baby kommt!“ kommen kann. Dann lasse ich alles stehen und liegen und weiß nicht wirklich, wann ich meine Familie wiedersehen kann.

Dann die Geburt.
Ich war noch nie bei einer anderen Geburt dabei. Aber ich habe drei Kinder entbunden und weiß, dass es ein Ausnahmezustand ist, in dem Minuten zu Stunden werden, in dem es Geräusche und Gerüche gibt, die es sonst nirgendwo gibt, ein Zustand voller Intimität, Schmerzen, Loslassen, Ausgeliefert sein und mit großen Emotionen.

Aber ich will das! Unbedingt.
Das ist das Wunder des Lebens.
Der allerschönste Moment. Kostbar. Einzigartig. Paare werden zu Eltern, die Zeit steht still und ein neues Leben ist da.

Quelle: pixabay

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Ihr glaubt nicht, wie viele Fragen es in meinem Kopf gibt!

Kann ich das schaffen?
Wo finde ich Praktikumsplätze?
Wer möchte mich schon mit zur Geburt nehmen?
Was werden die Hebammen sagen?
Werde ich im Weg stehen?
Werde ich helfen können?
Kann ich das schaffen?
Können wir das schaffen?
Kann ich Frauen helfen?
Was ist, wenn was passiert?
Kann ich das schaffen?

Ich gehe jeden Schritt nach dem nächsten.
Ich bin gespannt und aufgeregt.
Eine Doula macht nichts, eine Doula ist.
Ich kann sein.
Ich kann ermutigen.
Ich kann aushalten.
Ich kann zuhören.
Ich kann das schaffen!

Danke für eure große Begeisterung!
Danke für alles Mitfiebern und Mitfreuen!
Danke, dass ihr den Weg mitgeht.
Ich werde berichten und erzählen, was ich kann und darf.
Ihr seid mit dabei!

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Wenn ich groß bin, werde ich… (Teil I)

Ich bin Erzieherin. Und ich habe gern in dem Beruf gearbeitet. Aber mir war klar, dass ich damit aufhöre, wenn ich Kinder habe. Ich wollte und will voll für meine Kinder da sein, bis sie in einem guten Kita-Alter sind, was nach dem 3. Geburtstag beginnt, meiner Meinung nach.

Schon seit ein paar Jahren wurde dann die Lust auf meinen alten Beruf wieder ein bißchen größer, vor allem werden gute Erzieher überall so sehr gesucht. Ich hätte mir Ort und Zeit und Geld wahrscheinlich aussuchen können.. aber es hat nichts so richtig gepasst. Für ein paar Monate versuchte ich, in einem Büro zu arbeiten. Das war gut und abwechslungsreich für mich, aber nicht meine größte Leidenschaft. Und dann kam ja noch das dritte Kind.

Jetzt ist unser Lebensumstand und unser Familien-Alltag trotz aller Ungeplantheit aber sicher und absehbar geworden. Zumindest größtenteils. Und ich habe mich auf die Suche nach einem neuen bezahlten Job für mich gemacht. Möglichst von zuhause aus und ohne feste Arbeitszeiten. Und mit viel Geld. Man wird ja wohl noch träumen dürfen…

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Schon lange, lange hat mich die Hebammen-Situation in Deutschland beschäftigt. Ich habe keine Diskussionen und Entscheidungen verfolgt, war nicht auf Demos und habe selten Petitionen unterschreiben. Ich habe Janas Hebammenblog aus Berlin verfolgt, aber ich muss hier nichts verlinken, um euch zu sagen, wie traurig, ausweglos und sehr wohl auch lebensgefährlich diese Entwicklung inzwischen ist und weiter wird.

Dass Frauen mit positiven Schwangerschaftstest in der Hand zum Telefon greifen, jedoch keine Hebamme mehr im Umkreis finden, ist nicht okay.
Dass Frauen in der Schwangerschaft bei Fragen und Sorgen keine fachliche, ermutigende Unterstützung haben, ist nicht okay.
Dass Gebärende im Kreissaal alleine gelassen werden, wo Unsicherheit und Angst eine Geburt nicht gerade beschleunigen, ist unmöglich.
Dass eine Drittgebärende sich überlegen muss, ob sie sich eine Hebamme sucht, auf die Gefahr hin, dass sie diese einer Erstgebärenden „wegnimmt“, ist unglaublich.
Dass Babys in ländlicheren Gegenden immer öfter in Privat-Fahrzeugen, Taxis und Krankenwagen zur Welt kommen müssen, ist sehr schade.
Dass Hebammen immer weniger Geburten machen können und immer mehr Schreibkram erledigen müssen, ist traurig.
Dass Hebammen fürchten müssen, bei Fehlern ihren Job und ihre Arbeitserlaubnis zu verlieren und gleichzeitig immer mehr müde und überarbeitet sind, ist traurig.
Dass der Beruf der Hebamme immer weiter wegrückt von dem, was er eigentlich mal war, macht mir das Herz schwer.

Für diese Beispiele musste ich nicht wild im Internet suchen und recherchieren… das ist leider Alltag geworden und um mich herum passiert. Diese Geschichten kommen von Freundinnen, von meiner Hebamme oder von Bloggermüttern, die ich lese.
Die Not ist groß.

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Diese beiden Gegebenheiten zusammenzubringen, kam mir lange nicht in den Kopf. Beziehungsweise habe ich kurz mit dem Gedanken gespielt, Hebamme zu werden… ich hab mich auch richtig damit beschäftigt. Aber für eine lange Ausbildung fehlt mir gerade Zeit und Kraft. Für ein Studium fehlt mir das Abitur. So richtig passte das auch nicht zu unserer Familie, unseren Plänen.. Und irgendwie fühlte sich das nicht richtig an, blind eine Lücke zu füllen, nur weil ich Not sehe.

Das Thema ließ mich aber nicht los.
Ich liebe es, Geburtsberichte zu lesen, zu hören, zu erzählen. Auch mit Fotos und allem drum und dran. Und dass mein Herz seit Jahren für Frauen und Mütter schlägt, passt auch in diese Richtung. Also habe ich mich weiter auf die Suche gemacht.

Ich sah mir die verschiedenen Berufsbezeichnungen an, die es für die Bereiche „Baby und Geburt“ gibt: Hebamme, Amme, Beleghebamme, Midwife, Doula, Geburtshelferin, Stillberaterin, Mütterpflegerin, Wochenbettpflegerin, Familienhilfe… Aus Büchern und Berichten kannte ich einige der Berufe aus Amerika und mir fiel ein, dass eine Freundin in Kanada Doula ist. Ich sprach mit anderen Müttern und stellte fest, dass es die Doula auch in Deutschland gibt. Und ich vertiefte meine Suche in diese Richtung.

„Eine Doula (von altgriechisch δούλη (doúlē) „Dienerin“, „Sklavin“, „Magd“) ist eine Frau, die einer werdenden Mutter vor, während und nach der Geburt als emotionale und physische Begleiterin zur Seite steht. Sie versteht sich als Schwangerschafts-, Geburts- und Wochenbettbegleiterin.“ – Wikipedia

Und das war es!
Das wollte ich. Unbedingt.
Ich fand hilfreiche Internetseiten. Ich fand wunderschöne Berichte, Videos, Fotos. Ich fand andere Doulas aus Deutschland bei Instagram und bombardierte sie mit Fragen. Schnell fand ich heraus, dass es dazu Weiterbildungen in überschaubarer Länge in Berlin gibt. Und ich wollte das!

Das alles war Ende letzten Sommers.
Ich redete nicht viel darüber, weil ich mir erst absolut sicher sein wollte und weil das kein Beruf ist, den man mal eben so schnell macht. Aber meine Leidenschaft war geweckt. Und mein Mann unterstützte mich dabei. Ich stellte es mir so schön vor, mit frischen Mamas und neuen Babys zu „arbeiten“, vielleicht eher im Wochenbett als zur Geburt, solange meine eigenen Kinder noch klein waren.

Den Infotag am 24. Februar hatte ich mir fest gespeichert und in den Monaten bis dahin wurde der Gedanke an diese Weiterbildung mal schwächer, dann wieder stärker. Zweifel kamen und gingen. Ich weihte ab und zu eine Freundin in meine Pläne ein und die erste Frage war immer: „Duu– was? Doula? Was ist das??“

Anfang des Jahres dachte ich einen Gedanken, vielleicht als Gebet, dass ich gern ein Zeichen hätte, um mir wirklich sicher zu sein. An diesem Tag war ich mit meinem Mann im Kino. Wir sahen Teil 3, den Abschluss-Film von Pitch Perfect. Es geht um Collage-Mädels, die leidenschaftlich gern a capella singen, ihre Höhen und Tiefen haben und alle nicht so richtig den Abschluss vom Collage in „das richtige Leben“ schaffen. Teil 1 und 2 habe ich schon mehrmals gesehen.
In Teil 3 sitzen sie, wieder mal, zusammen und teilen ihre Pläne. Die Anführerin Aubrey sagt sowas wie: „Ach, ich weiß nicht.. vielleicht werde ich Doula. Das ist ein Baby-Coach. Ich sage dann ‚Hallo Baby! Komm raus, es ist gar nicht schwer!‘ “
Und ich konnte nicht glauben, was ich da gehört hatte.
Ich mache jetzt meine Entscheidung nicht wirklich von einem albernen, aber sehr lustigen Mädchen-Film abhängig. Aber dieses Wort, das kein Mensch kennt und je gehört hat, kommt an dem Tag meiner Frage nach einem Zeichen in diesem Film vor? Also echt. Gott hat Humor!

Wenn ich dann Freundinnen näher erklärte, was es mit der Doula auf sich hat, wurde mir sofort bestätigt, dass das total zu mir passen würde. Und voller Mut und Abenteuerlust fuhr ich Ende Februar zur Info-Veranstaltung.

Und damit geht’s weiter im nächsten Blog-Eintrag.

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* Unser 2017 *

Immer mal wieder Ende Dezember freue ich mich darauf, endlich unseren Jahresrückblick zu schreiben.
Das dauert meistens zwei (diesmal drei) Tage, bis ich damit fertig bin, aber es ist mir so wertvoll.

Diese Texte und Fotos sind ein Schatz.
Für mich. Für uns.

Ein Beweis, dass es gut war. Und wird.
Ein Beweis, dass Gott seine Versprechen hält, alles zu unserem Besten zu machen. Ein Beweis, dass wir Eltern es trotz Herausforderungen schaffen, eine glückliche Kindheit zu bauen, Kindheitserinnerungen entstehen zu lassen. Ein Beweis, dass wir es uns zusammen schön gemacht haben.

Jetzt hier zu sitzen und im Rückblick an die Aufs und Abs dieses Jahres zu denken, an Glück und Enttäuschung, an Trauer und Zufriedenheit, an Gesundheit und Krankheit, an Überraschungen, an Planänderungen… – ist nicht immer leicht, aber so wertvoll und kostbar. Für mich gehört das zum Beenden eines Jahres dazu.

Vorgestern habe ich auf Instagram meine 9 beliebtesten Fotos des Jahres ausgesucht. Emilian hat zugeguckt – und ab und zu sagte er: „Ach jaaaa.. daran kann ich mich fast nicht mehr erinnern!“
Was sind 12 Monate für ein Kind?
Eine Ewigkeit.
Das ist so lange her.

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Januar

Zusammen mit Freunden haben wir in der Kirche in das neue Jahr gefeiert. Die Kinder sind zum ersten Mal bis nach Mitternacht wach geblieben. Im letzten Monat schwanger war ich nicht mehr dazu in der Lage, wie sonst eine Party zuhause zu schmeißen.

Genau vor einem Jahr hatte ich ein kleines ungeborenes Baby verloren. Dieser dicke Bauch war so ein Geschenk! Jederzeit rechnete ich damit, dass die Geburt losging. Noch nie hatte es ein Kind bis zum errechneten Termin geschafft und gerade bei Nummer 3 war ich auf alles gefasst.

Mein Mann sagte nach langem Hin und Her seine vorletzte Einheit des Coaching-Studiums in Hannover ab und nahm per Skype teil.
Den Entbindungstermin verbrachten wir im Krankenhaus, aber nach Geburt sah das nicht aus. Was haben wir gewartet!!
Drei Tage später, am 21. Januar, kam unser dritter Sohn zur Welt, nachdem wir nicht mal 60 Minuten vorher im Schlafzimmer aus dem Bett gesprungen sind.

Ich war überwältigt von diesem Baby-Glück, wieder nach 5 Jahren. Wir alle staunten über das kleine Wesen. Ich fühlte mich schnell wieder fit und musste doch lernen, mir und uns Zeit zu geben. Alle Omas und Opas haben uns viel geholfen und den Start sehr erleichtert. Die Mädels aus der Kirche überraschten mich mit einer Babyparty, mit vielen Geschenken und Mittags-Gutscheinen für die ersten Baby-Tage.

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Februar

Der Februar begann mit den Winterferien. Wir alle genossen die Pause, mal nicht früh aufstehen zu müssen. Die Hebamme besuchte uns täglich und wie die anderen beiden auch brauchte Jari lange, um sein Geburtsgewicht zu erreichen. Ich konnte die Babyzeiten mit dem dritten Kind jetzt aber mit viel Entspannung und Erfahrung wirklich genießen.

Das Geburtstags-Wochenende meines Mannes verbrachten wir in Dresden, wo wir mit meiner Schwester+Mann und meinem Bruder+Frau an einem Familienseminar teilnahmen. Außerdem überraschten wir meine Schwester mit einer Babyparty. Ihr Sohn, der 5. Enkel meiner Eltern, kam auch sehr schnell und überraschend Mitte Februar statt Anfang März zu Welt.

Mein Mann flog für ein paar Tage in die Schweiz, wir feierten viele Familien-Geburtstage und ich nahm (mit Jari) an einem Selbstbehauptungskurs für Frauen in unserer Kirche teil. Wir besuchten Karls Erdbeerhof zum ersten Mal im Winter und Emilian stand zum ersten Mal in Schlittschuhen auf dem Eis. Auch im Zoo war ich endlich wieder mit den Kindern.
In einem Kita-Elterngespräch sprachen wir über Liams Verhalten und seine Suche nach dem neuen Platz in der Familie.
Ich selbst suchte auch meinen neuen Platz und wurde ein bißchen besser darin, Schmutz und Wäsche und Geschirr stehen zu lassen.. und einfach frische Dreier-Mama zu sein.

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März

Ihr wisst ja, wie ich es liebe, den Frühling zu erwarten und zu spüren. Jede Blüte musste ich bewundern und in den frühmorgendlichen Still-Pausen konnte ich Vögel zwitschern hören.
Wir waren wieder im Zoo. Die neue Freiheit-ohne-Bauch genoß ich und auch die Ruhe-Zeiten zum Stillen musste ich lernen und schätzen lernen.

Mein Mann war beruflich wieder kurz in Hannover unterwegs. Unsere MOPS-Treffen in der Gemeinde wurden größer und machten richtig Spaß! Emilian begann einen Schwimmkurs und das wurde ein schönes Mama-Sohn-Ritual für uns.

Und dann der jährliche Geburtstags-Marathon!
Liam wurde 5 und feierte eine Dschungel-Party.
Emilian wurde 7 und feierte eine Cars-Party.
Ich lieh mir von einer Freundin die heißgeliebte Manduca und trug Jari sehr oft mit mir rum. Das half auch am besten gegen Bauchschmerzen, die ihn immer wieder quälten.

Es wurde deutlicher und deutlicher, dass wir nicht -wie gewünscht und gehofft und geplant- die Sommerferien in Kalifornien verbringen können. Ein paar Termine, auf die wir keinen Einfluss hatten, wurden geändert und ausserhalb unserer Schulferien gelegt. Das war sehr bitter und ich brauchte eine Weile, um das zu akzeptieren. Mein Mann würde also nach 2 1/2 Jahren ohne uns nach Kalifornien fliegen.
Stattdessen planten wir, unsere Herbstferien auf Korsika zu verbringen und der Gedanke an die zwei Wochen am Meer entschädigte mich ein bißchen.

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April

Der 1. April war ein ganz, ganz heißer Tag und ich fuhr mit den Kindern und meiner Schwester in den Britzer Garten. Tolle Kirschblüten-Fotos haben wir gemacht!
Am 4. April wurde ich 32 und es war ein richtig kalter Tag.
Anders als in den letzten Jahren feierte ich gar nicht und das hat mir eigentlich auch gefehlt. Immerhin waren wir nach dem Schwimmunterricht kurz Eis essen und am Abend liefen mein Mann und ich zum Restaurant an der Ecke, um zur Not schnell wieder zuhause sein zu können.
Wir genossen den kommenden Frühling im Garten und auf der Terrasse. Wir färbten Ostereier, besuchten das Legoland und die beiden Jungs verbrachten ein schönes Wochenende bei meinem Bruder und seiner Frau. Mein Mann schloss sein Studium in Hannover erfolgreich ab!
Kurz nach Ostern stellte die Kinderärztin erschrocken fest, dass Jari Gewicht verloren hatte und schickte uns eilig ins Krankenhaus.
Ein paar aufregende Tage begannen, voll von Sorge, neuen Hebammen-Besuchen, Schuldgefühlen und Flaschennahrung. Es stellte sich heraus, dass die Muttermilch nicht ausreichend war und zum ersten Mal im Leben rührte ich Flaschenmilch an. Trotz völliger Ahnungslosigkeit lernten wir das ganze Flaschen-Zeug für Tag und Nacht doch schnell und konnten fast zusehen, wie Jari Gewicht zunahm.

Jari geht es jetzt gut.
Er hat absolut keinen Schaden genommen und ist ein gesunder, glücklicher Schatz.
Aber ich spüre, wie dieses Thema in mir sticht, wenn ich daran denke. Manchmal kann ich mir die Fotos von Jari im April kaum ansehen, weil es wehtut. Wie konnte ich mein Baby halb verhungern lassen? Was bin ich für eine Mutter, die ihr Kind nicht stillen kann? 
Dieses ganze Thema „Stillen“ ging mir plötzlich so auf die Nerven. Auf jeder Milchpulverpackung sahen mich die Buchstaben „Stillen ist aber das Beste für Ihr Kind!“ herausfordernd an. Ich wollte ja so gern! Aber es ging nicht.
Glücklicherweise hatte ich bereits zwei Kinder „großgestillt“ und konnte irgendwann entspannter und gelassener mit der Sache umgehen und die Vorteile der Flaschenmilch schätzen.

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Mai

Zum ersten Mal besuchten wir das Kirschblütenfest in unserer Nähe. So ein Traum! Zartrosa und Sonne und Duft überall.
Zusammen mit meiner Familie machten wir einen Tagesausflug zum Wannsee. Ich musste lernen, Ausflüge trotz Flaschennahrung zu bewältigen.
Das Stillen wurde immer mehr ein Kampf für uns beide. Zum ersten Mal im Leben besorgte ich eine Milchpumpe und begann eine Hass-Liebe mit diesem Ding. Ich war natürlich dankbar für solche Sachen wie Milchpumpen und Flaschennahrung, aber es dauerte trotzdem, bis ich mich angefreundet hatte.
Bei einem kurzem Stromausfall wurde ich wieder erschüttert und mit der Tatsache gequält, dass ich ohne Strom überhaupt nicht in der Lage war, mein Kind zu füttern!
Wir besuchten eine Osteopathin, nur um herauszufinden, dass mit unserem Kind wirklich alles in Ordnung war.

Emilian beendete seinen Schwimmkurs.
Gemeinsam nahmen wir an einem Familien-MutMachTag in Potsdam teil. Dieser Tag und diese Idee haben uns viel Freude gemacht. Uns besuchte ein Familienfotograf, der uns einen Tag lang begleitete und viele, viele Fotos aus dem Alltag schoß. Inzwischen ist daraus ein Fotobuch entstanden und wir denken gern an diesen Tag zurück.
Gemeinsam mit „Berlin Machen“ nahmen wir an einer Sauberkeits-Aktion teil und räumten das Gelände um unsere Kapelle auf.
Emilian begann einen Kletterkurs, der ihm viel Spaß machte. Wir alle verbrachten viel Zeit draussen in Parks und unserem Garten. Diese Jahreszeit macht mich immer glücklich! Wie immer mal wieder kämpfte ich gegen zu volle Kinderzimmer und Unordnung, dazu auch mit Vergesslichkeit und Schlafmangel und Hausaufgabenstress. Wir alle kämpften gegen Ameisen in der Küche und -leider erfolglos- gegen gemeine Raupen in der Buchsbaumhecke.

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Juni

Im Juni feierten wir unseren 10. Hochzeitstag!
Wir spaziertem am Schlachtensee und ließen uns Weißwurst mit Brezeln und Erdbeerbowle schmecken.
Am Nachmittag zwängten wir uns zogen wir uns unsere echte Hochzeitskleidung an und machten Familienfotos bzw. stellten unsere Hochzeitsfotos -nun mit drei Kindern- nach. Das war mein großer Wunsch und es sind wunderbare Fotos entstanden!

Emilian steckte sich mit Streptokokken an und bekam ein Medikament, das er nicht vertrug und einen anstrengenden Hautausschlag mitbrachte.
Wir feierten eine Gartenparty und luden Freunde ein, uns bei größeren Arbeiten im Garten zu helfen. Meine Mama legte einen schönen Steingarten an, wir pflanzten neue Blumen und auch Bohnen und Tomaten.
Ich konnte endlich wieder Holundergelee kochen und habe auch Likör gemacht. Lecker!

Elternabende, Impfungen, Geburtstage standen auf dem Programm – und natürlich ganz viel draussen sein. Wir entdeckten, dass Liam Streichelzoos liebt! Und so machten wir ab jetzt nicht mehr einen großen Bogen darum, sondern verbrachten viel Zeit auf Karls Erdbeerhof, im Zoo oder auf dem Spargelhof Klaistow mit dem Streicheln und Füttern von Tieren.

Ganz spontan entschieden sich die beiden Jungs eines Abends, mit Papa draussen im Zelt zu übernachten. Alle waren so aufgeregt und es klappte wirklich gut.

Jari wurde 5 Monate alt und war unser aller Glück.
Er holte gut Gewicht auf und wir probierten die ersten Breie. Besonders Liam kümmerte sich rührend -wenn auch ab und zu etwas wild- um alles, was Jari brauchte.
Ich hörte auf, Milch abzupumpen. So schwer mir das auch fiel, das innige Stillen des eventuell letzten Babys so zu beenden – ich genoß auch die Freiheit und vor allem, die Milchpumpe loszuwerden.
Jari war einfach gern inmitten seiner Familie. Er weinte kaum, liebte seine Brüder und lag gern im Wipper und schaute uns zu. Bis heute noch ist er ein absolutes Papa-Kind.
Ich litt an Schlafmangel, Haarausfall, schmerzenden Schultern und erinnerte mich daran, dass alles eine Phase sei und ich das irgendwie bereits zweimal geschafft hatte. Trotz allem konnte ich mit diesem dritten Baby wirklich entspannter sein und genoss den Babyduft, den Anblick der kleinen Hände und das erste Plappern.

Liam probierte das Fußball-Training aus. Emilian würde bald die 1. Klasse beenden. Er war ein fröhliches, schlaues Schulkind und probierte die ersten Nachhausewege ohne uns.
Schweren Herzens verkauften wir unser Auto, weil es uns doch mehr Ärger als Nutzen brachte.
Wir bekamen Besuch aus Kalifornien und verbrachten zusammen schöne Sommertage in Berlin.

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Juli

Nachdem wir den Jahrhundertregen in Berlin ohne Auto überstanden hatten, kauften wir das meines Schwiegervaters. Die Überschwemmungen störten uns nicht weiter und wir machten uns Spaß daraus und liefen barfuß von der Kita nachhause oder stürzten uns im Garten in riesige Matsch-Pfützen.

Für ein Blogger-Treffen fuhr ich mit den Jungs nach Berlin Prenzlauer Berg und die Innenstadt und die öffentlichen Verkehrsmittel waren ein aufregendes Erlebnis.

Für die Freunde aus Kalifornien mag der Regen eine Freude gewesen sein – für uns und viele Berliner war er ärgerlich und enttäuschend. Immerhin war es warm und ich ging nie mehr ohne Schirm und Gummistiefel aus dem Haus.

Als inzwischen kleines Sommer-Ritual fuhren wir aufs Feld, zum Erdbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren und Blaubeeren zu ernten und gleich in den Mund zu stecken.
Emilian beendete glücklich das erste Schuljahr und wir starteten in die Sommerferien! Lange schon arbeiteten wir an einer to-do-Liste für den Sommer – und nun ist es endlich soweit.
Mit allen Müttern und Vätern und Kindern von MOPS Berlin feierten wir ein Abschlussfest – überwältigt von allem, was aus diesem Traum geworden ist.

Nebenbei lief der ganz normale Alltag, der keine Ferien macht: Sand in der Wohnung, Babybrei kochen, Fenster putzen, Geschenke für Lehrer und Erzieher besorgen, Bücher für die 2. Klasse bestellen, das Baby nicht vergessen.

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August

Nach dem Regen folgte eine Mückenplage, die den ganzen Sommer nicht mehr aufhören sollte.
Bei schönem Wetter feierten wir den Geburtstag meiner Mama und genoßen es, alle ihre fünf Enkel zusammen zu haben.

Mit meiner Tante trafen wir uns in Familiengarten Eberswalde und staunten über den schönen großen Park. Im Berliner Zoo sahen wir endlich die neuen Pandabären. Emilian verbrachte einen Tag mit Papa im Filmpark Babelsberg.
Mit den Kindern fuhr ich für einen Tag an die Ostsee, um meine Eltern zu besuchen und das Meer zu sehen.
Wir verbrachten schöne, wenn auch verregnete, Urlaubstage in Dresden bei meiner Schwester. Noch immer reden die Jungs vom Ausflug in die Sächsische Schweiz.

Wir feierten 7 Monate mit Jari.
Durch die Flaschenmilch hatten wir einen guten Überblick über seine Nahrung – und so lief alles andere eher nebenher. Er lernte so schnell und so viel. Lachen, Quietschen, Sitzen, sich Hochziehen, Brei essen, Brei verschmieren, besser Schlafen, erste Babyzeichen.

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September

Nach einem vollen Sommer, den wir uns trotz des vielen Regens schön und voll gemacht haben, begann für Liam das Vorschuljahr und für Emilian die 2. Klasse. Der regelmäßige Alltag tat uns allen gut.
Zum zweiten Mal und mit als ein Höhepunkt des Jahres feierten wir mit unserer Kirche das Nachbarschaftsfest.
Wir ernteten Bohnen, Himbeeren und Tomaten im Garten, ich probierte, Pfefferminzgelee herzustellen und wir fotografierten die Herbst-Beete im Britzer Garten. Zum ersten Mal durften die Jungs im Kletterwald den Kinder-Parcour ausprobieren. Bei schönem Wetter spazierten wir auf dem Tempelhofer Feld, um das Drachen-Festival zu bewundern.
Bücherei-Besuche standen auf dem Programm. Und immer mal wieder ein überraschender Regenschauer.

Ende des Monats flog mein Mann dann nach Kalifornien, um Freunde zu treffen und an Konferenzen teilzunehmen. Wir waren gut vorbereitet und hatten Freunde und Familie zur Unterstützung, aber schwer war es doch. Die Fotos und Videos von ihm sahen wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Und natürlich bestellten wir viele Mitbringsel.

Kurz bevor er wieder zu uns kam, fand ein großes, großes Familientreffen statt, dass wir nur alle paar Jahre mal schaffen. So viele (ungefähr 120) sind wir inzwischen. Es war kalt, aber schön sonnig im Thüringer Wald und die vier Tage vergingen schnell. Emilian verlor seinen 3. und 4. Milchzahn.

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Oktober

Mit Hilfe der Abreiß-Liste und des näher kommenden Frankreich-Urlaubs schafften wir irgendwie auch die letzten Tage ohne Papa. Als wir endlich zu fünft vom Flughafen wieder nachhause kamen, zeigte Jari, das Papa-Kind, mit leuchtendsten Augen, was wir alle dachten: Papa ist wieder da!
Wir stürzten uns auf seine Geschichten und Geschenke und in den vertrauten Alltag zu fünft.

Mit Emilian lernten wir, erste Schreibschriftwörter und Lernwörterdiktate zu schreiben. Ich brachte ihn ab und zu wieder zur Schule und genoß die Zweisamkeit und das Fahrrad fahren nach langer Pause.
Die Kinder halfen gern beim Laub harken, wir laminierten Herbstblätter für schöne Fenster-Deko.

Es gab viele goldene und warme! Oktober-Tage. Mit Bücherei-Büchern für die Fahrt, unzähligen Babybrei-Gläschen, Passfotos und Strand-Zeugs bereiteten wir uns aufgeregt auf unseren Familienurlaub vor.
Wir packten und packten und planten und planten und erlebten zwei wun-der-schö-ne Wochen auf Korsika, am Mittelmeer. Das Wetter war traumhaft, das Meer nebenan, die Croissants so lecker – und ausser einer Bronchitis, die unser Baby erwischte und vielleicht etwas Langeweile auf den langen Autofahrten gab es nichts zu meckern.

Was wir noch nicht wussten: Während unserer Abwesenheit wurde in unserem Haus und Garten viel gewurschtelt und ein selbstgebautes Baumhaus wurde an unseren Baum gehängt!

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November

Die Sonnenuntergänge unter Palmen, das Baden im Meer und das Urlaubsgefühl taten uns so gut – und etwas verstört und verkühlt kamen wir Anfang November in das dunkle Berlin zurück.
Einen besonderen Wunsch erfüllten wir uns auf der Rückfahrt und machten kurz Pause in Nizza und Cannes. Vor 10 Jahren begann unsere Geschichte dort mit unserer Hochzeitsreise – nun mit drei Kindern zurück zu kommen, war ein besonderer Moment für uns.

Die Kälte und Dunkelheit in Berlin rückte schnell in den Hintergrund, weil wir nicht nur in ein sauberes Haus mit gefülltem Kühlschrank kamen – sondern weil ein Baumhaus im Garten uns vor Überraschung die Sprache verschlug.

In einer letzten Etappe vor den Weihnachtsferien begann der Kita- und Schulalltag wieder. Wir brachten die Sommerkisten auf den Dachboden und holten gleich die Weihnachtsdeko runter. Im Zuge des Räumens und auf der Suche nach neuen Geschenkideen sortiere ich mal wieder die Kinderzimmer und bringe volle Tüten zum Rumpelbasar. Ausserdem räumte ich endlich alle Kinderkleidung in beschriftete Kisten und es entstand viel Platz im Kleiderschrank.

In einem Segnungsgottesdienst für Babys wurde für Jari und uns als Familie gebetet. Diesen besonderen Sonntag feierten wir mit der Familie und mit der traditionellen Sauer-Scharf-Suppe.
Ich ging mit Liam zur Schuluntersuchung, die er ohne Probleme bestand. Wir beschäftigten uns mit Laternen und ersten Weihnachtsplätzchen, ich befüllte die Adventskalender.
Mit Emilian ging ich zur Filmpremiere von „Bo und der Weihnachtsstern“. Ein ganz toller Film!

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Dezember

Den Dezember verbrachten wir ruhig und mit vielen kleinen Weihnachts-Traditionen. Eigentlich dauerhaft quälten uns Kinderkrankheiten, die wir wohl auch mit ins neue Jahr nehmen werden. Es gab Plätzchen, den Weihnachtsmarkt-Besuch, das Lebkuchen-Haus, viel Weihnachtsmusik und Kerzenschein.

Kurz freuten wir uns über echten Schnee!
Wir feierten den 1. Geburtstag meines Neffen, befüllten Nikolaus-Schuhe und bereiteten das Weihnachtsfest vor.

Nach den Feiertagen mit den Familien verbrachten wir die freien Tage einfach zuhause. Emilian hatte ein neues Tanz-Spiel für die PlayStation bekommen und wir alle tanzen sehr gerne damit! Die Kinder werden langsam gesund und bis zum Schulanfang am 3. Januar werden wir einfach ausruhen, mit den neuen Sachen spielen, Rezepte ausprobieren, ausschlafen, Hörspiele hören und ab und zu eine Runde um den Block gehen.

Heute feiern wir bei Freunden in das neue Jahr und die Jungs sind schon ganz aufgeregt, weil sie wach bleiben dürfen und ihre Knaller knallern können.

Danke!
Danke für euer Mit-Lesen und Mit-Freuen

 und Mit-Leiden und Mit-Leben.
Wir haben Pläne und Wünsche und Ideen für das neue Jahr 2018 und sind gespannt, was uns erwartet!

Ich wünsche allen meinen Lesern einen schönen letzten Dezembertag und dann einen bewahrten Silvester-Abend!
Kommt mit guten Gedanken ins neue Jahr!
Schön, dass es euch gibt!

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Er ist da!

Hallo! Ich bin seit kurzem eine Mama von drei wunderbaren Söhnen. Willkommen auf meinem Blog!

Ich hab es schon vermisst, euch zu schreiben. Seit dem letzten Eintrag ist hier eine Menge passiert… Aber weil mein Herz und Kopf so voll und ungeordnet sind, werde ich euch einfach kurze Szenen an den Kopf knallen – für einen „normalen“ Eintrag bin ich noch nicht sortiert genug… Mehr Fotos und kleine Beiträge für zwischendurch könnt ihr auf meiner Facebookseite Mamasbusiness finden.

* Am 21. Januar wurde Timo Jari geboren!

* Fast unnötig zu erwähnen, dass viele meiner Sorgen mal wieder unbegründet waren… Als die erste Wehe kam, wusste ich sofort, dass das die erste Wehe war. Das ist einfach so. Und die Wehen der Tage davor waren nichts im Vergleich dazu.
Es war Freitag Nacht, perfekter Zeitpunkt, ich hatte noch nicht geschlafen, als ich meinen Mann weckte. Er sprang grinsend aus dem Bett, voll von Vorfreude!
Ich hatte mir fest vorgenommen, auf dem Weg ins Krankenhaus nicht mehr sowas wie „Ich hab Angst!“ oder „Ich will nicht!“ zu sagen, sondern eher „Endlich!“ oder so. Naja.
Es war 01:14 Uhr, als wir das Schlafzimmer verließen. Noch bevor Oma und Opa da waren, fuhren wir los. Die Strassen waren frei, die Autoscheiben mussten nicht gekratzt werden, die Kinder schliefen, ich hatte meinen Mann bei mir, der so viel Freude und Ruhe verbreitete, der „Storchenparkplatz“ vor dem Krankenhaus war frei und wir hatten Zeit und Ruhe und die dunkle, kühle Nacht für uns. Alles war perfekt!

* Nach ungefähr 2 Minuten in unserem Apartment (ich sag ja: „Kreissaal Hotel“) entschied die Hebamme, dass es Zeit für den Kreissaal war. Ja, war es. Ich hatte ordentlich eklige Wehen und kaum Pausen. Es war ungefähr 01:30 Uhr. Wir bekamen das Zimmer, in dem auch Liam geboren wurde. Ich stellte mich wieder ans Bett, hielt mich an denselben Griffen fest, mein Mann fütterte mich mit Traubenzucker und hielt mir seine Hand hin, wenn ich Halt brauchte. Die junge Hebamme stand mir sehr zur Seite, redete mir gut zu und tat alles, um es angenehm für uns zu machen. Als sie nach dem Telefon griff, um die Ärztin zur Geburt zu rufen, platschte ein kleiner Junge aus mir heraus, den sie mit der anderen freien Hand schnell und sicher auffing. Es war 02:07 Uhr.

* Trotzdem ich diese Geburt viel zu intensiv und schmerzhaft fand, war ich von Anfang an mit dem Kopf viel mehr dabei, als bei den anderen Jungs. Und das nehme ich bis jetzt wahr.
Als Emilian als erstes Kind geboren wurde, war ich 24. Ich hatte keine Ahnung und lernte, eine Mama zu sein.
In einer stressigen Zeit für uns kam Liam 2 Jahre später dazu, Emilian war noch sehr klein und brauchte Nuckel, Windeln und Mama..
Aber jetzt… ich habe Erfahrung, fange aber gleichzeitig fast neu an. Wir haben große tolle Jungs, hatten in den letzten Jahren so wunderbare Familienzeiten samt Auslandsjahr, ich hatte meinen Körper, mein Bett, meinen Schlaf und viel Zeit für mich – und ich stelle fest, dass ich Jari ganz anders neu und viel mehr genießen kann. Ich habe Zeit und Ruhe, die Brüder verstehen gut, wenn sie kurz warten müssen, ich habe viel Hilfe von Freunden und Familie und es ist alles perfekt. (Und vielleicht habe ich auch gerade zu viele Glückshormone um mich herum…)

* Nach den ersten Untersuchungen und einer Ruhepause verließen wir das Krankenhaus zu dritt um 06:30 Uhr. Es war immernoch dunkel. Ich plapperte vor mich hin, weil mein Kopf noch nicht ganz mitgekommen war. Einerseits konnte ich nicht glauben, dass da hinten im Auto ein Baby mit uns fuhr. Wenn ab und zu ein kleines Geräusch kam, erschraken wir beide fast. Andererseits hatte ich viel zu verarbeiten und schwor mir, mal wieder – aber noch mehr als sonst – keine weiteren Kinder mehr zu bekommen. Nie mehr. Nie wieder.

* Heute, an Tag 6, ist die Geburt schon wieder so weit weg.
Die Sonne scheint, das Baby schläft, die Nachwehen sind fast vorbei, das Stillen klappt wunderbar, Jari nimmt zu, der Milcheinschuss ist vorbei, die Hebamme ist begeistert von unserer Entwicklung und sagte ich das mit den Glückshormonen schon? Naja, und dieses „nie“ von „nie wieder Kinder“ ist schon nicht mehr ganz so groß und fett wie vor 5 Tagen…

* Der Wohnzimmertisch ist voll von Blumen und Geschenken. An jedem Tag kommt eine andere Freundin vorbei, die fertiges Mittag für uns bringt. Meine liebe Schwiegermutter holt Emilian und Liam täglich von Schule und Kita ab und bringt sie uns. Ich habe zur Zeit nicht viel mehr zu tun, als auf der Couch zu sitzen und zu stillen. Dort kann ich auch Hausaufgaben kontrollieren, vorlesen, UNO spielen und Filme gucken. Dorthin kommt die Hebamme einmal am Tag und dort landet Liam sofort nach der Kita. Er ist das Gegen-Magnet zu Jari. Wo Jari ist, ist Liam. Er hält ihn, streichelt und tröstet und „übersetzt“, was Jari so von sich gibt. „Der liebt mich, weil ich jeden Tag Hallo in den Bauch gesagt hab.“

* Emilian ist sehr liebevoll und vorsichtig, aber ein bißchen zurückhaltender. Er hat ein großes verliebtes Lächeln für Jari. Am Anfang der Woche hatten wir ein Gespräch mit Emilians Lehrerin zum Ende des ersten Halbjahres der ersten Klasse. Sie lobte ihn sehr und sagte, dass sie gern mehr Kinder wie ihn in der Klasse hätte. Er sei sehr gut und fleißig in allen Fächern, er sei bei allen beliebt, er könne Gehörtes gut wiedergeben und er habe ein außergewöhnlich großes Allgemeinwissen. Sie sagt, er würde in sich ruhen und wach und ausgeglichen sein. An jedem Tag kommt er fröhlich aus der Schule und erzählt von seinem Tag. Ich bin so stolz! Und ich ärgere mich nicht, dass er zur Zeit kein straffes Nachmittags-Programm hat. Er darf Kind sein und er ist Kind. Und morgen feiern wir das bestandene erste Halbjahr!

* Seit ein paar Tagen probieren wir ein neues Uhrzeit-System aus. Wir haben die kleine weiße Uhr von IKEA mit bunten Zetteln markiert, sodass die Minuten von 06:50 Uhr bis 07:30 Uhr eingeteilt sind in Anziehen, Spielen, Essen, Packen, Anziehen, Losgehen. Das funktioniert erstaunlich gut. Mein Mann ist konsequent und lässt Emilian wirklich allein die Zeit im Blick behalten – auch wenn dann eben einer der Bereiche zu kurz kommt oder ausgelassen werden muss. Emilian richtet sich bereits am Abend darauf ein, pünktlich und gut aufzustehen und er macht das so gut. Ich freue mich für ihn, dass es bald heller und irgendwann auch wärmer wird. Er wünscht sich so, dass ich ihn bald wieder bringe. Und ich freue mich auch darauf.

* Heute werden wir zum Kinderarzt gehen und die U2 machen lassen. Ich habe seit Ewigkeiten keinen eigenen Kinderwagen mehr geschoben und war überhaupt auch lange nicht an der frischen Luft – ich bin gespannt!

* Ab und zu überfällt mich eine Müdigkeit, die ich nicht mehr kenne. Ich habe lange, lange durchgeschlafen und selbst in der Schwangerschaft konnte ich viel ausruhen und schlafen. Aber jetzt schlafe ich natürlich nicht durch. Überhaupt nicht. Ich kann mich noch nicht wieder ganz so wie vorher bewegen und ich trinke kaum Kaffee. Und dann gähne ich und muss mich hinlegen, ich schlafe so tief ein, dass ich nicht mehr weiß, wo und wer ich bin… Ich bin so dankbar, dass der Frühling mit Sonne und Wärme und Licht und frischer Luft bevorsteht. Denn eines Tages werde ich nicht mehr ausschlafen können. Ich werde Jari irgendwie pünktlich satt und fertig in den Wagen legen müssen, um morgens oder mittags meine Runde zu drehen. Ich werde nicht immer auf der Couch chillen können.
Bis dahin aber genieße ich und lasse mich verwöhnen.

* Mit meinen Fotos und Berichten habe ich in den letzten Tagen den Hormonhaushalt sämtlicher Mütter-Freundinnen durcheinander gebracht und den einen oder anderen Kinderwunsch wieder wachgerüttelt. Ich kann das gut verstehen. Wir sind aber auch so leicht durcheinanderzubringen… „Hatte ich gesagt, ich möchte keine Kinder mehr? – Niemals habe ich sowas gesagt!“
Jari ist mit seinen 50 cm und 3kg ein kleines zartes Wesen, aber er wird tatsächlich schon größer!
Vor ein paar Tagen habe ich hier geschrieben, dass ich nicht so viel „Früher war alles besser.“ und „Später wird alles besser.“ denken will. Aber haaach, warum kann er nicht einfach so klein und zart bleiben?
Meine Schwägerin hat mich besucht. Ihr Baby kam am 17. Dezember. Der Unterschied von den paar Wochen ist schon deutlich zu sehen.

* Wenn Jari immer klein und zart bleiben würde, würden die Brüder sich schnell langweilen. Sie würden nicht mit ihm lachen und spielen können. Er würde immer meine Nähe brauchen und ich würde wahrscheinlich nie mehr ordentlich schlafen können. Es ist schon alles gut, so wie es ist. Und das lernen meine Hormone auch irgendwann.

* Weil er so schnell wächst, kann ich euch ruhig ein paar Babyfotos zeigen. Er sieht ja sowieso schon bald wieder ganz anders aus…

 

* Am Montag war schulfrei und die beiden Jungs durften das Wochenende bei meinen Eltern verbringen. Mama und Papa und Jari hatten die ersten drei Tage ganz für sich.
Morgen ist der letzte Schultag vor den Winterferien und ich freue mich auf eine ruhige Familienwoche.

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Warten auf das Baby. Immernoch.

Gestern war der Tag. Der 18. Januar.
Der errechnete Entbindungstermin. Der Tag, von dem ich niemals gedacht hätte, dass ich ihn mit Bauch erreiche. Zjaaaa…
Ich bestätige hiermit, dass sich bei dem dritten Kind scheinbar alles ändert.

Keins meiner Kinder kam am Termin oder später. Ich hab nie vorher gewusst, wann es losgeht. Wenn es losging, dann ging es ordentlich los. Es fing schnell an und war schnell vorbei. Und das alles ist jetzt schonmal anders.

Gestern sagte der Frauenarzt, dass alles gut aussieht, schön vorbereitet ist und jederzeit losgehen kann. Baby gesund, genug Fruchtwasser und so weiter. Er sagte aber, wenn Wehen kommen würden, sollten wir dann aber auch schnell losziehen.
Naja, das war der Arzt, der auch im Dezember schon irgendwie gesagt hatte, dass es losgehen kann. Aber ich glaube ihm trotzdem noch.
Direkt nach dem Arztbesuch kamen ein paar Wehen. Alle 10 Minuten. Aus meiner Erfahrung sah es schon dringend aus und wir machten uns auf dem Weg ins Krankenhaus, mitten am Vormittag, ganz entspannt. Wir stellten uns im Kreissaal vor mit „Hallo, wir bekommen heute ein Kind!“ und richteten uns in einem schönen Zimmer häuslich ein. (Handy in die Steckdose und so)
Seit Liams Geburt wurde die Kreissaal-Etage umgebaut und heißt jetzt „Kreissaal Hotel“. Genau so sieht es aus und genau so wurden wir auch behandelt.

Uns betreute eine junge fröhliche Hebamme, bei der wir uns auch angemeldet hatten. Ich hab mich gefreut, sie wiederzusehen. Wir scherzten und fühlten uns sehr wohl. Beim CTG wurden die Wehen ruhiger, die Untersuchung zeigte, dass eigentlich alles bereit und vorbereitet war – nur eben ohne Wehen. Und es passierte das, was keine Frau so richtig möchte: Wir wurden nachhause geschickt. Also, erst spazieren und so, (Wart ihr schonmal mit Wehen an der Kasse vom Supermarkt?) aber dann sind wir nachhause gefahren.

Ich hatte irgendwie gemerkt, dass die Wehen nicht so richtig waren und direkt am Termin ist das ja auch noch nicht eilig. Nur hatte ich sowas noch nie vorher. Ich hab noch nie auf ein Kind gewartet, sie kamen immer früher und schnell. Ich war richtig enttäuscht und auch verunsichert, ob mein Körper das Kind überhaupt bekommen kann? Und dann machte ich auch den Fehler, Horrorgeschichten Erfahrungsberichte im Internet zu lesen…
Aber andererseits habe ich jetzt nicht mehr so unglaublich viel Angst vor der Geburt, weil die ersten Wehen und die Zeit im Kreissaal schön und entspannt waren. Ich weiß, dass die Kinder gut mitmachen und spontan sein können.

Was machen wir also?
Wir warten.
Ich hab immer mal wieder so Wehen und denke, dass jede Wehe, die jetzt kommt, nicht nochmal kommen wird. Und ich denke, dass ich dieses Baby vielleicht wirklich irgendwann im Arm halten werde. Wer weiß, wann. Alle Wunsch-Daten, die wir hatten, sind weg. Dass alles (ausser dem Bettchen) vorbereitet ist, sagte ich mehrmals. Der Wochentag ist mir egal. Die Tageszeit ist mir egal. Es kann bitte losgehen!
Senkwehen, Übungswehen – irgendwas wird das jetzt schon sein. Ein Blasensprung wäre ein deutliches Zeichen, aber ansonsten warte ich auf einen Abstand von unter 10 Minuten, bevor ich mich nochmal – aber dann schnell – auf den Weg mache.

Die Kinder wurden gestern von Oma abgeholt und sie wussten, dass wir im Krankenhaus sind. Sie waren so enttäuscht, dass ich da am Abend immernoch mit dickem Bauch auf der Couch saß…

Irgendjemand sagte: „Ach, das Baby wird ganz ruhig und entspannt und wird euren Alltag schön entschleunigen…“
Gegen ein entspanntes Baby hab ich gar nichts, aber Entschleunigung ist hier grad nicht nötig. Seit Januar leben wir so ruhig und entspannt, wie noch nie. Alle Termine werden nur halb zugesagt und auch mal spontan abgesagt. Wir sind viel im Wohnzimmer und bauen Lego, spielen Uno oder sehen Filme. Ich hab das Haus lange nicht ordentlich verlassen und bin froh, dass die Jahreszeit dazu passt.
Heute habe ich lange geschlafen und war mal wieder „zum letzten Mal, bevor das Baby kommt“ duschen.

Ich bin dankbar, dass sooo viele Freunde, Lehrer, Erzieher, Eltern mitfiebern und an uns denken. Ich bin dankbar, dass mein Mann alle Erledigungen übernimmt und dass unsere Situation das zulässt! Ich bin dankbar, dass meine Schwiegermutter die Kinder abholt. Und ich bin sehr dankbar, dass die Kinder so gut drauf sind.
Sie müssen viel auf mich verzichten und hören immer öfter: „Das machen wir wieder, wenn das Baby da ist!“ Es tut mir leid, dass wir sie so oft vertrösten – andererseits ist das auch die letzte ruhige Zeit, die wir zu viert haben und wir versuchen, den Moment zu genießen.

Ich freue mich darauf, mal wieder normal und ohne Schmerzen oder Zeitdruck einkaufen zu gehen. Ich freu mich darauf, mal wieder ohne Handy und Uhrzeit im Blick wegzugehen, auf die Toilette zu gehen oder spazieren gehen zu können. Ich freue mich auf den Frühling. Und auf das Baby! Lange kann es doch wirklich nicht mehr dauern..

10 Monate sind um!

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