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Deutscher Nachbarschaftspreis 2018

Ganz überraschend bekam ich in der letzten Woche von nebenan.de eine Einladung zur Verleihung des Deutschen Nachbarschaftspreises 2018! Ich fühlte mich sehr geehrt, fand einen Babysitter und meldete meinen Mann und mich an.

Gestern Abend war es dann soweit.
Wir freuten uns sehr auf dieses Date, zogen uns schick an und machten uns auf den Weg in die UFA Fabrik in Tempelhof.

Geladen waren die 16 Landessieger, denen an dem Abend die Auszeichnung überreicht wurde, Freunde und Förderer der nebenan.de Stiftung, Mitglieder der Jury und ganz feierlich wurden die Bundessieger Platz 1 und 2 und 3 verkündet.

Ich weiß nicht, ob ihr von nebenan.de gehört habt oder wisst, wo von ich rede.
Wir sind Mitglieder der ersten Stunde und seitdem ich den Zettel mit dem Passwort für meine Nachbarschaft im Briefkasten hatte, bin ich überzeugt und begeistert von nebenan.de.
(Gibt es auch in deiner Nachbarschaft und sogar bereits über Deutschland hinaus)

Nicht nur lerne ich Nachbarn besser kennen, die ich sonst nur täglich auf der Strasse treffe – es fällt mir auch viel leichter, Dinge zu verleihen oder zu leihen. Mehrmals schon haben wir unser Baby-Reisebett verliehen, wir haben Weihnachtsgeschenke gebraucht in der Nachbarschaft gekauft, wir werden jetzt eine Kamera für unser Sommerfest ausleihen und ausserdem lade ich zu vielen Veranstaltungen einfach über nebenan.de ein und habe viele neue Mamas zum Beispiel für MOPS, gefunden. Und aus Nachbarn sind Freunde geworden!

Kennt ihr diesen Artikel schon?

Ausserdem bitten Nachbarn bei Reparaturen oder Problemen im Haushalt um Hilfe, es werden Partner zum Spielen, Joggen oder Segeln gesucht. Schulbücher werden getauscht. Vor Einbrüchen wird gewarnt. Änderungen der Bus-Linien werden geteilt. Obst wird angeboten. Babysitter werden gefunden. Was Nachbarn eben so machen.

Es ist verrückt, dass der Weg in die Nachbarschaft übers Internet möglich wird – aber warum diesen Weg nicht nutzen?

Link zum nebenan Magazin

In den vergangenen Monaten konnten Nachbarn und Freunde Projekte für den Deutschen Nachbarschaftspreis anmelden. Für jedes Bundesland wurde ein Landessieger gewählt und gestern wurden in sehr schöner Location die drei Bundessieger gekürt. Die Schauspielerin Loretta Stern führte locker und witzig durchs Programm, es gab interessante Gesprächsrunden zum Thema „Das WIR gestalten“ und natürlich aktuell „Wir sind mehr“.

Guckt euch die Projekte der Landessieger gern mal an!
Ich habe nach diesem Abend gestern richtig Lust bekommen, etwas Neues zu starten!

Es geht um Kinder, um Bildung, um Politik, um Spielplätze, um Wohnraum, um Vernetzung mit Alt und Jung, um Gärten, es wird gegen das Aussterben der Dörfer gekämpft, es geht um Kunst und Kultur, um Autofreie Tage, um Säuberungsaktionen in Parks … die Möglichkeiten sind unendlich und es ist so leicht, einfach anzufangen. Einfach nebenan.

Viele der Gewinner machten deutlich, dass sie gar nichts Großes machen und nie mit einer Auszeichnung gerechnet hätten, sondern sich einfach um das Problem oder die Not kümmern, die direkt vor der Haustür liegt – mit den Ressourcen und Ideen, die sie haben.
Umso größer war aber natürlich die Freude und die Dankbarkeit und die daraus entstandene Motivation.

Kurz möchte ich die drei Bundessieger vorstellen:

Platz 3
Nauwieser Picknick in Saarbrücken (Saarland)
Die Nauwieser Nachbarn organisieren in Eigenregie ein jährliches Picknick mit Anwohnern aus allen Alters-, Herkunfts- und Einkommensgruppen und stärken so die lokale Gemeinschaft.

Platz 2
Demokratiebahnhof in Anklam (Mecklenburg-Vorpommern)
Das Jugend- und Kulturzentrum trägt zur Entwicklung einer lebendigen Zivilgesellschaft bei und ermutigt junge Menschen, ihre Fähigkeiten im Interesse des Gemeinwohls einzubringen.

Platz 1
Tausche Bildung für Wohnen aus Duisburg-Marxloh (NRW)
Bei diesem Stadtteilprojekt eröffnen Bildungspaten benachteiligten Kindern neue Chancen und können im Gegenzug für ihr Engagement mietfrei im Viertel wohnen.

Ich bin ganz begeistert von den großartigen Projekten, die Menschen in Deutschland auf die Beine stellen. Einen Satz, der im Gespräch mit den Geschäftsführern der nebenan.de Stiftung Michael Vollmann und Sebastian Gallander fiel, werde ich nicht vergessen:

„Es sind die vielen kleinen Brücken, gebaut von engagierten Nachbarn,
die das Land zusammen halten.“

Bei sehr gutem Essen und Live-Musik ließen wir den Abend ausklingen.
Inspiriert machten wir uns auf den Heimweg.

Durch mein Wirbeln auf nebenan.de bekam ich den Titel „Besonders engagierte Nachbarin“ und das war der Grund, warum ich zu dieser Veranstaltung eingeladen wurde.
Ich fühle mich sehr geehrt!
Und ich sage:
Das ist doch nicht besonders, was ich mache. Ich laufe mit offenen Augen durch meine Nachbarschaft. Ich bin mehrmals in der Schule und grüße hier und quatsche dort. Kaum komme ich einen Weg durch, ohne irgendwo zum Quatschen stehen zu bleiben. Ich lade zu Veranstaltungen ein. Ich verabrede mich zum Kaffee trinken. Ich höre zu. Ich teile Informationen. Ich vernetze.

Ja, ich habe Zeit dafür, weil ich „Hausfrau“ bin.
Aber ich sehe das zur Zeit als meine Aufgabe. Und meine Leidenschaft. Es gibt überall so viele Bürger, die meckern und schimpfen und früher alles besser fanden und die Augen rollen und sich anschweigen.

Berlin braucht das.
Lächeln.
Ermutigung.
Gute Nachrichten.
Offene Ohren.
Herzensmenschen.
Zusammenhalt.
Wir sind mehr.

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Mein zweites Schulkind

Ganz unspektakulär, aber ordentlich mit Stil, haben wir am Samstag unser zweites Kind eingeschult. Die Vorbereitungen hielt ich in Grenzen, denn Liam war irgendwie rund um die Uhr anwesend und ausserdem gibt es ja hier noch einen großen Drittklässler und einen kleinen Anderthalbjährigen. Ruhe und Kraft waren also nicht unbegrenzt vorhanden.

Die Schultüte war wieder in Bastel-Set von Pflanzen Kölle(Werbung)
Emilian bekam vor 2 Jahren eine Piraten-Tüte aus Wellpappe, die hier immernoch irgendwo rumfliegt und einigermaßen stabil war. Die Bildchen und Motive waren fertig und mussten nur von mir aufgeklebt werden. Das Thema, das uns für Liam gefiel, war „Weltraum“. Weil wir aber zu fünft einkaufen waren und ich nur schnell ein Set greifen und heimlich zur Kasse laufen musste, habe ich scheinbar nicht so richtig gelesen, was das für ein Set war…

Diesmal gab es einen Bastelbogen mit unzähligen übereinander gedruckten Motiven in verschiedenen Farben, die dann in jeweiliger Anzahl abgepaust und ausgeschnitten und auch noch angemalt werden sollten! Und das mit der Ruhe und Kraft, die nicht im Überfluß vorhanden waren…

Ich wollte die Tüte wieder von Kaufland befüllen lassen, was uns auch bei Emilian gefallen hat – und dafür musste die Tüte aber zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig sein. Es wurde eine HauRuck-Aktion. Mein Mann half mir nachts und schnitt unzählige Sterne aus, Emilian half mir tagsüber, während wir Liam ablenkten. Und Emilian dachte sich, inspiriert von Alexander Gerst, einen kleinen Satelliten dazu aus.

Am Anfang schimpfte ich, am Ende improvisierte ich – und fertig wurde eine wunderschöne individuelle Tüte, die wir rechtzeitig im Kaufland füllen ließen. Vielen Dank dafür!

Von Donnerstag zu Freitag schlief Liam bei meinen Eltern, was ihm noch ein bißchen Aufmerksamkeit und Besonderheit bescherte. In den Ferien, in denen er weder Kita-Kind noch Schulkind war, merkte ich ihm diese nicht-Zugehörigkeit irgendwie an. Zusammen mit meinem Papa kam er die 30km mit dem Fahrrad zurück!

Dass er zwei Tage unterwegs war, gab uns die Möglichkeit, alles vorzubereiten. Ich füllte die Tüten für die Jungs, packte Geschenke ein, buk den Wunsch-Kuchen mit gewünschter Wimpel-Kette, bastelte eine last-minute-Girlande für den Zaun, kaufte Essen für die Gäste ein, bereitete die Terrasse vor und wirbelte eben so durchs Haus.

Die Einschulung sollte am Samstag um 9:00 Uhr beginnen.
Um 6:30 Uhr stand Liam an und in unserem Bett und rief: „Ich habe einen Wackelzahn!!!“

Es wäre sein allererster Zahn, der wackelt und mit etwas Einbildung gibt es da auch schon ein Hauch vom Wackeln. Wir waren dann sowieso alle wach und machten uns fertig. Liam durfte seine Schultüte am Morgen sehen, allerdings nicht auspacken. Er zog den schicken Anzug vom Geigenvorspiel an, war weder nervös, noch zu aufgeregt und kurz nach 8:00 Uhr machten wir uns auf den Weg zur Schule.

Unterwegs durfte ich mir von Liam noch anhören:
„Mama, bei Emilians Einschulung hattest du einen dicken Bauch. Jetzt hast du einen dicken Po.“

Ich trug ein neues Kleid und bekam im Laufe des Tages so viele Komplimente – da halte ich so einen Satz schon aus 😉

(In der unaufgeräumten Party-Küche..)

Dass wir etwas früher da waren, tat gut. Wir hatten Zeit zum Quatschen, wir begrüßten andere Eltern und Kinder – durch Emilian und andere Kita-Familien kannten wir viele Erstklässler. Meine Schwester blieb mit Emilian und Jari draussen, denn der Platz in der Sporthalle war sehr begrenzt.

Ich saß also entspannt und ziemlich ruhig neben meinem Mann, wir sahen die Vorführungen der Zweitklässler, wir hörten die Reden der Direktorin an, die ich mehr und mehr bewundere, je besser ich sie kennenlerne – und dann wurden die Kinder aufgerufen. Und mein Sohn, der irgendwie mit Abstand der Kleinste seiner Klasse schien, stand auf, begrüßte seine Lehrerin und ging mit der Klasse mit. Einfach so. Einfach so.

Es tat so gut, die Schule und das ganze Drumherum zu kennen. Wir kennen uns aus, wir gehen sehr gern zur Schule, geben unsere Kinder ruhigen Gewissens ab und konnten den Tag genießen.

Etwas müde platzten die Kinder wenige Minuten später aus dem Klassenraum, überreichten ihren Eltern eine Sonneblume und nach ein paar Fotos war es das dann auch. Liam hatte genug, er ist jemand, der seine Grenzen kennt und Pausen sucht und er lief mit Papa vor, während ich am Kuchenbuffett quatschte und hier und da Familien grüßte.

Als wir anderen auch nachhause kamen, hatte Liam wieder ein geliebtes Trikot an und Papa hatte den Grill vorgeheizt. Wir aßen in Ruhe zusammen Mittag, am Nachmittag würden die Gäste kommen. Der Tisch, der draussen gedeckt war, wurde wieder abgedeckt, denn es begann zu regnen. Weil wir tatsächlich immer mal wieder den Rauch von dem großen Feuer in Brandenburg rochen, freuten wir uns über ein paar Regentropfen.

Dann kamen die Gäste.
Und dann waren wir 14 Erwachsene und 3 Kinder.
Und es gab Geschenke.
Und Essen.
Und Lachen und Gratulation und Fotos.

Ich konnte Liam überreden, seinen Anzug wieder anzuziehen – und er war der Held des Tages. Mein Mittelkind bekam so viele Geschenke und Geld und Aufmerksamkeit und Wünsche – und ich gönnte es ihm von Herzen.

Gegen 21:00 Uhr waren alle Gäste verschwunden und ich war und bin so froh, dass noch ein freier Sonntag zwischen der Feier und dem 1. Schultag liegt. Diese Pause brauchten wir heute. Zum Sammeln. Zum Schultaschen packen. Zum wild durch den Garten rennen. Zum auf der Terrasse liegen. Zum Normalität suchen.

Und dann… geht es morgen früh los.
Liam steht ganz aufgeregt am Stundenplan: „In der ersten Stunde habe ich Deutsch, Mama.“

Vielleicht sage ich ihm besser nicht, dass es in den ersten Tagen langsam losgehen wird. Und dass der erste Tag wahrscheinlich noch kurz sein wird. Und dass er in der ersten Stunde wahrscheinlich noch keinen Deutsch-Unterricht haben wird…

Er schafft das!
Er ist so neugierig. Und bereit. Und schlau.
Mein kleiner Großer!

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StadtSpiel Berlin

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(Ver)Führung Berlin

Wir haben heute einen Ausflug abgehakt, der schon lange auf unserer Liste stand. Und am Ende sind wir mitten in der buntesten Party Berlins gelandet.
Aber von vorn.

****

Vor einer Weile war ich mit einer Freundin, meiner Schwester und den Kindern auf der Messe BuchBerlin und wir lernten dort das StadtSpiel kennen. Ich beschäftigte mich nur kurz damit, stellte aber fest, dass es sich sozusagen um eine Schnitzeljagd durch Berlin handelt. Und zwar eine, die schon vorbereitet ist. Die man nicht selbst planen muss.

Weil dort die Spiele von Berlin und Dresden ausgestellt wurden und unsere Familie verteilt in Berlin und Dresden lebt, kaufte meine Schwester je eine Box.

Und als ich dann im Mai die Anfrage bekam, mal eine Box mit der Familie zu testen, wusste ich ja ungefähr, um was es geht, hab mich gefreut und sagte sofort zu. Die StadtSpiele kommen aus Dresden, sind alle handgemacht, selbst erdacht, recherchiert und fotografiert. Sie sind mit beliebig vielen Personen zu spielen und mehrfach verwendbar.

Ausser für Berlin gibt es die Spiele auch für Leipzig, München, Hamburg, Dresden und Wien. Wir hätten natürlich einen Ausflug in eine der Städte machen können, aber wir lieben Berlin. Als Berliner hatten wir dann die Wahl aus insgesamt sechs verschiedenen Touren eine auszuwählen. Drei gehen durch die City und drei durch die Stadtteile Kreuzberg, Prenzlauer Berg und Friedrichshain.

Absichtlich haben wir uns nicht die Kinder-Tour ausgesucht, weil wir uns gut in Berlin auskennen und wir nicht wollten, dass sie sich langweilen. Und damit wir das Spiel auch mal mit Gästen spielen können oder mit der Berliner Box meiner Schwester tauschen können, haben wir uns die City-Route II ausgewählt.

Und heute war es dann soweit!
Der Samstag war komplett frei, wir haben Sommerferien und haben uns nach dem Frühstück zu fünft mit dem Bus in Richtung Berlin Mitte aufgemacht.

Wir wussten, dass der Tag, wie gefühlt alle Tage der letzten 2 Monate, sehr heiß sein würde. In den Tagen davor haben wir uns nicht mehr als bis in den See und zurück bewegt…
Aber wir hatten genug Wasserflaschen dabei und es gibt ja auch Schatten in Berlin.

Auf der Hinfahrt stellten wir fest, dass heute ebenfalls der Christopher-Street-Day in Berlin Mitte stattfinden würde. Eine bunte Party, die wir jetzt nicht unbedingt mitfeiern und unseren Kindern zeigen wollten…

Aber unsere Reise begann am Brandenburger Tor und dort war alles ruhig und touristisch wuselig. Eine große Bühne wurde aufgebaut und wir dachten, bis die Party anfängt, sind wir längst zuhause.
Wir alle waren gut drauf, es war schattig und luftig in Berlin und wir genossen es sehr, einfach mal an Orten zu sein, an denen wir sonst nur zum Festival of Lights oder mit Besuch aus Amerika sind.

Und so funktioniert das StadtSpiel:

In einer kleinen Metall-Box liegt eine kurze Erklärung mit Hinweis zum Startpunkt sowie 16 Briefumschläge + 1 Lösungsumschlag. Eine etwas andere StadtFührung würde uns erwarten, stand dort, wir sollten ca. 5 Stunden einplanen, könnten aber jederzeit unterbrechen und zu einem anderen Zeitpunkt fortsetzen.

Die Hinweise und Foto-Karten führen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit und die Antwort der Frage sagt, welcher Umschlag als nächstes geöffnet werden soll. Schummeln und „vorspulen“ geht also nicht.

(Die Fotokarten können später auch als Memory genutzt werden. Je zwei Fotos gehören zu einer Sehenswürdigkeit. Das werden wir ausprobieren!)

Gleich zur ersten Aufgabe hatten wir drei verschiedene Antworten und wir drei Familienmitglieder waren uns unserer Lösung so sicher – dass ich, noch bevor das Spiel überhaupt begonnen hatte, zum Notfall-Umschlag greifen musste… Aber es stellte sich heraus, dass die Frage etwas missverständlich gestellt war. Nicht alle Fragen sind hundertprozentig präzise gestellt, finde ich.

Natürlich werde ich nichts verraten, das könnt ihr alles schön selbst herauskriegen. Aber ich werde euch ehrlich sagen, wie der Tag für uns war.

Vielleicht hätten wir keinen 34 Grad – Tag aussuchen sollen.
Und vielleicht hätten wir noch mehr Essen und Trinken mitnehmen sollen.
Vielleicht hätten wir als Berliner keine Touristen-Tour auswählen sollen.
Oder vielleicht hätten wir doch die Kinder-Tour nehmen sollen.

Es war sehr heiß in Berlin, teilweise sehr voll und wir waren echt lange unterwegs. Wir haben schöne Pausen gemacht, haben uns von Springbrunnen zu Springbrunnen geschleppt und uns gegenseitig ermutigt/gebettelt, nicht abzubrechen.

Leider gab es auf der Strecke kaum Restaurants oder Cafés, was uns fast zum Verzweifeln gebracht hat. Vielleicht ist das ja unter der Woche anders. Aber eine trockene Laugenbrezel für 3.00€ haben wir links liegen lassen.

Das StadtSpiel hält allerdings, was es verspricht, denn wir haben Plätze gesehen, die ich nie vorher gesehen habe und zu denen ich niemals zu Fuß gegangen wäre. Wunderschöne Plätze, die wir fast für uns hatten. Ich habe mich mehrmals heute neu in Berlin verliebt!

Zusammen mit den Kindern lernten wir neue Dinge über unsere Stadt, denn zu jeder Sehenswürdigkeit gibt es jede Menge Hintergrund-Informationen, die auch wir nicht alle wussten. Wir zeigten den Kindern, wo Frau Merkel arbeitet, wo die Mauer stand und wir versuchten, die unterschiedlichen Sprachen der Touristen herauszuhören.

Gegen Mittag wurden die Beine immer schwächer und der Weg immer länger. Noch dazu stellten wir fest, dass einige Lösungen bereits auf dem Frage-Foto zu entdecken waren. Das fanden die Kinder nicht so toll, denn die Wege, die sich auch oft wiederholten und wieder kreuzten, erschienen ihnen völlig umsonst. (Gewundert hat es mich allerdings auch.) Wir sind wirklich viel gelaufen und beschlossen dann, einfach nur die Frage zu lesen und nicht die Fotos anzuschauen. Die Antwort-Zahl konnte teilweise abgelesen, teilweise errechnet werden. Eine große Herausforderung war es (für uns Berliner) nicht. Ich finde, ich habe gemerkt, dass es nicht ein Berliner war, der die Tour geplant hat und mich würde mal die Meinung der Dresdner zu einem Dresdner Spiel interessieren.

Wir haben uns um die Tour herum unser eigenes Programm gemacht – dazu bietet sich Berlin Mitte natürlich perfekt an. Es gibt auch ohne die Umschläge unendlich viel zu sehen.

Die Kinder malten sich unterwegs aus, was wohl die Belohnung am Ende sein würde. Etwa Eis-Gutscheine im letzten Umschlag? (Das ist eine Idee, die wir uns überlegen, sollten wir das Spiel einmal verleihen)

Als Doula musste ich da natürlich vorbei

Es galt dann aber eher der Spruch „Der Weg ist das Ziel“.
Ein paar Rechenaufgaben zwischendurch waren spannend für Emilian, doch eine große Erkenntnis oder Belohnung am Ende gab es für uns nicht.

Unser persönliches End-Ziel war der Potsdamer Platz. Wir wussten, von dort kommen wir erstens schnell nachhause und zweitens gibt es dort Kaffee und Eis.
Um dorthin zu gelangen, mussten wir noch zwei Fragen beantworten.
Und wir mussten genau über die Strasse des 17. Juni.
Mittendurch.
Mit unseren Kindern, die völlig fertig und halb nass und halb nackt neben uns her trotteten. Das war auch eine Erfahrung, die man bestimmt nicht oft im Leben macht.

Wir erzählten den Jungs vorher, da wäre ein riesiges Verkleidungsfest, aber ehrlich gesagt habe ich es mir wilder vorgestellt. Vor ein paar Jahren war es vielleicht noch verrückter. Ich hatte den Eindruck, da waren viele, viele, sehr viele Menschen, die einfach nur feiern und das Leben genießen wollten. Und wir mit „halb nackt – halb nass“ sind da echt kaum aufgefallen…

Wir staunten über verrückte Bungee-Springer von einem Kran über uns, wir schleppten uns tapfer an den überteuerten Eis- und Cocktail-Wagen vorbei, wir fanden schattige Abkürzungen und dann hatten wir es endlich geschafft! Die unterirdischen Potsdamer Platz-Arkaden kamen uns fast wie ein Kühlhaus vor!

****

Wir hatten einen schönen langen Tag zusammen!
Es lebe die Familienzeit und das StadtSpiel fällt auf jedenfall in die Kategorie  „Zeit statt Zeug-Geschenke“. Obwohl beide Jungs, und auch wir, zwischendurch echt fix und fertig waren, war die Antwort auf die abendliche Frage „Was war heut am Schönsten?“ – „Das StadtSpiel!“

Die Umstände waren etwas ungünstig, vielleicht hätte auch ein Elternteil+ein Kind gereicht. Wir empfehlen die City-Tour wirklich Berlin-Touristen. Ohne Kinderwagen wären wir auch etwas schneller und bequemer unterwegs gewesen. Vielleicht sollten wir wirklich einmal die KinderTour testen… Aber für uns verrückte Berliner war es ein verrückter Ausflug in die Stadt! Wir haben schöne Fotos gemacht, haben neue Sehenswürdigkeiten gefunden, haben uns über Politik und Krieg unterhalten, hatten Spaß am Springbrunnen, haben viel gesehen und gelernt und werden ab jetzt mit anderen Augen durch Berlin Mitte fahren.

Vielen Dank, dass wir das StadtSpiel ausprobieren durften!

Guckt doch gleich mal im Shop nach, ob vielleicht auch eine Tour für euch dabei ist.

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Hallo Juli!

Das Wetter passt.
Das Ferien-Gefühl passt.
Die Sommer-Stimmung passt.
Wir freuen uns auf den Juli!

Im Juli werde ich…

… ein neues Beet in meinem Garten bepflanzen.
… Himbeeren und Erdbeeren und Johannisbeeren und Heidelbeeren vom Feld ernten.
… kleine Zeugnis-Geschenkes packen.
… mit der Familie das Ende des Schuljahres feiern.
… meinen schwarz-rot-gold Nagellack von den Füßen entfernen.
… unsere Sommer-Liste schreiben.
… Ostsee-Urlaub-Koffer packen.
… WM-Fußballspiele ansehen.

… ausschlafen.
… zum letzten Mal zur Doula-Weiterbildung vor der Sommerpause haben.
… das MOPS-Jahr mit dem Thema „Free Indeed“ mit einem Sommerfest beenden.
… ausschlafen.
… das Meer sehen!
… meine Füße in den Ostseesand stecken.
… Eis und Fischbrötchen am Meer essen.
… meinen Mann nach Kalifornien verabschieden.
… viele Bücher und „Hausaufgaben“ lesen.
… an viele Geburtstage denken.
… den Garten fit machen.
… Sommer in Berlin genießen.
… mit der Familie Urlaub machen.
… Eiskaffee trinken.

 

(Ich fülle Kaffee in Eiswürfelbehälter und friere ihn ein. Später gieße ich 5-7 Eiswürfel mit Milch auf. Lecker!)

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Hallo Juni!

Haach, der Mai war für mich schon so ein kleiner Sommer.
Es kann nur schöner werden!

Im Juni werde ich…

… unseren 11. Hochzeitstag feiern! <3
… Kirschen ernten. Und Erdbeeren ernten.
… zusammen mit Freundinnen an jedem Tag des Monats für unsere Kinder beten.
… zur Taufe meiner Cousine fahren.
… mit meinem Mann Kettenkarussell fahren!
… mit Papa Geburtstag feiern.
… zum ersten Mal einen Flohmarkt veranstalten.
… die WM feiern und viel Fußball gucken.
… eine schöne LadiesNight planen!
… Liams erstes Geigenvorspiel sehen.
… zum Zahnarzt gehen.
… im Garten grillen.
… meine Blumen gießen.
… vielleicht ein kleines Midsommar-Fest feiern.
… an den See fahren.
… Teil 3 meiner Doula-Weiterbildung besuchen.
… aufs Obstfeld zum Pflücken fahren.
… Liam beim Kita-Fest verabschieden.
… zum letzten Mal für die nächsten Jahre die Kita besuchen!
… mich mit Freundinnen treffen.
… die letzten MOPS-Treffen vor der Sommerpause planen.
… eisgekühlten Holunderblütenlikör trinken.
… mich auf die Sommerferien freuen.

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