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Einmal in meinen Kopf und wieder raus

Unsere Tage sind voll und leer zugleich. Noch scheuchen uns keine festen Arbeitszeiten und auch der Kindergarten-Alltag beginnt erst in ein paar Tagen. Das ist schön! Wir schaffen viel, wir haben uns zu viert, wir gehen uns auf die Nerven und dann wieder nicht, wir haben Besuch und werden eingeladen.. Manchmal sind unsere Tage bis auf die letzte Minute mit „Freunde treffen“ verplant.

Am Montag war ich mit den Kindern im Zoo.
Zum ersten Mal nach Amerika. Zum ersten Mal ohne Kinderwagen.
Aber wir haben ja diesen Bollerwagen, den wir sehr lieben. (Zum ersten Mal lese ich da gerade „Nicht für den Transport von Kindern geeignet“. Haha, wir haben den ja extra dafür gekauft…)

In den Bus habe ich den Wagen gehoben, die Kinder sind ausgestiegen. Erst bei der zweiten Station konnte ich das Ticket kaufen, weil der Wagen keine Bremse hat. Ich hab kurz überlegt, Emilian mit dem Geld zum Fahrer zu schicken.. aber wenn wir noch ein paarmal so zum Zoo fahren, kann er das bestimmt bald. Zur U-Bahn kamen wir dann gut mit Fahrstühlen und auch im Zoo ging das echt gut mit dem Wagen.

Tiger     Reiher und Robben

Das Wetter war toll, die Tiere waren gut drauf und es war schön, die vertrauten Wege wieder abzulaufen. Beide Kinder sind jetzt schon richtig groß und können sich an den Tieren freuen, können sich unterhalten und mithelfen, wenn es sein muss. Emilian musste sogar schon Eintritt bezahlen!

Ein bißchen Sehnsucht

Zoo LA

Ein bißchen Spaß

 

Heute waren wir zum ersten Mal nach Amerika bei IKEA.
Das Frühstück hier ist echt tausendmal schöner als da. Dazu haben wir die Sonne und an einem Donnerstag-Morgen ein ruhiges Restaurant wirklich sehr genossen. Ich finde, dass sogar der Kaffee da inzwischen besser schmeckt.

Weil ich ja bestimmt monatlich bei IKEA war und nun eben lange nicht mehr, sind mir Veränderungen sofort aufgefallen. Und weil wir ja zuhause immernoch diese „Wir haben zu viel – hier steht alles nur rum“-Krise schieben, hat mich der Weg durch die Möbelausstellung heut richtig traurig gemacht. IKEA: Meister im Verstauen und im „Wir brauchen zu viert doch nicht mehr Platz“ hat mich da getroffen, wo es am meisten weh tat. Diese Zimmer sind so schön. Ich würde sofort da einziehen! Wirklich.

Nun ja. Euch ist sicher auch klar, dass mehr Zeug kaufen während einer „Wir haben zu viel Zeug!“-Krise wenig Sinn macht… Der Meinung war nämlich mein Mann.
Ich dachte aber eher, dass man ja mit mehr Stauraum das Zeug nicht mehr so sehen würde. Egal. Ich hab mich gut zusammengerissen. Finde ich. Und Dank der beiden Gutscheine, die ich zum Geburtstag bekommen habe, sah das auf dem Kassenzettel auch fast so aus, als hätte ich mich tatsächlich beherrschen können.

Unten im Warenlager ging es mir dann viel besser, weil ich mir nicht die perfekt designten, sauberen, hellen, wunderschön ausgestellen Wohnzimmer ansehen musste, sondern mir die Sachen suchen konnte, die mir selbst helfen, mein Wohnzimmer wunderschön und sauber und hell zu machen. Ungefähr.

Für andere Räume haben wir ein paar Kleinigkeiten gekauft und auch dort wollen wir erstmal mit dem Aussortieren und Wegschmeißen anfangen. Wenn ich traurig oder genervt oder frustriert bin, kann ich das richtig gut. Platz schaffen! Atmen! Freiheit!
Ich habe in den letzten Tagen wieder viel auf den Dachboden geräumt und anderes weggegeben oder aussortiert. Das fühlt sich gut an und schafft Platz und gute Laune.

 

Die Pläne fürs Kinderzimmer haben wir nochmal auf später verschoben, weil unsere Jungs ja gerade sowieso immer nur eine Sorte Spielzeug haben. Und auch dann neigen sie schnell zu Überforderung un Langeweile. Wie mich das nervt. Es wird wirklich Zeit, Spielzeug loszuwerden und ihnen altersgerechte (hihi) Beschäftigungen anzubieten.

Liam hat angefangen, aufs Töpfchen zu gehen. Immer mal wieder, aber erfolgreich. Und wie auch Emilian damals durfte er mit Papa in die Schloßstrasse fahren, Eis essen und ein Spielzeug aussuchen und so. In Anbetracht unserer vollen Schränke sagte ich zu meinem Mann: „Wir brauchen nichts. Wähle das Spielzeug weise aus.“
Emilian war da ganz anderer Meinung und versuchte, Liam heimlich ein paar tolle Vorschläge zuzustecken. Er hatte sich damals für einen Playmobil-Rettungshubschrauber entschieden. Und Liam, der überhaupt die Busfahrt und die Papa-Zeit so genoß, suchte sich eine kleine Schaufel und eine kleine Harke aus. (Sowas hatten wir nicht, weil es hier keinen Sandkasten gibt und er konnte es aber wirklich gebrauchen, weil wir ja gerade große Sandberge im Garten haben.) Die beiden Dinge kosteten weniger als 2 Euro…
Auf dem Weg zur Kasse entdeckte er eine kleine Eisenbahn von „Thomas und seine Freunde“. Er nahm die Schaufel aus dem Korb und sagte: „Tsuldidund. Iche nich Paufel. Iche Pomas.“
Als mein Mann mir das so per SMS schrieb, musste ich sehr lachen.
Liam durfte dann das Sandspielzeug UND die kleine Eisenbahn behalten und war das glücklichste Kind der Welt.

Ich ertappe mich gerade dabei, mich auf die Kindergarten-Zeit zu freuen. Und dann fühle ich mich irgendwie schlecht. Aber ich weiß, dass diese paar Stunden am Vormittag uns allen gut tun und Abwechslung bringen werden. Wir hocken doch irgendwie zu viel aufeinander. Und das Wetter.. naja. Eigentlich ist es ganz gut.
Emilian wird Abstand von Liam bekommen und den soll er haben.
Und Liam wird mehr und mehr verstehen, was dann bald auf ihn zukommt.
Ab August sind beide Jungs im Kindergarten! Ich bin gespannt, was das mit ihnen und ihrer Beziehung zueinander macht. Bestimmt werden sie die ruhigeren Nachmittage schätzen.

Zu diesem ganzen sich-erdrückt-fühlen kommt dann auch noch die Langeweile der Kinder, denen es sicher ganz genau so geht. 10 Monate hatten sie drei Autos und drei Stifte – und jetzt steht plötzlich so viel zur Auswahl. Am Dienstag haben sie so viel gestritten und geschrieen.
Emilian wird sensibler und bricht bei der kleinsten Kleinigkeit und Ungerechtigkeit in Tränen aus.
Und Liam – wie sollte es anders sein – wird lauter und frecher.
„Du Dummpopf! Du Pupsi! Du bis‘ blöd!“ quakt er dann ziemlich laut durch den Garten. Wenn wir mal nachfragen, kommt meist sofort ein „Weil das so ist!“ Wenn es nicht doch meist lustig wäre, wäre es traurig.

Ich rutsche dann in diesen „Was mache ich eigentlich den ganzen Tag?“-Kreislauf und frage mich, ob mein Leben nach 30 noch einen Sinn hat, wann meine Kinder so schnell groß geworden sind, warum ich mich nicht über mein volles Haus freuen kann, ob ich wieder arbeiten gehen soll, ob ich jemals alles im Haushalt schaffe, was ich möchte.. und so. Antworten gibt es gerade nicht.

Ich hämmere mir dann ein: „Du BIST für deine Kinder da gewesen. Selbst wenn die Zeit schnell vorbei geht, was nicht passiert, weil sie immer gleich schnell geht – aber selbst dann warst du dabei und hast sie groß-werden sehen.“

Vielleicht werde ich in den Jahren zwischen 2010 und 2030 weder große Karriere-Sprünge hinlegen, noch um die Welt reisen (ausser ab und zu nach Kalifornien, bitte) noch den Shopping-Trends der Stadt folgen können. Aber ich werde mit meinen Kindern lachen, ich werde Freundinnen treffen, ich werde dreckige Fenster und ein volles Herz haben, ich werde wenig schlafen und viel Kaffee trinken und ich werde ein paar kleine Menschen auf die große Welt vorbereiten. Wenn das nichts ist!

 

Alle Wochenenden und Feiertage ziehen so an uns vorbei und immer mal wieder muss ich mich fragen, welcher Tag heute eigentlich ist. Deswegen werden wir an den freien Tagen nicht verreisen oder „Urlaub machen“. Unser Haus und unser Garten gefällt uns sehr gut und wir genießen es, hier zu leben. Wir genießen uns, unsere Freiheiten und unsere Familie.

Das muss jetzt nach so einem Eintrag auch mal gesagt werden!

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Szenen aus unserem Alltag 12

Wie geht es euch?
Wie war euer Valentinstag?
Ich habe eine Rose nach dem Gottesdienst bekommen.
Habt ihr ein paar Ideen von meinem letzten Blog-Eintrag ausprobiert? 😉
Also, mein Mann kommt ja am Freitag endlich wieder…

 

* Es geht uns gut. Im Großen und Ganzen. Am Anfang dachte ich, ich drehe durch und wir drei werden das niemals ohne Schaden überstehen.. dann wurde es besser und ich befürchtete schon, dass sich die Kinder an diese Familien-Zusammenstellung gewöhnen… aber jetzt ist die Zeit reif!
Kennt ihr das, wenn ihr beim Sport eine Übung macht, die euch anstrengt, ihr aber noch gut klarkommt? Sobald der Trainer aber sagt: „Noch 10 Mal!“ schafft ihr auch nur noch 10 Mal und keine einzige Bewegung mehr. So fühle ich mich. Noch 3x schlafen und dann sind diese 3 Wochen ohne Mann vorbei! Jedesmal, wenn wir uns ins Auto setzen, fragt Liam, ob wir zum Flughafen fahren!
Wenn er mit Papa skypt, kichert er aufgeregt und ich sehe, dass er seinen Papa viel lieber in echt sehen würde. Gestern sagte er: „Papa lange weg. Wann wiederpomm?“

 

* In den ersten Tagen hatte ich das Gefühl, die Zeit irgendwie rumkriegen zu müssen und so kam es auch vor, dass wir mal für ein paar Stunden einfach durch Geschäfte gelaufen sind – fast ohne was zu kaufen. Mit meinen Kindern kann man gut einkaufen gehen!
Alle Pläne, die ich hatte, haben wir gar nicht geschafft und einiges ist liegen geblieben. Im wahrsten Sinne. Es ist nicht aufgeräumt bei uns! Meine Sporthose lag heute noch auf dem Badfußboden, da hatte ich sie vorgestern hingeschmissen. In der Küche steht ein Tee, den ich mir vorhin gemacht habe und noch nicht getrunken habe. Es ist ein grüner Tee und er sollte mich wach machen. Heute Abend werde ich ihn besser nicht mehr trinken. Die Wäsche wartet seit gestern im Trockner auf mich. Unter dem Wohnzimmertisch liegt Spielzeug, die ganze Woche schon! Ich kann tatsächlich solche Sachen liegen lassen und ignorieren. Wir saßen nämlich auch mal ein paar Stunden bei 31°C am Pool, wir haben viele Hörspiele gehört, wir haben uns mit Freunden getroffen… An einem Abend habe ich mit den Kindern Popcorn gemacht. Als die meisten Körner gepoppt waren, habe ich den Deckel offen gelassen. Wie die Jungs gelacht haben! Wenn ich „dumme Ideen“ habe, lieben sie mich am meisten.

ApfelgebissApfel-Gebiss

 

* Emilian bettelte schon seit Monaten um ein Pizza-Rezept aus einem Conny-Buch, das er mit mir machen wollte. Wir kauften also Zutaten und fingen an. Emilian half mir, mit einem Glas den Teig für Mini-Pizzen auszustechen und zusammen belegten sie sie. Emilian wollte unbedingt „Pizza-Gesichter“ machen, wie sie auch Conni macht.

Minipizza                  Pizza

 

 

* Ziemlich sehr regelmäßig und diszipliniert mache ich meinen neuen Sport. Ich finde ihn toll. Habt ihr schon probiert? Die Kinder gingen oft ein bißchen später als sonst ins Bett und aus jetzt-gucke-ich-endlich-mal-Filme-die-mein-Mann-nicht-mag wurde also nichts. Ich kann aber sagen, dass ich mich hier kaum gefürchtet habe. In Berlin war es mir schon manchmal unheimlich, in der Nacht in die untere Etage zu gehen, wenn mein Mann nicht da war. Aber hier.. ist es ruhig und sicher. Ich hätte vielleicht nicht einmal abschließen müssen. Selbst die parkenden Autos haben teilweise geöffnete Fenster. Ob ich mich daran gewöhnen könnte?

 

* An einem Tag sind wir mit einer Kollegin meines Mannes nach San Diego gefahren. Es war sehr sonnig, als wir losfuhren. Unterwegs war es richtig grau und dunkel, aber das lag nur an den Bergen, denn in San Diego war es wieder strahlend hell. Wir liefen am Wasser entlang, sahen uns die riesigen Schiffe und kleine Lädchen an. Die Kinder wurden dann müde und quengelig. Ich sprach englisch mit unserer Freundin und so hatten die Jungs nicht viel von mir.
Zurück am Auto wunderten wir uns, dass der automatische Türöffner die Türen nicht öffnete. Die Batterien waren seit einiger Zeit schwach, aber bis jetzt hatte es immer irgendwie funktioniert. Diesmal nicht. Ich schloß die Türen mit dem Schlüssel auf, wir verpackten alles, schnallten uns an und wollten losfahren. Als ich den Schlüssel ins Schloß steckte und drehte, passierte nichts. NICHTS. Es gab kein Geräusch, gar nichts. Wir sahen uns an.. ich war in diesem Moment froh, dass ich nicht mit den Kindern allein war. Wir warteten.. aber das änderte nichts. Dann fiel mein Blick auf den Lichtschalter. Das Licht war an! Ich hatte das Licht angelassen!! Das Piepsen bei geöffneter Tür, das mich genau davor warnen sollte, hatte ich wahrscheinlich ignoriert, weil ich beim Ankommen, noch bevor das Auto richtig stand, mit Emilian aufs Klo rennen musste. Wie auch immer. Das Auto war tot.
Theoretisch weiß ich, was in diesem Fall zu tun ist und ich hätte in meinem Handy bestimmt auch die englischen Worte dafür gefunden, aber meine Freundin kannte sich auch aus. Wir standen auf einem Parkplatz und warteten eine Weile auf ein vorbeifahrendes Auto. Wir hatten fast kein Zubehör im Kofferraum, aber einfach so, weil wir nichts zu tun hatten, stieg ich aus und sah in der Erste-Hilfe-Tasche nach. Und da war tatsächlich dieses Kabel. Rot und schwarz und nagelneu! Wir stellten uns vors Auto, öffneten die Motorhaube, fuchtelten ganz unauffällig ein bißchen mit dem Kabel herum – und schon hielt ein Auto an. Wir schloßen die Kabel an – ich startete – und das Auto lief. Wir stiegen ein waren stolz auf uns und fuhren ohne Probleme nachhause.

 

* Als Idee des Februar-Kalenders überlegten wir, wie wir unserem Postboten eine Freude machen konnten. Ganz so kreativ, wie diese Familie waren wir nicht. Emilian malte ein Bild und ich schrieb ihm „Thank you Mr. Mailman“ vor. Er packte das in einen Umschlag und tackerte! ihn zu. Ich versuchte, ihm zu erklären, dass unser Postbote die verschlossenen Umschläge weiterverschicken würde. Das ist seine Aufgabe: Briefkasten öffnen, Post zum Verschicken raus nehmen und unsere Post reinlegen. So ist das in Amerika. Und wenn nichts auf dem Brief stand, würde der Postbote nicht wissen, dass er für ihn sei… Wir diskutierten eine Weile und vergaßen die Sache erstmal.
Ein paar Tage später hoffte ich, dass Emilian sein Gemälde vergessen hatte. Ich fand es „nicht perfekt genug“ und… ja, ich warf es in den Mülleimer. Er schrieb den Satz noch einmal auf, ich klebte ein paar Süßigkeiten drauf und hoffte, sie würden im Briefkasten nicht zu weich werden. Emilian war gut dabei und freute sich, jemandem eine Freude zu machen. Als die Karte fertig war, wurde Emilian ganz unruhig, weil er sein Bild nicht finden konnte…
Er suchte. Er konnte es ganz genau beschreiben. Er fing zu weinen an. Und als er im Kinderzimmer war, schlich ich in die Garage, öffnete die Mülltonne, wühlte gedemütigt ein bißchen in nicht-getrennten Müll und fand den Brief. Emilian strahlte mich an. Natürlich würde Mama den Brief finden! Wir klebten die Karte mit den Süßigkeiten an den anderen zugetackerten Brief (der schon im Müll war), in Gedanken entschuldigte ich mich beim Postmann und wir legten es in unser Fach. Nach zwei Tagen war der Brief weg. Wer weiß…

 

* Emilian war in der letzten Woche der Meinung, mir die nächste Farbe für die Fingernägel aus meiner Box suchen zu müssen. Tatsächlich fragt auch Liam nach, wenn ich lange keine bemalten Nägel hatte. Als ich also einen rosa Nagellack auf die Fingernägel malte, kam Liam ins Bad. Er kommentierte irgendwas. „Ah, deine Finger rosa! Rosa Frau.“ oder so. Emilian hat sowas nie gemacht und ich bin fasziniert, wieviel ein kleiner Liam so mitkriegt. Er flitzte dann kurz weg und kam mit meinem iPhone wieder. Darauf zeigte er mir ein Foto, von seinem Farben-Spiel. Daran musste er denken, als er mich so mit dem rosa Nagellack sah..

Rosa Frau

 

* In der letzten Woche plantschten die Kinder zum ersten Mal wieder am Pool. Sie waren nicht drin, dafür war es zu kalt. Aber sie bespritzen sich mit Wasser und hatten Spaß. Plötzlich sagte Emilian: „Da ist wieder eine Maus. Aber sie lebt noch.“ Ich sprang aus meinem Liegestuhl und sah, dass da tatsächlich eine winzige Maus herumzappelte. Sie hatte keine Chance herauszukommen und so hielt ich ihr, ohne lange zu überlegen, das Schwimmbrett hin. Sie krabbelte auf das Brett und ich setzte sie ins Gras.
Die Kinder waren so aufgeregt. Emilian besorgt, Liam ängstlich.
Wir saßen dort schon eine Weile und wir haben die Maus nicht reinfallen sehen – sie war einfach plötzlich da. An einem anderen Pool fanden wir mal eine tote Maus.. Scheinbar ist das Wasser für die Mäuse nicht so zu erkennen.
Unsere Maus lag im Gras und rührte sich nicht. Wir legten ihr einen Apfel, einen Keks und Weintrauben hin (da kommt die Tierschützerin in mir durch) und ließen sie. Nach ungefähr 2 Stunden machte sie wieder erste Bewegungen, aber sie fiel oft um und war nicht gut drauf. Weil sie immer wieder in Richtung Pool stolperte, nahm ich sie nochmal mit einem Spielzeug-Schwert (was man alles so dabei hat!) und setzte sie weiter weg ins Beet. Wir haben keine Ahnung, was aus ihr geworden ist. Aber das war ein Erlebnis!

Nasse Maus

 

 

* Liam überrascht uns immer wieder mit Sachen, die wir von Emilian nicht kennen. Das war eigentlich von Geburt an so… Brüder, die sich so ähnlich sehen, können so unterschiedlich sein… Er sieht andere Sachen, er fragt, er findet anderes Zeug lustig und ist in der Zeit hier einiges über sich hinausgewachsen. (Das ist Emilian auch!) Interessant ist, was Liam so vor sich hinplappert, wenn er mit Autos oder Figuren spielt. Dabei kommen Sachen zum Vorschein…
In den letzten Tagen hörte ich ihn mehrmals englische Wörter oder auch Sätze sagen! Mit Akzent. Das waren Sätze, die er wahrscheinlich dreimal in der Woche in der Kinderbetreuung hört. Am Anfang war ich mit ihm dort und kannte die Sätze. Ich war so stolz auf ihn und auf meine Nachfrage hin hat er mir alles erzählt, was er dort macht, wenn sie zusammen sitzen. Oder er sagt „Good job, buddy“. Haaach. In solchen Momenten finde ich es schade, dass wir nicht länger bleiben.

 

* Es ist mir in den letzten Wochen mehrmals passiert, dass ich mich in meine Kindheit zurückversetzt fühlte. Zum Beispiel, wenn ich die Kinder nachts mit den Zähnen knirschen hörte. Oder wenn die beiden spielen, plötzlich stichelt der eine und der andere schreit wie am Spieß los, weil das zur Zeit seine beste Verteidigung ist. Oder wenn ich für Emilian „Hausaufgaben“ zum Üben schreibe. Dann fühle ich mich wieder wie die große Schwester von drei Geschwistern. Ist das schon so lange her? Merkwürdiges Gefühl.

 

* Am Montag waren wir zum zweiten Mal in einem Kindermuseum, das den Kindern sehr gefallen hat. Nicht ohne Grund suche ich mir für solche Dinge meist den Montag aus. Obwohl es hier sehr viele gute Angebote für Familien und Kinder gibt, sind solche Häuser schnell voll. Am Montag Morgen kam mir ganz weit weg der Gedanke, dass es sein könnte, dass heute ein Feiertag ist. Presidents Day. Ich war mir aber nicht sicher, ob überhaupt und wenn ja, ob die Schulen tatsächlich geschlossen sein würden und überhaupt: Wer würde denn bei 30°C in ein Museum gehen?
Die Antwort: Alle waren sie da. Alle Schulen waren geschlossen und alle Familien hatten die gleiche Idee.
Als Erzieherin und Mutter bringt mich Kinderlärm lange nicht aus der Fassung. Auch das Laufen und Stehen auf hohen Schuhen kann ich ab. – Aber das war zu viel. Mein Hals tat weh. Liam war überfordert, Emilian war unruhig und die Schlange hinter uns am Eingang wurde immer länger. Wir blieben eine Weile, weil die Tickets nicht billig waren. Ich war froh, dass wir die meisten Räume kannten. Nur zwei Themen-Hallen hatten sich geändert. Ich konnte die genervten Mitarbeiter gut verstehen und machte mir zum ersten Mal Sorgen über ansteckende Kinderkrankheiten. Wie gut, dass es überall Desinfektionsmittel-Spender gab.

 

* Auch ein Besuch bei IKEA stand auf unserem Programm. Bei IKEA fühle ich mich zuhause. Bei IKEA war es leer, verhältnismäßig. Und bei IKEA gibt es gutes Mittag. Emilian hatte einen Holundersaft und stellte fest: „Das erinnert mich an zuhause…“ Ja, der Baum in unserem Nachbars Garten wartet bestimmt schon auf mich.
Wir spielten, liefen so rum, kauften Kleinkram und ein Eis – was man eben bei IKEA so macht.

 

* Es sind noch 42 Tage.
Ist das zu glauben???
Ich lasse diese „Ich freue mich auf…“-Sachen noch nicht in meinen Kopf. Sie sind da, aber ich ignoriere sie. Noch. Denn sonst würde ich die letzten Wochen hier verpassen und nicht genießen können. Genauso kommen nämlich die „Das wird mir fehlen…“-Sachen in meinen Kopf. Und beide haben Recht. Oh ja, es ist nicht leicht!
Natürlich freue ich mich auf Berlin, weil ich dann endlich wieder….. , aber ich weiß, dass der Abschied hier endgültig sein wird. Wahrscheinlich. Man weiß es nicht. Und wir haben noch so viel vor!
Für die Kinder erkläre ich: „Dann kommt Papa wieder, dann kommt unser Besuch, dann hat Liam Geburtstag, dann hat Emilian Geburtstag und dann fliegen wir nachhause!“ Und sie freuen sich – nicht wissend, wie viele Tage es noch sind. Sie freuen sich auf die Filme im Flugzeug…

Heute haben wir eine deutsche Familie besucht, die wir in der letzten Woche kennengelernt haben. Die Tochter ist 3 1/2 und spricht fast nur deutsch. Ich habe es tief in meinem Herzen genossen, Emilian spielen zu sehen. So richtig mit Sprache und so. Wenn ich das so sehe, weiß ich, dass Amerika ein wichtiger Teil in seinem Leben war – aber dass er irgendwie nach Deutschland gehört. Ja, er versteht immer besser und redet sogar mit anderen in englisch und in ein paar Monaten würde er wahrscheinlich… Aber irgendwie freue ich mich, dass sich die Jungs bald nicht mehr fremd fühlen müssen.

Ich werde hier bald aufschreiben, auf was ich mich freue. Und auch, was mir fehlen wird.
Wenige Tage nach unserer Landung in Berlin werde ich mich von der 2 vor meinem Alter verabschieden. Normalerweise würde das eine Krise in mir auslösen und tausend „Jetzt ist das Leben vorbei“-Gedanken würden mir durch den Kopf gehen. Aber so habe ich nichtmal richtig Zeit, darüber nachzudenken. Wenn ich mich dann mit 30 schrecklich alt fühle, dann erinnert mich bitte daran, dass das der Jetlag ist!

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Bin ich eine gute Mutter?

Wenn es dafür eine Checkliste gäbe, würde ich wahrscheinlich gar nicht so schlecht abschneiden.

Ich habe in der Schwangerschaft nicht geraucht und fast keinen Alkohol getrunken.
Ich habe „normal“ entbunden.
Ich habe lange und ausschließlich gestillt.
Die Kinder schliefen neben meinem Bett.
Ich bin Pädagogin.
Ich stand und stehe bei jedem nächtlichen Rufen auf.
Ich bin von Geburt an nahezu rund um die Uhr bei ihnen.
Ich gebe ihnen Obst und Gemüse.
Ich bringe die Kinder an die frische Luft.
Ich sage ihnen, dass ich sie lieb habe.
Ich bringe sie zum Lachen.
Ich bringe ihnen Lieder und Spiele bei.
Ich erkläre ihnen die Namen aller Tiere. Und Autos. Und Pflanzen. Und Dinosaurier!
Ich zeige ihnen, wie man kocht und backt, aufräumt, dekoriert, schreibt, malt…
Ich lese vor.
Ich versuche sogar, ihnen eine zweite Sprache beizubringen.
Ich erkläre ihnen die Welt.
Ich bin glücklich.

Das ist doch was!
Und das soll nicht heißen, dass Mamas, die das alles anders gemacht haben, schlechtere Mütter sind!!! Nein, nein. Mommy Wars gibt’s schon genug. Ich bin heute sarkastisch und urteile nicht.

Denn zum ersten Mal in fast 5 Jahren frage ich mich, ob ich eine gute Mutter bin!

Ich gebe zu, dass ich einen hohen Anspruch an Ordnung und Sauberkeit habe. Zu hoch vielleicht, wenn frau mit drei Männern zusammenlebt.
Ich gebe zu, dass ich meine Medien um mich brauche – was nicht heißt, dass ich sie nicht zugunsten der Kinder nutze.
Ich gebe zu, dass ich gern mal ausschlafe. Was auch immer das für eine Mama heißt.
Ich gebe zu, dass ich nicht so gern „Vater, Mutter, Kind“, „Einkaufen“ und sonstige Rollenspiele spiele.
Ich gebe zu, dass ich mich auch mal auf dem Klo einschließe und mir die Ohren zu halte, um einfach mal allein zu sein.

Aber ich bin doch eine gute Mutter, oder?

Zur Zeit bin ich alleinerziehend, in einem fremdem Umkreis, in einem fremden Land, auf einem anderen Kontinent. Da komme ich schonmal an meine Grenzen, was Geduld, Ideen, gute Laune und Toleranz der Lautstärke angeht. Auf der anderen Seite dreht sich mein Leben gerade ziemlich 100% um die Kinder. Echt jetzt. Es gibt keinen Mittagsschlaf mehr und so bleiben mir die Stunden von 21:00 Uhr bis 7:30 Uhr. Die ich mehr für Schlaf nutzen sollte.

Die Kinder bestimmen, wann wir aufstehen und wie bald danach es Frühstück gibt. Die Kinder suchen sich größtenteils ihre Klamotten raus.. und werden überraschender Weise noch immer von anderen Menschen süß gefunden 🙂 Was wir essen, düfen sie mit-entscheiden. Meine Tagespläne sind fast ausschließlich zu ihrer Bespaßung gedacht. Wie schnell wir es vom Haus ins Auto (3m Fußweg) schaffen, entscheiden sie. Wann wir zu dritt aufs Klo rennen, entscheiden sie. Und so weiter…

Scheinbar ist das nicht genug. Irgendwie.
Ich habe mich heute Morgen mit zwei deutschen Freundinnen und am Nachmittag mit einer amerikanischen Freundin getroffen. Zum Quatschen. Mit deren Kindern. AUF DEM SPIELPLATZ! Es war schwer möglich, mit 5 Kindern am Morgen und 4 Kinder am Nachmittag einen Satz ohne Unterbrechung zu wechseln. Emilian weinte und schluchzte, wie gemein es wäre, dass ich immer nur mit meinen Freundinnen reden würde und nie mit ihm. Er wollte getragen werden, er unterbrach uns, er weigerte sich…

Ihr glaubt nicht, wieviele Worte ich täglich mit ihm rede. Auch ohne die Wiederholungen.

Ich weiß, dass Emilian das alles nicht verstehen kann. Dass ich gerade fast ALLES für ihn mache. Wahrscheinlich merken das einige Kinder erst, wenn sie selbst Eltern werden. Söhne vielleicht nie so ganz. Ich möchte nicht, dass er mich so sieht.. als jemand, die alles für ihn tut. Selbst Liams häufige Bedankungen sind mir schon unheimlich.

„Danke Mama, du Kekse backen hast! Du backen hast?“

„Nein, die sind von IKEA.“

„Danke Mama, du Kekse kauft hast! Danke IKEA, du Kekse backen hast! Danke Mama, du Kekse mitnommen hast!“

Heute war es auch Liam, der Emilian einreden wollte: „Mama lieb, odaa?“
Emilian aber ist der Meinung: „Mama, du schimpfst zu viel.“

Ich versuche, solche Sätze von Emilian nicht persönlich zu nehmen. Es gibt ja für alles eine Phase und auch Gründe. Aber es tut weh. Gerade, weil so sehr das Gegenteil der Fall ist. Es tut mir weh, dass er gerade mehr von mir fordert, als ich geben kann. Dass er weint und bockt und schimpft und tobt.. und ich eigentlich auch gern mal weinen und schimpfen möchte.

Ich verstehe sowas von, wie schwer es auch für Emilian ist. Er vermisst Papa, die Abwechslung, die Strenge. Und mir ist heute aufgefallen, dass ich so ziemlich die Einzige bin, mit der er deutsch reden kann. Er kommt nach mir und braucht das Reden. Und ich kann nachfühlen, wie es sich für ihn in englisch-sprachiger Umgebung fühlt. Er kämpft seine Kämpfe und braucht irgendwie ein Gegenüber. Doch da ist nur die Mama, die das nicht kann.

Noch 8 Tage.

Wir haben unsere nächsten Tage gut verplant. Die Grenze zwischen „zu viel unterwegs“ und „zu wenig unterwegs“ ist sehr schmal. Die Zeiten, in denen wir zuhause sind und mit unseren Zeit- und Ordnungs-Plänen klarkommen müssen, werden herausfordernd. Aber im Grunde meines Herzens weiß ich, dass meine Kinder gern mit mir zusammen sind, dass sie meine verrückten Ideen lieben und mir gern helfen. Und diese Ebene muss ich erreichen, ohne ihnen und mir wehzutun.

Noch 8 Tage.
Noch 48 Tage.

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Kartoffel-Quiche

Bei uns gibt es heute Quiche.
Schon zum zweiten Mal mache ich das und es schmeckt uns gut. Liam amüsiert sich, als ich ihm sage, dass es „Kartoffel-Kuchen“ gibt. Während die Quiche im Ofen ist, Emilian vor der Haustür sitzt, Hörspiel hört und schnitzt (er wird ein Mann!) und Liam in der ganzen Wohnung die Lichter ausmacht, tippe ich das Rezept schnell für euch ab.

 

Kartoffel-Quiche

Zutaten:

– 200g Mehl (zur Hälfte Vollkorn)
– 1 Prise Salz
– 100g kalte Butter
– 80ml Wasser
– 500g Kartoffeln
– 150g geriebener Käse
– 200ml Sahne
– 2 Eier
– Salz, Pfeffer, Muskatnuß
– Kräuter wie Majoran, Rosmarin, Thymian…
– 1 Knoblauchzehe

 

Zubereitung

Mehl, Salz, Butter (in Flöckchen) und Wasser zu einem Mürbeteig verkneten. Eine Kugel formen und ca. 30 Minuten kalt stellen.

In der Zwischenzeit die Kartoffel schälen und in dünne Scheiben hobeln. Den Käse mit der Sahne und den Eiern verrühren und mit Salz, Pfeffer, Muskat und Kräutern würzen. Knoblauchzehe pressen und dazugeben.

Eine Springform oder Quiche-Form einfetten. Den Teig ausrollen und in die Form legen. Rand andrücken. Den Teig mit den Kartoffelscheiben belegen und mit der Sahne-Eier-Mischung übergießen.

Die Quiche bei 200 Grad ca. 50 Minuten backen. Wenn sie zu dunkel wird, evtl. mit Alufolie abdecken.

Quiche-Helfer

Das ist es schon. Mehr nicht.
Für euch ist es noch einfacher, als für mich, weil ihr die Mengenangaben nicht erst umrechnen müsst. Boah, wie ich mich auf meine Waage freue! Und 500g Kartoffel kann man nicht in Cups rechnen…

Zum Nachtisch haben wir rote Grütze aus der Tüte gemacht.
Hat Oma aus Deutschland mitgebracht!

rote Grütze

Der Ofen piept. Liam hat eine volle Windel und Emilian freut sich auf den Nachtisch.

Guten Appetit!

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Neue Kindersprüche

Wie geht es euch?
Hilft euch der Family-Activity-Calendar vom letzten Blog-Eintrag im Alltag? Ich habe festgestellt, dass ein paar Aktivitäten für uns nicht funktionieren… Wir haben keinen Schnee (Tag 5), ich habe keinen eigenen Haushalt, den ich mir organisieren kann (Tag 7), wir haben nichtmal eine Badewanne zum Blubbern (Tag 10). Aber wir haben vorgelesen. Und gekuschelt. Und die Indoor-Ideen werde ich mir auch nochmal ansehen.

Heute habe ich meine „Über mich“-Seite ein bißchen aufgepeppt, das könnt ihr euch gern angucken.

Dann gibt es jetzt kleine Knöpfchen, auf die ihr drücken und damit eure Lieblingsbeiträge schnell bei Facebook oder Pinterest teilen könnt. Das hilft mir auch, neue Leser zu bekommen. Nebenbei.

Außerdem werden jetzt am Ende jedes Beitrags frühere Einträge zu ähnlichen Themen vorgestellt. Besonders interessant für neuere Leser, die meine alten Schätze noch nicht kennen. Und ich lese auch selbst gern mal, was zum Beispiel genau vor 2 Jahren war. Oder so.

Jetzt aber zu dem, was ich angekündigt habe:

 

Kindersprüche

 

* Kurz vor Weihnachten saßen wir vier zusammen am Frühstückstisch. Mein Mann und ich sagten Weihnachtsgedichte auf, die wir kannten. Wir fragten Emilian, ob er auch einen Reim sagen konnte. Die Antwort war: „April, April, es ruft der Grill.“

 

* Beim Skypen fragt Oma: „Hallo Liam! Na? Bist du noch zwei oder schon drei?“
Ohne zu überlegen sagt er: „Vieaa!“

 

* Liam zählt gern und er mag es, Zahlen mit den Fingern zu zeigen. Beides passt nie zusammen. Beim Zählen ist inzwischen aus: „Miemm, Ach, Neun“ ein „Eins, Zwei, Vieaa, Mieem, Äiit, Naiin, Ten“ (oder so ähnlich) geworden. Sein Alter kann er mit Zeige- und Mittelfinger zeigen, aber oft kommt dann eben noch ein „Vieaa“ dazu.

 

* Klassiker:
Emilian ist heiser und sagt: „Mein Hals ist verrostet.“

 

* Ich frage eines Morgens:
„Möchtet ihr ein Brot mit Honig?“
Emilian antwortet: „Ich möchte 14 Bröter mit Mutella und mit Honig.“

 

* Von Freunden bekamen unsere Jungs zu Weihnachten zwei Walkie-Talkie im Spiderman-Design geschenkt. (Ich muss wohl nicht dazu sagen, dass das auf Anhieb das coolste Weihnachtsgeschenk ever war.) Während Liam das mit dem Sprechen-und-Knopf-gedrückt-halten nicht so auf die Reihe kriegt, ist Emilian sofort der Profi und würde am liebsten nur noch so mit uns kommunizieren. Wieder einmal klappt es nicht und Emilian hört Liam aus dem Nebenzimmer – und nicht aus dem Walkie-Talkie. Er sagt: „Ich höre dich nur im Ohr.“ (Nicht aus dem Gerät)

 

* Emilian versucht sich im Frühsport. (Das hat er sich bei der einen Folge vom „Mr. Bean“ abgeguckt, die er kennt) Als er fertig ist, sagt er: „Meine Arme und Beine sind ganz vermuskelt.“

 

* Liam kommt mit einer tropfenden Nase zu mir und sagt: „Mama! Nasenhusten!“

 

* Im Geschäft möchte Liam mir was zeigen. Ich laufe neben ihm und er ruft mich:
„Guck mal, Papa…. Mimi.. Miam?“
‚Mimi‘ nennt er Emilian und ‚Miam‘ ist er selbst. Wahrscheinlich hat ihn mein Lachen so durcheinander gebracht, dass er am Ende aus lauter Verzweiflung sich selbst angesprochen hat..

 

* „Mama, möchtest du ein Likörchen?“
Das ist es, was Emilian aus Geschichten lernt. Wenn ich frage, woher er das Wort kennt, kann er auch immer ganz genau antworten.

 

* Emilian parkt sein Fahrrad am Spielplatz und sagt: „Guck mal, es glänzt wie vergnügt im Sonnenlicht.“

 

* Mein Mann und ich streiten sehr selten, fast nie. Und wenn, dann nicht laut und schon gar nicht vor den Kindern. Aus diesem Grund spüren die Jungs sofort die kleinste Spannung zwischen uns. Im Auto passiert es dann, dass Emilian entweder laute Störgeräusche aller Art von sich gibt oder mit den tollsten Argumenten für mich einen von uns Partei ergreift.
In der letzten Woche diskutierten wir dann einmal etwas aufgeregter in der Küche und beide Jungs versuchten, auf ihre Weise, uns zu beruhigen. Emilian verkündete laut irgendwas wie: „Papa muss auf Mama hören. Und Mama auf Papa. Und alle müssen immer nett sein.“
Liam rannte energisch zwischen uns hin und her und sagte immer: „Papa Meinde gehn. Imma. Päh! Flugzeug gehn. Unser Haus. Päh!“

Vielleicht wollte er, dass Papa in die Gemeinde zum Arbeiten geht. Keine Ahnung. Aber gerade bei Liam spüre ich irgendwas von Abschiedsstimmung oder von Zuhause-ist-alles-wieder-gut? Ich weiß es nicht. Eigentlich ist er der, der so langsam Dinge aus Berlin vergisst. Eigentlich war vor Weihnachten gerade die Zeit, in der das Heimweh und das Erinnern weniger wurde. Nun ja.. jetzt wissen sie, dass wir nicht mehr so lange hier sein werden. Verwirrt, die Beiden.

 

* Am Frühstückstisch.
„Mama, wenn ich groß bin, möchte ich Ritter sein. Und was möchtest du, wenn du…. äh… Liam, was möchtest du sein?“
Liam: „Iche Micky Maus sein!“

 

* Während wir bei Yogurtland unsere Eissorten aussuchen, beginnt das Lied „Because I’m happy“ zu spielen. Liam strahlt, dreht sich zu seinem Bruder um, fässt ihn an den Armen an und sagt: „Mimi, unsa Lied!“

 

* Beim Abendessen sagt Emilian:
„Fast hätte ich gerülpst. Und zwar eklig.“

 

* Emilian malt und kommentiert.
„Die Welt ist rund. Und wir sind gerade hier.
Aber wir wohnen hier.
Und ein großes Meer ist zwischen uns und China. Und das alles hier ist der Strand. Und das ist die Welt.

Und hier oben ist der Himmel.
Und da ist Gott. Und da sind die Engel. Und die fliegen immer hier rum.
Und Gott ist in Wirklichkeit viel größer.“

Bild dazu

Gott und die Welt

 

* Liam und ich sitzen im heißen Pool und spielen mit einem Ball. Emilian kommt an und fragt: „Darf ich mitspielen?“ – Liam sagt: „Gerne.“

 

* In einem Hörspiel hören wir: „… und er gab ihr einen Nasenkuss.“
Emilian kichert: „Hihi, Nasenkuss! Darf ich das auch mal bei dir machen?“

 

* „Mama, ich wünsche mir, dass du mal Vierlinge in deinen Bauch machst.“

 

* Während einer Autofahrt schläft Liam ein, kurz vor dem Ziel. Wir versuchen, ihn zu wecken.. erfolglos. Nach ein paar Minuten vergessen wir das und hören plötzlich: „Hier issa wieda!“ Er hatte wirklich geschlafen, glaube ich.. aber er hatte auch gemerkt, dass wir ihn wecken wollten und fand sich sehr lustig.

 

* Am Abend sage ich:
„Wenn ihr morgen wach seid, können wir auf den Spielplatz gehen!“
Mein Sohn:
„Nee Mama, wenn DU wach bist, können wir gehen.“
Ähm. Ja..

 

* Die Jungs sind früh wach und spielen im Wohnzimmer. Emilian zeigt mir später die Sessel und sagt: „Mama, und da haben wir eine Höhle gebaut und darüber gesprochen, wie wir eine Frau kriegen können.“

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