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Große Jungs

Es ist mal wieder Zeit, ein bißchen was von den großen Jungs zu erzählen. Die sind nämlich ziemlich cool. Das geht hier irgendwie unter, wenn ich so viel von Jari schreibe. Und von mir.

Es heißt ja oft: „Sie werden so schnell groß, haach, haach.“ Und natürlich werden sie groß. Und das ist allerdings auch gut so. Es ist so schön, sich richtig mit den Großen unterhalten zu können. Dinge erklären. Von ihnen lernen. Absprachen treffen. Gemeinsam arbeiten. Erfolge feiern. Vertrauen und Loslassen.

Wir haben das Glück, die Großen und den Kleinen zu haben. Und das sind echt schöne Phasen gerade.

****

Zuerst mal Emilian.
Dieses Kind überrascht mich immer wieder!
In meiner Erinnerung hing es die ersten 5 Jahre komplett an meinem Rockzipfel, mit zitternder Unterlippe und feuchten Augen.
Ja, er war schon immer der, der Paleontologe werden möchte, bis heute. Er hatte schon immer diesen feinen Humor und das gewisse Dreikäsehoch-Gen. Aber ach, er war so ängstlich und zurückhaltend. „Mama, ich bin jetzt wieder schüchternd.“

Ich kenne das von mir und hab mich oft in ihm wiedergefunden. Und bei mir dauerte diese Angst und Unsicherheit lange.. genau weiß ich gar nicht, wann ich sicherer und selbstbewusster wurde. Bestimmt erst Anfang 20, würde ich sagen? – Und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich meinen Erstgeborenen wohl ähnlich eingeschätzt habe. Und dann kam die Einschulung, ihr wisst das, und er hat mich total vom Hocker gehauen.

Und seit dem ist er so sicher und so cool und so mutig geworden! Ich danke von Herzen der tollen Schule und den tollen Lehrern, die mit Sicherheit ihren Teil dazu beigetragen haben. Ich meine, er macht Buchvorstellungen in der Schule, ohne eine Spur von Aufregung. Er diskutiert und setzt sich für die Schwächeren ein. Er sucht sich tolle Kinder als seine Freunde aus.

Ich bin im Rückblick dankbar und stolz, dass ich mir die Zeit für ihn genommen habe, die er brauchte. Dass ich als seine Mama ihn ernst genommen habe. Das war nicht immer einfach.
Wenn alle Kinder losgetobt sind und eins bei Mama blieb.. „Ach ja.. Emilian.. naja, dann kommt er eben später.“
Übernachtungen gingen nicht. (Das fängt jetzt erst an.) Besuche bei Freunden ohne Mama gingen nicht. Kinderbetreuung bei IKEA ging nicht. Fremde Kindergruppen gingen nicht. Einfach mal spontan Pläne ändern ging nicht.
Aber ich bin wirklich froh, dass wir das geschafft haben. Dass er den Mut gefunden hat und ich trotz verständnisloser Blicke seine Hand gehalten habe, bis er bereit war, loszulassen.

Vorgestern auf dem „Jahrmarkt“ hat er sich allein mit seinem eigenen Geld an eine Bude gestellt und einen kandierten Apfel gekauft. Ganz allein!
Überhaupt war das vorgestern der Kracher auf dem „Rummel“, wie es früher hieß. Die beiden Jungs, zum ersten Mal mit eigenem Taschengeld und keiner Mama, die immer sagt: „Das ist zu teuer, das gibts woanders auch, das hält eh nicht lange, mimimi..“
Ich hab sie rennen lassen und sie waren so glücklich!
Euro-Zeichen in den Augen.
Süße Lippen vom kandierten Apfel und der Zuckerwatte.
Plastik-Spielzeug im Gepäck.
Zerzauste Haare vom Karussell fahren.
Die großen staunenden Augen in alle Richtungen.
Wie früher, oder???

Emilian möchte noch immer Dino-Forscher werden, obwohl er feststellt, dass es auch andere tolle Berufe gibt. Noch immer hat er seinen Humor, bringt uns alle zum Lachen und kann selbst ganz kindlich und unbeschwert aus voller Kehle lachen. Er übt immer wieder, über seinen Schatten zu springen. Er kennt sich in einigen Themen besser aus, als wir alle zusammen. Er ist so wissbegierig und interessiert.
Zum Beispiel sagte er mal auf der Autobahn, als wir eine gewohnte Strecke fuhren:
„Können wir mal dahin fahren, wo wir noch nie waren und mal gucken, was da los ist?“

Er erzählt so gern Witze, bringt die coolsten Moves mit nachhause, kann den Zahnseide-Tanz und überhaupt kann er dancen! Er bewegt sich gern und klettert wie ein Affe. Er hängt gern im Hängesessel, auch mal für die Hausaufgaben, und braucht zwischendurch immer mal ein paar Minuten für sich. Er liebt Hörspiele und Hörbücher und saugt dieses Wissen in sich auf.
Einmal sagte er:
„Mama, ich hab in der Schule ein neues Buch zum Lesen bekommen und ich hab erstmal hinten drauf den Trailer gelesen.“

Er hat viel Liebe für seine Brüder. Unermüdlich flitzt er mit Jari und gackert, wenn Jari gackert. Mit Liam heckt er Streiche aus, spielt Fußball und kriecht mit ihm als Ninja/Indianer/Forscher/… durchs Gebüsch.

Mit Mama in der Achterbahn.
Hat viel Überwindung gekostet.

Und neben dem ganzen größer-werden ist er aber immernoch mein Baby. Mein großes Baby. Abends kann er nicht einschlafen, wenn ich nicht gebetet und mit ihm geredet habe. Manchmal braucht er Mama-Zeit und dann spielen wir zum Beispiel Scrabble, weil das die Kleinen noch nicht können. Manchmal gehen wir Hand in Hand den Schulweg und ich bin so froh, dass ich das noch darf. Zum Abschied in der Schule gibts ein HighFive und er lacht sein helles Lachen, wenn ich vor Schmerz aufschreie. Wenn ich ihn abhole, kommt es noch vor, dass er mir über den ganzen Schulhof entgegen rennt und in meine Arme springt. Ich mag das!

Ich bin sehr stolz auf ihn!

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Und dann Liam.
Liam ist ein Kracher.
Liam musste die Welt nicht kennenlernen – die Welt musste Liam kennenlernen!

Er denkt und handelt und entscheidet total anders! Er hat Emilian mit seiner furchtlosen, unbekümmerten Art viel Mut gemacht und ihn bestärkt.

Das Bild zeigt die beiden Typen ziemlich treffend.

Liam stellt so viele Fragen. Er denkt sich nicht seine Wissenschaft –  manchmal finde ich, dass er gar nicht sehr viel nachdenkt – sondern er fragt. Und wir haben ja keine Ahnung, welche Gedanken es in Kinderköpfen gibt!

In meiner Sport DVD stellt die Trainerin ihre zwei Mitstreiterinnen vor. Eine dunkelhäutige macht die schweren Übungen und eine hellhäutige macht die leichteren Übungen. Die Trainerin zeigt auf die erste und sagt: „Wenn ihr so aussehen wollt, dann macht das, was sie macht!“
Liam sieht, dass ich ihre Übungen nachmache und fragt verblüfft:
„Echt Mama? Willst du echt so schwarz aussehen?“

Liam quatscht nicht, Liam macht.
Vor ein paar Tagen wollte er mir eine Freude machen und hat aus zwei Blumenständern auf der Terrasse alle Blumen einfach in die Wiese gepflanzt. Einfach ausgetopft, ein Loch gegraben und rein.

Er liebt Überraschungen. Mit viel Freude schließt er sich in der Küche ein und „bereitet Amendbrot vor“. Und wehe, jemand klaut ihm die Show. Dann steht an jedem Teller ein kleines Teelicht, er hat Namenszettel vorbereitet, es gibt wenig Brot mit viel Butter und halb-geschälte Möhren, dafür hunderte orange Fusseln in der ganzen Küche – aber seine Augen strahlen, wenn wir den Raum betreten und uns zusammen an seinen Tisch setzen.

Überhaupt schließt er sich ein, im Bad. Er fragt vorher, aber er macht zu. Das macht Emilian bis heute nicht. Liam führt dann Selbstgespräche oder frisiert sich lustige Frisuren. Oder er duscht.. das hat Emilian auch nie überlegt. Liam setzt dann das ganze Bad unter Wasser – aber er macht einfach.

Wenn im Geschäft eine Tür versperrt ist und ein großes „ALARM“-Schild davor steht, dann fragt sich Liam nicht, warum das so ist. Er drückt einfach mal die Klinke, schiebt die Sperre weg – und löst den Alarm aus.

Beim die-Wahrheit-sagen kann Liam uns richtig frech ins Gesicht lügen, so frech, dass es fast schon wieder offensichtlich ist. Wenn Emilian übrigens die Wahrheit nicht sagen will, probiert er es erstmal mit einem „Ich weiß es nicht.“ Immerhin.

Am Montag habe ich Liam mit zum Arzt genommen, als Jari eine Impfung brauchte. Die Ärztin impfte Jari aber wegen der großen Hitze nicht. Ich zeigte ihr spontan Liams Impfausweis und fragte, ob mal wieder was gemacht werden müsse. Und tatsächlich. Und zwar jetzt. Sofort.
Liam zog sich das Hemd aus und zuckte nicht einmal mit der Wimper, als er die erste Impfung nach mehreren Jahren bekam!

Er weiß von Freunden, die bald heiraten und fragt sich, wie wohl ihr Baby aussehen wird. Dann fragt er: „Woher weiß denn der Bauch, wann sie verheiratet sind?“

Ungerechtigkeit hält er ganz schwer aus und er kämpft immer mal wieder damit, eben der Zweite zu sein. Emilian bekam ab der 2. Klasse Taschengeld, für Liam wird es Taschengeld wahrscheinlich schon ab der ersten geben. Dafür weniger.
Er ist ein sehr liebevoller und fürsorglicher Bruder für Jari, denn er ist endlich nicht mehr der Kleine.

Bei einem Streit unter den Jungs dürfen wir nicht nach Lautstärke gehen, denn dann würde Liam immer gewinnen. Liebe Nachbarn, es tut mir leid! Genau so wie Liam seine Trauer und seinen Schmerz zum Ausdruck bringt, eventuell manchmal etwas überspielt, genauso brüllend lacht er auch, bis wir uns Sorgen um seine Atmung – oder seine Unterhose machen. Stimmung kann er.

Und genau so plötzlich und leidenschaftlich kommt auch ein Liebesbeweis zwischendurch.
„Mama, weißt du, was ich dich hab? – Lieb!!“

Er ist sehr ehrgeizig und kann es kaum abwarten, die ersten Hausaufgaben zu bekommen. Dementsprechend übt er für sein erstes Geigen-Vorspiel in wenigen Tagen. Sein Papa wird ihn begleiten. Stolz ist gar kein Ausdruck. Bei beiden.
Liam spielt einen einzigen Ton, wenn ich das mal so platt sagen darf. Der Rhythmus macht’s natürlich – aber die wunderbare Musiklehrerin gibt ihm das Gefühl, als würde er als 6jähriger ein riesiges Konzert geben.. und sie pusht und lobt und fördert ihn – sodass er vom Geigenunterricht jedesmal ein Stückchen größer zurück kommt.

Überhaupt die Schule. Er kann. es. nicht. mehr. abwarten.
Gestern im Bett fragte er, warum denn die Einschulung unbedingt so weit weg sein muss?! Er weiß weder, wer in seine Klasse kommt, noch wer Klassenlehrer/in wird oder in welchen Raum es geht.. er ist einfach so aufgeregt. Ein ganz kleiner Teil in mir denkt: „Wer weiß, wie Liam uns zur Einschulung überrascht? Vielleicht wird er der, der das große Theater macht…“ Aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass er nach der Einschulung am Samstag gleich bis Montag da bleiben möchte…

Und: Liam liebt Tiere! Sehr.
Wir haben ziemlich lange einen großen Bogen um Bauernhöfe und Streichelzoos gemacht, weil Emilian überhaupt nichts damit anfangen konnte.  Und dann stellten wir voller Überraschung fest, dass Liam Tiere liebt.
Ich finde das so schön, dass in einer Familie mit drei Jungs sich wirklich jeder seine Sache sucht, obwohl die Eltern manchmal viel zu blöd sind, das zu verstehen.

Es fing im Streichelzoo an, dann mit Tieren bei Freunden und Bauernhöfen und und und. Sogar wenn wir im Garten Vogelbabies piepsen hören, werden Liams Augen ganz sehnsüchtig und er sagt: „Ich würde so gern mal eins in der Hand haben!“ Wirklich, ich glaube, der wilde Kerl braucht ein Haustier.

****

Trotz oder wegen ihrer Unterschiede sind die Jungs ein starkes Team.

Sie suchen und brauchen sich immer wieder.
Sie sind am See oder auf Spielplätzen trotz aller Durchgeknalltheit immernoch die eher ruhigen und vorsichtigen Kinder.
Sie teilen ihre Witze, ihre Süßigkeiten und ihre Spielzeuge.
Sie sind begeisterungsfähig und ehrlich in ihren Gefühlen.
Sie verbindet ein festes Band.
Sie tauschen sich aus und sind interessiert an den Erlebnissen des anderen.
Sie streiten, ja natürlich.
Aber sie lernen, mit Worten zu verhandeln, und nicht mit Händen und Füßen.
Sie sind füreinander da.


So. Und jetzt wollte ich den Beitrag langsam zum Ende führen.
Und ich wollte schreiben, dass wir sehr glücklich mit unseren großen Jungs sind.
Und ich wollte schreiben, dass es da noch eine Sache gäbe, die sie beide lernen könnten.
In diesem Sommer. Wenn genug Mut da ist.
Und zwar das Schwimmen.

Emilian hat im letzten Sommer einen Schwimmkurs gemacht und er hat schwimmen gelernt. Oder er hätte. Am Ende war nicht genug Zeit und nicht genug Mut da.
Und dann hat er sich nicht mehr so ins Wasser getraut.
Am Strand und in der Badewanne sind sie die wilden Kerle, aber ins tiefe Wasser trauen sich beide nicht so.
Emilian wird in der 3. Klasse Schwimmunterricht haben und er hat scheinbar kein Bedürfnis, das Seepferdchen-Abzeichen vorher zu bekommen. Und Liam hat in den letzten Tagen mal überlegt, ob er einen Schwimmkurs machen soll.

Gestern Nachmittag waren wir am Pool bei der Schwester meines Mannes verabredet.
Es war so heiß draussen, wir waren alle sofort im Wasser.
Liam war mit je drei Schwimmscheiben am Arm im Wasser und Emilian saß am Rand, die Füße im Wasser. Die Cousinen tobten und schwammen und tauchten wie wild – aber sie lachten unsere Jungs nicht aus, sie machten ihnen Mut.

Liam schwamm dann mit den Schwimmscheiben durch den Pool und Emilian tippelte außen herum. Mein Mann und ich dachten laut darüber nach, was denn eine gute Belohnung für großen Mut im Pool sein könnte. Liam hörte nur das Wort „Belohnung“ und zog sich sofort vier Schwimmscheiben ab. Mit den beiden letzten Scheiben strampelte er mutig quer duch den Pool.

Emilian schnappte sich die vier freien Scheiben.
Dann brauchte er nur zwei.
Und am Ende schwammen beide Jungs ohne Schwimmhilfen im Pool.
Einfach so. Einfach so! Mal wieder überrascht!

Ich bin stolz und freue mich auf den Sommer mit den Jungs!

 

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Stand der Dinge…

… Augenringe.
Ich gehe nicht ohne meinen Concealer aus dem Haus!

Papa ist unterwegs. Beruflich.
Diesmal nicht in Kalifornien, sondern in Kenia.
(Eines Tages werde ich mit-reisen!)

Und wir sind hier. Wir vier.
Bisher läuft es besser, als gedacht. Aber bisher war auch erst Wochenende. Am Samstag waren wir im Zoo, weil unsere Jahreskarte bald abläuft. Es war ziemlich kalt.

Und ich muss gestehen, dass die beiden Großen den Zoo schon langweilig finden. Also.. Liam hat zum ersten Mal so richtig Giraffen aus der Nähe gesehen. Sonst waren sie wohl immer im Haus – da stinkt es ihm zu sehr… Er fand es faszinierend, dass Papa diese Tiere in Afrika grad echt sieht. Vielleicht.
Im Affenhaus war auch mehr los und wir haben eine Weile zugesehen. Dann sind Pinguine und Robben immer sehr beliebt und eine kommentierte Fütterung bei den Hyänen musste auch sein.
Na gut.. sie finden den Zoo nicht langweilig. Sie wissen bereits sehr viel für ihr Alter. Das finde ich gut! (Emilian konnte ja ’ne Menge Tiergeräusche, bevor er überhaupt sprechen konnte!)

Liebe Grüße nach LA!

Heute waren wir zusammen im Gottesdienst und danach mit Freunden im Restaurant. Und morgen beginnt der Alltag!

Es ist möglich, das alles zu schaffen!
Ich stelle mir den Wecker früher.
Ich bitte die beiden Großen mehr um Hilfe.
Ich bleibe nachts abends länger wach, um Stille zu genießen und Dinge abzuarbeiten.
Ich arbeite meine Listen langsamer ab.
Ich halte mich nicht ganz so streng an den Zeitplan.

Aber.. es ist anstrengend.
Ich muss immer alle drei im Blick/im Ohr haben. Die kommen auf die merkwürdigsten Ideen.. alle drei!
Ich bin allein für den Tagesablauf verantwortlich.
Ich muss allein auf die Zeit achten.
Ich möchte die Kinder weder überfordern noch ignorieren.

Jari bekommt grad seine ersten vier Zähne gleichzeitig und ich weiß, dass er Papa sehr vermisst. Immer wieder krabbelt er vor den leeren Schreibtisch, bleibt sitzen und guckt einfach. Trotzdem ist er gut drauf und kaum quengelig. Er liebt das Skypen mit Papa. Am liebsten würde er in das Handy kriechen und Papa auf den Arm springen.
Wenn er auf meinem Arm einschläft (ist heut zweimal passiert), merke ich, dass wohl Schlafenszeit für ihn gewesen wäre.. Aber dann trage ich ihn eben und mache weiter. Jari ist noch immer der pflegeleichte kleine Bruder, den alle lieben, zum Lachen bringen und gern bespaßen.

Liam ist nun stolzer Geigen-Schüler und macht pflichtbewusst seine Hausaufgaben. Wir sind so glücklich, dass er als Mittelkind neben dem Schulkind und dem Baby auch in eine besondere Rolle schlüpfen darf und loben ihn sehr. Er vermisst Papa und manchmal kullern die Tränen – aber Liam ist ganz schnell wieder bei himmelhochjauchzend.

Emilian ist ein sehr guter Schüler und manchmal wüsste ich gern, ob es in der Klasse einen Klassenclown gibt und wenn ja, ob er das ist. Sein Verhalten wird mehr Show und er schleudert sein Wissen um sich, als könnte ihm keiner was. Cool ist er, aber Übermut tut selten gut. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob och mich im Notfall auf ihn verlassen könnte – oder ob es ihm dann doch wichtiger wäre, Liam zum Gackern zu bringen oder eine dumme Idee auszuprobieren.

Ich mache tatsächlich seit 24 Tagen täglich meinen Sport und bin sehr glücklich damit. Es ist jetzt schwieriger, weil Jari entweder dabei ist oder ich ihn erst hinlegen muss. Dann wird es sehr spät. Eben musste ich unterbrechen und ihm eine Flasche geben – aber ich habe danach weiter gemacht.
Ich fühle mich viel fitter! Ich spüre Muskeln!
Was nach den 30 Tagen passiert, weiß ich aber noch nicht.
Habt ihr Vorschläge?
Ich habe mir schon eine andere DVD von Jillian Michaels ausgesucht, denn die jetzige werde ich verleihen und im Februar erstmal nicht machen. (Und wehe, du machst das nicht, K.! 😉 ) Zweimal hintereinander wäre auch langweilig, glaub ich.
Sonst bin ich (noch) nicht so müde, ich genieße die freieren Vormittage, obwohl Jari auch gut klammert und dazwischenfunkt und ich schaffe in kleinen Schritten meinen Haushalt.

Eine Freundin, deren Mann mit meinem Mann in Kenia ist, hat mir eine Überraschungstüte gebracht. So lässt’s sich überleben!

Es bleibt so viel liegen. Der Boden ist so dreckig. Die to-do-Liste wird länger. Abends gehe ich mehrmals von unten nach oben, bis ich alles aufgeräumt und am richtigen Platz habe. Emilian und Liam dürfen abwechselnd in Papas Bett schlafen und so schlafen sie abends besser ein und morgens länger aus. Perfekt. Die Nächte sind also ruhig.

Auf die Bedürfnisse von vier Personen zu achten und einen normalen Alltag zu schaffen, klappt erstmal noch nicht so. Aber war ja auch Wochenende.
Die Nachmittage haben wir uns bewusst frei gehalten, um Ruhe und Freizeit zu haben. Wenn ihr nichts von uns hört, wisst ihr, woran es liegt. Dienstag beantworte ich aber meine nächsten 20 Fragen!

Um die überstandene Zeit zu feiern, möchten wir demnächst ins Tropical Island fahren. Habt ihr Tipps, Empfehlungen, Warnungen für uns?

 

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12 von 12 im November

Heute war so ein schöner, voller Sonntag – und meine kläglichen Fotos zeigen viel zu wenig davon. Eher immer mal ein Schnappschuss, wenn mir mal wieder einfiel, welcher Tag heute ist.

1. Emilian steht morgens auf – und malt die vier Elemente.
Und wo einer der beiden Großen ist, ist der Kleine nicht weit. Niemals.

 

2. Besuch beim Frühstück.

 

3. Sonnenschein auf der Damentoilette in der Kirche.

 

4. Von der Kirche zurück fahren wir zum ersten Mal seit dem Urlaub wieder zu fünft im Auto.
Komisch Gefühl.. so ein leeres Auto.

 

5. Die fröhliche Mittags-Schnute.

 

6. Einmal im Jahr holen wir das Spiel „Fluss-Piraten“ aus dem Schrank, dann dauert es eine Weile, bis wir es wieder verstehen und dann macht es allen viel Spaß. Achtung: Man muss gut verlieren können.

 

7. Für spontane Gäste gibt’s einen spontanen Kuchen. Und für die Kinder gibt’s nichts zum Ausschlecken, wenn ich meinen Tupperware Teigschaber benutze.

 

8. Sonntags-Kuchen  

 

9. Mit dem Besuch gibt es Weihnachtsgewürz-Kuchen, Mandarinen, Kerzen und Pentatonix-Weihnachtsmusik. Ich bin soweit.

 

10. Fasziniert schaut Jari das Besucher-Baby an. Unsere erstgeborenen Söhne sind fast gleich alt, die Mittelsöhne ebenso. Und das sind unsere dritten Söhne. Immerhin haben sie sich heute schon angegrinst.

 

11. Nachdem der Besuch gegangen ist und wir mal wieder an letzten Hausaufgaben sitzen und in Richtung Bett verschwinden, klingelt es plötzlich an der Tür und wir bekommen Überraschungsbesuch. Wir essen zusammen und – obwohl es schon dunkel ist – wird natürlich das Baumhaus angeguckt.

 

12. Und jetzt sitze ich hier. Jari schläft, ich tippe für euch und genieße einen guten Wein. Gute Nacht!

 

Alle anderen Blogger teilen ihre Links wie immer bei Caro.
Viel Spaß beim Angucken.

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Sommer-Mama

Das ist meine Jahreszeit.
Absolut.

März ist toll fürs Gefühl und für die ersten warmen Strahlen.
April ist toll zum Geburtstag feiern und um sich über die ersten Farben zu freuen. Aber jetzt… das liebe ich!
So warm wie es geht, so sonnig, wie es geht, so hell wie es geht. Immer bitte.

Im Juni 2015 habe ich einen Artikel von MOPS für den Blog übersetzt: In diesem Sommer möchte ich JA sagen

Ich denke immernoch oft daran.
Im Sommer fällt mir das leichter. Der Dreck, die Jungs, der Haushalt, die Termine.

Im Sommer möchte ich meine fröhlichen Kinder ansehen – und nicht den Dreck, den sie machen.

Im Sommer möchte ich in die leuchtenden Augen meiner Jungs sehen – und nicht die Flecken in ihrem Gesicht.

Im Sommer möchte ich an ihren T-Shirts sehen, wie glücklich sie gespielt haben und wie oft sie Eis essen durften – und nicht, wieviel Wäsche das bedeutet.

Im Sommer möchte ich mich an den kleinen Füßen freuen, die barfuß über Wiesen und Steine hüpfen – und nicht die schwarzen Tapsen auf dem Küchenfußboden sehen.

Im Sommer möchte ich die Pflanzen und Blumen ansehen – und nicht den gelben Blütenstaub, der auf allen Möbeln liegt.

Im Sommer möchte ich mich über alles Grün im Garten freuen – und nicht das Unkraut sehen, das wirklich wild wuchert.

Im Sommer möchte ich mich mit den Kindern auf der Terrasse in Wasserschüsseln setzen – und nicht über die Wasserflecken an den Fensterscheiben stöhnen.

Im Sommer möchte ich mit Freunden im Garten sitzen und essen und grillen und Wein trinken – und mich nicht über Geschirrberge ärgern.

Ich freue mich auf den Sommer!

 

Emilian hat heute mit seiner Klasse einen Ausflug zum Wasserspielplatz im Britzer Garten gemacht. Für die Schulkinder, die in der Schule waren, gab es das erste Hitzefrei.

Nach dem Mittag haben wir uns die leckersten holländischen Honigwaffeln gekauft und sind zu fünft ins Schwimmbad gefahren, um Emilian bei seinen letzten Stunden zu unterstützen.

Als ich im Auto über die Hitze gestöhnt habe, hat Liam sofort angemerkt, dass ich mir das doch seit langem gewünscht hätte. Und er hat ja recht.
Nur nicht mit langer Jeans – zu fünft im Auto – bei Feierabendverkehr – und Übelkeit. Hab ich ihm erklärt.

Die ersten Kinder des Kurses springen schon ins Wasser und schwimmen los. Das ist so toll zu sehen und die Eltern an der Scheibe strahlen vor Glück.
Emilian macht sehr gute und saubere Bewegungen – aber der Respekt vor dem Wasser ist noch zu groß. Ich erinnere mich an meine Angst, damals in der 3. Klasse.

Und ich höre zu, wie mein Mann, der Coach, mit Emilian redet und ihm hilft, seine Angst zu überwinden. Das ist unglaublich. Emilian ist ja sozusagen der einzige „Klient“, bei dem ich zuhören darf. Ich hatte hier im Blog schonmal geschrieben, wie das zusätzliche Studium meines Mannes uns geholfen hat… und gerade sehe ich wieder zu und bin sehr begeistert!

Der Nachmittag bestand nach Wasserspielplatz und Schwimmkurs wieder zum größten Teil aus nackt-im-Garten-durch-den-Sprenger-springen-und-vor-Freude-quietschen.

Ich bringe die Kinder zur Zeit nicht sehr pünktlich ins Bett, ehrlich gesagt. Die hellen Abende sind mir einfach zu schade.

Die Tage und Nächte, die jetzt kommen, sind wertvoll.
Für mich. Und für meine Familie.

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Die längste Woche meines Lebens

Meine Kinder sind jetzt 4 und 6 Jahre alt!
Ich hab keine Ahnung, wie und wann das passiert ist… Ich weiß nur, dass ich hier sitze, an einem sauberen Tisch, auf sehr sauberen Boden und.. ja, ein Glas Rotwein steht wohl auch hier.

Zwei volle Geburtstagstische und dunkle Augenringe sind Zeugen der letzten Tage. Mit Fotos von Liam klebt eine große 4 an der Tür und mit Bildern aus Emilians Leben klebt eine 6 an der anderen Tür. Ich war nicht mehr so fertig seit den Baby-Koliken von Liam, echt jetzt.

Ich danke allen (falls ihr es nicht bis zum Schluss des Eintrags schafft…), die diese Tage ohne Papa für mich und die Jungs so besonders gemacht haben! Ihr wisst, dass ich euch meine.
Danke, dass ihr meine Jungs so liebt.
Danke, dass ihr uns so beschenkt.
Danke, dass ihr wisst, was wir wann am meisten brauchten.
Danke, dass ihr da seid, wenn es wichtig ist.
Ohne euch wäre mein Leben anders und ich nach dieser Woche wahrscheinlich gar nicht mehr.

Für Blog-Einträge zwischendurch war wirklich! keine Zeit, obwohl jeder Tag einen eigenen Text verdient hätte.
Das kommt jetzt dafür alles in einem Wisch.
Sollte euch der lange Text stressen – bitte. Meine Woche war gar nichts dagegen…

 

Samstag, 12. März

Von Samstag gibt es schon 12 Fotos im letzten Eintrag. Ein voller Tag, wir sind beschenkt von und mit tollen lieben Menschen.

 

Sonntag, 13. März

Schon am Morgen im Gottesdienst trafen wir Freunde aus Kenia und Kalifornien, die gerade angereist sind, um eine Woche in Berlin Zeit mit Kirchen und Flüchtlingen zu verbringen. Alte Freunde aus Kalifornien nach so langer Zeit plötzlich in unserem Gottesdienst zu sehen, verwirrt mich und ich musste in diesen Tagen viel an unsere Zeit in Kalifornien denken. Wir erzählten, machten Fotos und erinnerten uns an schöne alte Zeiten.
Nach dem Gottesdienst blieb mein Mann mit allen Dazugehörigen dieser „Aktionswoche“ zum Mittag in der Kirche und ich fuhr mit einer Freundin und den Kindern in die Markthalle Neun zum Naschfest. Wir verabschiedeten uns von Papa, der am Abend für 4 Tage zum Studium nach Hannover fahren würde.

Ich bin mir sicher, dass „das Naschfest“ eine tolle Ausstellung ist und dass es viele leckere und neue und wunderbare Gebäcke gegeben hat – aber es war SO VOLL. Wir konnten nichts sehen, kaum laufen und jede von uns hatte ein Kind fest an der Hand, um es nicht zu verlieren. Wir konnten ein paar Blicke auf leckere Cupcakes oder bunte Macarons werfen, die Kinder haben einen riesigen Osterei-Cookie mit buntem Frosting und tausenden Zuckerstreuseln dekoriert und mitgenommen und wir haben einen Kaffee getrunken. Mehr Nerven hatte ich nicht mehr.

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Weil wir dann früher als geplant wieder zuhause waren, konnten wir Papa zum Busbahnhof fahren. Diese kurze Familienzeit tat gut.
Die Kinder gingen schnell ins Bett und bis sehr spät in die Nacht bastelte ich die Einladungen für Emilians Freunde, um sie am Montag Morgen in die Fächer legen zu können.

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Montag, 14. März

Unglaublicherweise standen wir alle weit vor 7:00 Uhr früh genug auf, sodass beide Jungs rechtzeitig in der Kita waren. Ich konnte in beiden Gruppen noch ein paar Minuten sitzen, was den Abschied tausendmal leichter machte und trotzdem war ich überpünktlich im Büro.
Super-Mom!
In der Zeit zwischen Feierabend und der Kinder-Abholzeit konnte ich kurz Einkäufe erledigen und mich um die unzähligen Listen kümmern, die für diese Woche auf mich warten. Geschenke kaufen und einpacken, Piraten-Party Snacks kaufen, Luftballons vorbereiten, Dekoration überdenken.
Mit den Kindern bereitete ich die Muffins vor, aber viel mehr konnte ich nicht erledigen, weil am Abend viele Freunde zu Besuch kommen würden. Über Jahre waren wir eine „Kleingruppe“ unserer Kirche, wir standen und stehen uns sehr nah und werden uns nun dritteln, um aus einer großen Gruppe drei neue Kleingruppen zu machen. Mit Raclette, Lachen und Gesprächen und lieben Briefen des Dankes und der Ermutigung verabschieden wir uns am Abend. Es gibt nicht viele Menschen, die ich so oft und sehr gern jederzeit in mein Haus und mein Wohnzimmer lasse.
Ein riesiger Geschirr- und Reste-Essen-Berg musste bewältigt werden, dann kam die Piraten-Deko und das Geschenke einpacken. Meine liebe Schwester klebte eine wunderschöne 4 mit Liams Fotos an die Tür, Luftballons, Geburtstagstisch und so weiter…. Dazu kam das Essen für die Kindergarten-Gruppe – weit nach 1:00 Uhr nachts fielen wir ins Bett.

 

Dienstag, 15. März

Emilian kletterte früh zu mir unter meine Decke und kurz vor 7:00 Uhr schlichen wir an Liams Bett, um „Happy Birthday“ zu singen. Nach dem 4. oder 5. Mal bewegte er sich, obwohl ich sicher bin, dass er wohl vorher aufwachte und sich noch ein bißchen in der Aufmerksamkeit sonnte.
Wir frühstückten schnell und Liam stürzte sich auf seinen Geschenke-Tisch. Sehr voller Freude und dankbar und wertschätzend begrüßte er jedes Geschenk. Emilian war äußerst geduldig, liebevoll und unterstützend. Er ist immer der Große, der zu Liams Feier noch 6 Tage warten muss.
Wir fuhren mit dem Auto in die Kita, um das ganze Essen heil abgeben zu können. Die Erzieher waren entzückt über die Snacks in den Piratenbooten und die Muffins.

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Ich meine, geplant zu haben, an diesem freien Vormittag auszuruhen oder gar zu schlafen – keine Chance. In den freien Stunden dekorierte ich den Piraten-Tisch, machte Snacks und erledigte Einkäufe. Für die Piraten-Schlacht schleppte ich unsere Gäste-Couch ins Kinderzimmer und die meiste Zeit brauchte ich für die coolen Piratenhaken.

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Beide Jungs konnten nach dem Mittag nachhause und sie ruhten ein bißchen aus.
Ich faltete wieder Piraten-Schiffe für die Snacks, zusammen bemalten wir eine sehr coole Piraten-Tischdecke und Liam sah mich so rumwusel und sagte: „Mama, ich hab dich lieb!“

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Die Gäste kamen, verkleidet und mit guter Laune. Wir aßen, hörten Piraten-Lieder und dann gab es oben im Kinderzimmer eine Schlacht. Die beiden großen Kinder durften aufs Hochbett und die fünf Kleinen sollten sich in der Klappcouch verstecken. Es gab viele Angebots-Zeitungsblätter, die wir zerknüllten und uns damit beworfen. Alle mochten den Spaß nicht, aber für den Rest war es eine coole, wilde Schlacht.
Die Kinder im Alter zwischen 1 und 6 teilten sich schnell in kleinere Gruppen und so verschwanden auch mal welche nach draußen, um kurz „unter sich“ sein zu können. Es war eine schöne, friedliche Piratenparty.
Zum Abendbrot gab es HotDogs und Liam war am Ende des Tages wirklich glücklich. Er schlief vor Emilian ein, was weniger als einmal im Monat vorkommt.

 

Mittwoch, 16. März

Nachdem beide Kinder in Liams Gruppe abgegeben waren, traf ich mich mit Freunden in der Kirche. Emilian wollte überhaupt nicht gern in der fremdem Gruppe bleiben. Ich hatte einen meiner freien Vormittage und konnte mir die Extra-Minuten leisten.
Im Anschluss an unser Treffen in der Kirche landeten meine Schwester, ich und zwei Freundinnen in einem schönen Eiscafé. Wir frühstückten und genossen uns, das Leben, die Sonne und die Freundschaft.
Auf dem Weg zurück begegneten wir unserem Bruder, der zu uns unterwegs war. Unser Familien-Zahnarzt des Vertrauens hat seine Praxis in einem Vorort von Frankfurt/O. und wir alle hatten dort einen Termin.
Ich holte die Kinder ab, wir aßen kurz Geburtstages-Reste, packten unsere Zahnbürsten ein und machten uns auf den Weg nach Frankfurt/O. Der Kindergarten-Zahnarzt hatte mir per Zettel-Nachricht schon vor ein paar Wochen angedeutet, dass Emilian „behandlungsbedürftige Schäden“ in seinem Mund hätte und tatsächlich gab es dort wohl zwei Löcher. Emilian saß auf meinem, Schoß und fing sofort an, zu weinen. Jedoch redete ihm die Zahnärztin sehr gut zu und mit ihr zusammen durfte er erst mich behandeln. Obwohl glücklicherweise nicht viel zu tun war, bekam ich doch eine kleine Behandlung + Betäubung. Emilian durfte wirklich richtig assistieren. Ich war für einen emotionalen „Du musst aber den Mund aufmachen“-Kampf viel zu müde und zu schwach und betete um Hilfe. Als Emilian dann zu den Vorschlägen der Zahnärztin immer wieder nickte und auch den Mund öffnete, konnten wir es kaum glauben.
Er bekam „Schlafsaft“ für den Zahn und das Loch im Zahn wurde gesäubert und gefüllt. Die „Zahnweh-Männchen“ durften wir in einer Tüte mitnehmen (Ja, sowas gibt’s) und Emilian war der stolzeste Mann auf Erden. Mit der Betäubung kam er nicht so gut klar. Immer wieder fühlte er mit dem Finger seine Lippe und als am Abend die Schmerzen kamen, jammerte er ein bißchen. Viel zu spät und nach viel zu langem Sitzen im Auto brachte ich die Jungs ins Bett.

 

Donnerstag, 17. März

Die kurzen Nächte und die Zeiten ohne Papa zerrten an unseren Nerven. Im Büro konnte ich die Augen kaum offenhalten, aber die Sonne machte mich sehr glücklich.
Am Nachmittag bereitete ich unser Gästezimmer vor, denn eine Freundin mit Freundin würde für 4 Tage nach Berlin kommen und bei uns wohnen.
Wir bemalten unsere ausgeblasenen Ostereier (diese Tüte von dm kann ich wirklich sehr empfehlen) und ich schaffte es, 52 Muffins für die Hochzeit von Freunden zu backen! Dieser Aufgabe wollte ich mich eigentlich am Freitag annehmen und ich war sehr froh, das am Donnerstag schon geschafft zu haben. Emilian war mir eine große Hilfe und kurz bevor die Mädels ankamen, waren wir fertig.

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Die Farbe geht wieder ab!

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Ich brachte die Jungs ins Bett und weil die beiden Besucherinnen da waren, konnte ich meinen Mann in Ruhe vom Busbahnhof abholen. Ich schmierte ihm ein Brot und brachte einen frisch gebackenen Muffin mit – und war sehr froh, dass er wieder da war.

 

Freitag, 18. März

Obwohl die Woche sich dem Ende näherte, spitzten sich die Ereignisse doch zu und ich spürte meine Erschöpfung mehr. Nach den drei Stunden im Büro gingen die Planungen zuhause weiter. Mein Mann war mit seinem ehemaligen Chef aus Kalifornien unterwegs und ich gönnte ihm diese Zeit sehr. Der Handwerker vom „Leben ohne Lampen“-Experiment kam spontan vorbei, um wie versprochen die Löcher in den Decken zu verputzen.
Am Nachmittag holte meine Schwiegermutter die Jungs zum Kindergeburtstag ihres Freundes ab. Er hat genau in der Mitte meiner Jungs Geburtstag und so wird das wohl im März immer sein. Es fiel Emilian nicht leicht, zu gehen und ich ärgerte mich, dass diese Woche so wenig Freiraum und so viel enge Zeitpläne hatte. Der Papa des Geburtstagskindes schickte mir Fotos und Videos vom Fest und ich war dankbar, weil ich sehen konnte, dass es Emilian gut ging.
In dieser Zeit duschte ich endlich mal in Ruhe und bereitete ein großes Fondue-Essen vor. Wir hatten unsere vier Freunde aus Kalifornien und dazu zwei Berliner Freunde zum Essen eingeladen. Noch ein großes Treffen, das aber nur zu dieser Zeit möglich war, wie so vieles in dieser Woche…
Etwas zu spät trafen unsere Freunde ein. Wir bekamen Geschenke aus Kalifornien, überraschten sie mit der geliebten „deutschen Feuerzangenbowle“ und hatten eine sehr gute Zeit.
Die Kinder wurden vom Geburtstag gebracht, rochen schön nach Marshmallow und Lagerfeuer und brauchten mich eigentlich – und eigentlich wartete schon wieder ein nächster Termin auf mich: In unserer Kirche war LadiesNight und an diesem Abend wollten wir zusammen die Cupcakes verzieren. Eine Freundin hatte mit-gebacken und so hatten wir zusammen über 70 Stück. Meine Küchentasche hatte ich schon gepackt und so saß ich mit anhänglichen übermüdeten Kindern im Kinderzimmer und wartete auf meinen Mann.
Am liebsten wäre ich einfach auf der Stelle mit den Kindern eingeschlafen…
Etwas zu spät kam ich zur LadiesNight, konnte aber die Ruhe und Entspannung am Kamin genießen. Ein paar von uns gingen in die Sauna, andere redeten, wir verzierten alle Muffins erfolgreich und lackierten uns die Nägel für die große Hochzeit am nächsten Tag. Obwohl ich wieder sehr und überhaupt viel zu spät ins Bett kam, war mir die Zeit mit den Mädels sehr wichtig.

 

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Immer wieder hatte ich am Freitag mit meiner Mama hin und her-geschrieben, weil sie die Kinder während der Hochzeit haben sollte. Wir überlegten, ob sie Freitag Abend oder Samstag Morgen zu meinen Eltern gebracht werden sollten.

 

Samstag, 19. März

Ich konnte endlich ein bißchen ausschlafen!
Mein liebster Mann nahm die Kinder mit in die Küche und machte Pancakes für alle. Ich packte schnell einen Rucksack für die Jungs, denn Opa hatte einen Treffpunkt ausgesucht, zu dem jeder von uns nur 20 Min. fahren musste. Papa setzte die Kinder ins Auto und brachte sie weg – ich wusste, dass wieder so ein Abschied nicht leicht fallen würde und hatte keine Kraft mehr. Papa kann das besser. Diese zwei Stunden am Samstag Morgen waren die einzigen, in denen ich mal mit meinen beiden Gästinnen quatschen konnten. Wir hatten uns in den vergangenen Tagen erfolgreich verpasst.
Ich zog mich dann hochzeitlich an, steckte mir die Haare hoch und verschwand mit Mann und Schwester in die Kirche. Es war kühl, aber sonnig und es war ein sehr schönes Fest.
Unsere Kinder feierten währenddessen bei Oma und Opa mit einem großen Teil der Verwandtschaft eine Silberhochzeit und hatten einen schönen Nachmittag.
Zwischen dem Ende der Trauung und dem Beginn der Abendfeier gab es auf unserer Hochzeitsfeier über zwei Stunden Pause. Und weil die Kirche ja nur wenige Minuten von unserem Zuhause entfernt ist, verließen wir die Feier und  machten tatsächlich einen Mittagsschlaf. Komisch und verrückt, aber so gut und wichtig.
Wir genoßen das Feiern und Essen und Reden mit Freunden und fielen kurz nach Mitternacht ins Bett.

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Sonntag, 20. März

Ein Sonntag Morgen ohne Kinder ist schön ruhig und so konnten wir wieder ein bißchen ausschlafen. Im Gottesdienst wurden dann sowohl das Ende und die Erfolge der Flüchtlingswoche, als auch die Reste des Hochzeitsessens gefeiert, was sehr schön war. Die Amerika-Besucher wurden schweren Herzens verabschiedet. Wir konnten viele Gottesdienstbesucher mit einem spontanen Mittag überraschen und nahmen Hochzeitstorte und leckere Desserts mit nachhause.
Meine Schwester kümmerte sich wieder darum, dass eine schöne 6 mit Fotos an die Tür geklebt wurde.
Meine komplette Familie sollte am Nachmittag zum Feiern beider Geburtstage kommen und so packte ich Emilians Geschenke schon ein und bereitete seinen Tisch vor. Gegen 15.00 Uhr kamen dann die Jungs mit der Familie und daraus wurde ein wuseliger, schöner Nachmittag. Wir packten Geschenke aus, probierten gleich und lasen vor. Liam zeigte seine Geschenke, es gab Kuchen und Käse-Fondue, Kaffee und Wein.

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Familien-Feier-Gewusel

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Liams neue Seifenblasen-Maschine

Als wir die Jungs kurz nach 20:00 Uhr in die Betten brachten, war wenig Zeit für Geburtstagsvorbereitungen. Aber es ging den Kindern gut so und ich verabschiedete mich einfach von ein paar meiner Plänen. Den Polizei-Tisch und die 6 Luftballons in Ampelfarben bereitete ich aber vor und sogar die dreifarbige Götterspeise stellte ich vor dem Schlafen gehen noch schnell in den Kühlschrank.

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Montag, 21. März

Als der Wecker klingelte, drehte ich mich zu meinem Mann um und sagte: „Vor sechs Jahren sind wir Eltern geworden!“ Kaum zu glauben.

Wir wollten Emilian kurz vor 7:00 Uhr mit unserem Liedchen wecken, aber er saß schon komplett angezogen vor seinem Bett und schnallte sich gerade seinen neuen Forscher-Gürtel um. Mein großer Junge!
Emilian würde heute nicht in die Kita gehen und ich war sehr froh darüber. Weder am Freitag, noch am Samstag hätte ich Zeit gehabt, mich um das Frühstück für die Kita-Kinder zu kümmern.
Liam und ich setzten uns also auf die Fahrräder und ich brachte ihn in die Gruppe und mich ins Büro. Obwohl mir das Abschalten schwer fiel, tat es doch gut, mal vier Stunden nicht an Küche, Kuchen, Kindergeburtstag zu denken!
Auf dem Weg nachhause würde ich richtig nass und ich kam mit ziemlich schlechter Laune zuhause an. Es gab aber frisches warmes Essen mit Resten aus unserer getesteten Bio-Kiste und eine kurze ruhige Mittagspause. Wir räumten das Wohnzimmer auf, mein Mann besprach mit unserer Freundin, der „Komplizin“, die letzten Infos zur geplanten Schatzsuche und dann klingelte es an der Tür.
Die drei verkleideten Polizei-Gäste kamen fröhlich nacheinander an und verzogen sich ins Kinderzimmer, sodass wir Eltern tatsächlich in Ruhe einen Kaffee trinken konnten.
Als die Meute dann an den Kindertisch kam, verabschiedeten sich die anderen Eltern und wir fielen über Ampel-Götterspeise und leckeren Kuchen her.
Zwischen den Regenschauern ging es auf Diebes-Jagd und die Runde um den Block hat den kleinen Polizisten richtig Spaß gemacht!
Emilian hätte sich am liebsten mit der neuen Lego-Box zurückgezogen, aber Papas Pizza konnte ihn nochmal ablenken. Alle Jungs durften selbst ihre Pizza kneten, ausrollen, formen und belegen.

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Die Mamas und Papas, die zum Abholen kamen, wurden mehr oder weniger freundlich begrüßt und durften die Pizzen probieren. Gegen 19:00 Uhr kehrte Ruhe ein, aber der Zustand der Küche und des Wohnzimmers ließ nicht wirklich Ruhe zu.
Ich wusste nicht, womit ich beginnen sollte.
Zuerst schickte ich Papa und Liam nochmal los, um Joghurt für Emilians Gruppen-Frühstück zu holen. Emilian baute Lego und ich räumte auf. Küche, Wohnzimmer, Kinderzimmer.
Papa brachte die Jungs ins Bett und ich schnappte mir den Staubsauger. Das war so notwendig!
Mit letzter Kraft richtete ich das Wohnzimmer wieder her, die Küche wurde geputzt und mein Mann nahm mir die Muffins ab und kümmerte sich um den Teig.

 

Jetzt sind die Muffins fertig und auch endlich dieser Blog-Eintrag! Leider ist es wieder spät, aber morgen habe ich frei und das werde ich auch feiern. Kein Büro, sondern Frühstück mit dem Mann oder sonstwas. Diese überstandenen Tage sind für mich wirklich ein Grund zum Feiern! Es geht uns allen gut, meine Pläne sind aufgegangen und auch alle anderen Termine drumherum konnten wir erfolgreich wahrnehmen. Wir haben es geschafft!

Am Mittwoch gibt es noch eine letzte Feier mit den Cousinen und Oma und Opa und dann freuen wir uns auf freie, sonnige Oster-Familien-Tage!

Der nächste große Punkt auf der to do Liste ist mein Geburtstag. In jedem Jahr der krönende Abschied unseres Geburtstags-Marathons und ein Frühlingsfest. Und da geht es dann nur um mich 🙂

 

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