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Szenen aus unserem Alltag

Vor ein paar Stunden noch hätte ich euch jetzt locker und beschwingt ein paar Alltagskracher aufschreiben können und euch auf den neuesten Stand gebracht. Ich hätte dankbar geschrieben, dass wir alle seit so langer Zeit gesund sind und -natürlich- wie sehr ich mich auf den Frühling freue.

Und jetzt, fast über Nacht, hat unser kleinstes Baby plötzlich hohes Fieber und eine Bronchitis bekommen. Wieder. Es hat knallrote Wangen, es winselt und jammert und glüht und liegt rum. Gar nicht der Jari, den wir kennen und von dem ich euch gleich ein paar lustige Geschichten erzähle. Aber wer weiß, ob die Tage wieder einen Schub mit sich bringen und er nach der Krankheit vielleicht gar nicht mehr so klein, sondern schon wieder ein bißchen gewachsen ist…

Es ist unglaublich, wie sehr sich der Alltag mit gesunden Kindern zum Alltag mit kranken Kindern unterscheidet.
Obwohl mein Mann gestern fast den ganzen Tag helfen konnte, bin ich hier zwischen zwei Wäscheständern, wichtigen Formularen, vorpubertierenden geburtsagsaufgeregten Jungs, Dreck auf dem Boden, einer vollen Spülmaschine, einer vollen Spüle, großer Müdigkeit und dem kranken Baby fast verzweifelt.
Und ich dachte mir: Was mache ich hier eigentlich? Wie fremdbestimmt kann man sein? Ist es denn möglich, dass ich mir vor 8:00 Uhr vornehme, mir die Hände einzucremen (dass man sich sowas vornehmen muss!) und das erst nach 21:00 Uhr tue?

So habe ich lange nicht gedacht und wieder bin ich froh, dass wir gerade nicht drei kleine Kinder, sondern zwei große und ein kleines haben. Denn wir anderen vier sind gesund und kämpfen und hoffen und beten für Gesundheit. Bitte nicht jetzt. Nicht im März und nicht vor der Geburtstagswelle.

Unsere letzten Tage und Wochen waren voll von schönen Zeiten und spontanen Abenteuern. Und deshalb kann ich jetzt das an-zuhause-gebunden-sein auch aushalten und die dreckigen Fenster und die wirren Beete sein lassen. Mein Küchentisch sorgt in der Zeit für Farbe.

 

* Die neuen Kinderzimmer der Jungs sind nun schon fast einen Monat da. Nach der ersten großen Freude und dem vielen Besuch, der eingeladen wurde, mussten aber auch Regeln erstellt werden. Wer darf in welches Zimmer? Wann? Und warum nicht? Und wenn ich meine Regeln durchsetzen will, sollte ich die von meinem Bruder vielleicht auch einhalten.
Es wurden Möbel umgeräumt und Spielzeuge getauscht. Anfangs konnten wir gut sehen, dass Emilian fleißiger aufräumt. Das hat Liam dann so beschäftigt, dass er sein Zimmer fast in ein Museum verwandelte, in dem nichts an falscher Stelle stand und auch nichts berührt werden durfte. Jetzt hat sich das ein bißchen beruhigt und an jedem Abend sind beide Zimmer ähnlich unaufgeräumt.
Angesichts der vielen Spielzeuge und der anstehenden Geburtstage weiß ich auch nicht, wie sich das ändern soll. Aber vielleicht muss es das auch nicht. Es sind doch Jungs-Zimmer. Im Sommer probieren wir zum ersten Mal einen Flohmarkt aus, bis dahin ist es eben etwas voller.

 

* In Teil 7 der 1000 Fragen hatte ich erwähnt, dass Paddy Kelly mein großer Schwarm war. Nie hätte ich gedacht, dass ich jetzt hier über die Kelly Family schreibe. Aber ich muss.
Am Freitag Morgen schrieb mir meine Freundin, sie hätte eine Karte für das Comeback-Konzert in der Mercedes Benz Arena – und sie hätte sofort an mich gedacht. Ich hab eine Sekunde überlegt.. und dann wusste ich, dass ich nachts bei Minus-Graden nicht an der Frankfurter Allee umherirren wollte. Ausserdem sollte an dem Abend ein Männer-Sauna-Abend stattfinden, zu dem mein Mann unbedingt gehen wollte. Also sagte ich ab. Ich kam dann nachhause und erzählte meinem Mann davon. Und was sagte er? „Marit, du musst dahin! Ich seh doch in deinen Augen, wie sehr du dir das wünschst!“
Genau, so einer ist das.
Mir fiel dann auch ein, dass ich im letzten Jahr die Werbung zu diesem Konzert gesehen hatte. Ich schrieb damals sofort meiner Mutter, wie cool es doch wäre, zusammen mit meiner Schwester dahin zu gehen. Und sie schrieb: Alles ausverkauft. Und damit hatte sich das damals erledigt. Und jetzt, ein paar Stunden vor dem Konzert wurde mir diese Karte angeboten!
Ich schrieb meiner Freundin, die Karte war noch da und innerhalb weniger Stunden plante ich meinen Konzert-Trip.
Wir trafen uns am S Bhf. Friedrichstrasse, fuhren bis Warschauer Str. und liefen noch ein Stück. Es war nicht zu kalt und die Wartezeiten konnten wir aushalten. Die Fans um uns herum waren original die Kelly-Fans von vor 20 Jahren, kaum jemand war jünger als wir. Ein paar Mamas hatten ihre Töchter dabei. Dazu die Schals mit dem berühmten grün-gelben Schriftzug.. es war schon verrückt.

Meine Freundin hat drei Kinder, ich auch – und es ist schon ein Abenteuer, nebeneinander in der ausverkauften Mercedes Benz Arena zu sitzen und zu wissen, beide Männer haben auf die Sauna verzichtet und sitzen jetzt mit den Kindern zuhause.

Aber als dann das Licht ausging und die Kellys auf die Bühne sprangen, war es, als wäre die Zeit zurückgedreht worden. Es war unglaublich! Die Stimmen sind wie früher! Die Musik.. es spielen ein paar Töne und tausende Frauen wissen, welcher Kelly gleich welches Wort singen wird. Ich erinnerte mich, wie sehr Kelly-Fan ich eigentlich war.
Wir alle sind etwas älter geworden.. die Kellys und wir auch. Man sieht das. Jeder hatte seine Geschichte, seine Familie, seine Dramen, seine Erfolge.
Aber dieses Feeling während des Konzertes war wie früher. Ja, Paddy hat gefehlt, aber ich war so froh, mich für den Abend entschieden zu haben!
Der Weg nachhause war lang und kalt, aber: Es hat sich gelohnt!!

 

* Fast genauso spontan sind wir am Montag zu meinen Eltern gefahren, um aufs Eis zu gehen, wahrscheinlich zum letzten Mal in diesem Winter. In den Nachrichten wurde bereits immer wieder davor gewarnt, aber die Havelwiesen sind riesige flache Pfützen und ein paar Stunden konnten wir mit Freunden auf dem Eis sein. Das Tauen war zu sehen und zu hören und nach jedem Sturz waren die Hosen nass. Aber einfach diese Weite, das Gleiten, die Geräusche, Kaffee und Kekse auf dem Eis.. das sind meine Kindheitserinnerungen und für mich war das ein Mini-Winterurlaub.
Seit gestern Abend schneit es ja hier tatsächlich. Fast wären wir mit dem Schlitten zur Kita gefahren. Für die Kinder freue ich mich über den Schnee.. ich hätte jetzt doch gern etwas mehr Wärme. Vielleicht zu den Geburtstagen? Obwohl.. ich glaub nicht, dass die Jungs schon im Schnee gefeiert haben.

Opa hat die Kinder auf dem Schlitten

Vor ein paar Tagen ohne Tauwetter

Meine wilden Kerle

 

* Jari schnuffelt um mich herum und atmet wie eine Dampflok. Es geht ihm nicht so gut. Aber ich wollte euch von den letzten Wochen mit ihm erzählen. Als nämlich die Jungs Anfang Februar weg waren und wir hier mal schnell drei Zimmer neu gemacht haben, hat er uns scheinbar genau beobachtet. Wie wir Dinge aufheben, wegnehmen und woanders hinlegen. Genau das hat er nämlich seitdem gemacht. Sehr ehrgeizig. Fast so, als hätte er einen Aufräum-Tick. Manchmal konnten wir ihn dabei beobachten. Und wir haben uns kaputt gelacht, wenn er ganz stolz irgendeinen Gegenstand irgendwo abgelegt hat und dann die Hände vor dem Bauch „verschränkt“ und stolz seines Weges zieht.
Er wurde sehr aufmerksam, wenn uns etwas herunterfiel. Dann kam er, hob es auf und legte es ordentlich weg.
Allerdings zog er auch allein los, um „aufzuräumen“. Und dass bei 5 Personen immer etwas auf dem Boden liegt, könnt ihr euch vorstellen. Jari störte das scheinbar. Und so fanden wir eingepackte Spülmaschinen Tabs unten in der Spülmaschine, Unterhosen im Nudel-Fach, Besteck in der Spielekiste, Lego im Bio-Müll.. Wer weiß, ob wir bereits alles Aufgeräumte gefunden haben. Und wer weiß, ob diese Phase nach der Krankheit nicht schon wieder vorbei ist?

 

* Jillian muss auch erwähnt werden.
Anfang Februar habe ich meine 30-Tage-Shred-Challenge beendet. Danach hab ich erstmal überhaupt gar keinen Sport gemacht. Als das schlechte Gewissen lauter wurde und ich wieder Lust und Zeit hatte, bestellte ich mir eine neue DVD. Und die lag dann erstmal rum. Aber dann habe ich sie einfach mal angemacht. Ich kannte bisher nur die Jillian Shred DVD und war gespannt. Die Jungs auch.
Die DVD wurde in einem anderen Studio aufgenommen, die beiden Ladies rechts und links sind nicht mehr Anita und Natalie und auch der Aufbau ist ganz anders. „Bauch Beine Po intensiv“besteht aus sieben Einheiten, die je 6 Minuten lang sind. Sie können nacheinander abgearbeitet oder einzeln als Kapitel ausgewählt werden. Jillian schwört auf Circle Training, es wird also viel wiederholt.

Ich habe alles einmal ausprobiert.
Und wisst ihr was? Es hat so viel Spaß gemacht!!
Die meisten Übungen sind auf der Matte oder am Platz, es wird kaum gesprungen Danke Jillian!), was dazu führt, dass ich besser mitkomme, ohne völlig aus der Puste zu sein. Das ist so ein großer Unterschied, auch für die, die wegen Knie und Knöchel nach dem dritten Hampelmann aussteigen mussten.
Es geht viel um Bauch, Beine, Po (tatsächlich!), auch um Schultern, Arme und Rücken. Die 40 min. vergingen sehr schnell, ich konnte wunderbar bis zum Ende durchhalten, aber: Der Muskelkater.. ist unglaublich. Das ist kein Vergleich zu Shred. Autsch. Und lange Autsch. Aber es fühlt sich ja doch gut an.
Ich mach mir jetzt keinen Stress, ob ich Bauch, Beine, Po jeden zweiten Tag oder jede zweite Woche schaffe. Aber ich möchte dranbleiben. Denn es macht Spaß und die Übungen sind so gut. Wenn ich da nicht den schönsten Po 2018 kriege, dann weiß ich auch nicht 😉

 

* Am 24. Februar hatte ich einen Informations-Tag für meine eventuelle Weiterbildung. Von diesem Tag hatte ich mir viel Sicherheit erhofft, stattdessen hat er leider noch mehr Fragen gebracht.
Wie auch immer: Ich bin kurz davor, den Vertrag zu unterschreiben. Ich möchte diese Entscheidung gern hinter mir haben und hab lange nicht etwas so sehr vor mir hergeschoben. Trotz aller Fragen und Unsicherheiten fühle ich, dass es das richtige ist und dass ich bereit bin. Ich muss es einfach machen. Und sobald die Unterschrift gesetzt ist, lüfte ich hier das Geheimnis.

 

* Am Montag Abend saß ich in Emilians Klassenraum zum Elternabend. Nach ein paar Turbulenzen in allen möglichen Bereichen haben sowohl Eltern als auch Schüler zu einem guten Miteinander gefunden. Wir sind sehr glücklich mit der Schule und warten nun auf die Bestätigung für Liams Platz.
Die Zweitklässler werden in den nächsten Monaten auf die 3. Klasse vorbereitet. Sie lernen, selbständiger zu arbeiten. Sie lernen das 1×1 und sie lernen, eigene Texte zu verfassen, wie eine Bildbeschreibung oder ein Brief.
In der 3. Klasse wird der Schwimmunterricht dazu kommen, eine erste Fremdsprache, die Noten, eine neue Klassenlehrerin und evtl. ein neuer Klassenraum. Ich stelle aber fest, dass mich das lange nicht so verrückt macht, wie die Einschulung vor 2 Jahren. Emilian ist ein sehr guter Schüler und ich bin mir sicher, dass er das alles schafft.

* Die beiden Kindergeburtstage werden 2018 als Cowboy- und NinjaGo-Party gefeiert. Ich mache mir diesmal nicht so viele Gedanken, weil die Kinder und Gäste in den letzten Jahren oft einfach nur spielen wollten. Ausserdem wird uns ja das Wetter wahrscheinlich nicht im Garten feiern lassen. Ich werde jetzt die Wunschlisten der Kinder, die ihr auch hier auf der Startseite ansehen könnt, auf Amazon aktualisieren, damit schöne Geschenke geschenkt werden können und ich mir nicht alle Ideen merken muss.

* Und ein Kracher, den Liam aus aktuellem Anlass mehrmals am Tag zum Besten gibt:
Was stinkt und ist glücklich?
– Ein Gefurztagskind…

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Szenen aus unserem Alltag

So. Jetzt.
Jetzt ist Samstag und wir haben frei und ich kann euch endlich von all‘ den Sachen erzählen, die passiert sind.

* 30 Tage Shred
Ich hab’s geschafft! Anfang Februar waren die 30 Tage vorbei. So sehr, wie ich Level 2 verabscheute, so sehr mochte ich Level 3. Weniger Sprünge, mehr Power.
Am Ende hatten die Kinder nicht mehr so viel Interesse, mitzumachen. Aber Shred hat täglich dazu gehört. In jedem einzelnen Tag konnte ich eine Lücke finden.
Ich habe vorher nicht mein Gewicht notiert und auch nicht Bauchumfang oder ähnliches gemessen.. hätte ich vielleicht machen sollen.
Ergebnis ist aber: Mir passen wieder Hosen von früher. Ich fühle mich viel fitter. Ich schlafe besser. Ich habe weniger Rückenschmerzen. Muskelkater fühlt sich gut an. Endlich wieder zusammen mit meinem Mann genossen wir freie Abende.

Merkwürdig ist: Jetzt, da es vorbei ist, kann ich mir nicht mehr vorstellen, Zeit für diese 20-30 Minuten am Tag gehabt zu haben. Das ist wirklich eine Entscheidung, eine Einstellungssache. Ich habe die Pause genossen… aber wusstet ihr was? Große Erkenntnis: Nach dem Sport ist vor dem Sport. Auf diesen 30 Tagen brauche ich mich überhaupt nicht ausruhen. Bringt nichts. Der Körper lacht mich aus und die Bikini-Figur zieht weiter Richtung Süden…

Nach ein paar Tagen Pause und ein paar Gängen durch Amazon ist nun eine zweite Jillian Michaels-DVD bei mir eingezogen. „Bauch, Beine, Po intensiv“ Ich befürchte, es ist einfach nur „Shred – eine Nummer härter“
Bis jetzt habe ich keine Ahnung. Ich werde es probieren und mich nicht verrückt machen, wenn ich es vielleicht nur alle zwei Tage schaffe. Aber irgendwas fehlte doch jetzt die letzten Tage..

 

* Tropical Island
Am 5. Februar, am Geburtstag meines Mannes, sind wir hier in aller Kälte und Frühe Richtung Süden gestartet. Der Bikini-Figur hinterher..
Nichtmal eine Stunde waren wir unterwegs, so schön südlich wohnen wir. Und es ist schon sehr erstaunlich, aus diesem Nichts in Brandenburg, aus diesem Wald, von der Autobahn zu fahren und dann plötzlich vor dieser Halle zu stehen! Mächtig gewaltig.

Noch dazu wirbelten ein paar Schneeflocken durch die Luft, es war so kalt … aber wir hatten Badekleidung und Flipflops im Gepäck, das wir extra einen Tag vorher vom Dachboden gesucht hatten.

Und dann in dieser Halle fühlt es sich an, wie in einer anderen Welt. Also, ich war mir ständig bewusst, dass ich in einer Halle war.. dieses schwere Metall ist nicht so einfach wegzudenken und doch kein Vergleich zum Strand mit Himmel und Weite.
Aber abgesehen davon zeigt sich eine absolute Liebe zum Detail in allen Ecken. Die Größe dieses Gebäudes wirkt vielleicht im ersten Moment erschlagend – aber nach und nach fanden wir heraus, dass doch alles ganz überschaubar sein kann.

Gegen 9:00 Uhr kamen wir an und es waren gar nicht mehr so viele Plätze frei. An der Südsee blieben wir uns besetzten vier schöne Liegen im Sand. Wir hatten noch nicht richtig die Taschen abgestellt, da waren die beiden Großen schon im Wasser und klitschnass. Und so ging es eigentlich weiter, bis wir uns gegen 20:00 Uhr auf den Nachhauseweg machten.

Eine Herausforderung war, dass unsere beiden großen Jungs noch nicht schwimmen konnten – und Jari gar nicht mehr aus dem Wasser wollte. Dazu noch unsere Taschen an den Liegen, die wir eigentlich nicht allein lassen wollten.
Wir wechselten uns also ab, mit Jari durchs warme Babybecken zu stapfen – und mit den Großen den Rest der Halle zu erforschen. Dazu gehört nämlich ein Indoor-Spielplatz, ein Dschungel, kleinere Spiel-Ecken, die Lagune, die Rutschen und ein Außenbereich.

Es gibt so viel zu entdecken und an einem Tag ist es nicht möglich, das zu tun. Langweilig wird es nicht – kostspielig schon. Nach so einem hohen Eintrittspreis fanden wir es schade und unnötig, auch in der Halle für viele kleine Aktionen Geld bezahlen zu müssen. Tropical Island ist wie ein Dorf! Wir sahen die Übernachtunsgäste am Morgen aus ihren Zelten oder Wohnungen stapfen und zum Frühstück gehen. Es gibt Spielhallen, Süßigkeitenläden, Bekleidungsgeschäfte, jede Menge guter Restaurants…alles, was das Herz begehrt!

Wir verbrachten aber viel Zeit damit, Jaris erste Schritte im Wasser zu bestaunen, mit Emilian und Liam sicherer schwimmen zu lernen, zu lesen, zu schlafen, die Füsse im Sand zu vergraben und die Urlaubs-Stunden zu genießen.

 

Neue Kinderzimmer
Für die Winterferien hatten wir den Plan, aus einem Kinderzimmer vielleicht zwei zu machen oder irgendwie anders unsere drei Zimmer zu gestalten. Während mein Mann in Kenia war, konnten wir kaum planen und ich schaffte weniger Vorbereitung, als ich gewollt hatte.
Wir dachten, das große Arbeitszimmer meines Mannes könnte ein Spielzimmer für alle werden und das kleine jetzige Kinderzimmer könnte vielleicht ein Schlafzimmer für alle drei Jungs werden.

Abwechselnd durfte immer einer der beiden Großen in Papas Bett schlafen, als der in Kenia war. Ich stellte fest, wie viel besser und entspannter die Jungs abends einschliefen und morgens aufwachten. Und wir überdachten unseren Plan.

Als die Kinder dann in den Ferien bei meiner Schwester waren, fingen wir an. Wir hatten viel zu tun, wir hatten Jari, wir hatten kaum Freunde, die Zeit zum Helfen hatten… und nach abwechselndem Optimismus und Verzweiflung nahmen die Zimmer aber nach und nach Gestalt an.

Im Kinderzimmer rissen wir mühsam die Tapete ab und tapezierten neu. Zwei Freundinnen kamen zu Hilfe und mein Schwiegervater nahm uns den Tapeten-Job ab.

Das große Arbeitszimmer war das, was seit unserem Einzug vor 6 Jahren die meisten Rollen und die meiste Unordnung abbekam. Es war Arbeitszimmer, Spielzimmer, Kaffee-Röst-Zimmer, Gästezimmer, Musikstudio und Abstellkammer. Denn viele Kisten, die zum Umzug „erstmal“ dort gelandet waren, sind auch irgendwie „erstmal“ dort stehen geblieben.

Wir räumten und räumten. Wir fuhren mehrmals zum Wertstoff-Hof oder zum Rumpelbasar. Wir verabschiedeten uns schweren Herzens vom Gästezimmer und räumten noch mehr.

Zwei Freundinnen strichen sehr gut und sehr schnell das obere große Zimmer, sodass es nun wie neu aussieht. Die neuen Räume waren langsam bereit und nach mehreren Besuchen bei IKEA entstand zwar noch mehr Müll, aber aus einer Baustelle wurden langsam drei neue schöne Räume!

Mein Mann hat unten jetzt ein schönes Arbeits/Kaffee-Zimmer, wo vielleicht auch für mich eine kleine Büro-Ecke entsteht, wenn erst aller Müll und Krempel verschwunden ist.

Emilian hat das kleine Zimmer bekommen und ist sehr glücklich. Er hat nun einen Schreibtisch und ein höheres Hochbett. Er hat das nach Farben sortierte Lego, was sehr geliebt wird. Er hat einen eigenen Kleiderschrank und Ruhe und Platz. Ein bißchen hat er ein Teenager-Zimmer. Die Wahrheit lässt sich nicht länger verstecken. Aber aus dem frechen, zappeligen Rüpel ist nach den Ferien und mit neuem Zimmer ein großes, selbstsicheres, stolzes, glückliches Schulkind geworden. Sagt meinem Herzen nicht, dass er bald 8 wird!

Liam hat nun ein sehr großes, neues, sauberes Zimmer. Das Etagenbett der Jungs mussten wir auseinander bauen, um es ins andere Zimmer zu bringen, aber es hat sich gelohnt. In ein paar Monaten könnte Jari dann zu Liam ziehen. Ich weiß nicht, wer von beiden sich mehr darauf freut. Liam genießt genauso den Platz, die Ruhe und Freiheit.

Zum ersten Mal seit 5 Jahren schlafen die Jungs in getrennten Zimmern und haben das Spielzeug aufgeteilt. Wie schon geschrieben: Sie finden es toll. Es gibt neue Möglichkeiten, es gibt immer Gründe, sich zu besuchen und die Türen knallen schon ab und zu mal.

Jari tappelt von hier nach da, wird mal rausgeschmissen und mal hereingelockt. Heute Morgen stellte ich erschrocken fest, dass er ohne Probleme die schräge Leiter zu Emilians Bett hochklettert. Mit fast 13 Monaten. Hoch zum 1.80 m hohen Bett. Hilfe?

Wir sind sehr glücklich mit den neuen Zimmer, obwohl noch nicht alle Dinge ihren Platz gefunden haben. Aber der ruhige Februar wird Zeit dafür geben und rechtzeitig zum Frühling sind wir drinnen fertig und haben Zeit für draussen.

 

Handy gefunden
Als ich gestern mit Emilian und Jari auf dem Schulweg war, sah ich plötzlich ein Handy auf der Strasse im Dreck liegen. Ich sah mich um und hob es auf. Es war ein funktionierendes Samsung mit vollem Akku. Auf dem Bildschirm war ein kleines Kind zu sehen. Mir war sofort bewusst, was das für ein Schock für die andere Person, wahrscheinlich eine Mama, sein muss, festzustellen, dass das Handy verloren gegangen ist. Ich nahm es mit und suchte nach einer guten Idee, das Handy der anderen Person wiederzugeben. Während wir frühstückten, gab es mehrere Anrufe auf dem Handy, die wir leider nicht bemerkten. Ich kenne mich mit Samsung nicht aus und scheinbar war Ton und Vibrationsalarm ausgeschaltet.
Ich behielt es also in der Hand und schon rief wieder jemand an.
„Hallo? Haben Sie mein Handy gefunden??? Oooh, ich liebe Sie!!!“
Es stellte sich heraus, dass es wirklich eine Mama war, die auf dem Weg zum Bus das Handy verloren hatte. Sie bekam meine Handynummer, meine Adresse und kam am Nachmittag nach der Arbeit vorbei. Mit einem großen Blumenstrauss für mich stand sie vor der Tür. Sie bekam schnell ihr Handy wieder und war wirklich sehr dankbar und erleichtert. Und ich auch!

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12 von 12 im Januar

Hier seht ihr 12 Fotos von einem vollen Freitags-Alltag einer fünfköpfigen Familie. Am 12. Januar. Nicht mehr und nicht weniger.

1. Ich bringe Liam in die Kita. Ein Glück, wenn wir allein im Fahrstuhl sind und er die Knöpfe drücken darf.

 

2. Gleich danach fahre ich zu unserem ersten MOPS-Treffen in diesem Jahr. Die drei Stunden vergingen wie im Flug und waren so voller Lachen und Leben – ich hab nicht eine Sekunde an die Fotos gedacht.
Hier eine Jahresanfangs-Anregung, die wir den Mamas mitgegeben haben. Vielleicht möchte einer von euch sie ausfüllen und während der nächsten Monate darüber nachdenken – oder ein Jahr später wieder angucken?

 

3. Was Süßes für den Süßen.
Smoothie-Eis aus Sommer-Obst.

 

4. Emilian hat einen Freund zu Besuch.
Sie tauschen und sortieren ihre NinjaGo Spielkarten. Liam schreibt die Namen der Lego Ninjas auf.

 

5. Dann lassen sich die Jungs Bilder von Papa ausdrucken und sitzen eine ganze Weile da und malen.

 

6. Als der Besuch weg ist, setzt sich Emilian noch an die Mathe-Hausaufgaben. Er ist einer der Klassenbesten in Mathe, aber Zahlen ins Heft schreiben gehört nicht so zu seinen liebsten Aufgaben.

 

7. Ich backe – tadaa – einen neuen Cheesecake für die Geburtstagsfeier unserer Freundin. Das Blöde an den Käsekuchen ist ja, dass man sie vorher nicht probieren kann.. Sieht aber erstmal gut aus.

 

8. Bestes Abendbrot vom besten Ehemann.

 

9. Wir sehen zusammen einen alten Film.
Herkules.

Mein Mann kann nicht glauben, dass ich die Geschichte noch nicht kannte. Hmm.. ich schließe meine Bildungslücken gemeinsam mit den Jungs.

 

10. In der Blogger-Welt hat eine neue Blog-Parade gestartet: „1000 Fragen an mich“
Ich möchte da gern mitmachen und versuchen, pro Woche 20 Fragen zu beantworten.
Ein bißchen auf die Suche gehen nach „Wer bin ich und wenn ja wie viele?“ – „Was bin ich ausser einer Mama?“ – „Was macht mich aus?“
Möchtet ihr auch?

 

11. Während die Kinder den Film gucken, mache ich einen neuen Kindersprüche-Beitrag für euch fertig. Kommt bald!

 

12. Und dann, ob ich will oder nicht: Shred!
Ich bin wirklich schon an Tag 9 von 30.
Ohne Pause!

 

Wer noch mehr Fotos und Inspirationen sehen möchte: Hier bitteschön!

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Happy and Fit!

Ich schrieb euch ja, dass ich mit Shred erstmal aufhöre und aber weiter Sport machen möchte.
Shred war echt effektiv, vor allem meine Beine haben ordentlich was abgekriegt. Aber es ist nicht jedermanns Sache, 10 Tage hintereinander für 20 Minuten zu ackern. Shred ist wirklich Arbeit! Jillian ist trainiert, sie ist flink und streng.. so streng, wie eben ein YouTube-Video sein kann, das man jederzeit stoppen oder abbrechen kann…

Jillian Michaels

„Wenn du nicht kotzt, in Ohmacht fällst oder stirbst: Mach weiter“

Ein Applaus an euch alle, die ihr mit mir geshreddet habt! YEAH! Danke.

Ich weiß ja nicht, wie das bei euch ist…. aber ich stelle leider fest, dass mein Körper nicht so bleibt, wie er nach den 30 Tagen Shred war. Ja, tatsächlich. So ist das wohl, wenn man in wenigen Tagen 30 wird. Seufz.
Ich wollte die Zeit, in der mein Mann nicht da ist, wieder mehr für Sport nutzen. Ich möchte fit sein. Ich möchte, dass es meinem Rücken gut geht. Ich möchte mir gefallen. Und ja, ich möchte im Sommer nicht so aussehen, als wäre ich 10 Monate in Amerika gewesen und hätte Burger und FrozenYogurt gegessen. Wer sagt denn sowas??

Ich weiß, dass der Schlüssel zur guten Figur auch die Ernährung ist. Kohlenhydrate sind so Sachen, die nicht viel Gutes im Sinn haben. Da übe ich aber noch, denn wenn Nudeln, Kartoffeln, Brot, Kekse und Kuchen wegfallen, bleibt nicht mehr viel übrig. Das machen die Frauen hier in Orange County gut. „Carbs“ gibt es nur zu besonderen Anlässen…

Wie auch immer.
Ich habe für mich festgestellt, dass YouTube-Videos mein Sport sind! Ich brauche keine teuren Geräte, ich muss mich nicht zum Joggen rausquälen und ich bezahle für kein Fitness-Studio. Ich brauche Disziplin. Und Internet. Letzteres ist vorhanden. Ersteres muss ich aktivieren, aber mit einem Ziel vor Augen und einem Tritt in den Hintern funktioniert das bei mir. Und falls ihr denkt, ich mach das still und heimlich? Falsch gedacht! Ich werde euch schön von meinen Plänen und Erfolgen berichten, alles für euch verlinken und das ein oder andere schlechte Gewissen verursachen! Hopp Hopp, Mädels, der Frühling kommt! Sommerkörper werden im Winter gemacht!

 

Auf YouTube gibt es unzählige Fitness-Videos.
Es gibt die, in denen zu viel gelabert wird. Es gibt die, die ich beim Blick auf den Trainer sofort abschalte. Es gibt die, die 50 Minuten lang sind. Es gibt die, die einfach nicht meiner Vorstellung von „Workout“ entsprechen. Und es gibt die, die echt komisch und verrückt sind.

Gestern habe ich zwei Videos gefunden, die mir sofort gut gefallen haben. Sie gehören zu einem Channel, der „HappyAndFitFitness“ heißt. Und dieser Channel ist echt toll! Umfangreich, herausfordernd und vielversprechend. Es gibt Videos zu verschiedenen Themen und es gibt auch Programme über 4 Wochen zum Beispiel, bei denen zu jedem Tag ein neues Video gehört.

Happy and Fit

Weil ich mich fast in diesem Kanal verloren habe, wie es so schön heißt: „Ich sammele Fitness-Videos auf meinem Computer, während ich auf der Couch sitze und Schokolade esse…“, hab ich einfach aufgehört, zu suchen und mir zwei Videos für meine Abende ausgesucht. Beide Videos trainieren Bauch, Beine, Po. Eins ist 15 Minuten und eins 19 Minuten lang.

Darum mag ich die Videos:

– Beide Damen, Lenka und Corinna, sind sehr sympathisch.
– Die Trainerinnen sprechen deutsch.
– Sie trainieren im Wohnzimmer (wie ich 🙂 )
– Sie reden sehr angenehm, fast Therapeuten-mäßig, und nicht zu viel.
– Die Damen schnaufen und schwitzen und wirken daher nicht so übernatürlich für mich.
– Es gibt Entspannungsübungen zwischendurch!
– Ich bin nicht völlig ausser Atem und am Ende meiner Kräfte.
– Ich habe bereits an Tag 2 ordentlich Muskelkater und ein gutes Gefühl.

Los geht’s, Freunde!

 

 

Mit diesem Video fange ich an:

 

Und danach kommt das:

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Szenen aus unserem Alltag 9

Der November ist busy.
Termine, Veranstaltungen, Feiertage…
Viele reden davon, im Dezember alles ruhiger angehen zu lassen. Ich hoffe, das wird so sein, denn das wäre eine gute Erklärung für den Stress, den wir jetzt so haben..

 

* Immer wieder stellt uns die Tatsache, dass wir nur ein Auto haben, vor eine große logistische Herausforderung. Wie. mich. das. nervt. Kein Vergleich zu Berlin. Manchmal denke ich, je länger ich hier bin, desto mehr zieht es mich wieder nachhause. Ich KANN hier nicht leben! Aber dann gibt es Frauen, die mir schreiben: „Du bist the sweetest person, die ich je getroffen habe. – Ich bewundere dein Vertrauen in Gott. – Du darfst nicht wieder gehen. – Ich bin so froh, dich getroffen zu haben…“ Der Abschied wird mir schwer fallen, weil es ein anderer Abschied, als im Mai in Berlin seind wird. Wie gut, dass es heutzutage gute Möglichkeiten gibt, um in Kontakt zu bleiben.

 

* Vor zwei Wochen fiel Liam in der Kirche von einer kleinen Mauer und es gab einen dumpfen Schlag. Er weinte sehr. Ich nahm ihn hoch und tröstete ihn. Eine Frau kam ganz aufgeregt an und sagte: „Ich hab das Geräusch eben gehört, soll ich jemand rufen?“ Ich versicherte ihr, dass alles okay sei. Jedenfalls hoffte ich das. Bis jetzt ist noch nie etwas ernstes passiert. Ich dachte über die Worte der Frau nach und fragte mich, wen sie hätte rufen wollen. Meinen Mann? Den Krankenwagen? Das Erste-Hilfe-Team der Kirche? (Gibt es sowas?)
Ich bin Gott so dankbar, dass wir hier noch nicht einmal ärztliche Hilfe brauchten. Ich habe mir aus Deutschland Biotin-Tabletten gegen Haarausfall mitbringen lassen und habe vielleicht eine oder zwei Kopfschmerztabletten in der Zeit genommen. (Eine davon, als ich in Deutschland zur Hochzeit war und äh.. wenig Schlaf hatte.) Manchmal denke ich, dass ich gern mal wieder zum Zahn-, Frauen- oder Kinderarzt gehen würde.. nur kurz, um zu sehen, ob alles gut ist. Noch 4 Monate.

 

* Ich war mit Emilian unterwegs und ging ganz schnell in einen Laden, um Milch zu kaufen. An der Kasse stellte ich mich hinter einer älteren Dame an. Sie drehte sich zu mir um und … raunzte mich fast an: „Geh vor! Du hast ein Kind!“ (Nicht etwa: Du hast nur eine Milch.) Als ich mich vor und nochmal nach dem Bezahlen bei ihr bedankte, guckte sie nicht viel freundlicher und sagte: „Do the same to others.“ (Mach es bei anderen auch so) Ich weiß nicht, warum, aber sie kam mir so.. deutsch vor.

 

* Wieder eine tiefgängige Frage von Emilian während einer Autofahrt:
„Mama, warum haben Männer auch Haare an den Augen? In den Filmen haben nur die Frauen da Haare. Minnie Maus und Daisy haben welche und Micky Maus und Donald nicht…“

 

* Während der Sommerbibelschule im Juni war Jana Alayra die Sängerin für die Kinder. Ich habe bestimmt davon erzählt. Sie singt und tanzt und rockt vor tausenden von Kindern. Auch meine Jungs haben immer mal wieder ihre Zeilen gesummt und die Bewegungen dazu gemacht. Meine Freude war sehr groß, als es hieß, dass diese Jana eine unserer MOPS-Speakerin sein würde.
Auch die Mütter, die sie in den vergangenen Jahren bei MOPS gehört hatten, freuten sich sehr, unsere Tisch-Leiterin schrieb, sie würde eine extra Packung Taschentücher mitbringen… Ich war sehr gespannt.
Jana ist eine sehr sehr sympatische Frau, die locker-flockig von der Bühne redet und uns viel zum Lachen gebracht hat. Sie hat vier Töchter am Ende der Teenager-Zeit und konnte mit viel Humor über die Zeiten reden, in denen wir MOPS-Mütter stecken. Immer wieder erwähnte sie, wie schnell diese Jahre vorbei sein würden und dass sie es vermisst, auf die nackten Babypopos ihrer Töchter zu klatschen und an ihren kleinen Füßen zu riechen. (Schon im Alter von 5 Jahren rochen diese Füße nämlich gar nicht mehr gut, sagte sie kichernd)
Ich bin nicht so eine Frau, die in aller Öffentlichkeit ihre Tränen fließen lässt. Gar nicht. Aber wenn ich so eine wäre, dann würde ich das an jedem Freitag Vormittag tun. Am letztem Freitag ist es mir schwer gefallen, das nicht zu tun. Zwischen den Späßen, die Jana erzählte und neben den Liedern, die sie uns sang, erzählte sie nämlich ganz nebenbei, dass ihr Mann sie wegen ihrer besten Freundin verlassen hatte, als Jana mit dem zweiten Kind schwanger war. Dass sie Haus und Hund verloren hätte. Dass sie einen neuen Mann gefunden hätte, zwei Töchter von ihm bekommen hat und dass diese zwei Töchter so anders als die ersten beiden waren. So willensstark und dickköpfig und herausfordernd. Ganz am Ende erzählte sie, dass Tochter Nummer 2 im Alter von vier Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. Dass sie weiß, dass sie sie im Himmel bei Gott wiedersehen wird, aber dass sie sie an jedem Tag vermisst. Dass sie es kaum abwarten kann, sie zu sehen.. Ob sie noch wie 4 aussehen wird.. oder wie 30, so alt wäre sie jetzt? Oder ob sie beide wie 4 aussehen würden? Sie erzählte, dass sie im Himmel herumhüpfen wird und sich fragen wird: „Wo ist sie??“ Und dass sie denkt, dass ihre Tochter sie vielleicht auch am Eingang erwarten wird. –
Ja, das tut weh im Herz. Aber sie spricht mit so viel Liebe und Vergebung und Vertrauen über ihr Leben.. es ist unglaublich!

Am Ende wurden die 3- und 4jährigen Kinder von ihren Betreuern aus der Kinderbetreuung in unseren Raum gebracht und Jana sang mit den Kindern. Emilian durfte dabei sein und war so stolz. Er sagte, er wollte nicht so gern mit den anderen auf die Bühne, aber er hätte am lautesten gesungen.

Ich habe eine DVD von Jana Alayra für meine Kinder gekauft und sie damit sehr glücklich gemacht!

(Emilian ist der kleine blonde im weißen Shirt, der vor der weißen Gitarre steht und so schön mit macht!)

 

 

* Am letzten Freitag hatten mein Mann und ich ein kleines Date. Wir waren mit Freunden aus der Kirche im Kino und sind danach spontan shoppen gegangen. Wir entdeckten den Laden „TJ Maxx“, in Deutschland als „TK Maxx“ bekannt. Viele „on sale“ Produkte. Ich fand einen neuen schönen Essie Nagellack zum halben Preis und mein Mann bestand darauf, mir zwei Paar Schuhe zu kaufen. Von ungefähr 16 Paaren, die ich jetzt hier habe, ist die Hälfte davon in Amerika dazugekommen. Und ich dachte immer, ich bin nicht so eine Schuh-Frau… Ähäm.

 

* Beim Spielen wurde Emilians Spieluhr mit Saft getränkt und ich habe sie in die Waschmaschine gesteckt. Jetzt geht sie nicht mehr. Nicht, dass das ein großes Problem wäre. Er schläft seitdem halt ohne Einschlaf-Musik ein und hat nicht einmal danach gefragt. Aber… ich kann sie nicht wegschmeißen. Ich habe sie mal bei Aldi gekauft, als ich mit Emilian im 6. oder 7. Monat schwanger war. (Das war 2009!!!) Und seitdem hat er sie an je-dem Abend gehört… Nein, ich kann sie nicht wegschmeißen. (Kann ich sie reparieren?)

 

* Eine meiner deutschen Freundinnen fragte mich Anfang November, ob ich mit ihr Laternen basteln würde. Ihre Kinder sollten diese deutsche Tradition kennenlernen. Ich sollte ihr sagen, was sie dafür kaufen müsste.
Mein Mann hatte die Idee, doch auch andere Freunde mit Kindern einzuladen und ein kleines deutsches Fest zu feiern. Zwei andere Eltern sagten sofort zu und wir begannen mit der Planung. Unsere Besucherin, die gerade aus Deutschland da ist, bereitete sich darauf vor, den Kindern auf englisch die Sankt Martins Geschichte zu erzählen. Und sie übte ein paar Lieder. Ich suchte nach Ideen zum Basteln. Es musste einfach und für die Kinder machbar sein – und die Utensilien mussten erhältlich sein. Trotz eines riesigen Bastel-Angebots, welches Amerika aufweisen kann, fanden wir nicht das, was wir suchten. Amerika verkauft Bastelzeug, was einfach nur geklebt, gesteckt, hingestellt oder aufgehängt werden muss. Aber zum selber-machen gibt es wenig.
Wir kauften also große Popcorn-Becher, dünne Holzstäbe, Kleber, Draht und Aufkleber. In die Becher schnitten wir mit unseren Nagelscheren Löcher, klebten Backpapier dahinter und dekorierten die Laternen mit Aufklebern oder gepressten Blättern. Den Draht pieksten wir durch die Becher und wickelten den Stock irgendwie daran fest. Wir kauften LED-Teelichter, die meisten Kinder entschieden sich aber für ein echtes Teelicht. Das Basteln blieb (wie in Deutschland) den Mamas überlassen, die 6 Kinder klebten und wuselten durch unser Wohnzimmer, aber voller Stolz liefen sie dann mit ihren Lichtern durch die Dunkelheit. Dunkel war es, kalt nicht. Wir hatten Essen und Punsch (von IKEA) und sangen unser Lied. Die Amerikaner sangen „Laateeene, Laateeeene“ dazu.

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* Wenn Liam am Morgen wach wird, was 7:30 Uhr, 8:00 Uhr oder auch mal 9:30 Uhr sein kann, wurschtelt er im Bett herum, bis er ganz da ist und dann ruft er: „Mamaaaa, pomm!“ Mal sehr ausdauernd, mal eher gelangweilt. Am letzten Samstag rief und rief er, aber es war ziemlich früh. Wir schlafen zu viert in einem Zimmer, er kann uns also sehen und ich ignorierte ihn. Emilian war schon wach und im Wohnzimmer beschäftigt. Plötzlich war Stille und ich hörte, wie er geschäftig im Bett herumwuselte. Dann hörte ich das Geräusch seines Reißverschlusses am Schlafsack. Nach einer Weile war zu hören, dass er mit aller Kraft versuchte, sich aus dem Bett und auf den Hocker vor dem Bett zu heben. Und dann, patsch patsch patsch, tapsten kleine Füße ins Wohnzimmer. Tadaaa, Liam ist kein Baby mehr.

 

* Kein Baby mehr… Liam lernt sprechen und Liam kann entscheiden und er genießt das. Alle Trotzanfälle, die normal sind und die Emilian nicht hatte, hat Liam. Zweimal. Er genießt das, mit seinen Worten und Blicken ins Familienleben einzutauchen. Der kleine König… Ab und zu ist es ihm ganz wichtig: „Liam groß! Liam nich Beebii“ zu sagen. Er weiß aber auch ganz genau, wann er eher „Baby“ sein muss, um süß gefunden zu werden und zum Ziel zu kommen. Er kämpft um seinen Nuckel. Er weiß, dass er ihn nur noch zum Schlafen bekommt.. aber das ist Liam doch egal! Wenn es ihm nach dem Nuckel gelüstet, dann würde er sogar in Kauf nehmen, dafür ins Bett gesteckt zu werden. Genauso die Windel. Er ist so stolz, wenn wir ihn loben, weil er Bescheid gesagt hat, dass die Windel voll ist. Aber wehe, es geht mal ums Töpfchen. „Liam Beebii!“ Da kommen noch Kämpfe auf uns zu! Wann hört die Trotzphase nochmal auf?

 

* Zur Zeit sind wir Sonntags an beiden Gottesdiensten in der Kirche. Wir kommen meist so gegen 8:45 Uhr an, mein Mann trifft seine Kollegen und ich gehe mit den Kindern frühstücken oder spielen. Ich hole mir einen (oder zwei) Kaffe vom Getränketisch, die Kinder einen Becher mit Milch. Wir beobachten die vielen Menschen, die zu Fuß oder mit dem Shuttle vom Parkplatz kommen. Die Kirche hat neuerdings einen eigenen bunten Zug, der die Kinder vom Parkplatz zum Kinderhaus bringt. Gegen 10:30 Uhr bereite ich sie gedanklich darauf vor, dass bald die Kinderbetreuung anfängt. Kurz vor 11:00 Uhr marschieren wir über die große Wiese zum Kinder-Gebäude, ich checke beide Jungs in ihre Gruppen ein – und dann laufe ich, den Pager (der noch nie geklingelt hat) fest in der Hand zurück über die Wiese, setze mich in den Gottesdienst – und habe FREI! Wer hätte das vor einem Monat gedacht?

 

* Am letzten Sonntag sind wir nach dem Gottesdienst nachhause gefahren. Wir waren müde und hungrig und nach dem Essen legte sich mein Mann mit Liam hin, Emilian spielte und ich schrieb einen Blog-Eintrag. Als die beiden wach wurden, spielten wir einfach, schrieben weiter und chillten einfach nur rum. Gegen Abend nahm ich Emilian mit in die Küche und schnippelte eher gelangweilt Obst und Gemüse mit ihm. Wir hatten zum Frühstück und Mittag nicht sehr gesund gegessen und so belegte ich einfach zwei Backbleche mit Melone, Möhren, Paprika, Käse, Keksen, Dip, Würstchen, Brokkoli, Tomaten und selbstgebackenem Brot. Es sah toll aus. Emilian, der geholfen hatte, so gut er konnte und der ja ein Meister der Worte ist, konnte vor Entzücken nicht an sich halten. „Mama, wie hast du dir denn sowas Tolles ausgedacht??? Liam, guck mal, wir feiern eine Party!!! – Papa, komm mal schnell und guck‘, was wir ohne dich, den Held, geschafft haben! Deine Augen würden vor Staunen rausfallen!“ … und so weiter.
Wir stellten die beiden Bleche auf den Couchtisch, holten Papa, der wirklich sehr staunte und knieten uns (Liam stand) um den kleinen Tisch. Die Kinder waren so aufgeregt, sie ließen es sich schmecken und in kurzer Zeit waren die Bleche ziemlich leer.
Für mich war das, was ja jetzt nicht die größte Kunst war, fast wie ein kleines Thanksgiving. Wir vier, gesundes buntes Essen, Musik und Lachen…

 

* Am 4. Donnerstag im November wird in Amerika „Thanksgiving“ gefeiert. Das ist ein sehr wichtiger Tag… und viel mehr weiß ich auch nicht, weil ich an diesem Tag noch nie in den USA war. In der Gemeinde wird es am nächsten Donnerstag ein großes „Thanksgiving“-Essen mit anschließendem Gottesdienst geben. Ich werde euch erzählen, wie es war.

 

* Seit heute weiß ich, dass der Freitag nach Thanksgiving „Black Friday“ heißt. Am „Black Friday“ gibt es in den Läden Sale und Prozente ohne Ende, man soll wohl besser früh aufstehen, am besten vor dem Laden campen, um etwas abzubekommen. Wie gut, dass ich das jetzt weiß. Traditionell läutet der „Black Friday“ das Familienwochenende und den Start der „Saison der Weihnachtseinkäufe“ ein. So so…

 

* Wir haben zu Anfang unseres Aufenthalts ein Paket bekommen. Das war ein Staubsauger, den ich bestellt hatte und er wurde uns vor die Tür gestellt. Bei unseren täglichen Ausflügen zum Briefkasten fragte mich Emilian einmal, warum an den unteren Fächern die Schlüssel an den Schlössern hängen würden. Und wir kamen auf folgende Lösung: Die vier unteren Fächer sind für Pakete bestimmt. Wenn wir ein Paket bekommen, legt der Postbote es in eins dieser Fächer, schließt es ab und steckt den Schlüssel in unseren Briefkasten. Und so war es dann auch. In der letzten Woche hatten wir zweimal einen kleinen Schlüssel im Briefkasten. Wir schlossen das Fach auf, nahemn unser Paket heraus und ließen den Schlüssel hängen. Eine komische Art und Weise… funktioniert aber.

Briefkasten

* In dieser Woche finden die letzten Rooted-Treffen statt. Am kommenden Freitag wird es eine große Abschluss-Celebration geben. Das Highlight jedes Rooted-Duchlaufs! Wir werden zusammen essen und feiern. Und gegen 20:00 Uhr werden wir beginnen, die Rooted-Teilnehmer, die sich das wünschen, zu taufen. Wir alle werden schwarze Kleidung tragen und die Gruppenleiter werden mit den Täuflingen in das gewärmte Aussenbecken steigen und taufen. Ich bin so gespannt!

 

* Shred… gibt es auch noch, ganz ganz hinten, irgendwo in meinem Kopf. Ab und zu sehe ich das rosa Oberteil, das in irgendeinem Schrank liegt und denke: „Ach, da war ja mal was…“ Wo die Hanteln sind, weiß ich nicht mal. Mein Mann wünscht sich, dass ich weitermache. Ich weiß nicht. Es ist ja auch so, dass wir ständig Gäste haben. Ich wollte ja mal die 30 Tage durchziehen. Und ich wollte ja vielleicht mal ein anderes Programm beginnen. Irgendwann mache ich das mal! Wer von euch macht noch mit? Vor Weihnachten wäre das doch perfekt: Ihr könnt mit gutem Gewissen naschen. Und ausserdem wird euch beim Sport schön warm. Ich hab ja gehört, es soll kalt in Deutschland sein…

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