MOPS

MOPS bedeutet „Moms of Preschoolers“.
Ich bin sooooo begeistert davon, wie ich lange nicht von irgendetwas begeistert war. Glaube ich.
Und ich möchte MOPS nach Berlin bringen… Ich werde MOPS nach Berlin bringen!
(Verzeiht den plumpen Namen, der in deutsch ziemlich uncool ist)

 MOPS logo

Wenn ich freitags meine Söhne in der Kinderbetreuung abgegeben habe, steige ich die Treppen zur oberen Etage hoch und komme gegen 9:05 Uhr als eine von 130 Frauen in den großen, vorbereiteten Saal. Ich gehe an quatschenden Frauen und an unterschiedlich geschmückten Tischen vorbei, die „Bold“, „Divine“, „Strong“, „Bravely“ usw. heißen. An meinem Tisch, der „Spirited“ heißt, stelle ich meine Tasche auf einen Stuhl und begrüße die Mamas, die schon am Tisch sitzen. Wir reden kurz und dann hole ich mir einen Kaffee mit Milch, am liebsten mit Pumpkin- oder Vanille-Geschmack. Schon am Donnerstag konnte ich in einer Email lesen, um was es am Freitag gehen wird, was mitgebracht werden soll und welche Besonderheiten es gibt.

Mit meinem Kaffeebecher gehe ich zurück an meinen Tisch, setze mich und… komme an. Ich atme durch, lege meinen Pager (mit dem die Betreuerinnen der Kinder mich rufen können) und mein iPhone auf den Tisch und sehe mich um. Ich sehe die schönen, glücklichen Mamas an. Einige haben dicke Baby-Bäuche, andere haben ihre Neugeborenen dabei. Bei vielen liegt ebenso der Pager auf dem Tisch.

Eine der Mitarbeiterinnen geht auf die Bühne, begrüßt uns und dankt Gott für das Frühstück, für den Morgen, für die Chance dieses Treffens. An jedem Freitag sind zwei Tisch-Gruppen dafür verantwortlich, Essen mitzubringen. Die Auswahl ist riesig. Und die Schlange, an der wir anstehen, auch. Ich stehe auf und stelle mich an. Ich grüße Freundinnen, die ich kenne und wir reden kurz. Nach 5 Wochen kennen wir uns und das tut gut.

Meist lege ich Melonen und Erdbeeren auf meinen Teller, einen Donut, warmen Apfelkuchen, ein Stück Pizza oder einen Taco. Von vielen leckeren Sachen kenne ich nicht mal den Namen. Zurück am Tisch beginnen wir mit dem Frühstück. Es ist ziemlich laut im Saal, aber das sind schöne Hintergrundgeräusche. Wir reden. Alle reden. Über Kinder, Männer, Termine, besondere Ereignisse, über Dinge, die uns beschäftigen und bewegen.

Nach ein paar Minuten kommt eine weitere Mitarbeiterin auf die Bühne. Sie stellt bevorstehende Veranstaltungen vor, die es in der Kirche für Familien gibt. Manchmal erzählt sie von einer Situation aus dem Alltag, die mit dem Jahresmotto „Be YOU, bravely“ zu tun hat. Manchmal gibt es eine Verlosung. („Die Person, die als nächste Geburtstag hat, bekommt ein Buch des heutigen Redners geschenkt!“) Wir essen weiter, bis eine weitere Mitarbeiterin den heutigen Speaker vorstellt. Diese Mitarbeiterin hat sechs Kinder und den Jüngsten, der erst ein paar Monate alt ist, hat sie meist dabei. Ihre Aufgabe ist es, für jeden Freitag eine Rednerin/einen Redner zu finden und einzuladen. Eine mutige Mama, eine Kosmetikerin, eine Theologin, eine Leiterin einer Organisation, eine Stylistin.. die fünf Speaker, die ich bis jetzt gehört habe, waren wundervoll. Ich berichte später mehr davon.

Alle Frauen hören zu. Ab und zu lachen wir, ab und zu schniefen wir. Wir haben unsere Stühle zur Bühne gedreht und hängen an den Lippen des Redners. Am Ende klatschen wir und wer möchte, kann Fragen loswerden. Wir drehen unsere Stühle wieder zum Tisch und tauschen uns aus. Die Diskussions-Leiterin am Tisch fragt: „Was möchtet ihr euch merken?“, „Was werdet ihr euren Männern berichten?“ Sofort wird es wieder lauter im Saal. Einige Frauen holen ein zweites Frühstück.

Kurz vor 11:30 Uhr teilen die, die möchten, ein Gebetsanliegen. Die Tisch-Leiterin schreibt sie auf und betet. Ausserdem wird sie uns die Anliegen per Mail senden.

In den letzten beiden Wochen gab es die Möglichkeit, Sommerkleidung für Kinder zu kaufen und zum MOPS-Treffen mitzubringen. Eine der Mitarbeiterin ist gerade für 8 Tage in Haiti, um in einem neuen Heim für 52 Waisenkinder zu helfen.

Heute gab es eine besondere Handarbeit für uns.
Zwei MOPS-Mamas haben für jeden Tisch vier Babydecken gekauft. Wir haben je zwei Decken an den Seiten eingeschnitten und die Schnipsel verknotet, so dass eine kleinere, aber doppelt warm und doppelt schöne Decke daraus wurde. Wir haben sie in zwei vorbreitete Papiertüten gepackt und die Tüten mit guten Wünschen und Grüßen für eine unbekannte Mami beschriftet. Zusammen beteten wir für die Personen, die diese Tüten bekommen werden. Sie werden nämlich in ein Krankenhaus in der Nähe gebracht, um Mamas von winzig-kleinen, zu früh geborenen Babys zu grüßen, zu trösten und mit Liebe von anderen Mamas zu beschenken.

Es war wirklich nicht schwer, die Decke zu zerschneiden und ein paar Doppelknoten zu knoten. Wir lachten und quatschen dabei. Und obwohl wir heute nur zu viert an unserem Tisch saßen, waren wir zuerst fertig! Und jetzt werden viele besorgte und unsichere Mamas auf einer Frühchen-Station eine liebevolle Geschenk-Tüte bekommen!

 

Ich muss euch nicht sagen, was ich an diesem Freitag-Morgen liebe, oder?
Wenn ich meine Jungs danach aus ihren Räumen abhole, unterwegs andere Mamas wiedertreffe und ihre Kinder kennenlerne, wenn wir uns für eine weitere halbe Stunde zusammen auf den Spielplatz setzen, dann bin ich voller Zufriedenheit, Ermutigung und Glück.

 

Mamas aus Berlin, seid ihr bereit?

 

 

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