Liebe auf den ersten Blick!

Wir sind in Kalifornien!
Unser Traum ist wahr geworden!

Das Amerika, das wir bis jetzt kennen, ist groß und toll und besonders und alles fühlt sich „wie im Film“ an – aber das hier ist der Hammer! Ich bin überwältigt, fasziniert, verliebt und ich habe mir die Frage gestellt, wie Berlin diesen Kampf jemals gewinnen soll. Euch allen, die ihr euch noch die Frage stellt: „Kalifornien – hin oder her?“, sage ich: Her!

Aber immer der Reihe nach.
Der Flug verlief ohne Zwischenfälle. Wir verabschiedeten uns von unserer lieben Gastfamilie, wurden mit Sandwiches versorgt und fuhren mit unserem Auto zum Flughafen. Dort trafen wir die frischen Schwiegereltern unseres Bruders/Schwagers, die uns das Auto geliehen hatten. Sie halfen uns beim Check-in, verabschiedeten sich mit letzten guten Worten von uns und dann waren wir allein. Die großen Koffer waren alle einen Tick zu schwer, wurden aber mitgenommen. Die zweite Pack-Runde war fast genauso herausfordernd, wie die erste. Es war 16:00 Uhr zu der Zeit, in der wir uns gerade befanden – also irgendwie eine gute Zeit für die Kinder. Sie waren wach, aber aufgeregt und hibbelig. On time konnten wir das Flugzeug betreten und losfliegen. Da es ein Inland-Flug war, gab es „for free“ nur Getränke. Aber wir hatten Essen dabei. Es gab keinen Bildschirm am Vordersitz, sondern Bildschirme für alle. Die Filme und Serien, die liefen, liefen auf englisch. Emilian schlief sofort ein, mit Liam musste um seinen Schlaf gekämpft werden. Er war zu müde. Immer wieder leuchteten die Anschnall-Zeichen auf, weil es Turbulenzen gab und so mussten wir auf unseren Plätzen bleiben. Die 5 1/2 Stunden vergingen langsam. Als ich irgendwann mal am Fenster sitzen durfte, war ich von der Aussicht sehr beeindruckt. (Am besten werde ich nachher einfach einen extra-Foto-Blog-Eintrag hochladen!)

Wir landeten 19:30 L.A.-Zeit in Los Angeles. Wir holten unsere Koffer ab – unsere Koffer haben alle Flüge perfekt mitgemacht. Danke ‚United Airlines‘ und ‚American Airlines‘! Und dann standen wir da und warteten. Es wurde gerade dunkel, der Flughafen war ziemlich hektisch und es stank sehr nach Rauch – in North Carolina habe ich kaum jemanden mit einer Zigarette gesehen. Es war ziemllich kühl UND es nieselte sogar ein mini-bißchen. In California, where it never rains!? Emilian sprach aus, was wir dachten und sagte: „So schön ist es ja gar nicht in Kalifornien…“ Wir sahen viele Palmen und das war für ihn das Zeichen, dass wir endlich da waren.

Nach einigen Warteminuten und Telefonaten mit den Eltern meines Mannes wussten wir, nach welcher Person wir Ausschau halten mussten. Mein Mann, der im Januar 2012 schon zwei Wochen in Kalifornien war, wusste, welche Person das ist. Trotzdem wurde ich zuerst entdeckt und wir wurden überfreundlich begrüßt. Mit einem Mega-Bus wurden wir nachhause chauffiert. Los Angeles bei Nacht faszinierte uns. Viele Lichter, noch mehr Palmen. Wir sahen zwei IKEA-Einrichtungshäuser während der 45 Minuten auf dem Weg nachhause! Auf dem Highway gibt es mehrere Spuren. Auf der ganz linken steht „Car Pool only“. Das bedeutet, Autos mit 2 oder mehr Personen werden für ihre Umweltfreundlichkeit belohnt und dürfen links aussen und damit schneller fahren. So wie es aussah, waren an dem Abend sehr viele Autos mit nur einer Person unterwegs… Der Fahrer hing nebenbei in einer Telefon-Konferenz, der Beifahrer stellte uns ein paar Fragen und wir gaben uns alle Mühe, die Jungs wachzuhalten. Sie saßen in bequemen Kindersitzen, die wir hier behalten können, aber sie blieben wach und sangen…. „What does the fox say?“ In Corona del Mar wurden wir von Oma und Opa der Jungs mit Fisch, Kartoffeln und Melone begrüßt.

Unser ganzer Amerika-Traum begann ja damit, dass wir die Serie „O.C. California“ von meinen Schwestern empfohlen bekamen und guckten. Ihr kennt die Geschichte. Was ich damit sagen will: Wir sind jetzt GENAU DA, wo die Serie spielt, bzw. gedreht wurde.

Der Abend unserer Anreise warf uns schon um – am nächsten Tag, bei Helligkeit, wurden wir noch mehr geflasht. Ein Haus, neben dem Palmen stehen und von dessen Balkon aus man das Meer sieht, hat in jedem Land so seinen Reiz. Die Gewissheit, dass das hier aber Amerika, Kalifornien, Pazifik ist, gibt uns ein gutes Gefühl. Nach dem Frühstück gingen wir ans Meer. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich fror. Es war bedeckt und kalt. Es tat gut, atmen zu können und nicht bei jedem Schritt zu schwitzen, aber irgendwie wollte ich in Kalifornien nicht frieren!

Viele Familien und Schulklassen waren am und im Meer. Wir sahen an ihnen, dass wir nicht weit von Mexiko waren. Nachdem die ersten Hosenbeine von unberechenbaren Wellen durchnäßt wurden, spazierten wir ein Stückchen am Strand entlang. Wir entdeckten neue Algen und neue Tiere. Erd-Eichhörnchen oder so. Von einer Plattform sahen wir aufs Meer, leider ohne einen Wal oder einen Delphin zu sichten. Das wäre noch der Knaller gewesen.

Jede Pflanze, jeder Kaktus, jedes Blümchen faszinierte mich. Was hier alles wächst! Ein Garten hatte sogar eine Thymian-Hecke. Die Gegend erinnert an Südfrankreich und die Architektur ist so interessant. Auf Baustellen sieht man, dass jedes Haus eigentlich nur aus einem „einfachen“ Brettergerüst besteht. Die Fassade wird dann entsprechend gemauert, gemalt, bebaut oder so. Die Bauweise ist wahrscheinlich Erdbeben-freundlich. Dank der Freundlichkeit der bestimmt wohlhabenden Leute hier, kommt man schnell ins Gespräch. Man redet einfach. Über das Meer, über die Kinder.. das geht ganz schnell. Und fast alle haben irgendeinen Bezug zu Deutschland. „Meine Tochter ist in Düsseldorf geboren.“ – „Mein Bruder wohnt in Lübeck.“ Die Augen der einen Nachbarin leuchteten auf, als ich ihr sagte, dass wir aus Berlin kämen. Sie liebt Berlin! Und sie kann sich gar nicht vorstellen, dass ich es hier traumhaft finde – Berlin sei doch viel sauberer! Äh. Hallo??

Nach der Strand-Wanderung setzten wir uns ins Auto, um bei IKEA Mittag zu essen. Das musste einfach sein. Und: Zum ersten Mal schmeckte ein Gericht mit gleichem Namen auch so, wie zuhause – ein Laden mit gleichem Namen sah auch genauso aus, wie zuhause. Die Köttbullar mit Preiselbeer-Soße schmeckte wie zuhause und auch das Möbelhaus sah sehr ähnlich aus. Die Wohnungen waren schwedisch, nicht amerikanisch. Vielleicht waren die Kühlschränke ein bißchen größer… Ich habe wirklich für einen Moment vergessen, dass ich nicht in Tempelhof bin. Wir kamen auf die wunderbare Idee, uns im Schwedenshop mit Lebensmitteln einzudecken. Brotbackmischung, Kekse, Schokocreme… Falls mich das Heimweh also überkommt, wisst ihr, wo ich sein werde.

Im Anschluss daran machten wir uns auf den Weg, um unser zukünftiges Apartment zu besichtigen. Von aussen. Scheinbar ist es noch ein paar Tage bewohnt. Die Gegend kam mir nicht bekannt vor, obwohl ich auf Google schon ein paarmal danach gesucht hatte. Weil wir in dieser Ecke ja mehrere Monate verbringen würden, sahen wir sie uns ein bißchen genauer an – und ich war ausser mir vor Freude. Die Häuser (mit Gärten und Balkon) gefielen mir so gut. Bananenpflanzen und Palmen, wohin das Auge blickt. Aussicht auf entfernte Berge. Ein Spielplatz in der Nähe. Blocks zum Joggen. Ein Einkaufs-Platz zu Fuß zu erreichen – mit allem, was das Herz begehrt. Ein Einrichtungs-Laden. Blumenläden. Shops, in denen man Cupcakes, Frozen Yogurt oder Mittag kaufen kann. Starbucks. (=guter Kaffee) Sogar der Laden, der uns immer wieder zwecks gesunder und preiswerter Ernährung empfohlen wurde. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie glücklich ich war und wie schwer es mir fällt, den letzten Umzug abzuwarten. Und als ich so mit den schlafenden Kindern im Auto wartete, während Mann und Schwiegereltern einkauften, habe ich mich gefragt, wie es wohl wäre, für immer hier zu leben…

Keine Angst, Familie und Freunde.
Natürlich sehen wir jetzt alles durch die rosarote Brille und haben noch keinen einzigen Alltags-Tag hier verbracht. Ein Urlaub jagt den nächsten. Aber die Tatsache, dass wir in einem schönen Haus wohnen werden und dass ich das Auto nicht zum Überleben brauchen werde, macht mich sehr glücklich. Auf unseren Alltag bin ich sehr gespannt! Noch haben wir kein eigenes Auto, was in Amerika ja unvorstellbar ist. So chillen wir im Haus, am Strand, gehen spazieren oder geocachen.

Heute haben sich meine Schwiegereltern verabschiedet, um ihren Roadtrip über den Yosemite-Nationalpark nach San Francisco zu beginnen. Und heute strahlt die Sonne klar von einem hellblauen Himmel. Es ist kein bißchen drückend, statt dessen weht eine frische Brise vom Pazifik zu uns herüber. Wir haben am Morgen schon mit meinen Eltern und mit der Cousine der Kinder geskypt, die heute ihren 4. Geburtstag in Florida feiert. Die 9 Stunden Zeitunterschied nach Deutschland sind komisch. Wir haben nicht viel Zeit, in der wir gemeinsam wach sind. Meine Mama hat eine Uhr in der Küche nach unserer Zeit gestellt. Ich finde es noch schwer, in deutscher Zeit zu rechnen. Da geht nichts automatisch, 8:00 Uhr hier = 17:00 Uhr da, sondern immer schön mit den Fingern 9 Stunden weiter zählen.

Es geht uns sehr gut hier. Die eigene Küche zaubert eigenes Essen und es tut so gut, das Leben hier genießen zu dürfen.
Immer wieder stellen wir fest, dass wir nicht hier wären, wenn uns Gott, an den wir glauben, durch unsere Freunde und unsere Kirche in Berlin nicht diese Möglichkeit geschenkt hätte! Welche Mittelklassenfamilie mit nur einem Einkommen und zwei kleinen Kindern landet denn bitte sonst in Kalifornien? Wir sind unendlich dankbar!

(Der zweite Blog-Eintrag mit den Fotos folgt bald)

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