Happy Valentines Day

14. Februar 2019

Früher.. ach, was waren wir jung und verliebt!
Wir konnten die Finger nicht voneinander lassen, haben uns nach den Küssen und dem Körper des anderen gesehnt und Abschiede sind uns so schwer gefallen. Was habe ich geweint, wenn wir uns ein paar Tage nicht sehen konnten. Wir waren uns beide genug. Nur mit dir – mehr brauchten wir nicht.

Wir waren jeweils der erste Partner für den anderen und haben die Liebe und das Leben zusammen entdeckt. „Wenn wir mal Kinder haben,“ haben wir immer gesagt und uns angestrahlt, „wenn wir mal Kinder haben, wird unsere Liebe immer an erster Stelle stehen! Immer. Bei jeder Begrüßung und bei jedem Abschied werden wir uns küssen. Erst wir, dann die Kinder. Alte Ehepaare leben sich auseinander? Liebe soll Arbeit sein? Das passiert uns nicht! Unsere Liebe wird für immer halten! Nur mit dir.“ 

Und dann kamen die Kinder. In unser Leben. Und in unser Bett.

Neue Aufgaben. Andere Schlafenszeiten. Mehr Wachzeiten. Und Wäscheberge. Und vergessene volle Waschmaschinen. Und matschige Fingerabdrücke an den Möbeln. Und überall. Und umgekippte Saft-Becher. Und Kinderarzt-Termine. Und volle Spülmaschinen. Und Babybrei-Rezepte. Und neue Verabredungen. Und das Manduca-Schaukeln, bis die Knie knacken.

„Du bist dran mit Wickeln. Stellst du noch die Papiertonne raus? Es ist 21.45 Uhr – du hast 15 Minuten, um einen neuen Nuckel zu kaufen, ich finde keinen mehr. Die Bodys sind schon wieder zu klein! Kannst du noch Dentinox mitbringen? Ich wollte doch… oh, vergessen. LEISE, das Baby schläft!!“

Und da sind wir. Beide.
Mit drei Kindern.
Und jede Menge Liebe.

„Die Liebe steht immer an erster Stelle!“

Aber, ach komm.. wir sind fast 12 Jahre verheiratet, da muss man jetzt auch nicht mehr immer Händchen halten. Und die Zeit für Dates ist eh knapp. Filmabend in Jogginghose auf der Couch passt auch. Ein Kuss am Hochzeitstag reicht. Und Blumen? Kann man sich doch selbst kaufen. Sooo romantisch muss es jetzt auch nicht sein. Wir wissen doch, dass wir uns lieben.

Oder?

Wir lieben uns. Sehr.
Es gibt feste Umarmungen in der Küche – bis sich eins der Kinder zwischen uns drängelt. Es gibt Liebesbotschaften zwischen allen Befehlen und Erinnerungen per SMS. Es gibt verständnisvolles Lächeln nach einer kurzen Nacht. Es gibt den einen Kaffee am Morgen, den wir gemeinsam trinken. Wir haben uns nicht auseinander gelebt. Noch immer würden wir die Zweisamkeit der Einsamkeit vorziehen. Den zärtlichen Klaps auf den Hintern gibt es noch. Auch das verschwörerische Zwinkern. Das Lachen über Witze, die nur wir verstehen. Das Kribbeln, wenn wir uns nach einer Dienstreise wiedersehen.

Aber ja.. der Alltag ist auch noch da.
Groß. Und Laut. Und er macht keine Pause.
„Zusammen ins Bett gehen“ ist weniger ein knisterndes Abenteuer, eher ein herrlicher Traum. Schlaaafen! Was war nochmal dieses „Durchschlafen“, von dem alle reden?

Wenn wir nicht aufpassen, ändert sich ganz schnell der Ton, in dem wir miteinander reden. Wie wir uns ansehen, ob wir uns ansehen. Die Zeit, die wir uns nehmen. „Harte Arbeit“ ist es nicht, aber dieses Knistern, das verliebt-sein, das Abenteuer – es flutscht uns schnell weg.

Vor ein paar Tagen haben wir uns daran erinnert, dass wir uns zu jedem Abschied und zu jeder Begrüßung einen Kuss geben wollten. Es ist eingeschlafen. Wir haben es vergessen.
Und Jahre sind seit dem vergangen!! Wie hätten wir darüber gelacht, wenn uns das jemand gesagt hätte!

Und stellt euch vor:
Wir kriegen es nicht hin!
Wir vergessen es. Uns zu küssen!
Wir amüsieren uns darüber – und probieren es weiter.

Ein paar Tipps und Ideen von uns:

Humor ist uns sehr wichtig. Wir lachen viel lieber, als wir streiten, Miteinander. Übereinander. Mit den Kindern. Über Filme. Über Situations-Komik. Über den Alltag. Über Witze. Lachen macht glücklich und es befreit und ist ansteckend.

Achtung. Ich achte meinen Mann. Ich erzähle anderen nicht, was mich an ihm nervt. Ich rede nicht schlecht über ihn. Ich verbreite seine Schwächen nicht. Ich achte auf seine Wünsche und Bitten.

Auszeiten. Ehe-Dates sind wichtig. Immer. Jede kurze Minute nutzen wir. Ein kurzer Gang zum Einkaufen, Hand in Hand, wenn jemand bei den Kindern ist. Nach einem Elternabend gehen wir gern spazieren oder trinken irgendwo einen Kaffee. Nach dem Mittagessen einfach noch länger sitzen bleiben und Zweisamkeit genießen. Oder auch mal ein Vormittag. Oder ein Wochenende. Nur kurz. Nur wir. Auftanken.

Augenkontakt. Immer mal wieder. Das geht auch im größten Trubel. Sich gegenüber sitzen. Schweigen und Lächeln. Fühlen, was der andere denkt. Ich bin genauso müde wie du!

Leben teilen. Wie geht es dir? Was machst du heute so? Was beschäftigt dich grad? Soll ich dir vom Lehrer-Gespräch erzählen? Wie kann ich für dich beten?

Körperkontakt. Berührungen. Umarmungen. Küsse. Massagen. Händchen halten. Streicheln. Fest halten. Über den Kopf streichen. Klaps auf den Po. Auf den Schoss setzen. (Alles, was frisch-verliebte alberne Paare machen, dürfen wir auch!)

Schönheit. Ich trage diese Jacke, weil er sie mag. Ich benutze den Duft unserer Hochzeitsreise. Ich achte auf mein Aussehen, weil ich ihm gefallen möchte. Ich frage ihn, ob mir diese Ohrringe stehen. Ich glaube, er denkt eher: „Ich hab dir doch gesagt, dass ich dich schön finde. Und das bleibt auch so!“ Und die inneren Werte zählen sowieso. Aber ich möchte ihm und auch mir gefallen. Ich möchte mich für ihn schön machen. Ich möchte nicht langweilig sein.

Anerkennung. Wer wird nicht gern bewundert? Und erst Recht von der Person, die dich am besten kennt – die alle deine Macken kennt. Mit einfachen Worten kann man so viel sagen:
Du machst das echt toll. Wow, guckt mal, was Papa kann! Ich fand das heute so gut, wie du das gemacht hast. Ich bewundere dich dafür. Das kriegt nicht jeder so gut hin. Niemand kann das so schnell wie du. Du bist ein guter Vater! Dafür liebe ich dich.

Sich selbst zurück stellen. „Wenn er zuerst das macht, dann mache ich es auch. Wenn er mich überrascht, denke ich mir auch was aus. Wenn er aufräumt, helfe ich mit. Wenn er erstmal anfangen würde, wieder Liebesbriefe zu schreiben, dann würde ich das ja auch machen. Solange er sich nicht um die Rechnungen kümmert, mache ich das auch nicht.“
Die Kunst und Schwierigkeit ist, selbst den ersten Schritt zu machen.
Die Entscheidung zu treffen und zu vertrauen und zu glauben, dass er andere auch so denkt.

Unterstützung. Jeder hat seinen Alltag. Und sein Päckchen. Und seine Sorgen. Und seine to-do’s. Aber ein kleines: Wie kann ich dir helfen? Was wünschst du dir von mir? Komm, ich mach das heute mal für dich. – kann einen großen Unterschied machen.

Erinnern. Zusammen Fotos angucken, auch mit Kindern. Das macht so Spaß und ich werde jedesmal sehr glücklich. Alte Briefe lesen. Frühere Lieblings-Orte besuchen. Weißt du noch? Besondere Daten feiern. Sich ganz in diesem „Was wir schon alles erlebt haben!“ fallen lassen.

In manchen Dingen sind wir gut. Einiges kann er besser, anderes ich. Manches fällt uns schwer. Perfekt sind wir nicht. Aber wir üben. Es ist uns wichtig. Wir sind uns wichtig.

Ich persönlich finde den Satz „Ehe ist Arbeit.“ nicht schön. Liebe kommt aus dem Herzen. Gefühle kann man nicht machen. Ich möchte die Beziehung mit meinem liebsten Mann nicht mit Anstrengung verbinden.

Sagen wir: Es kostet manchmal Kraft.

Meinen Mann zu unterstützen und zu bewundern, wenn ich selbst so gern eine Pause (plus Lobeshymnen) hätte, kostet manchmal Kraft.

Ihn wichtiger zu finden, als mich, kostet manchmal Kraft.

Das Gute in ihm zu sehen, wenn mir sein Verhalten auf die Nerven geht, kostet manchmal Kraft.

Ihn wieder und wieder auf Dienstreisen ziehen zu lassen, kostet manchmal Kraft.

Die Küche aufzuräumen, nachdem er gekocht hat, kostet manchmal Kraft.

Die Kinder jeden Morgen zu bringen, damit er länger schlafen kann, kostet manchmal Kraft.

Aber ich entscheide mich dafür.
Weil ich es so möchte.
Für uns.
Für ein Miteinander.
Für die Liebe.

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