1000 Fragen an dich selbst – Teil 15

Gerade sitze ich im Reisebus nach Dresden und genieße die Ruhe, von irgendeinem Schnarchen mal abgesehen, und ich genieße die Zeit. Und dass mir mal nicht schlecht wird. Ist das auch noch eine Frage? „Wird dir beim Autofahren schlecht?“

Heute beantworte ich die 300. Frage! Vor Teil 15 hätte ich mich gern gedrückt.. die Fragen sehen so schwer aus. Werden wir gleich sehen. Dafür wird Teil 16 dann schöner, denke ich. Ihr seid noch dabei, oder?

Manchmal finde ich es schade, dass mein Blog gerade nur aus 1000 Fragen zu bestehen scheint.. aber andererseits lernt ihr mich und ich mich dabei sehr gut kennen. Langweilig wird es nicht.

281. Malst du oft den Teufel an die Wand?
Abgesehen davon, dass ich mich hüten werde, den Teufel an irgendeine Wand zu malen.. es gab Zeiten, in denen ich ängstlicher war. Interessanterweise als ich frisch verliebt, frisch verheiratet und frisch Mutter war. Ich hatte Angst, mein Glück verlieren zu können und nichts dagegen tun zu können. Jetzt bin ich nicht sorglos, aber optimistisch, zuversichtlich und ruhiger.

282. Was schiebst du zu häufig auf?
Bücher lesen. Gartenarbeit. Kleidung sortieren. Telefonate. Einen Zahnarztbesuch. Irgendwann knallt es dann und ich erledige vieles schnell und mit einem Mal. Aber irgendwas ist immer und manchmal schiebe ich eben.

283. Sind Tiere genauso wichtig wie Menschen?
Für mich nicht. Aber das ist keine einfache Ja/Nein Frage.

284. Bist du dir deiner selbst bewusst?
Ja. Und durch viele unterschiedliche Persönlichkeitstests habe ich im Laufe der Jahre (wie alt und reif das klingt!) immer mehr Verständnis und auch Worte für mich entwickelt. Auch durch diese Fragen hier. Was nicht heißt, dass ich auch immer mit allem an und in mir so zufrieden bin.

285. Was war ein unvergesslicher Tag für dich?
Ich möchte nicht schon wieder mit „Hochzeit“ und „Geburtstag“ antworten. Und ich weiß gar nicht, ob es einen Tag gibt, der mir so von morgens bis abends immer im Gedächtnis bleibt. Eher Momente. Sehr schöne. Und sehr schwere. Ich fand zum Beispiel die Ausreise nach Amerika sehr markant. Oder die Rückkehr. Oder den Tag der Beerdigung von Opa. Der Tag, an dem ich erfuhr, dass das Herz meines Babys in mir nicht mehr schlägt. Emilians Einschulung. Der erste und letzte Tage im Beruf, bei Ausbildungen. Den Mann nach langen Reisen wieder in unsere 8 Arme schließen zu können.

286. Was wagst du dir nicht einzugestehen?
Sollte ich das dann hier schreiben?

287. Bei welcher Filmszenen musstest du weinen?
Ach, geht das um eine?? Ich weiß nicht, ob ich mal richtig geweint habe. Bestimmt bei Pearl Harbour. Aber ich bin sehr schnell bewegt, wenn es um Beziehungen in Filmen geht. Mann – Frau. Mutter – Kinder. Verzeihen. Ehrlichkeit. Menschlichkeit. Liebe. Und, Überraschung: Diese Szene gibt es doch in jedem Film.

288. Welche gute Idee hattest du zuletzt?
Ich bin voller Ideen. Die Kindergeburtstag-Themen waren gut. Die Idee, im September Tulpenzwiebeln zu setzen, war gut, sehen wir jetzt. Zu Googeln, ob es Doulas in Berlin gibt. Spontan nach Dresden zu fahren. Kirschblütenfest zu feiern. Ein Überraschungspaket zu schicken.

289. Welche Geschichten würdest du gern mit der ganzen Welt teilen
www.mamasbusiness.de

290. Verzeihst du anderen Menschen leicht?
Ich kann hart und nachtragend sein, aber wenn ich Ehrlichkeit und Offenheit fühle, reiße ich mich zusammen. Es kommt drauf an, wie tief ich Dinge an mich heran lasse und wie wichtig mir etwas ist. Nein, eigentlich kommt es darauf an, dass ich Verzeihen soll.

291. Was hast du früher in einer Beziehung getan, tust es heut aber nicht mehr?
Haach, ich habe geklammert. Siehe Frage 281. Ich bin immernoch gern 24 Stunden am Tag mit meinem Mann zusammen, aber was muss, das muss.

292. Was hoffst du, nie mehr zu erleben?
Ach, hier ist die Frage. Im letzten Teil bei Frage 263 dachte ich daran.
Schwere Enttäuschungen. Ungewissheit bei Krankheit. Ein Kind in der Menge suchen zu müssen. Ein ungeborenes Baby zu verlieren. Von anderen verunsichert zu werden. Geldsorgen. Und dann noch mehr ungeplante Ausgaben.
Wir müssen gerade jeden Euro dreimal umdrehen, bevor wir ihn ausgeben – und dann geht das Auto kaputt und natürlich ist der Betrag vierstellig… Ich möchte nicht mehr erleben, meinen Mann so leiden zu sehen. Die Fragen zu stellen: Wie kann ich meine Familie ernähren? Macht Gott was? Machen wir was falsch?
Wir teilen unsere Leidenschaft und Berufung und wir glauben, dass Gott uns versorgt. Aber der Glaube wird manchmal sehr auf die Probe gestellt.

293. Gilt für dich das Motto „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß!“?
Ich glaub schon. Was macht man sich manchmal für unnütze Sorgen und Gedanken – anstatt einmal zu fragen und das Ding zu klären und es dann zu lassen. Ich würde manchmal gern mehr von meinem Mann erfahren. Aber ihm geht es um Ruhe, ums Zuhören und um ehrliche gute Fragen. Und wenn ich mir dafür keine Zeit nehme, bekomme ich eben keine Antworten. Weil ich ihm in einem Satz erzähle, welche Hausaufgabe Emilian hat, wer wieder schwanger ist und was wir für den Himmelfahrts-Tag planen, heißt das nicht, dass er das auch macht. Und kann. Außerdem weiß er um mein schnelles Mundwerk und mein schnelles Denken und erzählt mir aus bestimmten Gründen nicht alles. Zur Sicherheit für mich und andere. Manchmal denke ich, dass es ihm ja helfen könnte, wenn er Sorgen mit mir teilen würde. Dann schätze ich aber andererseits, dass er Sorgen bei sich behält, um mich zu schützen.

294. Wie wichtig ist bei deinen Entscheidungen die Meinung anderer?
Bei der Entscheidung zur Doula-Weiterbildung war ich tief in mir sicher, aber doch unsicher. Ich brauchte die Meinung einiger Freundinnen, um das gut entscheiden zu können.
Oft frage ich meinen Mann und schätze seine Meinung. Wenn ich voller Überzeugung bin, brauche ich nur sein „Ja, mach das!“ und was die Welt sagt, ist mir egal. Es kommt auch vor, dass ich ihn überstimme und ganz allein entscheide. Aber eher brauche ich bei Entscheidungen auch die Gedanken anderer zum Denken.

295. Bist du ein Zukunftsträumer oder ein Vergangenheitsträumer?
Nanu. Ich würde sagen, ich bin ein Gegenwartsträumer. Ich lebe im Jetzt. Ich genieße den Moment. Als frische Mama habe ich mich ganz oft dabei wieder gefunden, zu denken: „Ach, war das schön, als er noch..“ und „Ach, wird das schön, wenn er erst..“ Und was war eigentlich schön? Genau! Dass er gerade…
Ich hänge natürlich mit meinem Herzen in der Vergangenheit. Ich liebe es, mit den Kindern „Weißt du noch?“ zu spielen. Da kommen so viele Erinnerungen. Und wir feiern das. Unsere Zukunft ist nicht direkt ungewiss, aber auch nicht fest geplant. Ich plane und fiebere nicht gern über die Maßen auf etwas hin, weil die lange lange Vorfreude den eigentlichen Moment unecht machen kann.
Macht das Sinn? Ich habe darüber noch nie nachgedacht. Aber jetzt, im Bus, inzwischen auf der Rückfahrt nach Berlin, fühlt sich das für mich so richtig an.

296. Nimmst du eine Konfrontation leicht an?
Nein, gar nicht. Ich winde mich wie ein Wurm und würde alles tun, um zu verschwinden. Oft ist es nicht schlimm und ich habe keine schlechten Erfahrungen gemacht. Aber ich mag es einfach nicht. Bitte, liebe Kinder, guckt euch das bei Papa ab. Der kann freundlich, aber bestimmt konfrontieren – so gut, wie niemand sonst.

297. In welchen Punkten unterscheidest du dich von deiner Mutter?
Die Frage 8, worin ich ihr ähnlich bin, war leichter. Ich denke, früher als junge Mutter war sie viel ruhiger und geduldiger, als ich es bin. Jetzt bin ich allerdings entspannter in einigen Dingen. Das kann aber auch am Alter und an den Umständen liegen. Sie ist viel fleißiger. Sie telefoniert öfter und gerne. Ich winde mich genauso, wenn ich telefonieren muss. Sie tritt mutiger und bestimmter auf. Das war vielleicht nicht immer so und ich hoffe, das lerne ich noch besser. (Mir fallen immer wieder kleine Dinge ein, die wir ähnlich machen) Sie denkt mehr an andere, als an sich selbst.

298. Wo bist du am liebsten?
Das hört sich so an, als dürfte das nur ein Ort sein. Ähm… nein, kann ich nicht. Mir fallen so viele Plätze ein. Und dann denke ich „Heißt am liebsten, dass ich da oft bin?“, „Heißt das, dass ich da schnell hinkommen können muss?“
Also, ich sitze sehr gern und sehr oft auf unserer Terrasse. Da sind die Kinder, da ist es grün und da sehe ich keinen Haushalt. Ich bin gern am Wasser. Am Wannsee. An der Ostsee. Weite und Meer. Sonne. In Kalifornien wäre mein „Am liebsten!“ in Laguna Beach gewesen. Sagen wir mal: Am liebsten bin ich draußen!

299. Wirst du vom anderen Geschlecht genug beachtet?
Nicht zu viel und nicht zu wenig.

300. Was ist dein Lieblingsdessert?
Cheesecake. Eiskaffee. Tiramisu. After Eight Eis. Erdbeeren. 

 

Danke, dass ihr mit lest.
Hier findet ihr meine Antworten der letzten Wochen.

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Comments

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