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Dankbarkeit zu Weihnachten

Weihnachten ist vorbei!
Dieses schöne Fest, auf das wir so lange gewartet haben, liegt schon wieder hinter uns.
Wir genießen die ruhigen Ferientage, wir werden gesund und probieren neue Geschenke aus. So eine schöne, entspannte Zeit, in der Uhrzeit und Wochentag völlig egal sind.

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Unsere Geschenke lagen schon ab dem 22. Dezember unter dem Baum. Ich hatte immer mal wieder etwas für die Kinder gekauft, rechtzeitig alles verpackt und die geheime Tüte wurde voller und voller..

Als dann jedoch die Geschenke unter unserem Weihnachts…busch lagen, erschrak ich, wie klein und verloren sie dort aussahen. Und mich überkam ein schlechtes Gewissen.

Ich bin die Mutter, die ihren Kindern keine großen Geschenke kaufen kann.
Ich bin die Mutter, die nur Praktisches schenkt.
Ich bin die Mutter, deren Kinder ihre Geschenke an einer Hand abzählen können.

In solchen Momenten nervt mich das fehlende Geld am allermeisten. Warum haben andere Menschen immer genug Geld? Warum müssen andere Menschen nicht die Geschenke dreimal rumdrehen und sich schweren Herzens entscheiden, die Hälfte doch nicht zu kaufen? Warum muss ich meinen Kindern so oft „Aber wir haben gerade leider nicht genug Geld…“ sagen?

Meine Jungs blättern gern die Spielzeug-Kataloge durch und kreuzen sich Lieblingsspielzeuge an. (Vielleicht sollte ich ihnen die Zeitschriften einfach nicht geben?) Und sie haben Wunschzettel geschrieben oder uns erzählt.. das waren schöne Wünsche kleiner Jungen.

Es gibt da zum Beispiel diese Geschenke, die niemals langweilig werden, die die Kreativität fördern, die sich gut teilen lassen und die hundert Jahre halten. LEGO gehört dazu. Oder Holz- oder Magnet-Bausätze. Wunderbar.

Und dann gibt es Geschenke, die zu nichts anderem so richtig passen, die rumfliegen, die laut sind, die kaputt gehen, die nerven und niemand im Leben weiter bringen, die zerbrechen und irgendwann im Müll landen.
Mögen diese Dinge noch so toll leuchten oder piepsen – oder mögen alle anderen Menschen auf der Welt sie haben – inzwischen kann ich da meinen Kindern ganz gut sagen, dass ich so etwas nicht schenken möchte und warum.
Eine Kindheit, das Kinderzimmer und mein Geld sind mir zu schade für buntes Plastik.

Ich weiß, dass praktische Geschenke, wie Kleidung oder neue Stifte vielleicht mit einem Augenrollen oder einem schüchternen „Danke?“ entgegengenommen werden, aber eigentlich auch gut ankommen und geliebt werden. Und ich als Mama werde immer Bücher schenken. Bücher sind toll!

Glücklicherweise gibt es dann noch die Verwandschaft, die Weihnachtspakete schickt und Wünsche erfüllt – und natürlich sind die Kinder am Ende der Feiertage immer überfüllt und satt und glücklich.

Nur.. als ich da unser Weihnachtshäufchen sah, war ich etwas angespannt, was unseren Weihnachtsabend zu fünft betraf.

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Und dann war es so schön!

Die Aufregung der Kinder hielt sich kaum noch in ihren kleinen Körpern, als wir uns nach dem Gottesdienst um 18:00 Uhr an den Tisch setzten, um Kartoffelsalat mit Würstchen zu essen.

Durch die Glastür schimmerte das Licht des Weihnachtsbaumes in die Küche und alles war so feierlich.

Gemeinsam gingen wir ins Wohnzimmer und setzten uns auf die Couch. Wir hörten ein klassisches Stück, was auch schon zu meiner Kindheit immer den Heiligen Abend eingeläutet hatte. Emilian ließ zwar ein kleines „Echt jetzt??“ hören, aber die 4 Minuten Stille und knisternde Aufregung hielten wir aus.

Während mein Mann dann die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vorlas, merkte ich, dass Jaris Windel übervoll war und bereits auslief.
Ganz un-feierlich also legte ich ihn auf den Teppich, wickelte ihn, zog ihn komplett neu an und – wie auch in der echten Weihnachtsgeschichte – brachte ein Baby den Plan durcheinander. Als mein Mann fragte, ob einer von ihnen noch beten und Jesus zum Geburtstag gratulieren wollte, konnte ich kaum glauben, dass beide Jungs das dann mit ganz lieben Worten taten.

Dann war es endlich soweit und die Jungs durften ihre Geschenke auspacken. Und sie jubelten, sie waren so dankbar und zufrieden. Ein- oder zweimal sagten sie tatsächlich: „Das hab ich mir schon immer gewünscht!“
Selbst ein Pullover wurde gelobt – und ich weiß nicht, ob sie das schon mir zuliebe taten.

Jari durfte zur Feier des Tages ein halbes Gummibärchen lutschen und unser Glück teilend tapste er fröhlich schmatzend um uns herum.

Und dann ist es so, wie es bei uns an Weihnachten wahrscheinlich immer sein wird. In einem kurzen, heftigen Sturm werden die Geschenke ausgepackt und bejubelt – und dann sitzen sie über ihren LEGO-Paketen und bauen. Und es tritt Stille ein. Lange Stille.

Der Abend verlief glücklich und ruhig – und ich war dankbar über ihre Dankbarkeit.
Zwischen meinen Gedanken „Weniger ist mehr! Und unser Haus ist viel zu voll!“ – und – „Aber ich schenke ihnen doch so gern etwas!“ habe ich wahrscheinlich eine gute Mitte getroffen.

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Den 25. Dezember verbrachten wir mit der Familie meines Mannes und am späten Nachmittag fuhren wir weiter zu meiner Familie. Die Geschenke ließen wir unter dem Baum liegen. Gestern kamen wir spät abends nachhause – und heute, endlich!, durften die Jungs einfach sein und spielen.

Wir haben neue Bücher vorgelesen, LEGO gebaut, das neue Spiel „Spinderella“ gespielt und Emilian ist für mehrere Stunden in seine fast zu spannende Hörspielbox vom „Schlunz“ versunken.

Ich habe zwei ganz tolle neue Backbücher bekommen und nachdem wir eine Reihe sehr spezieller Zutaten besorgt hatten, traute ich mich heute an das erste Rezept.
Ich werde in Zukunft sehr viel leckeres Zeug backen. Und ich werde die „Back-Challenge“, die ich vor Jahren mal großzügig angekündigt hatte (Alle Bücher durch-backen), wohl nicht schaffen. Und ich werde nicht mehr sagen können, was jetzt genau mein Lieblingsrezept ist.

Vor uns liegen jetzt noch mehr ruhige Tage.

Ich freue mich darauf, unseren Jahresrückblick für den Blog zu schreiben, wir besuchen meine Oma, wir werden im Spätherbst Winterwetter spazieren und zum zweiten Mal so richtig mit Kindern Silvester feiern!

Ich bin so dankbar, dass meine Kinder dankbar sind – und Dankbarkeit zeigen können. Ich bin glücklich, dass sie kaum Ansprüche haben, sich nicht mit anderen vergleichen. Dass sie teilen und sich mitfreuen können. Dass sie verstanden haben, was unser aller größtes Geschenk an Weihnachten ist!

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Neue Kindersprüche

Wenn ich schon wegen des Sommerwetters keine großen Berichte schreibe, kann ich wenigstens mal  Kindersprüche veröffentlichen. Oder?

Es geht uns nämlich gut. Sommer, Sonne, Sonnenschein – und wir sind draußen. Britzer Garten, Wasserspielplatz, Wannsee, Gartensprenger – die schönsten Tage und die besten Kindheitserinnerungen.

Nun also zu den Kindersprüchen:

* Wir sind kurz vor dem Abendbrot. Ich brauche Essen und schiebe mir heimlich eine Schokoladenkugel aus dem Kühlschrank in den Mund. Liam sieht doch, dass ich kaue und ruft: „Heee, du fresst ja schon!“

* Zum Geburtstag meines Bruders schreiben wir auf eine Karte, was wir toll an ihm finden.
Wir fragen Emilian: „Was magst du am meisten?“
Und sofort kommt die Antwort: „Seine Frau!“

* Die beiden Großen lieben Jari über alles und er lässt sich so gut von ihnen beruhigen.
Emilian sagt dann sowas wie: „Gaaaaanz ruhig, Jari. Aaaaaaalles ist gut. Du hast gaaaar keinen Grund zum Weinen.“
Und Liam so: „Jari! Was ist denn passiert? Mama kommt gleich wieder. Sie ist nicht gestorben!“

* Liam überrascht uns mal mit so Sätzen wie: „Mal sehen, ob ich wenn ich groß bin, wirklich eine Frau werde. Ich will nämlich lieber ein Mann werden. Was können denn Männer besser als Frauen?“
Oder er sagt: „Wird Jari ein Mädchen oder ein Junge? Werden wir ja dann sehen! Heute sieht er aus wie ein Mädchen…“
Und da stellten wir fest, dass er… naja, nicht wirklich den Unterschied zwischen Jungs und Mädels kennt. Woher auch, vielleicht.
Wir fragten ihn, ob er beim Schwimmen in der Kita … naja, mal die Mädchen gesehen hätte. Und er sagte sowas wie: „Ich kann nicht die ganze Zeit nach unten gucken, dann laufe ich doch gegen eine Wand!“
Liam ist so cool. Er hat viele gute große Gedanken – und ist dann aber einfach auch wieder Kind.

* Nach seinem ersten Schwimmkurs hat Emilian ja eine Email an die Familie geschrieben. Ich hab sie euch hier aufgeschrieben. Als die ersten Verwandten zurückschreiben, rufe ich Emilian zu: „Du hast eine Antwort bekommen!“
Und er sagte: „Auf welche Frage denn?“

* Als Liam die U9 bevor steht, sage ich ihm, das sei ein Test, ob er 5 werden kann. Er ist so aufgeregt und übt sowas wie auf-einem-Bein-hüpfen und so. Ganz anders als Emilian geht er mit der Arzthelferin mit und machte seine Übungen.
Nach der Untersuchung sagt er gleich zu mir: „Ich hab alles richtig gut gemacht. Was, wenn ich nicht 5 werden kann?“
Er war sehr glücklich, dass er dann seinen 5. Geburtstag feiern konnte.

* Und wieder einmal macht sich Liam so seine Gedanken:
„Warum hat Emilian so viel Angst? Ältere müssen doch immer mutig sein. Ich hab keine Angst…. Aber ich will nicht in der längsten Höhle sein. Wenn man da nicht mehr rausfindet, dann hat man ein Problem.“

* Aus einer Babyzeitshrift lese ich von den Wachstumsschüben der Babys vor. Irgendwann hat das Baby beim Weinen Tränen. Irgendwann hat das Baby eine Lieblingsfarbe, die es gern anguckt.
Tage später fragt Liam: „Was ist denn jetzt Jaris Lieblingsfarbe???“

* Wir haben festgestellt, dass Emilian aus vielen T-Shirts rausgewachsen ist. Zu seinem Geburtstag probieren wir mal ein paar alte Schuhe für den Frühling an. Sie passen natürlich kaum noch. Emilian stellt fest: „Das ist ja auch ein Witz, die Schuhe am Geburtstag anzuprobieren, wenn man grade größer wird. Gestern hätten die mir noch gepasst!“

* Wir trinken gerne Brausetabletten mit Vitaminen und erklären dann den Jungs, wozu Calcium, Eisen und Vitamin C gut sind. Liam klettert auf den Schrank, um sich eine Brausetablette zu holen. Er sieht sich die verschiedenen Dosen an und grinst: „Soll ich gesund werden – oder stark???“

* Die Kinder wissen, wenn Mama abends weg ist, ist „Papa-Abend“. Sie dürfen dann bestimmte Sachen machen, von denen ich nichtmal weiss, was es ist… Als Papa dann eines Abends weg geht, läuft Liam in die Küche und sagt: „Oh, heute ist Frauen-Abend! Ich hole uns was Schönes!“

* Emilian hat herausgefunden, dass Jari lacht, wenn er ein gackerndes Geräusch macht. Als der kleine Bruder dann lacht und juchzt, sagt Emilian: „Ich kann gar nicht mehr gackern, so glücklich bin ich!“

* Die Jungs geben sich gegenseitig Aufgaben, die der andere dann erfüllen muss:
Emilian sagt: „Du musst Mama auf den Po küssen!“
Liam sagt: „Nee, das ist mir zu stinkig..“
Emilian: „Die pupst doch nie.“
Liam: „Doch!“

* Nachdem es zur Einschlafzeit lange ruhig im Kinderzimmer war, kommt Liam an.
„Mamaaaa? Ich will nicht immer auf morgen warten.. und alles. Verstehst du das??“

* Die Kinder kriegen ein Gespräch von uns über Verhütung, nächstes Baby, ja oder nein… mit.
Liam ist ganz aufgeregt: „Hast du ein Baby im Bauch? Dann haben wir für jeden eins!“
Er erfährt, dass ich dann zur Kontrolle (nach der Geburt) beim Arzt war und fragt: „Und?? Hat der Arzt gesagt, dass du ein Baby im Bauch hast?“

* Wir bemalen Ostereier. Liam hält ein Ei hoch und ekelt sich: „Überings: Einer hat hier nicht richtig ausgepustet. Ich hab hier Schleim…“

* Ich entdecke im Garten die erste Tulpe und sage: „Guck mal! Da wächst eine Tulpe. Gut, dass du aufgepasst hast, dass Papa die nicht abmäht.“
Emilian gackert: „Haha, oder vielleicht abmuht oder wiehert…“

* Schul-Gespräche. Emilian sagt: „Ich wette, die sind keine Christen. Weil Judo und Ninja ist sowas zum Töten und so..“

* Ich gehe mit Emilian spazieren. Kurz davor hat er gelernt,warum Aprilwetter Aprilwetter heißt – und in diesem Jahr traf das ja ordentlich zu. Er sagt ganz altklug: „Ich trau dem Wetter nicht!“

* Wir stehen in der Küche. Mein Mann hat gern das Licht an – ich aber schalte es am liebsten aus, sobald die Sonne scheint.
Emilian hört von unserer Diskussion, was nun heller und hell genug ist… Er stellt sich unter die Lampe und schimpft: „Kein Vitamin D von der Lampe!“

* Wir reden zusammen über Dankbarkeit.
Papa sagt: „Ich bin dankbar, dass das Fasten vorbei ist!“
Liam sagt: „Da muss ich ja jetzt auf meine Süßigkeiten aufpassen!“

* Wir sprechen über die Bibel-Geschichte zu Pfingsten.
Jesus war in den Himmel zurück gegangen und hatte seinen Jüngern aber den Heiligen Geist zurück gelassen. Jesus ist also überall.
„Auch in der Glasscherbe?“ – fragt Liam.

* Wir haben ein altes Foto von uns beiden gefunden und reden beim Abendbrot darüber, von wann das Foto gewesen sein könnte: „Das war bestimmt vor unserer Hochzeit. Guck mal, du hast noch keinen Bart.“, sage ich.
Und Liam wundert sich: „Hä? Kann man erst einen Bart haben, wenn man verheiratet ist?“

* Ich hole Liam von der Kita ab. Er läuft ein bißchen auf der Strasse und ruft immer wieder: „Ich bin ein Strassenkind!“
Ich merke, dass er dieses Wort gehört hat, aber nicht genau weiß, was es bedeutet. Wir reden darüber und es beschäftigt ihn sehr, dass Strassenkinder Strassenkinder heißen, obwohl sie ja nicht wirklich auf der Strasse leben. Er fragt: „Warum heissen die denn dann nicht Wald-Kind oder Draußen-Kind?“

* Eine Uhr im Flur ist stehen geblieben und mein Mann setzt neue Batterien ein und dreht die Uhrzeiger richtig.
Liam kommt vorbei und fragt: „Häää? Ist heute der Uhr umdrehen Tag?“

* Wir machen den Sprenger im Garten an. Hinter einem Baum ist der Rasen trocken.
Emilian sagt: „So wie Jesus. Der hat sich auch geopfert und die anderen gelassen.“

* Liam sagt: „Mama, die Augen von Jari glänzen, wenn er mit mir redet. Die glänzen wie neu geboren.“

* Jari spuckt zur Zeit viel Milch.
Liam sieht, wie die Milch aus Jaris Mund blubbert. Er sagt: „Da war eine Flutwelle in seinem Mund, aber er hat die Flutwelle wieder runter geschluckt…“

* Jeden Morgen kommt Liam zuerst zu Jari ans Bett, um zu kuscheln.
Er sagt: „Ich hätte auch gern so einen Jari…“

* Wir fahren spät nachhause. Liam sagt im Auto: „Mama, ich habe mal eine Frage: Warum machst du keine Fotos vom Sonnenuntergang?“

 

Immer wieder neu.
Immer wieder schön.

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Gott weiß.

Bis auf eine letzte „Moms Night Out“ am Strand heute Abend ist mein Tag frei.
Der Mann verschwand 5:30 Uhr in Richtung Kirche.
Ich habe den ersten Koffer voll gepackt und zugemacht. Jetzt putze ich die Küche und packe ein, was uns gehört.

Die Nachricht vom abgestürzten Flugzeug erwischte mich nach dem Aufstehen volle Kanne.
Als ich im August meinen Flug nach Deutschland gebucht hatte, konnte ich nicht aufhören, an die tragischen Flugzeug-Unglücke zu denken, die kurz vorher passierten. Meine Gedanken trieben mich fast in den Wahnsinn. Und nun.. eine Woche vor unserem Rückflug ist es wieder passiert. Ich kann nicht gerade behaupten, dass das nichts mit mir macht. – Gott weiß.

Darüber nachzudenken und Fragen zu stellen, macht keinen Sinn.
Wenn keine wuseligen Kinder und keine leeren Koffer hier wären, hätte ich heute alle Berichte und Videos gelesen und gesehen. Ich weiß: Nicht gut!
Und anstatt nur an meine eigene Sicherheit zu denken, möchte ich lieber für Trost und Kraft für die Angehörigen beten. Ich kann mir nicht vorstellen, wie tief sie der Schock getroffen haben muss und wie sehr sich ihr Leben von einer Minute auf die andere verändert hat. – Gott weiß.

Ich KANN es nicht beeinflussen. Unser Flug ist gebucht. Unsere Plätze sind reserviert. Gott hat es in der Hand.
Sowohl das Wetter, als auch die Verfassung des Flugzeugzs, die Entscheidungen des Piloten…
Wie sicher und unsicher das auch sein mag, dass ja eigentlich viel mehr Autounfälle passieren und ich auch jederzeit an Herzstillstand sterben könnte: Wenn wir sicher in Berlin gelandet sind, werde ich vor Erleichterung schweben. – Gott weiß.

Heute Mittag bekam ich die Nachricht, dass eine Mama meiner MOPS-Gruppe ihre Tochter verloren hat. Die Kleine ist am Wochenende am plötzlichen Kindstod verstorben.
In der letzten Woche hat eine gute Freundin völlig unerwartet ihre beiden ungeborenen Zwillings-Nichten verloren.
Es zerbricht mir das Herz.
Wir haben es nicht in der Hand. – Gott weiß.

 

Dieses Auf und Ab meiner Gedanken und Gefühle, dieses sich-ausgeliefert-und-doch-in-Gottes-Hand-gehalten-fühlen und die Tatsache, dass ein persönliches Abenteuer unserer Familie fast vorbei ist, möchte ich nutzen, um Danke zu sagen. Danke Gott!

 

DANKE, …

– für dieses unglaubliche Jahr in Kalifornien!

– dass wir so viel Freude, Bewahrung und Segen in diesem Monaten hier erlebt haben!

– für Schutz bei allen Fahrten, Ausflügen, Unfällen… Momenten, in denen uns keine Gefahr bewusst war.

– dass wir in der meisten Zeit gesund geblieben sind.

– dass keiner von uns hier je zum Arzt musste. Ist das nicht unglaublich!?

– dass Liam bei seinen unzähligen Stürzen gesund geblieben ist!

– dass jede Autofahrt, kurz oder lang, gut ausgegangen ist!

– dass die Kinder beim Spielen bewahrt wurden.

– dass es nur ein paar kurze Schock-Momente mit den Kindern an oder auf der Straße gab, nicht mehr!

– dass wir immer rechtzeitig da waren, wenn Liam im Pool ausgerutscht ist.
(Mein Mann ist gestern in einen Springbrunnen im Einkaufszentrum gesprungen, um ein fremdes, kleines Kind vor dem Ertrinken zu retten. Es kann so schnell gehen!)

– für die vielen Freundschaften, die uns gut getan und weiter gebracht haben und die uns wahrscheinlich ein Leben lang begleiten werden.

– für die „zufälligen“ Entscheidungen und Begegnungen, die ganz genau geplant und geschenkt waren.

– für die beiden Lieblings-Familien, die wir eigentlich auch eher „zufällig“ kennengelernt haben.

– für die vielen Geldgeschenke, die absolut unerwartet und genau zur richtigen Zeit kamen. Immer!

– für sichere Reisen aller unserer Gäste.

– für mehr als deutliche Hinweise, dass wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren und sind.

– für unsere gesunden Kinder!

– für die Gewissheit, die wir haben, dass alles gut wird!

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** Halbzeit **

Wir gehen jetzt davon aus, dass wir irgendwann Ende März zurück nach Berlin fliegen.
Noch weiß keiner nichts genaues… aber erstmal ist das der Plan.

Das bedeutet: Halbzeit!
Wow.

In meinem Kopf schwirrt es zwischen:
„Wir waren schon 5 Monate hier???“
„So lange ist es noch, bis wir wieder nachhause kommen?“
„Wie viel in dieser kurzen Zeit passiert ist!“
„Ab jetzt werden es immer weniger Tage hier…“ (Als ob das nicht schon von Anfang an so war…)

Gestern war es zum allerersten Mal richtig kalt hier! (Unter 20°C…)
Es war grau, bewölkt und am Abend hat es sehr geregnet. Zum zweiten Mal in 5 Monaten.
Ich war erschrocken, wie deprimiert und müde mich dieser eine wolkige Tag gemacht hat! Jeder weiß, dass die Monate November – Februar nicht zu meinen liebsten gehören.. aber hier sollte ich doch weit entfernt davon sein…

Heute stellten mein Mann und ich fest, dass uns zum ersten Mal so richtig sowas wie Heimweh überfallen hat.
Liegt es am November?
An der Weihnachtsstimmung, die schon herrscht und die ohne Familie schwer ist?
Liegt es daran, dass uns 5 und nochmal 5 Monate jetzt doch lang vorkommen?
Liegt es an den Menschen, die wir wirklich lang nicht gesehen haben?

Inzwischen scheint die Sonne wieder und in der nächsten Woche sollen es wieder bis 30°C werden.
Wir erwarten eine nächste Besucherin und hatten heute einen richtig schönen Familien-Samstag.

 

Der Balloon im Great Park Irvine

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Das sind meine Halbzeit-Gedanken:

 

* Jetzt, wo es hier langsam nichts Neues mehr gibt, fange ich an, Deutschland mehr zu vermissen.

* Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich das Leben wieder mit weniger Sonne aushalten soll!

* Wenn ich eine Waage hätte, würde ich wissen, ob wir in der zweiten Hälfte besser aufpassen sollten…

* Wir hatten bis jetzt 10 Gäste, 7 werden vorraussichtlich noch kommen.

* Nach dem großen Mut, den Liam nach 5 Monaten bewiesen hat, frage ich mich, ob ich für das, was noch kommt, bereit bin…

* Werden wir Emilians Englisch-Kenntnisse noch weiter fördern und dann halten können?

* Werde ich je in meinem Leben wieder so viele (gute) Burger essen?

* Was muss ich in Kalifornien unbedingt noch erleben?

* Ein paar Frauen in meiner Rooted-Gruppe überlegen, einen Botox-Gruppen-Rabatt in Anspruch zu nehmen.
Werde ich dem Schönheitswahn widerstehen können?
(Ich werde mir die Haare nicht blond färben. Aber ins Nagelstudio möchte ich schon noch…)

* Gibt es eigentlich Süßkartoffel-Pommes in Berlin?

* Ich bin dankbar für alle Freunde aus Deutschland, die gespannt verfolgen, was wir so machen.

* Nach 5 Monate habe ich gestern herausgefunden, wofür die zwei unbenutzen Lichtschalter im Wohnzimmer sind.

* Wie sollen wir jemals alles Zeug wieder in unsere Koffer bekommen?

* Werde ich jemals so gut Englisch sprechen können, wie ich gern würde?

* Ein paar Familien und Frauen hier werden mir wirklich fehlen. Werde ich auch fehlen?

* Werden wir den Erwartungen von wem auch immer zuhause entsprechen?

* Wird Liam ohne Windeln zurückkommen?

* Ich werde bestimmt ein paar Tränen verdrücken, wenn die Kinder den ersten Schritt in den Garten, in ihr Kinderzimmer machen…

* Ich hab mich doch so daran gewöhnt, entspannt ein Automatik-Auto zu fahren.

* Ich würde so gern mal wieder einkaufen und dabei alles lesen/verstehen können!

* Überhaupt vermisse ich die Preise von deutschen Lebensmitteln.

* Unser kleines Haus wird uns groß vorkommen!

* Was wird dieses Jahr in Kalifornien mit uns als Familie gemacht haben?

 

Halloween 2014

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Es gibt so viel, auf das ich mich freue und es wird mir schwer fallen, von ein paar Umständen oder Dingen oder Menschen Abschied zu nehmen. So ist das nunmal. Die Zeit bis Weihnachten wird schnell vergehen, weil wir Besuch und viele Termine haben. Weil wir mehr „drin“ sind, werden wir mehr dazugehören, wir werden mehr Leute einladen und kennenlernen.

Am Montag wird eine kleine Familie bei uns zu Gast sein. Der Mann ist Kenianer, er lebt seit 10 Jahren hier und hat eine amerikanische Frau und eine kleine blonde Tochter mit afrikanischen Locken. Die Männer sind Kollegen, wir Frauen kennen uns noch nicht. Auch die Tochter kenne ich nur vom Sehen, meine Jungs kennt sie nicht. Diese Familie war am letzten Wochenende mit meinem Mann in Mexiko und jetzt haben wir sie eingeladen. Seit dem die kleine Tochter (sie ist ungefähr 2) weiß, dass sie uns besucht, sagt sie, sie möchte Schuhe für unsere Kinder kaufen. Kinder erzählen ja viel… aber sie hörte anscheinend nicht mehr auf, davon zu reden. Es war uns unangenehm, als der Vater sagte, er möchte uns gern Geld für Schuhe geben. Wirklich. Denn wenn seine Tochter sowas sagen würde, dann hätte das auch einen Sinn. Und später fiel uns ein, dass wir seit Tagen neue Schuhe für Liam suchen… Komisch, oder? So ist es wohl, wenn Gott für uns sorgt!

 

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