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papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

Mal wieder aus dem Alltag…

* In unserem Bad hängt eine Karte, auf der steht:
„Und am Ende eines Tages sollen deine Füße dreckig, dein Haar zerzaust und deine Augen leuchtend sein.“

Ich freue mich sehr, dass diese Zeit jetzt endlich beginnt!
Die Jungs kommen mittags aus Schule und Kita, ziehen sich die langen Hosen und Socken aus, verschwinden im Garten und sind weg. Ich liebe es!
Sie malen mit Kreide und klettern auf dem Kirschbaum, sie zupfen Unkraut und bekommen dafür eine Belohnung, sie schaukeln, sie schießen Tore, sie gackern, sie streiten, sie schnitzen, sie rennen…
Wenn sie Hunger haben, lassen sie sich mal kurz blicken.

Am Abend werden die Füße gewaschen, es gibt die „Zeckenkontrolle“ und sie sind ruhiger und ausgeglichener nach solchen Tagen. Nur für die Hausaufgaben muss ich mir was einfallen lassen…

* Die Hausaufgaben sind nämlich so ein Problem. Emilian ist intelligent. Er kann gut auswendig lernen. Er liest und schreibt und rechnet gut. Er kann kombinieren und verstehen. Bei ersten Diktaten hat er einzelne Schusselfehler. Er ist nämlich faul. Schreibübungen sind langweilig. Zahlen schreiben reicht dann nach 8 Monaten auch.
Mein Mann sagt, ich darf ihn nicht erinnern – nur helfen, wenn Emilian darum bittet. Zwei Erinnerungen Einträge ins Hausaufgabenheft gab es schon von der Lehrerin. Wir üben das!

* Das unaufgeräumte Kinderzimmer hat mich immer wieder so genervt, gerade weil die Kinder es in den nächsten Monaten wahrscheinlich kaum betreten.
Die großen Spielsachen, wie Duplo/Holzeisenbahn/Autos gibt es ja sowieso immer nur nacheinander. Aber es gibt noch sooo viel Kleinkram! McDonalds-Geschenke, Fussballkarten, kleine Bälle, Überraschungseier-Figuren, Forscher-Utensilien, Würfel, Steine, Bierdeckel, Geld aus anderen Ländern, bla bla bla. Dazwischen übrigens Millionen kleiner Lego-Steinchen.
Gestern hat es mir dann gereicht. Ich habe alles, was nicht Lego ist, in kleine Spielzeugkisten geschmissen und das Regal mit allen diesen Kisten ins Schlafzimmer gestellt. Ist zwar doof fürs Schlafzimmer, aber das Kinderzimmer ist frei!
Nur Bücher und Lego und CDs habe ich ihnen gelassen. Und jetzt sitzen sie da oben, bauen mit tollster Phantasie Lego-Fahrzeuge und hören ein Hörspiel. So soll das sein.
Mein Plan, dass sie nichts aus diesen Kramkisten vermissen werden, geht wahrscheinlich auf und dann kann ich weggeben und wegwerfen!
Ich bin noch lange kein Minimalist und liebe meinen Kram ja auch, aber ich höre, wie das Haus und wir aufatmen, wenn Platz entsteht.

* Emilian hat noch drei Schwimmstunden!
Die ersten Kinder schwimmen bereits ohne Hilfen. Er wird viel Mut und Zuspruch brauchen, um ohne Schwimmhilfe ins tiefe Becken zu rutschen. Ich bin gespannt, wann er für die Seepferdchen-Prüfung bereit ist!

* Jari wurde heute gewogen und er wiegt unglaubliche 4740g! In einer Woche hat er 500g zugenommen. Er trinkt ungefähr 1L am Tag und ist rundum glücklich. In ein paar Tagen machen wir die U4 mit ihm und ich hoffe, dass ein weiterer Besuch beim Osteopathen ihm gut tun wird… vielleicht kann ich wieder stillen!?

* Wie jedes Jahr im Mai tippeln ein paar Ameisen durch unser Haus. Ich bin nicht mehr so nervös und angeekelt, wie in den letzten Jahren und hoffe, dass die Ameisen wie jedes Jahr wieder bald verschwinden.
Und als hätten wir noch nicht genug Aufgaben, wird unsere schöne Buchsbaumhecke vom Buchsbaumzünsler befallen. Hunderte kleine Raupen lassen sich unsere Hecke schmecken, legen nochmal hundert Eier ab und sind fröhlich draussen vor unserem Wohnzimmer unterwegs. Das ist ziemlich eklig und leider ziemlich ausweglos.
Dieses Vieh ist ziemlich neu in Deutschland und hat noch keine Feinde. Wir brauchen entweder ein Wunder – oder eine neue Hecke.

* Wie angekündigt waren wir am Freitag auf einem FamilienMutMach-Event. Es war richtig gut, ich werde bald darüber schreiben. Wir möchten dieses Event in Kürze nach Berlin holen und ich möchte, dass ihr dann unbedingt alle dabei seid!

* Am Samstag bekommen wir Besuch von einem Fotografen!
Mehr verrate ich noch nicht. Ich bin sehr gespannt und werde euch natürlich berichten. Für euch könnte das nämlich auch sehr interessant sein.

* Wir freuen uns über das wunderbare Wetter und können die kommende, schulfreien Tage kaum erwarten!
Zoo, Erdbeerhof, Britzer Garten, Wannsee: Wir sind bald da!

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Die Kindergeburtstage 2017 sind vorbei..

Es ist ruhig – und vor allem sauber bei uns.
Beide Kindergeburtstags-Partys sind wieder einmal überstanden.

Diesen Beitrag hier schrieb ich -ähnlich erschöpft- am 22. März 2016.

Die Jungs schlafen, der Geburtstagstisch biegt sich unter tollen Geschenken und fast alle Spuren sind beseitigt! Der Wohnzimmer-Boden war so dreckig, wie lange nicht mehr. Am Ende haben wir den Tisch abgewischt und alle Krümel und Deko-Reste einfach auf den Boden gefegt. Ein schönes verbotenes Gefühl! Und das Knistern dann im Staubsauger…Ich liebe meinen Staubsauger übrigens!

Ich habe in diesem Jahr für beide Partys nicht meine volle Zeit und Kraft gegeben, aber den Kindern und uns hat es Spaß gemacht – und jetzt ist es vorbei! Einmal Dschungel für Liam und heute Cars für Emilian.

Vorher – Nachher

   

Erstaunlicherweise habe ich nicht viele Cars-Artikel mehr in den Läden gefunden. Ist die Zeit schon vorbei? So habe ich mehr selbst gemacht oder mich am Thema „Auto“ entlang gehangelt.

Dank Pinterest – ich kann es immer wieder sagen – bekam ich schöne Deko- und Spiel-Ideen. Am Ende hatte ich zu viel Essen und zu wenig Bewegungs-Spiele. Wer kann den ahnen, dass eine Horde 5-7jähriger am Ende eines langen Tages keine Tassen anmalen, sondern „Feuer, Wasser, Sturm“ im Garten spielen möchte??

Die Kinder – eine Mischung aus Familie, Schule und Kindergarten – haben sich sehr gut verstanden und es gab weniger emotionalen Stress. Viel glockenhelles Lachen, Rülpsen, uralte Schulwitze und unruhige kleine Popos gab es. Emilian hätte sich am liebsten sofort mit seinen neuen Lego-Packungen zurückgezogen und mit dem Bauen angefangen. Aber er kann mit dem vielen Hin und Her in sich drin schon gut umgehen und war ein guter Gastgeber.

Einen Transformer hat Emilian bekommen. Ich kannte sowas nicht – aber es war der Hit für Emilian und die anderen Jungs. Und meinen Mann.
Auch die Lego Creator-Geschenke sind toll. Immer wieder neu. Und für viele Altersstufen.
Dann gab es ein tolles Forscher-Set und eine Wasserbomben-Füllstation. Damit hätten die Kinder ja am liebsten auch gleich angefangen…
Als Frau und mit vielen Schwestern und so finde ich Lego zwar toll, aber ich dachte, dass Emilian vielleicht nicht so den Wert sehen kann. Ich weiß, dass Mann und Bruder und Schwager mir widersprechen würden und aufhören würden zu atmen, würde ich ihr Kindheits-Lego anrühren… Inzwischen sehe ich aber tatsächlich auch, wie viel Glück es Emilian bereitet, wenn er – noch vor dem Abreißen Öffnen des Geschenkpapieres hören kann, dass sich Lego im Geschenk befindet. Und sowas wie „Das hab ich schon..“ gibt es ja bei Lego auch nicht. Sondern nur Kreativität.
Für Liams Wunschliste habe ich sogar nach Farben sortierte Packungen entdeckt, mit Bau-Ideen! Blau und Grün hat er bekommen. Rosa hab ich mir verkniffen, obwohl es ein sehr schönes rosa ist…

Doch das sollte eigentlich kein Lego-Eintrag werden, sondern ein schneller Geburtstags-Bericht.

Wir haben zum ersten Mal in diesem Jahr den Grill angeschmissen und die Kinder haben sich auf die Würstchen gestürzt. Wenn es etwas wärmer gewesen wäre, hätten wir bestimmt auch die Eltern, die pünktlich um 18:00 Uhr zum Abholen kamen, mit an den Tisch eingeladen. Wir hatten nämlich echt viel! Aber die Kinder hatten schon wieder Hummeln im Hintern und zwei Stunden Pause vor dem ins-Bett-gehen tat meinen Jungs auch gut.

Das war es jetzt also!
Liams Geburtstag wurde am Dienstag in der Kita nachgefeiert. Ein paar kleine Termine mit meinen Geschwistern und Großeltern stehen noch an und wir als Familie werden zusammen unseren Lieblings-Eisladen, der uns an Kalifornien erinnert, besuchen. Gestern nach dem Schwimmen waren wir als Überraschung dort, aber der Laden hatte geschlossen. Wer hat denn dienstags bitte Ruhetag???

Ich finde meine Jungs ganz toll und kann eigentlich nicht glauben, dass sie 5 und 7 Jahre alt sind. Dafür brauche ich noch ein paar Tage. Sie sind so wunderbare Kinder, dankbar und gut gelaunt und ich finde, dass sie tolle Freunde hier haben.

Jari – in der Manduca – hat auch sehr gut mitgemacht.
Er ist jetzt zwei Monate alt!
Und ja: Er sieht genauso aus, wie seine Brüder.

Ich möchte jetzt erstmal keine Listen mehr schreiben.
Ich möchte vormittags mit meinem Kaffee auf der Couch sitzen, Tulpen kaufen, mit den Jungs durch die Sonne spazieren, Pokémon fangen, Blümchen fotografieren und so weiter.
Die Gedanken an das Oster-Fest melden sich schon an, ich werde meinen kleinsten dann Neffen zum ersten Mal sehen, ich suche Geschenk-Ideen für so viele liebe Menschen aus der Familie, die im April Geburtstag haben. Ach ja, und ich hab ja dann wohl auch in zwei Wochen Geburtstag…

Aber jetzt ist erstmal Pause. Und Frühling.

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Liam, das Mittelkind

Ich wollte euch mal was von Liam erzählen.. und das passt doch ganz gut zu seinem Geburtstag.

Als Älteste von vier Kindern habe ich nicht viel Erfahrung mit älteren Geschwistern und Mittelkindern. Ich weiß aber irgendwie, dass die Mittelkinder eher mal untergehen und manchmal eine extra Portion Aufmerksamkeit gut gebrauchen können.
Das sagt Wikipedia dazu:
„Anders als der Erstgeborene müssen sie von Geburt an um die Aufmerksamkeit der Eltern konkurrieren, verlieren aber den Sonderstatus des jüngsten Kindes an das Nesthäkchen mit dessen Geburt.“

Ich weiß aber auch, dass Liam unser Mittelkind ist…
Liam, der von der ersten Minute an lauter, wacher, forscher, stimmungsgeladener, mutiger, testender und einfach mehr da war, als sein großer Bruder Emilian war. Da war keine Konkurrenz.

Weil Emilian eher vorsichtig ist und Liam manchmal nicht zu viel nachdenkt, haben die beiden Brüder sich schnell in der Mitte getroffen uns sich gegenseitig gut getan. Emilian wurde ein bißchen mitgezogen und hatte mit Liam einen mutigen Freund – und Liam hat kaum Blödsinn von seinem großen Bruder gelernt und bewundert ihn bis heute. Ich bin so unglaublich dankbar, für diese Verbundenheit, die genau deswegen da ist. Meine beiden großen Jungs lieben sich. Sie brauchen sich. Und sie sind sich gegenseitig bester Freund und Gegenüber.

So dachte ich also, dass Liam seinen Platz als Mittelkind ganz gut finden wird. Die 5 Jahre Abstand zu Jari würden an der Liebe der Brüder nicht rütteln. Eher wollte ich darauf achten, den ruhigen Großen nicht aus den Augen zu verlieren. Liam verbringt sowieso mehr Zeit mit mir, weil Emilian jeden Tag früher zur Schule geht und meist nach Liam nachhause kommt.

Dann trafen wir uns mit Liams Erzieherinnen zum Entwicklungsgespräch. Sie waren wie immer voll des Lobes über Liam, der sich gut benimmt, ein hilfsbereites, redseliges, liebenswertes Kind ist und sich gut im Kita-Alltag auskennt und einbringt.

Ein paar Tage vor diesem Gespräch hatte sich Liam mit einer Schere ein paar Haarfransen abgeschnitten. Weil ihm das unglaublich unangenehm war, wurde diese Sache kaum besprochen und einfach stehen gelassen.
Wir redeten nun also mit den Erzieherinnen über Liam und sie stellten fest, dass Liam die letzten Monate, in denen sein großer Bruder von Kita zur Schule gewechselt war und in denen ein kleiner Bruder geboren war, sehr gut „verkraftet“ und mitgemacht hatte.
Und plötzlich fiel mir auf, wie sehr! sich das Leben und der Alltag dieses kleinen Kerls in kurzer Zeit verändert hatte! Und wie toll er damit umging und umgeht.
Die Erzieherinnen, selbst Mütter von einmal 4 und einmal 3 Kindern, merkten an, dass dieser Haarschnitt ein kleiner „Schrei nach Aufmerksamkeit“ gewesen sein könnte.
Es ist nicht meine Art, zu jeder Tat eines Kindes gleich einen tieferen Hintergrund als Erklärung zu suchen – Liam war kurz vorher beim Friseur und auch das könnte ein einfacher Grund für seinen Versuch gewesen sein – aber auch als Erzieherin schätze ich die Anregungen der Erzieher und Lehrer meiner Kinder in bestimmten Lebensphasen und so behielt ich diesen Gedanken des „Aufmerksamkeitsschreis“ im Hinterkopf.

Und mit einem kleinem Erschrecken stellte ich fest, dass die viele Aufmerksamkeit, die Liam von uns bekam, tatsächlich nicht immer die positive, bestärkende war. Nicht immer.

Ja, er verbringt täglich vielleicht mehr Zeit als Emilian mit Mama und Papa… Aber Emilian bekommt viel Aufmerksamkeit und Lob, was die Schule und das Lernen und die Hausaufgaben betrifft. Er wird für seine Fortschritte bewundert, er bekommt extra Ruhe für die Schulaufgaben und er erlebt etwas Neues und Aufregendes – weg von der Kita und dem ähnlichen Alltag für beide Jungs.
Und Jari verlangt sowieso gerade Aufmerksamkeit – und bekommt sie auch von allen Seiten.

Liam ist in seiner Liebe zu Jari manchmal etwas stürmisch.
Liam ist manchmal zu laut, wenn Emilian Hausaufgaben machen muss.
Liam ist manchmal verträumt, wenn wir schnell gehen müssen.
Liam hat manchmal einen Rappel und tobt laut über Tisch und Bänke.
Liam muss manchmal einfach laut singen.

Das zu wissen und auf ein Gleichgewicht zu achten, hilft mir sehr!

Liam ist ein sehr liebevoller großer Bruder. Um Jari zu beruhigen, zum Lachen zu bringen, lässt er alles stehen und liegen. Inzwischen kennt Jari ihn und strahlt ihn an – umso besser. Oft legt Liam sich morgens neben Jari ins Bett und erzählt mit ihm.

Liam ist ein sehr bewundernder kleiner Bruder. Er lernt gern mit Emilian mit und lässt sich viel Neues aus der Schule erklären. Er hört den Geschichten aus dem Schulalltag zu und möchte Emilian in nichts nachstehen.

Liam ist ein ganz tolles Kind, ein Vorschulkind! Er hat seine Freunde. Er sagt, was er möchte und nicht möchte. Er ist musikalisch und sportlich und fit und humorvoll und aufmerksam und feinfühlig und liebenswert. Wir lachen so viel mit ihm. Er ist kreativ. Er kann sich gut Dinge merken. Er ist kindlich ehrlich und zutraulich. Er ist so begeisterungsfähig. Er zeigt seine Liebe. Er liebt es, zu singen und auf seinem neuen Schlagzeug zum spielen. Er liebt kleine Spiele wie Uno, Lotti Karotti oder Quartett. Er spielt Rollenspiele und liebt seine Autos oder Flugzeuge, um in deren Welten zu verschwinden.

Er redet und fragt, was er denkt und nachdenkt. Sicher hat Emilian mit 4 oder 5 Jahren auch viel gedacht, er hat es aber nicht so ausgesprochen oder mitgeteilt. Liam hat tiefe, gute Fragen und stellt sie ehrlich. Ausgelacht werden oder nicht verstanden werden kränkt ihn sehr!

Liam stellt Fragen wie:
– „Können Babys im Schlaf sterben? Woher weiß man denn, ob Jari noch lebt, wenn er schläft?“

– „Wird Jari mal ein Junge oder ein Mädchen? Werden wir ja dann sehen… Heute sieht er so aus, wie ein Mädchen.“
(Wir haben das Gespräch mit ihm weitergeführt. Er, der nur Brüder hat, wusste tatsächlich nicht direkt, wie sich Jungen und Mädchen unterscheiden – ausser in der Kleidung. Als wir mal so nachfragten, ob er beim Duschen nach dem Schwimmen mit den Mädchen zusammen war und so, dachte er nach und sagte sowas wie: „Ich kann doch nicht immer nach unten gucken, dann laufe ich ja gegen eine Wand.“)

– „Warum hat Emilian immer so viel Angst? Ältere müssen doch mutig sein.“

Er wechselt schnell zwischen Ernst und Quatsch. Und wenn dann so eine Frage beantwortet ist und Emilian noch lange zuhören und forschen kann und wir zusehen, wie sein Kopf Informationen aufsaugt, dann ist es für Liam aber gut und er summt ein Liedchen und geht seines Weges.

Zur U8 ging er stolz und neugierig mit der Arzthelferin mit. Für ihn war die Untersuchung ein Test, ob er 5 werden darf.
Ich vergleiche ihn nicht mit Emilian, weil sie so unterschiedlich sind. Ich freue mich über seine Neugier und Lebensfreude, seinen Humor und seine Gedanken.

Die herausfordernden Trotz-Phasen haben wir überstanden. Er hat uns ausgetestet und lautstark seine Wünsche mitgeteilt. Schritten wie „Nuckel abgeben“ oder „aufs Töpfchen gehen“ sind wir erst aus dem Weg gegangen, weil Liam ordentlich Theater machen konnte.

Liam hat es genossen, kleiner Bruder zu sein und nun war es toll und wichtig für ihn, großer Bruder zu werden. Er ist jetzt das Mittelkind, aber er wird von vier Personen hier geliebt und gebraucht. Er hat seine speziellen Rituale mit Mama, mit Papa und mit Emilian und Jari.

Liam ist Liam.
Und er ist so ein toller, hübscher, intelligenter Junge.
Nicht „kleiner Bruder von Emilian“ und nicht „großer Bruder von Jari“ – obwohl die Jungs offensichtlich auch als Drillinge durchgehen würden. Die zwei Jahre Unterschied zu Emilian merken wir kaum.

Ich finde es wichtig, darauf zu achten, wie ich mit Liam rede. Er ist sehr feinfühlig für Stimmungen und möchte und darf als großer Junge behandelt werden. Mündliches Lob und direkte Anerkennung tun ihm gut. Ein kleines, aber ernst gemeintes liebes Wort zwischendurch, das ihm zeigt, dass ich ihn sehe, ist so wichtig. Versprechen und Abmachungen einzuhalten sind wichtig für Liam. Spaß und Quatsch und Wortspiele sind wichtig. Einen kleinen ausgedachten Witz von ihm lustig zu finden, ist wichtig. Seine Erzählungen anhören und reagieren, ist wichtig. Mit 5 Jahren möchte er angehört und verstanden werden, nicht im Schatten von den Brüdern stehen.

Ich fand und finde es nicht herausfordernd, alle meine Jungs zu lieben. Jeder von ihnen ist anders und unterschiedlich liebenswert. Aber die gute, ermutigende, fördernde Aufmerksamkeit, die ein Junge von seiner Mama braucht, die möchte ich geben und nicht damit sparen!

Bäm! Da ist Liam!

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Entscheidungen.

Viele Grüße von der Couch!
Ich habe wieder mal einen Abend ohne Mann überstanden. Es lief nicht so nach meinem Plan, aber es war gut.

Und ich merke, dass ich immer entscheiden kann, was sowas mit mir macht. So ein Abend, den ich anders wollte. So ein Baby, das nicht schlafen will. So eine dreckige Küche. So eine fertige Waschmaschine, fällt mir grad ein – ich bin dann mal weg..

Ich gebe meine Sauberkeit und mein Aussehen und meinen Zeitplan nicht ganz auf. Ich lerne von Kind zu Kind mehr, Dinge sein zu lassen und Zeit zu sparen und entspannter zu werden. Aber es gibt Sachen, die müssen einfach sein, die lasse ich mir noch nicht nehmen. Und das ist meine Entscheidung.
Mal ein paar Beispiele aus den letzten Tagen:

Ich könnte genervt auf der Couch neben Jari liegen, ihm ungeduldig über den Rücken streichen und darauf warten, dass er einschläft und ich endlich sauber machen und Abendbrot essen kann… Aber ich hab mich dazu entschieden, ihn mir schnell im Tuch um den Bauch zu wickeln, mit ihm Staub zu saugen, zu wischen und zu essen.

Ich könnte unzufrieden über die „langweilige Wahl“ meiner Kinder mit ihren Faschings-Kostümen sein und könnte daran denken, wie toll wohl andere Kinder aussehen… Aber ich hab mich dazu entschieden, mich an ihrer Freude am Sportler- und Cowboy-sein zu freuen und dankbar für ihre Kreativität zu sein. Und dass ich keine teuren neuen Kostüme kaufen muss.

Ich könnte mich aufregen, dass in Zeiten der finanziellen Unsicherheit natürlich teure Dinge kaputt gehen und bald ersetzt werden müssen… Aber ich hab mich dazu entschieden, abzuwarten, zu vertrauen, dass wir versorgt werden und treu wie Liam für ein neues Auto zu beten.

Ich könnte mich wundern, dass mein Mann und ich eine Stunde nebeneinander her spazieren, ohne ein Wort zu sagen und ich könnte denken, dass irgendwas ist und ich könnte krampfhaft Worte suchen, um irgendetwas zu sagen… Aber ich hab mich dazu entschieden, die vertraute Zweisamkeit zu genießen, die Stille Stille sein zu lassen und mit der frischen Luft und Natur meinen Kopf wieder aufzuräumen.

Ich könnte Emilians Wunsch auf Cake Pops zum Fasching ignorieren und stattdessen schnelle Muffins backen… Aber ich hab mich dazu entschieden, ihm seinen Wunsch zu erfüllen, den Tag freizuhalten und zwischen Stillen und nochmal Stillen und Kinder abholen und Mittag essen eben Cake Pops zu backen, in Schokolade zu tauchen und mit Streuseln zu dekorieren.

Ich könnte so genervt über meine trockenen Hände und ungepflegten Nägel sein (bin ich eigentlich auch) … Aber ich möchte mich dazu entscheiden, mich auf die Zeiten zu freuen, in denen ich wieder Zeit und Ruhe für Nagellack habe und mir bis dahin schön die Hände einzucremen.

Ich könnte meinen fremden weichen Bauch hässlich finden und genervt sein, dass ich nur unschöne Still-BHs tragen kann und noch nicht meinen Sport machen darf… Aber ich hab mich dazu entschieden, geduldig zu sein und mir zu sagen, dass ich erst vor 5 Wochen ein Baby geboren habe und dass die Zeit für Workout kommen wird. Immerhin passen mir meine Hosen von früher und mein Mann findet mich toll.

Ich könnte mich auf Pinterest in schönen Fotos und Rezepten und Frühlingsfarben verlieren… Aber ich hab mich dazu entschieden, erstmal die Rezepte zu backen, die ich noch auf der Liste habe und Neues Stück für Stück zu probieren.

Ich könnte beim Stillen ungeduldig auf der Couch sitzen und dem hinterhertrauern, was ich in den Minuten alles nicht schaffe… Aber ich hab mich dazu entschieden, die Zeit zu nutzen. Zum Lesen, zum Vorlesen, zum Schlafen, zum Baby angucken.

 

Ganz so einfach ist das alles nicht.
Oft erledige ich am Abend ganz viel und entscheide mich dann gegen den Schlaf. Geht nicht immer. Und ich vergesse oft, selbst zu essen und entscheide mich gegen ein paar ruhige Minuten, in denen ich sitze und esse. Geht auch nicht immer.

Aber das sind die ersten Wochen…
Und ich genieße!

Jari wächst, aber noch mussten wir keine Kleidungsstücke aussortieren. Er wird wacher und aufmerksam und grinst immer öfter mal. Er hat weniger Bauchweh, aber ich passe auf, was ich esse. Er schläft gut und viel, jetzt auch immer mehr draussen. Er sieht beiden Brüdern unglaublich ähnlich und wir sind gespannt, was für ein Kind er wird.

Emilian wird eine coole Socke. Er beendet jetzt Sätze so mit „Alter!“, er springt im Schlussprung auf Schränke und Regale, er ist fast zu cool fürs Aufräumen und Hausaufgaben machen und er hat’s voll drauf. Aber er hat ein riesengroßes Herz für seine Brüder. Er ist sehr liebevoll und geduldig, hilfsbereit und fröhlich, er hat einen feinen Humor und ist ein toller Kerl!

Liam ist ein ganz toller Junge. Beim Entwicklungsgespräch mit den Erziehern ist uns so aufgefallen, dass sowohl die Einschulung des großen Bruders, als auch die Geburt des kleinen Bruders etwas mit Liam gemacht haben. Diese Veränderungen prägen ihn. Er genießt es sehr, nicht mehr der Kleine zu sein und versucht doch, mit Emilian mitzuhalten. Er ist nicht so das typische stille Mittelkind, das man vergisst. Er genießt Zeiten alleine, Zeiten alleine mit Mama und Papa und unsere Aufmerksamkeit. Er kann sich sehr gut ausdrücken und überrascht uns mit tiefen Gedanken oder schlauen Zusammenhängen.

In den nächsten Tagen würde ich gern mit den Kindern die Terrasse und den Garten schön machen und endlich die Fenster putzen. Mal sehen, wie wir uns entscheiden…

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Frühlingsgefühle

Wenn es in Richtung Frühling geht, fängt mein Herz zu schlagen an. Ich bekomme neue Energie, neue Kräfte, gute Laune und neue Luft zum Atmen. Naja fast. Aber in jedem Jahr (das kann hier auf dem Blog für die letzten 6 Jahre nachgelesen werden!) liebe ich diese Zeit. Immer wieder!

Und ich nutze mal die paar Stunden Frühling, die wir heute hatten, um fröhlich zu schreiben, wie gut es mir geht. Wenn es nämlich ab morgen tagelang regnen soll, könnte ja meine Laune ganz schnell ganz anders aussehen. Könnte.
Ich wollte nämlich zum Beispiel eben duschen gehen. Jari hatte lange auf meinem Arm geschlafen, während wir Abendbrot gegessen und ich die Kinder ins Bett gebracht hatte. Ich legte ihn auf die Couch zu meinem Mann und ging ins Bad. Die Dusche, die allein schon auf Grund ihrer Seltenheit irgendwie schön und entspannend sein sollte, wurde durch eine SMS aus dem Wohnzimmer unterbrochen bzw. abgekürzt. So saß ich hier mit nassen Haaren auf der Couch und beruhigte den Kleinen.
Aber es geht mir gut, denn wir hatten ja Frühling. Und das war so schön!!

Mein Mann und ich sind heute zusammen im Sonnenschein zur Schule und Kita spaziert und haben die Kinder abgeholt. Wir hatten dann zwei Besucher-Jungs und waren draußen. Ich habe angefangen, Garten und Terrasse aufzuräumen. Ich musste einfach. Jari schlief neben mir zufrieden im Kinderwagen.

Gestern habe ich den Streik der Lehrer in Berlin ausgenutzt und war mit den Jungs im Zoo! Mit allen dreien. Schon allein wegen der Bus- und Bahnfahrt ist das ein Highlight. Wir spazierten durch die Sonne und freuten uns über Pflanzen- und Tierwelt. Während die Elefanten gefüttert wurden, saß ich auf einer Bank in der Sonne und die Kinder warfen kleinen Spatzen Krümel zu. Wir amüsierten uns über Pinguine und Nilpferde und saßen sehnsuchtsvoll am Wellenbecken der kalifornischen Seelöwen. Meine Kinder kennen sich gut aus und nun, da Emilian lesen kann und alle Schilder an den Gehegen neu und kinderfreundlich gestaltet wurden, wird noch mehr Wissen aufgesaugt.
Wir haben jetzt übrigens eine Jahreskarte!
Wer also mit uns einen Tag im Zoo Berlin verbringen möchte: Bitte gerne!

Emilian fotografierte Pinguine

Die frische Luft hat Jari fast den ganzen Tag schlafen lassen. Pause zum Essen und Stillen machten wir im Restaurant und im Affenhaus. Am Abend wurde es schnell kühl und wir wurden müde. Aber das Licht war wunderbar. Bis zum Sonnenuntergang.

Jari nimmt jetzt in größeren Schritten zu und wird immer wacher. Jeden Tag denke ich, er ist kurz davor, einen von uns anzugrinsen. Er guckt so aufmerksam, wenn wir mit ihm reden und kennt unsere Stimmen ganz genau. Dinge wie Wickeln und Umziehen, die er am Anfang gar nicht mochte, hält er jetzt besser aus und genießt die Streicheleinheiten. Ich passe sehr genau auf, was ich esse und seinem Bauch geht es gut damit. Jeder Pups ist ein Glück für uns…

Am Anfang der Woche haben wir ein Pinterest-Projekt umgesetzt, das lange auf meiner Liste stand. Schon in Amerika habe ich dafür Wachsstifte gesammelt… Und es hat funktioniert!

Ich versuche, mich an das Leben mit vier Männern zu gewöhnen. Manchmal setze ich mich durch und manchmal gebe ich auf. Oder sehe weg. Oder gebe nach. Wenn aus den drei Jungs wirklich Männer geworden sind, brauche ich mit meinen Wünschen und Regeln auch nicht mehr anfangen.
Tagsüber lasse ich das Haus, wie es ist und räume hier und da Zeug hin und her. Jeden Tag wird ein bißchen geschafft und die Kinder müssen einfach mithelfen. Ich versuche, die Küche gut sauber zu halten, denn da möchte ich mich wohlfühlen. Dafür hängt die Wäsche tagelang auf der Leine und wartet. Überhaupt landet gerade viel Wäsche im Wäschekorb. Das kann doch nicht nur an Jari liegen…
Die Jungs müssen das lernen. Was kommt jeden Abend in die Wäsche? – Socken zum Beispiel. Was kann zurück in den Schrank und was bleibt für morgen liegen? Wie oft darf ich einen Schlafanzug wechseln und wo lege ich meine Hose hin, damit ich sie am nächsten Tag finde?
Fast jeden Abend sauge ich die untere Etage… am Morgen runterzukommen und einen sauberen Boden zu sehen, mit den Füßen nicht in Streusteinchen zu treten, ist was sehr Schönes!
Den Kampf gegen Staub und dreckige Fenster habe ich inzwischen aufgegeben. Auch die Zahnpasta-Spuren im Waschbecken… egal. Und das Kinderzimmer… puuuh. Wahrscheinlich hätte ich das vor ein paar Jahren nie geglaubt, aber es gibt Schlimmeres.
Und es gibt Wichtigeres. Ein bißchen Gelassenheit ist gar nicht schlecht und durchs Stillen werde ich gerade „gezwungen“, oft einfach nur dazusitzen und da zu sein.

Eine glückliche Mama ist eine bessere Mama.

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