05. Juni 2026
Am 5. eines Monats erzähle ich normalerweise, was wir so den ganzen Tag gemacht haben.
Falls jemand fragt:
„Was macht du eigentlich den ganzen Tag?“
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Heute hat mein Papa Geburtstag!
Es ist Freitag, der Mann ist dran, die Kinder zu wecken, aber die kleine Tochter wird trotzdem jetzt jeden Morgen so ungefähr 7:30 Uhr wach. Sie möchte Kakao trinken und wir gehen nach unten.
Die beiden Großen sind schon in der Schule, der Mann ist beim Sport. Der dritte Sohn hört ein Hörspiel im Wohnzimmer, er muss später zur Schule, denn heute sind die Bundesjugendspiele. Wir frühstücken zusammen und ich schicke ihn zum Bus.
Ich habe einen freien Vormittag, das genieße ich gerade tatsächlich öfter. Aber „frei“ in dem Sinne habe ich nicht. Es gibt immer etwas im Garten, mit der Wäsche, im Haushalt oder für Termine zu tun. Außerdem gibt es eine lange Liste an Dingen, die ich „mal in Ruhe am Handy erledigen will, wenn ich Zeit habe.“
Ich plane wieder eine Midsommar-Feier. Ich möchte Kind 4 bei der Rente zu den Kindererziehunsgzeiten hinzufügen. Das Fotobuch 2025 ist noch nicht gemacht. Ich möchte Karten schreiben. Eine Blog-Kooperation wartet auf Antwort. Die Lehrerin des Sohnes wartet auch noch auf eine Antwort-Mail. Ich könnte Texte fürs MomCo Jahr 26/27 ins Deutsche übersetzen. Die Abschiedsfeier der 10. Klasse wird vorbereitet. Wir planen unseren Sommerurlaub. Die Lehrerin des Drittklässlers schickt auch eine Mail. Ich könnte auch Holunderblüten ernten und Gelee kochen… irgendwas ist immer!
Das Ding ist: Ich weiß, dass das genau so sein muss! Es ist viel, ein „mental load“, wir achten darauf, dass es kein „over load“ wird. Ich bin bewusst als Mama noch zuhause, weil ich es genau so möchte. Es werden ruhigere Zeiten kommen, mit mehr Ordnung, Sauberkeit, Büchern für mich – aber ohne kleine Kinder – und dann werde ich das genießen, aber die anderen Jahre auch vermissen.
Wir haben in dieser Woche unseren 19. Hochzeitstag gefeiert und ich habe das dazu geschrieben:

Das ist das schöne Leben, das wir jetzt leben dürfen…
Heute packe ich eine Geschenke-Tüte für eine Familie aus Kalifornien, die uns nächste Woche besucht. Dann schreibe ich eine Weile mit einer Freundin, die von einem Fasten-Plan sehr begeistert ist. Das will ich jetzt auch mit dem Mann probieren. Ich räume weiter im Garten auf und rupfe Unkraut. Jeden Tag bewundere ich meine Blüten und Knospen – ich liebe das so! Der Regen macht, dass alles richtig schön wächst. Leider ist es auch wieder etwas kälter geworden. Ich habe irgendwie immer eine kurze Hose an, wenn es kalt ist. Sobald ich mir eine lange anziehe, wird es richtig warm.
Die Kleine wuselt fröhlich um mich herum und ist einfach überall dabei. Zwischendurch beschäftigt sie sich gerne mit Tiptoi Büchern. Das macht sie gerne und hört immer und immer wieder die gleichen Texte ab.
Ich bin mal wieder dabei, ihre Kleidung zu sortieren. Sie ist 21 Monate alt und noch immer habe ich kein Kleidungsstück für sie gekauft. Im Gegenteil: Ich merke schon, dass sie schneller wächst, als ich Kleidung ausprobieren kann. Deswegen gucke ich heute mal wieder in den Kisten nach neuen Oberteilen. Sie liebt das ja auch. Ich finde viele Kleider und stelle fest, dass ich ihr viel mehr Kleider anziehen möchte. Im Moment liegen sie alle irgendwie gestapelt im Schrank – da werden sie aber schnell übersehen. Ich frage mal bei Instagram, wo Mädchenkleider so gelagert werden – die meisten antworten: „Wir hängen sie auf!“
Meine großen Kleider hängen natürlich an einer Stange – aber ungefähr 20 Kleidchen in Größe 80-92 hänge ich doch nicht auf… Ich binde eine Schnur durch meine kleine Kleiderkammer und hänge die Kleider mit einer Wäscheklammer auf. Das ist noch nicht optimal und der Platz reicht lange nicht. Als gewohnte Jungsmama muss ich mir da irgendwas überlegen.
Wir essen zu dritt Mittag, denn die Jungs sind alle lange in der Schule. Der Mann packt seinen Koffer, er wird übers Wochenende auf einer Tagung sein. Nach dem Essen bringe ich ihn zum Bahnhof und hole danach gleich den Jüngsten von der Schule ab. Wir kaufen noch ein besonderes Getränk ein, weil er heute Übernachtungsbesuch hat und das gerne anbieten möchte. Gleichzeitig mit uns kommen die Jungs mit den Fahrrädern nach Hause. Im Auto schläft die Kleine kurz ein, mehr Mittagsschlaf schafft sie dann heute nicht.
Gestern war der Mittagsschlaf auch zu spät und statt im Kinderwagen ist sie nur bockig auf meinem Arm eingeschlafen. Ich war genervt, aber gleichzeitig habe ich gewusst, dass sie nicht immer auf meinem Arm einschlafen kann und dass ich in dem Moment dankbar sein möchte, dass sie eben genau dort schlafen kann…

Die Sonne scheint, ich glaube heute kommt kein Regen mehr. Die beiden Jungs essen schnell und packen auch ihre Rucksäcke fertig. Mit den Pfadfindern werden sie eine Fahrradtour machen, draußen übernachten und morgen Abend wieder zu Hause sein. Sie packen Trinkflaschen, ziehen ihre Kluften an, bauen nochmal am Fahrrad, packen alles und machen sich bereit. Ich bringe den Kleinen in die Kirche zu seinem Pfadfinderprogramm und fahre dann zum Treffpunkt der Fahrradfahrer, um nochmal Tschüss zu sagen. Eigentlich wollte ich mit ihnen zusammen fahren und bin kurz sauer, dass sie ohne mich los gefahren sind.
Als die Großen weg sind, fahre ich mit der Kleine nach Hause. Unterwegs halten wir kurz am Spielplatz. Sie liebt Spielplätze über alles. Ich hätte auch einfach nachhause zu meinen Aufgaben fahren können, aber ich konnte es nicht übers Herz bringen, am Spielplatz vorbei zu fahren. Nur ein anderes Mädchen ist noch mit auf dem Spielplatz und unsere Tochter wälzt sich glücklich im Sand, sie schaukelt und rutscht und klettert und genießt einfach die Zeit. Ich habe gar keine Tasche dabei, weil ich eigentlich nur kurz die Jungs verabschieden wollte. Also fahren wir nach Hause, als wir Durst haben, das Kind voll Sand ist und mein Handyakku leer ist.

Die Sonne scheint so richtig schön. Wir kommen glücklicherweise durch eine gesperrte Straße mit dem Fahrrad, denn der Rettungshubschrauber musste auf der Straße landen. Zu Hause trinke ich noch einen Kaffee, quatsche mit der Mama des Freundes, die Schlafsack und Übernachtungssachen bringt, und dann fahre ich in die Kirche, um die beiden Jungs wieder abzuholen.

Ich quatsche eine Weile, ich darf Holunderblütenküchlein frisch aus der Pfanne kosten und genieße die Abendsonne. Über einen neu angelegten Park fahren wir mit den Rädern nach Hause. Später lese ich im Internet, dass der Park erst ganz frisch in dieser Woche eröffnet wurde. Die Jungs spielen noch eine Weile draußen Fußball. Ich bereite ein schnelles Essen mit Knäckebrot, Frischkäse und Gemüse vor. Dann trinken sie ihr Getränk, essen Popcorn und schauen einen neuen Film zusammen an. Ich gehe kurz ins Schlafzimmer, um den Text für diesen Beitrag hier schon mal mit der Diktierfunktion aufzunehmen. Es gibt einen wunderschönen Sonnenuntergang.
In der Zeit danach bade ich die Tochter und wasche Reste eines Sommertages aus ihren Haaren. Auf dem Wickeltisch telefonieren wir mit Papa, der ein bißchen von seinem Tag erzählt. Plötzlich geht draußen ein ordentlicher Regen los. Ich denke an meine Jungs, die jetzt draußen evtl. irgendwo im Regen unterwegs sind.
Gegen 22:00 Uhr sind alle drei Kinder in den Betten, ich stille die Kleine und sie schläft schnell ein. Dann gehe ich zum Beten zu den Jungs. Sie lesen sich noch Witze vor und gackern eine Weile.
Das war ein schöner Tag!
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Mehr von heute findet ihr gesammelt bei „Frau Brüllen“.
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