WMDEDGT – 6

05. Juni 2020

Am 5. eines Monats möchte ich euch erzählen, was ich eigentlich so den ganzen Tag gemacht habe.
Falls jemand fragt:
„Was macht du eigentlich den ganzen Tag?“
WMDEDGT?

Wir schlafen aus, gestern war ein voller Tag und heute ist nicht viel geplant. Ich sehe den vollen Schul-Tisch, genieße es aber auch, keinen Druck mehr machen zu müssen. Der Große beendet tatsächlich am Morgen selbständig seine letzten 4 Deutsch-Aufgaben. Ich weiß nicht, ob wir alles fertig abgeben werden.. aber die Lust ist jetzt im Juni so ein bißchen weg.

Stimmen über Kita-Öffnungen werden laut. Wir wissen noch nichts… keine neuen Infos für unsere Schulkinder und das Kindergartenkind. Ist ein Ende in Sicht? Oder wird nur mehr Logistik nötig sein?

Die Arbeit schreit mich überall an.
Das führt dazu, dass ich schon bald überfordert bin und gar nicht weiß, womit ich anfangen soll. Ich muss Aufgaben wegschieben, seit Monaten. Anders geht es gar nicht. Aber es nervt mich. Es gibt dringendere Aufgaben, welche die lauter als andere schreien… aber Arbeit ist überall.

Volle Wäscheständer, dreckige Böden, volle Arbeitsflächen, Blumenbeete, Briefe, die geschrieben werden sollen, Geschenke zum Basteln, schmutzige Fenster, Einkaufslisten, Holunderblüten am Baum. Zur Zeit kochen wir fast 10 Gläser täglich, auch ein paar Liter Likör gibt es schon. – Wenn der Holunder blüht, lasse ich fast alles andere liegen. Dieses Gold gibt es nicht lange, nach dem Regen ist zum Beispiel schon eine Menge verschwunden. Also pflücken und pflücken wir.

Die Jungs machen ein paar Folgen von „Albas täglicher Sportstunde“, auch sie können kaum lange aufeinander hocken, ohne zu streiten. Ich sortiere und räume wenig erfolgreich. Dann schnappe ich mir den Jüngsten und gehe einkaufen. Ich brauche neue Flaschen für Likör und Back-Zutaten. Eine Freundin ruft unterwegs an, wir sind eine Weile unterwegs und zuhause koche ich Gelee und fange an, Kekse zu backen.

Am Nachmittag sind wir zum Geburtstag bei meinem Papa eingeladen. Ich wollte mir die Nägel lackieren und Haare waschen – das schaffe ich leider nicht. Ich backe 4 Bleche, koche den Gelee, räume in der Küche etwas auf hin und her und packe Blumen und Geschenke zusammen.

Nebenbei macht der Mann ein bißchen Mittag und wir stehen uns in der Küche im Weg und gehen uns auf die Nerven. Die Kinder rangeln und toben mal drinnen, mal draußen. Immer wieder regnet es und die Kinderzimmer müssten dringend aufgeräumt werden. Ich sag ja… Atmen!

Kurz vor knapp bringt der Postbote tatsächlich noch ein Geschenk, das wir mitnehmen wollen. Und dann passiert etwas, das entweder ein Höhepunkt von Corona – oder ein Tiefpunkt sein kann:
Wir haben keinen Platz mehr und essen auf dem Fußboden!

Die Kinder finden es cool.. wie die Piraten.
Ich sehe die vollen Tische, unser Haus und keinen Platz…
„Augen zu und durch“
„Es ist nur eine Phase“
„The days are short, but the years are long“

Aber leicht fällt mir das heute nicht.

Am Nachmittag fahren wir zu meinen Eltern und vergessen unser Chaos für ein paar Stunden. Wir sitzen im Garten, essen Kuchen und Erdbeeren. Die Cousins spielen, haben Platz und Seifenblasen und lachen laut.
An solche Momente möchte ich mich erinnern!
Wir genießen die Zeit zusammen, ich quatsche mit meiner Schwägerin, die ich seit Januar nicht gesehen habe.

Gegen 22:00 Uhr sind wir zuhause und die Kinder können nicht verstehen, dass sie ins Bett müssen. Die hellsten Nächte sind jetzt! Aber es dauert nicht lange, bis sie schlafen.

Es war ein erfolgloser Tag, kann ich sagen.
Es war ein komischer Tag, kann ich sagen.
Es war ein schwerer Tag, kann ich sagen.
Es war ein schöner Tag, kann ich sagen.

Nein, ich suche und finde das Gute und bin heute dankbar für Familie und Platz und Gemütlichkeit und Zusammensein und Sonne!

In dieser Liste hier findet ihr alle anderen WMDEDGTs vom Juni 2020!

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