WMDEDGT – 1

05. Januar 2019

Seit fast 6 Jahren gibt es das unter Bloggern schon – jetzt steige ich auch mal ein. Habt ihr eine Ahnung, was ich meine?

WMDEDGT?
Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Immer am 5. eines Monats schreiben Blogger, die möchten, eine Art Tagebuch über ihren Tag. Falls jemand fragt: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Bei Frau Brüllen gibt es dann einer Liste aller WMDEDGT Einträge.

5. Januar 2019

Es ist schon nach Mitternacht, als ich von der Couch ins Bett tappe. Ich hab eine neue Netflix-Serie entdeckt. Mein Mann kommt gerade vom monatlichen Männer-Sauna-Treff nachhause.

Die Nacht ist unruhig, wie leider öfter in letzter Zeit. Weil das eine Kinderzimmer mit einem Carrera-Weihnachtsgeschenk vollgestellt ist und im anderen Kinderzimmer ein Gastkind schläft, stellen wir Jaris Bett ins Schlafzimmer zurück. Da stand es schon immer mal wieder. Fast ist es so, dass wir Jari täglich fragen, wo er denn heute Nacht schlafen möchte. Tief in der Nacht ruft er sowieso und möchte in unser Bett. Auch, wenn er direkt daneben schläft. Deswegen sind die Nächte unruhig und ich hab ein bißchen Angst vor der Schulzeit.

Kurz nach 8:00 Uhr höre ich von irgendwo: „Es ist jetzt nach 8 und nach 8 dürfen wir!“ Also sind wahrscheinlich irgendwelche Kinder wach und hören ein Hörspiel oder spielen am Handy.. Sie bauen zu dritt mit Lego und es bleibt lange ruhig. Mein Mann ruft später: „Es gibt Frühstück!“ und ich hab dann wohl mal wieder am längsten geschlafen…

Es gibt samstags traditionell Pancakes mit Ahorn- und Blaubeersirup, Rührei und Bacon und Bananen und Kaffee. Lecker seit fast 5 Jahren.

Nach dem Frühstück schicken wir die drei Jungs mit ihrem Zuckerschock in den Garten und wir fallen mit unserem Frühstückstief auf die Couch. Komisch, wir haben doch den Kaffee getrunken.. Jari trägt nur eine Windel und weigert sich, irgendetwas anderes anzuziehen. Während wir vor uns hin sitzen und durch die sozialen Netzwerke scrollen, macht sich Jari einen Kakao. Er holt sich den Kakao, einen Becher und einen Löffel an den Tisch. Er macht mit dem Löffel das Pulver in den Becher und ich mache dann das mit der Milch. Aber sonst… ist das Kind da kein Baby mehr! Und mir fällt grad ein, dass ich eigentlich heute die Küche saugen wollte…

Es ist ungefähr 11:00 Uhr, die Jungs spielen auf dem Baumhaus und ich sortiere die Wäsche der Kinder weg. Dabei übe ich gleich die neue Falttechnik von Marie Kondo aus der Netflix-Serie „Aufräumen“ in Liams Schrank. Es sieht so gut aus und macht -Überraschung- viel mehr Platz! Ich räume auch gleich ein bißchen die Zimmer auf. Ich mach das gerne, genauso kann ich es auch nicht leiden.. aber jeden Tag ein bißchen hilft viel gegen das Chaos. Die Serie hat mir tatsächlich gute Tipps gegeben.

Ab dann mache ich eigentlich nicht mehr viel.. hier und da ein bißchen… und irgendwie doch jede Menge. Im Bad mache ich meinen Weihnachts-Nagellack von den Nägeln ab, weil er nicht mehr schön aussieht. Ist ja noch vom letzten Jahr!

Ich suche mir zwei Rezepte aus, die ich für das gemeinsame Mittagessen morgen in der Kirche backen möchte. Weil mir ein paar Zutaten fehlen, schnappe ich mir Emilian und Jari und wir gehen einkaufen. Es dauert lange, weil Jari läuft, dafür kann ich den Kinderwagen voll mit Lebensmitteln packen. An der Kasse sitzt eine Frau, die vor einer Weile in den Babyurlaub verschwunden ist. Ich begrüße sie mit „Willkommen zurück!“ und sie freut sich sehr, dass ich sie erkenne. Dass ihr Baby schon 15 Monate alt ist, kann ich kaum glauben.

Als wir wieder zuhause sind, gibt es Mittag. Mein Mann hat Reis mit Wok-Gemüse gemacht und es ist sehr lecker! Zum Nachtisch gibt es Eis und Kaffee und eine kleine Mittagspause. Mein Mann nimmt Jari wie jeden Tag mit ins Schlafzimmer, wo einer von ihnen bald einschläft. Der andere meistens auch. Die Jungs spielen noch ein bißchen Lego und dürfen dann einen Film aussuchen. Nachdem wir ewig gebraucht haben, um einen Netflix-Film zu finden, der allen dreien gefällt, stellen wir fest, dass unser Netflix nicht geht… Sie entscheiden sich für eine „Tom und Jerry“ DVD und müssen beim Film laut lachen.

Ich räume die Küche auf und möchte mit dem Backen anfangen, da fällt mir ein, dass die Waschmaschine verdächtig ruhig ist und die Wäsche wohl aufgehängt werden kann. Also hänge ich. Ich mag Wäsche aufhängen nicht. Gestern hat mir mein Mann gesagt, dass er wieder alleine nach Kenia und wahrscheinlich auch wieder alleine nach Kalifornien fliegen wird. Ich bin sehr enttäuscht. Schon wieder verzichten. Natürlich ist das für ihn dienstlich – aber natürlich ist es Kalifornien! Und wir haben schon davon geträumt, die Winterferien zu fünft in Afrika zu verbringen. Mein Herz tut weh und ich gebe die Hoffnung fast auf, dass wir irgendwann nochmal genug Geld für irgendwas haben werden. Noch dazu diese blöde Wäsche und ich bin wirklich schlecht gelaunt.

Dann widme ich mich meinen Kuchen. Backen macht mich glücklich. Ich mache mir einen Kaffee und backe einen Himbeer-Cheesecake und Buttermilch-Apfel-Muffins. Das neue Backbuch von Cynthia Barcomi (Werbelink) ist der Kracher! Hab ich das schon mal gesagt? Ich lerne so viel, obwohl es mein fünftes Buch ist.

Ich räume in den Küchenschränken und suche im Internet bei IKEA, welche Vorratsdosen wir kaufen wollen. Ich habe zu Weihnachten ein Etikettiergerät bekommen und das könnte helfen, Ordnung in die Küchenschränke zu bringen. Nebenbei ist der Film fertig und bevor die zweite DVD im Spieler landet, greifen wir ein. Vergeblich versuchen wir, die Kinder nochmal in den Garten zu scheuchen – und so landen sie mit meinem Mann am Küchentisch und würfeln zusammen.

Während die Kuchen backen, fange ich an, den Weihnachtsbaum abzuschmücken und die Geschenke, die noch immer da liegen, zu sortieren. Die Kinder bringen die Adventskalender aus ihren Zimmern. Es tut gut, Platz zu schaffen, aber ich komme nicht weit. Jetzt stecken nur noch die Lichter am Baum und der Boden ist einfach nur unordentlich. Der Tisch auch. Aber es ist spät, wir machen ein paar Brote und Mozarella für alle und stecken die Kinder ins Bett. Jari liegt noch immer neben uns auf der Couch und plappert, aber oben wird es ruhiger.

Ich wollte duschen und meine Haare waschen, die Böden saugen und mehr Weihnachtszeug entfernen – das mache ich dann eben später. Der Tag morgen soll viel Ruhe und Entspannung bringen, denn nicht nur für die Kinder wird der Montag wieder erschreckend früh und dunkel und kalt beginnen…

Habt einen guten Sonntag!

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