Warten, warten, warten..

Schule, Kita und Home-Office laufen wieder. Der Wochen-Alltag läuft genauso weiter wie im letzten Jahr und wir versuchen, wieder Schritt zu halten. Vor allem ich. Eigentlich nehme ich jetzt lieber mal das Auto und lasse den Mann die zu-Fuß-Dienste übernehmen.

Es ist jetzt nicht so, dass ich in jeder Minute in mich horche und auf das Baby warte – aber dass es in den nächsten Wochen jederzeit losgehen könnte, wissen wir auch.

Ich bin echt glücklich, dass zuhause alles vorbereitet ist. Und ich bin ein bißchen überrascht, wie oft ich einfach auf der Couch liege und – nicht viel tue. Einige Nächte sind so schlecht, da brauche ich einfach einen Mittagsschlaf. Die langen, langen Nächte, in denen wir alle komplett durchschlafen konnten, sind schließlich bald vorbei. Und wir konnten mit unseren Jungs fast immer gut schlafen.

Immer und immer wieder denke ich daran, wie und wann und vor allem, wo es wohl losgeht. Ich denke an die Geburt und versuche, mich an Einzelheiten der letzten beiden Geburten zu erinnern. Ich versuche, abzuschätzen, zu hoffen oder sogar die Geschehnisse mit meinen Gedanken dazu zu zwingen, schön und einfach zu werden.
Ich denke manchmal, dass ich mit zwei Geburten ein bißchen Erfahrung und Gelassenheit haben könnte… und ich weiß aber, dass jede Geburt anders ist und ich überhaupt nichts planen kann! Gerade das dritte Kind soll ja so überraschend sein, höre ich immer wieder. Ich weiß, dass ich vorher schon Angst hatte und aufgeregt war – ich weiß aber auch, dass ich schon am nächsten Tag alles nicht mehr so schlimm fand. Das sind so Erinnerungen, an die ich mich klammere.

Es ist wunderschön und gleichzeitig zum verrückt-werden, dass ich in dieser Situation einfach gar nichts planen und vorher wissen kann. Es gibt nicht viele Momente im Leben, in denen ich echt unentspannt und unsicher bin – aber das jetzt ist so eine.
Ich hoffe und vertraue, dass alles gut wird, so wie es wird. Dass es für mich und die Kinder und den Mann und die Babysitter passt. Es muss einfach.

Wir haben viele Notfall-Kontakte, die Freunde und Verwandten sind informiert, die Schul- und Kita-Pläne sind aufgeschrieben und Erzieher und Lehrer wissen Bescheid und fiebern mit. Spannend!

Es ist ja eigentlich auch so, dass mit der Geburt nicht alles vorbei und überstanden ist. Im Gegenteil vielleicht. Die kurzen Nächte, die Nach-Schmerzen, die neuen Alltags-Planungen und Emotionen mal fünf, die aufeinander treffen, fangen dann erst an! Aber da bin ich noch nicht.

Die beiden anderen Kinder kamen vor dem Termin und ziemlich überraschend – ich erinnere mich daran, wie ich mit dem neuen Baby nachhause gekommen bin und eigentlich war alles so wie immer. Aber andererseits auch gar nicht. Einige Listen oder Aufgaben lagen da, Wäsche und Zeug in der Küche stand herum, weil wir einfach so aufgebrochen sind. Und dann kam ich zurück, immer nicht viel später, und trotzdem war alles so komplett anders!

Wie oft ich daran denke, wie es wohl sein wird, zum ersten Mal mit dem kleinen Bruder nachhause zu kommen! Vielleicht sind die Jungs im Bett, vielleicht in der Schule und Kita, vielleicht haben wir schön viel Zeit und Ruhe, um zu fünft in unserem Haus anzukommen. Haach, ist das aufregend! Diese Gedanken und Träume, die ich mir ja wahrscheinlich realistischer vorstellen kann, als die Geburt, geben mir gute Laune und Kraft.

Für meinen Mann steht in der nächsten Woche eine Dienstreise im Kalender. Von Sonntag bis Donnerstag.
Ich sag euch, das ist eine Entscheidung, die es in sich hat.
Habt ihr euch als werdende Mama mal gefragt, wen ihr im Notfall mit ins Krankenhaus ZUR GEBURT nehmen würdet?

Es gibt da schon Menschen, die ich mitnehme würde. Es gibt auch Leute, die bei mir schlafen könnten, mich fahren könnten, die mich fahren wollen, des Tempos wegen, die die Jungs bringen und holen könnten.. Aber das passt nicht immer zu jeder Tageszeit. Da müssen eigene Dienste beachtet und eigene Kinder versorgt werden. Und dann hab ich im Hinterkopf, wie flott meine Geburten sein können und dass das dritte Kinder bei meiner Mama am allerschnellsten kam…

In den letzten Tagen habe ich mich stündlich umentschieden.
„Klar, du kannst fahren. Es fühlt sich noch nichts nach Geburt an.“
„Nein, du fährst auf gar keinen Fall. Ich schaff das nicht!!!“
„Ach, bestimmt ist alles ruhig. Du fährst einfach.“
„Lieber doch nicht. Stell dir mal vor, dass Baby kommt schnell zuhause oder in einem fremden Auto…“

Also, ich bin stark und es fälllt mir schwer, um Hilfe zu bitten und Hilfe anzunehmen. Und ich kriege als Mama viel auf die Reihe. Aber in dieser Woche kam ich da an meine Grenzen. Im Moment haben wir uns zu 99% entschieden, dass mein Mann hier bleibt und per Webcam an seinem Seminar teilnimmt. Sowas geht ja heut alles.

Und ich bin erleichtert, wie gut es mir seitdem geht! Wirklich. Ich bin viel entspannter, ich habe weniger Panik vor der Geburt und bin wieder gelassener. Viel gelassener.
Es geht eben um eine Geburt, um ein drittes Kind, um Schmerzen und unmenschliche, außergewöhnliche Zustände… und da brauche ich meinen Mann an meiner Seite!

Ich mache hier im Haus viele Dinge bewusst „zum letzten Mal“.
Zum letzten Mal, bevor wir fünf sind.
Beim Haare waschen und Nägel lackieren denke ich: Ist das jetzt das letzte Mal?
Ich habe die Bäder geputzt, Wäsche gewaschen, Türen und Schränke gewischt, Zimmer entrümpelt… Alles andere kommt dann zum Frühjahrsputz dran und bis dahin kann und will ich mir Zeit für uns, für das neue Kindchen und für mich nehmen. Ob das funktioniert?

Es ist nicht so, dass sich jede Sekunde nur um das Baby dreht. Das möchte ich für mich und für die Jungs jetzt noch nicht.
Hausaufgaben, Schlafenzeiten, Mittagspause, Verabredungen und Einkäufe laufen weiter, wie bisher. So lange es geht.
Aber andererseits bietet sich die Jahreszeit eben auch an, innezuhalten, zu genießen und zu warten, auf den Frühling zum Beispiel…

Und in ein paar Tagen wird der kleine Bruder hier einziehen!

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