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Familienurlaub 2018

Wir sind hier im nördlichsten Norddeutschland in einem wunderschönen Haus mit Garten, Pool, Baumhaus und Haustieren. Zur Ostsee ist es nicht weit und zur Nordsee auch nicht.

Eigentlich wollten wir ja unseren Urlaub in Ungarn oder Holland verbringen. Erst gestern haben wir unsere Gastgeber hier kennengelernt. Also.. was ist passiert?

Als wir erfuhren, dass das jährliche Business-Treffen für meinen Mann in Kalifornien in diesem Jahr in den Sommerferien sein würde, fingen wir an zu träumen. In den Sommerferien! Das hieße ja, wir könnten eventuell alle zusammen fliegen! Endlich. Wir redeten oft darüber und beteten, dass wir alle fünf zusammen wieder Urlaub in Kalifornien machen können.
Aber so richtig wurde nichts aus diesen Plänen. Die Konferenz war nur ganz kurz. Die 5 Flugtickets waren viel zu teuer und selbst zu zweit ohne Kinder hätten wir die Tickets kaum bezahlen können.

Der Urlaub mit meiner Familie Anfang Juli an der Ostsee war sehr schön, aber durch meine Weiterbildung und die Kalifornien-Reise hatten wir nur 4 volle Tage zusammen und die sind schnell vergangen.

Wir buchten für ein paar Tage im August einen ganz einfachen, preiswerten Urlaub in Holland, weil wir sowieso in der Richtung unterwegs in Deutschland sein wollten und weil wir einfach nochmal zu fünft verreisen wollten.

Weil sich aber andere Pläne änderten, mussten wir unseren Urlaub in Holland stornieren und Ungarn war jetzt zu weit weg und zu spontan. Die Ferien vergingen und es sah so aus, als würden wir in diesem Sommer nicht richtig zu fünft verreisen können.

Ich redete mit Freundinnen darüber und sie fragten, ob sie für mich oder uns beten könnten. Normalerweise meckere und nörgle ich in meinen eigenen vier Wänden – lasse mir das aber vor anderen nicht gern anmerken. Nach außen bin ich lieber gern stark und tapfer und finde mich mit den Zuständen eben ab, an denen ich eh nichts ändern kann. Denke ich. Doch ich sagte: „Ich wünsche mir sehr, dass wir als Familie irgendwie nochmal Urlaub machen können! Dafür könnt ihr beten.“

Ich suchte wieder nach günstigen Bungalows irgendwo am See in Mecklenburg.
Wenigstens Wasser und Familienzeit.

Ein paar Tage später, am Freitag, rief mich dann eine Freundin an. Wir haben uns ewig nicht gesehen und hatten ab und zu WhatsApp-Kontakt. Ich konnte nicht ans Telefon gehen, weil ich gerade mit Jari am Flughafen wartete und sie schrieb mir eine Nachricht: „Ich wollte dich fragen, ob ihr Zeit und Lust hättet, ein schönes Haus in unserer Nähe zu hüten und zwei Katzen zu versorgen?“
Es ging um genau die einzigen Tage, in denen wir noch Lücken in den Ferien hatten! Kannste dir nich ausdenken. Noch am Abend redete ich mit meinem Mann, der frisch aus Kalifornien gelandet war – und am Samstag Morgen entschieden wir uns.

Ich telefonierte kurz danach mit der Frau aus dem Haus, wir besprachen ein paar Dinge und ich erzählte ihnen, was für ein großes Geschenk das für uns sei. Sie waren mindestens genau so dankbar, dass ihr Haus nicht leer stehen musste. Alle ihre Freunde sind selbst verreist und über mehrere Ecken waren wir die letzte Hoffnung.

Wir fuhren also am Dienstag in der allerkrassesten Hitze von Berlin los und brauchten 5 Stunden. Kurz nach 20:00 Uhr kamen wir an, die Kinder sprangen vom Auto fast direkt in den Pool, wir bekamen einen Kaffee angeboten und kurz danach das WLAN-Passwort. Sympathisch. So muss das sein!
Jetzt wohnen wir also ein paar Tage in einem schönen Haus einer Familie mit drei großen Jungs. Ein bißchen fühlt es sich an, als wären wir in unserem Zukunfts-Haus gelandet.

Ich bin sehr dankbar für diesen Urlaub und ich weiß, dass er aus menschlicher Sicht nicht zustande gekommen wäre. Ich nehme das voll als Geschenk von Gott an und lasse mich auf diese Überraschung ein.

Jari hat in den letzten Tagen sehr unter der Hitze gelitten, hatte Hitzepickelchen und war sehr anhänglich und weinerlich, zuhause und auch unterwegs. Und hier.. im Urlaub, ist er entspannt, tippelt durch den Garten, traut sich zu den Katzen und plappert vor sich hin. Wie schön! Dieser Urlaub ist besonders.

Ach so.. und eine kleine Spaß-Info:
Wir hatten ja gebetet, dass wir nochmal zusammen nach Kalifornien könnten.
Und guckt mal, was hier in der Nähe ist:

Foto von 2015

Ich amüsiere mich über diesen Humor und danke Gott für diesen Urlaub!

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Hallo August!

Wir sind nach der heißesten Autofahrt unseres Lebens gut im Urlaub angekommen und genießen die frische Meeresbrise bei wesentlich kühleren Temperaturen! Die Kinder springen eigentlich nur vom Bett, in den Pool, zum Esstisch, wieder in den Pool, auf die Wiese und nochmal in den Pool. Aber ein paar Ausflugsideen sammeln wir schon..

Im August werde ich…

… an den Geburtstag meiner Mama denken. (heute!)
… Familienurlaub machen.
… das Meer sehen. Sogar Nordsee und Ostsee.
… Besuch von meiner Freundin bekommen.
… zum ersten Mal eine Wattwanderung machen.
… Sonne tanken.
… große Schiffe bestaunen.
… frischen Fisch essen.
… Familie genießen.
… Doula-Unterlagen lesen.
… Urlaubswäsche waschen.
… mich mit Freundinnen treffen.
… die Ferien bis zum letzten Tag auskosten.
… mit meiner Oma Geburtstag feiern.
… ZWEI Schultaschen packen.
… den großen Sohn in die 3. Klasse bringen.
… meinen zweiten Sohn einschulen. Hach!
… nochmal die Erstklässler-Aufregung feiern.
… einen neuen Alltags-Rhythmus begrüßen.
… im Spätsommer-Garten arbeiten.
… zwei Hausaufgaben-Kinder betreuen.
… die Sommer-Erinnerungen für immer festhalten.

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1000 Fragen an dich – Teil 28

Bevor es endlich in einen lang ersehnten und spontan geschenkten Familien-Urlaub geht (ich erzähl euch die Story!), versuche ich, zwischen Wäscheständer, halb vollen Koffern, Eiskaffee, drei halb nackten Jungs und Strand-Taschen die nächsten Fragen für mich und euch zu beantworten.

Los gehts!

541. Führst du Tagebuch?
Ich habe mal richtig viel geschrieben. Aber irgendwie hat’s dann aufgehört. Jetzt schreibe ich eher selten und eher Gebets-Stichpunkte. Das im Rückblick zu lesen macht mehr Spaß und mehr Sinn, finde ich. Und der Blog, den ich seit 8 Jahren schreibe, ist natürlich sowas wie ein Tagebuch und sehr wertvoll für mich.

542. Welche Personen sind auf deinem Lieblingsfoto abgebildet?
Ich habe nicht das eine Lieblingsfoto. Es ist so einfach, heutzutage wunderschöne Fotos zu machen und gleich an die Wand zu hängen. Ich liebe natürlich Familienfotos, Fotos von meinen Söhnen, Fotos von meiner Herkunftsfamilie, Fotos mit meinen Geschwistern, … Ich mag Fotos.

543. Hast du häufig unnötigerweise Schuldgefühle?
Nein.

544. Was magst du am Sommer am liebsten?
Ooooh. Ich liebe den Sommer!
Sich und die Kinder schnell anziehen können. Viel leckeres Obst. Warme Luft. Helle Nächte. Licht. Das Leben draussen leben. Nicht frieren. In die Berliner Seen springen. Leichtigkeit. Der Lifestyle im Sommer ist einfach ganz anders.

545. Auf was kannst du am leichtesten verzichten?
Hmm, kann ich oder könnte ich? Ich könnte auf ein paar Haushalts-Arbeiten verzichten. Saubere Böden für immer wären schon toll. Aber das meint die Frage wohl nicht.

546. Wie häufig gönnst du dir etwas?
Ich denke, das kommt im Blog öfter vor, dass mir das wichtig ist. Wenn ich mir häufiger kleine Auszeiten für mich nehme, dann bin ich entspannt und ausgeglichen und in die großen Auszeiten wird nicht so viel Erwartung gesteckt. Mal eine Mittagspause. Mal einen Kaffee alleine in der Sonne. Mal die Nägel lackieren. Was mir allerdings schwer fällt, ist viel Geld auszugeben, um „mir etwas zu gönnen“. Ich sehe das Verhältnis nicht zwischen meiner Arbeit und einem großen Preis.

547. Mit welcher Art von Fahrzeug fährst du am liebsten?
Ich bin gern mit dem Rad unterwegs. Wir bereiten uns gerade darauf vor, zum ersten Mal zu fünft unterwegs sein zu können.

548. Wovon bist du glücklicherweise losgekommen?
Davon, mich in Situationen reinzusteigern, die es gar nicht gibt. Am Anfang meiner Mutterschaft hat mich das überrollt. Was ist, wenn ich mit dem Baby allein zuhause bin und mir was passiert? Was ist, wenn einer von uns todkrank wird? Was ist, wenn mein Mann von einer Dienstreise nicht mehr zurückkommt?
Argh. Schrecklich.
Ich lebe jetzt. Von Tag zu Tag. Alles wird gut.

549. Woran denkst du morgens zuerst?
Welches Körperteil von Jari habe ich denn heute im Gesicht?

550. Was hast du vom Kindergarten noch in Erinnerung?
Nicht viel und nicht viel Gutes. Ich war nicht lange im Kindergarten und ich weiß eigentlich gar nicht, warum. Meine Mama war zuhause und keins meiner Geschwister war im Kindergarten. Ich bin auch alleine nachhause gegangen, wenn ich keine Lust mehr hatte. Vielleicht sollte ich meine Eltern nochmal fragen, aber mit meiner Berufswahl scheint das ja nichts gemacht zu haben.

551. Welchen Wochenendtrip oder welche Kurzreise hast du gerade geplant?
Da ein spontaner Familien-Urlaub bevorsteht, haben wir keine Kurztrips geplant. Im nächsten Frühjahr steht ein besonderer Kurztrip mit Freundinnen nach London für mich an!

552. Bist du ein Landmensch oder ein Stadtmensch?
Haach, schwierig. Ich liebe die Stadt. Ich liebe es, in Berlin zu leben. Aber es muss am Rand sein. Viel weiter drinnen dürfte es nicht sein. Ich liebe es, schnell überall ohne Auto zu sein. Ich liebe die Vielfalt und die Möglichkeiten, die wir haben. – Aber wenn es mal raus aufs Land geht, dann spüre ich sofort, wie meine Seele frei atmet, wie die Kinder sich verändern und wie wir das genießen können. Aber doch, dann vermisse ich Berlin auch irgendwann wieder.

553. Mit welcher Person, die du nicht persönlich kennst, fühlst du dich verbunden?
Da würden mir tatsächlich ein paar Frauen auf Instagram einfallen. Über die Fotos und kleinen Texte konnte ich Familien oder Frauen nochmal ganz anders, als über einen Blog, kennenlernen. Und da draussen gibt es mit Sicherheit viele Mütter, die ich sofort ins Herz schließen und als Freundin in mein Leben lassen würde.

554. Was gibt dir in schweren Zeiten Halt?
Unbedingt mein Mann. Immer.
Aber ohne meinen Glauben an Gott hätte ich weder meinen Mann, noch die Familie, noch würde ich in einem schönen Haus im Grünen wohnen oder jetzt Urlaub an der Ostsee machen können. Der Glaube, dass Gott da ist und es gut meint, hilft mir, überhaupt in dieser verrückten, kaputten Welt klarzukommen. Siehe Frage 548. Kaputt geht die Welt trotzdem. Aber es gibt Hoffnung. Und es gibt Menschen, die Hoffnung brauchen.

555. Bist du gut zu dir selbst?
Ja, ich versuche es.

556. Was bedeutet Freundschaft für dich?
Nicht allein durch Lebensphasen gehen. Sich austauschen. Sich auf andere Gedanken bringen. Füreinander da sein. Teilen. Abschalten. Gemeinschaft. Das Dorf, das es braucht, um ein Kind aufzuziehen.

557. Wer hat dich in letzter Zeit überrascht?
Gott – mit diesem Urlaub jetzt.
Die Geschicht kommt noch.

558. Traust du dich, Fragen zu stellen?
Nicht immer.

559. Hast du Dinge vorrätig, die du selber nie isst oder trinkst?
Eigentlich nicht. Manches liegt schon länger.. aber was wir nicht mögen oder essen, geben wir eher mal weg.

560. Setzt du dir Regeln, die du dir selbst ausdacht hast?
Ja. Manchmal überfordert mich das, manchmal liebe ich diese Chance. Ich verabschiede mich auch wieder von Regeln, die letztendlich blöd waren.. aber wenn jemand Regeln und Rituale oder neue Sachen ausprobiert, dann bin das meistens ich.
Die Antworten von Frau Frische Brise zu der Frage haben mir auch sehr gefallen!

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StadtSpiel Berlin

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(Ver)Führung Berlin

Wir haben heute einen Ausflug abgehakt, der schon lange auf unserer Liste stand. Und am Ende sind wir mitten in der buntesten Party Berlins gelandet.
Aber von vorn.

****

Vor einer Weile war ich mit einer Freundin, meiner Schwester und den Kindern auf der Messe BuchBerlin und wir lernten dort das StadtSpiel kennen. Ich beschäftigte mich nur kurz damit, stellte aber fest, dass es sich sozusagen um eine Schnitzeljagd durch Berlin handelt. Und zwar eine, die schon vorbereitet ist. Die man nicht selbst planen muss.

Weil dort die Spiele von Berlin und Dresden ausgestellt wurden und unsere Familie verteilt in Berlin und Dresden lebt, kaufte meine Schwester je eine Box.

Und als ich dann im Mai die Anfrage bekam, mal eine Box mit der Familie zu testen, wusste ich ja ungefähr, um was es geht, hab mich gefreut und sagte sofort zu. Die StadtSpiele kommen aus Dresden, sind alle handgemacht, selbst erdacht, recherchiert und fotografiert. Sie sind mit beliebig vielen Personen zu spielen und mehrfach verwendbar.

Ausser für Berlin gibt es die Spiele auch für Leipzig, München, Hamburg, Dresden und Wien. Wir hätten natürlich einen Ausflug in eine der Städte machen können, aber wir lieben Berlin. Als Berliner hatten wir dann die Wahl aus insgesamt sechs verschiedenen Touren eine auszuwählen. Drei gehen durch die City und drei durch die Stadtteile Kreuzberg, Prenzlauer Berg und Friedrichshain.

Absichtlich haben wir uns nicht die Kinder-Tour ausgesucht, weil wir uns gut in Berlin auskennen und wir nicht wollten, dass sie sich langweilen. Und damit wir das Spiel auch mal mit Gästen spielen können oder mit der Berliner Box meiner Schwester tauschen können, haben wir uns die City-Route II ausgewählt.

Und heute war es dann soweit!
Der Samstag war komplett frei, wir haben Sommerferien und haben uns nach dem Frühstück zu fünft mit dem Bus in Richtung Berlin Mitte aufgemacht.

Wir wussten, dass der Tag, wie gefühlt alle Tage der letzten 2 Monate, sehr heiß sein würde. In den Tagen davor haben wir uns nicht mehr als bis in den See und zurück bewegt…
Aber wir hatten genug Wasserflaschen dabei und es gibt ja auch Schatten in Berlin.

Auf der Hinfahrt stellten wir fest, dass heute ebenfalls der Christopher-Street-Day in Berlin Mitte stattfinden würde. Eine bunte Party, die wir jetzt nicht unbedingt mitfeiern und unseren Kindern zeigen wollten…

Aber unsere Reise begann am Brandenburger Tor und dort war alles ruhig und touristisch wuselig. Eine große Bühne wurde aufgebaut und wir dachten, bis die Party anfängt, sind wir längst zuhause.
Wir alle waren gut drauf, es war schattig und luftig in Berlin und wir genossen es sehr, einfach mal an Orten zu sein, an denen wir sonst nur zum Festival of Lights oder mit Besuch aus Amerika sind.

Und so funktioniert das StadtSpiel:

In einer kleinen Metall-Box liegt eine kurze Erklärung mit Hinweis zum Startpunkt sowie 16 Briefumschläge + 1 Lösungsumschlag. Eine etwas andere StadtFührung würde uns erwarten, stand dort, wir sollten ca. 5 Stunden einplanen, könnten aber jederzeit unterbrechen und zu einem anderen Zeitpunkt fortsetzen.

Die Hinweise und Foto-Karten führen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit und die Antwort der Frage sagt, welcher Umschlag als nächstes geöffnet werden soll. Schummeln und „vorspulen“ geht also nicht.

(Die Fotokarten können später auch als Memory genutzt werden. Je zwei Fotos gehören zu einer Sehenswürdigkeit. Das werden wir ausprobieren!)

Gleich zur ersten Aufgabe hatten wir drei verschiedene Antworten und wir drei Familienmitglieder waren uns unserer Lösung so sicher – dass ich, noch bevor das Spiel überhaupt begonnen hatte, zum Notfall-Umschlag greifen musste… Aber es stellte sich heraus, dass die Frage etwas missverständlich gestellt war. Nicht alle Fragen sind hundertprozentig präzise gestellt, finde ich.

Natürlich werde ich nichts verraten, das könnt ihr alles schön selbst herauskriegen. Aber ich werde euch ehrlich sagen, wie der Tag für uns war.

Vielleicht hätten wir keinen 34 Grad – Tag aussuchen sollen.
Und vielleicht hätten wir noch mehr Essen und Trinken mitnehmen sollen.
Vielleicht hätten wir als Berliner keine Touristen-Tour auswählen sollen.
Oder vielleicht hätten wir doch die Kinder-Tour nehmen sollen.

Es war sehr heiß in Berlin, teilweise sehr voll und wir waren echt lange unterwegs. Wir haben schöne Pausen gemacht, haben uns von Springbrunnen zu Springbrunnen geschleppt und uns gegenseitig ermutigt/gebettelt, nicht abzubrechen.

Leider gab es auf der Strecke kaum Restaurants oder Cafés, was uns fast zum Verzweifeln gebracht hat. Vielleicht ist das ja unter der Woche anders. Aber eine trockene Laugenbrezel für 3.00€ haben wir links liegen lassen.

Das StadtSpiel hält allerdings, was es verspricht, denn wir haben Plätze gesehen, die ich nie vorher gesehen habe und zu denen ich niemals zu Fuß gegangen wäre. Wunderschöne Plätze, die wir fast für uns hatten. Ich habe mich mehrmals heute neu in Berlin verliebt!

Zusammen mit den Kindern lernten wir neue Dinge über unsere Stadt, denn zu jeder Sehenswürdigkeit gibt es jede Menge Hintergrund-Informationen, die auch wir nicht alle wussten. Wir zeigten den Kindern, wo Frau Merkel arbeitet, wo die Mauer stand und wir versuchten, die unterschiedlichen Sprachen der Touristen herauszuhören.

Gegen Mittag wurden die Beine immer schwächer und der Weg immer länger. Noch dazu stellten wir fest, dass einige Lösungen bereits auf dem Frage-Foto zu entdecken waren. Das fanden die Kinder nicht so toll, denn die Wege, die sich auch oft wiederholten und wieder kreuzten, erschienen ihnen völlig umsonst. (Gewundert hat es mich allerdings auch.) Wir sind wirklich viel gelaufen und beschlossen dann, einfach nur die Frage zu lesen und nicht die Fotos anzuschauen. Die Antwort-Zahl konnte teilweise abgelesen, teilweise errechnet werden. Eine große Herausforderung war es (für uns Berliner) nicht. Ich finde, ich habe gemerkt, dass es nicht ein Berliner war, der die Tour geplant hat und mich würde mal die Meinung der Dresdner zu einem Dresdner Spiel interessieren.

Wir haben uns um die Tour herum unser eigenes Programm gemacht – dazu bietet sich Berlin Mitte natürlich perfekt an. Es gibt auch ohne die Umschläge unendlich viel zu sehen.

Die Kinder malten sich unterwegs aus, was wohl die Belohnung am Ende sein würde. Etwa Eis-Gutscheine im letzten Umschlag? (Das ist eine Idee, die wir uns überlegen, sollten wir das Spiel einmal verleihen)

Als Doula musste ich da natürlich vorbei

Es galt dann aber eher der Spruch „Der Weg ist das Ziel“.
Ein paar Rechenaufgaben zwischendurch waren spannend für Emilian, doch eine große Erkenntnis oder Belohnung am Ende gab es für uns nicht.

Unser persönliches End-Ziel war der Potsdamer Platz. Wir wussten, von dort kommen wir erstens schnell nachhause und zweitens gibt es dort Kaffee und Eis.
Um dorthin zu gelangen, mussten wir noch zwei Fragen beantworten.
Und wir mussten genau über die Strasse des 17. Juni.
Mittendurch.
Mit unseren Kindern, die völlig fertig und halb nass und halb nackt neben uns her trotteten. Das war auch eine Erfahrung, die man bestimmt nicht oft im Leben macht.

Wir erzählten den Jungs vorher, da wäre ein riesiges Verkleidungsfest, aber ehrlich gesagt habe ich es mir wilder vorgestellt. Vor ein paar Jahren war es vielleicht noch verrückter. Ich hatte den Eindruck, da waren viele, viele, sehr viele Menschen, die einfach nur feiern und das Leben genießen wollten. Und wir mit „halb nackt – halb nass“ sind da echt kaum aufgefallen…

Wir staunten über verrückte Bungee-Springer von einem Kran über uns, wir schleppten uns tapfer an den überteuerten Eis- und Cocktail-Wagen vorbei, wir fanden schattige Abkürzungen und dann hatten wir es endlich geschafft! Die unterirdischen Potsdamer Platz-Arkaden kamen uns fast wie ein Kühlhaus vor!

****

Wir hatten einen schönen langen Tag zusammen!
Es lebe die Familienzeit und das StadtSpiel fällt auf jedenfall in die Kategorie  „Zeit statt Zeug-Geschenke“. Obwohl beide Jungs, und auch wir, zwischendurch echt fix und fertig waren, war die Antwort auf die abendliche Frage „Was war heut am Schönsten?“ – „Das StadtSpiel!“

Die Umstände waren etwas ungünstig, vielleicht hätte auch ein Elternteil+ein Kind gereicht. Wir empfehlen die City-Tour wirklich Berlin-Touristen. Ohne Kinderwagen wären wir auch etwas schneller und bequemer unterwegs gewesen. Vielleicht sollten wir wirklich einmal die KinderTour testen… Aber für uns verrückte Berliner war es ein verrückter Ausflug in die Stadt! Wir haben schöne Fotos gemacht, haben neue Sehenswürdigkeiten gefunden, haben uns über Politik und Krieg unterhalten, hatten Spaß am Springbrunnen, haben viel gesehen und gelernt und werden ab jetzt mit anderen Augen durch Berlin Mitte fahren.

Vielen Dank, dass wir das StadtSpiel ausprobieren durften!

Guckt doch gleich mal im Shop nach, ob vielleicht auch eine Tour für euch dabei ist.

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1000 Fragen an dich – Teil 27

Die Kinder sind wieder da – und in dieser Minuten wurde unsere kleine Familie wieder um ganz viel Liebe, Lautstärke, Lachen und auch Krümel, Dreckwäsche und schmutzige Finger reicher.

Die Waschmaschine läuft , es regnet Urlaubs-Erzählungen, ab und zu sagt ein Kind „Oma“ zu mir und uns erwartet die heißeste Woche des Jahres. Das Leben ist schön!

Außerdem erwartet uns in wenigen Tagen noch ein ganz besonderer Urlaub – im wahrsten Sinne des Wortes ein göttliches Geschenk. Ich werden euch berichten!

Bis es soweit ist, beantworte ich treu meine 1000 Fragen.
Here we go:

****

521. Welcher Dokumentarfilm hat dich beeindruckt?
Da bin ich jetzt nicht so ein Spezialist. Ich gucke sehr gerne gute Tier-DokumentationsFilme mit den Kindern, auch Filme über die Erde und unterschiedliche Länder. Was ich auch liebe, sind die Filmchen bei der „Sendung mit der Maus“, bei denen erklärt wird, wie etwas gemacht wird. Nagellack, Teller, Haargummis, Smarties… Ich finde das wirklich interressant.

522. Machst du in der Regel das, was du willst?
Nee, eigentlich nicht so. Ich hab doch Kinder.
Aber dafür, dass ich eben Kinder habe, kann ich doch ziemlich viel machen, was ich will. Dieses stay-at-home-mom sein hat viele Vorteile.

523. Wie weit hast du deine Vergangenheit hinter dir gelassen?
Das habe ich. Es gibt Dinge, die ich sicherlich beim zweiten Mal anders machen würde, aber ich bin mit mir und meiner Vergangenheit im Reinen.

524. Was solltest du eigentlich nicht mehr tun?
Meinen Mann anschimpfen, wenn es nicht um seine, sondern um meine Probleme geht. Meine Erwartungen auf andere übertragen. Mich zu dick finden.

525. Magst du klassische Musik?
Eigentlich schon. Aber ich höre es, wenn überhaupt nur beim Auto fahren. Und eher zu Weihnachten.

526. Wie aufgeräumt ist es in deinem Kopf?
Auweia. Das wollt ihr nicht wissen.
Manchmal denke ich: „Das wird wieder besser, wenn…“ und manchmal bin ich einfach froh, dass es Zettel und Listen und Erinnerungs-Apps gibt. Die Köpfe von Müttern leisten UNGLAUBLICHES!

527. Welches Gedicht magst du sehr?
Erst Doku-Filme, dann klassische Musik und jetzt Gedichte?
Ich fühle mich dumm heute.
Es gibt kleine, feine, unbekannte Gedichte, die ich sehr mag.. mir fällt gerade keins ein.

528. Bist du ein guter Verlierer?
Ach ja.. um des lieben Friedens willen.. es gibt wichtigeres.

529. Wer sollte dich spielen, wenn man dein Leben verfilmen würde?
Eine Frau, die versteht, was ich gelebt habe und was meine Überzeugungen waren – und es nicht einfach als eine Rolle von vielen sieht.

530. Wie viel Zeit brauchst du, um dich für einen festlichen Anlass zu stylen?
Ganz ehrlich: Ich kann da bestimmt 3-4 Stunden ausfüllen. Ich genieße es, wenn ich im Bad Zeit für mich habe. Aber .. es geht auch in 30 Minuten.

531. Wer hat für dich Vorbildfunktion?
Menschen, die zuerst an andere denken.
Menschen, die Gutes tun und denen es nicht egal ist, was andere denken.
Menschen, die weiter als bis zum Tellerrand sehen.
Menschen, die den Menschen und seine Geschichte sehen.
Menschen, die hinterfragen.
Menschen, die die Welt zu einem besseren Ort machen.

532. Würdest du etwas stehlen, wenn du nicht dafür bestraft würdest?
Warum sollte ich das dann tun?

533. Hättest du gern eine andere Haarfarbe?
Ich finde, braune Haare mit hellen Strähnchen sehen sehr schön aus. Aber ich hab das bei mir noch nicht hingekriegt. Meine Naturfarbe ist nicht aufregend, aber schön.

534. Was ist der größte Unterschied zwischen dir und deinem Partner?
Hmm, dass er ein Mann ist und ich eine Frau bin?
Wir ergänzen uns sehr gut, was ja heißt, dass wir gut unterschiedlich sind.

535. Wo isst du zuhause am liebsten?
Am Gartentisch.

536. Wenn alles möglich wäre: Welches Tier hättest du gern als Haustier?
Eins, was nicht viel Fell verliert und was nicht schnell und hektisch ist. Und was nicht teuer ist und nicht 120% meiner Aufmerksamkeit braucht. Vielleicht eine Schildkröte. Wenn alles möglich wäre, und wenn die Kinder keine Angst hätten und ich mich gut auskennen würde und alles artgerecht wäre, hätte ich vielleicht gern ein schönes Pferd im Garten. Ich weiß auch nicht, wie ich jetzt darauf komme.

537. Auf welche Frage wusstest du in letzter Zeit keine Antwort?
Von denen hier oder aus meinem Leben?
Die Kinder haben uns heute gefragt, warum und seit wann Berlin die Hauptstadt ist. Das müsste ich nachlesen.

538. Was ist in deinen Augen die großartigste Erfindung?
Oh, da gibt es jede Menge guter Haushaltsgeräte.
Waschmaschine.
Staubsauger!
Spülmaschine.
Kaffeemaschine.
Und natürlich das Telefon und das www.
Ach ja, ich sollte die großartigste nennen…

539. Wenn du emigrieren müsstest: In welches Land würdest du auswandern?
Ich würde wahrscheinlich in Europa bleiben.. Amerika kommt grad nicht so in Frage und im Raum Asien kenne ich mich nicht aus. Vom Wetter her würde ich gern eher in den Süden ziehen, vom Lebensgefühl und Bildungssystem her lieber in den Norden.

540. Nach welchen Kriterien suchst du Filme aus?
Ich suche nach bekannten Schauspielern, nach einer guten, einigermaßen realistischen Geschichte und nach Humor. Oft sucht mein Mann aus und hat einen guten Geschmack für uns beide.

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