Noch 1x schlafen…

23. September 2019

Ich sitze zum letzten Mal allein mit einem Glas Rotwein, der vom Marmelade-kochen übrig geblieben ist, auf der Couch.
Morgen hole ich meinen Mann vom Flughafen ab!

Ich bin dann so richtig hibbelig und aufgeregt, wie früher mit Schmetterlingen im Bauch und so… auch wenn der Alltag wahrscheinlich in der Minute beginnt, in der wir hier zuhause aus dem Auto steigen.

Ich hab geräumt und sauber gemacht, den Garten schick gemacht und winterfest aufgeräumt. Ich mag das nämlich. Anstatt das Chaos zu zeigen, in dem wir evtl. die letzten Tage gelebt haben, um vielleicht zu sagen: „Guck, wie schlecht es uns ging. Nichtmal das hab ich geschafft!“ werde ich aufräumen und putzen, mir wahrscheinlich noch die Nägel lackieren, damit Haus und Hof ruft: „Schön, dass du wieder da bist!!!“

(Das mag ich allerdings selbst auch sehr sehr sehr. Und andererseits versetzt mich kaum etwas so in Stress und Unruhe, wie von der Arbeit/Reise/Termin nachhause zu kommen und Chaos vorzufinden…)

Was war am schwersten mit den drei Jungs?
Der Morgen vielleicht.
Drei Kinder in etwas Eile fertig machen.. dazu mich und zwei Brotboxen. Das ging eigentlich gut. Meine Kinder sind morgens gut gelaunt und relativ schnell. Nur der Kleinste wäre gern im Schlafanzug geblieben – und zur Schule gelaufen, statt mit Auto zu fahren.

Herausfordernd war, irgendwie Mama und Papa gleichzeitig zu sein. Die Kinder brauchen das nämlich beides. Und das kann ich nicht. Und das merken sie, merken wir alle. Keine Pause haben. Schimpfen und Loben und Trösten und Ermutigen und Mahnen und Bitten und Bitten und Erinnern und Erinnern… von 6:00 Uhr bis 21:00 Uhr.

Nachdem wir in der letzten Schulwoche manchmal einfach nur funktioniert haben, ist der Musikunterricht am Freitagabend ausgefallen. Wir konnten einfach nicht mehr. Meine Schwester kam, damit ich abends die LadiesNight veranstalten konnte.

Am Samstag waren wir von studiocanal.de zur Filmpremiere von „Shaun das Schaf – Ufo Alarm“ eingeladen. Von einem Film mit Ufos und Außerirdischen hab ich jetzt nicht so viel erwartet, aber meine Kinder lieben Shaun, das Schaf und lachen sich kaputt.
Außerdem mögen wir solche Blogger-Events immer sehr gerne und ich durfte sogar drei Leser-Familien mitnehmen. Das war echt toll!

Direkt bei der Anmeldung wurden wir mit Geschenken erwartet und die nächsten 4 Stunden vergingen schnell. War das toll!
Während meine Schwester mit dem Kleinsten draußen Schafe knetete, saß ich mit den anderen im Kino. Popcorn und Getränk natürlich dabei.

Und der Film war soo lustig. Meine Kinder haben gebrüllt vor Lachen und ich hatte wirklich Sorge, dass sie sich in die Hosen machen… Die kleine Außerirdische ist so süß und die Geschichte hat uns gefallen.

Nach dem Film gab es Gewinnspiele, Bastel-Tische, Woll-Bäder und Knet-Filme. Die Original-Figuren aus dem Film standen da!

An so einem Knet-Film arbeiten ca. 250 Menschen 2 Jahre lang!


Wir tingelten noch durch Berlin und waren spät zuhause.
Für den Sonntag haben wir einen Zoo-Besuch geplant. Ich wollte unsere Jahreskarten und das schöne Wetter ausnutzen.

Direkt nach dem Gottesdienst sind wir losgefahren, aber irgendwie war das leider nicht so entspannt.. Vielleicht waren die Kinder zu aufgeregt – vielleicht zu müde. Vielleicht waren sie überzuckert – oder hungrig. Es war irgendwie anstregend!

Im Zoo war es leider sehr voll und meine Kinder kennen nun wirklich jedes Gehege. Bei den Robben haben wir eine Weile geguckt, die kleinen Panda-Babys haben wir immerhin am Bildschirm gesehen, der schöne neue Spielplatz war ein Ziel und sonst zog es uns mal hierhin und mal dorthin.

Es gab Gestreite unter den Jungs und ich hätte mir etwas mehr Rücksicht und Hilfsbereitschaft gewünscht. So sagte ich: „Wer von euch 5x irgendjemand eine Freude macht, bekommt ein Eis.“
Das Eis im Zoo ist sowas wie ein Ritual und ich war gespannt, wie das ausgeht.

Sie gackerten und hüpften, anderen vor die Füße, sie stänkerten mit dem Kleinen und meckerten und jammerten. Also gab es kein Eis.

„Alle Kinder im Zoo haben ein Eis!
Nur wir nicht.
Die anderen Mamas sind viel lieber…“

„Mir ist es wichtig, dass ihr tolle große Erwachsene werdet – und nicht, dass ich eine liebe Mama bin.“ – Bäm. Kein Eis.

Am Ende habe ich mich über mich selbst geärgert, dass ich so unentspannt und genervt war… aber so war es. Und heute war ein ganz anderer Tag!

Ich hatte einen freien Vormittag, habe geduscht, Dinge erledigt, eingekauft und Zeit für mich gehabt.
Den Kleinen und den Großen habe ich abgeholt, der Mittlere kam alleine. Es gab Milchreis mit Apfelmus am Gartentisch, die Hasen waren draussen und es war so entspannt!

Wir haben zusammen richtig viel geschafft, die Kinder haben echt geholfen. Zwischendurch hing der Kleine im Hängesessel und die Großen haben gespielt und so viel gelacht. Ab und zu hüpfte ein Hase über den kleinen Zaun (das macht er neuerdings gern) – dann brüllt einer: „Der Hase ist ausgebrochen!“ und alle lassen alles stehen und liegen und wir fangen den Hasen.

Wir haben sauber gemacht, Himbeeren geerntet, Spielzeug sortiert und den Schuppen aufgeräumt, falls die Hasen dort überwintern müssen.
Nur widerwillig kamen die Kinder gegen 18:30 Uhr ins Haus zurück.
Was für ein Unterschied!
Alle drei waren vor 20:00 Uhr im Bett, was zuletzt vor… ich weiß nicht, ob wir das schon mal geschafft haben.

Ich bin dankbar, dass wir diese Zeit jetzt geschafft haben – und mir wird klar, dass das die letzte große Hürde vor meinem Arbeitsbeginn war!
Schon in wenigen Tagen werde ich wieder als Erzieherin arbeiten! Das wird spannend! Ich weiß noch, wie ich im Januar 2010 mit dickem Bauch und großem Fest aus dem Beruf verabschiedet wurde.
Na dann… geht die Reise weiter!

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