Guck mal!

Emilian hat ein neues Wort, einen Aufforderungs-Satz: „Guck mal!“

Es gibt einige Wörter, die fast nur in Verbindung mit anderen Wörtern gesagt werden. „Nuckel“ und „Tuch“ zum Beispiel. (gemeint ist sein Kuscheltuch)
Wenn Emilian müde oder traurig ist, sagt er „nuckeltuch“ – auch, wenn er eins der beiden schon hat.

Das neue „guckmal!“ sagt er seit ungefähr einer Woche.. und er sagt es immer.
Er sagt es, wenn er uns irgendetwas zeigen will (natürlich!), aber auch, wenn er einfach beachtet werden will. Und wenn er dann irgendetwas Tolles macht und wir es wagen, nach dem ersten Mal wieder wegzusehen – dann sagt er es nochmal.
Zu manchen Zeiten sagt er es mehrmals in der Minute – ungelogen!
Und dann nervt es – teilweise, weil man gar nicht so viel gucken kann, wie er befiehlt – teilweise, weil man aber schon die ganze Zeit zu Emilian starrt und er immernoch ruft: „Guck maaaaal!“
„Mama, guck mal Emilian macht. – Mama, guck mal. Mamaaa. Guck maaaaaal!“

Und dann geht es um einen Fussball-Hochschuss, um einen Hopser, um eine Sandburg, um ein neues Geräusch, das er macht, um einen Turm aus Würfeln, um eine „Bahn“ aus Brotstückchen oder um Mikado-Stäbchen, die er sich zwischen die Zehen steckt…

Als er das Foto dann hier auf dem Bildschirm entdeckte, hieß es: „Guck mal!“
Und er setzte sich auf den Boden, steckte noch zwei Stäbchen zwischen die Zehen und sagte: „Guck mal, schon wieder!“

Vor einigen Tagen sind wir am Abend nochmal spazieren gegangen. Liam war bei mir in der Babytrage, Emilian trug seine Flasche und flitzte vor uns her. Wir unterhielten uns – plötzlich sah ich nur, wie Emilians Körper sich überschlug und er mit dem Kopf auf dem Boden landete. Sofort rannte mein Mann zu ihm, auch von der anderen Strassenseite kamen Fußgänger angelaufen, weil wir nicht schnell genug bei ihm waren. Ein großer Schreck!
Doch Emilian schrie nicht laut auf, er nahm seine Flasche wieder in die Hand, bemerkte seine komische Position auf dem Boden und rief: „Guck mal!“
Mein Mann sagte mir später, dass er mit einer Platzwunde und einer Fahrt ins Krankenhaus gerechnet hatte, scheinbar war Emilian aber mit dem Kopf auf seine Flasche gefallen – wir wissen es nicht.

Heute morgen sah er Liams leeren Autositz stehen, schaukelte ihn und sagte: „Guck mal!“.
Dann beugte er sich über den Sitz und sagte: „Na Liam, geht’s gut vielleicht?“

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