F wie Faulheit

Ich schreibe zur Zeit nicht so oft, weil ich faul bin, weil ich Urlaub habe, weil hier, ausser neuen coolen Kindersprüchen, nicht viel passiert, weil der Kindergarten-Start vor uns liegt und wir alle nicht wissen, was das wirklich in 6 Tagen für uns heißen wird, weil zwei gelangweilte und unterforderte kleine Brüder ab und zu mal lautstark aneinander geraten und weil die ruhigen Minuten, die ich gerne mal zum Bloggen habe, gerade selten sind.

Ein paar Tage vor der Beerdigung meines Opas habe ich Emilian erzählt, dass Opa gestorben ist.
Wir spazierten gerade an einem Friedhof vorbei, Liam war mit Papa unterwegs und ich nutzte die Gelegenheit. Seine erste Reaktion war: „Dann müssen wir jetzt zu Oma fahren“. Seine kindliche Betroffenheit und Ehrlichkeit und auch Leichtigkeit tat gut. Als ich ihm nämlich vor längerer Zeit, um die Sache mit Opa langsam angehen zu lassen, erzählt habe, was ein Friedhof ist, machte er Witze und sagte, ich solle ihm Fotos schicken, wenn ich dann gestorben bin… Ich habe ihm nicht erzählt, dass die Gestorbenen auf dem Friedhof liegen, denn „gestorben“ bedeutet in Emilians Kopf nicht „gestorben“. Er weiß, dass auf einem Friedhof Steintafeln stehen, die an Gestorbene erinnern.

Die Beerdigung war sehr feierlich, sehr traurig – wie eine Beerdigung sein sollte. Ungefähr 200 Menschen kamen, um sich von Opa zu verabschieden. Es hat gut getan, mit anderen zu weinen und das Mitgefühl von Freunden und Fremden zu spüren. Es war beeindruckend, die lange Menschenschlange zu sehen, die schweigend von der Kapelle zum Grab geht.
Es war beeindruckend, Opas Geschwister und Kinder zu sehen.. für die sein Tod eine ganz andere Bedeutung hat, als für mich.
Ganz abgesehen von Oma, seiner Frau, die so stark und tapfer an diesem Tag war.

Weil mein Mann mit Emilian den Friedhof ansah und Liam schlief, konnte ich wirklich in Ruhe und ohne meine Tränen erklären zu müssen am Grab stehen, eine Rose hineinwerfen und Abschied nehmen. Dafür bin ich sehr dankbar.
(Dass es im Kopf und im Herz noch viel länger dauert, lerne ich gerade.)

Nach der „Beisetzung“, wie man so sagt, wurde die Stimmung deutlich entspannter und es tat gut, neben den Tränen auch wieder zusammen zu lachen, Fotos von Opa anzugucken und dankbar für einen wunderbaren Mann, Bruder, Schwager, Vater, Onkel, Opa und Uropa zu sein.

 

 

Auf einem Spaziergang heute habe ich heruntergefallene Blätter und Kastanien gesehen. Und sofort stieg ein komisches Gefühl in mir hoch… aber ich werde jetzt nicht über den Herbst schreiben oder nachdenken. Der Sommer hat mich auf jeden Fall mit dem ungemütlichen und herausfordernden Frühling (oder was das auch immer war) versöhnt!

Ohne große Überleitung präsentiere ich euch jetzt die neuesten Kindersprüche meines fast dreieinhalbjährigen:

Emilian sieht eine verblühte Blume in meinem Beet und sagt: „Guck mal, Mama. Die Blume ist verblutet.“

Weil er meine äh.. Liebe zur Sonne und zur Wärme und mein demnach häufiges in-der-Sonne-Liegen beobachtet, stellte er sich vor ein paar Tagen an den Grill, um ‚auch braun zu werden‘.

Weil wir eine Freundin mit dem Auto mitnehmen wollte, quetschte ich mich auf die Rückbank zwischen die Kindersitze. Da höre ich die singende Stimme aus Emilians Mund: „Da kommt die dicke Daaame…“

Seit einiger Zeit macht er sich endlich Gedanken um… den Stoffwechsel. Ich denke, wenn im Kopf irgendwas passiert, passiert auch bald in der Windel.. nichts mehr. Jedenfalls fragt er, was Pipi ist, warum das rauskommt, was in der Windel ist und so weiter. (Wir sagen noch a-a zu dem Windelinhalt.. das ist mir peinlich, aber das ist wirklich das einzige Babysprachen-Wort, das wir benutzen!)

„Mama, wir brauchen nichts mehr trinken. Alles kommt ja wieder raus.“

„Warum kommt das a-a nicht ordentlich unten raus?“

Ein interessierter Blick in Liams Windel: „Was brauchte Liams Körper nicht?“

Und er sagt jetzt vorher oder wenigstens währenddessen Bescheid, er freut sich auf die „winzig-kleine“ Kindergarten-Toilette und irgendwann werden auch wir nur noch ein Kind wickeln müssen.

 

Und noch ein paar Sommerfotos:

 

In Papas Schuhen

Luft!

barfuß

Comments

  1. Marit says:

    Hab ich schon gelesen! Danke!

  2. Carola says:

    Mein Beileid zum Heimgang Deines Opas. Ich schicke Dir viele gute Wünsche, diese Zeit zu verarbeiten.

    Schau mal, dieser Artikel ist vielleicht ganz hilfreich:

    http://berlinmittemom.com/2013/08/06/mama-ist-oma-jetzt-ein-engel-mit-kindern-ueber-den-tod-sprechen/

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