Auffällig

Wir waren schon anders, als wir noch in der alten Heimat vormittags unterwegs waren – zu einer Zeit, wo viele andere Kinder im Kindergarten waren.
Auch jetzt habe ich das Gefühl: Wir sind was Besonderes – ob wir nun zu Fuß, mit Kinderwagen und Babytrage oder mit Doppelwagen unterwegs sind.
Sieht man sowas so selten?

Wenn wir Papa vom Bus abholen wollen und keine Lust haben, einen Wagen zu nehmen, gehen wir die wenigen Schritte einfach so.
Emilian zu Fuß und Mama mit Baby auf dem Arm. Ab und zu werden wir schon bestaunt, aber wir gehen ja nur ein paar Schritte vor dem Garten entlang.

Der Doppelwagen wird auch oft bestaunt, die Omis lächeln und gucken sich zu gern das Baby an. Der hintere Teil, in dem Liam liegt, ist gut versteckt und scheinbar sieht man auf den ersten Blick nicht, dass Emilian nicht alleine in dem Wagen sitzt. Viele bemerken erst, wenn Liam zu hören ist, dass da noch ein Baby liegt. Heute gingen wir an ein paar Männern vorbei, Liam weinte ein bißchen und einer der Männer sagte: „Ach, ich dachte gerade, da kommt eine Katze!“
Es kommt auch vor, dass sich andere Leute über den kleinen Emilian freuen – dann sehen sie Liam und staunen: „Oh, da ist ja noch ein GANZ Kleines!“ Gestern wurde mir angesichts des kleinen Menschens glatt nochmal zur Geburt gratuliert.

Ein paar Mal war ich auch schon mit der Babytrage unterwegs. Noch ist Liam so leicht, dass das die bequemste Variante ist. Fühlt sich fast wie schwanger an, nur irgendwie angenehmer. Scheinbar wird das kleine Baby so am wenigsten wahrgenommen.. und wenn Liam dann kurz knatscht oder seufzt, werde ich ganz erschrocken angeguckt. Ich saß gestern im Wartezimmer, neben mir ein ca 15 jähriges Mädchen mit Mutter. Liam schlief, war nicht zu sehen und zu hören, als er dann kurz jammerte, weil ihm zu warm wurde, muss das Mädchen sehr verwundert ausgesehen haben. Die Mutter fragt: „Watt denn, haste nich gesehen, dass da ’n Baby drin ist? … Findeste ditt süß? Nich, dass ick in 9 Monaten Oma werde..“ Sie redete nicht mit mir, aber schon so, dass ich es verstehen konnte.

Die meisten Leute, denen wir begegnen, freuen sich über uns, sind entzückt, bieten Hilfe an, Emilian bekommt auch ab und zu schonmal ein Bonbon an der Kasse zugesteckt. Und deswegen sind wir oft und gern zu dritt untwerwegs.

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