Auch dieser Winter endet irgendwann.

10. Februar 2021

Ich kann nicht mehr. Ich möchte nicht mehr.
In meinem Kopf sind hundert Blog-Einträge, voll von Frust und Hoffnung, Ideen und Hilfeschreie. Aber nicht mal dafür habe ich Zeit oder Ruhe.

Ich bin dankbar für so vieles. Ich bin gesund. Wir sind gesund. Ich hab meine Familie. Wir sind gesegnet und gut ausgestattet. Ich bin dankbar für den Schnee – heute sogar mit Sonne. Ich bin dankbar, dass wir ausschlafen können und ein warmes Haus mit großem Garten haben. Ja, bin ich. Aber trotzdem. Ich möchte nicht mehr!

In den letzten Tagen war ich traurig und ruhig, auch den Eintrag zum WMDEDGT am 05. Februar habe ich nicht geschafft. Mein Mann hatte Geburtstag – und Geburtstage in diesen Zeiten sind schwer für mich. Ich brauche Menschen zum Überleben. Dass ich damit fast die Einzige in unserer Familie bin, macht es noch schwerer. Die Lehrerin meines Sohnes würde sagen: „Sie haben Ihr Leuchten verloren…“

Andererseits erlebe ich, wie ich andere Menschen um mich herum ermutigen, anfeuern, trösten und ablenken kann. Das freut mich und macht mich demütig. Ich mach das gerne und gebe mir Mühe, aber es ist eine Entscheidung. Eine Einstellung für ein Ja zum Leben. Das ist kackschwer, aber es hilft mir selbst auch.

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So.. und jetzt wollte ich euch einen Blogeintrag hier hinrotzen und mich aufregen über Zeugnisnoten in dieser verrückten Zeit, über drei wilde Jungs, die ich nicht mehr zuhause festhalten möchte, die sich im ersten Lockdown wunderbare nahe gekommen sind und zusammen spielen konnten und sich jetzt ordentlich auf die Nerven gehen, über Online-Treffen mit Kind auf dem Schoß, über Nackenverspannung, über Schneepfützen im Flur und nasse Handschuhe, über Homeoffice und Homeschooling, über fehlende Freundinnen, über fehlende Zeit für mich, Zeit mit meinem Mann…

… aber es scheint so schön die Sonne und der Himmel ist blau, der Schnee glitzert und ich kann gerade gar nicht mehr so viel finden, worüber ich mich aufrege. So funktioniert mein Gehirn.

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Ich möchte euch stattdessen eine wunderschöne Deko-Idee einer Freundin zeigen, die nur bei eisigen Temperaturen funktioniert.
Ich kann mich so sehr freuen über solch zauberhafte Kunst und mal wieder sind es die kleinen Dinge, die den großen Unterschied machen.

Also los:

Nehmt euch eine Schüssel eurer Wahl, nur gefrierfest muss sie sein.

In diese Schüssel stellt ihr eine etwas kleinere Schüssel und legt einen schweren Gegenstand, zbspl. Stein hinein.

In die große Schüssel füllt ihr vorsichtig viel Wasser, die kleine Schüssel kann ruhig etwas schwimmen, soll aber gerade sein.

In den Rand zwischen den beiden Schüsseln legt ihr nun Obstscheiben von einer Zitrone, Limette, Orange – oder auch große bunte Blütenblätter.

Das stellt ihr in den Garten oder sonst wo in die Kälte – und kurz danach habt ihr eine wunderschöne Eis-Schale, in die ihr sogar ein Kerzenlicht stellen könnt.

In wenigen Stunden werden wir erfahren, wie es in Berlin und Deutschland weiter geht – und wir werden das schaffen.

Auch dieser Winter wird enden.
Auch dieser Lockdown wird enden.
Auch diese Pandemie wird enden.
Auch diese Phase wird enden.
Auch diese Dunkelheit geht vorbei.

Und wir werden wieder im Garten sitzen und feiern, das Gesicht in die Sonne halten und zusammen lachen. Wir werden Wein trinken und Kerzen anzünden, wir werden die Kinder mit dem Sprenger nass spritzen. Wir werden uns umarmen und küssen, unser Essen teilen und nah beieinander sitzen.

Bis dahin wünsche ich uns Geduld und Liebe, Fröhlichkeit und Hoffnung und viele kleine Dinge, die das Leben schön machen!

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