12 von 12 im Mai

12. Mai 2023

Heute war ein ziemlich verrückter Tag. Ich war so viel unterwegs, das Wetter war schön. Ich habe so viele Fotos gemacht. Und viele Entscheidungen mussten getroffen werden.

Ich erzähle euch davon. Nach der alten Blogger-Tradition (Werbelink) ist es üblich, am 12. eines Monats 12 Fotos vom Tag zu machen. Here we go:

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Mein Freitag beginnt mit dem Morgengebet. Es ist um 5:30 Uhr schon unglaublich hell draussen. Wir beten online für eine Stunde zusammen.

Mein Mann ist für ein paar Tage beruflich in der Schweiz, also wecke ich alle drei Jungs. Freitag ist der einzige Tag, wo sie alle drei zusammen aufstehen können. Ich trinke einen Kaffee und mache dreimal Frühstück und dreimal Brot-Boxen. Freitags gibt es Nutella auf dem Frühstückstoast! Der Mittlere fährt zuerst los, dann der Große. Es ist hell und warm und wir haben gute Laune. Kurze Zeit später bringe ich den Kleinen in den Kindergarten.

Eine große anstrengende Baustelle vor unserer Strasse wurde entfernt und wir können wieder viel einfacher fahren. Im Kindergarten ist er 7 Minuten nach Gruppen-Öffnung das dritte Kind. Ihr wisst ja, wie gerne er der erste ist. Oder wäre. (Waren wir noch nie). Heute ist er mit dem 3. Platz aber zufrieden.

Ich trage schon mein MOPS Motto-Shirt, denn gleich danach fahre ich in die Kirche, wo unser Mama-Treffen stattfindet. Vorher kaufe ich noch etwas Kleines für unser Muttertags-Frühstück. An der Kirche bin ich die erste und sehe, dass die Blümchen dringend Wasser brauchen. Ich nehme mir noch Zeit zum Gießen.

Mit den Mamas frühstücken wir und reden über unsere mentale Gesundheit, die so wichtig für uns und unsere Familien ist. Wir reden darüber, was uns hilft, gesund und vor allem glücklich zu sein. Selbstliebe. Zeit für uns. Kein Vergleichen. Annahme. Gute Laune. Gutes Essen. Schlaf. Freundinnen.

Nach dem Treffen hole ich den Kleinen wieder ab. Die Fahrräder der coolen Kita-Jungs stehen draussen schön nebeneinander. Wir sind dann zu zweit zuhause und haben wenig Zeit. Es gibt kaum Pausen zwischen meinen Tagespunkten.

Wir wollen nämlich zum Kinderarzt. Ohne Termin am Freitagnachmittag. Der Kleine wurde am Anfang der Woche von einer Zecke gebissen. Die Stelle ist nicht typisch gefährlich-rot, aber irgendwie doch rot und komisch. Normalerweise gehe ich nicht schnell zum Kinderarzt und habe für und gegen alles meine ätherischen Öle. Aber bei Zeckenbissen bin ich irgendwie doch unsicher…

Ich klebe den beiden Großen einen Zettel mit einer Nachricht an die Tür, weil der Große den Schlüssel hat und der Mittlere vor ihm Schluss hat. Eine Freundin in der Nähe weiß Bescheid, dass die Jungs evtl. kommen, wenn ich zu lange in der Praxis warten muss.

Die Praxis öffnet um 14:00 Uhr. Trotz unglaublicher Baustellen und den blödesten Straßensperrungen sind wir rechtzeitig da und warten noch ein paar Minuten im Flur. Beim nächsten Mal fahre ich mit dem Rad!

Es ist nicht voll in der Praxis und wir warten kaum 10 Minuten. Ich finde sogar einen Kinderbuch-Schatz aus meiner Kindheit! Der Große ruft mich an und sagt, dass er überraschend früher Schluss hat und schon zuhause ist. Da bin ich erleichtert.

Die Ärztin guckt sich die Stelle kurz an und verschreibt dem Kleinen 10 Tage Antibiotikum. Ich fühle mich nicht so ganz ernst genommen und schnell abgefertigt. Ich gehe schon wirklich selten zum Kinderarzt und soll jetzt so lange Antibiotikum geben, wegen einer Sache, die vielleicht gar keine Sache ist? Aber mit Zeckenbissen ist ja auch nicht zu spaßen… Die Entscheidung fällt mir schwer. Wenigstens habe ich gleich für die Jungs und mich einen Termin für die FSME-Impfung ausgemacht. Unsere Krankenkasse zahlt diese Impfung neuerdings.

Erstmal genießen wir die Sonne und der Sohn bekommt ein Eis. Melone mit Streusel im Becher. Ich schreibe meinem Mann von den neuesten Erkenntnissen und wir beraten uns. Dann fahren wir nachhause zu den Großen. Sie sind gut drauf und freuen sich auf ein Fest, was heute bei den Pfadfindern stattfindet.

Ein neues Nintendo-Spiel, auf das sie lange, lange warten, ist heute endlich angekommen und ausnahmsweise dürfen sie ein paar Minuten spielen. Plötzlich wird ein Sohn ganz traurig und besteht darauf, es nur mit Papa zu spielen. Papa hätte genauso mit gewartet und gefiebert, Papa hätte schließlich bezahlt, also wird mit Papa gespielt.
Mein Mann hat mir extra geschrieben, dass es okay wäre, wenn sie schon starten. Nun haben wir ein Problem. Das eine Kind möchte UNBEDINGT warten. Das andere Kind möchte UNBEDINGT spielen.

Ich mache mir einen Kaffee und bereite in der Zeit schnelle Blätterteig-Muffins mit Käse und Schinken für das Royal Ranger fest zu. Unser Stamm feiert heute nämlich seinen 1. Geburtstag!

Die wenige Zeit, die die Jungs zuhause haben, verbringen sie leider mit einer fetten Diskussion. Ich finde es sehr wichtig, dass sie das jetzt durchhalten und schaffen. Ich stehe ihnen bei, denn ich verstehe wirklich beide Seiten und ahne, dass es hart wird, aber dass sie es schaffen werden. Am Ende wird es lauter und es gibt Tränen, aber einer gibt nach und sie spielen das Spiel nicht.

Eine Freundin des Mittleren kommt, denn sie möchte heute mal bei den Pfadfindern zuschauen. Sie fahren mit dem Rad los. Ich fahre mit dem Großen, weil ich das Essen auf dem Rad transportiere. Wir sind spät dran, der Große hat etwas wichtiges vergessen und hat dann noch Probleme mit seinem Rad. Er hat es echt schwer, aber er kämpft sich richtig tapfer durch die Hindernisse. Ich bewundere ihn, dass er sich da durchbeißt. Ich sehe sehr viel Reife in diesem Kind – und ich sehe auch die Werte der Royal Ranger, die diese Resilienz und Willenskraft zum Vorschein bringen.

Mit dem Kleinen hinten auf dem Rad fahre ich weiter zur Apotheke, um das Medikament zu holen. Ich spreche noch kurz mit dem Apotheker, auch er wirkt unsicher, würde das Medikament aber verabreichen. So eine schwere Entscheidung.. ich will das Medikament dann kaufen… es ist aber nicht vorrätig!

Wir kennen die Medikamenten-Knappheit, die uns in Deutschland plötzlich betrifft. Der Verkäufer sucht noch nach Alternativen, findet aber keine, die wir dem 6jährigen ohne Bedenken geben können. Vielleicht hat sich mein Problem so ganz von allein geklärt? Im Drogeriemarkt kaufe ich Kühl-Gel, speziell für Zeckenbisse. Ich schreibe noch weiter mit Freundinnen aus Arzt und Apotheke. Die Mehrheit rät vorsichtig zu dem Medikament. Eine Freundin aus einer anderen Apotheke kann das Antibiotikum in einer Nachbar-Filiale für uns reservieren.

Ich komme mir echt vor, wie in einem komischen Film und bin heute irgendwie extrem viel am Handy. Als wir nachhause kommen, sagt der Kleine: „Jetzt brauchen wir aber mal Ruhe! Wir waren ja heute kaum zuhause!“

Ich esse was, gieße meine Garten-Blumen und setze mich in die Abendsonne. Der Kleine darf an meinem Handy spielen. Ich räume ein bißchen in der Küche auf und bereite den Abend mit den Jungs vor. Sie haben sich einen Film-Abend gewünscht.

Im Garten freue ich mich über meine blühenden Pflanzen. Sogar dieser Bitterwurz blüht zum ersten Mal. Und so schön rosa! Ich liebe meinen Steingarten!

Wir warten auf der Straße. Fast zeitgleich mit den Jungs kommt meine Schwester nach Feierabend vorbei und bringt einen gewünschten (sehr eingeforderten) Lieblingssnack der Jungs mit: Salami-Brezeln! Ausgerechnet davon habe ich nun kein Foto!

Wir reden kurz, über das Fest und meine Arzt-Geschichten, dann gehen wir rein. Die Jungs sind schlapp. Ich zeige ihnen am großen Bildschirm ein Video von Papa aus der Schweiz, wo er sie grüßt und ermutigt, ihnen dankt und offiziell erlaubt, das Spiel zu spielen. Nicht nur ich bekomme feuchte Augen, als ich diese Nachricht höre. So viel Liebe und Wertschätzung in diesem Gruß Video von Papa!

Da für heute Abend sowieso ein Film auf dem Plan stand, ist das Thema erstmal geklärt. Wir werden sehen, was morgen passiert. Der Film, den ein Sohn ausgesucht hat, heißt „Home“ und es geht um einen kleinen Außerirdischen, der auf der Erde landet. Das ist so ein verrückter Film mit ganz besonderem Humor und so vielen witzigen, fast bescheuerten Details.. wir müssen alle lachen und das lockert die Stimmung gut auf. Ich bin geschafft, aber dankbar und erleichtert, wie gut wir diesen aufregenden Tag gemeistert haben!

Die Jungs ins Bett zu kriegen, ist heute leicht. Mit dem Kleinen bete ich heute besonders um Schutz für seine Gesundheit. Den Großen lobe ich für seine mentalen Kämpfe, die er heute gewonnen hat. Der Mittlere, der mit dem Spiel auf Papa warten wollte, darf in Papas Bett schlafen.

Ich bin seit 05:30 Uhr wach und schreibe jetzt diesen Beitrag fertig, trinke ein Glas Wein und überlege, ob ich die Unordnung in der Küche ignoriere oder beseitige… Was für ein Tag!

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