12 von 12 im Januar

12. Januar 2021

Ich weiß, dass viele Familien in Deutschland jetzt erst mit dem „Distanzunterricht 2021“ begonnen haben, weil die Ferien vorbei sind.. wir machen das schon ne Weile und sollten eigentlich routiniert sein.

Aber heute war so ein Tag…
Es ging mir körperlich und seelisch gut, aber ich hab eine Million Dinge angefangen, unterbrochen, weitergemacht, unterbrochen, neu anfangen, abgebrochen.
Um 21:30 Uhr liegen die Kinder leise in den Betten, ich sitze hier inmitten von vollen Wäscheständern und werde mir gleich ein Glas Wein holen und die Nägel schön lackieren. Puh…

Zum Frühstück hatte ich Lust auf frische Scones…

… und habe dann plötzlich mit bemehlten Händen Erdkunde unterrichtet, Kaffee getrunken, dem Mittleren beim Brief-an-sich-selbst-schreiben geholfen und dem kleinen nackten Mann konnte ich nicht abschlagen, mitzuhelfen.

Weil der Jüngste in ein paar Tagen Geburtstag hat, sind wir auf die schlaue Idee gekommen, ihm für den Countdown wieder einen Adventskalender zu schenken. Er öffnet nun also wieder täglich Türchen und muss noch 9x schlafen, bis wir seinen 4. Geburtstag feiern.

Der Große übt für ein Online-Diktat und stellt glücklich fest, dass er schön schreiben kann. Ich stelle glücklich fest, dass er fehlerfrei schreiben kann (trotz absolutem Chaos ringsherum). Er hat übrigens zu Weihnachten Gehörschutz-Kopfhörer (Werbelink) bekommen und vielleicht war das eins der besten Geschenke. Erst Recht in dieser Zeit. (Ich setz die auch gerne auf…)

Mein Mann sitzt im Büro und arbeitet. Vor der Tür steht viel Spielzeug, was Freunde abgegeben haben. Ich bin gerade eine ehrenamtliche Sammelstelle. Der Mann verdreht die Augen. Die Kinder arbeiten oder telefonieren mit der Schule. Die Küche sieht aus.. ich wollte eigentlich vor dem Frühstück duschen. Die Waschmaschine ist fertig.

Da piepst in meinem Handy eine Erinnerung für ein Online Meeting. Alle MOPS-Mamas aus Europa treffen sich für ein monatliches Coaching. Ups, fast vergessen.. Ich schicke die Kinder schnell in ihre Zimmer (als ob sie da bleiben!), ziehe mir eine Jacke über meinen Schlafanzug, damit es nicht so verschlampert aussieht, setze mir die Kopfhörer auf logge mich ein. Ca. 1 Stunde geht das Meeting und natürlich hopsen die Kinder irgendwann neben mir auf der Couch und gackern, weil sie mich englisch reden hören, natürlich ist der TipToi Stift an und natürlich toben sie, bis wir sie in den Garten schicken. Es tut gut zu hören, dass es Mamas überall in Europa gerade genauso geht, sie genauso fertig im Schlafanzug vor dem PC sitzen und sie genauso strenge Blicke in Richtung Kinder werfen.

Eine Freundin kommt und holt etwas ab. Sie grinst, als sie mich im Schlafanzug sieht, dafür weiß sie nicht mehr, welcher Wochentag heute ist. Nur Mütter können verstehen, was wir gerade erleben/durchmachen.

Es ist irgendwas nach 14:00 Uhr, als ich in die Dusche gehe… Immerhin spielen die Jungs inzwischen und der Mann kann mit einem Ohr auf sie hören. Ich lasse mir eventuell für alles etwas Zeit. Der Kleine ruft in der Kita an, zwei seiner Erzieherinnen haben heute Geburtstag. Wir stellen auf laut und schmelzen dahin, als er gratuliert.

Die Jungs haben sich gegenseitig eine Schnitzeljagd mit kleinen Botschaften im Haus gelegt. Ich freue mich, dass sie bei Regen und Lagerkoller doch auch gute Ideen haben. Ich suche neue Bettwäsche raus und beziehe unser Bett schnell. Dann mache ich eine zweite Waschmaschine an. Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Hausaufgaben, die erledigt werden. Wir machen das locker über den ganzen Tag verteilt. Der Mittlere macht ein bißchen Englisch, der Große arbeitet an Wortstämmen. Und an seiner Schönschrift.

Mit einigen Freundinnen haben wir einen kleinen Koffer auf die Reise geschickt. Jede, die den Koffer hat, darf sich etwas nehmen und etwas Schönes hineinlegen und ihn der nächsten Person heimlich vor die Tür stellen. Er ist schon eine Weile unterwegs und heute überlege ich, was ich nehme und gebe, damit er weiter reisen kann.

Wir tauschen Kind gegen Kind mit unseren Freunden und freuen uns, dass inzwischen auch die beiden Jüngsten (beide 3) sich gegenseitig ohne Eltern besuchen. Sie spielen mit der Hotwheel-Bahn (Werbelink) und knabbern Salzstangen aus der Snack-Bar.

Als der Mann aus dem Büro kommt und alle Kinder wieder da sind, schnappe ich mir die beiden Großen und fahre die Spielzeug-Spenden zu einer Freundin. Es passt gerade so ins Auto! Das sind meine kleinen Ehrenämter, aber ich mache das so gerne. Ich weiß, dass es anderen Menschen gut tut und ich hoffe, dass meine Kinder lernen, was ich von meinen Eltern gelernt habe. Ratet, wer nämlich jahrelang eine Sammelstelle in der Garage hatte…

Von der Snack-Bar muss ich euch noch erzählen!
Es gibt so Ideen im Internet, die sind wunderbar und ich denke: „Warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen??“ Dafür liebe ich das Internet!
Wir haben jetzt also eine Snack-Bar.
Das ist ein freigeräumtes Schubfach mit vielen kleinen, meist gesunden, Snacks. Die Kinder dürfen sich nach dem Frühstück und zwischen den Mahlzeiten dort selbst bedienen. Und das klappt!
Kein Gejammer:
„Mama, ich hab Hunger.
Wann gibt’s Essen?
Darf ich was essen?“
Sie bedienen sich selbst, bewirten Brüder, Freunde und Eltern und ich bin begeistert!
(Gesehen bei Frische Brise) (Werbelink)

Zurück zum 12. Januar.
Da sitze ich also mit meiner Wäsche, mit meinem Wein im bemalten Kinderglas und mit einem dicken Roman, den ich mir gestern aus einer Bücherbox in der Nachbarschaft genommen habe. Vielleicht für die nächsten Weihnachtsferien?

Ich empfehle euch heute noch diesen Beitrag von Veronika Smoor:
Dinge, die uns den Lockdown erleichtern
(Werbelink)

Und dann schicke ich euch zu Caro und allen wunderbaren 12von12 Bloggern im Januar 2021: Klickt hier
(Werbelink)

Macht’s euch schön und verliert den Humor nicht.
Wir schaffen das!

Comments

  1. Suse says:

    Ach ja, sind wir Corona Eltern nicht alle irgendwie seltsam geworden? Anfangs noch gestyled im Homeoffice, mittlerweile eben im Schlafanzug bis abends… Na und?
    Von MOPS höre ich gerade das 1.Mal. Klingt spannend.
    Liebe Grüße
    Suse

    1. Marit says:

      Danke für deinen Kommentar. Schön, dass es euch ähnlich geht 🙂

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