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Sommer-Mama

Das ist meine Jahreszeit.
Absolut.

März ist toll fürs Gefühl und für die ersten warmen Strahlen.
April ist toll zum Geburtstag feiern und um sich über die ersten Farben zu freuen. Aber jetzt… das liebe ich!
So warm wie es geht, so sonnig, wie es geht, so hell wie es geht. Immer bitte.

Im Juni 2015 habe ich einen Artikel von MOPS für den Blog übersetzt: In diesem Sommer möchte ich JA sagen

Ich denke immernoch oft daran.
Im Sommer fällt mir das leichter. Der Dreck, die Jungs, der Haushalt, die Termine.

Im Sommer möchte ich meine fröhlichen Kinder ansehen – und nicht den Dreck, den sie machen.

Im Sommer möchte ich in die leuchtenden Augen meiner Jungs sehen – und nicht die Flecken in ihrem Gesicht.

Im Sommer möchte ich an ihren T-Shirts sehen, wie glücklich sie gespielt haben und wie oft sie Eis essen durften – und nicht, wieviel Wäsche das bedeutet.

Im Sommer möchte ich mich an den kleinen Füßen freuen, die barfuß über Wiesen und Steine hüpfen – und nicht die schwarzen Tapsen auf dem Küchenfußboden sehen.

Im Sommer möchte ich die Pflanzen und Blumen ansehen – und nicht den gelben Blütenstaub, der auf allen Möbeln liegt.

Im Sommer möchte ich mich über alles Grün im Garten freuen – und nicht das Unkraut sehen, das wirklich wild wuchert.

Im Sommer möchte ich mich mit den Kindern auf der Terrasse in Wasserschüsseln setzen – und nicht über die Wasserflecken an den Fensterscheiben stöhnen.

Im Sommer möchte ich mit Freunden im Garten sitzen und essen und grillen und Wein trinken – und mich nicht über Geschirrberge ärgern.

Ich freue mich auf den Sommer!

 

Emilian hat heute mit seiner Klasse einen Ausflug zum Wasserspielplatz im Britzer Garten gemacht. Für die Schulkinder, die in der Schule waren, gab es das erste Hitzefrei.

Nach dem Mittag haben wir uns die leckersten holländischen Honigwaffeln gekauft und sind zu fünft ins Schwimmbad gefahren, um Emilian bei seinen letzten Stunden zu unterstützen.

Als ich im Auto über die Hitze gestöhnt habe, hat Liam sofort angemerkt, dass ich mir das doch seit langem gewünscht hätte. Und er hat ja recht.
Nur nicht mit langer Jeans – zu fünft im Auto – bei Feierabendverkehr – und Übelkeit. Hab ich ihm erklärt.

Die ersten Kinder des Kurses springen schon ins Wasser und schwimmen los. Das ist so toll zu sehen und die Eltern an der Scheibe strahlen vor Glück.
Emilian macht sehr gute und saubere Bewegungen – aber der Respekt vor dem Wasser ist noch zu groß. Ich erinnere mich an meine Angst, damals in der 3. Klasse.

Und ich höre zu, wie mein Mann, der Coach, mit Emilian redet und ihm hilft, seine Angst zu überwinden. Das ist unglaublich. Emilian ist ja sozusagen der einzige „Klient“, bei dem ich zuhören darf. Ich hatte hier im Blog schonmal geschrieben, wie das zusätzliche Studium meines Mannes uns geholfen hat… und gerade sehe ich wieder zu und bin sehr begeistert!

Der Nachmittag bestand nach Wasserspielplatz und Schwimmkurs wieder zum größten Teil aus nackt-im-Garten-durch-den-Sprenger-springen-und-vor-Freude-quietschen.

Ich bringe die Kinder zur Zeit nicht sehr pünktlich ins Bett, ehrlich gesagt. Die hellen Abende sind mir einfach zu schade.

Die Tage und Nächte, die jetzt kommen, sind wertvoll.
Für mich. Und für meine Familie.

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Die längste Woche meines Lebens

Meine Kinder sind jetzt 4 und 6 Jahre alt!
Ich hab keine Ahnung, wie und wann das passiert ist… Ich weiß nur, dass ich hier sitze, an einem sauberen Tisch, auf sehr sauberen Boden und.. ja, ein Glas Rotwein steht wohl auch hier.

Zwei volle Geburtstagstische und dunkle Augenringe sind Zeugen der letzten Tage. Mit Fotos von Liam klebt eine große 4 an der Tür und mit Bildern aus Emilians Leben klebt eine 6 an der anderen Tür. Ich war nicht mehr so fertig seit den Baby-Koliken von Liam, echt jetzt.

Ich danke allen (falls ihr es nicht bis zum Schluss des Eintrags schafft…), die diese Tage ohne Papa für mich und die Jungs so besonders gemacht haben! Ihr wisst, dass ich euch meine.
Danke, dass ihr meine Jungs so liebt.
Danke, dass ihr uns so beschenkt.
Danke, dass ihr wisst, was wir wann am meisten brauchten.
Danke, dass ihr da seid, wenn es wichtig ist.
Ohne euch wäre mein Leben anders und ich nach dieser Woche wahrscheinlich gar nicht mehr.

Für Blog-Einträge zwischendurch war wirklich! keine Zeit, obwohl jeder Tag einen eigenen Text verdient hätte.
Das kommt jetzt dafür alles in einem Wisch.
Sollte euch der lange Text stressen – bitte. Meine Woche war gar nichts dagegen…

 

Samstag, 12. März

Von Samstag gibt es schon 12 Fotos im letzten Eintrag. Ein voller Tag, wir sind beschenkt von und mit tollen lieben Menschen.

 

Sonntag, 13. März

Schon am Morgen im Gottesdienst trafen wir Freunde aus Kenia und Kalifornien, die gerade angereist sind, um eine Woche in Berlin Zeit mit Kirchen und Flüchtlingen zu verbringen. Alte Freunde aus Kalifornien nach so langer Zeit plötzlich in unserem Gottesdienst zu sehen, verwirrt mich und ich musste in diesen Tagen viel an unsere Zeit in Kalifornien denken. Wir erzählten, machten Fotos und erinnerten uns an schöne alte Zeiten.
Nach dem Gottesdienst blieb mein Mann mit allen Dazugehörigen dieser „Aktionswoche“ zum Mittag in der Kirche und ich fuhr mit einer Freundin und den Kindern in die Markthalle Neun zum Naschfest. Wir verabschiedeten uns von Papa, der am Abend für 4 Tage zum Studium nach Hannover fahren würde.

Ich bin mir sicher, dass „das Naschfest“ eine tolle Ausstellung ist und dass es viele leckere und neue und wunderbare Gebäcke gegeben hat – aber es war SO VOLL. Wir konnten nichts sehen, kaum laufen und jede von uns hatte ein Kind fest an der Hand, um es nicht zu verlieren. Wir konnten ein paar Blicke auf leckere Cupcakes oder bunte Macarons werfen, die Kinder haben einen riesigen Osterei-Cookie mit buntem Frosting und tausenden Zuckerstreuseln dekoriert und mitgenommen und wir haben einen Kaffee getrunken. Mehr Nerven hatte ich nicht mehr.

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Weil wir dann früher als geplant wieder zuhause waren, konnten wir Papa zum Busbahnhof fahren. Diese kurze Familienzeit tat gut.
Die Kinder gingen schnell ins Bett und bis sehr spät in die Nacht bastelte ich die Einladungen für Emilians Freunde, um sie am Montag Morgen in die Fächer legen zu können.

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Montag, 14. März

Unglaublicherweise standen wir alle weit vor 7:00 Uhr früh genug auf, sodass beide Jungs rechtzeitig in der Kita waren. Ich konnte in beiden Gruppen noch ein paar Minuten sitzen, was den Abschied tausendmal leichter machte und trotzdem war ich überpünktlich im Büro.
Super-Mom!
In der Zeit zwischen Feierabend und der Kinder-Abholzeit konnte ich kurz Einkäufe erledigen und mich um die unzähligen Listen kümmern, die für diese Woche auf mich warten. Geschenke kaufen und einpacken, Piraten-Party Snacks kaufen, Luftballons vorbereiten, Dekoration überdenken.
Mit den Kindern bereitete ich die Muffins vor, aber viel mehr konnte ich nicht erledigen, weil am Abend viele Freunde zu Besuch kommen würden. Über Jahre waren wir eine „Kleingruppe“ unserer Kirche, wir standen und stehen uns sehr nah und werden uns nun dritteln, um aus einer großen Gruppe drei neue Kleingruppen zu machen. Mit Raclette, Lachen und Gesprächen und lieben Briefen des Dankes und der Ermutigung verabschieden wir uns am Abend. Es gibt nicht viele Menschen, die ich so oft und sehr gern jederzeit in mein Haus und mein Wohnzimmer lasse.
Ein riesiger Geschirr- und Reste-Essen-Berg musste bewältigt werden, dann kam die Piraten-Deko und das Geschenke einpacken. Meine liebe Schwester klebte eine wunderschöne 4 mit Liams Fotos an die Tür, Luftballons, Geburtstagstisch und so weiter…. Dazu kam das Essen für die Kindergarten-Gruppe – weit nach 1:00 Uhr nachts fielen wir ins Bett.

 

Dienstag, 15. März

Emilian kletterte früh zu mir unter meine Decke und kurz vor 7:00 Uhr schlichen wir an Liams Bett, um „Happy Birthday“ zu singen. Nach dem 4. oder 5. Mal bewegte er sich, obwohl ich sicher bin, dass er wohl vorher aufwachte und sich noch ein bißchen in der Aufmerksamkeit sonnte.
Wir frühstückten schnell und Liam stürzte sich auf seinen Geschenke-Tisch. Sehr voller Freude und dankbar und wertschätzend begrüßte er jedes Geschenk. Emilian war äußerst geduldig, liebevoll und unterstützend. Er ist immer der Große, der zu Liams Feier noch 6 Tage warten muss.
Wir fuhren mit dem Auto in die Kita, um das ganze Essen heil abgeben zu können. Die Erzieher waren entzückt über die Snacks in den Piratenbooten und die Muffins.

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Ich meine, geplant zu haben, an diesem freien Vormittag auszuruhen oder gar zu schlafen – keine Chance. In den freien Stunden dekorierte ich den Piraten-Tisch, machte Snacks und erledigte Einkäufe. Für die Piraten-Schlacht schleppte ich unsere Gäste-Couch ins Kinderzimmer und die meiste Zeit brauchte ich für die coolen Piratenhaken.

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Beide Jungs konnten nach dem Mittag nachhause und sie ruhten ein bißchen aus.
Ich faltete wieder Piraten-Schiffe für die Snacks, zusammen bemalten wir eine sehr coole Piraten-Tischdecke und Liam sah mich so rumwusel und sagte: „Mama, ich hab dich lieb!“

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Die Gäste kamen, verkleidet und mit guter Laune. Wir aßen, hörten Piraten-Lieder und dann gab es oben im Kinderzimmer eine Schlacht. Die beiden großen Kinder durften aufs Hochbett und die fünf Kleinen sollten sich in der Klappcouch verstecken. Es gab viele Angebots-Zeitungsblätter, die wir zerknüllten und uns damit beworfen. Alle mochten den Spaß nicht, aber für den Rest war es eine coole, wilde Schlacht.
Die Kinder im Alter zwischen 1 und 6 teilten sich schnell in kleinere Gruppen und so verschwanden auch mal welche nach draußen, um kurz „unter sich“ sein zu können. Es war eine schöne, friedliche Piratenparty.
Zum Abendbrot gab es HotDogs und Liam war am Ende des Tages wirklich glücklich. Er schlief vor Emilian ein, was weniger als einmal im Monat vorkommt.

 

Mittwoch, 16. März

Nachdem beide Kinder in Liams Gruppe abgegeben waren, traf ich mich mit Freunden in der Kirche. Emilian wollte überhaupt nicht gern in der fremdem Gruppe bleiben. Ich hatte einen meiner freien Vormittage und konnte mir die Extra-Minuten leisten.
Im Anschluss an unser Treffen in der Kirche landeten meine Schwester, ich und zwei Freundinnen in einem schönen Eiscafé. Wir frühstückten und genossen uns, das Leben, die Sonne und die Freundschaft.
Auf dem Weg zurück begegneten wir unserem Bruder, der zu uns unterwegs war. Unser Familien-Zahnarzt des Vertrauens hat seine Praxis in einem Vorort von Frankfurt/O. und wir alle hatten dort einen Termin.
Ich holte die Kinder ab, wir aßen kurz Geburtstages-Reste, packten unsere Zahnbürsten ein und machten uns auf den Weg nach Frankfurt/O. Der Kindergarten-Zahnarzt hatte mir per Zettel-Nachricht schon vor ein paar Wochen angedeutet, dass Emilian „behandlungsbedürftige Schäden“ in seinem Mund hätte und tatsächlich gab es dort wohl zwei Löcher. Emilian saß auf meinem, Schoß und fing sofort an, zu weinen. Jedoch redete ihm die Zahnärztin sehr gut zu und mit ihr zusammen durfte er erst mich behandeln. Obwohl glücklicherweise nicht viel zu tun war, bekam ich doch eine kleine Behandlung + Betäubung. Emilian durfte wirklich richtig assistieren. Ich war für einen emotionalen „Du musst aber den Mund aufmachen“-Kampf viel zu müde und zu schwach und betete um Hilfe. Als Emilian dann zu den Vorschlägen der Zahnärztin immer wieder nickte und auch den Mund öffnete, konnten wir es kaum glauben.
Er bekam „Schlafsaft“ für den Zahn und das Loch im Zahn wurde gesäubert und gefüllt. Die „Zahnweh-Männchen“ durften wir in einer Tüte mitnehmen (Ja, sowas gibt’s) und Emilian war der stolzeste Mann auf Erden. Mit der Betäubung kam er nicht so gut klar. Immer wieder fühlte er mit dem Finger seine Lippe und als am Abend die Schmerzen kamen, jammerte er ein bißchen. Viel zu spät und nach viel zu langem Sitzen im Auto brachte ich die Jungs ins Bett.

 

Donnerstag, 17. März

Die kurzen Nächte und die Zeiten ohne Papa zerrten an unseren Nerven. Im Büro konnte ich die Augen kaum offenhalten, aber die Sonne machte mich sehr glücklich.
Am Nachmittag bereitete ich unser Gästezimmer vor, denn eine Freundin mit Freundin würde für 4 Tage nach Berlin kommen und bei uns wohnen.
Wir bemalten unsere ausgeblasenen Ostereier (diese Tüte von dm kann ich wirklich sehr empfehlen) und ich schaffte es, 52 Muffins für die Hochzeit von Freunden zu backen! Dieser Aufgabe wollte ich mich eigentlich am Freitag annehmen und ich war sehr froh, das am Donnerstag schon geschafft zu haben. Emilian war mir eine große Hilfe und kurz bevor die Mädels ankamen, waren wir fertig.

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Die Farbe geht wieder ab!

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Ich brachte die Jungs ins Bett und weil die beiden Besucherinnen da waren, konnte ich meinen Mann in Ruhe vom Busbahnhof abholen. Ich schmierte ihm ein Brot und brachte einen frisch gebackenen Muffin mit – und war sehr froh, dass er wieder da war.

 

Freitag, 18. März

Obwohl die Woche sich dem Ende näherte, spitzten sich die Ereignisse doch zu und ich spürte meine Erschöpfung mehr. Nach den drei Stunden im Büro gingen die Planungen zuhause weiter. Mein Mann war mit seinem ehemaligen Chef aus Kalifornien unterwegs und ich gönnte ihm diese Zeit sehr. Der Handwerker vom „Leben ohne Lampen“-Experiment kam spontan vorbei, um wie versprochen die Löcher in den Decken zu verputzen.
Am Nachmittag holte meine Schwiegermutter die Jungs zum Kindergeburtstag ihres Freundes ab. Er hat genau in der Mitte meiner Jungs Geburtstag und so wird das wohl im März immer sein. Es fiel Emilian nicht leicht, zu gehen und ich ärgerte mich, dass diese Woche so wenig Freiraum und so viel enge Zeitpläne hatte. Der Papa des Geburtstagskindes schickte mir Fotos und Videos vom Fest und ich war dankbar, weil ich sehen konnte, dass es Emilian gut ging.
In dieser Zeit duschte ich endlich mal in Ruhe und bereitete ein großes Fondue-Essen vor. Wir hatten unsere vier Freunde aus Kalifornien und dazu zwei Berliner Freunde zum Essen eingeladen. Noch ein großes Treffen, das aber nur zu dieser Zeit möglich war, wie so vieles in dieser Woche…
Etwas zu spät trafen unsere Freunde ein. Wir bekamen Geschenke aus Kalifornien, überraschten sie mit der geliebten „deutschen Feuerzangenbowle“ und hatten eine sehr gute Zeit.
Die Kinder wurden vom Geburtstag gebracht, rochen schön nach Marshmallow und Lagerfeuer und brauchten mich eigentlich – und eigentlich wartete schon wieder ein nächster Termin auf mich: In unserer Kirche war LadiesNight und an diesem Abend wollten wir zusammen die Cupcakes verzieren. Eine Freundin hatte mit-gebacken und so hatten wir zusammen über 70 Stück. Meine Küchentasche hatte ich schon gepackt und so saß ich mit anhänglichen übermüdeten Kindern im Kinderzimmer und wartete auf meinen Mann.
Am liebsten wäre ich einfach auf der Stelle mit den Kindern eingeschlafen…
Etwas zu spät kam ich zur LadiesNight, konnte aber die Ruhe und Entspannung am Kamin genießen. Ein paar von uns gingen in die Sauna, andere redeten, wir verzierten alle Muffins erfolgreich und lackierten uns die Nägel für die große Hochzeit am nächsten Tag. Obwohl ich wieder sehr und überhaupt viel zu spät ins Bett kam, war mir die Zeit mit den Mädels sehr wichtig.

 

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Immer wieder hatte ich am Freitag mit meiner Mama hin und her-geschrieben, weil sie die Kinder während der Hochzeit haben sollte. Wir überlegten, ob sie Freitag Abend oder Samstag Morgen zu meinen Eltern gebracht werden sollten.

 

Samstag, 19. März

Ich konnte endlich ein bißchen ausschlafen!
Mein liebster Mann nahm die Kinder mit in die Küche und machte Pancakes für alle. Ich packte schnell einen Rucksack für die Jungs, denn Opa hatte einen Treffpunkt ausgesucht, zu dem jeder von uns nur 20 Min. fahren musste. Papa setzte die Kinder ins Auto und brachte sie weg – ich wusste, dass wieder so ein Abschied nicht leicht fallen würde und hatte keine Kraft mehr. Papa kann das besser. Diese zwei Stunden am Samstag Morgen waren die einzigen, in denen ich mal mit meinen beiden Gästinnen quatschen konnten. Wir hatten uns in den vergangenen Tagen erfolgreich verpasst.
Ich zog mich dann hochzeitlich an, steckte mir die Haare hoch und verschwand mit Mann und Schwester in die Kirche. Es war kühl, aber sonnig und es war ein sehr schönes Fest.
Unsere Kinder feierten währenddessen bei Oma und Opa mit einem großen Teil der Verwandtschaft eine Silberhochzeit und hatten einen schönen Nachmittag.
Zwischen dem Ende der Trauung und dem Beginn der Abendfeier gab es auf unserer Hochzeitsfeier über zwei Stunden Pause. Und weil die Kirche ja nur wenige Minuten von unserem Zuhause entfernt ist, verließen wir die Feier und  machten tatsächlich einen Mittagsschlaf. Komisch und verrückt, aber so gut und wichtig.
Wir genoßen das Feiern und Essen und Reden mit Freunden und fielen kurz nach Mitternacht ins Bett.

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Sonntag, 20. März

Ein Sonntag Morgen ohne Kinder ist schön ruhig und so konnten wir wieder ein bißchen ausschlafen. Im Gottesdienst wurden dann sowohl das Ende und die Erfolge der Flüchtlingswoche, als auch die Reste des Hochzeitsessens gefeiert, was sehr schön war. Die Amerika-Besucher wurden schweren Herzens verabschiedet. Wir konnten viele Gottesdienstbesucher mit einem spontanen Mittag überraschen und nahmen Hochzeitstorte und leckere Desserts mit nachhause.
Meine Schwester kümmerte sich wieder darum, dass eine schöne 6 mit Fotos an die Tür geklebt wurde.
Meine komplette Familie sollte am Nachmittag zum Feiern beider Geburtstage kommen und so packte ich Emilians Geschenke schon ein und bereitete seinen Tisch vor. Gegen 15.00 Uhr kamen dann die Jungs mit der Familie und daraus wurde ein wuseliger, schöner Nachmittag. Wir packten Geschenke aus, probierten gleich und lasen vor. Liam zeigte seine Geschenke, es gab Kuchen und Käse-Fondue, Kaffee und Wein.

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Familien-Feier-Gewusel

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Liams neue Seifenblasen-Maschine

Als wir die Jungs kurz nach 20:00 Uhr in die Betten brachten, war wenig Zeit für Geburtstagsvorbereitungen. Aber es ging den Kindern gut so und ich verabschiedete mich einfach von ein paar meiner Plänen. Den Polizei-Tisch und die 6 Luftballons in Ampelfarben bereitete ich aber vor und sogar die dreifarbige Götterspeise stellte ich vor dem Schlafen gehen noch schnell in den Kühlschrank.

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Montag, 21. März

Als der Wecker klingelte, drehte ich mich zu meinem Mann um und sagte: „Vor sechs Jahren sind wir Eltern geworden!“ Kaum zu glauben.

Wir wollten Emilian kurz vor 7:00 Uhr mit unserem Liedchen wecken, aber er saß schon komplett angezogen vor seinem Bett und schnallte sich gerade seinen neuen Forscher-Gürtel um. Mein großer Junge!
Emilian würde heute nicht in die Kita gehen und ich war sehr froh darüber. Weder am Freitag, noch am Samstag hätte ich Zeit gehabt, mich um das Frühstück für die Kita-Kinder zu kümmern.
Liam und ich setzten uns also auf die Fahrräder und ich brachte ihn in die Gruppe und mich ins Büro. Obwohl mir das Abschalten schwer fiel, tat es doch gut, mal vier Stunden nicht an Küche, Kuchen, Kindergeburtstag zu denken!
Auf dem Weg nachhause würde ich richtig nass und ich kam mit ziemlich schlechter Laune zuhause an. Es gab aber frisches warmes Essen mit Resten aus unserer getesteten Bio-Kiste und eine kurze ruhige Mittagspause. Wir räumten das Wohnzimmer auf, mein Mann besprach mit unserer Freundin, der „Komplizin“, die letzten Infos zur geplanten Schatzsuche und dann klingelte es an der Tür.
Die drei verkleideten Polizei-Gäste kamen fröhlich nacheinander an und verzogen sich ins Kinderzimmer, sodass wir Eltern tatsächlich in Ruhe einen Kaffee trinken konnten.
Als die Meute dann an den Kindertisch kam, verabschiedeten sich die anderen Eltern und wir fielen über Ampel-Götterspeise und leckeren Kuchen her.
Zwischen den Regenschauern ging es auf Diebes-Jagd und die Runde um den Block hat den kleinen Polizisten richtig Spaß gemacht!
Emilian hätte sich am liebsten mit der neuen Lego-Box zurückgezogen, aber Papas Pizza konnte ihn nochmal ablenken. Alle Jungs durften selbst ihre Pizza kneten, ausrollen, formen und belegen.

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Die Mamas und Papas, die zum Abholen kamen, wurden mehr oder weniger freundlich begrüßt und durften die Pizzen probieren. Gegen 19:00 Uhr kehrte Ruhe ein, aber der Zustand der Küche und des Wohnzimmers ließ nicht wirklich Ruhe zu.
Ich wusste nicht, womit ich beginnen sollte.
Zuerst schickte ich Papa und Liam nochmal los, um Joghurt für Emilians Gruppen-Frühstück zu holen. Emilian baute Lego und ich räumte auf. Küche, Wohnzimmer, Kinderzimmer.
Papa brachte die Jungs ins Bett und ich schnappte mir den Staubsauger. Das war so notwendig!
Mit letzter Kraft richtete ich das Wohnzimmer wieder her, die Küche wurde geputzt und mein Mann nahm mir die Muffins ab und kümmerte sich um den Teig.

 

Jetzt sind die Muffins fertig und auch endlich dieser Blog-Eintrag! Leider ist es wieder spät, aber morgen habe ich frei und das werde ich auch feiern. Kein Büro, sondern Frühstück mit dem Mann oder sonstwas. Diese überstandenen Tage sind für mich wirklich ein Grund zum Feiern! Es geht uns allen gut, meine Pläne sind aufgegangen und auch alle anderen Termine drumherum konnten wir erfolgreich wahrnehmen. Wir haben es geschafft!

Am Mittwoch gibt es noch eine letzte Feier mit den Cousinen und Oma und Opa und dann freuen wir uns auf freie, sonnige Oster-Familien-Tage!

Der nächste große Punkt auf der to do Liste ist mein Geburtstag. In jedem Jahr der krönende Abschied unseres Geburtstags-Marathons und ein Frühlingsfest. Und da geht es dann nur um mich 🙂

 

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Einmal in meinen Kopf und wieder raus

Unsere Tage sind voll und leer zugleich. Noch scheuchen uns keine festen Arbeitszeiten und auch der Kindergarten-Alltag beginnt erst in ein paar Tagen. Das ist schön! Wir schaffen viel, wir haben uns zu viert, wir gehen uns auf die Nerven und dann wieder nicht, wir haben Besuch und werden eingeladen.. Manchmal sind unsere Tage bis auf die letzte Minute mit „Freunde treffen“ verplant.

Am Montag war ich mit den Kindern im Zoo.
Zum ersten Mal nach Amerika. Zum ersten Mal ohne Kinderwagen.
Aber wir haben ja diesen Bollerwagen, den wir sehr lieben. (Zum ersten Mal lese ich da gerade „Nicht für den Transport von Kindern geeignet“. Haha, wir haben den ja extra dafür gekauft…)

In den Bus habe ich den Wagen gehoben, die Kinder sind ausgestiegen. Erst bei der zweiten Station konnte ich das Ticket kaufen, weil der Wagen keine Bremse hat. Ich hab kurz überlegt, Emilian mit dem Geld zum Fahrer zu schicken.. aber wenn wir noch ein paarmal so zum Zoo fahren, kann er das bestimmt bald. Zur U-Bahn kamen wir dann gut mit Fahrstühlen und auch im Zoo ging das echt gut mit dem Wagen.

Tiger     Reiher und Robben

Das Wetter war toll, die Tiere waren gut drauf und es war schön, die vertrauten Wege wieder abzulaufen. Beide Kinder sind jetzt schon richtig groß und können sich an den Tieren freuen, können sich unterhalten und mithelfen, wenn es sein muss. Emilian musste sogar schon Eintritt bezahlen!

Ein bißchen Sehnsucht

Zoo LA

Ein bißchen Spaß

 

Heute waren wir zum ersten Mal nach Amerika bei IKEA.
Das Frühstück hier ist echt tausendmal schöner als da. Dazu haben wir die Sonne und an einem Donnerstag-Morgen ein ruhiges Restaurant wirklich sehr genossen. Ich finde, dass sogar der Kaffee da inzwischen besser schmeckt.

Weil ich ja bestimmt monatlich bei IKEA war und nun eben lange nicht mehr, sind mir Veränderungen sofort aufgefallen. Und weil wir ja zuhause immernoch diese „Wir haben zu viel – hier steht alles nur rum“-Krise schieben, hat mich der Weg durch die Möbelausstellung heut richtig traurig gemacht. IKEA: Meister im Verstauen und im „Wir brauchen zu viert doch nicht mehr Platz“ hat mich da getroffen, wo es am meisten weh tat. Diese Zimmer sind so schön. Ich würde sofort da einziehen! Wirklich.

Nun ja. Euch ist sicher auch klar, dass mehr Zeug kaufen während einer „Wir haben zu viel Zeug!“-Krise wenig Sinn macht… Der Meinung war nämlich mein Mann.
Ich dachte aber eher, dass man ja mit mehr Stauraum das Zeug nicht mehr so sehen würde. Egal. Ich hab mich gut zusammengerissen. Finde ich. Und Dank der beiden Gutscheine, die ich zum Geburtstag bekommen habe, sah das auf dem Kassenzettel auch fast so aus, als hätte ich mich tatsächlich beherrschen können.

Unten im Warenlager ging es mir dann viel besser, weil ich mir nicht die perfekt designten, sauberen, hellen, wunderschön ausgestellen Wohnzimmer ansehen musste, sondern mir die Sachen suchen konnte, die mir selbst helfen, mein Wohnzimmer wunderschön und sauber und hell zu machen. Ungefähr.

Für andere Räume haben wir ein paar Kleinigkeiten gekauft und auch dort wollen wir erstmal mit dem Aussortieren und Wegschmeißen anfangen. Wenn ich traurig oder genervt oder frustriert bin, kann ich das richtig gut. Platz schaffen! Atmen! Freiheit!
Ich habe in den letzten Tagen wieder viel auf den Dachboden geräumt und anderes weggegeben oder aussortiert. Das fühlt sich gut an und schafft Platz und gute Laune.

 

Die Pläne fürs Kinderzimmer haben wir nochmal auf später verschoben, weil unsere Jungs ja gerade sowieso immer nur eine Sorte Spielzeug haben. Und auch dann neigen sie schnell zu Überforderung un Langeweile. Wie mich das nervt. Es wird wirklich Zeit, Spielzeug loszuwerden und ihnen altersgerechte (hihi) Beschäftigungen anzubieten.

Liam hat angefangen, aufs Töpfchen zu gehen. Immer mal wieder, aber erfolgreich. Und wie auch Emilian damals durfte er mit Papa in die Schloßstrasse fahren, Eis essen und ein Spielzeug aussuchen und so. In Anbetracht unserer vollen Schränke sagte ich zu meinem Mann: „Wir brauchen nichts. Wähle das Spielzeug weise aus.“
Emilian war da ganz anderer Meinung und versuchte, Liam heimlich ein paar tolle Vorschläge zuzustecken. Er hatte sich damals für einen Playmobil-Rettungshubschrauber entschieden. Und Liam, der überhaupt die Busfahrt und die Papa-Zeit so genoß, suchte sich eine kleine Schaufel und eine kleine Harke aus. (Sowas hatten wir nicht, weil es hier keinen Sandkasten gibt und er konnte es aber wirklich gebrauchen, weil wir ja gerade große Sandberge im Garten haben.) Die beiden Dinge kosteten weniger als 2 Euro…
Auf dem Weg zur Kasse entdeckte er eine kleine Eisenbahn von „Thomas und seine Freunde“. Er nahm die Schaufel aus dem Korb und sagte: „Tsuldidund. Iche nich Paufel. Iche Pomas.“
Als mein Mann mir das so per SMS schrieb, musste ich sehr lachen.
Liam durfte dann das Sandspielzeug UND die kleine Eisenbahn behalten und war das glücklichste Kind der Welt.

Ich ertappe mich gerade dabei, mich auf die Kindergarten-Zeit zu freuen. Und dann fühle ich mich irgendwie schlecht. Aber ich weiß, dass diese paar Stunden am Vormittag uns allen gut tun und Abwechslung bringen werden. Wir hocken doch irgendwie zu viel aufeinander. Und das Wetter.. naja. Eigentlich ist es ganz gut.
Emilian wird Abstand von Liam bekommen und den soll er haben.
Und Liam wird mehr und mehr verstehen, was dann bald auf ihn zukommt.
Ab August sind beide Jungs im Kindergarten! Ich bin gespannt, was das mit ihnen und ihrer Beziehung zueinander macht. Bestimmt werden sie die ruhigeren Nachmittage schätzen.

Zu diesem ganzen sich-erdrückt-fühlen kommt dann auch noch die Langeweile der Kinder, denen es sicher ganz genau so geht. 10 Monate hatten sie drei Autos und drei Stifte – und jetzt steht plötzlich so viel zur Auswahl. Am Dienstag haben sie so viel gestritten und geschrieen.
Emilian wird sensibler und bricht bei der kleinsten Kleinigkeit und Ungerechtigkeit in Tränen aus.
Und Liam – wie sollte es anders sein – wird lauter und frecher.
„Du Dummpopf! Du Pupsi! Du bis‘ blöd!“ quakt er dann ziemlich laut durch den Garten. Wenn wir mal nachfragen, kommt meist sofort ein „Weil das so ist!“ Wenn es nicht doch meist lustig wäre, wäre es traurig.

Ich rutsche dann in diesen „Was mache ich eigentlich den ganzen Tag?“-Kreislauf und frage mich, ob mein Leben nach 30 noch einen Sinn hat, wann meine Kinder so schnell groß geworden sind, warum ich mich nicht über mein volles Haus freuen kann, ob ich wieder arbeiten gehen soll, ob ich jemals alles im Haushalt schaffe, was ich möchte.. und so. Antworten gibt es gerade nicht.

Ich hämmere mir dann ein: „Du BIST für deine Kinder da gewesen. Selbst wenn die Zeit schnell vorbei geht, was nicht passiert, weil sie immer gleich schnell geht – aber selbst dann warst du dabei und hast sie groß-werden sehen.“

Vielleicht werde ich in den Jahren zwischen 2010 und 2030 weder große Karriere-Sprünge hinlegen, noch um die Welt reisen (ausser ab und zu nach Kalifornien, bitte) noch den Shopping-Trends der Stadt folgen können. Aber ich werde mit meinen Kindern lachen, ich werde Freundinnen treffen, ich werde dreckige Fenster und ein volles Herz haben, ich werde wenig schlafen und viel Kaffee trinken und ich werde ein paar kleine Menschen auf die große Welt vorbereiten. Wenn das nichts ist!

 

Alle Wochenenden und Feiertage ziehen so an uns vorbei und immer mal wieder muss ich mich fragen, welcher Tag heute eigentlich ist. Deswegen werden wir an den freien Tagen nicht verreisen oder „Urlaub machen“. Unser Haus und unser Garten gefällt uns sehr gut und wir genießen es, hier zu leben. Wir genießen uns, unsere Freiheiten und unsere Familie.

Das muss jetzt nach so einem Eintrag auch mal gesagt werden!

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Szenen aus unserem Alltag 12

Wie geht es euch?
Wie war euer Valentinstag?
Ich habe eine Rose nach dem Gottesdienst bekommen.
Habt ihr ein paar Ideen von meinem letzten Blog-Eintrag ausprobiert? 😉
Also, mein Mann kommt ja am Freitag endlich wieder…

 

* Es geht uns gut. Im Großen und Ganzen. Am Anfang dachte ich, ich drehe durch und wir drei werden das niemals ohne Schaden überstehen.. dann wurde es besser und ich befürchtete schon, dass sich die Kinder an diese Familien-Zusammenstellung gewöhnen… aber jetzt ist die Zeit reif!
Kennt ihr das, wenn ihr beim Sport eine Übung macht, die euch anstrengt, ihr aber noch gut klarkommt? Sobald der Trainer aber sagt: „Noch 10 Mal!“ schafft ihr auch nur noch 10 Mal und keine einzige Bewegung mehr. So fühle ich mich. Noch 3x schlafen und dann sind diese 3 Wochen ohne Mann vorbei! Jedesmal, wenn wir uns ins Auto setzen, fragt Liam, ob wir zum Flughafen fahren!
Wenn er mit Papa skypt, kichert er aufgeregt und ich sehe, dass er seinen Papa viel lieber in echt sehen würde. Gestern sagte er: „Papa lange weg. Wann wiederpomm?“

 

* In den ersten Tagen hatte ich das Gefühl, die Zeit irgendwie rumkriegen zu müssen und so kam es auch vor, dass wir mal für ein paar Stunden einfach durch Geschäfte gelaufen sind – fast ohne was zu kaufen. Mit meinen Kindern kann man gut einkaufen gehen!
Alle Pläne, die ich hatte, haben wir gar nicht geschafft und einiges ist liegen geblieben. Im wahrsten Sinne. Es ist nicht aufgeräumt bei uns! Meine Sporthose lag heute noch auf dem Badfußboden, da hatte ich sie vorgestern hingeschmissen. In der Küche steht ein Tee, den ich mir vorhin gemacht habe und noch nicht getrunken habe. Es ist ein grüner Tee und er sollte mich wach machen. Heute Abend werde ich ihn besser nicht mehr trinken. Die Wäsche wartet seit gestern im Trockner auf mich. Unter dem Wohnzimmertisch liegt Spielzeug, die ganze Woche schon! Ich kann tatsächlich solche Sachen liegen lassen und ignorieren. Wir saßen nämlich auch mal ein paar Stunden bei 31°C am Pool, wir haben viele Hörspiele gehört, wir haben uns mit Freunden getroffen… An einem Abend habe ich mit den Kindern Popcorn gemacht. Als die meisten Körner gepoppt waren, habe ich den Deckel offen gelassen. Wie die Jungs gelacht haben! Wenn ich „dumme Ideen“ habe, lieben sie mich am meisten.

ApfelgebissApfel-Gebiss

 

* Emilian bettelte schon seit Monaten um ein Pizza-Rezept aus einem Conny-Buch, das er mit mir machen wollte. Wir kauften also Zutaten und fingen an. Emilian half mir, mit einem Glas den Teig für Mini-Pizzen auszustechen und zusammen belegten sie sie. Emilian wollte unbedingt „Pizza-Gesichter“ machen, wie sie auch Conni macht.

Minipizza                  Pizza

 

 

* Ziemlich sehr regelmäßig und diszipliniert mache ich meinen neuen Sport. Ich finde ihn toll. Habt ihr schon probiert? Die Kinder gingen oft ein bißchen später als sonst ins Bett und aus jetzt-gucke-ich-endlich-mal-Filme-die-mein-Mann-nicht-mag wurde also nichts. Ich kann aber sagen, dass ich mich hier kaum gefürchtet habe. In Berlin war es mir schon manchmal unheimlich, in der Nacht in die untere Etage zu gehen, wenn mein Mann nicht da war. Aber hier.. ist es ruhig und sicher. Ich hätte vielleicht nicht einmal abschließen müssen. Selbst die parkenden Autos haben teilweise geöffnete Fenster. Ob ich mich daran gewöhnen könnte?

 

* An einem Tag sind wir mit einer Kollegin meines Mannes nach San Diego gefahren. Es war sehr sonnig, als wir losfuhren. Unterwegs war es richtig grau und dunkel, aber das lag nur an den Bergen, denn in San Diego war es wieder strahlend hell. Wir liefen am Wasser entlang, sahen uns die riesigen Schiffe und kleine Lädchen an. Die Kinder wurden dann müde und quengelig. Ich sprach englisch mit unserer Freundin und so hatten die Jungs nicht viel von mir.
Zurück am Auto wunderten wir uns, dass der automatische Türöffner die Türen nicht öffnete. Die Batterien waren seit einiger Zeit schwach, aber bis jetzt hatte es immer irgendwie funktioniert. Diesmal nicht. Ich schloß die Türen mit dem Schlüssel auf, wir verpackten alles, schnallten uns an und wollten losfahren. Als ich den Schlüssel ins Schloß steckte und drehte, passierte nichts. NICHTS. Es gab kein Geräusch, gar nichts. Wir sahen uns an.. ich war in diesem Moment froh, dass ich nicht mit den Kindern allein war. Wir warteten.. aber das änderte nichts. Dann fiel mein Blick auf den Lichtschalter. Das Licht war an! Ich hatte das Licht angelassen!! Das Piepsen bei geöffneter Tür, das mich genau davor warnen sollte, hatte ich wahrscheinlich ignoriert, weil ich beim Ankommen, noch bevor das Auto richtig stand, mit Emilian aufs Klo rennen musste. Wie auch immer. Das Auto war tot.
Theoretisch weiß ich, was in diesem Fall zu tun ist und ich hätte in meinem Handy bestimmt auch die englischen Worte dafür gefunden, aber meine Freundin kannte sich auch aus. Wir standen auf einem Parkplatz und warteten eine Weile auf ein vorbeifahrendes Auto. Wir hatten fast kein Zubehör im Kofferraum, aber einfach so, weil wir nichts zu tun hatten, stieg ich aus und sah in der Erste-Hilfe-Tasche nach. Und da war tatsächlich dieses Kabel. Rot und schwarz und nagelneu! Wir stellten uns vors Auto, öffneten die Motorhaube, fuchtelten ganz unauffällig ein bißchen mit dem Kabel herum – und schon hielt ein Auto an. Wir schloßen die Kabel an – ich startete – und das Auto lief. Wir stiegen ein waren stolz auf uns und fuhren ohne Probleme nachhause.

 

* Als Idee des Februar-Kalenders überlegten wir, wie wir unserem Postboten eine Freude machen konnten. Ganz so kreativ, wie diese Familie waren wir nicht. Emilian malte ein Bild und ich schrieb ihm „Thank you Mr. Mailman“ vor. Er packte das in einen Umschlag und tackerte! ihn zu. Ich versuchte, ihm zu erklären, dass unser Postbote die verschlossenen Umschläge weiterverschicken würde. Das ist seine Aufgabe: Briefkasten öffnen, Post zum Verschicken raus nehmen und unsere Post reinlegen. So ist das in Amerika. Und wenn nichts auf dem Brief stand, würde der Postbote nicht wissen, dass er für ihn sei… Wir diskutierten eine Weile und vergaßen die Sache erstmal.
Ein paar Tage später hoffte ich, dass Emilian sein Gemälde vergessen hatte. Ich fand es „nicht perfekt genug“ und… ja, ich warf es in den Mülleimer. Er schrieb den Satz noch einmal auf, ich klebte ein paar Süßigkeiten drauf und hoffte, sie würden im Briefkasten nicht zu weich werden. Emilian war gut dabei und freute sich, jemandem eine Freude zu machen. Als die Karte fertig war, wurde Emilian ganz unruhig, weil er sein Bild nicht finden konnte…
Er suchte. Er konnte es ganz genau beschreiben. Er fing zu weinen an. Und als er im Kinderzimmer war, schlich ich in die Garage, öffnete die Mülltonne, wühlte gedemütigt ein bißchen in nicht-getrennten Müll und fand den Brief. Emilian strahlte mich an. Natürlich würde Mama den Brief finden! Wir klebten die Karte mit den Süßigkeiten an den anderen zugetackerten Brief (der schon im Müll war), in Gedanken entschuldigte ich mich beim Postmann und wir legten es in unser Fach. Nach zwei Tagen war der Brief weg. Wer weiß…

 

* Emilian war in der letzten Woche der Meinung, mir die nächste Farbe für die Fingernägel aus meiner Box suchen zu müssen. Tatsächlich fragt auch Liam nach, wenn ich lange keine bemalten Nägel hatte. Als ich also einen rosa Nagellack auf die Fingernägel malte, kam Liam ins Bad. Er kommentierte irgendwas. „Ah, deine Finger rosa! Rosa Frau.“ oder so. Emilian hat sowas nie gemacht und ich bin fasziniert, wieviel ein kleiner Liam so mitkriegt. Er flitzte dann kurz weg und kam mit meinem iPhone wieder. Darauf zeigte er mir ein Foto, von seinem Farben-Spiel. Daran musste er denken, als er mich so mit dem rosa Nagellack sah..

Rosa Frau

 

* In der letzten Woche plantschten die Kinder zum ersten Mal wieder am Pool. Sie waren nicht drin, dafür war es zu kalt. Aber sie bespritzen sich mit Wasser und hatten Spaß. Plötzlich sagte Emilian: „Da ist wieder eine Maus. Aber sie lebt noch.“ Ich sprang aus meinem Liegestuhl und sah, dass da tatsächlich eine winzige Maus herumzappelte. Sie hatte keine Chance herauszukommen und so hielt ich ihr, ohne lange zu überlegen, das Schwimmbrett hin. Sie krabbelte auf das Brett und ich setzte sie ins Gras.
Die Kinder waren so aufgeregt. Emilian besorgt, Liam ängstlich.
Wir saßen dort schon eine Weile und wir haben die Maus nicht reinfallen sehen – sie war einfach plötzlich da. An einem anderen Pool fanden wir mal eine tote Maus.. Scheinbar ist das Wasser für die Mäuse nicht so zu erkennen.
Unsere Maus lag im Gras und rührte sich nicht. Wir legten ihr einen Apfel, einen Keks und Weintrauben hin (da kommt die Tierschützerin in mir durch) und ließen sie. Nach ungefähr 2 Stunden machte sie wieder erste Bewegungen, aber sie fiel oft um und war nicht gut drauf. Weil sie immer wieder in Richtung Pool stolperte, nahm ich sie nochmal mit einem Spielzeug-Schwert (was man alles so dabei hat!) und setzte sie weiter weg ins Beet. Wir haben keine Ahnung, was aus ihr geworden ist. Aber das war ein Erlebnis!

Nasse Maus

 

 

* Liam überrascht uns immer wieder mit Sachen, die wir von Emilian nicht kennen. Das war eigentlich von Geburt an so… Brüder, die sich so ähnlich sehen, können so unterschiedlich sein… Er sieht andere Sachen, er fragt, er findet anderes Zeug lustig und ist in der Zeit hier einiges über sich hinausgewachsen. (Das ist Emilian auch!) Interessant ist, was Liam so vor sich hinplappert, wenn er mit Autos oder Figuren spielt. Dabei kommen Sachen zum Vorschein…
In den letzten Tagen hörte ich ihn mehrmals englische Wörter oder auch Sätze sagen! Mit Akzent. Das waren Sätze, die er wahrscheinlich dreimal in der Woche in der Kinderbetreuung hört. Am Anfang war ich mit ihm dort und kannte die Sätze. Ich war so stolz auf ihn und auf meine Nachfrage hin hat er mir alles erzählt, was er dort macht, wenn sie zusammen sitzen. Oder er sagt „Good job, buddy“. Haaach. In solchen Momenten finde ich es schade, dass wir nicht länger bleiben.

 

* Es ist mir in den letzten Wochen mehrmals passiert, dass ich mich in meine Kindheit zurückversetzt fühlte. Zum Beispiel, wenn ich die Kinder nachts mit den Zähnen knirschen hörte. Oder wenn die beiden spielen, plötzlich stichelt der eine und der andere schreit wie am Spieß los, weil das zur Zeit seine beste Verteidigung ist. Oder wenn ich für Emilian „Hausaufgaben“ zum Üben schreibe. Dann fühle ich mich wieder wie die große Schwester von drei Geschwistern. Ist das schon so lange her? Merkwürdiges Gefühl.

 

* Am Montag waren wir zum zweiten Mal in einem Kindermuseum, das den Kindern sehr gefallen hat. Nicht ohne Grund suche ich mir für solche Dinge meist den Montag aus. Obwohl es hier sehr viele gute Angebote für Familien und Kinder gibt, sind solche Häuser schnell voll. Am Montag Morgen kam mir ganz weit weg der Gedanke, dass es sein könnte, dass heute ein Feiertag ist. Presidents Day. Ich war mir aber nicht sicher, ob überhaupt und wenn ja, ob die Schulen tatsächlich geschlossen sein würden und überhaupt: Wer würde denn bei 30°C in ein Museum gehen?
Die Antwort: Alle waren sie da. Alle Schulen waren geschlossen und alle Familien hatten die gleiche Idee.
Als Erzieherin und Mutter bringt mich Kinderlärm lange nicht aus der Fassung. Auch das Laufen und Stehen auf hohen Schuhen kann ich ab. – Aber das war zu viel. Mein Hals tat weh. Liam war überfordert, Emilian war unruhig und die Schlange hinter uns am Eingang wurde immer länger. Wir blieben eine Weile, weil die Tickets nicht billig waren. Ich war froh, dass wir die meisten Räume kannten. Nur zwei Themen-Hallen hatten sich geändert. Ich konnte die genervten Mitarbeiter gut verstehen und machte mir zum ersten Mal Sorgen über ansteckende Kinderkrankheiten. Wie gut, dass es überall Desinfektionsmittel-Spender gab.

 

* Auch ein Besuch bei IKEA stand auf unserem Programm. Bei IKEA fühle ich mich zuhause. Bei IKEA war es leer, verhältnismäßig. Und bei IKEA gibt es gutes Mittag. Emilian hatte einen Holundersaft und stellte fest: „Das erinnert mich an zuhause…“ Ja, der Baum in unserem Nachbars Garten wartet bestimmt schon auf mich.
Wir spielten, liefen so rum, kauften Kleinkram und ein Eis – was man eben bei IKEA so macht.

 

* Es sind noch 42 Tage.
Ist das zu glauben???
Ich lasse diese „Ich freue mich auf…“-Sachen noch nicht in meinen Kopf. Sie sind da, aber ich ignoriere sie. Noch. Denn sonst würde ich die letzten Wochen hier verpassen und nicht genießen können. Genauso kommen nämlich die „Das wird mir fehlen…“-Sachen in meinen Kopf. Und beide haben Recht. Oh ja, es ist nicht leicht!
Natürlich freue ich mich auf Berlin, weil ich dann endlich wieder….. , aber ich weiß, dass der Abschied hier endgültig sein wird. Wahrscheinlich. Man weiß es nicht. Und wir haben noch so viel vor!
Für die Kinder erkläre ich: „Dann kommt Papa wieder, dann kommt unser Besuch, dann hat Liam Geburtstag, dann hat Emilian Geburtstag und dann fliegen wir nachhause!“ Und sie freuen sich – nicht wissend, wie viele Tage es noch sind. Sie freuen sich auf die Filme im Flugzeug…

Heute haben wir eine deutsche Familie besucht, die wir in der letzten Woche kennengelernt haben. Die Tochter ist 3 1/2 und spricht fast nur deutsch. Ich habe es tief in meinem Herzen genossen, Emilian spielen zu sehen. So richtig mit Sprache und so. Wenn ich das so sehe, weiß ich, dass Amerika ein wichtiger Teil in seinem Leben war – aber dass er irgendwie nach Deutschland gehört. Ja, er versteht immer besser und redet sogar mit anderen in englisch und in ein paar Monaten würde er wahrscheinlich… Aber irgendwie freue ich mich, dass sich die Jungs bald nicht mehr fremd fühlen müssen.

Ich werde hier bald aufschreiben, auf was ich mich freue. Und auch, was mir fehlen wird.
Wenige Tage nach unserer Landung in Berlin werde ich mich von der 2 vor meinem Alter verabschieden. Normalerweise würde das eine Krise in mir auslösen und tausend „Jetzt ist das Leben vorbei“-Gedanken würden mir durch den Kopf gehen. Aber so habe ich nichtmal richtig Zeit, darüber nachzudenken. Wenn ich mich dann mit 30 schrecklich alt fühle, dann erinnert mich bitte daran, dass das der Jetlag ist!

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Bin ich eine gute Mutter?

Wenn es dafür eine Checkliste gäbe, würde ich wahrscheinlich gar nicht so schlecht abschneiden.

Ich habe in der Schwangerschaft nicht geraucht und fast keinen Alkohol getrunken.
Ich habe „normal“ entbunden.
Ich habe lange und ausschließlich gestillt.
Die Kinder schliefen neben meinem Bett.
Ich bin Pädagogin.
Ich stand und stehe bei jedem nächtlichen Rufen auf.
Ich bin von Geburt an nahezu rund um die Uhr bei ihnen.
Ich gebe ihnen Obst und Gemüse.
Ich bringe die Kinder an die frische Luft.
Ich sage ihnen, dass ich sie lieb habe.
Ich bringe sie zum Lachen.
Ich bringe ihnen Lieder und Spiele bei.
Ich erkläre ihnen die Namen aller Tiere. Und Autos. Und Pflanzen. Und Dinosaurier!
Ich zeige ihnen, wie man kocht und backt, aufräumt, dekoriert, schreibt, malt…
Ich lese vor.
Ich versuche sogar, ihnen eine zweite Sprache beizubringen.
Ich erkläre ihnen die Welt.
Ich bin glücklich.

Das ist doch was!
Und das soll nicht heißen, dass Mamas, die das alles anders gemacht haben, schlechtere Mütter sind!!! Nein, nein. Mommy Wars gibt’s schon genug. Ich bin heute sarkastisch und urteile nicht.

Denn zum ersten Mal in fast 5 Jahren frage ich mich, ob ich eine gute Mutter bin!

Ich gebe zu, dass ich einen hohen Anspruch an Ordnung und Sauberkeit habe. Zu hoch vielleicht, wenn frau mit drei Männern zusammenlebt.
Ich gebe zu, dass ich meine Medien um mich brauche – was nicht heißt, dass ich sie nicht zugunsten der Kinder nutze.
Ich gebe zu, dass ich gern mal ausschlafe. Was auch immer das für eine Mama heißt.
Ich gebe zu, dass ich nicht so gern „Vater, Mutter, Kind“, „Einkaufen“ und sonstige Rollenspiele spiele.
Ich gebe zu, dass ich mich auch mal auf dem Klo einschließe und mir die Ohren zu halte, um einfach mal allein zu sein.

Aber ich bin doch eine gute Mutter, oder?

Zur Zeit bin ich alleinerziehend, in einem fremdem Umkreis, in einem fremden Land, auf einem anderen Kontinent. Da komme ich schonmal an meine Grenzen, was Geduld, Ideen, gute Laune und Toleranz der Lautstärke angeht. Auf der anderen Seite dreht sich mein Leben gerade ziemlich 100% um die Kinder. Echt jetzt. Es gibt keinen Mittagsschlaf mehr und so bleiben mir die Stunden von 21:00 Uhr bis 7:30 Uhr. Die ich mehr für Schlaf nutzen sollte.

Die Kinder bestimmen, wann wir aufstehen und wie bald danach es Frühstück gibt. Die Kinder suchen sich größtenteils ihre Klamotten raus.. und werden überraschender Weise noch immer von anderen Menschen süß gefunden 🙂 Was wir essen, düfen sie mit-entscheiden. Meine Tagespläne sind fast ausschließlich zu ihrer Bespaßung gedacht. Wie schnell wir es vom Haus ins Auto (3m Fußweg) schaffen, entscheiden sie. Wann wir zu dritt aufs Klo rennen, entscheiden sie. Und so weiter…

Scheinbar ist das nicht genug. Irgendwie.
Ich habe mich heute Morgen mit zwei deutschen Freundinnen und am Nachmittag mit einer amerikanischen Freundin getroffen. Zum Quatschen. Mit deren Kindern. AUF DEM SPIELPLATZ! Es war schwer möglich, mit 5 Kindern am Morgen und 4 Kinder am Nachmittag einen Satz ohne Unterbrechung zu wechseln. Emilian weinte und schluchzte, wie gemein es wäre, dass ich immer nur mit meinen Freundinnen reden würde und nie mit ihm. Er wollte getragen werden, er unterbrach uns, er weigerte sich…

Ihr glaubt nicht, wieviele Worte ich täglich mit ihm rede. Auch ohne die Wiederholungen.

Ich weiß, dass Emilian das alles nicht verstehen kann. Dass ich gerade fast ALLES für ihn mache. Wahrscheinlich merken das einige Kinder erst, wenn sie selbst Eltern werden. Söhne vielleicht nie so ganz. Ich möchte nicht, dass er mich so sieht.. als jemand, die alles für ihn tut. Selbst Liams häufige Bedankungen sind mir schon unheimlich.

„Danke Mama, du Kekse backen hast! Du backen hast?“

„Nein, die sind von IKEA.“

„Danke Mama, du Kekse kauft hast! Danke IKEA, du Kekse backen hast! Danke Mama, du Kekse mitnommen hast!“

Heute war es auch Liam, der Emilian einreden wollte: „Mama lieb, odaa?“
Emilian aber ist der Meinung: „Mama, du schimpfst zu viel.“

Ich versuche, solche Sätze von Emilian nicht persönlich zu nehmen. Es gibt ja für alles eine Phase und auch Gründe. Aber es tut weh. Gerade, weil so sehr das Gegenteil der Fall ist. Es tut mir weh, dass er gerade mehr von mir fordert, als ich geben kann. Dass er weint und bockt und schimpft und tobt.. und ich eigentlich auch gern mal weinen und schimpfen möchte.

Ich verstehe sowas von, wie schwer es auch für Emilian ist. Er vermisst Papa, die Abwechslung, die Strenge. Und mir ist heute aufgefallen, dass ich so ziemlich die Einzige bin, mit der er deutsch reden kann. Er kommt nach mir und braucht das Reden. Und ich kann nachfühlen, wie es sich für ihn in englisch-sprachiger Umgebung fühlt. Er kämpft seine Kämpfe und braucht irgendwie ein Gegenüber. Doch da ist nur die Mama, die das nicht kann.

Noch 8 Tage.

Wir haben unsere nächsten Tage gut verplant. Die Grenze zwischen „zu viel unterwegs“ und „zu wenig unterwegs“ ist sehr schmal. Die Zeiten, in denen wir zuhause sind und mit unseren Zeit- und Ordnungs-Plänen klarkommen müssen, werden herausfordernd. Aber im Grunde meines Herzens weiß ich, dass meine Kinder gern mit mir zusammen sind, dass sie meine verrückten Ideen lieben und mir gern helfen. Und diese Ebene muss ich erreichen, ohne ihnen und mir wehzutun.

Noch 8 Tage.
Noch 48 Tage.

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