mamasbusiness

papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

Sommerverlängerung

Ich wollte euch ein Lebenszeichen von uns schicken. Ein ganz kleines.

Mehr Berichte über unsere Reise, den Urlaubsort und unsere Familie gibt es dann später, von zuhause. Und mal zwischendurch auf  Facebook und Instagram unter mamasbusiness.

Wir sind gesund und munter angekommen und es geht uns gut hier. So gut! Viel besser als erwartet. In jeder Hinsicht.

Wir sitzen unter Palmen und essen frische warme Croissants.
Wir spazieren in Flipflops unter Olivenbäumen.
Wir springen in die warmen Wellen des Mittelmeers und schnappen uns die schönsten Muscheln.
Wir beobachten Fische und Quallen und machen Fotos von ihnen.
Wir machen Siesta auf der Dachterrasse unseres Apartments, die so groß ist, dass die Jungs dort sogar Fußball spielen können.
Von unserem Glashaus (Schlafzimmer) könnten wir alle Wände öffnen und unter Sternen schlafen. Aber das machen wir nicht, weil es nachts doch kühl wird.
Wir lesen unsere Reisebücher, wir schlafen oder liegen in der Sonne.
Wir lernen ein paar Worte in französisch.
Wir staunen über die Berge und das Meer.

Wir sind erst drei Tage hier.
Wir haben uns alle in diese Insel verliebt und haben die nächsten Jahre Herbstferien schon für Korsika reserviert. Fast.

Ich kann gar nicht mit Worten sagen, wie sehr es mir hier gefällt! Ich weiß nicht, ob ich den Sonnenaufgang am Meer oder den Sonnenuntergang über den Bergen mehr liebe. Ich LIEBE das Wetter hier, das überrascht sicher nicht. Das ist mein Wetter. Vor allem Ende Oktober.

Korsika ist das neue Kalifornien.
Korsika ist die Entschädigung für unser Kalifornien, das leider zu weit weg und leider zu teuer für uns ist. Jedenfalls in diesem Jahr.
Die Landschaft, die Supermärkte und das Wetter erinnern uns sehr an Kalifornien und es tut so gut.

Einzig die Sprache ist ein Problem, denn niemand von uns spricht mehr als ein paar Worte französisch. Und bekanntlich ist ja englisch nicht die Lieblings-Zweitsprache der Franzosen.

Das stellten wir heute wieder fest, als wir mit Jari kurz ins Krankenhaus mussten. Seine Erkältung wurde trotz Wärme und Meeresluft nicht besser, sondern schlimmer. Viel Husten, viel Schnupfen, viel Gequengel und ein bißchen Fieber haben uns beunruhigt. Er ist hier noch nicht ganz der Jari, der er zuhause ist. Aber das kann an der fremden Umgebung liegen. Oder an der Erkältung. Oder am Wetter. Oder an der Fahrt, die keine feste Schlaf- und Essenszeiten für ihn hatten. Oder an den kommenden Zähnen.

Es ist jedenfalls nichts ernstes, sagt der Arzt. Wir haben Medikamente bekommen und merken, dass es ihm langsam besser geht.
Wir kennen das von unseren großen Kindern schon. Den Husten, der sich oft schlimmer anhört, als er ist und auch das Fiebern in fremder Umgebung.

Es ist wirklich wirklich so schön hier, es gibt kaum Wolken – und Regen schon gar nicht. Am ersten Tag war es mal windig. So stark, dass Liam kaum laufen konnte. Aber jetzt ist es wieder warm und vor uns liegen noch viele schöne Tage auf „der Insel der Schönheit“.

 

1 Kommentar »

Keine „12 von 12 im März“

Ich habe angefangen, Fotos für euch zu machen, obwohl ich schon um 1:00 Uhr nachts wusste, dass der Tag heute kaum ereignisreich werden wird. Und so ist es gekommen. Zu erzählen habe ich was, aber Fotos gibt’s nicht. Die wollt ihr nicht sehen…

Ich war noch nicht ganz eingeschlafen, da merkte ich, dass Liam unruhig schlief. Er rief nicht nach mir, er suchte kein Trinken oder Tuch.. er jammerte einfach ein bißchen vor sich hin. Als er dann einmal gefährlich hustete, sprang ich aus dem Bett. Gerade rechtzeitig… Das Abendbrot war wieder da.

Als wir das Bett und Liam umgezogen hatten, legten wir uns wieder hin. Obwohl Liam ordentlich gespuckt hatte, roch es kein bißchen danach und ich fragte mich, woher dieses Essen kam. Egal.
Ich versuchte, auf ihn zu hören, damit er nicht erstickte, falls es nochmal passierte. Liam hat bei jeder Erkältung Schwierigkeiten, den Schleim loszuwerden und meistens bricht er dann.

Eine Stunde später, als ich gerade irgendwie eingeschlafen war, ging es wieder los.
Details erspare ich euch.

Wir drei lagen wieder in den Betten, da hörte ich, dass Emilian unruhig wurde. Er wuselte und quengelte. „Mama. Papa. Ich hab Angst.“ flüsterte er. Ich ging mit ihm auf die Toilette und brachte ihn ins Bett zurück.

Vor dem Abendessen war ich mit Emilian einkaufen und er durfte sich kleine Süßigkeiten aussuchen. Er wählte auch für Mama, Papa und Liam welche aus und plante, sie uns nachts als Überraschung ins Bett zu legen. Weil er normalerweise niemals nachts aufwacht, dachte ich mir nichts dabei. Als er nun aber wach im Bett lag, fielen ihm seine Pläne wieder ein. Er bat uns, kleine Schüsseln holen zu dürfen, um die Bonbons aufzuteilen. Es war 3:00 Uhr nachts.

Wir mussten zwischendurch echt lachen und ich fragte mich, ob das ein „Versteckte Kamera – Eltern-Test“ oder so sei. Ehrlich. Emilian tippelte mit den Bonbon und den Schüsseln um unser Bett herum und weinte, weil wir ihn die Schüsseln nicht in unser Bett stellen ließen. Ich stand nochmal auf, um nach Liam zu sehen. Emilian war wach und wollte Bonbons verteilen. Dass es Nacht und Schlafenszeit war, interessierte ihn nicht. Ich fragte ihn, ob er in unserem Bett schlafen wollte. Und das klappte dann.

Er lag neben mir, sah mich mit großen Augen an und machte sich Sorgen um seine Bonbons. Weil er nciht einschlafen konnte, fragte er mich, ob ich für ihn beten könnte. Er sagte: „Mama, kannst du dafür beten, dass ich am Morgen zur richtigen Zeit aufwache, um die Bonbons zu verteilen. Und du kannst dir überlegen, was wir am heutigen Tag machen.“
So seine Worte.

Als ich lachen musste und sagte: „Ich glaub‘ das alles nicht!“, war er beleidigt und sagte: „Jetzt bete doch mal endlich.“
Ich wurde an den Rand des Bettes und der Verzweiflung gedrängt und wir schliefen ein.

 

Natürlich wachte ich am Morgen auf, weil Emilian mit den Schüsslen neben mir stand und mir seine Überraschung präsentieren wollte. Er ließ nicht eher nach, bis ich sie aß. Papa war gerade zur Arbeit gegangen und wir hatten einen ruhigen Morgen. (Bis auf die Tatsache, dass ein Stapel vollgespucktes Bettzeug im Bad, eine volle Waschmaschine und Spülmaschine in der Küche und eine „Packen/Sortieren“-Baustelle im Kinderzimmer auf mich wartete…)

 

Liam war still und kuschelig. Ich fragte ihn: „Liam.. du hast heute Nacht zweimal gespuckt.. Warum denn?“
„Na, is wollte niss den Nudelsalat!“
Er schlief auf meinem Arm ein, während ich mit meiner Schwester skypte. Das war lange nicht mehr passiert. Ich hoffte, dass er einfach nur müde war und legte ihn auf die Couch. Während er wärmer wurde und schlief, schaffte ich ein bißchen Küche und ein bißchen Wäsche. Liam trank ab und zu was.

Wenn er wach war, sagte er alle paar Minuten: „Mama… so wangleilich.“
Aber weder Filme noch Hörspiele noch Bücher noch Spielzeug konnten ihn glücklich machen.

Dann setzte er sich auf, hielt sich den Bauch und jammerte.
Und ich hätte diesen Blick deuten sollen.
Und ich hätte ihn von der Couch nehmen sollen.
Oh, wie sehr ich das hätte machen sollen.

Auf dem Blog Smoorbär von Veronika habe ich am Morgen gelesen, was sie über Magen-Darm-Grippe schreibt und dass ihre Tochter einmal ordentlich die Couch + Teppich bespuckt hat. „Die Arme“, dachte ich nur.
Und dann passierte es bei uns auch.
Ich hätte nicht gedacht, dass so viel Flüssigkeit aus Liams kleinen Körper kommen kann!

– Wie gut, dass mein iPhone seit letzter Woche eine neue Hülle hat, die vor Flüssigkeiten aller Art schützt!

– Wie gut, dass mein Mann jetzt nicht in Afrika ist!

– Wie gut, dass die Menschen, die sich morgen unsere Wohnung angucken wollten, abgesagt haben.
Sie wollen Ende März einziehen – und der Geruch hätte ihnen nicht gefallen.

– Wie gut, dass Waschmaschine und Trockner gleichzeitig laufen und super-schnell sind!

– Wie gut, dass es youtube gibt!

 

So viel zu unserem 12. März.
Dem ersten Teil davon. Hier ist es ja erst 15:00 Uhr.
Draussen sind es 31 Grad und wir verpassen einen dieser letzten heißen Tage Kaliforniens.

Liam hüpft und lacht jetzt.
Er trinkt Cola und futtert Brezeln. Ein bißchen Cola musste ich eben auch vom Boden aufwischen – aber bevor es in Liams Magen war..

Ich wage mal zu denken, dass das wirklich der Husten-Schleim war. Denn uns, die wir den Nudelsalat auch gegessen haben, geht es gut. Und wir sind eigentlich gar nicht so die Magen-Darm-Grippe-Familie.

Auf der 12 von 12-Liste werde ich also nicht sein.
Aber ihr könnt euch trotzdem gern Fotos der anderen Blogger angucken.

1 Kommentar »

Erkältungs-Frust

Eigentlich wollte ich gestern einen ordentlichen Frust-Eintrag bloggen.
Gegen die Krankheit, die Eintönigkeit hier und überhaupt.
Aber dann ließ sich der Laptop auf Grund eines Wackelkontakts plötzlich nicht mehr laden und mit 28% Akku wäre ich nicht weit gekommen.
Segen oder Fluch – ich weiß es nicht.

Ich werde trotzdem ein bißchen von unserer Woche berichten, nur heute ist es eher unterhaltsam und mit Sarkasmus gewürzt. Gestern wäre es böser und verzweifelter geworden.

Heute ist der erste Tag dieser Woche, an dem ich nicht bei irgendeinem Arzt war.
Ich habe nicht geforscht, aber meiner Meinung nach sind die Kinder seit dem letzten Herbst krank. Erkältet. Nicht gesund.
Es gab gute Tage, natürlich. Auch Wochen. Aber schleimlösende Mittel gebe ich ihnen seit Monaten.

Am Sonntag Nachmittag bekam Emilian hohes Fieber. Schnupfen und Husten hatten die Kinder schon/noch, aber damit kommen wir inzwischen klar. Das ist normal. Fieber ist dann aber so’ne Sache. Wenigstens keine Ohrenschmerzen. Denn wir haben seitdem mit Nasenspray nicht gespart..
Irgendwie fand ich auch, dass Emilian komisch aus dem Mund roch. Mit einer Krankheit hab ich es aber nicht direkt in Verbindung gebracht… Er glühte und schlief viel. Die Batterien vom Fieberthermometer gaben den Geist auf.
Am Montag sagte die Kinderärztin, sie tippt auf Streptokokken. Belegte Zunge und so. Weil sie meinen Sohn aber nicht mit einem gemeinen Blut-Test quälen wollte, bat sie uns, am Dienstag wiederzukommen. Die Platzwunde, die wir ja auch noch im Gepäck haben, wollte sie sich in der nächsten Woche ansehen. Emilian hütet sie, wie.. eine Wunde eben und als die Pflaster abgingen, musste sofort ein neues drauf. Der Anblick erschreckte ihn wieder.

Emilian ging es dann besser. Beide Kinder röcheln und husten und würgen. Liam hat am Montag und am Dienstag je einmal… seinen Schleim erbrochen. Verschiedene Ärzte haben mir bestätigt, dass kleine Kinder ihren Hustenschleim nicht anders loswerden können. Nun gut. Wenn dann nicht die Mahlzeiten des ganzen Tages mitkommen und auf dem Teppich/im Kinderwagen/auf drei Kleidungsschichten landen würden… Als sich dann gestern beide Kinder gleichzeitig ihres Schleimes entledigen mussten, standen wir dann geübt und vorbereitet zu dritt vor dem Waschbecken.
Ihr seht, ohne Sarkasmus geht das nicht.
Und ich danke einmal mehr meiner lieben Freundin, der Waschmaschine!

Weil es Emilian am Dienstag besser ging, wurde sein Blut nicht getestet. Nebenbei erfuhr ich von meinem Hausarzt, dass wir keine extra Impfungen für Californien brauchen. Auch gut. Ohne neue Medikation zogen wir also durch das herrliche Frühlingswetter wieder nachhause. Wir kauften ein, trafen Freunde in ihrem Garten und quatschten, wir gingen zur Bücherei, um uns neuen Lese- und Film-Stoff zu holen und gammelten so vor uns hin. Das hört sich entspannt an, war es aber irgendwie nicht. Liam musste seinen Mittagsschlaf nach ein paar Minuten beenden, weil er sich und den Wagen vollgespuckt hatte. Beim Einkaufen, beim Auto fahren und in der Bücherei war ich sehr angespannt, weil Liams Nase ununterbrochen lief, weil jedes würgende Husten mich zusammenzucken ließ und – weil Emilian nicht so gut hört. Das ist belastend! Er hat einfach zuviel Druck oder Schleim im Kopp. Dabei ist er sehr aufmerksam und verständnisvoll. Er hängt an meinen Lippen und sagt auch mal: „Du musst lauter reden, Mama!“ Aber beim Auto fahren oder im Dunkeln – geht es gar nicht. Die Einschlafmusik tönt durchs ganze Haus, damit er sie hört. (Er schläft glücklicherweise nach den ersten beiden Liedern ein..) Ich glaube, ich rede zur Zeit allgemein schon lauter. Aber es nervt!

Am Mittwoch fing der Morgen schön an. Die Kinder spielten in liebevoller Zweisamkeit mit ihren Duplo-Steinen. Ab und zu musste ich schlichten und trösten. Liam lernt gerade, dass er seine Liebe nicht zeigen kann, in dem er Emilian ins Auge piekt oder ihm in den Finger beißt. Und Emilian muss lernen, dass er mit „Liam, gib‘ mir das zurück!“ oder „Nein, Liam, ich möchte das nicht!“ viel viel weiter kommt, als mit „Aaaaaaaaah!“ oder „Naaaaaiiiin!“ oder „Maaamaaa!!!“. Aber sie lernen. Na gut, Emilian lernt. Liam trotzt und testet. Manchmal schreit er förmlich danach, erzogen zu werden. Mach ich doch gerne! Wenn ich nicht schon ein großes Kind hätte und sowieso wüsste, dass alles nur eine Phase ist, würde ich durchdrehen. Aber so bin ich ruhig, konsequent und ausgeglichen.
In dem Punkt jedenfalls.

Weiter geht’s.
Am Mittwoch Nachmittag legte ich mich mit Emilian auf die Couch und wir hörten ein Hörspiel. Kann man bei dm runterladen. Emilian liebt das „Lümmel“-Hörspiel! (Und es hat die richtige Länge für mich, um einen Mittagsschlaf zu machen. Ähäm.) Als ich wach wurde, merkte ich, dass Emilian eingeschlafen war. Ich machte das Hörspiel aus und holte Liam aus dem Kinderwagen, weil er rief. Wach war er aber irgendwie nicht und so lagen wir dann zu dritt komatös auf der Couch. Um 15:30 Uhr kam die Oma kurz vorbei. Aber weil keins der Kinder sie richtig wahr nahm, trank sie einen Kaffee mit mir, wir redeten und dann ging sie wieder. Emilian schlief und schlief.. und wurde immer heißer. Das Fieberthermometer hatte neue Batterien und zeigte 39,4°C. Es war ungefähr 16:30 Uhr.
Beim Kinderarzt hieß es: „Hallo, hier ist der Anrufbeantworter der Kinderarztpraxis… Leider rufen Sie ausserhalb der Sprechzeiten an…“
Na toll.
Dann HNO-Arzt. Immerhin hört Emilian ja schlecht und H steht ja wohl für Hals.
Mittwoch, Sprechstunde bis 19:00 Uhr. Yeah!
Die Dame am Telefon war irgendwie gestresst und fragte, wie schnell ich da sein könne.
„In 15 Minuten.. aber.. ich habe gelesen, Sie sind mittwochs bis 19:00 Uhr da?“
„Ja, aber heute sind wir nicht mehr lange da.“
Ich erfuhr dann später, dass es einen PC-Absturz gegeben hat. Na gut, das ist entschuldbar.
Wir waren wirklich die letzten in der Praxis. Die Kinder spielten geduldig im Warteraum. Meine Mama rief an und fragte, ob sie ungefähr in eine Stunde vorbeikommen könnten. Ein Lichtblick!
Die leuchtenden Augen der Kinder zeigten mir, dass sie auch so dachten.

Die Ärztin nahm sich viel Zeit für eine überforderte Mama, die einfach mal reden wollte uns.
Mit beiden Kindern auf dem Schoß saß ich auf ihrem Behandlungsstuhl und war dankbar, dass Emilian alles mit sich machen ließ. Sie diagnostizierte tatsächlichen eine Infektion im Rachen. Tadaa. Antibiotikum! Den Ohren ging es soweit gut, wir bekamen neuen Fiebersaft und wünschten dem Praxis-Team einen schönen Feierabend.

Der Abend mit meinen Eltern war schön.
Ich tankte ein bißchen Kraft, die Kinder tankten sehr viel Großeltern-Liebe und alle waren zufrieden.

Heute verbachten wir einen Shopping-Tag in der Stadt, genossen die Berliner Luft, lösten bei dm die Geburtstags-Gutscheine der Kinder ein und kauften ein neues Kabel für den Laptop. Niemand musste sich übergeben, es musste kein Fieber gemessen werden und niemand erlitt einen Nervenzusammenbruch.
Es gab eine Situation, die einen eigenen Blog-Eintrag verdient hätte.
Vom Glück, draussen und gesund zu sein, beseelt, überkam mich die Lust, mit den Kindern ein Eis zu essen. Weil ich bei unserem Lieblings-Italiener nicht mit Karte zahlen konnte und mich auch nicht in Unkosten stürzen wollte, landeten wir bei McDonalds. Ich kaufte zwei kleine Softeis-Becher mit Schokosauce „zum Mitnehmen“, weil im Restaurant alles voll war…
Und das Unglück nahm seinen Lauf.
„Ich wollte rote Soße!!!“
(Glücklicherweise konnte ich sagen, dass es gar keine rote Soße gab, denn der Mensch hinterm Tresen hatte „Schoko, Karamell oder Vanille“ gefragt und ich hatte „Schoko“ geantwortet. Weil ich dachte, ein Eis macht meinen Kindern Freude. „Zum Mitnehmen“ hieß dann „Vor dem Geschäft, im Kinderwagen“. Ich löffelte schnell die oberste Schicht von Liams Eis weg – und beinahe wäre mir der Becher um die Ohren geflogen. Wie konnte ich nur! Und ich dachte, ein Eis macht meinen Kindern Freude. Liam brüllte mich an, konnte aber seinen Eisbecher nicht richtig festhalten, wollte auch nicht gefüttert werden.. Sehr ungünstig. Emilian merkte, dass Schokosauce doch schmeckte. Über die Eisflecken auf der Jacke und über die Blicke der Passanten sah ich hinweg. Dann wurde es ihm zu kalt und das Eis wurde ihm zu flüssig.
Damit das jetzt nicht doch ein eigener Eintrag wird… Ratet, wer beide Becher leergegessen hat?!
Und ich dachte, ein Eis macht meinen Kindern Freude.

Liam schlief danach auf der Stelle ein.
Auch Emilians Laune besserte sich schnell und dem Tag folgte ein schöner Abend.

Ich könnte noch viel mehr schreiben.
Über die Brüder. Wie sie sich lieben und nachahmen.
Über Liam. Wie er trotzt und schelmt.
Über Emilian. Wie er weise spricht und seinen Geburtstag plötzlich kaum noch abwarten kann. Am Morgen habe ich gesagt, dass wir den Kalender bald zu März umdrehen – und das kleine Geschenk von dm hat die Vorfreude dann endgültig geweckt!
Aber dazu später mehr.

 

Damit der Beitrag in Friede und Freude endet, schreibe ich die neuesten Kindersprüche auf:

„Mein Freund aus dem Kindergarten hat auch Husten-Durchfall.
Dis is, wenn man spucken muss.“

Beim Obst-Essen spielen und fantasieren die Jungs, statt zu essen.
Ich: „Was macht ihr denn eigentlich da???“
Emilian: „Wir faulen einfach nur rum.“

„Mama! Ich hab aus Duplo ein echtiges richtiges Boot gebaut!!“

Oma sucht mit Emilian ein Buch, dass sie vorlesen kann.
Bei einem sagt er:
„Oh oh.. Ich glaube nicht, dass ich das Buch angucken kann. Da ist ein Fuchs drin!“

Ich habe mir vorgenommen, Cookies zu backen. Emilian liebt das. Er steht von seinem Jim Knopf-Film auf, um mir beim Backen zu helfen! Als er dann auf dem Stuhl steht und der Küchenmaschine beim Teig-rühren zuguckt, ruft er: „Mama, hilfst du mir?“
„Wobei denn?“
„Na.. beim Zuschauen.“

Aus dem Nichts fragt er:
„Mama, was heißt ‚abwehren‘?“
Auf so eine Frage frage ich erst immer, woher er das Wort kennt, um den Zusammenhang zu verstehen.
„Wer sagt denn dieses Wort?“
„Na alle.“
(Wollt ihr wissen, woher es kam?
„Da hat das rote Pferd – sich einfach umgekehrt –
und hat mit seinem Schwanz – die Fliege abgewehrt…“)

Abends aus dem Bett ruft er:
„Ich hab da irgendwelche Krümel in der Hand, die mich stören.“
Es stellte sich heraus, dass sein Arm beim Liegen eingeschlafen war…

Nach dem Spielen mit dem TipToi-Buch teilt Emilian sein Wissen mit uns.
„Bei den Seepferdchen bringt das Männchen die Babys zu der Welt.“

Emilian versteht nicht ganz, warum er in dieser Woche gar nicht in den Kindergarten kann.
„Ich bin gesund! Ich huste alle nich an.“

Im Kinderzimmer sage ich: „Hier stinkt aber was!“
Emilian: „Ja! Ich bin’s wohl nicht!“

Als ich einem Freund von Emilians Unfall berichte, sage ich: „Und dann hat er gespuckt…“
Emilian: „Nein. Ich hab gekotzt!“

Heute beim Einkaufen zeigt mir Emilian, dass er Blut am Finger hat. Ich gucke kurz und sehe, dass seine Lippe blutet. Die ist sehr rau und trocken durch die Krankheit.
Ich sage: „Da, du blutest an der Lippe.“
„Ja, weil ich hab ein bißchen Körper abgerissen.“
Kurze Pause.
„Ich will zum Arzt!“

Und kurz vor dem Einschlafen sagte er lächelnd:
„Mama, es ist schön, im Frühling Geburtstag zu haben…. ich möchte auch mal im Winter Geburtstag haben!“

 

 

Keine Kommentare »

Wo sind die Jahreszeiten, wenn man sie mal braucht?

Ich habe etwas Komisches festgestellt: Ich kann mich nicht richtig über die Sonne freuen.
Zum ersten Mal überhaupt bin ich verhalten.

Ich liebe die Sonne!
Sie hat mich im September, Oktober, November, Dezember überrascht und hat mir so gut getan.
Es war fast immer hell, die Herbstblätter haben geleuchtet, der Himmel strahlte.
Jetzt ist Januar. Und jetzt bricht der Frühling in Berlin aus. Im Kindergarten, in den Arztpraxen, in den Haushalten stehen Tulpen. Mein Herz sehnt sich nach Frühling – aber irgendwas hält mich zurück. Entweder, weil die Freude nach dem Winter noch größer wäre und sich verdienter anfühlen würde… Oder, weil ich einfach vermute, dass da noch was kommt. Ich stelle die Winterschuhe noch nicht zurück. Ich putze die Fenster nich nicht von aussen – das fällt mir nicht leicht. Ich lasse Mützen und Schals noch griffbereit. Ich fege die Terrasse noch nicht sauber. Ich lasse die Weihnachtsdeko noch ein paar Tage hängen… Und irgendwie, ein bißchen, so vielleicht einen Monat lang würde ich mich ja doch über Schnee freuen, also für die Kinder.. und so.

Sonnenschein

 

Ich mag, dass das Wetter die Menschen vereint.
Ja, manche meckern, was das Zeug hält und ziehen sich gegenseitig in die Tiefe.
Aber auch diese Sehnsucht und das Warten und dann die Freude wird geteilt. Im Internet häufen sich die Bilder von Sonnenaufgängen, von Blumen, von blauen Himmeln (ist ja immer derselbe Himmel…), man tauscht sich aus und freut sich wirklich sehr gemeinsam über gutes Wetter!

Winterkind

 

Die Kinder werden gesund und es tut gut, sie wieder hüpfen, lachen und durchschlafen zu sehen.
Es ist Emilian schwer gefallen, sich vor dem Kindergarten von mir zu trennen. Die Weihnachts- und Krankheits-Pause war einfach zu lang. Gestern ging es zum ersten Mal wieder leichter.. das war ein Freitag. Mal sehen, was Montag passiert…
Oft wird ein Wachstum deutlich, nachdem Kinder krank werden. Emilian fragt und erschließt Dinge, die mich wirklich sprachlos machen und auf die ich keine schnelle Antwort habe. Ich dachte früher, mit 3 ist man noch fast Baby. Was soll noch alles passieren, bevor er überhaupt in die Schule kommt? Ich ahne, dass das nicht-durchschlafen, die Still-Koliken, das Zähne kriegen und die Trotzphase nicht das Schlimmste war, was mein Mutterherz ertragen musste.

Liam ist richtig gut drauf!
Er schläft gut, er kommt gut mit den Besitzansprüchen seines großen Bruder klar, er lacht viel und hat seinen Platz in unserer Familie gefunden. Seit dem er „Papa“ sagen kann, sagt er es. Manchmal, weil er weiß, dass Papa dass wir es gern hören, manchmal, weil er einfach seine beiden Wörter, „Mama“ und „Papa“, vor sich hinbrabbelt und meistens aber, weil er seinen Papa über alles liebt. Kommen wir nachhause: „Papa??“, setzen wir uns ins Auto: „Papa brmm brmm?“, klingelt es an der Tür: „Papa??“. Ein schönes Gefühl. Mehr Wörter sagt Liam nicht, denn er kann sich ganz gut mit Zeichen und anderen Geräuschen verständigen. Wir denken aber, dass er mit seinen 22 Monaten kurz davor ist, mehr Wörter zu lernen. Mir ist aufgefallen, dass Liam – das wird auch an den musikalischen Genen liegen – den Klang unserer Wörter anhört und dann summend im gleichen Klang antwortet. So sagt er das Wort nicht – aber wir können er-hören, was er meint. Ausserdem summt er! Alle meine Entchen, Eins zwei drei im Sauseschritt, Schneeflöckchen Weißröckchen, Gott hat alle Kinder lieb, … Ich bin beeindruckt!

 

Gestern waren wir auf einer „Allgäu“-Mottoparty. Ich hatte zum ersten Mal ein Dirndl an!
Ich stand zuhause vor dem Spiegel, während mein Mann, der Held!, mir Zöpfe flocht.
Liam scharwenzelte aufgerget um mich herum, strich mit den Händen über mein Kleid und sagte: „Waoo, Waoo!“
(Auch wieder so ein Klangwort.)

Dirndl

Nachher feiern wir Omas und Schwiegermutters Geburtstag im schönen, kleinen Kreis der Familie.

Habt ein schönes Wochenende!

 

Liam wandert

Keine Kommentare »

Diese Tage, …

… an denen alle Familienmitglieder aus einer schlechten Nacht aufwachen und einfach nur müde sind.

… an denen die Zeit überhaupt nicht vergeht.

… an denen mir der Kaffee noch besser schmeckt.

… an denen ich mich über meine Online-Kontakte freue.

… an denen ich morgens, mittags, abends mit mehreren Arzneimitteln hantieren muss.

… an denen mir jedes kleines Husten von Emilian im Kopf und im Herz weh tut – und er aber alle halbe Stunde loshustet.

… an denen ich mich frage, warum ich noch gesund bin.

… an denen ich keine Kraft mehr habe und nur noch Hörspiele oder Filme laufen lasse.

… an denen mir der Weg zum Briefkasten die einzige frische Luft beschert.

… an denen ich mich frage, ob ich die Zeit vor den Kindern wirklich genug ausgenutzt habe.

… an denen ich mich um 18:00 Uhr das erste Mal schminke, kurz bevor mein Mann nachhause kommt.

… an denen die Angst vor einer neuen, kurzen Nacht am Abend wächst.

… an denen die Ruhe am Abend so gut tut.

 

Keine Kommentare »