05. Mai 2026
Am 5. eines Monats erzähle ich normalerweise, was wir so den ganzen Tag gemacht haben.
Falls jemand fragt:
„Was macht du eigentlich den ganzen Tag?“
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Ein Tag ohne Termine liegt vor uns. Frei ist er allerdings nicht.
Ich bin dran, die Kinder zu wecken und stehe um 6:30 Uhr auf. Als ich mich anziehe, wird die Kleine wach. Sie ist fröhlich, also nehme ich sie mit runter und bereite das Essen vor.
Am langen Wochenende waren wir verreist. Davor habe ich in einem Mütterpflege Einsatz gearbeitet. Ich merke, wie viel Arbeit nun auf mich wartet. Gestern war die Wäsche und der Garten dran. Heute jage ich Ameisen in der Küche und hänge trockene Wäsche ab.
Als die Jungs in der Schule sind und wir zu dritt gefrühstückt haben, setze ich mich mit der Tochter auf die Couch. Sie hört ein paar ihrer liebsten Simone-Sommerland-Lieder und ich schaffe erstaunlich viel am Laptop. Ich bearbeite Nachrichten, drucke Formulare aus, schreibe E-Mails und trage Termine ein. Das fühlt sich gut an.
Gegen Mittag mache ich mich mit ihr auf dem Weg in die Schule zu einem Entwicklungsgespräch. Sie läuft fast den ganzen Weg fröhlich an meiner Hand. Es regnet ganz leicht und riecht wunderbar nach feuchter Erde.
Wir sind ein bisschen früh und so kaufe ich noch kurz ein. Auf dem Schulhof knabbert sie ein bisschen Müsli aus ihrer Snackdose. Wir treffen andere Eltern und Kinder und quatschen kurz.

Dann gehen wir zum Gespräch. Der Sohn darf seine Sicht seiner Leistungen erklären und die Lehrerin bestätigt oder teilt ihre Sicht. Es ist ganz schön, als Zuschauern dabei zu sein. Ich wippe mit der Tochter auf dem Schoß mit dem Stuhl und bin ganz stolz. Plötzlich fällt mir auf, dass sie sich gar nicht mehr bewegt und so ruhig atmet – sie ist eingeschlafen!
Wir beenden das Gespräch, ich trage sie in den Wagen und sie schläft noch ungefähr drei Stunden!!
Weil der Sohn bald Schulschluss hat, gehe ich wieder kurz einkaufen und hole ihn dann gleich ab. Auf dem Rückweg kaufen wir Eis, treffen eine Freundin, quatschen und kommen zuhause an. Der Sohn ist mit dem Eis vorgerannt.
Gestern war er lange im Hort und hatte dann Besuch. Heute hat er einfach nur frei und genießt es. Er schafft Hausaufgaben, hört sein Hörspiel und spielt im Garten.
Der Große ist schon da und hat mit Papa gegessen. Er hat heute seine dritte und letzte MSA Prüfung geschrieben!
Kurs nach uns kommt der Mittlere und wir essen zusammen. Es tut so gut, frei zu haben. Ich mache mir einen Kaffee und helfe bei den Hausaufgaben. Die Sonne scheint und ich überlege, ob ich den Sprenger doch an mache. Auf den Regen in Berlin kann man sich eigentlich nicht verlassen. Die Tochter wird wach und darf ihr Mittag draußen essen.
Am späten Nachmittag frage ich den Mann, ob er mit mir zum Pflanzen Markt fährt. Ich habe einen Gutschein zum Geburtstag bekommen – und habe gerade zum ersten Mal, seit wir hier 2012 eingezogen sind, ein bisschen das Gefühl, dass ich die Gartenarbeit verstehe und gut schaffe. Entweder ich hatte keine Zeit. Oder keine Ideen. Oder kein Geld. Oder kein Wissen. Oder keinen Mut. Jetzt habe ich vielleicht von allem ein bisschen. Ich kann auch den Garten mehr sein lassen und habe keinen Anspruch auf Perfektion.

Wir sind zu dritt. Die Jungs haben wir zuhause gelassen. Im Gartenmarkt fällt es mir jedoch schwer, mir zu merken, was ich eigentlich kaufen wollte und mich nicht zu vergleichen. Die Schau-Beete kann ich mir heute gar nicht ansehen, weil ich dann nur wieder sehe, was ich alles nicht schaffe …
Wir kaufen Erdbeerpflanzen, Mulch, Rasensamen und Dünger und ein paar Pflanzen. Die Tochter ist ganz aufmerksam und liebt die Windräder oder Tiere, die man sich ins Beet stecken kann.
Wieder zuhause kommen die Pflanzen gleich ins Beet. Dann geht es in Richtung Abendessen. Der Mann hat einen Termin und bereitet uns Brote vor, bevor er geht. Der Große macht mit der Schwester Salat. Der Mittlere kommt vom Tanz Unterricht.
Ich esse mit den Kindern. Es ist wild und wuselig – aber lustig. Um 20:00 Uhr beginnt ein Video Telefonat mit ein paar Freundinnen. Die Jungs gehen ins Bett, zwischendurch gehe ich zu ihnen, um zu beten. Die Kleine ist noch beim Treffen dabei und winkt in die Runde. Später schalte ich meinen Bildschirm aus, höre nur zu und stille sie zum Einschlafen.
Als das Telefonat beendet wird, möchte ich unten Staub saugen – aber genau in der Sekunde kommt mein Mann nach Hause. Wir reden ein bisschen und schauen noch eine Folge unserer Serie, bevor wir ins Bett gehen.
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