WMDEDGT – 11

05. November 2019

Am 5. eines Monats möchte ich euch erzählen, was ich eigentlich so den ganzen Tag gemacht habe.
Falls jemand fragt:
„Was macht du eigentlich den ganzen Tag?“
WMDEDGT?

Wow! Zum elften Mal schreibe ich schon mein WMDEDGT. Als ich gerade mein WMDEDGT 10 gelesen habe, kam mir das soo lange her vor.

Der Tag war ein „Papa, Mama, drei Kinder“-Tag, der es in sich hatte. Ich bin stolz und glücklich, dass wir solche Tage hinkriegen – überhaupt ist es krass, was wir fünf alles so hinkriegen, seit ich wieder arbeiten gehe… aber solche Tage wie heute würde ich nicht so oft schaffen.

Der Wecker klingelt wie immer kurz nach 6 Uhr. Wie immer schleppen wir uns aus dem Bett und sind wie immer etwas spät dran. Ich mache Essen für uns drei, für den Morgen und für den Tag. Als wir dann kurz vor knapp feststellen, dass die Handwärmer irgendwie geplatzt oder ausgelaufen sind und ich kurz sauber machen muss, sind wir endgültig spät dran.

Ich bringe die Jungs in die Schule, werfe wie immer ein Blick auf den Vertretungsplan und laufe langsam zum Fahrrad zurück. Dienstags gehe ich zur Arbeit, gleich nachdem ich die Jungs gebracht habe. Aber ich habe dann Zeit. Ich schiebe mein Fahrrad und schreibe kurz mit dem Mann, der inzwischen wach ist und den Kleinen in die Kita bringt. Der Kleine ist nach einer Woche Krankheits-Pause inzwischen richtig eingewöhnt – vielleicht hat er die Pause gebraucht – und wir sind so glücklich, wie gerne er in den Kindergarten geht und wie viel er zuhause erzählt und nachmacht. Haach. Sie werden so schnell groß!

Ich komme am Kindergarten an, schließe mein Fahrrad fest und ziehe mich um. Um 8:30 Uhr ist es noch ruhig. Ich mag es, dass manche Eltern beim Abgeben lange auf dem Teppich sitzen und vorlesen. Das ist ein schönes Abgeben für Eltern und Kinder.
Bis zum Frühstück rede ich mit den Kollegen, winke mit den Kindern am Fenster oder lese vor. Ich lese überhaupt viel vor. Sehr viel. Das merkt vor allem meine Stimme. Aber ich mag es irgendwie, wenn sich viele Kinder aufmerksam um mich setzen und leise zuhören. Das ist so friedlich.

Nach und nach gehen die Kinder frühstücken und auch ich löse die Kollegin ab und setze mich mit den Kindern und meinem Frühstück an den Tisch. Jeder kann selbst entscheiden, wann er essen gehen möchte. Wir reden und essen in Ruhe. Die 30 Kinder aus meinen Gruppen kenne ich inzwischen gut und ich bin nicht mehr nur „die Neue“.

Heute steht kein besonderes Programm auf dem Plan und so sitze ich einfach auf dem Teppich und spiele mit Playmobil. Mit den Kindern natürlich 😉 Zwei neue Eingewöhnungskinder sitzen neben mir und ich finde es ganz spannend, die Eingewöhnung mal von dieser Seite zu sehen. Überhaupt ist heute ein ruhiger Tag und die Kinder sind sehr zugänglich. Das ist nicht immer so. Ich hole mir einen Tee und lese weiter vor. Und noch weiter. (Ich lerne übrigens viele gute und viele merkwürdige Kinderbücher kennen.)

Kurz vor dem Mittagessen gehen wir noch in den Garten. Es nieselt und ist kalt, aber die Luft ist frisch. Die Essenszeit ist noch am herausfordernsten für mich, weil Kinder ja so albern und schmadderig und zappelig und unruhig essen können. Das hab ich wohl vergessen… Besonders die ungeduldigen Schnell-Esser und die tiefenentspannten Genießer nebeneinander zu haben, ist eine hohe Kunst. Aber solange wir uns nicht gegenseitig mit vollem Mund auf den Teller niesen und jedes Kind einigermaßen ruhig gekostet und gegessen hat, ist alles gut.

Ich gehe mit meiner Gruppe zum Zähne putzen und bin froh, dass ich alle Zahnputz-Sprüche inzwischen auswendig kann. Sobald ich auch nur ein Wort vergesse, wird mir sofort geholfen. Wir gehen in den Gruppenraum, ich lese 3 oder 4 Bücher vor und habe Feierabend.

Mit dem Fahrrad fahre ich durch die Sonne zur Schule und treffe meine Kinder am Tor. Das ist so abgemacht und das klappt wunderbar. Aber meine „Pause“ sind dann eben die 5 min. auf dem Rad…

Es fängt wieder zu regnen an, wir beeilen uns, denn außerdem bin ich mit einer Freundin verabredet. Wir kommen genau gleichzeitig zuhause an. Mein Mann hat Jari abgeholt und Essen gemacht – als wir kommen, zieht er sich ins Büro zurück und geht arbeiten. Schichtwechsel.

Ich komme also etwas unvorbereitet zuhause an, begrüße das Chaos, mache uns Kaffee und setze mich mit meiner Freundin an den Wohnzimmertisch. Unsere 5 Kinder wuseln um uns herum und ich frage mich, wie Mütter sowas schaffen. Wir beide bereiten nämlich zwei MOPS-Treffen vor und sind so kreativ und kommen so weit und haben so viel Spaß – inmitten der Unordnung.

Meine Freundin zieht weiter mit ihren Kindern zum Ballett und wir erwarten einen nächsten Spiel-Besuch. Die Kinder laufen ihm draussen entgegen, sie spielen kurz im Garten und kommen dann rein. Zwischendurch habe ich die Schultaschen der Kinder entleert und so viel Müll gefunden – aber nicht das gesuchte Lineal. Ich hole ein tolles Buch aus der Post (auch im Kindergarten entdeckt), dass ich zu Weihnachten verschenken möchte. Von Sonntag liegen noch zwei Säcke Kinderkleidung im Flur. Die Hasen sollen gefüttert werden. Die Kinder streiten und ich muss die Brüder trennen. Mein Mann kommt vom Friseur. Die Jungs wollen eine Orange. Sie nehmen dem Kleinen seinen Luftballon weg und machen ein lustiges Spiel daraus. Ich versuche, meine unzähligen WhatsApp Nachrichten vom Tag zu beantworten. Ich sage Geburtstags-Einladungen zu. Ich plane Sitzungen. Ich bringe den Müll raus. Ich räume die Spülmaschine ein. Ich hänge die Wäsche ab. Ich gieße die Blumen. Ich fahre das Gastkind nachhause und bleibe auf dem Rückweg einfach kurz im Auto sitzen. Ruhe. Im Garten finde ich eine Jacke vom Sohn.

In allem geht es mir gut. Ich habe keine Kopfschmerzen. Ich bin nicht genervt. Ich sitze kurz mit meinem Mann auf der Couch und wundere mich darüber – und wir stehen wieder auf, weil der Alltag ruft.

Wir freuen uns sehr, dass der Große bei einer Verlosung ausgewählt wurde und sich neue Kinderschuhe aussuchen darf. Wow. Danke Gott. Außerdem wurden wir für einen Produkttest für ein cooles Jungs-Spielzeug ausgesucht – ich schreib euch bald davon. So kurz vor Weihnachten gar keine schlechte Idee 😉

Wir essen zusammen und ich rede ein paar ernste Worte mit den Jungs, weil mir nicht gefällt, wie sie miteinander reden. Wir reden über Grenzen und Worte und Gefühle und Familie. Im Großen und Ganzen. Es ist mir sehr wichtig, dass Familie ein geschützter Rahmen ist und niemand – auch nicht aus Spaß – mit den anderen stänkert.

Die Kinder packen ihre Rucksäcke für den Projekttag morgen und ich räume Küche, Flur und Wohnzimmer auf. Morgen wird mein Mann den ganzen Tag unterwegs sein und zum ersten Mal werden meine Eltern alle drei Jungs abholen. Ich weiß, dass meine Mama gern bei uns sauber macht. Aber wenn sie schon alle Kinder hüten muss, soll es wenigstens ordentlich aussehen. Die Kinder wissen noch nichts vom Besuch und ich bin gespannt, wie das klappt.

Mein Mann bringt die Jungs ins Bett und ich sauge und wische den Boden. Der Kleine flippt aus, weil nicht Mama, sondern Papa ihm die Schlafhose anzieht. Ich lasse meinen Mann ihm die Hose anziehen und bringe das wütende Baby dann als Kompromiss ins Bett. Ich verstehe, dass er Mama jetzt vielleicht mehr braucht. Aber wenn Mama ihm die Hose mal nicht anziehen kann, ist das vielleicht kein Weltuntergang. Vielleicht. Die Kinder sind dann ruhig und ich sitze und tippe. Karten muss ich noch schreiben. Rezepte raussuchen. Texte schreiben. Kleidung sortieren. Sitzungen vorbereiten. Nachrichten beantworten.

Es ist viel.
Aber gerade so ist es gut.
Mehr nicht.
Es gibt so’ne und solche Tage. Heute war so einer und wir haben das gut geschafft. Ein Hoch auf freie Nachmittage.

Und: Dass mir die Herbst-Nachmittage mal zu lang werden, wird wohl nicht mehr passieren. In den nächsten Jahren.

Kunst vom Viertklässler

Jetzt verlinke ich meinen Beitrag bei Frau Brüllen und dann… tja, dann arbeite ich meine Listen weiter ab. Gute Nacht!

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