05. November 2026
Am 5. eines Monats erzähle ich normalerweise, was wir so den ganzen Tag gemacht haben.
Falls jemand fragt:
„Was macht du eigentlich den ganzen Tag?“
****
Es ist Tag 5 von 6 ohne Papa. Mein Mann ist unterwegs in Bayern und ich schmeiße hier den Laden. Es geht alles relativ gut und friedlich. Jeden Tag scheint so schön die Sonne!!! Aber das Aufstehen fällt mir schwer heute.
Die Kleine hat echt an jedem Tag bis nach 7:30 Uhr geschlafen. Es ist so wertvoll, dass ich die erste Stunde am Morgen erstmal für die Jungs habe. Heute gibt es zum Frühstück warme Crêpes, weil wir von gestern noch Rest-Teig haben.
Vergnügt ziehen zwei Jungs ab, einer hat zur 3. Stunde und schläft noch. Als er wach wird, frühstücken wir drei so einigermaßen gemeinsam. Das Ritual mit der Schwester ist: erstmal auf der Couch Kakao trinken und Bücher vorlesen.
Gestern habe ich einen JUST Pflegeprodukte Abend bei mir veranstaltet.

Meine Freundin vertreibt die Produkte und ich zeige den Jungs am Morgen die Cremes und das Coolste: Die Rolle, mit der man Cremetuben maximal ausdrücken kann. Der Große lässt sich doch tatsächlich die Hände eincremen, weil ich verspreche, dass sie schnell einzieht.

Die Krabbelgrupe fällt aus, weil die Leiterin krank ist. Also habe ich erstmal keinen Grund, das Haus zu verlassen. Wir beiden Mädels gammeln bis ungefähr 11 Uhr im Schlafanzug rum und legen Wäsche zusammen, sortieren 1000 Socken und räumen auf. Ich bin echt müde.
Die Sonne scheint so schön und ich überlege, mit der Kleinen vor dem Einkauf noch eine Runde ans Wasser zu gehen. Es ist echt nicht kalt und strahlend sonnig. Wir spazieren eine Runde, dann gehen wir einkaufen.

Langsam wird die Kleine auch müde und trottet so hinter mir her. Im Eingang schiebt sie ihren kleinen Wagen so langsam durch die Tür, dass die Eingangsklappen wieder zufallen und sie genau am Kopf treffen… richtige Höhe.
Sie schiebt dann ihren Wagen und ich den kleinen Kinderwagen. Der Einkauf kommt mal in ihren, mal in meinen. Ich bemühe mich, ruhig zu bleiben, wenn sie im Gang aneckt oder Leuten im Weg steht. Die meisten haben Verständnis, aber ein ruhiges, durchdachtes Einkaufen ist es nicht. Ich brauche auch nur Kleinigkeiten. Den Großeinkauf mache ich meist abends oder nachmittags, wenn ich alleine bin, weil die 4 Kinder dann zuhause bleiben können.
Wieder zuhause frage ich sie, ob sie noch ein bißchen im Garten bleiben möchte – aber alleine macht sie das noch nicht so. Wir gehen rein, verräumen den Einkauf und ich koche Kartoffeln. Sie spielt richtig lange und schön mit Würfeln und Spielsteinen in ihrer Küche. Dabei singt sie vor sich hin.

Die Großen kommen heute spät, also essen wir irgendwann zu zweit. Nach dem Mittag mache ich ein Hörspiel von Bobo Siebenschläfer an und lege mich kurz auf die Couch. Das ist das erste Mal, dass wir das so machen und es klappt. Sie hört dem Hörspiel zu, isst einen Müsliriegel und spielt auf der Couch – und ich kann eine halbe Stunde schlafen.
Als mein Wecker klingelt, ziehen wir uns wieder an und fahren mit de Rad zur Schule. Immer donnerstags möchte der Sohn abgeholt werden und ich genieße das. Die Laufwege und die Eltern-Kontakte fehlen mir. Ich treffe tatsächlich ein paar Freundinnen und quatsche mit ihnen.
Morgen findet unsere große Kleidertauschparty statt und Samstag veranstalten wir ein Frauenfrühstück mit dem Schwerpunkt „Frauengesundheit“. Das wird ein großes volles Wochenende.
Zuhause ist der große Sohn da, er hat mir zwischendurch geschrieben und gefragt, ob er schon essen darf. Der Kleine isst auch und macht dann Hausaufgaben. Die Kleine ist auf dem Fahrrad eingeschlafen und ich lasse sie kurz draußen im Fahrrad stehen.
Ich fange an, diesen Beitrag hier zu schreiben und genieße die Pause im Kopf so sehr! Der Mittlere kommt nachhause und fühlt sich krank. Er isst und geht ins Bett. Da werde ich gleich mal die neuen Salben an ihm testen.
Die Kleine wird wach, schläft aber sofort auf meinem Schoß wieder ein. Und so sitzen wir gemütlich eine Weile auf der Couch. Eine Stunde später wecken wir sie mit Kakao und ich fahre mit den beiden Kleinen in die Kapelle, um mit Freundinnen die Kleidertauschparty vorzubereiten.
(Wenn ich den Beitrag bis hier nicht schon fertig gehabt hätte, würde es ihn heute nicht geben…)
Wir stellen Kleiderständer und Tische auf und hängen die erste Kleidung auf. Gegen 18.30 Uhr fahre ich wieder nachhause. Der Große hat schon das Abendessen vorbereitet – und der Mittlere ruft mich ins Zimmer. Zu dem Fieber und Gliederschmerzen hat er an Bauch und Rücken einen deutlichen Ausschlag bekommen.
Ich bin verunsichert, weil die Kombination mir nicht gefällt. Das Internet sagt alles von: „Einfach gesund schlafen“ und „Sofort ins Krankenhaus“. Ich schreibe mit einer Freundin, die Kinderkrankenschwester ist und esse erstmal mit den anderen Kindern.
Der Große hilft dem Kleinen dann bei den Mathe Hausaufgaben, die Stimmung ist ein bißchen angespannt. Nach einigen Recherchen und Absprachen rufe ich den Bereitschaftsdienst an, einfach um sicher zu sein, Schlimmeres auszuschließen und ruhig zu sein. Die Dame am Telefon ist sich nach vielen Rückfragen auch unsicher und bittet uns, ins Krankenhaus zur Notaufnahme zu fahren. Ein ärztlicher Bereitschaftsdienst kommt nicht zu Kindern..
Das ist jetzt aber doch aufregend!
Meine Freundin macht sich auf den Weg zu den drei anderen Kindern, der Mann in Süddeutschland wird über alles informiert und ich packe schnell Impfausweis, Krankenkassenkarte, mein Buch, einen Riegel.. ein und fahre los. Im Hinterkopf ahne ich, dass es länger dauern könnte.. aber eigentlich sind wir guter Dinge.
Wir fahren in das Krankenhaus, das uns am Telefon empfohlen wurde.. keine Ahnung, ob das wichtig oder die richtige Entscheidung war…
… bis 2.30 Uhr sitzen wir dort mit vielen anderen Kindern im Wartezimmer!!!

Ich schaffe viele Seiten meines Buches, der Sohn darf seine Serie gucken, die Ersteinschätzung konnte auch nicht helfen und alle anderen Fälle waren scheinbar dringender und wir warten und warten und warten. Ab und zu kommt ein Rettungswagen oder die Polizei. Berlin bei Nacht. Zuhause schlafen die anderen Kinder nach und nach ein, ganz leicht fällt es ihnen nicht. Wir müssen beide an die Nacht denken, die wir mal auf dem Flughafen verbracht haben.
Wir sind die ganze Zeit wach und gut drauf, wir machen Scherze und dieses Kind ist wirklich ein Abenteuer- und Notaufnahmen-Kind. Er sagt sowas wie: „Ich wollte schon immer mal im Krankenhaus übernachten!“ und „Wenn ich eine Krankheit habe, die es noch nicht gibt, möchte ich aber den Namen aussuchen!“
Im Wartebereich ist es sehr sehr kalt – das ist, was uns am meisten stört. Es ist wirklich, als würden wir draußen sitzen. (Macht man das im Krankenhaus so, wegen der Ansteckungsgefahr??) Wir trinken heißen Tee aus dem Automaten und laufen viel umher und als wir uns gegen 1:00 Uhr mal eine Packung Salzstangen kaufen wollen, bleibt diese im Automaten stecken und wir müssen lachen. Ein anderer Vater versucht geduldig, mit einem Stift den Automaten zu lösen.. ich glaube, er war nach der ewigen Wartezeit auch dankbar, endlich irgendeine Aufgabe zu haben. Am Ende kauft er einfach auch eine Packung und beide fallen unten heraus…

Ich frage mich immer wieder, was die richtige Entscheidung gewesen wäre.. aber ich komme zu keinem anderen Entschluss. Es ist jetzt einfach das Beste so.
Die Ärztin nimmt sich dann viel Zeit für uns und macht einige Tests. Sie möchte sicher sein, dass es keine Meningitis ist. Ganz hundertprozentig sicher ist sie nicht, aber er ist zu fit und zu beweglich für diesen Fall. Es könnten Windpocken sein, obwohl er geimpft ist.. und mit einem Arztbrief für den Kinderarzt schickt sie uns gegen 3 Uhr nachhause.
Wir steigen ins Auto und fahren schnell nachhause. Meine Freundin hat auf der Couch gewartet und fährt schnell nachhause. Ich bin wach und aufgekratzt und bereite schnell die Brotdosen für die zwei anderen vor, denn ich werde vielleicht nicht in 3 Stunden wieder aufstehen können.
Die Kleine wird kurz wach und strahlt mich an, als ich mich ins Bett lege. Um 6:30 Uhr wecke ich kurz den Sohn und die beiden Jungs machen sich alleine für die Schule fertig. Ich bin platt! Immerhin denke ich noch daran, den Sohn in der Schule krankzumelden. Bis nach 8 Uhr kann ich tatsächlich schlafen… und so startet unser Wochenende! Ich bin gespannt, wie es weiter geht.