Wer will fleißige Haus-Eltern seh’n?

Dass hier so lange Ruhe herrschte, liegt daran, dass ich mir die Woche, in der mein Mann in Kenia weilte, gut vollgestopft habe. Übernachtungsgäste hier, mit den Kindern zu meinen Eltern…

Am Samstag feierten wir mit meinen Eltern und fast allen Geschwistern Papas Geburtstag. Wir frühstückten an reich gedeckten Tischen im Garten, wir redeten und spielten und danach fuhren wir mit den Fahrrädern (meine Eltern haben immer und für jeden ein Rad) an einen See. Wir waren zu zehnt, mit drei Tandems…

Es war wirklich warm und ein paar von uns sprangen sofort in den See. Das Wasser war schön kalt, der Strand war voll. Ich hatte keine Badesachen für uns dabei, aber meine Mama lieh mir einen Bikini und die Kinder sprangen irgendwann einfach so ins Wasser. Aus Kalifornien waren wir eher wärmeres und äh… sauberes Wasser gewohnt… und ihr werdet es nicht glauben: Als ich mit Mama und Freundin und Schwägerin mitten im See schwamm, kreuzte eine kleine Schlange unseren Weg. Unglaublich. Das muss ich nicht noch mal erleben.

Wir redeten deutsch und englisch durcheinander, weil Freunde aus Afrika mitgekommen waren. Die Sonne wärmte uns schnell wieder auf. Mit Hilfe von Opa und Onkel wurden sogar die Jungs ordentlich nass und schlammig. Und mutig.

Am Sonntag trafen wir uns mit Freunden am S-Bahnhof Griebnitzsee und schipperten in kleinen Kayaks übers Wasser. Die Sicht auf die schönen Wassergrundstücke und in den blauen Himmel entschädigten uns für den Kampf gegen Wellen und Wind. Und große Schiffe. Und nasse Hosen. Und verspannte Schultern.

Heute war, nachdem Emilian im Kindergarten gelandet war, der Garten dran. Den ganzen Tag lang. Und wir haben so viel geschafft. Wir haben den Rasen gemäht. Ich auch. Mein Mann bekam nach der ersten Hälfte einen Pollen-Anfall und musste aufhören. Wir haben jetzt Tonnen voller Gartenabfälle. Wir haben Unkraut gerupft und Platz gemacht. Wir haben aufgeräumt und Pflanzen gegossen. Ich habe Wäsche gewaschen und sie in den Garten gehängt. Ich habe wieder 6 Gläser Holunderblütengelee gekocht. Mein Mann hat Papiermüll zum Recyclinghof gefahren, weil unsere blaue Tonne lange übervoll war. Ich habe Staub gesaugt und gewischt. Aufgeräumt. Wäsche wegsortiert. Mein Mann hat die Kinder müde getobt und in der Wanne gebadet. Besuch hatten wir auch.

Die Zeit verging heute nicht so schnell und deswegen habe ich das Gefühl, dass wir wirklich viel geschafft haben. So ein Tag ohne Termine ist echt schön.

Die Kinder verschwanden zwischendurch mal wieder aufs Trampolin der Nachbarn. Als die Nachbarsjungs dann zu uns rüber kamen und eine große Kiste Spielzeug verschenkten, waren unsere Jungs schnell wieder da. In der Kiste waren mehrere „Cars“-Schätze. Wertvolle Spielzeuge, die wir niemals kaufen könnten!

Cars-Himmel

 

Ich genieße es, im Garten weiterzukommen und Ideen umzusetzen, die länger halten. Ein paar Pflanzen lernen wir schätzen und lassen sie wachsen. Anderes Gestrüpp nervt, versperrt den Weg und kommt weg. Läuse werden verjagt und Regenwürmer gerettet.

Als ich heute in irgendeiner staubigen Ecke das Unkraut weg zupfte, stellte sich Liam neben mich und fragte: „Hä? Hier Erdbeelen?“
Ich wusste, dass ich dort ganz viele Erdbeer-Blätter weggerupft hatte, weil die eben einfach dort wachsen und niemals genug Licht für Früchte haben würden. Aber dort wuchs auch anderes Zeug. Und ich hielt inne und sah die vielen Blättchen an – und fragte mich, wie mein dreijähriger Sohn wissen konnte, dass hier Erdbeeren wachsen. An einer Pflanze war eine Blüte zu sehen.. Wie toll, dass Liam das erkannt hat!

Wenn meine Söhne erwachsen sind, werde ich wahrscheinlich nicht sagen können, warum sie so sind, wie sie sind. Aber indem wir viel Zeit mit ihnen verbringen und sie den Tag mit uns mit erleben lassen, bringen wir ihnen so viel bei!

Und wenn Liam kein „R“ sprechen kann und Emilian bei der Untersuchung kein Männchen malen konnte… egal! Sie haben sich. Und uns. Und Luft. Und Liebe.

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