Und er lernt..

Wenn es bei uns nicht gerade bockt oder trotzt oder jammert oder bauchkrampft, ist es richtig schön! Wir genießen den Garten, das kleine Wasserbecken, die Schaukel, die Terrasse, Eis essen, Spaziergänge, Besuch von Freunden..

            

Emilian ist oft ein fröhlicher, lustiger Junge, der gern Quatsch macht und auch unseren Quatsch versteht. Sehr gut! Wenn er mich morgens aus seinem Bett ruft und merkt, dass ich höre, weil ich ihm antworte, verstellt er seine Stimme und ruft mich in allen Tonlagen, die er kennt.

Ich habe begonnen, bei Liedern oder beim Vorlesen, einige Wörter auszulassen – er kennt sie alle! Das ist erstaunlich. Wir lesen einige Geschichten schon wochenlang, aber ich hätte nicht gedacht, dass er die Wörter so genau weiß.
Er lernt!
Besonders lustig ist es bei dem Lied „Der Kuckuck und der Esel“. Er kennt es von Omas Schallplatte. Und wenn ich singe, versucht er die fehlenden Wörter auch im entsprechenden Ton zu singen. Das Lied ist ihm so bekannt – als wir letztens auf der Wiese einen Kuckuck rufen hörten, sagte Emilian: „Kuckuck Kuckuck Iiaah“.

Das Fingerspiel „Zehn kleine Zappelfinger“ mag er auch sehr. Er kann die Stelle kaum erwarten, an der die Finger hinter dem Rücken verschwinden und mit einem lauten „Hurraaa“ wieder hervor kommen. Als er mich bitten wollte, das Fingerspiel mit ihm zu spielen, fiel ihm das Wort „Zappelfinger“ nicht ein. Ich sah es ihm an, dass er suchte und suchte.. und an den Bewegungen seiner Hände sah ich aber schon, was er meinte. Dann kam das Wort „Scheppertonne“… hat ja auch 4 Silben.

Er quatscht und quatscht und jetzt ist die Zeit, in der wir das ausnutzen müssen und Gedichte, Lieder, Spiele, Geschichten erzählen können, die dann wahrscheinlich für immer in seinem Kopf bleiben werden.

Wir waren spazieren, Emilian sieht, dass uns jemand entgegen kommt.
Er sagt: „Ein Mann, ein Mann!“.
Ich sage: „Das ist eine Frau“.
Emilian sagt: „Frau ähnlich ein Mann.“

Er liebt es, zu klettern. Nicht immer ohne Risiko, aber ich habe gelernt, von Weitem zu gucken, für den Notfall bereit zu sein, ihn aber machen zu lassen.
Er ist ängstlich genug und darf sich ruhig trauen, auch wenn Mama mal Angst hat.
Ich glaube aber, dass er wirklich gut klettern kann.
Wenn wir draussen sind, ruft er „Klettermaxe“ und dann geht’s los!

 

Und er hat ein neues Wort gelernt! Ein kleines Wort mit großer Bedeutung!
Das Wort „und“.
Ich bin sicher, man sagt es mehrmals in jeder Stunde, trotzdem muss der Zusammenhang erstmal verstanden werden. In der letzten Woche war Omi zu Besuch und brachte Mittag mit. Während das Essen im Ofen warm wurde, erzählte Omi Emilian und seiner Cousine, was es zum Mittag geben würde.
„Würstchen und Kartoffeln und Mohrrüben und Erbsen und Soße und…“
Den Kindern machte diese Aufzählung Spaß – es ist so schön einfach, nach jedem Wort einfach nochmal „und“ zu sagen, um die Reihe fortzuführen.
Emilian liebt Aufzählungen.
Er erzählt, was es zum Mittag gab, wer zu Besuch war, wen er auf Fotos sieht.
Wenn ich aufzähle, ist es sein Teil, „und“ zu sagen.
Und wenn jeder Satz mit einem „und“ endet, dann kann er sehr lang werden…

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