KinderLeben

Mir fällt auf, dass ich kaum noch Fotos mache.. weder vom großen noch vom kleinen Bruder. Das ist schade – gibt es wirklich Wichtigeres?
Sehr froh bin ich aber über jeden Gesprächs- und Gedankenfetzen, der mir von Emilian auffällt, den ich mir merken oder notieren kann und dessen Wert und Witz mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht bringt.

Dass mein 2jähriger Sohn sich immer mehr Worte merken und richtig aussprechen kann, fasziniert und überrascht mich immer wieder. Wenn er sie dann aber im Zusammenhang mit anderen Wörtern richtig (oder auch überhaupt nicht richtig) benutzt, ist es oft ein großer Spaß.

Manchmal denke ich, er hat „Modewörter“, die er scheinbar bei uns oft hört und dann fast nach jedem Satz noch hinzufügt.
„Nanu!“ ist so ein Wort. Er sagt es stündlich – es passt immer und kommt gut an.
Er spricht es auch so schön aus.. und seine Gestik müsstet ihr sehen!

„Genau!“ ist auch so ein Wort. Er benutzt es gern, wenn wir ihn loben.
„Du bist ja heute so ein lieber großer Bruder!“
„Ja.. genau!“

Weitere Wörter sind „Siehste!“, „Schau mal!“, Na sowas!“, „Warte mal!“, „Ich glaube nicht!“ und „Ach du meine Nase!“ – Letzteres kann er noch nicht so gut. Man erkennt den Satz, wenn er mit „Nase“ endet.

Der Blick, der zu diesen Wörtern gehört, ist eine Mischung aus großer Wichtigkeit und wie-die-Großen-reden-wollen und „Habt ihr gehört, dass ich ein neues Wort kann!“ Wunderbar!

Immer wieder überrascht mich Emilian auch mit fast ganzen Sätzen, die ihn so erwachsen wirken lassen.
Heute klapperte es in der Spülmaschine, weil die Tablette aus ihrer Klappe fiel. Nach seinem ersten „Nanu!“ sprang er vom Stuhl und sagte „Gucken, passiert ist!“
Woher kennt er diese Wörter und weiß, wann sie passen?

Vor ein paar Tagen fuhr er versehentlich mit seiner Schubkarre über eine Mütze, die am Boden lag. Er sagte irgendetwas, das „Entschuldigung“ heißen sollte.

Wir fuhren mit dem Auto an einem gelben Feld vorbei und Emilians Tante, die neben ihm saß, fragte: „Wer hat denn dieses Feld gemacht? Mama?“
„Nein.“
„Papa?“
„Nein.“
„Emilian?“
„Nein!“
„Liam?“
„Neeiin!“
„Gott?“
„Naaain! – Bauarbeiter!!“

In der letzten Woche hatten wir morgens einen Termin und wir hatten es eilig. Leider gab es beim Frühstück einen kleinen Kampf. Emilian wollte nichts essen, ich schwankte zwischen „Ich möchte pünktlich sein.“ und „Ich möchte konsequent sein.“ Es gab Tränen, ich war wirklich ärgerlich und als wir dann endlich unterwegs waren, redeten wir nicht miteinander.
Emilian war traurig und ich war wütend.
Als wir ein paar Strassen gegangen waren, bemerkte ich, dass Emilian leise im Kinderwagen sang. „Mama, Mama, lieber Gott.“
In dem Lied, das er meinte, geht es darum, wie lieb wir uns alle haben und wie lieb Gott uns hat. Ich war wirklich sprachlos, dass er nach so einem Streit singt, wie lieb er Mama hat!

Comments

  1. Elsa says:

    Du wirst dich irgendwann ärgern, dass du das fotografieren vernachlässigt hast. Aber deine Beiträge sind auch ohne Fotos zum Schmunzeln. Sehen wir uns an eurem Hochzeitstag? Ich freu mich..

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