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Die Sache mit der glücklichen Mutter

Wenn ihr jetzt bei uns vorbei kommen würdet, würdet ihr dieses Bild sehen:

Mama sitzt draussen in der Sonne und bloggt.
Jari liegt neben ihr im Kinderwagen und schläft.
Die beiden Großen sitzen im Wohnzimmer und malen.
Neben ihnen steht ein voller Obstteller.

Das ist wieder das „Heile Welt“-Bild, dass zu uns passt, oder? 😉

Aber die Realität sieht anders aus.
Normal. Schmutzig. Ehrlich.
Wie bei allen anderen Familien auch.

Eine glückliche Mutter ist eine bessere Mutter

Kennt ihr schon von mir.

Auch, wenn meine Kinder gerade friedlich nebeneinander sitzen bzw. schlafen und ich in der Sonne sitze, haben wir Stress, Streit und Sorgen. Auch, wenn ich übe, schöne Fotos zu machen, tobt auf der Seite hinter der Kamera das Chaos. Glaubt mir das.

Ich bin nämlich heute an Tag 3 von 5 ohne Papa. Dazu ohne Auto. Und fast ohne Geld.
Mein Mann klettert mit 160 anderen Männern durch schottische Berge. Ich bin sehr stolz auf ihn und werde euch mehr erzählen, wenn ich mehr weiß. Falls. Zu dem Wochenende gehört nämlich, im Vorfeld fast nichts darüber zu wissen. Handys sind auch nicht erlaubt und so sind das die ersten Tage in unserer 12jährigen Beziehung, in denen wir absolut nichts voneinander hören. Also mir fehlt er.

Ich werde euch mal erzählen, was noch so zu unserer „Heilen Welt“ gehört:

– Um mich herum stehen zwei volle Wäscheständer. Die dritte Maschine läuft.

– Der Küchenboden ist so unglaublich dreckig. Seit Tagen Wochen nehme ich mir vor, ihn zu putzen. Die jährlichen Ameisen in der Küche waren nur kurz da. Wahrscheinlich ist es selbst denen zu eklig.

– Am Morgen wurde ich mit kleinen scharfen Patschern ins Gesicht geweckt. Das Baby fand, es sei Zeit zum Aufstehen. Als ich dann endlich aus dem Bett kam, war die Windel so voll, dass ich Jari erstmal in die Wanne setzen musste.

– Weil wir uns nicht auf ein Frühstück (Brot, Müsli, Pancake) einigen konnten, schlug ich Crêpes vor. Emilian erinnerte sich sofort an Korsika, da gab es Crêpes mit Erdbeeren und Nutella. Weil wir aber keine frischen Erdbeeren hatten, fragte ich die Jungs, ob sie zum ersten Mal allein schnell zu Lidl gehen wollte. (Ich hatte nämlich noch den Schlafanzug an…) Liam war sofort begeistert und hatte in einer Sekunde die Schuhe an. Emilian zögerte sehr, aber weil Liam unbedingt wollte, ging er mit. Klappte alles wunderbar. Seitdem fragt Liam im Minutentakt, ob ich nicht noch etwas von Lidl brauche..

– Wir machten uns also ein schönes Frühstück.
Die Kinder waren sehr begeistert!
Zur Realität muss ich jetzt aber auch die verbrannten Finger, den Zucker überall und das Nutella-Baby (frisch gebadet, ihr erinnert euch) erwähnen.

 

– Nach dem Essen schickte ich die Jungs nach draussen. Wir hatten nämlich gestern zusammen Erdbeeren eingepflanzt und die sollten sie nun gießen. Jari brauchte wieder eine neue Windel und die volle, volle Windel fiel mir vom Wickeltisch. Offen. Auf den Teppich.

– Danach wollte ich duschen gehen. Ich wies die Jungs genau an, auf Jari zu gucken, nahm ihn aber dann doch lieber mit ins Bad. Man kann nie wissen. Jari tappelte also im Bad zwischen Zahnbürsten und Klobürste hin und her und ich beobachtete ihn. Zweimal musste ich kurz rausspringen, um schlimmeres zu verhindern.

– Passend zum Thema:
Vor ein paar Tagen saßen eine Freundin und ich gerade gepflegt bei Kaffee und Kuchen. Stellt euch zu dem „gepflegt“ vor, dass vier große Jungs um uns herum sprangen und mit Waffeln, Erdbeeren, Puderzucker und Sahne um sich warfen. Inmitten dieser Kaffeetafel fiel nicht auf, dass Jari gar nicht da war und in diesem Moment kam er mit der Klobürste in der Hand um die Ecke.

– Am Donnerstag holte ich Liam und einen Freund ab, während seine Mama unsere beiden Großen aus der Schule abholen sollte. Ich spielte mit den beiden Kindergartenkindern und Jari im Garten, als die Mama schrieb: „Ich kann sie nicht finden.“ Der Schulhof ist groß und unübersichtlich, ich machte mir erst keine Sorgen, aber sie waren nicht da. Nicht bei ihnen, nicht bei uns, nicht auf dem Weg.

Hatte ich nicht erst vor ein paar Tagen hier geschrieben, dass ich nie wieder ein Kind suchen wollte? Ich mag dieses beklemmende Gefühl überhaupt nicht. Und ich hatte hier die drei Kleinen und kein Auto, mein Mann war ohne Handy im Flugzeug – und konnte nichts tun, ausser Gott zu bitten, alles gut werden zu lassen.
Währenddessen wollten die beiden Kita-Kinder losgehen, den Großen entgegen und Jari war gerade dabei, den Ameisenköder in den Mund zu stecken zu entdecken. Inmitten allen Chaos schrieb sie dann: „Ich hab sie! Sie hatten eine Stunde früher Schluss und sind zu unserer Nachbarin gegangen.“
Ihr könnt euch vorstellen, was uns beiden Mamas durch Kopf und Herz ging.

– Liam fiel gestern in seinem Hochbett nach Bettgehzeit eine Treppenstufe herunter und verletzte sich ein bißchen am Fuß. Heute, ganz nebenbei, beichtete er mir, dass er mich angelogen hatte. Er war gar nicht zur Treppe abgerutscht, sondern er war verbotenerweise noch auf dem Hochbett herumgeklettert und dabei abgerutscht.

– Ich nahm mir letzte Woche vor, an diesen vier freien Abenden endlich mal wieder alleine meine Netflix-Serie weiterzugucken. Mit Wein. Auf der Couch.
Haha!
Die Realität ist, dass ich am Donnerstag nach 22:00 Uhr noch Muffins für unser MOPS-Treffen machte und danach noch ein Überraschungspaket für eine Freundin packte, das unbedingt weg musste. Der Wecker am nächsten Morgen klingelte um 6:30 Uhr und ich war sehr froh, dass Emilian von der Oma zur Schule gefahren wurde. Das hätte ich mit drei Kindern nicht so locker geschafft.

Ihr seht: Alles ist ganz normal!
Wirklich.

Wir hören Hörspiele und singen zusammen – aber wir schreien uns auch an.
Wir pflanzen zusammen Blumen ein – aber wir knallen auch mit den Türen.
Wir essen leckere Obstteller leer – aber es gibt auch ungesundes FastFood zu ungesunden Zeiten.
Wir üben Kopfrechnen und 1×1 – aber wir vergessen auch Diktate und Hausaufgaben.
Wir spielen lange und laut draussen im Garten – aber wir laufen auch mit dreckigen, nassen Füssen über helle Teppiche.
Wir lieben uns – und wir streiten uns.

Manchmal möchte ich weinen.
Manchmal möchte ich laut loslachen.
Manchmal möchte ich mit der Hand auf den Tisch schlagen.
Manchmal möchte ich High Fives an die Jungs verteilen.

Inzwischen ist der Obstteller leer, die Kinder trampeln mit Gartenfüßen durchs Kinderzimmer.. oder durch unsere frisch bezogenen Betten, ich muss Wäsche abhängen, damit die nächste Platz hat und ach ja.. wollte ich nicht ein paar Bücher für meine Doula-Weiterbildung lesen?

Habt einen schönen Samstag-Nachmittag!

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Die Überraschung

Ich habe versprochen, euch zu erzählen, was uns bei unserer Rückkehr von Korsika völlig aus den Socken gehauen hat.

Als wir zuhause ankamen, war es schon dunkel.

Ich wusste, dass in unserer Abwesenheit kurz ein paar Freunde bei uns übernachtet hatten. Ich freute mich also, in ein Haus zu kommen, das nicht zwei Wochen komplett leer gestanden hatte.

Ich wusste auch, dass meine Schwester da war. Denn ich hatte sie gebeten, auf uns zu warten, die Heizungen anzumachen, Tee zu kochen und eventuell hatte ich angedeutet, dass wir uns über eine Portion Sushi freuen würden.

Wir waren müde, stinkend, genervt und hungrig. Uns war kalt und wir wollten zurück nach Korsika. Ich jedenfalls.

Die Kinder, die natürlich immer zuerst aus dem Auto springen, ohne irgendwas mitzunehmen, waren weg, bevor ich mich richtig abschnallen konnte.
Mein Mann nahm Jari – und ich quetschte mich als Letzte zwischen den Kindersitzen hervor.

Im Garten staunte ich über die heruntergefallenen Blätter, sah unser heimeliges Haus da stehen – und dann hörte ich es schreien:

„Emilian! EMI-LI-AN!! Das ist jetzt kein Traum!
Emilian, komm! Emilian, komm!! (*Stimme überschlägt sich*)
Emilian… das ist jetzt kein Traum, das ist jetzt kein Traum.
Emilian, guck mal! Das ist jetzt kein Traum, Alter!“

Ich, noch in FlipFlops, komme als Letzte ums Haus herum geschlappt und im Lichtschein des Küchenlichtes sehe ich, dass an unserem Baum im Garten… ein Baumhaus hängt!

Und zwar nicht so ein schiefes, morsches Holzteil mit vier Brettern und acht Nägeln, sondern da oben hängt ein Ding, das locker als Designer-Wohnzimmer durchgehen kann.

Meine Schwester hockte gackernd hinter der Hecke und filmte unseren Auftritt – daher weiß ich auch genau, dass Liam wirklich so ausgeflippt ist – und auf der Aufnahme hört man dann auch irgendwann meinen Mann und mich. „Das glaub‘ ich jetzt nicht. Das glaub‘ ich jetzt nicht!!“

*****

Wir hatten uns so darauf gefreut, Jaris Blick zu sehen, wenn er sein Zuhause wieder sah. Das Unwohl-sein im Urlaub hatten wir gespürt und nun wollte ich das Wiedererkennen auch feiern. Gerade bei den Kindern so im Alter von 1 oder 2 fand ich es immer so besonders, das Nachhausekommen zu beobachten.
Und Jari hat es genossen! Natürlich. An allen Tagen seitdem sitzt er eigentlich zufrieden in irgendeiner vertrauten Ecke, klopft mit dem Schuhlöffel auf die unterste Treppenstufe, schmeißt kleine  Gummiwürfel und krabbelt ihnen hinterher oder packt seine Holzbausteine aus und ein.

Aber an dem Abend ging das erstmal unter.
Emilian war oben, bevor ich überhaupt „Baumhaus“ sagen konnte – und Liam war zu sehr damit beschäftigt, seine normale Atmung wiederzufinden. Unten am Baumhaus baumelte ganz romantisch eine Strickleiter, die aber (noch) nicht am Boden befestigt war. Liam brauchte ein bißchen Hilfe beim Klettern (Ich versuchte es auch, aber.. lassen wir das.) – und dann waren beide Jungs oben. 

Alles passierte irgendwie gleichzeitig.

Mir war kalt und ich ging rein. Wie im Rausch schlappte ich durch unsere untere Etage – und stellte fest, dass alles, wirklich jeder Raum blitzblank geputzt war!
Auf dem Wohnzimmertisch stand eine Schüssel voller toller Schätze – mit einer Danke-Karte der Schlafgäste.
Der Kühlschrank war voll! (Danke an die Schwiegermama!)
Die Böden glänzten.
Die Bäder waren geputzt.
Überhaupt funktionierten auch plötzlich Dinge wieder, deren Reparatur wir, naja.. nicht an oberster Stelle auf der Liste hatten.
Und dann dieses Baumhaus…

Irgendwann kamen die aufgedrehten Kinder rein, die wir diesmal nicht ruhig halten mussten und wir trafen uns alle am Wohnzimmertisch, um über die Sushi herzufallen.

*****

Stück für Stück erfuhren wir, was also in den vergangenen Wochen passiert war:

Es ist ja so, dass dieser Baum sich schon sehr für ein Baumhaus anbot. Und wir, mit unseren drei Söhnen, hatten gerade im letzten Sommer natürlich immer mal wieder darüber nachgedacht.
Aber Zeit und Geld… ihr kennt das.

Mein Vater, ein Konstruktionskünstler, sagte mal sowas wie, .. er hätte da schon eine Idee.. und man könnte das so und so machen… ihr müsstet nur das Holz mal besorgen… vielleicht mal zu den Geburtstagen oder so.

Und dabei war es geblieben. Dachten wir.
Bis wir aus einem zweiwöchigem Urlaub kamen und das Ding plötzlich da ist. Als Weihnachtsgeschenk für die Jungs.

Meine lieben Eltern hatten das alles lange und in aller Heimlichkeit geplant! Und wenn mein Vater irgendetwas plant, richtig mit Zahlen und Skizzen und so, dann wird das was!
Schon vor unserem Urlaub wurde der Garten und der Baum vermessen. Das waren die Besuche, bei denen wir nicht da waren und ich dachte, wir hätten uns verpasst und ich mich fragte: Warum kommen sie auf gut Glück vorbei und fragen uns nicht vorher, ob wir da sind?

Fast genau am Tag unserer Abreise haben sie begonnen – und sind bis jetzt nicht fertig geworden, wie sie sagen. Obwohl ich das schon ziemlich perfekt finde.

Mein Bruder war dabei – und während er und unser Papa da so ein geräumiges Ding samt Dach und kleinem Balkon in 2m Höhe an den Baum werkelten, hatten Mama und die Schwägerin scheinbar etwas Langeweile und putzten unser Haus.
Und ich dachte immer, mich kann man nicht überraschen…

Diesmal ahnten wir gar nichts. Nichts!
Es war nicht eine von diesen Überraschungen, wo alle Bescheid wussten und für die Kinder aber so taten, als würden sie totaaal überrascht sein.
Diesmal war alles echt.
Und Liams Schreie sprechen für sich.

*****

Das Baumhaus war am Montag scheinbar das Gesprächsthema in Schule und Kita, denn seit dem hatten wir fast ununterbrochen Gäste allen Alters zu Besuch, die sich überzeugen wollten, ob es stimmte, was die Kinder da erzählten.
„Und ihr habt wirklich nichts gewusst???“
Emilian hat am Montag morgen kurz nach 7:00 Uhr im Baumhaus gefrühstückt, die Jungs haben sich ein Korb am Seil als Transportmittel gebastelt und wäre es nicht gerade so kalt, hätten die Kinder längst da oben übernachtet.

Obwohl inzwischen eine richtige Leiter am Baum lehnt, habe ich es bis jetzt noch nicht nach oben geschafft… Das werde ich morgen nachholen.
Und ich träume schon von einer langen Wäscheleine oder Lichterkette zum Schlafzimmerfenster, von lauschigen Wein-Abenden oder abenteuerlichen Übernachtungen, von Lese-Nachmittagen und Kaffe-Pausen… in unserem Baumhaus!

*****

Meine Eltern,
ich weiß, dass ihr das lest.
Ihr seid verrückt!
Danke!!!
Ihr habt uns so überrascht und so glücklich gemacht. Die drei, oder wahrscheinlich alle fünf Enkelsöhne, werden lange, lange Freude an diesem „Abenteuerzimmer“ haben und dort geheime Gespräche führen, Hausaufgaben machen, Streiche aushecken, über Witze gackern, Eichhörnchen beobachten, Tannenzapfen runterwerfen, Eis essen und sich so groß und frei fühlen.
Danke!

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Die neusten Kindersprüche

Ich grüße euch aus dem frühlingshaften Berlin!

Es ist kühl, fast kalt, aber die Sonne gewinnt an Kraft! Zum Geburtstag meiner Tante haben wir den 20. April traditionell im Britzer Garten verbracht. Ich liebe es! Die Tulpen-Pracht, das frischeste Grün, weiße Wattewolken am hellblauen Frühlingshimmel, Sonnenspiegel im Wasser und Entenbabys… Auf meiner Hand!

Mein Großer war zwischendurch mit meinem Handy verschwunden, um sozusagen Dokumentationsvideos zu drehen. Sehr cool. Aber leider war genau dann der Akku alle, als die Entenbabys kamen. Wir waren von den zehn fiepsigen Babys so fasziniert, dass wir nichtmal bemerkten, wie eine dicke Krähe auf dem Bollerwagen landete und mit einer kompletten! Laugenbrezel wegflog. Hallo?

Emilian hat heute ein neues Fahrrad mit Gangschaltung von Opa bekommen und durfte gleich mal Probefahren. Zum Britzer Garten. 11 km! Elf! Ich bin ganz stolz – auf Papa und Sohn.

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Nun aber zu den Kindersprüchen.
Die gibt es und wird es immer geben.

Von „Mama, ich möchte eigentlich gern mit dir kuscheln.“ von Emilian, bis hin zum gebrüllten „Ich puller dich gleich an!!!“ von Liam ist hier alles am Start. Es wird nicht langweilig.

 

Emilian blättert im Jako-o Katalog und sieht Spielzeug an. Liam kommt dazu: „Ich möchte auch ein Wunschbuch.“

Ich gehe mit Liam zu Aldi, um Brot zu kaufen. Von Lidl weiß er, dass wir Brot dort schneiden können.
Er flitzt durch Aldi und ruft: „Kaufen wir ein Hackbrot? Wo ist hier die Brothacke?“

Mein Bruder fragt Liam zum Geburstag: „Mensch, wie alt bist du denn jetzt?“
Liam: „Ich muss mal überlegen, 4 oder 7.“

Liam fährt ganz stolz zur Probe mit Emilians Fahrrad. Er fährt und fährt und sagt: „Krass, wenn S. (seine Tante) mein Geschäft sehen könnte!“

Nach dem ersten Arbeitstag komme ich nachhause.
Liam fragt: „Und wo ist jetzt dein Geld??“

Ich bin mit Liam bei dm – und plötzlich muss er dringend auf die Toilette. Weil ich weder Zeit noch eine Toilette habe, mache ich ihm am Wickeltisch eine Windel um. Er tut, als hätte er noch nie eine Windel aus der Nähe gesehen und fragt: „Wie kommt das in die Windel? Da ist doch noch ein Schlüppi…“

Liam stellt fest, dass er viele Buchstaben gelernt hat:
„Jetzt muss ich nur noch Dilaffe lernen.
Und Lutsche lunter lutschen.“

Liam setzt sich eine Brille ganz vorn auf die Nase.
„Jetzt bin ich ein Kinderarzt.“

Am Geburtstag fragt Oma Liam am Telefon: „Na, stehen auf deinem Tisch schöne Geschenke?“
Er guckt um die Ecke.
„Nein, die liegen alle…“

Liam guckt die Geburtstagsfotos an, die ich aus seinen Jahren aufgeklebt habe.
Er zeigt auf eins: „Ich glaube, das ist mir.“

Genau wie Emilian in dem Alter hatte Liam eine Phase, in der er mit zitternder Stimme fragt, wann wir sterben, und wie sich das anfühlt.
Nachdem wir geredet hatten, betete er:
„Danke Gott, dass wir nicht wissen, wann wir sterben und dass es gut bei dir ist und dass wir dann nicht mehr beten müssen, sondern nur die anderen.“

Ich mache mir eine Eisen-Trinktablette. Emilian kostet mal und ich frage: „Findest du auch, dass die nach Eisen schmeckt?“
Er sagt: „Ich weiß eigentlich gar nicht, wie Eisen schmeckt..“

Beide Jungs waren ganz aufgeregt über einen Geldschein, den sie von der Ur-Oma zum Geburtstag bekommen haben und Liam hat immer wieder gesagt: „Wo ist mein Zettel? Mama, du darfst nicht mein Zettel wegnehmen!!“

Wir erzählen den Jungs, dass sie am Samstag mit Papa und Opa zum Speedwayrennen gehen. Sie kennen ähnliche Videos von youtube, die sie mit Opa im Wohnzimmer gucken.
„Ihr sitzt dann da und guckt in echt zu“.
Liam: „Hä? Wir können doch nicht das Sofa mitnehmen“.

Liam möchte kleine Kartenspiele verkaufen und baut sie auf dem Wäscheständer auf.. Er bittet mich, bei ihm einzukaufen.
Ich lege die Wäsche zusammen und vertröste ihn auf später. „Willst du nicht spielen?“, frage ich.
Ganz entrüstet sagt er: „Hast du schonmal einen Verkäufer gesehen, der spielt???“

Liam erzählt vor sich hin:
„Ich bin nicht erwachsnen. Zuerst hab ich geborn, dann war ich Bibi, dann war ich Kind und dann war ich Junge und dann muss ich noch in die Uni und in die Schule und dann bin ich erwachsnen.“

 

Okay, das waren eigentlich nur Liams Sprüche.
Egal, muss auch mal sein…

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12 von 12 im April

Gestern und heute Morgen hatte ich mal keine Lust, in diesem Monat wieder bei den 12 von 12 mitzumachen. Der Akku meiner Kamera war fast leer und es war Samstag und irgendwie… ach ja.

Ich war mit einer Freundin im Britzer Garten verabredet. Und ich hatte die Kamera mit frischem Akku dann doch dabei. Seht, was draus geworden ist…

Ein bißchen viel Natur heute.. aber schön.
Die Freundin ist meine liebste Jugendfreundin – wir kennen uns länger als 10 Jahre.
Jetzt haben wir zusammen vier Söhne. 1, 2, 3 und 4 Jahre alt. Irgendwie unglaublich.
Also waren wir zwei Mamas heute draussen, in Berlin, unterwegs.
Die Sonne schien so, wie es im Frühling sein muss. Und es war einfach wunderschön!

 

1. In 7 Stunden kommt man da gut rum…

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2. Die ersten Tulpen sind da!

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3. Mutti uff’n Spielplatz

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4. Emilians Übersetzung:
„Achtung! Kröten! Lebensgefahr!“

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5. Frisches Grün

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6. Junge, dreh‘ dich! Junge, dreh‘ dich…

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7. Naturbursche

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8. Auch ein Bursche…

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9. Wie im Traum.

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10. Und ich musste dann den Nuckel aus’m Teich fischen…

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11. Die beiden Kleinen

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12. Das Beste kommt zum Schluss!

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Auf der „12 von 12“-Liste bin ich Nummer 139.
Viel Spaß beim Stöbern!

 

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Kinder-Kleidung

Ein Bereich, der mich als Mutter schon lange, schon immer eigentlich, unter Druck setzt, stresst und herausfordert, sind die Klamotten. Und das kann kein Mensch, der nicht Mutter ist, verstehen. Warum habe ich noch nie darüber geschrieben?

Ich möchte, dass meine Kinder ordentlich angezogen sind. Und das sind sie auch. Fast immer. Ausser, es ist ein Gammel-Tag, der Papa hat sie angezogen, oder Emilian sucht sich schonmal ein Teil selbst aus. Mir ist wichtig, dass sie farblich und im Stil einigermaßen passend angezogen sind. Es muss keine Markenware sein, oh nein! Dagegen wehre ich mich, denn die Kleidung passt oft viel zu wenige Tage, um sich dafür in Unkosten zu stürzen. Sowas lasse ich uns lieber schenken.

Und ich sage euch: Meine Kinder brauchen deutlich weniger Kleidung, als ich vorher dachte, als wir besitzen, als es käuflich zu erwerben gäbe. Ich ziehe ihnen nicht täglich neue Klamotten an, darüber schrieb ich mal. Sie kleckern nicht täglich, sie stinken sich nicht täglich voll – und warum sollen sie dann am Morgen immer wieder neue Hosen und Oberteile anziehen? Ich wasche nicht mehr als zwei Maschinen in der Woche und das finde ich gut. Es gibt natürlich auch Tage, an denen ich sie beide mehrmals umziehen muss.. Theoretisch bräuchte jedes Kind also vielleicht 4-5 Bodys, 2-3 Hosen, 5 Oberteile… aber wir haben viel viel viel viel mehr!

Gestern war Emilian am Nachmittag für ein paar Stunden mit seiner Cousine unterwegs und ich habe die Zeit genutzt, um mal wieder Kleidung auszusortieren. Ein paar von Emilians Oberteilen hatten schon sehr kurze Ärmel und ausserdem wollte ich Liams Kleidung endlich mal aus unserem Eltern-Kleiderschrank ins Kinderzimmer umlegen. Abgesehen davon, dass ich dann einfach so von einer Aufgabe zur nächsten zur nächsten zur nächsten gelenkt wurde, ging mein Plan auf. In Emilians Schrank ist jetzt Platz, ein neuer IKEA-Korb wurde heute gekauft und dann haben jetzt alle Kleidunggstücke in einem Schrank Platz. Nicht alle. Nur die, die gerade getragen werden. Da gäbe es nämlich noch mindestens 6 Kisten mit Kleidung, die der eine nicht mehr tragen kann und die der andere noch nicht trägt – und 3 Kisten mit Sachen, die dem Großen noch nicht passen. Kleine Windelkisten von dm. Die habe ich schön sortiert, beschriftet und regelmäßig wechsle ich dann eben das Sortiment.

Das wäre alles eigentlich einfach, wenn es da nicht ein, zwei Problemchen gäbe.
Ich kaufe nicht oft Kleidung für die Jungs. Ab und zu lasse ich mich beim Shoppen faszinieren, aber gerade der Fakt, dass Kinderkleidung viel zu schnell wieder zu klein wird, hält mich oft davon ab. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das bei Töchtern anders wäre. Da würde ich kaufen… Und bei Kinderbüchern kann ich mich selten zurückhalten, wisst ihr ja. Aber die werden ja auch nicht zu klein. Die Jungs bekommen tolle Klamotten von der Familie geschenkt und ich habe eine Freundin, die mir wirklich viel Kleidung ihre Sohnes weitergibt. Sowas ist toll und ich bin wirklich dankbar dafür! Aber weil Liam irgendwann in die Sachen passt, wenn Emilian schon rausgewachsen ist, lagern die Kisten bei mir. Und wir haben keinen Keller.

Und dann gilt es, den Überblick zu behalten. Über alles. Über die Größen der Kleidung. Über die Größen der Kinder. Über die Saison, in der die Kleidung passt. Nicht jedes Shirt in Größe 74 passt dem Kind, welches 74 cm groß ist. Die Kleidung kann so unterschiedlich sein! Die Oberteile, mit kurzen Ärmeln passen länger. Hosen passen wieder, wenn die Windel ab ist. Kurze Hosen erst recht. Meine Jungs haben beide einen großen Kopf, also passen viele Oberteile, die von der Größe passen würden, nicht mehr, weil der Halsauschnitt zu klein ist und es keine Knöpfe gibt. Einige Klamotten, die Kinder von Freunden nach der Geburt oder im ersten Jahr angezogen haben, hat Emilian mit fast 3 noch getragen. Meine Jungs sind eher zierlich und die Größenangaben hauen dann nicht hin oder wir sind weit hinterher. Liam ist genau zwei jahre jünger als Emilian, aber er wächst schneller, beobachte ich. Das bedeutet: Die Sommerkleidung, die Emilian im Sommer 2010 trug, passte Liam nicht mehr so ganz, als er seinen ersten Sommer erlebte. Und als sie passten, war es noch nicht warm genug dafür. Versteht ihr???

Wenn ich Kleidung geschenkt bekomme, passt sie meinen Kindern meist noch nicht, weil die Größenangaben bei uns nicht stimmen. Auf manchen Schildchen steht zur Größe das ungefähre Alter. Witzig. Es gab schon Verwandte, die uns Kleidung geschenkt haben und sie dann, Monate oder ein Jahr später, gar nicht mehr am Kind erkannten! Liam bekam zum 2. Geburtstag schicke Kleidung von seiner Oma. Zu Emilians Geburtstag, eine Woche später, zog ich dem Großen die Sachen an – und sie passten. Es kommt auch vor, dass die Jungs im Frühling, zum Geburtstag, Klamotten geschenkt bekommen, die dann im Herbst oder Winter erst richtig passen. Gut, man kann kombinieren…
Zur Geburt bekam Liam ein T-Shirt vom Krankenhaus, bedruckt mit seinen Daten. Das passt jetzt bald… Manchmal vergesse ich auch Kleidungsstücke irgendwo, weil ich sie nicht schnell genug in die richtig beschriftete Kiste lege und mir natürlich nicht merke, wohin ich sie gelegt habe.

Weil meine Jungs eigentlich langsam und überschaubar wachsen, brauche ich diese Sortier-Aktionen nicht zu oft machen. Emilian ist 4 und trägt jetzt Größe 92. Liam ist 2 und zieht Größe 74 – 86 an. Und wie gesagt: 5 T-Shirts reichen uns… Der Gedanke, dass das allerdings noch viele Jahre so weiter geht, ist nicht schön. Ich habe noch alle Kisten mit Babysachen. Und die kommen auch erstmal nicht weit weg. Wer weiß…? Aber sie nehmen Platz weg. Es gibt ein paar Mütter, die dann ihre Sachen beim Baby-Basar verkaufen oder sie im Internet anbieten. Das war mir bis jetzt immer zu viel Arbeit. Und wenn ich so viele tolle Sachen von Freundinnen bekomme, fühle ich mich auch verpflichtet, unser Zeug an kleinere Jungs weiterzugeben. In einer Kirche ist das doch immer möglich. Aber da gibt es dieses Höschen, das mein Baby trug, als wir da und da waren. Und diese Jacke hatte er immer in diesem Sommer an, wie könnte ich sie weggeben?

Zu diesem ganzen Dilemma kommt in diesem Jahr unsere Amerika-Reise.
Viele raten uns, eher wenig Sachen mitzunehmen, um dort einkaufen zu können. Und wie ich mich darauf freue! Das könnte aber bedeuten, dass viele schöne Jungs-Sachen in Größe 104 nicht mehr passen, wenn wir zurückkommen. Ich könnte sie mitnehmen und da weitergeben.. Eine Freundin aus Amerika hat mir im letzten Jahr ein paar Kleidungsstücke von ihren Jungs gegeben. Die waren damals 5 und 8. Und in den Shirts steht: 4, 4T und 5. Amerikanische Größen. Und viel zu groß für uns. Aber meine Jungs wachsen nicht immer im gleichen Tempo. Manchmal gibt es einen Schub.. und eine Nummer passt plötzlich nicht mehr.
Wir werden sehen.. Ich darf einfach nicht zu sehr an den Klamotten hängen!

 

Wie macht ihr das?
Wie behaltet ihr den Überblick?
Wo werdet ihr zu klein gewordenes Zeug los?

 

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