Sommerferien 2022

19. August 2022

Es ist Freitag Abend.
Mit einem großen Burger-Essen haben wir heute in Karl’s Erlebnishof die Sommerferien feierlich beendet. Zwei schöne Wochenend-Tage warten auf uns – und dann beginnt ein neues Schuljahr!

Der Große wird in die 7. Klasse einer neuen Schule in eine neue Klasse gehen.
Der Mittlere wird in die 5. Klasse gehen.
Der Kleine wird ein Vorschulkind im Kindergarten.

Oh ja, alle Gefühle sind da!
Die Vorfreude, der Stolz, die Wehmut, die Aufregung, die Sorge, die Ungeduld.

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Ich bin gerade so dankbar.
Zum ersten Mal – und ich weiß nicht, warum – kamen uns die Sommerferien wie 12 Wochen vor. Wir haben so viel erlebt und gesehen! Wir sind über uns hinaus gewachsen, wir haben gestaunt, gelacht und gefeiert.

Unsere Sommer-to do-Listen haben wir fast nicht beachtet, weil die Jungs irgendwie selbst herausfinden und wissen, was ihnen Spaß macht. Wir Eltern sind nicht mehr nur Sommer-Entertainer und es macht Spaß, als Familie unterwegs zu sein.

(Bis Sonntag Abend könnt ihr noch an meiner Verlosung teilnehmen!)

Gleich zu Beginn der Ferien sind wir für 2 Wochen an die Nordsee nach Zeeland gefahren – und nicht wie sonst in den vergangenen Jahren an die Ostsee. Die weite Reise, ein Ferienhaus mit Freunden und Hund, das Wetter war wunderbar, das neue Angel-Hobby… und größere Kinder. Das merken wir. Sie nehmen sich Bücher mit in den Urlaub! Sie stehen vor Sonnenaufgang auf, um mit Papa Fische zu fangen. Sie helfen (nach Aufforderung) in der Küche und bei der Wäsche. Sie packen ihre eigenen Koffer. Sie beschäftigen sich friedlich und kreativ allein, zu zweit oder dritt. (Natürlich streiten sie auch, aber selbst das ändert sich und wird einfacher)

Als wir aus den Niederlanden zurück kamen, waren die ersten beiden Sommerferienwochen um. Es fühlte sich komisch an, zurück zu kommen – und viele neben uns zu sehen, die sich erst auf ihren Urlaub vorbereiteten. Wir brachten die beiden großen Jungs zu Oma und Opa nach Mecklenburg an den See für eine Wochen Wohnwagen-Urlaub. Im Dorf meiner Kindheit ist außer dem See gar nicht viel, ein Wald zum Fahrrad fahren und Tiere auf der Weide. Aber manchmal ist es genau das.. und die Erlebnisse, die die Brüder mit der Landluft in sich aufnehmen konnten. Zum ersten Mal konnten beide ohne großes Heimweh und ohne kleinen Bruder bei Oma und Opa sein. Beide Jungs schwimmen, fahren Rad, schlafen gern im Zelt, lösen Kreuzworträtsel und bauen mit Opa ein Wasserrad für den Bach… sind das nicht die besten Sommer-Erinnerungen?

Nach der dritten Woche wartete das Ereignis ihres Lebens auf die Jungs: Das Bundescamp der Royal Rangers (Werbelink)
Vor wenigen Monaten kannten wir die christlichen Pfadfinder kaum dem Namen nach, seit Januar 2022 gibt es unseren Stamm 590 in Berlin und im August waren sie mittendrin im größten Camp, das nur alle 8 Jahre stattfindet – inmitten von 17.000 Teilnehmern!
So viele Highlights, so viele Erinnerungen, so viele Herzensmomente!
Wir sind so dankbar, dass diese Woche zu den Sommerferien gehörte.

Und dann gab es noch immer 2 Ferienwochen, die am Ende übrig waren. Da war Zeit für Angel-Tage, Kino-Besuche, Tage am See, Treffen mit Freunden, Familien-Ausflüge, Garten-Tage, Lese-Tage und und und…Ich bin dankbar, dass die Jungs mit Papa besondere Zeiten hatten, wenn ich wieder im Kindergarten war. Es fällt mir nicht leicht, zur Arbeit zu gehen, während die Ferienkinder zuhause sind. Ein Highlight dieses Sommers ist auf jeden Fall diese Buch-Reihe. (Werbelink) So oft habe ich am Strand, auf der Couch oder im Auto vorgelesen.

Ein neues Familien-Kajak und ein weiteres Wasser-Hobby, das Magnet-Fischen, (Werbelink) trugen dazu bei, dass wir auch die letzten beiden Wochen viel am und im Wasser verbrachten. Wir haben so viel Sonne getankt. Die Jungs sind mit Opa 16km den Teltowkanal entlang gepaddelt. Ich bin mit den Großen 200m quer über einen See und zurück geschwommen! Heute waren wir bei Karl’s Erlebnishof und zum ersten Mal sind beide Jungs allein mit der Achterbahn und anderen Fahrgeschäften gefahren.

Jetzt haben wir in den letzten Tagen die Schul-Materialien organisiert und schon erste Emails von Klassenlehrern bekommen. Die Abende werden schneller dunkel und Termine für September, Oktober, November trudeln ein. Jeder schöne Sommer darf sich eines Tages verabschieden.

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Ich trauere den unbeschwerten warmen Sommertagen hinterher. Für mich könnten die Tage immer gegen 9:00 Uhr beginnen, es könnten immer so 27 Grad sein, es könnte täglich wunderschöne Sonnenuntergänge, Eisbecher und Himbeeren im Garten geben. Ich liebe Familien-Ausflüge, Sommer-Erinnerungs-Fotos, die Stein- und Muschel-Sammlungen zuhause, braun gebrannte Haut und helle Haare der Kinder.

Ich bin froh, dass es den Kindern leicht fällt, früh aufzustehen, mit dem Rad zur Schule zu fahren und unbeschwert in die Zukunft zu schauen. Wir wechseln uns wohl mit der Leichtigkeit zu den unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten ab.

Bei uns gibt es übrigens auch Streit, Tränen, Wut, Erschöpfung, Frust und Schmerzen. Ich hoffe, ihr wisst das, auch wenn ich es nicht schreibe. Wir sind auch eine ganz normale Familie und keine Superhelden. Ich konzentriere mich nur sehr gerne auf das Gute und Schöne. Das hilft mir, das liegt mir nahe und das gibt ein gutes Gleichgewicht und eine gute Perspektive.

Wenn ich ganz ehrlich bin, sticht es mich jedesmal im Herzen, wenn ich um mich herum höre:
„Ich brauche mal eine Pause von den Kindern.“
„Urlaub mit Kindern ist doch kein Urlaub.“
„Nach dem Familienurlaub brauche ich erstmal eine Woche Ruhe.“
„Ich muss die Kinder in den Ferien noch irgendwo unterbringen.“

Natürlich verstehe ich, dass das Leben als Eltern eher fremdbestimmt ist, dass es laut, schmutzig, unruhig, wild und teuer sein kann. Ich verstehe, dass die Erwartungen und Wünsche aller Familienmitglieder sich oft nicht vereinbaren lassen, dass 6 Wochen dafür zu kurz oder zu lang sein können und dass wir Eltern gern mehr Ruhe, Schlaf, Zeit, Kaffee, Geld oder Unterstützung hätten.

Sprüche wie „Mein Alltag ist ihre Kindheit.“ oder „Wir haben nur 18 Sommer mit dem Kind.“ können weh tun, statt zu ermutigen.

Ich bin ein Familienmensch und ich bin gern mit meinen Kindern zusammen. Ich kann mir vorstellen, dass sie das merken und ihrerseits ihr Glück nicht (mehr) von mir abhängig machen. Dafür braucht es gute Kommunikation, eine gute Zeit-Einteilung für die Tage oder Wochen, Kompromisse, Regeln und Abwechslung. Es ist möglich. Familie darf auch in den Ferien funktionieren. Familienleben darf leicht sein. Ich möchte meine Kinder in der kurzen Zeit, die wir zusammen haben, nicht weg-organisieren, sondern da sein und ihnen zeigen, dass ich gerne mit ihnen zusammen bin.

(Und dass alle Eltern am ersten Schul-Montag nach aller Wehmut und Aufregung auch einen kleinen Hüpfer der Erleichterung machen, ist verständlich und so natürlich!)

Ich bin dankbar, wie groß und mutig unsere Jungs werden. Aus den Sorgen über unruhige Nächte mit Zahnschmerzen, mit nassen Laken oder Hustenanfällen werden Sorgen über Kinder, die am Handy nicht erreichbar sind, die abends zu lange lesen oder die ihr Taschengeld verplempern. Es ist alles eine Phase. Und das Schöne und Schwere – beides ist eines Tages vorbei.

Genug der Wehmut: Ich bin dankbar für diesen Sommer!
Ich bin dankbar für Gesundheit, für zusammen lachen, für Staunen über die Natur, für Schutz und Bewahrung, für Freunde und Familie, für leckeres Essen und Trinken, für Regen und Sonne. Ich bin dankbar für Herzens-Momente, für Gott-Momente, für lebenslange Erinnerungen und innerliches und äußeres Wachstum.

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