Seine kleine Welt

Vermutlich werde ich noch so manchen Blog-Eintrag damit beginnen, wie begeistert ich über die Aussprüche und Gedankengänge meines Sohnes bin!
Er hört uns zu, verblüfft uns mit neuen Sätzen und lernt, sich selbst zu helfen. Manchmal reicht nur ein einziges Wort – und er kann schon mehr und besser mitteilen, was er denkt.

„Ähnlich“ ist so ein Wort. Eigentlich einfach zu sprechen, aber die Bedeutung ist schon nicht mehr so einfach. Wenn er eine Ameise sieht, sagt er „Ameise“.
Aber „ähnlich“ ist nicht immer zu sehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dieses Wort oft gebrauche – auf jeden Fall haben wir es ihm nicht extra erklärt. Plötzlich fing er damit an. Als er vom Mittagsschlaf aufwachte und zwei große Laken auf dem Wäscheständer entdeckte, sagte er irgendein Wort zu mir.. ich verstand es aber nicht. Und er lässt dann nicht locker, wiederholt das Wort und – sehr zu unserer Freude – versucht dann, uns mit anderen Worten zu helfen.
Das Wort war irgendwas mit H – aber ich hatte keine Ahnung. Dann sagte er: „Ähnlich aus – Höhle“. Und ich verstand!
Die beiden Laken auf der Leine erinnerten ihn an eine Höhle!

Als ich ihm Bilder malte, die er sich wünschte und ein Vogel auf das Papier gemalt war, sagte er: „Ähnlich aus – Ente“
So so, mein Vogel sieht also aus wie eine Ente!

Und immernoch überlege ich ab und zu, ob ich ihm neue Worte, die er hört, erkläre, oder sie umschreibe. Aber mehr und mehr kann er sich erstens neue Wörter, die er hört, sehr gut merken und zweitens immer wieder und meist passend anwenden. Und ich denke manchmal, wenn er ein Wort hört, fallen ihm alle anderen Situationen ein, in denen er das Wort auch gehört hat. Heute sprachen wir über irgendwas, er schnappte das Wort „Sommer“ auf und wiederholte es. Ich versuchte, ihm zu erklären, was Sommer ist und sprach vom Garten, dass es warm ist, dass man baden könne, dass wir viel draussen sein können. Er zeigte auf den Wohnzimmerteppich und sagte „Oma“.
Oma hat Liam vor Kurzem auf dem Wohnzimmerteppich in einem Eimer gebadet…

Beim Abendbrot spielt Papa mit Emilian ein Spiel.
Papa fragt: „Kann man … essen?“
Emilian sagt „Ja“ oder „Nein“.
(Klappt auch ganz gut, um vom nicht-essen-wollen abzulenken)
Neuerdings sgat Emilian aber nicht nur „Nein“, wenn Papa nichts essbares vorschlägt, sondern von sich aus sagt er, was man stattdessen damit machen kann!

Gestern half er mir, den Einkauf von Lidl nachhause zu tragen.

       

Andererseits lernt Emilian auch, praktisch zu denken und Lösungen für schwierige Situationen zu suchen.

Eine Freundin war hier, spielte mit Emilian im Garten, nahm ihn auf den Arm und ließ ihn eine Gießkanne oben an die Wäscheleine hängen. Emilian wollte die Kanne gern wiederhaben und die Freundin forderte ihn heraus, selbst zu überlegen, wie er an die Kanne kommen könne. Er merkte schnell, dass er zu klein war, um die Gießkanne selbst zu holen, versuchte vergeblich, sich an der Schaukelstange hochzuziehen.. und irgendwann nach langer Zeit sagte er dann: „Arm nehmen!“

Gestern sollte er seine Flasche von oben aus dem Kinderzimmer holen. Es dauerte ein bißchen länger, aber er kam dann irgendwann die Treppe wieder heruntergerutscht. Ich sah, dass er sich noch ein kleines Spiel mitgebracht hatte. Und ich war so begeistert: Er hatte das Spiel, das aus zwei Teilen bestand, und die Flasche in sein Kuscheltuch eingewickelt und drückte es sich gegen den Kopf, damit die andere Hand frei zum Treppe laufen war!

Comments

  1. Kuhley, Hannelore says:

    Habe eben deine letzten Einträge gelesen, konnte ja einige Tage nicht. Freue mich über die guten Fortschritte und wünsche Euch „4“ weiter viel Freude und auch Bewahrung. Gruß Oma

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