Kompost im Garten

14. Juni 2022

Kompostieren mit Kindern: Wurmkiste & Co.

Seit einigen Wochen haben wir einen neuen Komposter, und die Kinder suchen darin stets begeistert nach den kleinen fleißigen Helferlein – den Würmern. Die durften nämlich auch bei uns einziehen. Auch ich muss zugeben, dass ich begeistert davon bin, wie einfach es geht, sich eine Wurmkiste anzulegen und zuzusehen, wie Lebensmittelabfälle o. ä. darin zu wertvollem Wurm-Hummus werden, welchen man großartig als nachhaltiges Düngemittel einsetzen kann.

Inzwischen gehören die Würmer schon richtig zu unserer Familie und werden mit Hingebung gehegt, gepflegt und umsorgt. Ich finde, eine Wurmkiste ist eine wirklich tolle Anschaffung, um Kindern den nachhaltigen Kreislauf des Kompostierens näherzubringen!

Um unsere Freude mit euch zu teilen, möchte ich euch gerne unsere Tipps zum Anlegen einer Wurmkiste sowie zum Kompostieren für Anfänger:innen und Kinder geben.

Wie funktioniert das mit der Wurmkiste?

Eine Wurmkiste ist ein kleiner Komposter, in welchem Würmer leben, wie zum Beispiel der sogenannte Rote Kompostwurm. Diese verspeisen eure Küchenabfälle und schenken euch im Gegenzug organisches Düngemittel, das viele wertvolle Mikroorganismen enthält. Dieses eignet sich für den Garten oder auch für Zimmerpflanzen. Und das Beste: Man braucht für eine Wurmkiste keinen Garten, denn es funktioniert genauso gut, wenn man die Wurmkiste am Balkon stehen hat, oder direkt im Haus. Es klappt damit also in jedem Haushalt!

Wie legt man eine Wurmkiste an?

Ihr könnt euch entweder eine Wurmkiste selber bauen oder kaufen. Eine Kiste mit eingebautem Fenster ist extra spannend und lehrreich, da die Kinder das Leben der Würmer und den Vorgang des Kompostierens noch besser beobachten können.

Hier sind unsere Tipps zum Anlegen und Pflegen eurer Wurmkiste und ihrer Bewohner:

  • Kauft oder baut eure Wurmkiste aus unbehandeltem Holz. Am besten hat sie zwei miteinander verbundene Kammern und einen Deckel.
  • Verwendet Blumenerde ohne chemische Zusätze, um eine der beiden Kammern zu befüllen.
  • Setzt eure Würmer in die Kammer mit der Blumenerde.
  • Gebt euren neuen Mitbewohnern ihre erste Willkommensmahlzeit in Form von ungekochten Küchenabfällen oder Cellulose. Unten findet ihr mehr Tipps zur Fütterung.
  • Befüllt die zweite Kammer mit Blumenerde, sobald die erste voll mit Kompost ist. Die Würmer wandern dann nämlich von selbst in die zweite Kammer, sobald sie mit dem Kompostieren der ersten fertig sind. 
  • Wenn die Würmer in der zweiten Kammer sind, könnt ihr die Erde mit dem Wurm-Hummus aus der ersten Kammer herausnehmen und eure Pflanzen damit verwöhnen.
  • Achtet darauf, dass eure Würmer immer ein angenehmes Klima haben und stellt die Wurmkiste in die Wohnung oder in den Keller, wenn es draußen friert.

Was schmeckt den Bewohnern der Wurmkiste?

Würmer fressen zirka die Hälfte ihres Körpergewichts, und sie mögen organische, ungekochte Abfälle. Steckt diese am besten oberflächlich in die Erde der Wurmkiste. Beachtet, dass Würmer nur Küchenabfälle fressen, die sich bereits im Zersetzungsprozess befinden. Frisches rühren sie anfangs also nicht an. Doch wenn ihr eure Küchenabfälle so klein wie möglich schneidet, beschleunigt das den Kompostierungsprozess und wird auch einfacher gefressen. Auch unangenehme Gerüche werden durch das Kleinschneiden des Futters vermieden.

Das schmeckt euren Würmern:

  • Gemüse (insbesondere Kartoffelschalen)
  • Salatblätter
  • Obst (auch Bio-Bananenschalen)
  • Kaffeesatz mitsamt Kaffeefilter
  • Teeblätter und -beutel
  • Zwiebelschalen (aber ohne Zwiebel)
  • Ein paar Kartonschnipsel oder Cellulose
  • zerkleinerte Eierschalen
  • verblühte Topf- und Schnittblumen

Um den Kindern dabei zu helfen, auch selbstständig zum Kompostiervorgang beizutragen, habe ich außerdem zwei Plakate mit ihnen gebastelt: Auf das grüne Plakat haben wir die Dinge geklebt, die die Würmer fressen dürfen. In der Mitte des Plakats klebt ein Bild eines lachenden Wurms.

Das mögen eure Würmer NICHT:

  • gekochte Speisereste
  • Brot, Brötchen oder Kuchen
  • Zitrusfrüchte oder Zwiebel
  • Intensive Gewürze
  • Chemisch behandelte Lebensmittel
  • Fisch, Fleisch und Milchprodukte
  • Knochen
  • Fette und Öle
  • Licht und zu viel Futter
  • Vibrationen (aus diesem Grund flüchten Würmer auch bei Gewitter und Regen)

Auf das rote Plakat haben wir ein Bild eines traurigen Wurms geklebt, umgeben mit all den Dingen, die nicht in die Wurmkiste gehören. 

Unser Fazit:

Ich finde es wirklich schön, mitzuerleben, wie die Kinder von einer kleinen Holzkiste so viel über die Natur und den wichtigen Kreislauf des Kompostierens kennenlernen können! Und auch die Erde, die übrig bleibt, wenn die Würmer mit einer Kammer der Kiste fertig sind, ist wunderbar locker und nährreich. Unsere Pflanzen fühlen sich damit pudelwohl!

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