Ein guter Tag. Ein gutes Gefühl.

Mein Posteingang ist voller als sonst.
Die Hochzeit meiner Schwester kommt näher und näher und es gibt noch soo viel zu tun.
Ein paar Bewerbungen für tolle Produkt-Tests warten auf mich.
Ich darf eine Ebook-Bücherei gratis testen und euch davon berichten.

 

Weil wir so lange weg waren, treffen wir uns zur Zeit häufiger mit Freunden als sonst.
Ich liebe es.
Ich liebe es, Freunde wiederzusehen, zu reden, Kaffee zu trinken, die Kindern in den Garten zu schicken, Freunde zu besuchen, von Kalifornien zu erzählen. Aber das erfordert Logistik.

 

Der Garten ruft.
Unser Rasen wächst, mein Beet möchte bepflanzt und bewässert werden, Rindenmulch muss gestreut werden, Unkraut muss gerupft werden. Mein Mann hat heute die Terrasse gekärchert: Die Steine mit einem harten Wasserstrahl gewaschen. Der Unterschied war krass! Die Terrasse blendet uns jetzt richtig!

 

Die Routine ruft.
Wir haben noch immer keine Krankenkassenkarten, aber eigentlich würde ich gern von der Kinderärztin hören, ob meine Jungs das Jahr gut verkraftet haben und weiterhin im Rahmen wachsen. Für den Kindergartenplatz warten wir auch auf Nachricht vom Amt. Und so tingeln wir alle vier mehr oder weniger zuhause rum – und das hilft uns, gut anzukommen.

Heute hatte ich vormittag eine Freundin mit Baby und am Nachmittag eine andere mit zwei Jungs hier. Ich habe Brot gebacken, Mittag gekocht, Muffins gebacken, Staub gesaugt.. das hat sich so gut und normal und deutsch angefühlt.

 

Nachdem das Kinderzimmer zum wiederholten Mal in nur 22 Tagen zuhause-sein sehr, sehr unordentlich aussah, habe ich meine unzähligen Drohungen wahr gemacht und es leer geräumt. Jawoll!
Wenn neben den Betten und drei Schränken eine große Autokiste, eine große Kiste mit Tieren, viele Bücher und noch mehr Holzbausteine auf 15 m2 verstreut werden, dann ist es genug!
Kein Wunder, dass meine Kinder ersticken, um sich werfen und streiten.
Kein Wunder, dass Emilian keine Duplo-Häuser oder Zoo-Gehege mehr baut.
Kein Wunder, dass Liam nicht mehr 45 min. singend im Kinderzimmer sitzt und in Büchern blättert.
Es ist zu viel!
Die Schränke der Kinder sind leer, nur noch Bücher sind ihnen geblieben.
„Nur noch“.
Und Papier und Stifte im Arbeitszimmer.
Und die Gesellschaftsspiele im Wohnzimmer.

leeres zimmer

Ausserdem hat Emilian heute morgen seinen CD-Ständer auseinandergenommen.
Und das sind nicht ungefähr 5 Teile, sondern mindestens 100.
Also sind die CDs auch weg. Keine Einschlaf-Musik und keine Hörspiele mehr.

So ungefähr sah das vorher aus…
(Hab kein Bild von unserem gehabt)

cd-staender-fuer-20-cds

… und nachher.

CD Ständer
Ich war heute so knallhart.

Aber es hat sich gut angefühlt!
Wir haben gelesen!
Wir haben gesungen.
Beim Abendbrot haben wir mindestens 4x „Jetzt fahr’n wir übern See“ gesungen und wir haben uns kaputt gelacht, wenn einer die Pausen nicht mitgekriegt hat. (Das liegt jetzt nicht daran, dass kein Spielzeug da ist…)

Morgen fahren wir zu Oma und Opa und die Kinder bleiben übernacht.
Dann ist Wochenende und wenn ihnen das Spielzeug fehlt, hole ich es ihnen zurück.
Entweder die Autos oder die Tiere oder das Duplo oder
Es wird ihnen gut tun! Sie werden atmen und spielen können. Und ich auch!

 

Aus aktuellem Anlass reden wir mit Emilian sehr viel über Flüchtlingsfamilien.
Er hat ein großes Herz und ist schnell bereit, zu teilen.
Und ich denke, es wäre ein unglaublich großer und wichtiger und notwendiger Schritt, dort mal aufzutauchen. Wenn meine Söhne ihr Spielzeug nehmen und es einem anderen Kind in die Hand drücken, wird mein Mutterherz bestimmt vor Freude platzen.

In Amerika gibt es den Trend, den Kindern zum Geburtstag nur eine große Sache von der Familie zu schenken und alle Gäste zu bitten, statt eines Geschenkes eine Geldspende für ein beliebiges Projekt mitzubringen. Schon die Kinder sind die krassesten Fundraiser da!

Ich bin erschüttert, dass ich nach nur 5 Jahren Mama-sein bereits ersticke und die Spielzeugschränke überladen sind.
Aber ehrlich mal.. in diesen Monaten ist das Ab- und Weggeben so leicht. Und so wichtig.

https://www.berlin.de/lageso/soziales/

http://www.berliner-stadtmission.de/wie-sie-helfen/aktuelle-spendenprojekte/sachspende

http://fluechtlingshilfe.berlin/spenden/


Ich möchte, dass meine Kinder teilen können und möchten.
Ich möchte, dass sie begreifen, wie unglaublich gut es uns geht.
Ich möchte aufhören, zu horten und zu sammeln und „für den Notfall“ aufzuheben.
Ich wünsche mir, dass unsere Spielzeuge nicht verstauben, sondern einem fremden Kind ein Lächeln ins Gesicht zauben. Vielleicht ist es das erste Spielzeug, dass es in Deutschland bekommt?

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