Dialoge

So langsam fallen mir keine Überschriften mehr ein.
Kindersprüche 1 und 2 und 3 und 4…

Unser Alltag wird immer unterhaltsamer.
Emilian widerspricht. Emilian diskutiert. Emilian quatscht einfach so.
Besonders muss ich mich zur Zeit mit seinen Rollenspielen anfreunden.
Ich kenne das und weiß, dass es wichtig ist. Aber es fällt mir schwer, mitzumachen, weil ich nicht sehe, was er sieht und nicht an das denke, was er gerade denkt.
Jedes Tier, das er auf einem Foto, auf der Strasse, im Zoo, im Buch, im Film, irgendwo sieht, wird beliebig später lebendig und geistert oder spielt in unserem Haus herum. Nachts machen sie ihm Angst und müssen in den Stall,
am Tag werden sie eben bespielt oder gefüttert.

Als ich ihn gestern bat, nicht weiter Liams Flasche zu schütteln, sah er mich sehr entrüstet an und sagte: „Aber das ist doch ein Fischlein!!!“

Andere neue Sprüche gibt es auch:

Beim Aufräumen entdecken wir eine Panflöte, die Papa geschenkt bekam. Um ihm das Instrument zu erklären, suchte ich bei youtube nach Panflöten-Videos. Gespannt sah er zu. Das Video war vorbei und er rief: „Noch mehr Marzipan!“

Emilian trödelt. Gern. Ich habe jetzt beschlossen, einen Kurzzeitwecker zu besorgen, ihm einige Minuten fürs Anziehen, Umziehen, irgendetwas, Zeit zu lassen und dann bei Erfolg zu belohnen. Wenn wir es eilig haben, bin ich für Späßchen und Gebummel nicht zu haben und dieser Wecker soll uns helfen.
Vor ein paar Tagen bat ich ihn, irgendetwas von oben zu holen. Weil nichts passierte, rief ich zu ihm nach oben. Antwort: „Nein, ich habe noch nichts geholt. Ich wohn‘ doch in den Wolken, mein Weg ist soweit.“

(Ich bin so begeistert, dass er die Lieder, die er zuhause oder im MiniClub lernt, nachsingt. Einige lerne ich dadurch erst und ich staune, wieviel Text er sich merkt! Ja.. und manchmal passt er auch im Alltag)

Nach einer schweren Arbeit oder Sport – er war jedenfalls geschafft – sagt er:
„Ich bin anstrengend!“

Gestern waren wir bei IKEA. Ich hatte ihm versprochen, dass er an diesen gelben Spielstationen spielen darf. Wir fanden eine, in der langweiligsten Abteilung, und ich wartete und wartete. Ich ging ein paar Schritte, er kam nicht, Ich sagte, dass ich gehen würde.. nichts. Er spielte und spielte. Weil ich es ja aber versprochen hatte, ließ ich ihn noch. Die Textil-Abteilung interessierte mich gar nicht und ich hatte nichtmal Handy-Empfang.. Irgendwann, als selbst die Mitarbeiter schon neben ihm standen und beim Memory halfen, ging ich wieder zu ihm und fragte: „Emilian, wann kommst du denn?“ Und er: „Ähm… halb fünf.“
Es war ca. 19:00…

Nach dem MiniClub in der Kirche werden die Kinder von uns Eltern abgeholt.
Am letzten Sonntag saßen nur noch Emilian und seine Cousine dort und malten. Ich begrüßte meine Nichte und sie sagte: „Ich bin doch Maria!“
(Die Kinder lieben die Weihnachtsgeschichte)
Plötzlich stand Emilian auf, kletterte in ein Spielhaus und rief seine Cousine: „Komm nach Betlehem, das Baby weint!“

Jetzt gerade schreibe ich hier, während beide Jungs mehr oder weniger selbständig spielen. Aber Geduld ist noch keine ihrer Stärken..
Dazu passt ein Dialog von gestern.
Ich habe abgewaschen und Emilian wollte mir irgendetwas zeigen.
„Mama, guck mal!“

„Mama, guck mal!“
„Warte bitte.“
„Mama, guck maaaal!“
„Emilian, manchmal kann ich nicht gleich und du musst warten.“
„Mama, guck mal, ich warte….“

Nachtrag von heute:

Der Postbote bringt ein Päckchen mit kleinen Haarspray-Proben, die ich als Produkttester ausprobieren darf. Emilian packt mit mir aus und ist ganz fasziniert von den kleinen Fläschchen. Aber er ist traurig, dass ich das nicht in seine Haare sprühe. „Hat der Postmann kein Jungsspray mitgebracht?“

Comments

  1. Elsa says:

    Es ist so köstlich!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.