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Deutscher Nachbarschaftspreis 2018

auf 6. September 2018

Ganz überraschend bekam ich in der letzten Woche von nebenan.de eine Einladung zur Verleihung des Deutschen Nachbarschaftspreises 2018! Ich fühlte mich sehr geehrt, fand einen Babysitter und meldete meinen Mann und mich an.

Gestern Abend war es dann soweit.
Wir freuten uns sehr auf dieses Date, zogen uns schick an und machten uns auf den Weg in die UFA Fabrik in Tempelhof.

Geladen waren die 16 Landessieger, denen an dem Abend die Auszeichnung überreicht wurde, Freunde und Förderer der nebenan.de Stiftung, Mitglieder der Jury und ganz feierlich wurden die Bundessieger Platz 1 und 2 und 3 verkündet.

Ich weiß nicht, ob ihr von nebenan.de gehört habt oder wisst, wo von ich rede.
Wir sind Mitglieder der ersten Stunde und seitdem ich den Zettel mit dem Passwort für meine Nachbarschaft im Briefkasten hatte, bin ich überzeugt und begeistert von nebenan.de.
(Gibt es auch in deiner Nachbarschaft und sogar bereits über Deutschland hinaus)

Nicht nur lerne ich Nachbarn besser kennen, die ich sonst nur täglich auf der Strasse treffe – es fällt mir auch viel leichter, Dinge zu verleihen oder zu leihen. Mehrmals schon haben wir unser Baby-Reisebett verliehen, wir haben Weihnachtsgeschenke gebraucht in der Nachbarschaft gekauft, wir werden jetzt eine Kamera für unser Sommerfest ausleihen und ausserdem lade ich zu vielen Veranstaltungen einfach über nebenan.de ein und habe viele neue Mamas zum Beispiel für MOPS, gefunden. Und aus Nachbarn sind Freunde geworden!

Kennt ihr diesen Artikel schon?

Ausserdem bitten Nachbarn bei Reparaturen oder Problemen im Haushalt um Hilfe, es werden Partner zum Spielen, Joggen oder Segeln gesucht. Schulbücher werden getauscht. Vor Einbrüchen wird gewarnt. Änderungen der Bus-Linien werden geteilt. Obst wird angeboten. Babysitter werden gefunden. Was Nachbarn eben so machen.

Es ist verrückt, dass der Weg in die Nachbarschaft übers Internet möglich wird – aber warum diesen Weg nicht nutzen?

Link zum nebenan Magazin

In den vergangenen Monaten konnten Nachbarn und Freunde Projekte für den Deutschen Nachbarschaftspreis anmelden. Für jedes Bundesland wurde ein Landessieger gewählt und gestern wurden in sehr schöner Location die drei Bundessieger gekürt. Die Schauspielerin Loretta Stern führte locker und witzig durchs Programm, es gab interessante Gesprächsrunden zum Thema „Das WIR gestalten“ und natürlich aktuell „Wir sind mehr“.

Guckt euch die Projekte der Landessieger gern mal an!
Ich habe nach diesem Abend gestern richtig Lust bekommen, etwas Neues zu starten!

Es geht um Kinder, um Bildung, um Politik, um Spielplätze, um Wohnraum, um Vernetzung mit Alt und Jung, um Gärten, es wird gegen das Aussterben der Dörfer gekämpft, es geht um Kunst und Kultur, um Autofreie Tage, um Säuberungsaktionen in Parks … die Möglichkeiten sind unendlich und es ist so leicht, einfach anzufangen. Einfach nebenan.

Viele der Gewinner machten deutlich, dass sie gar nichts Großes machen und nie mit einer Auszeichnung gerechnet hätten, sondern sich einfach um das Problem oder die Not kümmern, die direkt vor der Haustür liegt – mit den Ressourcen und Ideen, die sie haben.
Umso größer war aber natürlich die Freude und die Dankbarkeit und die daraus entstandene Motivation.

Kurz möchte ich die drei Bundessieger vorstellen:

Platz 3
Nauwieser Picknick in Saarbrücken (Saarland)
Die Nauwieser Nachbarn organisieren in Eigenregie ein jährliches Picknick mit Anwohnern aus allen Alters-, Herkunfts- und Einkommensgruppen und stärken so die lokale Gemeinschaft.

Platz 2
Demokratiebahnhof in Anklam (Mecklenburg-Vorpommern)
Das Jugend- und Kulturzentrum trägt zur Entwicklung einer lebendigen Zivilgesellschaft bei und ermutigt junge Menschen, ihre Fähigkeiten im Interesse des Gemeinwohls einzubringen.

Platz 1
Tausche Bildung für Wohnen aus Duisburg-Marxloh (NRW)
Bei diesem Stadtteilprojekt eröffnen Bildungspaten benachteiligten Kindern neue Chancen und können im Gegenzug für ihr Engagement mietfrei im Viertel wohnen.

Ich bin ganz begeistert von den großartigen Projekten, die Menschen in Deutschland auf die Beine stellen. Einen Satz, der im Gespräch mit den Geschäftsführern der nebenan.de Stiftung Michael Vollmann und Sebastian Gallander fiel, werde ich nicht vergessen:

„Es sind die vielen kleinen Brücken, gebaut von engagierten Nachbarn,
die das Land zusammen halten.“

Bei sehr gutem Essen und Live-Musik ließen wir den Abend ausklingen.
Inspiriert machten wir uns auf den Heimweg.

Durch mein Wirbeln auf nebenan.de bekam ich den Titel „Besonders engagierte Nachbarin“ und das war der Grund, warum ich zu dieser Veranstaltung eingeladen wurde.
Ich fühle mich sehr geehrt!
Und ich sage:
Das ist doch nicht besonders, was ich mache. Ich laufe mit offenen Augen durch meine Nachbarschaft. Ich bin mehrmals in der Schule und grüße hier und quatsche dort. Kaum komme ich einen Weg durch, ohne irgendwo zum Quatschen stehen zu bleiben. Ich lade zu Veranstaltungen ein. Ich verabrede mich zum Kaffee trinken. Ich höre zu. Ich teile Informationen. Ich vernetze.

Ja, ich habe Zeit dafür, weil ich „Hausfrau“ bin.
Aber ich sehe das zur Zeit als meine Aufgabe. Und meine Leidenschaft. Es gibt überall so viele Bürger, die meckern und schimpfen und früher alles besser fanden und die Augen rollen und sich anschweigen.

Berlin braucht das.
Lächeln.
Ermutigung.
Gute Nachrichten.
Offene Ohren.
Herzensmenschen.
Zusammenhalt.
Wir sind mehr.


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