Besuch im Kindergarten

Kurz vor 10:00 Uhr machten Emilian und ich uns heute auf den Weg in den Kindergarten.
Eigentlich wollte ich das Laufrad zuhause lassen und gemütlich, Hand in Hand mit Emilian, in das neue Abenteuer schlendern… Aber nix da. Emilian wollte Laufrad fahren. Also fuhr er irgendwo vorn und ich beeilte mich irgendwo hinten, mit meinen Flip Flops hinterher zu kommen.

Da ich den Namen der Gruppe, aber nicht den Gruppenraum kannte, fragte ich die erste Person, die wir trafen, wo ich den Raum finden könnte. Und – tadaaa- es war eine seiner Erzieherinnen.
Sie erkannte ihn, freute sich, ihn zu sehen und nahm uns mit in die Gruppe. Wir wurden von der anderen Erzieherin genauso fröhlich begrüßt, Emilian wurden ein paar Fragen gestellt, die er… nicht beantwortete und dann setzten wir uns auf die kleinen Stühle an den kleinen Tisch. Emilian guckte sich um und ich zeigte ihm Puzzle und Fotos der anderen Kinder und Bücher. Er entdeckte Duplosteine, die Erziehrin sah sein Interesse und so wurde uns zuerst alles gezeigt. Die Spielecke mit Duplo, Büchern, die Tobeecke, Spiel-Computer, Hochbett… Ein Teil des Raumes ist zum Spielen, im anderen wird an Tischen gemalt und gegessen. Von den 13 Kindern waren nicht alle da. Ein paar süße Knirpse saßen mit Kittel und Pinsel am Tisch. Wenn Emilian gewollt hätte, hätte er gleich mitmalen können. Aber er freundete sich mit zwei Jungs beim Duplo an. Sie haben richtig toll gespielt – doch genau diese beiden Jungen werden ab September in die Schule gehen.
Wir sahen uns das Badezimmer an. Emilian fand die kleinen Waschbecken und Spiegel toll.
Den Wickeltisch mit Treppe zum selbst klettern fand er toll, aber die winzig kleine Toilette gefiel ihm auch. Yeah! Er sah seinen Platz für Zahnbürste, Zahnbecher, Handtuch und Wechselsachen – bald wird da ein schönes Foto von ihm hängen, um den Platz zu zeigen. Die Garderobe wurde uns auch gezeigt und dann gingen wir zurück in den Gruppenraum. Eine der Erzieherinnen erklärte mir den Tagesablauf, den Wochenplan (montags ist Schwimmtag im hauseigenen Therapiebecken!), Kita-Feste, was wir noch besorgen müssten, wann und wie die Eingewöhnung beginnt und was eben sonst noch bespochen wird.

Emilian wurde Trinken angeboten, aber er lehnte ab. Mir wurde auch ein Glas Wasser angeboten, ich wollte auch nicht, doch da fragte die Erzieherin, ob es lieber Prosecco oder eine Berliner Weiße sein solle…
Das Gerede und Verhalten der Erzieherinnen kam mir aus alten Zeiten sehr bekannt vor.. doch noch habe ich ihnen nicht meinen wahren Beruf verraten. Ich würde gern als freundliche junge Mutter gesehen werden – bevor sie eine Konkurrentin in mir sehen könnten.

Die ältere der Erzieherinnen sagte mir, dass sie schon seit 20 Jahren dort arbeitet.. und dass sie sämtliche Kinder und Geschwister und Eltern kennt. Ihre ersten kleinen Kindergartenkinder studieren jetzt bereits. Während wir redeten, saß ein Mädchen neben mir und wollte scheinbar, dass ich als Besuch wieder verschwinde. Sie sagte: „Oma, geh nachhause.“

Am Ende fragte Emilian dann doch nach einem Glas Wasser – ganz begeistert war er, dass er selbst eingießen durfte.
Er war sowieso kaum schüchtern, er spielte, redete, guckte und flitzte mit den anderen Kindern mit. Als wir in den Garten gingen, nahm er sich dort ein Fahrzeug und starrte die Kinder an, die kopfüber und klitschnass im nassen Sand wühlten. Das Beste aber war: Am Rand des ganzen langgezogenen Spielplatzes, hinter einer kleinen Mauer, wachsen unendlich viele Johannisbeerstäucher. Die beiden großen „neuen Freunde“ von Emilian waren schon fleißig am pflücken und naschen – und er machte sofort mit. Er teilte sogar mit einem anderen Mädchen, das nicht so gut pflücken konnte und bat die großen Jungs um Hilfe, wenn er nicht weiter kam.

Natürlich war er schüchtern und guckte immer, ob ich zu sehen war… aber er kennt ein paar Kinder, er kennt die Erzieherinnen, die ihn übrigens süß finden und er kennt den Raum und seinen Gruppennamen. Er muss lernen, sich an andere Regeln zu halten und anderen Erwachsenen zuzuhören, er muss viel Neues lernen und verarbeiten – aber ich glaube, die Umgebung ist sehr passend und liebevoll.

Auch ich werde gut mit den Erzieherinnen klarkommen. Ich freue mich darauf, eine Kindergarten-Mama zu sein und Fotos für „seine Plätze“ mitzubringen, Familienfotos in sein Kita-Album zu kleben, Gebasteltes zu bestaunen, neue Kinder und Eltern kennenzulernen und meinen Sohn dann wieder abzuholen – das Highlight des Tages der meisten Kinder. Ich freue mich auf die Zeit nach der Eingewöhnung, ich hoffe, dass Emilian bald sehr gern in die Kita geht und ich bin gespannt, was Liam dazu sagt…

Comments

  1. […] so viele Kinder, die er nicht kennt.. aber er liebt die Johannisbeer-Sträucher, die er schon vom ersten Besuch im Juli kennt. An den ersten drei Tagen waren wir jeweils nur 1 1/2 Stunden da und das war gut zu schaffen. […]

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