Fokus!

14. Juli 2026

Mir ist aufgefallen, dass ich irgendwie in letzter Zeit viel mehr schlechte Nachrichten aus aller Welt mitkriege… und dann habe ich gemerkt, dass es an den Halbzeit-Pausen im Fußball und der Tagesschau liegt.

Schlechte Dinge passieren. Immer. Sind immer passiert und werden immer passieren. Ich weiß nicht wirklich, ob es heute mehr schlechte Dinge gibt, weil es auch immer überall viele gute Dinge gibt, von denen niemand weiß.

Der Unterschied ist: Wo schaue ich hin?

Das Erdbeben in Venezuela. Bomben in der Ukraine. Flüchtlinge. Waisenkinder. Bahn-Unfälle. Krebs. Naturkatastrophen. Politik. Getrennte Ehen. Vernachlässigte Kinder. Vergiftungs-Anschläge. Mord in Stade. Suizid. Gewalt in der Familie. Israel. Iran. Ein getötetes Baby in der Nachbarschaft.

Es erdrückt mich und macht mich fertig. Mein Herz zieht sich zusammen und ich kann nicht wegsehen. Nicht reinsteigern. Nicht zu viel nachlesen. Nicht verfolgen, wie es weiter geht. Und dann ploppt die nächste grausame Schlagzeile auf. Der Instagram-Algorithmus hat nämlich schnell gelernt, wo mein Daumen hängen bleibt.

Es passieren furchtbare, ganz schlimme Dinge. Geschichten, die ich nicht verstehe. Wie können Menschen so etwas tun? Wie kann eine Naturkatastrophe so viele unschuldige Opfer fordern?

Aber so furchtbar es auch ist: Das war immer so. Und das wird noch eine Weile so sein. Wir Menschen haben einen freien Willen und machen viele Fehler. Und die Welt und die Natur liegt eben nicht in unseren Händen.

Ich weiß, dass auch jeden Tag richtig viele wunderbare gute Dinge passieren. Und immer passiert sind. Und immer passieren werden. Mir fällt es leichter, diese aufzuzählen. Ihr kennt meinen Blog. Ich könnte Seiten füllen.

Die Sonne geht auf. Immer wieder und verschwenderisch schön. Wir können hören, sehen, riechen, schmecken, fühlen. Menschen vergeben einander. Es gibt Liebe. Babys werden geboren. Schokoladenkuchen. Kinder lächeln. Das Meer glitzert. Schmetterlinge. Tausende bunte Blüten. Die Schönheit eines Berges. Der Duft von Kaffeebohnen. Menschen erfinden Heilmittel. Gebete werden erhört. Befürchtungen treffen nicht ein. Ein Sommerkleid passt. Umarmungen. Volle Punktzahl in der Prüfung. Baby-Otter schwimmen. Das Geld reicht. (…)

Während ich diesen Absatz schreibe, merke ich, wie mein Herz leicht wird und sich ein Lächeln auf meine Lippen legt. Und wenn ich den Absatz weiter oben nochmal lese, stockt mir fast der Atem.

Es ist immer beides. Alles. Es ist immer da.
Wohin geht mein Blick?

Als ich diese Gedanken in meinem Kopf sortiert habe, sind mir Worte von der Poetry Slam-Schreiberin Petra Halfmann eingefallen.

Es geht darum, dass sie die Zeitung aufschlägt und liest, wie grausam diese Welt ist und welche Dinge passiert sind. Sie fragt sich, ob es wirklich einen guten Gott geben kann.

Dann aber schlägt sie die Bibel auf und liest genau von dieser Hoffnung, von einem guten Gott, von bedingungsloser Liebe!

Das Gute ist da! Hoffnung ist da. Frieden ist da. Leichtigkeit ist da. Zuversicht ist da.

Mir fällt ein altes Kinderlied ein:
„Wenn man tut, was Gott gefällt,
wird es besser auf der Welt.“

Es geht darum, wohin ich schaue.
Und wenn ich meine Kinder anschaue, frisch gebackene Cookies aus dem Ofen hole, meine Himbeeren oder meinen Kaffee mit Milchschaum sehe, wenn mir Freudentränen kommen, wenn ich die Lieblingsschokolade meiner Kinder kaufe, wenn ich meiner Freundin schreibe oder meinen Mann umarme, wenn ich meine Nägel lackiere oder mich im Spiegel anlächle, wenn ich meiner Oma Fotos schicke oder in einen Döner beiße, dann heißt das nicht, dass ich wegschaue und das Leid ausblende.
Es heißt, dass ich auf mein Herz aufpasse. Dass ICH dafür sorge, dass es MIR gut geht. Damit ich heute stark und tapfer und mutig und furchtlos für meinen Mann, meine Söhne und meine Tochter da sein kann.

Wir wissen nicht, was morgen sein wird. Vielleicht passiert uns das größte Glück. Vielleicht lesen wir die schlimmste Nachricht. Aber wir können heute dafür sorgen, dass es unserer Seele morgen gut gehen kann.

Im Sommer möchte ich einigen Kanälen entfolgen, möchte reißerische Nachrichten blockieren, möchte nicht mehr die Hintergründe zu schlimmen Schlagzeilen suchen.
Stattdessen möchte ich das Handy ausschalten, meine Liebsten um mich haben, gut essen und trinken, die Nase in die Sonne halten und mich an die Jahrhundert alten Sätze aus der Bibel erinnern. Es gibt tausende davon.

  • Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus.
  • Was kein Auge jemals sah, was kein Ohr jemals hörte und was sich kein Mensch vorstellen konnte, das hält Gott für die bereit, die ihn lieben.
  • Aus dem Reichtum deines Hauses schenkst du uns mehr als genug, mit Freude und Glück überschüttest du uns.
  • Dankt dem Herrn , denn er ist gut, und seine Gnade hört niemals auf!
  • Denn ich allein weiß, was ich mit euch vorhabe: Ich, der Herr, habe Frieden für euch im Sinn und will euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung. Mein Wort gilt!
  • Ich will den Herrn loben und nie vergessen, wie viel Gutes er mir getan hat.
  • Ich bin ganz sicher, dass alles, was wir in dieser Welt erleiden, nichts ist verglichen mit der Herrlichkeit, die Gott uns einmal schenken wird.
  • Hoffen aber bedeutet: noch nicht haben. Denn was einer schon hat und sieht, darauf braucht er nicht mehr zu hoffen. Hoffen wir aber auf etwas, das wir noch nicht sehen können, dann warten wir zuversichtlich darauf, dass es sich erfüllt.
  • Dabei hilft uns der Geist Gottes in all unseren Schwächen und Nöten.
  • Der Glaube ist der tragende Grund für das, was man hofft: Im Vertrauen zeigt sich jetzt schon, was man noch nicht sieht.
  • Seid fröhlich in der Hoffnung darauf, dass Gott seine Zusagen erfüllt . Bleibt standhaft, wenn ihr verfolgt werdet. Und lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen.
  • Was kann man dazu noch sagen? Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein? 
  • Was bleibt, sind Glaube, Hoffnung und Liebe. Von diesen dreien aber ist die Liebe das Größte.
  • Denn ich bin ganz sicher: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch irgendwelche Gewalten, weder Hohes noch Tiefes oder sonst irgendetwas auf der Welt können uns von der Liebe Gottes trennen, die er uns schenkt.

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