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papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

12 von 12 im Oktober

Wir sind gerade irgendwie zwischen den Welten.
Im Glück, weil Papa wieder da ist. Wirklich!
Ich kann ausschlafen – oder überhaupt mal schlafen! Jari wird langsam gesund. Er hat einen neuen Schlafsack, wir lassen das Fenster nachts offen und er schläft viel besser. Die Liebestanks der Kinder sind wieder gefüllt und sowas wie Leichtigkeit und Ausgeglichenheit schwebt durchs Haus. Fünfmal.

Glücklich, erfüllt, aufgewärmt und ja.. glücklich kam der Mann am Montag Abend aus Kalifornien wieder. Mit selbst-geschriebenen Schildern empfingen wir ihn am Flughafen und verbrachten einen sehr fröhlichen ersten Abend zusammen.
Besonders Jari… das kann ich gar nicht beschreiben. Er ist so glücklich. Mit seinen großen blauen Augen strahlt er den Papa an, sobald er den Raum betritt. Immernoch.

Wir kommen wieder im Alltag an, schleppen uns durch Hausaufgaben, harken Laub, kochen Babybrei, sortieren Wäsche, laufen zu Schule und Kita und Kita und Schule.. ganz normaler Alltag eben.

Gleichzeitig liegen hier Schwimmbrillen und Sandspielzeug, der Koffer des Mannes ist nur halb ausgepackt, ich schreibe fröhlich lange Listen, denn: Zum ersten Mal werden wir im Herbst verreisen. So richtig. Lange. Und weit weg.
Ich bin so aufgeregt und wir alle warten schon lange auf diesen Familienurlaub!

Aber erstmal war heute der 12. Oktober und ich habe Fotos für euch:

1. Ich bin dran mit Schulkind-in-die-Schule-bringen und sitze mit den Jungs am Frühstückstisch. (Warum Liam 6:30 Uhr auch aufgewacht ist, weiß ich nicht..)
Der Große hat sich schick angezogen, weil der Fotograf heute in der Schule ist.

 

2. Ich schiebe ihn auf dem Fahrrad zur Schule.
„Wie früher!“ schwärmt er und meint damit die 1. Klasse. Vor einem Jahr habe ich ihn täglich gebracht und bin bis zum 9. Monat Fahrrad gefahren. Seit Jaris Geburt war das heute mein drittes Mal Rad fahren und ich vermisse es.

 

3. Eine kurze Couch-Pause mit süßem Besuch.

 

4. Nach dem Frühstück, was früher für mich mal 11:00 Uhr sein konnte, mache ich mich mit den beiden Kleinen im leichten Regen auf dem Weg zum Einkaufen. Es ist kurz nach 9:00 Uhr.

 

5. Ich versuche, gut für den Urlaub zu planen. Diese Auswahl überfordert mich jedesmal!

 

6. Schon lange gehen die Jungs sehnsüchtig an der vorbei und ich habe sie lange vertröstet.. Jetzt! Bald. Ich bin gespannt. Vielleicht schaffen es ja ein paar Fotos auf den Blog?

 

7. Plötzlich scheint die Sonne!
Und das Licht zaubert wunderschöne Herbstbilder.
In welchem Alter hört man auf, Kastanien faszinierend zu finden?

  

 

8. Mein Mann versucht, ein biometrisches Foto für den Reisepass zu machen. Haha…

 

9. Morgen treffen sich wieder die MOPS-Mamas und es gibt Apfelkuchen.

 

10. Hausaufgaben.
Üben fürs Diktat.

Was er für schöne lange Finger hat!

 

11. Es gibt Brokkoli-Kartoffeln-Haferflocken-Brei.
Jari fängt langsam mit Toastbrot an… die Brei- und Flaschenzeit könnte bald ein Ende haben.
Naja.. vielleicht sollten wir warten, bis wenigstens ein Zahn da ist.

 

12. Gefühlt tue ich 10 Dinge gleichzeitig und doch nicht genug – vielleicht, weil da so ein kleiner Mensch an meinem Bein klebt?

 

Viel Spaß bei allen „12von12″ern, die es heute so gab. Eine Liste findet ihr hier!

 

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Alltags-Schätze

Liam hat einen Freund zu Besuch, Emilian macht Hausaufgaben und ich ruhe mich auf der Couch aus und berichte von unserem Alltag. Von unserem sehr ruhigen Alltag.

Heute war ich mal einkaufen, während die Kinder in Schule und Kita waren. Ich hab ein paar schöne Geschenke gefunden, aber zwei Stunden laufen reicht mir dann auch.

Emilian beneidet seinen Bruder, der drei Tage krank zuhause bleiben konnte, aber nach den zwei Fehltagen in der letzten Woche hat er deutlich mehr Hausaufgaben und ich hoffe, er denkt nochmal darüber nach.

Wir zählen die Tage bis zu den Ferien!
Emilian lernt viel und ich bin so stolz auf ihn.
Er ist ein fröhliches, beliebtes, aufmerksames Schulkind.


Wir haben über ein mögliches Konzentrations-Problem geredet und ich habe bemängelt, dass er oft Dinge vergisst, die er eigentlich machen sollte. Er sagte, in der Schule kann er sich alles merken, was er machen soll.
Den Eindruck habe ich zwar auch, das hilft mir aber nicht zuhause. Da ist mal wieder eine Belohnungs-Liste fällig…

In Mathe fängt er schon mit ersten Rechenaufgaben an, in deutsch liest und schreibt er ganz ordentlich. Ich liebe es, seine Hefte durchzublättern, seine Schrift anzugucken und seine Sätze zu lesen.

Er  ist fleißig und kaum schusselig, Schönschrift schreibt er vielleicht nicht, aber er ist ein Junge und ich beschwere mich nicht.

Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ein Kind so schnell Lesen und Schreiben lernen kann. Er ist jetzt groß!
Er kann Einkaufszettel und Briefe schreiben und liest das Buch weiter, wenn ich zu lange Pause mache!

Liam weinte am Sonntag Abend viel, weil er Ohrenschmerzen hatte. Sowas kannten wir bei ihm noch nicht und wussten auch erst nicht, woran wir sind. Liam ist „himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ in zwei Sekunden. Er kann brüllen vor Trauer oder Wut – und im nächsten Moment keine Luft bekommen, weil er so sehr lachen muss. Er kann ärgerlich Spielzeug durch die Luft schmeißen oder seinem Bruder in den Rücken beißen – oder er kann ganz allein für die komplette Familie den Tisch decken und Abendbrot vorbereiten. Er kann mit Sonnebrille auf der Nase und Gitarre in der Hand singen, dass die Wände wackeln, minutenlang eine Strophe in Endlosschleife –  oder er kann sich gelangweilt auf den Boden werfen und im Elend der Welt versinken. Er kann in Unterhose auf dem Tisch stehen und Geschichten in blühender Fantasie erzählen – oder er kann vor Schüchternheit versinken, ohne einen Pieps zu sagen.
Liam hat so viel Energie und Stimmung, das reicht für eine ganze Gruppe. Er ist kein Baby mehr – aber muss man sich das bei den jüngsten Kindern nicht auch noch sagen, wenn sie 18 sind?
Liam wird bald 5 und großer Bruder zu werden, wird ihm sehr gut tun. Er liebt das Baby jetzt schon und ich denke, das wird ihm leichter fallen, seinen Platz abzugeben. Er wird in seiner Rolle als Großer aufgehen.

Manchmal finde ich es schade, dass die Schule die beiden Jungs so „getrennt“ hat. Sie lieben und vermissen sich sehr und die Nachmittage verbringen sie zusammen, aber irgendwie ist jetzt was anders. Bei den Hausaufgaben muss Liam verschwinden, damit keiner den anderen ablenkt. Er liebt es, Emilians Stifte anzuspitzen und ist sein persönlicher „Schul-Stift-Anspitzer“. Er schreibt und übt gern mit dem großen Bruder, aber die zwei Jahre sind eben zwei Jahre.

Was auch immer das Baby an neuer Stimmung und Energie mitbringen wird – die beiden Brüder werden sich haben und sich auch brauchen.

Ja.. das Baby.
Wir sind fast mit allen Vorbereitungen fertig und das fühlt sich gut an. Auch, wenn ich noch 4 Wochen Zeit habe, kann man ja den genauen Termin nie wissen. Und falls es eben mal schnell geht, steht das Bett und der Kinderwagen und der Wickeltisch und die Babykleidung bereit.

Die Hebamme und der Arzt sind zufrieden mit allen Entwicklungen. Ich habe Zeit zum Ausruhen und schaffe aber noch viel. Dass sich die Schwangerschaft dem Ende naht, merke ich aber auch und ich bin bereit. Besonders am Abend, wenn ich immer ruhiger werde, wird das Baby aktiv und haut mit Ellenbogen und Knieen um sich. Manchmal zähle ich schon die Abstände, wenn es im Bauch zieht – und manchmal kann ich mich ins Bett legen und durchschlafen, als wäre nichts. Ich bin sehr gespannt!
Im Freundeskreis sind bereits 5 Babys in den letzten Wochen geboren. Auf eins warten wir gerade und das übernächste ist dann unseres!

Die beiden ersten Geburten gingen so schnell und waren „eigentlich okay“ – wenn man das mal mit ein paar Jahren Abstand sieht. Jetzt habe ich nicht richtig Angst, weil ich denke, dass es wahrscheinlich wieder schnell vorbei sein wird, aber Respekt habe ich doch. Das Wann und Wie und Wo ist so unsicher…

Im Moment kann ich es kaum erwarten, mich wieder ordentlich zu bücken, zu drehen, zu bewegen. Und die Freude auf das Kleine wird immer größer!

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Ein bißchen Alltag mit den besten Muffins

Wie schön war die Sonne in den letzten Tagen! Da hat mich fast die plötzliche Eiseskälte gar nicht gestört. Jetzt ist es etwas wärmer in Berlin, es ist nass und grau und ich würde am liebsten den ganzen Tag nur schlafen…
Dass der Arzt mir geraten hat, etwas ruhiger zu machen, macht es auch nicht besser. Irgendwie muss ja doch was gemacht werden, aber ich hab eben die Ausrede, ruhiger zu machen, auch mal den Mann zum Bringen und Abholen zu schicken und einfach mehr rumzusitzen. Und das macht dann wieder müde…

In der letzten Woche haben wir Laternen gebastelt. Im letzten Jahr gab es für Emilian eine very very last-minute TetraPak-Laterne, von der er das ganze Jahr geschwärmt hat. Also haben wir vor dem Laternenfest 4l Saft getrunken und dann gebastelt. Ich hab die Jungs machen lassen – und sie waren der Meinung, ihre Laternen waren die Schönsten vom ganzen Fest!

In Liams Gruppe fand kein gemeinsames Kaffee trinken statt – wir trafen uns einfach im Halbdunkeln mit unzähligen anderen Eltern, Erziehern und Kindern im Kita-Hof. Nach ein paar Liedern, die ein paar Erzieher wohl irgendwo in der Masse gesungen haben, ging der Marsch los. Das Sankt Martins Pferd samt Reiter, das als Überraschung angekündigt wurde, ist aus irgendwelchen Gründen nicht gekommen. Von dem üblichen Laternenweg kann man sich an jeder Ecke von der Gruppe trennen und zu unserem Haus abkürzen. Na, und an der zweiten Ecke war es uns dann zu langweilig und zu kalt und so sind wir dann nach nichtmal einer Stunde wieder nachhause gegangen. Ratet, wer die Laternen trug… Aber: Wir haben selbst gebastelt, ich habe mich für Laternen und Stäbe nicht in Unkosten gestürzt und wir hatten immerhin einen kleinen Umzug.

Wir haben gestern über eBay Kleinanzeigen eine süße Babyjacke und ein ganz tolles Stubenbett für die untere Etage bekommen. Es freut mich, dass der kleine Beebi-Bruder präsenter im Alltag wird und mit jedem Tag mehr willkommen ist. Ich hab das Gefühl, sobald das Bettchen oben steht und ich die Tasche fürs Krankenhaus gepackt habe, geht es los. Also warte ich mal lieber noch..
Der Bauch ist noch nicht riesig, finde ich. Aber langsam verabschiede ich mich von den angenehmeren 8 Monaten… und watschele in die letzte Runde.

Ich hab die erste Weihnachtsdeko aufgehängt, gestern haben wir einen gemütlichen Nachmittag mit 5 Kindern bei Freunden verbracht, wir haben schon Kekse gebacken, ich war mit einer Freundin bei IKEA frühstücken – und alles obwohl Liam seit drei Tagen mit Rotznase zuhause hängt. Aber Liam braucht keine Unterhaltung, er liebt es, das Haus mal für sich zu haben! Er sortiert seine „Kumpel“ (Autos), diskutiert wilde Rennen und singt aus vollem Hals mit Mikro und Gitarre seine Lieder.

Emilian arbeitet fleißig an den ersten Wochenplänen. Jeweils für Mathe und Deutsch hat er ungefähr 5 Seiten, die er in 7 Tagen schaffen muss. Und dieses „Können“, aber nicht „Müssen“ ist nicht so sein Fall, weil er muss ja jetzt nicht, und „ICH kann das bestimmen, Mama!“ Er liest sehr gut und gerne, er kann das Rechnen kaum erwarten, aber dieses schön schreiben von immer wieder den Zahlen und Buchstaben geht ihm schon auf die Nerven. Na, Übung macht den Meister, oder?

Vor ein paar Tagen hatte ich Lust auf Schoko-Muffins. Auf einfach schnelle, süße Muffins, mal nur für uns, für die ich alle Zutaten sofort da habe. Ich fand sofort ein Rezept und habe die Muffins seit dem schon mehrmals gebacken.
Heiß aus dem Ofen mit Vanilleeis….

Schokoladenmuffins 

(Aus dem Rezept bekommt ihr 12 Monstermuffins, oder auch ungefähr 20 normale Muffins.)

Zutaten

250g Mehl
150g Zucker
2EL Kakaopulver
2TL Backpulver
1/2TL Natron
200g gehackte Schokolade oder Schokotropfen
250ml Milch
90ml Ol
1 Ei

Zubereitung

Alle trockenen Zutaten werden vermischt, danach kommt die Milch, das Öl und das Ei dazu. Gut verrühren. Dann kommt noch die Hälfte der Schokolade dazu.

Der Teig kommt dann in die Muffinförmchen, die andere Schokolade wird obend drauf gekrümelt. Die Muffins werden bei 150 Grad Umluft ca. 20 Minuten backen.

Zack – das war’s schon!
Probiert es jetzt gleich aus.
Guten Appetit!

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12 von 12 im Oktober

Also… wenn ich heut die Kinder nicht gehabt hätte, wäre ich bestimmt im Bett geblieben. So ein nasser, grauer, kalter Oktobertag… Gar nix für mich! Da helfen auch keine Gummistiefel und kein Kaffee und keine Schokolade und kein Netflix.

Ich war viel unterwegs heute und bin mit dem Auto mindestens 4x bei uns zuhause losgefahren und wieder eingeparkt. Keine Pause, kein Mittagsschlaf, viele kleine Wege. Immer wieder habe ich auch vergessen, Fotos zu machen.
Dafür bin ich jetzt, kurz nach 20:00 Uhr, schon im Bett und die Jungs schlafen! Das haben wir mal gebraucht!

1. Der erste Weg mit Emilian.
Müde, dunkel, kalt, früh.

 

2. Mein Mann ist dienstlich in Kairo unterwegs und schickt ein Foto.

 

3. Für ein paar Minuten gibt es Internet und wir tauschen kurze Sätze aus.

 

4. Diese Gummistiefel müssen heut einfach aufs Foto!

 

5. Ich habe Liam für die Herbstferien abgemeldet. Weil seine Kita morgen und übermorgen geschlossen ist, hat er heute seinen letzten Tag vor einer langen Pause.

 

6. Ich besorge Medizin für eine Freundin und entdecke lustige Postkarten in der Apotheke.

 

7. Hausaufgaben. Die ersten Worte!
Er ist müde, gibt sich aber viel Mühe.

 

8. Ich kaufe Vitamine. Muss sein.

 

9. Wir sind bei meinen Schwiegereltern eingeladen. Die Kinder werden bespaßt und ich werde verwöhnt.

 

10. Im oberen Stockwerk feiern vier Kinder eine Knicklicht-Party!

 

11. Und der lange freie Abend gehört nur mir!

 

12. Währenddessen gucke ich meine Serie weiter. Ich liebe liebe liebe es!

 

Bei Caro in der Liste findet ihr mich und viele, viele andere Blogger. In einigen Teilen Deutschlands gab es heute wohl auch Sonne.

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Nach 4 Schultagen

Nach der Einschulung, die mich ziemlich überrascht hat und die ja so entspannt war, hatte ich kaum mehr Sorgen wegen der Schule und so. Aufgeregt war ich schon. Das ist ja auch immerhin ein riesiger Schritt!

Ich hab mir in den letzten Wochen mal bewusst gemacht, dass ja die Kindergarten-Zeit eigentlich so kurz ist und bei vielen auch schnell aus der Erinnerung verschwindet – dagegen ist die Schulzeit gefühlt ewig und bleibt auch ewig in Erinnerung – gut oder schlecht.
Als ich das festgestellt habe, wurde für mich dieser Wechsel leichter. Die Kindergarten-Zeit war schön und behütet und eine gute Voraussetzung. Emilian konnte in Ruhe und Sicherheit wachsen und lernen. Er wurde angenommen und herausgefordert. Eher diesem heilen Umfeld trauere ich wohl hinterher…

Emilian war am Montag morgen wieder früh wach und fertig angezogen. Wir alle haben uns gleichzeitig fertig gemacht und hatten viel Zeit. In die erste Brotbox kam ein Apfel, ein Müsliriegel, ein Brot mit Käse und eins mit Marmelade. Ich frage ihn, was da rein soll und wir probieren, was schmeckt, was zu viel ist und was sich vielleicht auch gut tauschen lässt.
Die Schultasche war schon gepackt, da musste ja eigentlich noch nichts rein.

Bis zur Ecke gingen wir zusammen, der Abschied war kurz schwer und dann bin ich mit Liam Richtung Kita gegangen und die anderen beiden Richtung Schule.

Als ich den Mann zum Frühstück wieder zuhause traf, fiel mir mit einem riesigen Schreck ein, dass die ganze schwere IKEA Tüte mit allen Heften und Ordnern noch zuhause im Wohnzimmer stand. Mein lieber Mann scherzte, wie schlecht es unserem Kind jetzt gehen würde, am ersten Tag gleich ohne Unterrichtsmaterialien da zu stehen…
Mir war schon klar, dass die Klasse wahrscheinlich weder am ersten Tag gleich loslegen und schreiben würde – noch wollte ich die Mutti sein, die peinlich mitten in den Unterricht platzt – also musste ich eben die 3 Stunden aushalten.

In der kompletten ersten Woche war der Unterricht erst wegen Eingewöhnung, später wegen Hitzefrei schon um 11:45 Uhr vorbei. Uns blieb also zwischen dem Schulanfang um 8:45 Uhr (auch noch Eingewöhnungsphase) mit 15-minütigem Schulweg zurück und wieder hin nicht so viel Zeit an den Vormittagen. Manchmal fuhr ich mit dem Fahrrad, dann saß Emilian auf dem Rückweg im Korb. Liam wurde dann kurz vor 13:00 Uhr abgeholt… Für mich fühlt sich diese Woche wie ein Marathon an und meine Knochen und Muskeln beschweren sich bereits.

Ich konnte es also am ersten Tag kaum abwarten, mit der großen besagten IKEA Tüte zur Schule zu laufen.
Mit anderen Mamas und Papas – wir sehen uns jetzt fast alle zweimal täglich – stand ich vor der Klassenzimmertür.
Die Tür ging auf und kleine Menschen mit großen Taschen auf dem Rücken, mit müden Augen und roten Wangen, stolperten uns entgegen. Die Lehrerin sah ähnlich geschafft aus und kam hinterher, um die Eltern zu begrüßen.

Ich ging mit Emilian in den Klassenraum, um endlich sein Fach einzuräumen und natürlich war es kein Problem. Ganz stolz zeigte er mir seinen Platz, sein Foto an der Wand und sein Fach. Er ist in dieser Woche ein richtiger großer Erstklässler geworden!

Für seine Begriffe geht die Schule zu langsam. Am ersten Tag sollten sie als „Hausaufgabe“ fertig malen, was in der Schultüte war. Grundsätzlich hat er die Hausaufgaben bereits in der Schule angefangen und beendet zuhause nur noch.

Am zweiten Morgen fehlte ihm ein bißchen die Lust, sie würden ja eh noch nichts lernen. Es gab noch keinen Fach-Unterricht, sondern nur Zeit im Klassenraum mit der Lehrerin.
Viele Zettel für Mama in der Postmappe und dann unterschrieben wieder zurück, darum musste er sich kümmern und das hat er sehr sorgfältig und pflichtbewusst getan. Er konnte mir auch zu jedem Zettel ganz genau erklären, worum es ging. Büchereiausweis, Einverständniserklärungen, Zahnarztbesuch… Als für ein besonderes Hausaufgabenheft 3,30 Euro in einem Umschlag in die Postmappe gesteckt werden sollte, suchte er sein eigenes Geld zusammen, kam auf  3,24 Euro, suchte in meinem Geld nach 6 Cent und steckte das Geld in den Umschlag.
Er erledigt seine Aufgaben lieber gleich, am besten noch auf dem Schulhof oder zumindest vor dem Schuhe ausziehen zuhause.

Das sind die Aufgaben, die er mitbringt.
Auf die Geschichten müssen wir etwas länger warten.
Auf dem Nachhauseweg haben wir viel Zeit und Ruhe. Ich liebe das – und dann erzählt er, dass ein Mädchen gespuckt hat, dass ein anderes gleich Geburtstag hatte, dass er die Namen der Jungs schon viel besser kennt und dass zwei Kinder die gleiche Schultasche haben. Fragen stellen bringt nicht viel, so schwer es auch ist.

Kleine Details kommen viel später, meist abends im Bett, zusammenhanglos und ganz von allein. Dann erfahre ich, dass es einen Handpuppen-Fuchs für die Klasse gibt, der Fridolin heißt. Und dass er lieber kein Joghurt in der Brotbox möchte, weil ein anderer Junge sagt, das dürfe er nicht. Er erzählt, dass er in der Hofpause am Rand steht und sich langweilt, weil er nicht mag, dass Sand in seine Schuhe kommt. Sehr dankbar war er, als ich vorschlug, dass er eben Socken und feste Schuhe anziehen könnte… trotz 30 Grad.
Ich wünsche mir, dass ich diese Zeit und Ruhe und Geduld lange, lange beibehalte, um zuzuhören, wenn es dran ist und da zu sein, wenn ich gebraucht werde!

 

Heute gab es dann endlich Hausaufgaben!

Und heute fand auch die erste Sportstunde mit einer anderen Lehrerin statt, sie spielten – wie sollte es anders sein? – „Feuer, Wasser, Sturm“.
Morgen werden wir einen kleinen Stundenplan an sein Bett hängen. In der nächsten Woche werden die Stunden und Fächer voraussichtlich mehr nach Pan ablaufen.

Einerseits bin ich unglaublich stolz und glücklich, dass Emilian gut in seiner Schule und in der Klasse angekommen ist, dass er da seinen Platz zu haben scheint, dass er über seinen Schatten springt, am Leben der anderen teilnimmt und dass er dieses große, unfassbare „Schul-Dings“ zu verstehen lernt.
Heute sagte er: „Frau A. (Sekretärin) ist die Königin der Schule.“

Andererseits war diese Woche für mich auch voller Kindheitserinnerungen, obwohl ich selbst in einer Grundschule gearbeitet habe.
Feuer, Wasser, Sturm spielen, am Ende des Tages den Stuhl hochstellen, Hofpause… viele Kleinigkeiten, die mich an meine Schulzeit erinnern.

Emilian hat ja nun schon zur Einschulung gezeigt, dass er diesem schüchternen, stillen Mädchen, was einst seine Mama war, einiges voraus hat.
Und ich wünsche ihm so sehr, dass Schule aufregend, schön und spannend wird – und bleibt. Dass er jetzt schon für das Leben lernt und den Bezug zum Alltag sehen kann. Dass er Kontakte und Freundschaften knüpfen kann, die bis zu 30 Jahren halten könnten. Dass er sein schelmisches Grinsen, seine schlauen Antworten, sein lautes Lachen, seine kleinen Witze und sein großes Interesse am Leben  behält.

Ich kann euch nur sagen: Ich bin so gespannt!

Und sonst so?
Liam geht gern und ohne Probleme in die Kita. Er erzählt viel und für ihn ist seine Gruppe und seine Kita ganz wichtig.
Zum Mittag braucht hier erstmal jeder von uns seine Ruhepause – aber am Nachmittag hängen unsere Jungs mehr als sonst aufeinander, was nicht selten zu kleinen Kabbeleien und Tränen führt. Aber trotz allem lieben sie sich und Liam verbringt 80% des Nachmittags damit, laut und ohne Luft zu holen über Emilians Späße zu gackern.

Heute haben sie für uns alle das Abendbrot vorbereitet und den Tisch gedeckt, mit Kerzen und Getränken und geschnittenen Möhren und Nachtisch! Das war so süß und wunderbar und in diesem gemeinsamen heimlichen Plan sind sie so aufgegangen!

Am Abend – bei der nächsten Kabbelei – hat sich Liam ein Loch in die Zunge gebissen und ordentlich geblutet. Emilian weinte vor Schreck mit und als der erste Schock vorbei war, durften sie beide ein Eis lutschen und das Gegacker ging von vorn los.
Brüder eben.

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