05. Januar 2026
Am 5. eines Monats möchte ich euch erzählen, was ich eigentlich so den ganzen Tag gemacht habe.
Falls jemand fragt:
„Was macht du eigentlich den ganzen Tag?“
WMDEDGT?
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Heute war ein entspannter Tag.
Aber bevor ich von heute erzähle, muss ich von den letzten Tagen berichten!
Wir wohnen nämlich mitten im Gebiet des großen Stromausfalls in Berlin! Dort gab es Samstag sehr früh einen Brandanschlag – von dem wir erstmal gar nichts mitbekommen haben.
Unser WLAN ging nicht – das kommt schon mal vor. Die mobilen Daten gingen auch nicht. Das ist selten. Aber wir genossen ein ruhiges Frühstück ohne Ablenkung.
Dann klingelte es an der Tür. Eine Freundin fragte, ob wir auch Stromausfall hätten. Ihre Rollläden gingen am Morgen nicht nach oben und sie sitzen in Dunkelheit und Kälte.. das war der Moment, an dem wir merkten, dass eine größere Sache dahinter steckte. Wir waren am Abend mit 4 Paaren zu einem Ehe Workshop verabredet und hatten nun alle keinen Empfang. Wir beschlossen, uns am Nachmittag nochmal zu besuchen.
Kurz danach klingelte eine andere Freundin und erkundigte sich, ob alles gut sei. Wir waren noch amüsiert – aber dann erzählte sie uns von dem Anlass – sie wohnt nämlich fast neben dem großen Kraftwerk, wo es passierte – aber sie und wir hatten Strom. 55.000 Haushalte in unserer Umgebung aber nicht. Es stellte sich heraus, dass wir ganz knapp an der Grenze wohnten – es aber viele unserer Freunde betraf. Auch die zweite Freundin sollte am Abend mit ihrem Mann zum Ehe Abend kommen. Wir stellten fest, dass wohl auch die Kapelle ohne Heizung und Strom sei und verabredeten uns, gegen 17 Uhr nochmal zu sprechen.
Wir hatten Heizung, Frühstück, einen warmen Kaffee – nur absolut keine Verbindung zur Außenwelt. Noch dazu kam, dass in der Nacht mächtig Schnee gefallen war. Und es schneite immernoch. Eine absolute Besonderheit in Berlin. Ein Paar vom Ehe Abend wohnt in Teltow und war nicht betroffen. Die anderen beiden wohnen genau in der Mitte des Stromausfall-Gebietes. Wir konnten sie nicht erreichen und machten uns also zu Fuß mit dem Schlitten auf den Weg. Es fühlte sich sehr abenteuerlich an.
Wir kamen an den Straßen vorbei, wo absolut kein Licht brannte. Keine Weihnachtsbeleuchtung, keine Ampel, nichts. Als wir vor dem Haus unserer Freunde standen, funktionierte natürlich die Klingel nicht. Aber wir konnten sehen, dass sie nicht da waren. Und kein Handy Empfang. Ich entdecke eine Nachbarin und fragte, ob ich eine Nachricht hinterlassen konnte. Ich holte einen Stift aus dem Kinderwagen und fand aber keinen Zettel. Kurzerhand fischte mein Mann eine alte Pappe aus der Mülltonne am Gartenzaun und darauf schrieb ich im Schneetreiben meine Nachricht. Das war vielleicht verrückt! Die Nachbarin nahm meine Pappe und wir zogen weiter. Andere Freunde trafen wir vor ihrem Haus. Wir grüßten uns zum neuen Jahr und erfuhren wieder einige Neuigkeiten. Der Ehe Abend, der Gottesdienst und sogar der Schulstart war unsicher. So eine Krise gab es lange nicht.
Bei den Schwiegereltern konnten wir auch nicht klingeln. Im 3. Stock konnten wir nichts erkennen und hofften also, dass es ihnen gut ging oder dass sie vielleicht bei Freunden Unterschlupf gefunden hatten. Das letzte Paar informierten wir auch. Auch sie hatten verschlossene Fenster, froren in der Wohnung und waren unterwegs zu den Eltern.
Auf unserer Straßenseite konnten wir kurz das gratis WLAN eines Geschäftes nutzen und stellten fest, dass sämtliche Chat-Gruppen voll mit Nachrichten waren. Familie und Freunde erkundigten sich nach uns, die Kirchengemeinde versuchte herauszufinden, wie wem geholfen werden konnte – und dann in unserem Haus konnten wir wieder keine Nachrichten empfangen. Es war ganz merkwürdig, weil wir im Warmen saßen – komplett ohne Empfang – und wir wussten aber, dass viele unserer Freunde Sorge hatten und froren, nicht schreiben konnten und sich nicht nur um ihre Tiefkühl-Produkte kümmern mussten. (Eine Freundin erzählte später, dass sie eine Schüssel Schnee zum Kühlen in den Kühlschrank gestellt hat. Wie schlau!)
Gegen Samstag Nachmittag war unser WLAN wieder da – und seit dem rollt eine riesengroße Welle der Hilfsbereitschaft und Sorge durch unsere WhatsApp Gruppen!
Die, mit Strom, Internet und Wärme, besuchen die, die betroffen sind. Wir tauschten Essen, heißes Wasser, Handy Charger, Kerzen und Gas Kartuschen. Wir boten Betten und Dusch Plätze an. Wir gingen unsere Kontakte durch, um möglichst niemand zu vergessen.
Um das alles ein bisschen zu kürzen: Sonntag Mittag gab es bei den ersten Familien wieder Strom. Dann kamen auch die mobilen Daten. Die Schule, die erst bis Donnerstag geschlossen sein sollte, startete wieder. Bis spätestens Donnerstag sollen die letzten Familien und Haushalte mit Strom versorgt werden. Das ist wirklich lang. Selbst 24h sind lang, wenn draußen Minusgrade herrschen und es kaum helle Tagesstunden gibt!
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Zurück zu heute:
Ich bin schon gegen 8.00 Uhr wach, bleibe aber noch liegen, weil die Tochter neben mir so schön schläft. (8 Uhr ist früh im Vergleich zu den Ferienzeiten!) Im Bett am Handy schreibe ich einige Nachrichten und checke die aktuelle Lage! Unverändert arbeiten die Kräfte dafür, dass die Leitungen repariert werden. Viele, viele Menschen frieren weiter.
Der Mann hat die drei Jungs geweckt und in die Schule geschickt, das hat alles entspannt und ruhig geklappt. Die beiden Großen nehmen den Bus, weil es so kalt und glatt ist. Ich stehe auf, als das Mädchen wach wird. Gestern Abend habe ich unten gründlich aufgeräumt und sauber gemacht – ich freue mich also sehr, in eine schöne untere Etage zu kommen. Nach den Ferien ist das nicht selbstverständlich…
Wir frühstücken – und ich vergesse, mir einen Kaffee zu machen! Das merke ich erst gegen 18 Uhr, denn für den Nachmittagskaffee ist irgendwie auch keine Zeit. Das ist mir auch noch nie passiert!
Am Vormittag gehe ich mit dem Mädchen einkaufen. Nach den Ferien und dem aufregenden Wochenende sind einige Grundnahrungsmittel alle. Es ist so schön draußen, hell und weiß. Wir kaufen ein, bringen den Einkauf nachhause. Ich bereite eine große Quiche auf dem Kuchenblech vor – mit 2 Rollen Blätterteig als Boden – dann packe ich uns wieder ein, um in andere Läden zu gehen und dann den Sohn abzuholen. Das Mädchen läuft fröhlich durch den Schnee. Sie ist echt so gerne draußen!
Unterwegs treffe ich eine Freundin, und ich setze die Kleine in den Kinderwagen, damit wir ein Stück zusammen laufen können. Dafür, dass wir die meisten Freunde vor Weihnachten zuletzt gesehen haben, ist echt viel passiert.

Ich kaufe ein kleines Mikrofaser Handtuch für den Sohn. Er bekam eins zu Weihnachten, aber im Schwimmbad ist es sofort verloren gegangen. Bzw. ist es verschwunden, denn ein anderes Kind hat es mit Sicherheit verwechselt und mitgenommen. Außerdem kaufe ich Backofen-Reiniger, denn seitdem die Jungs sich immer mal wieder in der Küche ausprobieren, sieht es dort sehr interessant aus.
Ich kaufe auch Fenster-Stifte, denn die Freundin, bei der wir Silvester gefeiert haben, hatte so schöne dekorierte Fenster! Ich möchte das auch mal probieren. Grundsätzlich nehme ich mir vor, mehr wegzuwerfen, auszusortieren und Platz zu schaffen. Und dann ist Deko AM Fenster eben schöner, als Deko VOR dem Fenster.
In den nächsten Monaten wollen wir weitere Räume neu gestalten oder umgestalten – da hilft es dann, wenn Schränke und Fächer vorher schon sortiert sind. Weniger ist mehr und Freiraum für ruhige Raum-Atmosphären – das versuche ich.
Ich schreibe mir eine Liste ins Handy, wo ich aufräumen und aussortieren möchte. Bei Instagram habe ich das hier geschrieben – und so möchte ich versuchen, in den Wintermonaten einfach eine schöne Ruhe zu schaffen:

Es dauert lange, bis ich mit dem Sohn wieder zuhause bin. Unterwegs hat die Kleine geschlafen und ist wieder wach. Zuhause ist ein anderer Sohn auch da – als wir kommen, essen wir zusammen Mittag. Nach dem Essen machen die Jungs Hausaufgaben, einer backt Kekse, wir hören TKKG Hörspiele und ruhen uns aus. Der Mann sprayt den Backofen mit Schaum ein und lässt es einwirken. Ich melde die Jungs für den Sommer fürs erste Camp an. In den Chats geht es noch immer hoch her.. es ist nun der 3. Tag ohne Strom und Heizung für viele Betroffene.
Der Große kommt spät von der Schule und muss auch kurze Zeit später wieder los zu einem Treffen der Royal Ranger Leiter. Es ist so kalt draußen! Ich laufe nochmal schnell alleine los und bringe ein Paket weg.

Danach spiele ich mit dem Mittleren eine Runde Dart. Das macht so Spaß, denn wir sind beide gar nicht schlecht. Am Abend kommen kurz Freunde vorbei, mit denen wir etwas besprechen.
Danach gibt es Abendbrot. Die Kinder sind schön müde nach dem ersten Schultag. Wir reden viel, der Mann liest aus unserem Weihnachtsbuch weiter. Wir sind noch nicht fertig geworden. Der Abend wird nochmal richtig wild und lustig. Der Mann spielt laut Klavier. Der Kleine hüpft mit der Schwester durchs Wohnzimmer. Ich wische den Backofen aus, während der Mittlere die Küche aufräumt und der Große den Müll rausbringt. Der Sport in der Kapelle, zu dem ich sonst jeden Montag Abend gehe, fällt aus, weil die Kapelle noch vom Stromausfall betroffen ist.
Es wird 21.00 Uhr, aber die Kinder sind schnell in den Betten. Das war ein schöner erster Schultag!
Lest hier gern mehr über andere Blogger, die den 5. Januar beschrieben haben. (Werbelink)
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