Vorfreude

Morgen werden wir endlich zum ersten Mal im eigenen Haus und zum ersten Mal mit unseren beiden Söhnen unser eigenes Weihnachtsfest feiern und unsere Geschichte schreiben.

Ich denke so gerne an die Weihnachtstraditionen in meinem Elternhaus, die es gibt, seit wir Weihnachten im eigenen Haus feiern:

Immer erst kurz vor Heilig Abend wurde der Baum geholt und geschmückt – später haben das sogar meine kleinen Geschwister gemacht. Durch die geriffelte Glastür zum Wohnzimmer konnten wir den Schein der Lichter vom Baum sehen. Alle gaben ihre Geschenke an Papa ab, der sie dann unter den Baum legte.
Meist kam Besuch zum Heilig Abend, dann wurde manchmal auch noch davor gegessen – die Spannung war für uns Kinder kaum auszuhalten.
Wenn die Tür geöffntet wurde und ein Lied, das wir alle kannten, gespielt wurden, durften wir kommen. Und als wir dann kamen, empfing uns eine feierliche, warme, wunderbare Athmosphäre von Licht, Wärme, Überraschungen, Kerzen und Musik. Dieses eine Lied wurde jedes Jahr zu Weihnachten gehört, es geht fast 5 min. und in dieser Zeit saßen wir einfach nur da, lächelten uns an und staunten. Auf dem runden Tisch standen jedes Jahr die „bunten Teller“ – Teller voll mit Leckereien für jeden von uns. Und heimlich versuchte man schonmal, Blicke auf die Geschenke unterm Baum zu werfen. Doch erst wurde zusammen gesungen, früher haben wir Gedichte gelernt, später auch selbst geschrieben, manchmal las irgendjemand eine schöne Weihnachtsgeschichte oder wir lasen alle zusammen.

Wenn dann die Zeit für die Bescherung war, stürzte niemand sofort los – obwohl es alle wahrscheinlich gern getan hätten! Schließlich wollten wir endlich wissen, wem die schönen verpackten Geschenke gehörten, die da schon lagen…
Meistens fing meine kleine Schwester dann an, weil sie es einfach nicht mehr aushalten konnte. Die Geschenke wurden weitergegeben – entweder verteilte jeder seine an die anderen oder einer krabbelte unter den Baum, suchte Geschenke und gab sie dem, dessen Name darauf stand.

Und das ging dann eine ganze Weile so. Jeder war mit sich und den Geschenken beschäftigt. Meine Mama stellte immer schon einen großen Wäschekorb für allen Müll bereit – in manchen Jahren fanden wir dort später sogar noch Geldscheine..
Meist standen die größeren Geschenke am Rand des Raumes und wurden erst ganz zum Schluss entdeckt, weil sie unter Decken oder Tüchern versteckt waren.

Wenn man nicht mit dem Auspacken hinterherkam, stapelten sich die Geschenke um einen herum. Man sah links und rechts, was die anderen so bekamen und es herrschte einfach ein fröhliches Gewusel.Und irgendwann saß dann jeder mit dem Lieblingsgeschenk oder mit den vollen Tüten und man naschte vom Teller,
man erzählte Geschichten, wie es zu den Geschenkideen kam, man las schonmal die ersten Seiten des neuen Buches, zog neue Kleidung an…

Auch jetzt, wo wir schon Kinder haben, ist es noch so. Natürlich sind wir erwachsen und man zeigt Spannung vielleicht nicht mehr so.. aber man möchte genau so gern wissen, auf welchen Geschenken der eigene Name steht.

Ich freue mich schon sehr darauf!
Vielleicht wird Emilian eines Tages ein kleines Gedicht aufsagen oder ein Musikstück spielen..
Ich freue mich auf dieses verrückte Gewusel, wenn jeder einfach nur glücklich ist und allen seine Geschenke zeigen möchte, wenn eigene Geschenke gut angekommen sind und besonders, wenn die Kinderaugen strahlen und die Kinderhände das Papier abreißen und…

Ein frohes Weihnachten mit glücklichen Gesichtern wünsche ich euch!
Danke, dass ihr meinen Blog lest!

Comments

  1. Hannah says:

    Frohe Weihnachten!

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