Und sonst?

Ich frage mich in letzter Zeit öfter, was ich in meinen Blog schreiben möchte. Obwohl es hier Kindersprüche regnet, möchte ich nicht nur davon erzählen.
Liam geht ein bißchen unter, weil hier erstens mehr los ist, weil ich das Wachsen zweitens (leider) nicht mehr so aufmerksam beobachte, obwohl es Unterschiede zwischen den beiden gibt und mir sehr wohl auch über Liam Geschichten einfallen würden. Und drittens frage ich mich, ob es hier „nur“ um unseren Alltag gehen soll, oder ob ich mehr meiner Gedanken mit euch teilen sollte – wobei ich dann erstmal Zeit und Muße bräuchte, um mir Gedanken über irgendwas Sinnvolles zu machen, mir dessen bewusst zu werden und alles in Worte fassen zu können.
Bla.
Gern können dazu Kommentare gegeben werden 😉

Ähm.. wir haben zwei Fiebertage hinter uns und beide Jungs schlafen und schnarchen sich gesund. Liam hatte hohes Fieber, aber scheinbar haut ihn das sehr um, denn er hat sich kaum bewegt, hat sehr wenig Laute von sich gegeben und hat die meiste Zeit am Tag auf meinem Arm geschlafen. Süß! Dass es ihm besser geht, habe ich in der letzten Nacht gemerkt, denn er hat die Ruhe vom Tag in der Nacht nicht mehr gebraucht.. wir aber. Ist ihm doch egal.
Heute ging es ihm besser, morgen werden wir der Sicherheit wegen zum Arzt gehen. Vielleicht kommt noch kurz vor dem Geburtstag der erste Zahn!
Emilian hatte nur kurz Fieber, das war wahrscheinlich Aufregung oder Schlafmangel. Trotzdem wurde er eher quengelig und anhänglich – was bestimmt auch eine Eifersucht auf Liams Dauer-Gekuschel war. Aber heute war ein schöner Tag, Emilian lacht viel, kuschelt auch und spielt schön, er kann sich gut ausdrücken und er nimmt Rücksicht auf Liam.

 

Seit einigen Tagen denke ich über eine „Liste“ für Emilian nach.
Wer hatte das nicht als Kind?
Eine Liste mit Aufgaben, mit Plus- und Minuspüktchen, mit Bienchen, mit lachenden und traurigen Gesichtern, mit Lobpunkten und so weiter…

Mich nervt nämlich sein Getrödel, sein „Nein!“ und „Ja.. aber gleich..“ und sein Gejammer. Ich als Pädagogin denke mir, dass es für ihn (und uns) in manchen Situationen einfacher wäre, irgendwas vor Augen zu haben.
Und dieses irgendwas suche ich noch.
Ich möchte ihn belohnen.. wenn er sich schnell allein anzieht, wenn er sagt, dass die Windel voll ist, wenn er aufräumt. Das sollen einfache Dinge sein, die er verstehen kann und ich möchte das nicht manipulieren können und ihn zum Beispiel belohnen, wenn er „lieb ist“ – weil ich das selbst entscheiden könnte.
Ich möchte auch darauf achten, sein Verhalten nicht mit Belohnung zu erzwingen, nur weil ich möchte, dass es hier sauber aussieht und weil ich entscheide, wann und wo und was aufgeräumt wird. Und ich möchte ihn nicht unbedingt bestrafen, weil traurige Smileys auf solchen Listen nie gut aussehen und weil das Gute ruhig angestrebt werden kann. Um Aufgaben oder Hilfen geht es mir noch nicht, weil ich finde, dass er dazu noch zu klein ist und er mir ohne „Punkte“ helfen darf und soll.
(Gerade redet er oben im Schlaf, vielleicht sollte ich mal lauschen…)
Und wie sieht so eine Liste aus? Gibt es zum Beispiel 5 leere Kreise, die bei Erfolg ausgemalt werden? Oder gibt es Striche? Oder kleine Aufkleber?
(Jetzt war ich doch oben.. er hat mich zwar angeguckt und getrunken, aber einen Sinn hatten die Wörter nicht, die er gesagt hat)
Dann frage ich mich, mit was ich ihn belohnen soll?
Mit Süßigkeiten: Die halten doch nicht lange.. und sind sie ein Anreiz?
Mit Aufkleber-Pünktchen: Nein, weil die dann überall kleben!
Mit Filmen: Ja.. aber danach sind Kinder oft so unausgeglichen und jammern: „Ich will noch eins gucken!“
Mit Hörspielen: Ja.. ist es ihm das schon wert?
Mit besonderen Ausflügen oder Erlebnissen: ???
Mit Geschenken: ???

Ich stelle mir richtig vor, wie ich eine Liste erstelle, mit Fotos von Windel, Kleidung, Spielzeug, damit er auch „lesen“ kann, wie ich die Liste einlaminiere, damit sie evtl. abgewischt und nochmal verwendet werden kann, wie ich sie feierlich aufhänge und hochmotiviert und übersprudelnd vor Begeisterung einweihe und erkläre.
Wahrscheinlich amüsiert sich mein Mann über meine tausend Gedanken, findet sie süß, schlägt was anderes vor, ich finde es logisch und so machen wir es dann…
Mal sehen!
Ich lese in den Kommentaren gern eure Erfahrungen und Vorschläge!

 

Und zum Abschluss die neuen Sprüche:

Von Sonntag zu Montag schlief meine Schwester hier und nachdem erst Papa und dann die Tante zur Arbeit verschwunden waren, saßen wir drei im Bett und ich fragte Emilian: „Und gehen wir jetzt auch arbeiten?“
Und er, mit einem Ton von „Mama-auf-welche-Ideen-kommst-DU-denn?“, sagt: „Nein! Wir sind doch keine Menschen! Ich bin doch noch nicht groß und Liam ist doch noch nicht groß wie Papa!“

Emilian und ich sind unten, ich sitze am Laptop und er spielt neben mir am Drucker. Ich höre mit dem Tippen auf und drehe meinen Kopf zur Tür, weil ich hören will, ob Liam oben weint.
Emilian hört auch auf und sagt: „Ich bin das,  mit dem Quietschen.“

Auf dem Weg nachhause darf Emilian einen besonderen Lolli lutschen. Er packt ihn noch im Lidl aus, steckt ihn in den Mund, beginnt fröhlich zu tänzeln und sagt: „Mmh! Das schmeckt ja wunder-wunder-erdbeer-lecker-gut!“

Papa kommt vom Friseur und fragt Emilian, wie ihm die neue Frisur gefällt.
Und Emilian, ehrlich und amüsiert: „Du siehst lachig aus!“

Er entdeckt meine Schuhe, schlüpft hinein, stolziert weg und sagt trocken:
„Ich klau deine Fußabdrücke. Du musst weinen.“

Comments

  1. […] Idee mit der “Liste” nimmt auch Gestalt an. Ich habe Fotos gemacht, damit Emilian versteht, um was es geht. […]

  2. Elsa says:

    Deine Geschichten sind so großartig, wieso solltest du Themen „an den Haaren“ herbeiziehen? Das ist das Leben und DANKE, dass wir daran teilhaben dürfen. Bleib so wie du bist. Die tiefgründigen Gedanken fließen doch von selbst mit ein!

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.