mamasbusiness

papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

Szenen aus unserem Alltag

auf 25. März 2016

Es gibt Zeiten, da passt dieser Titel einfach ganz gut.

* Nach dieser letzten krassen Woche kamen mir die vergangenen Tage sehr ruhig vor. Am Dienstag, als dann alles vorbei war, hat mein Mann mich zum Frühstück ausgeführt, nachdem die Kinder im Kindergarten abgegeben waren. Und danach hab ich mich einfach auf unsere Couch gelegt und hab geschlafen, vor 12:00 mittags. Was sein muss, muss sein.

 

* Die kleine Feier am Mittwoch Nachmittag mit den beiden Cousinen + Cousin war schön und ein Witz im Vergleich zu den Tagen davor. Ich brachte Reste der Götterspeise und einen Apfelkuchen mit und die Kinder aßen, tobten im Keller, aßen und tobten im Keller. Sie bekamen  tolle Geschenke und waren glückliche Jungs.

 

* Die Übergabe im Kindergarten war in letzter Zeit nicht so einfach für Emilian. Es gibt keinen richtigen Grund dafür.. er sagt, er möchte gern, dass ich bei ihm in der Kita bleibe und er sagt, die Kita sei ihm zu langweilig. Das kann bei einem fast-Schulkind auch tatsächlich stimmen. Wir nahmen uns also Zeit und machten die Abschiede so angenehm wie möglich. Am Montag und am Mittwoch blieb Emilian zuhause, weil seine Gruppe geschlossen oder aufgeteilt wurde, und die Zeit allein zuhause und allein mit uns tat ihm sehr gut. Gerade die großen Kinder haben eher weniger alleine-Zeit mit Mama oder Papa. An der Sache mit dem vollen Liebestank ist echt was dran. Der Abschied am Donnerstag Morgen klappte perfekt und die freie Zeit genießen wir alle jetzt sowieso.

 

* Zum ersten Mal war ich zusammen mit meinen Jungs in einer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete. Zusammen mit einer anderen Kirche ist unsere Kirche Mavuno Berlin sozusagen Initiator einer wöchentlich stattfindenden „Teestube“. Und weil das eben ein lockeres Treffen am Nachmittag ist, habe ich die Kinder einfach mal mitgenommen. Zusammen mit einer Freundin sind wir mit den Fahrrädern dorthin gefahren.
In einem Hinterhof, auf dem ein paar Männer rauchten und Kinder spielten, stellten wir unsere Räder ab. Bunte Zettel mit der Aufschrift „Teestube“ zeigten uns, wohin wir gehen mussten und es erwartete uns ein kleiner Raum voller Menschen. Sofort wurden wir lächelnd begrüßt, wir bekamen Tee und Kaffee und leckere Kuchenspenden eines Bäckers aus der Umgebung.
Um in Ruhe anzukommen und weil an allen Tischen lebhafte Gespräche stattfanden, setzten wir uns an einen freien Tisch. Die Kinder aßen ihren Pfannkuchen, ich trank meinen Kaffee und wir beobachteten die Menschen um uns herum. Junge Mütter mit Babys saßen an dem einen Tisch, junge Männer an dem anderen. In einer Couch-Ecke spielte man irgendein Spiel.
Ich ermutigte meine schüchternen Kinder, draußen nach anderen Kindern zu suchen.. aber zuerst sahen sie zu, was an dem Tisch gespielt wurde.
Wir setzten uns dazu und spielten eine Weile „Schokoladen-Osterhasen schießen“ mit.

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Später gingen wir doch zusammen raus und entdeckten einen Spielplatz. Es war kühl draußen und nur zwei Mädchen kamen mit uns mit. Freundinnen von uns spielten mit ihnen Fangen und ich ließ meine Jungs erstmal allein auf der Rutsche und der Schaukel spielen. Sie sollten sich in Ruhe an die Umgebung gewöhnen, dann würden sie sicher irgendwann selbst ihre ersten Kontakte knüpfen.

Ich war lange nicht mehr mit Flüchtlingsfamilien zusammen und mir fiel auf, wie gut viele von ihnen inzwischen deutsch sprechen konnten. Die Kinder gingen wahrscheinlich zur Schule und sprachen fast fehlerfrei. Und genau das würde es Emilian und Liam dann auch leichter machen.

Sie schossen einen Ball hin und her und später kamen ein paar größere Jungs dazu. Sie waren mit dem Fahrrad zu einem anderen Spielplatz unterwegs gewesen und kamen nun nach und nach nachhause. Fasziniert sahen sie meinen Kindern zu und versuchten, sie zu verstehen. Sie luden uns ein, morgen wiederzukommen. Ein Gespräch war so gut möglich, weil wir in einer Sprache reden konnten!

Zuhause erzählten die Kinder Papa, sie hätten jetzt neue Freunde. Das war es, was sie von diesem Nachmittag mitgenommen haben. Kein „Warum hatten die Kinder FlipFlops an?“, kein „Wohnen die alle da?“ oder so. Sondern: Wir haben neue Freunde!

 

* Die ersten Tage im Hochbett waren neu und ungewohnt für die Jungs. Liam kam, mal mit, mal ohne Decke zu uns getappelt, weil sein Bett ihm zu lang sei.
Emilian schmiß jeden Abend die neue Decke über Board, weil sie seine Büchersammlung im Bett verdeckte… Als wir dann wieder jeden Morgen zu viert im Bett aufwachten, mit kleinen Füßen an der Schulter und einem Popo im Genick, gab es eine Familienbesprechung.
Emilian sagte, er käme zu uns, weil sein Zimmer in der Nacht zu dunkel sei. Gut, wir ließen also das Rollo zur Probe mal oben.
Für Liam reichte es schon, dass wir sagten, dass in seinem Bett viel, viel mehr Platz für ihn sei, als bei uns.

In den letzten zwei Nächten blieb jeder die ganze Nacht in seinem Bett und keine Decke flog durch die Gegend. Heute habe ich heimlich die alten Decken zum Waschen geklaut und Liam sagte dann, er wollte die alte, blaue Decke nie wieder sehen! So schnell wird er groß.
Heute konnten sie es zum ersten Mal so richtig genießen, sich bis zum Hals einzukuscheln und trotzdem immernoch warme Füße zu haben.

 

* Heute war ein sehr ruhiger Tag für uns. Der Mann kochte vor dem Frühstück eine Hühner-Nudel-Suppe und verschwand dann für den Rest des Tages im Bett. Eigentlich hätten wir ins Legoland gehen können, weil wir alle vier nämlich jetzt stolze Besitzer einer Jahreskarte sind!!! Aber es regnete und wir räumten die Geburtstagstische ab, hörten Hörspiele ohne Ende und wuselten hier und da. Ich schaffte zwei Ladungen Wäsche und richtete den Kindern am Gästezimmer-Schreibtisch eine Kreativ-Ecke ein, weil wir unzählige Mal-/Sticker- und Vorschulhefte besitzen. Und so ein leerer Schreibtisch macht ja eigentlich schon von ganz alleine kreativ…

 

* Durch den Bibel-Kalender, den wir jeden Abend lesen, (den ich als Kind schon hatte) und dessen Lernverse Emilian vorbildlichst seit Anfang des Jahres kennt, werden die Kinder einfach so mit in die Zeit genommen, die wir Christen jetzt begehen. So kindgerecht, wie man die Ostergeschichte eben machen kann, bewegt und beschäftigt sie die Jungs doch sehr.
Ich kann mich sehr gut an eine Phase mit Emilian erinnern, in der er große Angst vor dem Sterben hatte und immer wieder mit Tränen in den Augen gefragt hat, ob wir vor ihm sterben. Da war er so dreieinhalb und mich hat das alles ganz schön aufgewühlt.
Vorgestern stellte Liam ähnliche Fragen. Etwas sicherer, aber doch mit zitternder Stimme. Und ich weiß jetzt, dass es eine Phase ist, die dazu gehört und kann die Fragen beruhigend beantworten.
„Wie fühlt sich denn tot sein an?“, fragte Liam.
Na, da konnte ich ihm ganz einfach sagen, dass ich das ja noch nicht weiß. Ich glaube daran, dass es ein Leben nach dem Tod gibt und schwärmte den Jungs ein bißchen von diesem Leben vor.
Und beim Beten war Liam wieder gefasster und betete: „Danke Gott, dass wir nicht mehr beten müssen, wenn wir bei dir sind. Nur die anderen, die noch nicht da sind.“
Diese kleinen Köpfe und diese großen Gedanken…
Am Sonntag werden wir Ostern feiern!

 

* Morgen werde ich Cake Pops und den weltbesten Apfelkuchen für das Osterfrühstück in der Kirche backen. Obwohl wir sehr früh da sein müssen und die Zeit morgen vorgestellt wird, überlege ich ja, ihn Sonntag früh erst zu backen, weil er frisch einfach. nur. gut. schmeckt.
Wir werden zum Osterfeuer gehen und die zweistelligen Temperaturzahlen sehr genießen. Heute habe ich die Schuhe und Jacken für die wärmeren Monate vom Dachboden geholt…

 

Ich wünsche euch sonnige Ostertage!
Macht eure Familien glücklich, genießt das Lachen eurer Kinder und nehmt die Hoffnung in euch auf, die diese Feiertage versprechen!


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