Kindersprüche

Ihr werdet schon alleine an den längeren Pausen hier merken, wann wir Besuch haben.
Meine Schwester ist am 02. September gut angekommen und wir sind schon ordentlich unterwegs gewesen. Das Wetter ist perfekt, wir erleben einen heißen Spätsommer!

Die Kindersprüche purzeln nur so aus dem Mund meines Großen.
Ich habe mitgeschrieben:

Wir versuchen, einen neuen Spielplatz zu finden.
Der schlaue Emilian schlägt vor: „Mama, mach‘ doch mal das Navi an und sag: ‚Bitte, wo geht nochmal die Linie lang?‘ “

Während einer Fahrt im Auto fragt mich Emilian:
„Mama, warum werden kleine Kinder ins kalte Wasser geschmissen?“
???
„Na, warum werden kleine Kinder ohne ihre Eltern im Kindergarten ins kalte Wasser geschmissen?“
???
„Warum werden denn kleine Kinder ins kalte Wasser geschmissen??
Noch immer kann ich keinen Zusammenhang erkennen und weiß in keinster Weise, warum er mich sowas fragt. Verarbeitet er ein Trauma aus der Kita-Zeit? Ist er in den Pool gefallen?
Und als er seine Frage aber immer wieder stellt, fällt es mir plötzlich mit einem Knall ein:
Oft, wenn ich mit Freunden am Telefon oder mit meinem Mann hier über die Kinder und unseren Alltag hier geredet habe, sagte ich sowas wie: „Es ist gut für die Kinder, wenn sie ins kalte Wasser geschmissen werden und einfach ins Kinderprogramm gehen.“
Ihr wisst schon.. wie man das eben so sagt. Armer Emilian.

Meine Jungs spielen, dass Liam das Baby ist und von Emilian ins Bett gebracht wird.
Kurz vor dem „Einschlafen“ fragt dann Emilian, ähnlich unserem Ritual: „Liam, was ist heute am schönsten bei dir im Leben?“
Und Liam antwortet blitzschnell: „Opa!“

Ich weiß nicht genau, ob Liam englisch und deutsch als Sprachen unterscheiden kann. Aber ich weiß, dass er sich ein paar Wörter in englisch merken und sie auch im richtigen Moment einsetzen kann. Es kam schon so ein-, zweimal vor, dass er mir auf eine Frage mit „No.“ statt mit „Nein.“ antwortete. Als wir in der letzten Woche auf dem Spieplatz waren, war es Liams Aufgabe, die beiden Trinkflaschen zu bewachen. Und sobald ein fremdes Kind kam, rief er: „No, no no!“

Wir sehen ein Gruppenfoto von der Sommerbibelschule an. Emilian sitzt zwischen all‘ den anderen Kindern wie ein kleines Häufchen Elend in der Reihe. Wir fragen, warum er so traurig guckte. „Nein, ich war nicht traurig, ich war nur schüchtern, weil ich kein englisch verstanden hab. Aber es ist gar nichts Schlimmes passiert!“

Am Morgen sucht sich Emilian eine lange Jeanshose aus dem Schrank. Ich schlage vor, noch eine kurze Hose mitzunehmen, falls es warm wird. Emilian kichert und sagt:“Ja! Eine falls-Hose!“

Es ist schon dunkel, als wir nachhause fahren. Emilian möchte noch einkaufen. Ich erkläre ihm, dass es schon Zeit zum Schlafen sei. Er zeigt auf alle anderen Autos und sagt: „Aber die anderen haben die Schlafenszeit auch vergessen.“

Wir beobachten mexikanische Bauarbeiter, die direkt vor unserer Haustür die Strasse ausbessern. Emilian sagt verträumt: „Wenn ich groß bin, möchte ich mal ein englischer Bauarbeiter werden!“

Unsere Liste, der Tage bis zur Anknunft meiner Schwester, ist leer. Am Morgen des Tages frage ich Emilian: „Emilian, weißt du, was heute für ein Tag ist???“
„Ja, ich hab schon ganz fröhlich zu Liam ‚Guten Morgen‘ gesagt, weil Heidi heute kommt!“

Als meine Schwester dann sicher gelandet war und wir auf dem Weg nachhause waren, sagte Emilian:
„Ich hab mal eine schwere Frage: Spült die Toilette im Flugzeug mit Unterdruck oder mit Überdruck?“
Als wir drei Erwachsene uns alle gleichermaßen fragend ansahen, erklärte uns Emilian, dass er das von den TipToi-Büchern wisse.
Ein Hoch auf Kinder-Lexika!

In der Wohnung angekommen, zeigt Emilian alle Räume. Ganz wichtig öffnet er auch die Tür, hinter der nur die Haustechnik versteckt wird. Dazu sagt er: „Und hier… sind die Strömungen.“

Aussen an unserer Haustür hängt ein Kokon. Wir haben ihn in der letzten Woche entdeckt und haben scheinbar den Auszug des Schmetterlings/der Raupe verpasst. Als Heidi fragt, was wir da beobachten, sagt Emilian: „Da hängt eine Raupe, die hat sich bei uns verguckt.“

Ein Freund aus der Gemeinde fragt, ob er bei uns das erste Football-Spiel der Saison gucken darf. Wir laden ihn ein und hoffen, ein paar Spielregeln erklärt zu bekommen. Emilian fragt, über was wir reden. Wir erklären es ihm und fragen ihn, ob er denn die Regeln vom Fußball schon kennt.
„Die Regeln vom Fußball sind: Nicht weh tun, nicht an den Klamotten zieh’n… und nicht tot machen.“
Heidi kichert und fragt weiter: „Aber was ist denn die wichtigste Regel beim Fußball?“
„Die allerwichtigste Regel ist: Nicht streiten und nicht über die Zuschauer-Mauer schießen!“

Weitere Erklärungen des Lebens:
„Die Menschen gehen zum Zahnarzt und der Zahnarzt gibt den Menschen zum Lohn einen Goldzahn.“

 

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