EZ ist jetzt DZ

Ich sitze hier allein im schönsten Sonnenschein, trinke den leckersten Latte Macchiato und habe das Bedürfnis, unbedingt die drei letzten Nächte des nun Doppel-Kinderzimmers zu verarbeiten.
Wir alle leiden ein bißchen unter der Veränderung, aber ich habe das Gefühl, dass es gut wird. Irgendwann. Mein Körper und meine Nerven sagen: „Alter! Stell das dumme Bett wieder zurück, meinetwegen in die Küche oder in den Schnee: Ich will schlafen!“ Aber mein Kopf sagt: „Das wird schon irgendwann. Die Kinder müssen sich daran gewöhnen – und sie werden.“

Am Samstag haben Papa und Emilian das Bett von Liam feierlich ins Kinderzimmer getragen. Am Abend haben wir beide Kinder gleichzeitig umgezogen, ins Bett gelegt und eine Geschichte vorgelesen. Normalerweise weint Liam, wenn wir aus dem Zimmer gehen – aber an dem Abend war er sehr müde und schlief während der Geschichte ein. Für Emilian war es dann fremd, dass er plötzlich ruhiger sein musste, um Liam nicht zu wecken. Er fing in dieser Nacht auch noch zu husten an… aber irgendwie schlief er ein. Einmal wurde Liam in der Nacht wach, weil er seinen Nuckel suchte.. und ich kann diese Kombination aus Gitterbett und kleiner Nuckel überhaupt nicht leiden! Emilian wurde natürlich mit wach – aber weil es mitten in der Nacht war, reichten ein paar „Schschsch“ und Kopfstreichelungen und beide Jungs schliefen wieder.
Am Sonntag morgen schlief Liam zu unserer großen Freude deutlich länger als sonst – es war ja jetzt auch schön dunkel im Zimmer. (In unserem Schlafzimmer hängt nichts am Fenster) Emilian wurde früher wach, kam nicht so richtig damit klar, dass er schon wieder leise sein musste, um Liam nicht zu wecken und jammerte eine Weile am Türgitter. (Genau neben der Tür steht übrigens Liams Bett) Irgendwann ging er zurück in sein Bett und schlief vielleicht sogar wieder ein. Später wurden wir dann nämlich von süßen Klängen geweckt:
„Oh Tannebaum, oh Tannebaum, wir grün sind deine Blätter…“
Er sang die ganze Strophe, stoppte dann und wir hörten: „Hallo!!“ Liam war also wach. Und zusammen kicherten und spielten sie, bis wir aufstanden.
Hört sich erstmal gut an.. Ein schöner Sonntag Morgen.

Gestern morgen wurde Liam wieder früher wach und ich holte ihn im Halbschlaf in mein Bett, um Emilian nicht zu wecken.. und der schlief dann tatsächlich noch zwei Stunden länger!! Liam lag währenddessen in meinem Bett spielte irgendwas und kuschelte zufrieden. Normalerweise macht er nur noch einen Mittagsschlaf am Tag. Gestern ist er schon vor dem Mittag eingeschlafen – was ich eigentlich unbedingt vermeiden wollte – und schlief bis 14:00 Uhr!
So hatte ich eine sehr schöne ruhige Mittagszeit mit Emilian…. aber irgendwie war es doch durcheinander.
Das ins-Bett-bringen klappt noch nicht so gut und ich weiß nicht, wie oder wann das so sein wird. Zusätzlich versuchen wir gerade, Emilian ohne Nuckel einschlafen zu lassen.. Keine gute Kombination, aber wir versuchen es jetzt.
Erst ist er traurig und jammert vor sich hin, dann brüllt und schreit er auch schonmal, um irgendwann erschöpft einzuschlafen. Das ist wirklich nicht meine Art, kindgerecht den Tag zu verabschieden, andererseits weiß ich, dass Emilian immer wieder versucht, mich mit seinen Emotionen zu beeinflussen.. bei anderen und sogar bei Papa klappt manches viel besser. Dummes weiches Mutterherz!

Heute morgen wurde Emilian natürlich richtig früh wach – weil er seinen Nuckel suchte. Dann erinnerte er sich, dass er ihn gar nicht hatte – und rief nach uns.
Er weckte Liam auf, Papa brachte Emilian den Nuckel, Liam sah Papa und weinte, Papa ging zurück ins Bett…. Doppelzimmergebrüll.
Die Uhrzeit zu dem ganzen Theater sage ich euch nicht.
Ich habe meinen Wecker auf 8:00 Uhr gestellt… traurige Ironie!

Papa brachte beide Kinder dann in mein Bett – und holte ihnen eine Schüssel mit Smacks aus der Küche. Und plötzlich waren sie die besten Freunde und teilten und quietschten und hatten ordentlich Spaß!

Morgenstund'...

Mir ging es damit besser als befürchtet – ich bin gestern früh ins Bett gegangen. Auch diese Uhrzeit möchte ich hier lieber nicht weitergeben…

Da die Kinder so früh wach waren, hatten wir unglaublich viel Zeit zum Spielen, Anziehen, Essen… Das ist ein Vorteil!
Während ich Emilian in den MiniClub brachte, schlief Liam im Auto ein..
um 9:00 Uhr. Das ist kein Vorteil!
(Obwohl ich aus diesem Grund hier alleine frühstücken kann…)

Ja.. so sieht’s aus.
Meine Gedanken dazu gehen in alle Richtungen:
Ich habe nichts dagegen (vor allem nicht in dieser Hälfte des Jahres), früher aufzustehen. Denn das alles würde bedeuten, dass wir die Kinder früher ins Bett legen würden und eher einen ruhigen Abend hätten. Wir wären ungefähr die gleiche Zeit wach und hätten ähnliche Zeiten zum Schlafen – nur eben zu anderen Uhrzeiten. Uhrzeiten vor 8:00 Uhr wurden von mir bis jetzt immer mit einem bösen Blick bedacht – aber das kann sich ja auch ändern. Ich würde nur sehr gern vor den Kindern wach werden – ohne mir den Wecker dann auf 5:00 Uhr stellen zu müssen. Ich weiß, dass Kinder bei Veränderungen Zeit brauchen und ich weiß auch, dass es nicht ganz so ernst gemeint ist, wenn Emilian sagt: „Liam soll nicht mein Bruder sein.“ Es fällt ihm gerade sehr schwer, sein Zimmer, seine Spielsachen und seine Mama zu teilen.. aber das wird besser. Liam wird es auch zu schätzen wissen, dass sein Bruder noch da ist, wenn Mama und Papa abends aus dem Zimmer gegangen sind. Irgendwann werden sie sich Geschichten erzählen, sich mit Kuscheltieren beschmeißen und nächtliche Pläne aushecken… das machen doch alle Geschwister, oder?

Ich weiß noch nicht genau, was das alles mit unserem Tagesablauf macht.
Weder kann ich es mit ständig quengelden und übermüdeten Kindern aushalten, noch möchte ich, dass es um 11:00 Uhr Mittag geben muss.
Ja, ich weiß, dass sich einige Mütter direkt nach der Geburt komplett umstellen mussten und ich bin dankbar, dass ich noch drei Jahre dafür Zeit hatte… nun muss ich eben jetzt darüber nachdenken.

Vielleicht lerne ich mit fast 30 doch noch, den „frühen Vogel“ zu schätzen.
Und vielleicht gelingt es mir, trotz Müdigkeit, einen schönen Morgen mit den Kindern zu genießen. Vielleicht sollte ich immer eine Schüssel Schmacks am Bett haben. Und vielleicht können mein Mann und ich irgendwann in Ruhe und Zweisamkeit ohne Kinder zusammen frühstücken…

Comments

  1. Heidi says:

    Wir haben uns so lange im Dunkeln mit Kuscheltieren beworfen, bis du meine Porzellansammlung getroffen und teilweise zerstört hast 🙂

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