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Unterwegs mit Kindern im Auto

Wie versprochen schreibe ich euch, wie wir unsere Auto-Reise nach Korsika geplant und überlebt haben.

Unsere Stationen

Freitag, 20. Oktober 2017
Berlin  – Schwäbisch Gmünd

Samstag, 21. Oktober 2017
Schwäbisch Gmünd – Toulon

Sonntag, 22. Oktober 2017
Bastia – Calvi

***

Freitag, 03. November 2017
Calvi – Bastia

Samstag, 04. November 2017
Nizza – Schwäbisch Gmünd

Sonntag, 05. November 2017
Schwäbisch Gmünd – Berlin

Sieht jetzt gar nicht sooo viel aus, aber das sind schon ein paar ordentliche Kilometer, die wir da zurückgelegt haben.

Fast immer saß ich hinten zwischen Jari und einem Kind, das andere Kind saß vorne im Auto. Der Beifahrersitz war sehr beliebt, aber neben Mama zu sitzen auch, als gab es beim Abwechseln kaum Streit.

Ich hatte den Jungs zwei Beutel gepackt. Ein Beutel stand vorn und einer hinten. Sie waren fast gleich befüllt, sodass nicht immer wieder komplett umgezogen werden musste. Auf der Hinfahrt haben es beide Kinder bis Korsika nicht geschafft, den Inhalt des Beutels bis unten zu finden. Auf der Rückfahrt wurden die Beutel dann einfach ausgekippt – und ihr könnt euch nicht vorstellen, was alles wo im Auto lag. Und vielleicht immernoch liegt.

In den Beuteln waren:

– kleine Pixi-Bücher
– TipToi Bücher + je ein Stift
– Gummibärchen, Traubenzucker, Kaugummis, Bonbons
– Ausmal- und Rätselhefte + Kugelschreiber und Buntstifte
– laminierte Bingo-Listen für die Autofahrt mit abwischbaren Stiften (siehe Foto)
– ein Waschlappen-Labyrinth (siehe Foto)
– Kopfhörer und ein Handy für Spiele, Hörbücher oder Filme
– ein Kuscheltier bzw. Kuscheltuch
– kleines Spielzeug wie Spinner, Zauberwürfel, Taschenlampe

In der Nähe meines Sitzes hatte ich dann unseren Vorlese-Stapel aus der Bücherei, die Kühlbox mit Obst, Broten, Energy Drinks und andere Snacks, sämtliche Aufladekabel, Wechsel-Socken, Wechsel-Nuckel, Feuchttücher, Futter und Beschäftigung für Jari, … und was sonst ohne Pause erreichbar sein musste.

Als Snacks eignen sich Müsliriegel, kleine Käse-Würfel, kleine Würstchen, Weintrauben, Salzbrezeln, kleine Müsli-Packungen, Kekse, Laugestangen..

Und das funktionierte gut.
Wir machten nicht unnötig viele Pausen. Nur, wenn wirklich Kaffee, frische Luft, eine neue Windel oder ein kurzes Rumrennen wichtig war.

An jeder Tankstelle testeten wir kurz die WLAN-Funktion, um alte Hörspiele oder Filme vom Gerät zu schmeißen und neue herunterzuladen, um Speicherplatz zu sparen.
Wusstet ihr, dass Netflix in anderen Ländern sofort anderssprachig wird? Als es kleine Filme nur noch ein englisch oder französisch gab, sahen die Jungs sich die Serien eben in englisch an.
Wenn es tolle Berge oder einen Sonnenuntergang zu sehen gab, haben die Jungs auch mal versucht, Fotos zu machen.

Die Hörbücher („Drei ??? Kids“, „Fünf Freunde“, „Liliane Susewind“, „Die Playmos“) hörten wir alle zusammen per Bluetooth-Box oder irgendjemand allein über Kopfhörer. Wenn Liam vorn saß, legte er auch gern „Die kleine Schnecke Monika Häuschen“ oder Lieder von „Frederik Vahle“ in das CD-Fach.
Es gibt Hörspiele, die sind immer spannend und gut, ob man nun 5 oder 35 ist.
Und es gibt CDs, die ich wahrscheinlich mein Lebtag nicht mehr anhören kann. Und genau diese Ohrwürmer werde ich auch mein Lebtag nicht aus dem Kopf kriegen.

Aber das kennen wir doch alle. Damit das Kind im Auto ruhig ist, hören wir alle Lieder und Hörspiele mit. Und nicht nur ein- oder zweimal, sondern in unserem Fall auch mal tagelang. Und der Ohrwurm hält fünfmal so lang..

Ich glaube, jeder der Großen schlief während aller Fahrten ein- oder höchstens zweimal. Aus dem Alter sind sie wahrscheinlich raus.
Jari allerdings schlief ständig. Und das hat sich sein kleiner Körper so gemerkt, dass er in den ersten Tagen hier sofort einschlief, wenn er in seinen Sitz gesetzt wurde. Auch, wenn wir nur ein paar Minuten unterwegs waren.

Und sie fragten diese Fragen, natürlich.
„Wann sind wir da?“, „Wie lange fahren wir noch?“, „Ich kann nicht mehr sitzen…“, „Mein Popo juckt!“, „Mir ist langweilig.“ und Emilian fragte auf dem Rückweg, so eine halbe Stunde nach Schwäbisch Gmünd in Richtung Berlin: „Mama, könnte ich schon irgendwas wiedererkennen?“

Aber es waren nur Fragen. Mal jammerig, mal ungeduldig, mal interessiert. Aber nie wirklich am Ende und schreiend oder gequält. Ich denke, Jari war zu klein und Liam schon zu groß, um richtig ungenießbar zu werden.

Auf der Hinfahrt waren die Beutel voller und sauberer und interressanter, als auf der Rückfahrt. Im Pack-Stress vor dem Urlaub habe ich nicht drüber nachgedacht, extra neues Material für den Rückweg mitzunehmen. Wir hatten zusammen neue französische Süßigkeiten gekauft und von unseren Vorlesebüchern hatten wir nichtmal die Hälfte geschafft. (Wir haben die Bücher „Die drei ??? Kids“, „Hilfe, die Herdmanns kommen!“, „Millie an der Ostsee“, „Pippi Langstrumpf“ und „Karlsson vom Dach“ verlängert und lesen immernoch.)

Aber der sonstige Inhalt war eher langweilig.
Glücklicherweise hatten sich die Jungs auf der Hinfahrt sehr interessiert und fast ausschließlich mit ihren Abwisch-Listen beschäftigt. Die Rückfahrt bestand dann eher aus meinen Büchern, Hörbüchern, Apps und Filmen.

Diese Listen habe ich bei Pinterest gefunden, ausgedruckt und einlaminiert:

Finde diese Fahrzeuge!

Finde diese Autokennzeichen!

Finde … !

Finde diese Dinge!

 

Beide Jungs haben schön gesucht, gemalt, gewischt (mit einem trockenen Papiertuch) und sich beschäftigt. Das hätte ich gar nicht gedacht. Und wir haben auch mitgesucht und viel gefunden. Sogar einen roten Audi aus München haben wir gesehen.

Das Waschlappen-Labyrinth hat meine Mama genäht.
In einen Waschlappen hat sie drei verschieden große Murmeln gesteckt und kleine Gänge genäht.

Die Apps, die uns gefallen und auch gut offline funktionieren, heißen:

– Die Bibel App für Kinder

– Toca Apps

– Peter und der Wolf in Hollywood

– Pepi Apps

– Flik & Flak

– McDonalds App „Happy Studio“

– Camp Pokémon

– Die Sendung mit der Maus App

– Die Sendung mit dem Elefanten App

Und das war’s.
Und es war schön.
Es war eine gute Fahrt nach Korsika und zurück – und es wird nicht unsere letzte Fahrt in den Süden gewesen sein!

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Aus meinem Kopf-Chaos

Irgendwie hat sich mein Kopf-Chaos nicht so richtig beruhigt, nachdem mein Mann wieder bei uns gelandet ist. Der Grund dafür ist: In ein paar Tagen geht es für uns auf eine große Reise.
Zu fünft im Auto, ungefähr 1.400km.

Das an-alles-Denken-müssen und dazu nicht-gut-schlafen-können ist eine ganz schlechte Kombination.
Nachdem ich also mehrmals meine Gedanken einfach nicht mehr ordnen konnte und schon eine midlife-, Stress- oder sonstige Krise herannahen sah, hat mein Mann, der tolle Coach, sich mit mir hingesetzt, mir lange zugehört und dann eine große Liste für uns beide erstellt. Jetzt wissen wir, wer wann was machen möchte und kann und muss.

Bücher zur Bücherei bringen und neue Vorlese-Bücher für die Fahrt holen, Baby-Reisepass holen, Nägel lackieren für den Strand (ich, nicht er), Brei für Jari planen und kaufen, Kinderzimmer aufräumen, Koffer packen, Auto packen, Route festlegen… und sowas eben.

Und so sehr wir es auch lieben, Listen abzuhaken… mit einem kleinen Baby läuft der Zeitplan meist doch anders. Die Tage sind gefüllt von „Ich komm‘ hier zu nix!“ und „Ja.. das wollte ich heute eigentlich schaffen!“

Ich bin heute (in der größten Oktoberhitze übrigens) mit Jari gelaufen… zum Einkaufen, zur Schule, zum Einkaufen, zur Kita… und ich war über 3 Stunden unterwegs. Zwar glücklich und in Flipflops, aber.., ne?

Es ist wirklich anstrengend – und es wird sich zuspitzen, bis wir endlich alle im Auto sitzen, Berlin hinter uns lassen, die ersten Brote auspacken und ab in den Süden fahren!

Mein Mann hat mir ein Schmuckstück aus Kalifornien mitgebracht. Einen goldenen Armreif, auf dem ganz miniklein und unscheinbar „Choose Joy“ steht. Und ich trage ihn an jedem Tag. Und ich lese diese beiden Wörter und entscheide mich für die Fröhlichkeit. Zufriedenheit. Dankbarkeit.

Eine glückliche Mutter ist eine bessere Mutter

Wie oft habe ich das schon hier geschrieben? Auch für mich! In den letzten Wochen traf das nicht so oft auf mich zu.

Und so entscheide ich mich im größten Chaos,
trotz dreckiger Küche (sowas mache ich selten und ungern),
trotz schmutziger Böden (es ist rekordverdächtig, wie lange unser heller Küchenfußboden nicht gesaugt wurde),
trotz riesiger, riesiger! Wäscheberge,
trotz unbarmherziger Listen…

… Spass zu haben. Zeit mit den Jungs zu verbringen. Zu lachen. Dazusitzen. Jari zu knutschen. Eine Atempause zu haben. Ein selbstgekochtes, neues Mittag von meinem Mann zu genießen. Auf der Couch einzuschlafen. Mein Hörbuch zu hören.

Die beiden Jungs sind heute nach Schule und Kita lange durch den Garten gestromert. Sie brauchten einfach sich und Ruhe. Platz und Sonne war auch da.

Irgendwann bat ich Emilian, mal auf den Kirschbaum zu klettern und alle Blätter abzuschütteln. Wenn ich irgendwann mal Zeit zum Laub harken hätte, sollte es sich wenigstens lohnen. Als Liam dann sah, wie viele Blätter da heruntersegelten, flitze er in den hinteren Teil des Gartens, holte eine Harke und begann zu harken.

Später riefen sie mich. Sie hatten mehrere kleine Eimer mit Laub gefüllt und wollten, dass ich die Eimer in die große Tonne leerte, weil sie sich vor dem Gestank, der angeblich aus der Tonne kam, ekelten. Und so ging das ein paarmal.

Jari war im Wohnzimmer eingeschlafen, ich fand die Luft draussen so gut und als die beiden Herren verkündeten, sie „hätten jetzt Feierabend“, schnappte ich mir die Harke. Es lag wirklich nicht mehr viel Laub auf dem Boden.

Und die beiden Jungs saßen neben mir auf der Gartenbank, Arm in Arm (wirklich!) und Liam sagte: „Ich erinnere mich grad, wie wir hier draussen im Sommer zusammen gegessen haben…“ (sehnsuchtsvoller Blick).

Ich harkte meine Kirschblätter weiter zusammen, glücklich darüber, das erste Mal in Flipflops Laub zu harken und glücklich über eine tolle neue Harke, die wir vor ein paar Wochen bei Lidl für 3 Euro aus der „Alles muss raus“-Kiste gegriffen haben.

Weil ich mich davor ekele, das nasse Laub mit den Händen in die Tonne zu werfen, bat ich die Jungs nochmal um Hilfe. Liam entschied gönnerhaft, seinen Feierabend um eine Stunde zu verschieben – und wir hatten viel Spaß dabei, die Blätter in den Eimer und dann in die Tonne zu schmeißen. So richtig mit in-den-Laubhaufen-schmeißen und die-anderen-mit-Blättern-abwerfen und so.

Nach kurzer Zeit hatten wir fast den ganzen Vorgarten geharkt und ich stellte begeistert fest, dass die Jungs in diesem Jahr zum ersten Mal wirklich eine Hilfe waren. Nicht diese „Mama, ich helfe dir und du musst dich aber tausendmal bücken und alles dauert viel länger und du hast eigentlich doppelt so viel Arbeit“-Hilfe, sondern es ging wirklich, wirklich schneller und ich hatte weniger Arbeit.

 

Am Abend nahm ich mir einen weiteren Punkt meiner Liste vor. Er war zwar nicht für heute vorgesehen, aber es passte dann einfach gut.

Vor einer Weile habe ich begonnen, im Internet (Danke an unzählige Pinterest-Mamas!!!) nach Ideen für Beschäftigungen auf langen Autofahrten zu suchen.
Weil wir etwas mit Reiseübelkeit zu kämpfen haben und ich nicht viel Extra-Zeug mitnehmen wollte, habe ich heute ein paar Such-und Spiel- und Bingo-Listen für die Jungs ausgedruckt und einlaminiert. (Passende Stifte habe ich heute auch gekauft!)
Und diese Listen wollte ich euch mal zeigen:

Das habe ich alles auf Pinterest gefunden und ich bin sehr glücklich darüber! Natürlich werde ich euch erzählen, ob mein Plan aufging. Auf Facebook und Instagram werde ich sicherlich auch mal zwischendurch ein Lebenszeichen von uns schicken.

Eine andere Pinterest-Idee habe ich meiner Mama geschickt und die hat sie sofort umgesetzt:

Seht ihr, was das ist?
Ein Waschlappen, natürlich, mit Nähten.
In dem Waschlappen sind drei verschieden große Murmeln drin und die Nähte bilden ein Labyrinth.
Sicherlich werden die Jungs sich damit nicht 15 Stunden beschäftigen, aber wenn sie mal nicht nach unten sehen oder denken wollen, wird das eine perfekte ruhige Übung sein.

Ausserdem gibt es kleine Süßigkeiten und Überraschungen. Meine Tante hat sogar Tüten mit Büchern geschickt. Wir werden Hörspiele hören, schlafen, vorlesen und essen.

Weil ich das Laminiergerät gerade am Wickel hatte, habe ich den Kindern noch einen Wunsch erfüllt. (Der fällt jetzt wieder eher in die Kategorie „Choose Joy, obwohl auch andere Aufgaben dran wären“)

Zusammen haben wir schöne Blätter gesammelt und gepresst. Ich habe sie einlaminiert und werde sie ausschneiden. Dann hängen wir sie an die Fenster oder an eine Schnur vor das Fenster.
Und bestimmt auch im nächsten Jahr werden die Blätter aus der Herbstkiste kommen und uns eine Freude machen.

Und so wechseln Anspannung und Entspannung, Zeitrduck und Langeweile, Vorfreude und Sorge, Aufregung und Stress sich ab.

Ich werde mich aus dem Urlaub oder nach dem Urlaub mit tollen Fotos und Berichten hier wieder melden. Bestimmt.

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Szenen aus unserem Alltag

Die Tage kommen und gehen. Irgendwas ist immer. Das ist das chaotisch-schöne FamilienLeben und wir lieben es.

Das Glückskind auf dem Tempelhofer Feld

 

* Emilian hat noch dreieinhalb Wochen in der ersten Klasse. Wohooo! Ich bin so stolz auf ihn. Mann, was habe ich vor einem Jahr zu der Zeit gebangt. Und jetzt fragt er vorsichtig, ob er mal allein nachhause kommen kann. Jetzt liest und schreibt und rechnet er wie ein Oller.

Vor ein paar Tagen hatte er seine erste Buchvorstellung. Jetzt hat er neue tolle Freunde. Ich habe neue tolle Freunde. Und jetzt sind wir diese Eltern, die die Sommerferien und die Freizeit und das Ausschlafen kaum erwarten können.

 

* Erinnert ihr euch daran, dass wir Liam ein paar Jahre Streichelzoo vorenthalten haben, weil Emilian das nicht so mochte. Tja.. wir haben noch so eine Sache entdeckt: das Fußball-Training.
Vor Jahren probierten wir das mit Emilian, aber es funktionierte nicht. Emilian ist kein Mannschafts-Typ und keiner, der neue Dinge unbedingt als Erster ausprobieren muss.
Unser armes, geliebtes Mittelkind…
Nachdem nun also Emilian zum Schwimmkurs ging und einen Kletterkurs macht, war klar, dass Liam auch ein Hobby brauchte. Es gab nicht viel Interessantes für 5jährige im näheren Umfeld und so landeten wir schließlich wieder auf dem Fußballplatz, auf dem mein Mann schon als Kindergarten-Kind gestanden hatte.

Es waren 30 Grad, ich saß mit Jari im Schatten und zerfloß – und Liam peeste wie ein Verrückter über den Platz. Mehrmals schickte der Trainer die Jungs zum Trinken raus – und Liam war so im Glück.

Von nun an werdet ihr mich, Mutter von drei Söhnen, in den nächsten Jahren wohl öfter am Rande des Fußballplatzes sehen. Wer hätte das gedacht?

 

* Als wir im Herbst 2011 unser Auto kauften, wussten wir noch nicht, was wir uns da angetan hatten. Wir hatten einen kleinen Sohn, ich war schwanger mit dem zweiten und wir brauchten ein Auto. Wir waren nicht ganz unvorsichtig und wurden trotzdem ordentlich übers Ohr gehauen.
In all den Jahren hat sich eine ordentliche Hass-Liebe zu dem Auto entwickelt. Ja, es begleitete uns auf unzähligen Reisen. Wir schafften es sogar im Mai 2013 ohne Probleme bis an den Gardasee. Zwei Babys wurden in dem Auto aus dem Krankenhaus abgeholt. Aber jeder TÜV versetzte uns in Angst und Schrecken und ihr wollt nicht wissen, wieviel Geld wir in dieses blöde Auto gesteckt haben. Und ich möchte nicht wissen, wie oft wir auf einer Fahrt wunderbar bewahrt wurden, weil dem Auto eigentlich gar nichts mehr zuzutrauen war.
Das Ende ist: Heute haben wir es verkauft.
Der nächste TÜV hätte uns endgültig umgehauen und das ist es jetzt wirklich nicht mehr wert.
Ich machte ein letztes Foto mit Emilian, Liam weinte bittere Tränen. Mir fällt es auch schwer, mich von unserem dunkelblauen Opel zu verabschieden, aber es ist Zeit für etwas Neues! Im Moment ist Sommer und wir sind noch ohne Auto. Aber ich halte euch auf dem Laufenden.

* Am Wochenende bekommen wir Besuch aus Amerika… ja: aus Kalifornien!!! Die amerikanisch/deutschen Vorbereitungen erinnern mich sehr an unseren Umzug und ich freue mich riesig!
Im März 2015 haben wir uns zuletzt gesehen. In der Zwischenzeit sind zwei Babys dazu gekommen.
It’s gonna be amazing!

 

* Am Freitag findet das letzte MOPS-Treffen in diesem Halbjahr statt. Ich bin begeistert, welche Gespräche, Verabredungen, Freundschaften sich durch unseren Mut ergeben haben. Es gibt noch so viele Pläne und Wünsche in meinem Herzen… Im September geht es mit voller Kraft weiter und ich bin sehr froh, dass MOPS nun auch zu meinem deutschen Leben gehört.

 

* Eben habe ich in meinem kurzen Andachts-Buch für Mütter gelesen. Die Autorin bedauert, dass wir (Kirchen-)Mamas oft auf die drei K’s (Kinder, Küche, Kirche) beschränkt werden und welche grausige Vorstellung das vom Bild der Frau malt.
Sie lud uns, mich, aber dazu ein, diese drei K’s zu genießen und den Schatz und die Möglichkeiten dahinter zu sehen.

Kinder: Kinder sind Augen-Öffner, Tür-Öffner, nichts verändert ein Leben so sehr, wie ein Kind zu bekommen. Eine Gesellschaft kann ohne Kinder nicht überleben.

Küche: Nicht die Ketten am Herd, sondern das große Herz der Gastfreundschaft. Volle Tischrunden, gute Gesellschaft, lachen im Garten, Wein in der Küche, Kekskrümel auf der Picknickdecke. Essen verbindet. Essen macht glücklich.

Kirche: Gesellschaftliche Reform, zur Ruhe kommen, über sich hinaus wachsen. Mit Gott im Herzen die Welt verändern und Frieden bringen. Hoffnung. Glauben. Sicherheit.

Mir hat das heute gut getan, das zu lesen.
Ich finde mich in diesen drei K’s gerade ziemlich gut wieder.

* Über die Nacht im Zelt wollte ich euch natürlich informieren. Obwohl… so viel gibt es gar nicht zu sagen.
Nachdem ich vorgelesen hatte, waren die Kinder schön müde, aber natürlich nicht müde genug, um einfach so in einem Zelt einzuschlafen. Emilian bekam ein bißchen Angst und Liam überlegte, dann auch gleich mit ins Haus zu ziehen.

Mein Mann legte sich zu ihnen, bis sie eingeschlafen waren. Für eine kurze Zeit kam er nochmal zu Jari und mir, aber dann legte er sich ins Zelt und wir gingen ins Schlafzimmer.
Die Nacht (es war die vor dem großen Unwetter) war sehr ruhig und kurz nach 6:00 Uhr kamen alle drei nacheinander ins Haus getappelt. Ende der Geschichte.
Wir alle waren irgendwie müde am nächsten Tag, „wie der Tag nach Silvester“, sagte mein Mann.
Das Zelt wurde abgebaut, denn das Wetter in der nächsten Nacht hätte jedes Zelt weggepustet oder -geschwemmt.
Am Freitag fiel sogar für Emilian die Schule aus, weil es einen Wasserschaden in der Schule gegeben hatte!

 

* Keine große Neuigkeit: Wir lieben unseren Garten!
In diesem Jahr haben wir so viele Himbeeren und Erdbeeren. Die Kirschen sind alle, der Holunder ist verblüht und wir freuen uns über neue Farben und Blüten.

* Am letzten Samstag durften wir beim „Tag der offenen Tür“ in der Firma meines Vaters sein. Er betreut die Maschinen, die Tabletten verpacken – ganz kurz gesagt.

Wir haben nicht nur die allerneueste Maschine bewundert – es ist wirklich beeindruckend, wie schnell viele Tabletten dort sauber eingefüllt und mit Beipackzettel verpackt werden – sondern auch den Weg vom Pulver zur Tablette an kleinen Stationen verfolgen. Die Kinder waren gut dabei und haben ordentlich Anschauungsmaterial eingesammelt. Natürlich gibt es zur Zeit eine Arztpraxis mit sehr vielen kranken Kuscheltieren im Kinderzimmer!

* Und so leben wir unsere Tage in den Sommer hinein.
Wir freuen uns auf Sommerfeste, Kita-Abschlussfeiern, Geburtstage und Ausflüge. Bald werde ich mit den Jungs unsere alljährliche Sommerferien-to-do-Liste erstellen. Und dann genießen wir den Sommer in Berlin!

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Riesen-Kugellabyrinth

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Einmal San Francisco und zurück

Ich habe in den letzten Tagen immer wieder irgendwo oder an irgendjemand das Wort San Francisco geschrieben und komme immernoch nicht mit den Buchstaben klar.. Schweres Wort. Ihr solltet mal hören, wie Liam es ausspricht.

Aber von vorn!

Unser Wochenende beinhaltet Erlebnisse für drei Blog-Einträge, aber aus Zeitmangel fasse ich mich kurz und mache einen draus. Einen langen. Langweilig wird es nicht.

 

Samstag

Am Samstag vor Liams Geburtstag, am 14. März, war Papa wieder viel in der Gemeinde unterwegs. Weil es draussen sehr heiß war (34 Grad) und Papa das Auto hatte, blieb ich mit den Jungs in der Wohnung. Wir langweilten uns, ich räumte und packte ein bißchen. Am Abend fuhren wir zum Gottesdienst. Emilian und ich hatten Bauchschmerzen und uns allen ging es irgendwie nicht richtig schlecht, aber auch nicht sehr gut. Weil ja Liam ein paar Tage vorher gespuckt hatte, waren wir ein bißchen angespannt.
Es tat mir leid, dass ich es nicht mehr geschafft hatte, ein „richtiges“ Geschenk für Liam zu besorgen und tröstete mich damit, dass ihm das wahrscheinlich nicht so wichtig sein würde.
Wir Großen aßen Sushi zum Abendessen, die Kinder mäkelten und jammerten so rum. Kein gutes Zeichen.

Gegen 22.00 Uhr fing Emilian dann an, zu spucken. Wir hatten schon eine Schüssel ins Bett gestellt und waren vorbereitet – und es gab längst nicht so eine Schweinerei, wie bei Liam. Emilian schlief wieder ein, die zweite Aktion bekam er gar nicht mehr richtig mit. Mein Mann ging dann ins Bett, weil am nächsten Tag ein wichtiges Treffen in der Gemeinde stattfinden sollte. Er hatte lange daraufhin gearbeitet und auch für unsere nächsten Monate würde dieses Treffen entscheidend sein.

Weil Emilian noch immer Bauchschmerzen hatte und ich ihn nicht jedesmal in Eile aus dem Bett raus- und wieder reinheben wollte, fragte ich ihn, ob er mit mir auf der Wohnzimmercouch schlafen wollte. Wir zogen also um. Während er schlief, bereitete ich einen mini-Geburtstagstisch für Liam vor. Das T-Shirt mit der 3 drauf, eine Kerze, Ballons, die Post, die er bekommen hatte und ein paar kleine Geschenke.

Emilian hatte viel Durst und trank Wasser – und immer, immer, immer wieder kam das Wasser nach kurzer Zeit laut und deutlich wieder. Ich habe aufgehört, zu zählen. (Warum auch?) Um es kurz zu sagen: Um 5:00 Uhr morgens war er fertig. Er musste sich zweimal pro Stunde übergeben. Ja! Ich weiß nicht, wann ich zuletzt so eine schlechte Nacht hatte!

Er schlief sehr gut, bis auf seine Pausen – aber er wollte mit Licht schlafen. Ich lag also bei Licht und halb sitzend auf der Couch, nur um alle halbe Stunde panisch aufzuspringen, um mit ihm aufs Klo zu rennen.
Er machte das sehr gut. Kein Schüssel – sondern er hängte sich sehr fachmännisch über die Toilette. Manchmal wechselte er zwischen den zwei Bädern hin und her und wollte nur, dass ich ihm den Hocker von A nach B holte und unter seinen Hintern schob. Alles klar. Er wusste, wann er musste – und wann er fertig war. Aber er brauchte mich. Und ich wollte für ihn da sein, mehr konnte ich sowieso nicht machen. Mehr als einmal war ich versucht, meinen Mann zu wecken und um Ablösung zu bitten… konnte es aber nicht übers Herz bringen.
Dank der Zeitverschiebung konnte ich meine Familie zuhause informieren und nach Tipps fragen. Aber ich hatte weder Salzstangen noch Tee für Emilian da. Natürlich! Ich bat ihn, weniger Wasser zu trinken und hoffte, er würde nicht verdursten. Wie gesagt, am frühen Morgen war er dann fertig.

 

Sonntag

Als mein Mann aufstand, um sein Mittag für das Treffen vorzubereiten, ging ich ins Bett und schlief.
Ich hörte von ganz weit weg, dass er mit den Jungs frühstückte und Liam einen schönen Geburtstags-Morgen schenkte.
Happy Birthday, kleiner Mann! Jetzt ist er 3 …

Als mein Mann fuhr, stand ich auf. Ich fühlte mich gut – unerklärlicherweise – trank Kaffee und wir machten uns einen ruhigen Tag. Emilian aß Brezeln und Banane, die Papa am Morgen gekauft hatte – und es ging ihm gut. Die Jungs durften Filme sehen und wir skypten zum Geburtstag mit Freunden von zuhause. Papa hatte als Überraschung zwei dieser amerikanisch-bunten Süßigkeiten in den Kühlschrank gestellt und wir probierten einen weiß-blauen „Frozen“ Zucker-Apfel. Die Kinder mochten es nicht.

Für den Nachmittag waren wir mit einer befreundeten Familie verabredet, wir wollten zusammen nach Los Angeles fahren. Bevor wir absagen konnten, hatten sie wegen kranker Kinder abgesagt. Wir packten einen Koffer und fuhren dann die 220 km nach Santa Barbara, wo wir ein Zimmer für die Nacht gebucht hatten. Mit Sonnenuntergang fuhren wir Richtung Norden und kamen im Dunkeln an. Das Motel war so typisch amerikanisch mit Balkon vor den Zimmern in der ersten Etage, aber leider schliefen wir im Erdgeschoß. Wir liefen zum Spätkauf an der Ecke, kauften uns ein lächerliches Abendbrot und bezogen unser Zimmer. Es gab eine Badewanne und zum ersten Mal seit 10 Monaten genoßen die Jungs ein Plansch-Bad!

Das Zimmer war ziemlich klein. Die Jungs schliefen in einem Bett und wir in dem anderen. Beide Kinder waren ziemlich wach, weil sie im Auto geschlafen hatten. Liam fühlte sich fremd… aber mit ein paar Hörspielen schläferten wir sie dann ein.

 

Montag

Es gab kein Frühstück und wir stellten fest, dass Ameisen unsere Vorräte überfallen hatten, also machten wir uns schnell auf den Weg. Bei Tageslicht sahen wir, dass Santa Barbara eine wunderschöne Stadt am Pazifik ist – aber 520 km lagen vor uns und wir machten wenig Pausen.

Schon vor einigen Tagen hatte ich gesehen, dass eine bräunliche Flüssigkeit auf die Fußmatte des Beifahrers lief. Meine Schuhe, Taschen und Zeug, das da eben lag, wurden feucht und schmutzig. Auch die Heizung/Lüftung funktionierte nicht mehr gut und die Scheiben waren oft beschlagen, manchmal qualmte es.

Ja.. ihr, die ihr euch jetzt an den Kopf fasst: Wir haben diese Zeichen weder kombiniert, noch ernst genommen. Fehler!
Als das Auto sich durch die Berge quälte und die Kühlwasser-Anzeige auf rot stand, krochen wir zur nächsten Tankstelle – und dort blieben wir auch für’s Erste. Natürlich, wie das in amerikanischen Filmen immer so ist, waren wir im Nichts. Im wilden Westen. Mitten im Nirgendwo.
In Wirklichkeit waren wir nicht „im Nirgendwo“, sondern in Santa Maria und es warteten immernoch schlappe 420 km auf uns.

Wir amüsierten uns und machten das Beste draus. Es gab einen einzigen Baum, der auch noch gut zum Klettern war und dorthin ging ich mit den Jungs. Geocaches gab es leider nicht. Ein Müllauto und ein Polizei-Auto hielt an der Tankstelle. Beide Fahrer erkundigten sich nach uns uns grüßten die Jungs. Wir schlachteten den bunten süßen Geburtstags-Kuchen, den wir in der Kühltasche hatten und die Jungs waren happy. Emilian ging es gut!
Mein Mann telefonierte mit Kollegen und nach einer Weile kam ein freundlicher Abschlepper, nahm uns mit in sein Führerhaus und unser Auto auf den Anhänger. Ich sage euch: Der Geburtstag hätte für Liam nicht besser laufen können! Er sang immer und immer wieder (bis heute übrigens!) das „Happy Birthday“-Lied – für sich!

Der Abschlepper brachte uns zum Flughafen und unser Auto zur Werkstatt.
Am Flughafen bekamen wir einen silbernen Chevrolet! Heißes Teil! Damit sollte man nach San Francisco fahren! Wir fuhren zur Werkstatt, leerten unser Auto und düsten los, um die Verspätung aufzuholen. Inzwischen hatten wir entschieden und mit Mariners Church abgeklärt, einen Tag länger zu bleiben und erst am Mittwoch zurückzukommen.

Ich fuhr zum ersten Mal mit Tempomat! No more words.
Wir hielten kaum irgendwo an, sahen aber wunderschöne Berge, Obst- und Gemüsefelder und immer mal wieder das Meer.

Gerade zum Sonnenuntergang kamen wir in SF an und konnten einen sekundenlangen Blick auf die Brücke vor rosa-Himmel genießen. Wow! Die legendären steilen Straßen und die Cable Cars sahen wir auch sofort. Wir fuhren zum berühmten Pier 39, weil mein liebster Mann einen Tisch bestellt hatte. Auf dem tollen großen Bootsteg schnupperten wir frische Meeresluft, schauten in ein paar Souvenir-Läden, ich durfte mir Ohrringe kaufen und wir aßen Käsepizza und Shrimps am Feuertisch. Wow! Familienglück.

Alles andere war überhaupt nicht „Wow!“, denn die Stadt kam uns unglaublich voll, eng, hektisch, dreckig und stressig vor. Wir fanden unser Hotel, erfuhren aber, dass wir in der Strasse nicht parken durften – bzw. um 6:00 Uhr morgens dem Strassenputzer Platz machen sollten.
Und – man hatte uns gewarnt – es war unmöglich, einen Parkplatz zu finden. Auf der Straße ging es eigentlich gar nicht, denn die Plätze waren voll, teuer und eben nur bis morgens da. Dann gab es unzählige Parkhäuser – da haben sie ihre Marktlücke gefunden. Doch diese Parkmöglichkeiten waren sehr teuer oder sehr voll oder sehr eng oder sehr, sehr zwielichtig. Manchmal auch alles davon.
Wir fanden Alexis, den Inder, der in hohen Kniestrümpfen, kurzen Hosen und Latschen aus seinem Nachthäuschen kam und versprach, auf unser Auto aufzupassen. Er sagte zu meinem Mann, er solle keine Angst haben, dass ich ihn wegen seiner Einpark-Schwierigkeiten verlasse – wegen der Kinder würde ich sowieso bleiben… Pff. Wir bezahlten $20 und nahmen alles, was ging, aus dem Auto mit ins Hotel. Oh my goodness!! Nach einem kurzen Fußweg kamen wir müde und kalt im Hotel an.
Liam fragte immer wieder nach unserem Zuhause und nach unserem Auto. Dann fragte er mich, ob er zuhause auch in eine neue Kinderbetreuung gehen müsste. Der Arme war völlig durcheinander. Ich bin mir sicher, dass er unser Haus in Berlin inzwischen ganz vergessen hat, bzw. jetzt auch nicht mehr vermissen würde. Wir hatten so oft von Koffer packen und „nachhause fahren“ geredet, dass er jetzt gar nicht mehr verstand, was „zuhause“ eigentlich war…

 

Dienstag

Das Frühstück im Hotel war ein Witz. Da lachen wir Deutschen drüber.
Außerdem war es voll, Jugendherbergs-mäßig, eng und man sprach und aß sehr international. Wir nahmen Jogurt, Obst und einen Kaffee für mich und eine Waffel und einen Muffin für die Jungs und machten, dass wir wegkamen.
Falls ich es vergesse, zu sagen: Unsere Kinder haben das ganze Wochenende mit allen Hochs und Tiefs so sehr gut und wunderbar mitgemacht! Wir lieben sie dafür!

Im Sonnenschein wurde SF um einiges attraktiver – und auch wieder gar nicht.
Entweder sind wir von unserem Stadtviertel in Irvine (dass es erst seit 2 Jahren gibt) so verwöhnt oder die amerikanischen Großstädte sind echt… anders. In Gedanken habe ich meine Großstadt Berlin in den höchsten Tönen gelobt und vermisst.

Sehr viel Armut, sehr viele Baustellen, sehr viele Autos, sehr viele Touristen und sehr viele Lebenskünstler machen SF zu dem, was es ist. Ich fand es nicht schön. Jedenfalls innen drin. Weiter draußen umso mehr.
Es war sehr sonnig, aber kühl für uns (Berlin, bitte sei warm im April!) und wir freuten uns über alles, was wir aus dem Reiseführer wiedererkannten. Über die Brücke, die wir uns wirklich größer vorgestellt hätten, fuhren wir in den Norden zu den Muir Woods. Unsere Zeit war knapp, aber die Riesenbäume wollten wir unbedingt sehen.

Als mein Mann dann mit Rucksack und guter Laune zu einer Wanderung ansetzte und ich ihn für einen Moment nicht wiedererkannte, fühlte ich mich kurz in meine Kindheit zurückversetzt. Die Jungs spielten die Rolle meiner kleinen Geschwister und der Mann war mein Vater – immer fröhlich und ab, in den Wald mit euch! Und ich, der meckernde, frierende Teenager hinterher. Hilfe.
(Aber ich liebe meinen Vater und sehe und schätze jetzt den Sinn und den Spaß dieser Wald-Wanderungen.)

Nachdem wir die Touristen hinter uns gelassen hatten, fing die Wanderung wirklich an, Spaß zu machen! Uns wurde wärmer, ich hatte tatsächlich diesmal keine FlipFlops an. Die Bäume waren wirklich beeindruckend! Emilian lief wunderbar mit, was wir immernoch nicht glauben können – dafür streikte Liam im Kinderwagen, aber nur die erste Zeit. Wir sahen riesige Nacktschnecken und kleine Streifenhörnchen und machten tolle Fotos. Hinweisschilder, die um Ruhe baten, nahm Emilian sehr ernst. „Der Wald hat Ohren!“, sagte er immer wieder. Die Wege waren teilweise schmal und mit Wurzeln umschlungen und bedeckt, ein Bach plätscherte neben uns her… Ein toller Wald.

 

Als wir wieder am Auto ankamen, war es richtig warm geworden. Die Fahrt führte wieder zurück durch die Serpentinen – und niemand von uns spuckte ins Mietauto! Nur mal so… Die Landschaft war atemberaubend! Emilian und Liam hatten eigene Fensteröffner, die sie auch erreichen konnten und ab und zu entriegelten wir sie. Was für ein Spaß!

Das nächste Ziel war eine von zwei Kaffeeröstereien, die uns Freunde empfohlen haben.
Wir beide sehen uns in neuen Städten keine Kirchen, Museen oder Stadtkerne an – wir gehen in Cafés. Und diese Halle, die halb Café / halb Rösterei war, hat mir glatt den Atem verschlagen! Dieser Duft! Diese vielen, vielen Säcke und Bohnen! Von der zweiten Etage konnte man nach unten, genau zu den Baristi gucken. (Verzeiht das Klugscheißen.) Wie die den Kaffee machen! Wie die das können! Wie schnell die das machen! Wie cool die das machen! Haaaach…

Emilian sah sich minutenlang die Maschine an, die die Kaffeebohnen umrührte und röstete. Unsere Jungs wissen, was wir lieben. Emilian rennt sonntags zuerst zu den Kaffeeautomaten auf dem Kirchen-Gelände und fragt, ob er mir einen Kaffee machen darf. Und wenn Liam spielt, ist mindestens ein „Paffee“ aus Luft für Mama drin.

Ich wollte unbedingt die bekannte Häuserreihe am Alamo Square fotografieren, weil meine Oma ein großes Puzzle davon hat. Die ganze Verwandtschaft hat da vor Jahren dran gepuzzelt. Wir fanden es und fuhren danach zum Chinatown. Emilian wollte das gern sehen, damit er nicht extra nach China müsse. So mein Sohn. Es war enttäuschend un-chinesisch, würde ich mal sagen. Aber das kann auch daran gelegen haben, dass gerade überall laut und wild und grün-weiß-orange St. Patrick’s Day gefeiert wurde. Da dreht nämlich auch ganz Amerika ab und trägt nur grün. Geht es nicht eigentlich um Irland? Egal, haben wir nicht so verstanden.

Auto fahren ist in SF sehr anstrengend, hatte ich bereits geschrieben, oder? Dazu kommen noch – oh, wie wir das in fremden Städten lieben – Einbahnstraßen. Aber wir haben viel gesehen und wieder über die steilen Straßen gestaunt. Fahrschule möchte ich da nicht machen! Aber würde ich auch nicht, denn in SF hätte ich kein eigenes Auto!

Wir fuhren weiter zum Pier 39. Den wollten wir uns nochmal bei Licht ansehen. Die Sonne schien und wir staunten über das Meer, die Gefängnis-Insel Alcatraz und die Seelöwen-Steganlage. So faszinierend! Von einem feinen Restaurant aus hatte man (natürlich!) den besten Blick direkt aufs Wasser. Ich überlegte, ob wir dort nur mal kurz einen Kaffee trinken sollten, um die Aussicht und die Windstille zu genießen. Doch der allerbeste Mann nahm die Idee auf und führte uns zum Mittag aus! Mit Blick auf Alcatraz und auf die Brücke, auf Möwen und Boote aßen wir leckeren Fisch und Salat – zwischen Weißwein-trinkenden Senioren aus Great Britain. Wir mit Kindern. Die nicht stille sitzen können. Ihr wisst Bescheid!

Weil wir unbedingt noch einmal den Sonnenuntergang mit Blick auf die Brücke sehen wollten, vertrieben wir uns die Zeit bis kurz nach 19:00 Uhr. Es war kalt und windig. Wir gingen in jedes Geschäft, in einige sogar mehrmals. Ich möchte unbedingt noch einen rosa Pullover mit der Aufschrfit „California“ haben, aber auf denen da stand natürlich überall „San Francisco“ drauf.

Wir saßen auch ’ne ganze Weile in einem Laden mit Knobelspielen Erst wärmten wir uns nur auf, entdeckten eine Kinder-Ecke und dann brachte der Verkäufer meinem Mann diese zwei kleinen silbernen Metalldinger, die man auseinanderfummeln muss. Ich versuchte mich an einem Holz-Herz und dann saßen wir da… Wir knobelten und redeten so mit dem Typ, er fragte, woher wir kommen und sagte dann: „Ah, die Deutschen! Die erfinden doch diese ganzen Spiele.“
Als wir dann beide unsere Rätsel lösen konnten, wunderte es ihn gar nicht.
Yeah! Wir haben unser Land stolz gemacht!

Herzpuzzle

Es wurde sehr kalt dann, die Sonne ging ziemlich unscheinbar unter (ich glaube, wir sind verwöhnt) und wir düsten zum Hotel. Unser Kniestrumpf-Freund Alexis nahm für $20 wieder unser Auto in Obhut und wir liefen zum Hotel. Grmpf. Wir alle duschten warm, um nicht mehr so zu frieren und verschwanden im Bett.

 

Mittwoch

Früh packten wir unsere Koffer zusammen. Nach einem kleinen Frühstück holten wir unser Auto ab und verabschiedeten uns von SF.
Jetzt sind wir einmal da gewesen, haben blitzschnell und sehr touristisch die Stadt abgecheckt und das war’s. Ich denke, selbst ohne Kinder würde ich nicht noch einmal zurück kommen.

Eher würde ich mir noch mehr Wälder, Berge, Strände und Cafés ansehen. Es gibt soo viele tolle Orte am Pazifik. Amerika ist riesig! In Santa Cruz machten wir eine Pause, um die zweite Rösterei anzusehen. Was soll ich sagen.. Toll!

Eigentlich hätte ich gern die Facebook-Hochburg am Menlo-Park angesehen. Monterey soll sehr schön sein und überhaupt für Santa Barbara hätten wir mehr Zeit gebraucht. Aber wir wussten nicht, wie es um unser altes Auto stand und wollten das schnell hinter uns haben. Die Straßen waren leer und es fuhr sich wunderbar. Tempomahaat! Wir schafften diese lange Strecke gut.

Die Mechaniker hatten unser Schätzchen notdürftig repariert, sie hatten einen Bypass gesetzt. Bis dahin dachte ich, das geht nur am Menschen. Wir sollten weder die Heizung, noch die Lüftung verwenden und die Flüssigkeit war natürlich immernoch eklig. Die hätten das Auto echt mal innen aussaugen können… Trotz Gewitter und offener Fenster kamen wir gut voran. Wir fuhren an einer Stadt vorbei, in der gerade Freunde von uns leben bzw. Urlaub machen. Es war schwer, einfach so vorbeizufahren. Wir hatten uns seit Jahren nicht gesehen und waren nun echt so nah…

Ich weckte die Kinder, die sonst sicher durchgeschlafen hätten. Aber das wäre zu früh. Je näher wir Los Angeles kamen, desto voller wurden die Strassen. Mein Mann fuhr perfekt, ich bewundere sein effektives Fahren. Dieser Fahrstil hatte allerdings zur Folge, dass Emilian schlecht wurde. Für den Rest der Strecke hielt ich ihm eine leere Keks-Dose vor die Nase. Nichts passierte.

Nach 20:00 Uhr kamen wir an.
Unsere Söhne haben dieses Wochenende mit Krankheit, mit vielen Autofahrten, mit fremden Betten, mit komischem Essen, mit wenig Schlaf, mit kaum vertrautem und mit vielen Eindrücken sehr gut mitgemacht! Sie hatten viel gute Laune, haben sich schnell begeistern lassen und alles Neue mit offenen Augen entdeckt. Danke, ihr zwei!
Dieses „Zuhause“-Gefühl, wieder Platz zu haben und in eigenen Betten zu schlafen, war unglaublich.
Die Vorfreude ist nochmal ordentlich gestiegen!

Danke, dass ihr mitgelesen habt!

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